Abwägungstabelle zum 1. Entwurf STP Windenergie 2027

Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg | 1713 Einträge
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StN-ID: 1001172 ID Stellungnehmer: 1001405
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Betroffenheit

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001173 ID Stellungnehmer: 1001406
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Meuro
Inhalt

Widerspruch gegen den Entwurf zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027“, insbesondere Vorranggebiet 35.  Aktuelle Planungen sind zu überdenken, zu überarbeiten sowie naturschutzgerecht und gesundheitsbewusst für Menschen anzupassen.

Begründung: Windkraftanlagen haben nichts in einem Wald- und Erholungsgebiet der Dübener Heide zu suchen!

Sie verursachen extremen Lärm und Infraschall. Die in der Nähe lebenden Menschen und Tiere sind dadurch stark beeinträchtigt. Täglich sterben rund 6 Milliarden Insekten, 1000de Vögel und andere Tiere.

Die Menschen haben in diesen Gebieten Herzstörungen, Kopfschmerzen, Depressionen und Nierenleiden u.v.m. Schallwellen in Verbindung mit gesundheitlichen Störungen können nachgewiesen werden. Bsp. Hohenmölsen extremes Baumsterben und im Dorf sind viele Menschen an Krebs erkrankt oder gestorben nach kurzer Zeit. In diesem Dorf stehen viel Windräder und Funkanlagen nah an dem Wohngebiet.

Die Landschaft und der Boden wird verschandelt - Bäume sterben ab.

Wir haben hier bewusst unseren Wohnort in Bad Schmiedeberg gewählt und bauen gerade unser Haus.

Windanlagen senken sofort den Hauspreis um 30 % und Grundstücke werden abgewertet.

Mikroplastik ist kilometerweit im Boden nachzuweisen und verursacht Krebs.

Der Ausbau der Windkraft ist nachweislich instabil, ineffizient und unbezahlbar

https://apollo-news.net/instabil-ineffizient-und-unbezahlbar-trotz-ausbau-die-energiewende-stuerzt-deutschland-ins-stromchaos/

Für zukünftige aus der Planung resultierende Personen, Sach- und Vermögensschäden wird vorsorglich Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Das Vorschlagsgebiet Nr. 35 Meuro entsprechend der Arbeitskarte zur Allgemeinen Planungsabsicht ist nicht im 1. Entwurf des STP Windenergie 2027 enthalten.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von
Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21)

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung. 

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grund-sätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grund-stücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001202 ID Stellungnehmer: 1001419
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Betroffenheit.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001203 ID Stellungnehmer: 1001420
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Betroffenheit

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001204 ID Stellungnehmer: 1001421
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Betroffenheit.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001205 ID Stellungnehmer: 1001422
Planungskonzeption
Inhalt

Die DBU Naturerbe GmbH ist eine gemeinnützige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Gesellschaftszweck ist es, die national bedeutenden Flächen dauerhaft für den Naturschutz zu sichern. Der besondere Naturschutzwert der Gebiete liegt zum einen in der Großräumigkeit und Unzerschnitten vieler Flächen. Zum anderen sind die Flächen aufgrund ihrer Standorte sehr verschiedenartig. Ziel der DBU Naturerbe GmbH ist es, die Strukturvielfalt und den Reichtum an heimischen Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und zu fördern.

Grundlage des naturschutzfachlichen Handelns der DBU Naturerbe GmbH ist ein individuelles Leitbild, das von der DBU Naturerbe GmbH in Abstimmung mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem Land für jede einzelne DBU Naturerbefläche erstellt worden ist. Mit den Leitbildern werden die Schutz- und Entwicklungsziele des Naturschutzes verbindlich festgelegt. Die Flächen sind ausschließlich zu Naturschutzzwecken zu nutzen. Die Naturschutzqualität der wertvollen Gebiete ist dauerhaft zu sichern und weiterzuentwickeln. Die DBU Naturerbeflächen zählen überdies nach § 21 Abs. 3 S. 1 Nr. 4 BNatSchG zu den Bestandteilen des Biotopverbundes. Eine Nutzung der DBU Naturerbefläche für Windenergie ist mit diesen zwingend einzuhaltenden rechtlichen Vorgaben und gegenüber dem Bund eingegangenen Verpflichtungen unvereinbar. Vor diesem Hintergrund wird darum gebeten, die DBU Naturerbefläche Glücksburger Heide im Geltungsbereich des Regionalplans als Vorranggebiete für Natur und Landschaft zu berücksichtigen und als Tabuzonen einer Nutzung durch Windenergie zu entziehen. 

Auf allen DBU Naturerbeflächen können geeignete Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bzw. Kompensationsmaßnahmen durchgeführt werden. In der Vergangenheit wurden auf DBU Naturerbeflächen in Form von Renaturierungen von Gewässern und Feuchtgebieten, Aufwertungen von Offenlandflächen oder Entsiegelungsmaßnahmen zahlreiche solcher Maßnahmen in Abstimmung mit verschiedenen Vorhabenträger*innen und den zuständigen Behörden umgesetzt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die Festlegung von Vorranggebieten für Natur und Landschaft ist kein Inhalt des vorliegenden Plans. Die DBU Fläche Glücksburger Heide wurde nicht mit einem Vorranggebiet Windenergie überplant. Es handelt sich um ein NSG, welches zudem NATURA 2000-Gebiete beinhaltet. Entsprechend der Planungskonzeption sind diese Bereiche für die Windenergienutzung ausgeschlossen worden.

Die Umsetzung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bzw. Kompensationsmaßnahmen ist Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001206 ID Stellungnehmer: 1001423
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Betroffenheit
 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001207 ID Stellungnehmer: 1001424
Planungskonzeption
Inhalt

Hinweis auf Bedeutung des Waldes für:

  • Mikroklima, Grundwasserneubildung, Habitat für Flora und Fauna, Schattenspender, Erholungsort

  • wichtiger Rohstoffproduzent; effiziente Kaskadennutzung des Rohstoffs Holz möglichen

  • Bindung von Kohlenstoff, Stäuben, Verbesserung der Luftqualität

  • Produktion von Sauerstoffpartialdrucks

  • Wasserspeicher, Schutz vor Wind- und Wassererosion

  • bedeutende Ökosystemdienstleistungen des Waldes für Menschen

  • Wirkbeziehung zwischen den Schutzgütern Flora, Klima/Luft, Wasser und Boden

  • Wald bedeutend für ökologisches Verbundsystem

  • Wald bedeutend für Erhalt der Vorranggebiete für Natur und Landschaft

  • Intakte Waldbestände sind im waldarmen Land Sachsen-Anhalt unverzichtbar!

  • geplante Waldmehrung auf geeigneten Grenzertragsböden, Ödland oder Brachflächen wird durch das Ausweisen von Windparks u. Photovoltaikflächen unterlaufen

  • Wälder sind gesetzlich durch das Bundes- und das Landeswaldgesetz geschützt

Wald darf nicht zur Suchraumkulisse für Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie erklärt werden.

Begründung:

- etablierten Ausgleichs- und Ersatzflächen von Waldinanspruchnahme wären ebenfalls schützenswert

- Trittsteinbiotope für das Ökologische Verbundsystem in ausgeräumter Agrarlandschaft

- auenähnliche Standorte sind zu schützen; Erhalt von Auwäldern und flussbegleitenden Habitaten

- Etablierung von Windparks auf Kalamitätsflächen ist nicht zielführend, da Pflicht zur Wiederaufforstung innerhalb von 3 Jahren nach LWaldG

- Im Wald muss im Gegensatz zur Landwirtschaft eine unverhältnismäßig große Fläche, welche aus der Bewirtschaftung entlassen werden muss (abhängig von der Trassenbreite, der
Rotorenüberstreichenden Fläche etc.), etwa das 3-12fache vorgehalten werden, um dieselbe
Energiemenge zu erzeugen.

- Waldinanspruchnahme in waldarmen Bundesland unverhältnismäßig

- Verweis auf die nach § 1 Absatz 1 BNatSchG bestehende Pflicht zur Unterlassung von vermeidbaren Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft

- die unterschiedlichen Wälder in Sachsen-Anhalt als seltene Habitate

- erhebliche Beeinträchtigung des Waldinnenklimas durch Windräder im Wald

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Vorranggebieten für Forstwirtschaft und in Vorranggebieten für Wassergewinnung in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001208 ID Stellungnehmer: 1001425
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Wir sind vor vielen Jahren nach Schköna gezogen, weil wir uns in die schöne Gegend verliebt haben. Hier in der Dübener Heide um Schköna gibt es einen schönen Wald, wo viele Tierarten heimisch sind. In den letzten Jahren wurde hier auch biologische Landwirtschaft betrieben, so dass auch selten gewordene Vögel und andere Tiere wieder heimisch sind.

Keine Windräder im Wald! Durch den Bau der Windräder wird der Wald stark geschädigt.

Im Sommer oft die höchste Waldbrandwarnstufe: Wie wollen Sie verhindern, dass der Wald durch brennende Windräder Feuer fängt? Kommen Sie für dadurch entstandene Schäden auf? Da wir von Wald umgeben sind, wäre auch eine Evakuierung der Einwohner nicht ausgeschlossen.

Die meiste Zeit des Jahres herrscht Westwind, das heißt auch die meiste Lärmbelästigung.

Wieso entscheiden dann andere Gemeinden über den geplanten Bau?

Mit dem Bau von Windrädern soll doch die Natur geschützt und nicht zerstört werden.

Wo sind die Industrien, die den hier gewonnenen Strom benötigen?

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zu Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller
Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.
Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit
dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. 

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung der Gemeinde Muldestausee, welche auf ihrem Gemeindegebiet die Ausweisung eines Sondergebietes für die Nutzung der Windenergie plant. Ebenso finden die Erfordernisse des Lärm- und Brandschutzes im Vorhabenzulassungsverfahren Berücksichtigung und führen in der Regel zur Beauflagung geeigneter Maßnahmen (bzgl. Immsissionsschutz, Brandschutz, Naturschutz etc.)  als Voraussetzung für die Anlagengenehmigung.

Der mittels Windenergieanlagen erzeugte Strom kann in der Regel keinem Stromverbraucher direkt zugeordnet werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001211 ID Stellungnehmer: 1001427
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Einwände gegen die Planung des Vorranggebietes  Windpark Schmerz – Dübener Heide aus folgenden Gründen:

Umwelt- und Ressourcenaspekte

Ölverbrauch

Die benötigte Ölmenge in einer Windkraftanlage hängt von ihrer Größe und Leistung ab. Eine durchschnittliche 2-MW-Windturbine verbraucht etwa 600 Liter Öl im Getriebe und im Hydrauliksystem, berichtet das auf die Produktion solcher Öle spezialisierte Unternehmen Ecol4wind. Eine Lebenszyklusanalyse des Herstellers weist für solche Anlagen einen Verbrauch von 1,27 Tonnen Schmierstoffe pro Windturbine aus. Außerdem sind 13 Tonnen Schmiermittel für den Transformator nötig. Diese Analyse beruht auf der Annahme, dass die Windräder 20 Jahre betrieben werden.

Welchen Mengenangaben ergeben sich für geplanten Anlagen? Welche Maßnahmen werden zur Minimierung von Ölverbrauch und Vakuumverlusten ergriffen? Welche Notfall- und Recyclingkonzepte (Lacke, Schmierstoffe) gibt es? Wo werden die für die Wartung erforderlichen Produkte gelagert/zwischengelagert bei der Wartung? Wie wird eine Verunreinigung des Bodens vermieden?

Grundwasser

Im Maschinenhaus einer durchschnittlichen Windkraftanlage befinden sich etwa 1.200 Liter Getriebeöl, 600 Liter Kühlflüssigkeit und 250 Liter Hydrauliköl. Bei einem Unfall oder einer Betriebsstörung besteht das Risiko, dass diese Gefahrstoffe den Boden kontaminieren und ins Erdreich gelangen. Dies könnte zu erheblichen Verunreinigungen des Grundwassers führen. 

Infraschall & Lärm, Schlagschatten

Windenergieanlagen emittieren Infraschall, der sich durch Luft und Boden ausbreiten kann. Infraschall liegt unterhalb der menschlichen Hörgrenze (unter 8 Hz) und ist für das normale Gehör nicht hörbar. Dennoch belegen neueste Forschungsergebnisse (Kugler et al. 2014) eine Kopplung von Infraschall ans Innenohr: Bereits sehr geringe Schalldruckpegel von etwa 80 dB(A) können otoakustische Signale im Innenohr auslösen, auch wenn die Exposition kurz ist (ca. 90 Sekunden) und die Effekte bis zu zwei Minuten nach Abklingen der Schallquelle nachweisbar bleiben. Der Mechanismus erfolgt über die mikromechanische Kopplung des Infraschalls an die äußeren Haarzellen des Innenohrs, wodurch die Cochlea-Verstärkung aktiv wird und mikro-mechanische Energie erzeugt, die in die Cochleawelle zurückgeführt wird. Dieser Prozess ermöglicht eine experimentell messbare Detektion über den Ohrkanal. Daraus folgt, dass das menschliche Hörorgan Infraschall zwar nicht direkt über die Haarzellen wahrnimmt, aber über diesen mikrophysikalischen Kopplungsweg dennoch Reaktionen zeigen kann. Die direkten akustischen Wahrnehmungsschwellen werden von den inneren Haarzellen bestimmt.

Lärm und Licht können sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Tagsüber können Licht- und Schatteneffekte sowie Reflexionen des Sonnenlichts, zum Beispiel durch Windenergieanlagen, als störend empfunden werden. In der Nacht ist die Beleuchtung der Anlagen, oft zur Flugsicherung, für manche Menschen belastend. Lärm wird dann als störend empfunden, wenn er als unangenehm wahrgenommen wird oder gesundheitliche Beeinträchtigungen verursacht. In Deutschland wird Lärm zunehmend als große Umweltbelastung wahrgenommen. Anhaltender Lärm kann Stress begünstigen und gesundheitliche Schäden verursachen kann. Besonders der Schlaf in der Nacht ist durch Lärm ein bedeutender Gesundheitsrisikofaktor.

Auch die Frage der Lärmbelästigung „innerhalb gesetzlicher Grundlagen“ und der dazugehörigen Wahrnehmung und Beeinträchtigung der Menschen und Tiere im Umfeld darf nicht unberücksichtigt bleiben. Hierzu verweise ich auf die sich nun häufenden Einsprüche und Meldungen zur Repoweringanlage Zschornewitzer Hochkippe, die die Anwohner in den umliegenden Ortschaften nicht zur Ruhe kommen lässt.

Nicht außen vor bleiben darf die Gesundheit von Wild- und Nutztieren.

Diese negativen Auswirkungen auf die Menschen und Tiere sind im Planentwurf des Regionalverbandes nicht berücksichtigt. Er ist deshalb nicht sachgemäß und als fehlerhaft zurückzuweisen.

Naturschutzgebiet

Dieses Naherholungsgebiet stellt die einzige Möglichkeit für Erholungssuchende in der Umgebung dar, und dessen Verlust ist nicht zu verantworten. Die Errichtung von Windkraftanlagen in diesem Gebiet würde die Erholungsqualität nachhaltig schädigen. Schattenwurf, Schall, Infraschall, temporäre nächtliche Beleuchtung sowie die visuelle Beeinträchtigung der Landschaft wären massive Einschränkungen für die Besucher. Zudem führt die Zerstörung der Natur zum Verlust des Naherholungswertes und des ursprünglichen Zwecks des Gebietes. 

Der Wald und damit die Dübener Heide dienen schwerpunktmäßig der Erholung und würden durch den Wegfall dieses Zwecks sowie aufgrund der erhöhten Brandgefahr (nachweisbar durch bundesweite Statistiken zu brennenden Windkraftanlagen) erheblich einem Risiko ausgesetzt.

Kompensationsflächen wurden bislang nicht benannt.

Ich bin grundsätzlich nicht gegen den Ausbau „Erneuerbarer Energien“.

Andererseits sorgte der Ausbau erneuerbarer Energien (Sachsen-Anhalt 2022: 60,1 % Anteil an der Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Quellen) dafür, dass trotz steigendem Primärenergieverbrauch der Verbrauch fossiler Energieträger rückläufig sind und die CO₂-Emissionen in der Quellenbilanz ebenfalls eine abnehmende Tendenz aufweisen. Der Anteil der Windenergie an der Bruttostromerzeugung lag 2022 bei 56,6 % [STALA 2025].

In der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg sind insgesamt 358 Windenergieanlagen mit einer Leistung von ca. 679 MW (ROK Stand 05/2025) in Betrieb.“ Das ist doch mehr als reichlich.

Und es ist im Sinne von „Erneuerbar“ (was ja auch grün & nachhaltig bedeuten sollte) und Naturerhalt mit all den Facetten von Biodiversität, Artenschutz & Co ein Ausbau vom Windkraftanlagen im Wald ein unüberwindbarer Widerspruch und muss eine generelle Ablehnung nach sich ziehen.

Ich fordere zudem, dass als Planungsziel nicht ein Mindestwert, sondern ein Maximalwert formuliert wird und dass der bereits vorhandene, überproportional hohe Anteil von vorhandenen Vorranggebieten im Landkreis Wittenberg berücksichtigt wird. Auch dürfen Vorranggebiete nicht in ausgewiesenen Schutzgebieten und Naturparks vorgesehen sein.

Die derzeit noch vorhandene Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber dem Ausbau der Erneuerbaren Energien kann nur erhalten werden, wenn eine Berücksichtigung hochwertiger Landschaftsräume und eine Förderung des Natur- und Artenschutzes erfolgt. Dies ist hier nicht ersichtlich.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge, Artenschutz, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21)

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zu Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Allerdings ist eine Gleichverteilung im Sinne eines Herunterbrechens des Flächenbeitragwertes auf jede Kommune der Planungsregion aufgrund der fachrechtlichen und naturräumlichen Gegebenheiten nicht möglich, sodass innerhalb der Planungsregion nur mit dem Solidarprinzip der geforderte  Flächenbeitragswert von mindestens 1,9 % (bis 31.12.2027) erreicht werden kann.

Naturschutzgebiete sind als Tabuzonen von der Festlegung als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie ausgeschlossen.

Die Verordnung des Naturparks schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Naturparke bestehen überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten. Sie dienen u.a. der Entwicklung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft. In ihnen ist eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung fördert. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. In Naturparks sind über die Landschafts- und Naturschutzgebiete hinaus weitere Flächen einbezogen, die unter Berücksichtigung der rechtlichen und planerischen Restriktionen für die Windenergienutzung in Frage kommen.

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von WEA ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht.

Die Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie wurden einer Umweltprüfung gem. § 8 ROG unterzogen, die im Umweltbericht dokumentiert wurde.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001211_001 ID Stellungnehmer: 1001427
Umweltbericht
Inhalt

Biodiversität und Artenschutz

Rotmilan

Rotmilan und Schwarzmilan sind streng geschützte Arten und erfahren eine sehr hohe Gefährdung durch Windindustrieanlagen. Mehr als die Hälfte des gesamten Weltbestandes des Rotmilans leben in Deutschland. Deshalb ist hier eine besonders hohe Verantwortung für diese Art gegeben. Der Rotmilan hat beim Fliegen kein Meideverhalten gegenüber Windindustrieanlagen. Balzflüge, Thermikkreisen und Nahrungsflüge gehen in größere Höhen, die im Bereich der überstrichenen Rotorfläche von Windindustrieanlagen liegen. Deshalb unterliegen Rotmilane und andere ebenso schützenswerte Vögel einem großen Kollisionsrisiko bzw. Schlagopfer-Risiko.

Es gibt deutliche Hinweise auf mehrere vorhandene Brutpaare.

Die Datengrundlage im Planentwurf in Bezug auf windindustriegefährdete Vogelarten ist nicht ausreichend aktuell und lückenhaft. Für den Rotmilan wurden die Brutwälder nicht systematisch und flächendeckend ausgewertet. Für die genannten Planungsgebiete sind aktuelle Punktdaten zu Brutstätten, zu Schlafstätten und zu Flug-und Beutesuchbewegungen des streng geschützten Romilans systematisch zu erfassen. Dies wurde bislang unterlassen.

In ihrem Umweltbericht wird selbst geschrieben: „Um der benannten Verantwortung des Rotmilans gegenüber auch auf der Ebene der Regionalplanung gerecht zu werden und mögliche Konflikte in späteren Zulassungsverfahren zu minimieren, erfolgte im Zuge der Planaufstellung eine einfache Habitatpotenzialanalyse für die Arten Rot- und auch Schwarzmilan. Diese beinhaltete die Prüfung von insgesamt 60 potenziellen VRG-Flächen in welchen die Brutpaardichten in den zentralen Prüfbereichen ermittelt wurden. Diese wurden zu den mit Hilfe der Biotop- und Nutzungstypenkartierung ermittelten, zu erwartenden Nahrungshabitatflächen ins Verhältnis gesetzt. Daraus ließ sich ableiten, ob das Nahrungsangebot außerhalb der Windparkflächen ausreicht und die Rot- und Schwarzmilane die Vorranggebiete dementsprechend meiden können.

Die Ergebnisse flossen entsprechend in die Bewertung und Vorauswahl sowie den Zuschnitte der Vorranggebiete ein….

Eine weitere Schwierigkeit bei der Bewertung von zu erwartenden Konflikten der Windkraftnutzung mit der möglicherweise betroffenen Avifauna ist mit dem häufigen Brutplatzwechsel einiger Arten verbunden.“

Damit wird auch die vermehrte Tötung durch WKA bzw das Verhungern der Tiere wissentlich in Kauf genommen – obwohl das Problem erkannt worden ist - und kann nicht akzeptiert werden. Eine Anpassung der Tiere an neue Lebensumstände benötigt häufig mehr Zeit.

Wildkatze

„…Die Wildkatze galt lange als vom Aussterben bedroht und kam in Sachsen-Anhalt fast ausschließlich noch im Harz und im angrenzenden Vorland vor (s. Götz 2015). Gegenwärtig ist eine Ausbreitung der Wildkatze zu verzeichnen, die sich offenbar flächig im Land Sachsen-Anhalt abspielt. Mittlerweile liegen Hinweise bzw. Nachweise, teilweise reproduzierender lokaler Bestände, von der Altmark (Driechciarz et al. 2018) über den Drömling, den Fläming, Auenwälder bei Dessau, Magdeburg und Halle bis in den Zeitzer Forst vor, d.h. aus Bereichen, aus denen Wildkatzen auch historisch kaum dokumentiert sind und die in früheren Habitatmodellen und Ausbreitungsszenarien (Vogel et al. 2009: „Wildkatzenwegeplan“) teilweise unberücksichtigt blieben. Die Gefährdungssituation ist daher vor dem Hintergrund des – offenbar unterschätzten – natürlichen Verbreitungsgebietes neu zu beurteilen. Gerade dispergierende Katzen unterliegen auch weiterhin insbesondere durch den Straßenverkehr hohen Risiken, was die Ausbreitung sicher verlangsamt, aber nicht grundsätzlich verhindert hat. Die Wildkatze wird daher in Anbetracht des positiven Bestandstrends als „gefährdet“ eingestuft.“

(Quelle: Säugetiere Rote Listen Sachsen-Anhalt 2020)

Im Winter/Frühjahr 2025 konnte wieder eine Wildkatze, an einem auch von mir betreuten Lockstock im Bereich der Gemarkung Schköna; Sichtrichtung Eisenhammer, mittels Fotofalle dokumentiert werden. Diese bedeutet, dass sich Wildkatzen auch hier wieder ausbreiten. Windkraftanlagen in Wald zerschneiden Wildwechselwege und insbesondere geräuschempfindliche Tiere, wie Katzen, können erheblich gestört werden. Eine weitere Ausbreitung der Wildkatzen wird mit dem Ausbau von WKA in Waldgebieten wie der Dübener Heide verhindert.

Wolf

„…Der ehemals ausgestorbene Wolf breitet sich seit 2008 schrittweise wieder in seinem ursprünglichen Areal aus. Gleichwohl ist der reproduzierende Bestand noch gering (Trost 2016, Weber & Trost 2017) und erfüllt deutschlandweit nicht die Kriterien einer dauerhaft überlebensfähigen Minimalpopulation. Zugleich wirken zahlreiche Beeinträchtigungen und Risikofaktoren, und der Schutzstatus wird anhaltend und unter politischem Druck in Frage gestellt. Aus diesem Grund erfolgt eine Einstufung in die Gefährdungskategorie „Vom Aussterben bedroht“. „

(Quelle: Säugetiere Rote Listen Sachsen-Anhalt 2020)

Gerade im Bereich Hafertal, dass zwischen den Ortslagen Schköna und den Gemarkungsgrenzen zu Krina und Schmerz sowie im Waldgebiet Jösigk hat der Wolf sein Zuhause gefunden und ist dort seit einigen Jahren heimisch und wird regelmäßig gesichtet.  Auch sein dortiger Lebensraum würde durch die geplanten WKA zerschnitten und eine Vertreibung würde erfolgen.

allgemein

Allein 53,3 % der Säugetierarten in Sachsen-Anhalt stehen auf der Roten Liste (vgl. [SCHNITTER 2004]). Naturschutz kann sich also nicht nur auf die Schutzgebiete beschränken, sondern muss in bestehende Nutzungen außerhalb von Schutzgebieten integriert werden. In den EU SPA Sachsen-Anhalts wurden 55 mehr oder weniger regelmäßige Brut- und Gastvogelarten nach Anhang I VS-RL ermittelt (vgl. [WEBER et al. 2003]). 36,6 % der in Sachsen[1]Anhalt bekannten regelmäßigen Brutvogelarten (202) stehen auf der Roten Liste [LAU2017].

Im vorliegenden Umweltbericht wird die Wichtigkeit der Dübener Heide im Umweltbericht erheblich vernachlässigt. Beschrieben u.a. als vorrangige Klima- und Immissionsschutzaufgabe will man nun die Dübener Heide „zerschneiden“. Einen einzigartigen Naturpark, der im vorliegenden Umweltbericht als wichtige Ressource beschrieben wird. Ein Widerspruch in sich. Wald ist in seiner Gesamtheit zu schützen und in seiner Lebensfähigkeit zu erhalten.

Der Erholungswert des Waldes wird durch den Bau solcher Anlagen erheblich beeinträchtigt. Diese Wirkungen sind unabhängig davon zu sehen, ob es sich um einen Wirtschaftswald oder Naturwald handelt, egal ob minderwertig im Sinne der Waldbauern oder nicht.  Gerade mit dem Bau von WKA verhindert man die Entwicklungsmöglichkeit des Waldes zu einem Naturwald…und würde ihn regelmäßig beim Bau, bei Wartungen, Reparaturen und nicht zuletzt bei der Demontage nach Laufzeitende wieder stören und die Entwicklung des Waldes blockieren.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Es besteht keine rechtliche Verpflichtung zur Durchführung einer Artenschutzprüfung auf der Ebene der Regionalplanung, da die Planung selbst noch keine direkte Beeinträchtigung geschützter Arten hervorruft, sondern erst ihre Umsetzung. Es ist allerdings sinnvoll, die Artenschutzbelange im Sinne einer überschlägigen Vorabschätzung zu berücksichtigen, soweit sie auf dieser Ebene ersichtlich sind. Diese Vorprüfung wurde im Rahmen der Umweltprüfung durchgeführt. 

Die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg nutzt für die Erstellung ihrer Planwerke überwiegend Daten, die durch die zuständigen Fachbehörden zur Verfügung gestellt werden. Für eigene Erhebungen von Fachdaten besteht keine Ermächtigungsgrundlage. Validierte naturschutzfachliche Art- und Gebietsdaten werden durch das Landesamt für Umweltschutz des Landes Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt und werden von der RPG A-B-W regelmäßig abgefragt, um den mittel- bis langfristigen Planungen (Regionalplänen) möglichst aktuelle Daten zu Grunde zu legen.

U.a. die durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht).

Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung der Gemeinde Muldestausee. In diesem Zuge sind evtl. Beeinträchtigungen von u.a. Wildkatze und Wolf hinreichend zu prüfen und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung und Kompensation dieser zu beauflagen.

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Entsprechend plant die Gemeinde Muldestausee mittels kommunaler Bauleitplanung die Ausweisung eines Sondergebietes für die Nutzung der Windenergie im Bereich der Dübener Heide. Im Bauleitplan- bzw. Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung).

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001213 ID Stellungnehmer: 1001428
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Betroffenheit

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001214 ID Stellungnehmer: 1001431
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Betroffenheit

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001215 ID Stellungnehmer: 1001435
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Bedenken

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001228 ID Stellungnehmer: 1001441
Windenergie 2027
Inhalt

Die Erfordernisse der Raumordnung gemäß den o.g. Regionalplänen der Planungsregion Halle finden in Abhängigkeit der gewählten Kriterien sowie der naturräumlichen Ausstattung ihre angrenzende Entsprechung in den Festlegungen des 1. Entwurfs der Neuaufstellung des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“.
Aus regionalplanerischer Sicht der RPG Halle sind die Regionalpläne der benachbarten Planungsräume Halle und Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg gemäß § 7 Abs. 2 ROG aufeinander abgestimmt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001231 ID Stellungnehmer: 1001458
Windenergie 2027
Inhalt

Es wird darum gebeten, alle relevanten Anliegen der involvierten Landwirte bzw. Teilnehmer aufzunehmen und entsprechend einer guten praxisgerechten Bewirtschaftung innerhalb der Landwirtschaft zu berücksichtigen. Dies vorausgesetzt, bestehen keine weiteren Einwände.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001232 ID Stellungnehmer: 1001459
Windenergie 2027
Inhalt

keine Betroffenheit

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001233 ID Stellungnehmer: 1001462
Windenergie 2027
Inhalt

Gegen das o.g. Vorhaben bestehen aus kirchlicher Sicht keine Bedenken. Hinweis, dass bei Inanspruchnahme von kirchlichen Grundstücken die Entschädigungsbedingungen der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM) gelten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange von Grundstücksentschädigungen sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001234 ID Stellungnehmer: 1001463
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VI Gölzau Ost
Inhalt

Bedenken gegen den Bau von Windenergieanlagen. Der Windpark VI liegt oberhalb des Ortes Zehbitz in der Hauptwindrichtung. Sein östlichster Ausläufer kommt bis auf unter einem Kilometer an den Ort Zehbitz heran. Bei westlichem Sonnenstand wird der Ort Zehbitz von dem Flügelschatten stroboskopartig beschattet werden. Zudem trägt der Wind die Geräusche der Windenergieanlagen in den Ort hinein. Aktuell ist es sehr ruhig in dem Ort, so dass die Geräusche überproportional sehr deutlich und störend empfunden werden.

Der Baugrund ist, aufgrund der ehemaligen Bergbautätigkeit von Weißandt-Gölzau aus, nicht homogen. Größere Baumaßnahmen oder Gewichte während der Bautätigkeiten könnten zu Grundwasserveränderungen führen. Dies könnte zu Bauschäden durch Grundwasserverlagerungen führen.  

Der Bereich Zörbig, Radegast, Rießdorf, Lennewitz, Salzfurtkapelle, Löberitz ist wegen der Fuhnequelle ein Gebiet, das jährlich von Störchen als Durchgangsort und als Brutstätte genutzt wird. Auch der Rotmilan ist hier (noch) sehr zahlreich anzutreffen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Entsprechend der Ausschlusskriterien der Planungskonzeption sind Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie in mindestens 1.000 m Entfernung von im Zusammenhang bebauten Ortslagen mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebieten und Sondergebieten, die der Erholung dienen, festgelegt worden.

Die Erfordernisse des Lärmschutzes, der Bodenbeschaffenheit sowie des Schattenschlages finden im Vorhabenzulassungsverfahren Berücksichtigung und führen in der Regel zur Beauflagung geeigneter Maßnahmen (bzgl. Immissionsschutz, Brandschutz, Naturschutz etc.) als Voraussetzung für die Anlagengenehmigung.

Durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten wie der Rotmilan wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001235 ID Stellungnehmer: 1001464
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VI Gölzau Ost
Inhalt

Grundstücksverträge mit Investor für Flächen in Gemarkung Zehbitz Flur ...Flurstücke ... habe ich aus wichtigen Gründen gekündigt. Das Grundstück steht nicht zur Bebauung von Windenergieanlagen zur Verfügung.
 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Grundstücksangelegenheiten sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung und bedürfen einer privatrechtlichen Klärung.

Die betreffenden Grundstücke liegen außerhalb eines im 1. Entwurf geplanten Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie.

StN-ID: 1001236 ID Stellungnehmer: 1001465
Windenergie 2027
Inhalt

Denkmalschutzrechtliche Hinweise: 
Erkenntnisse, dass mit dem Vorhaben meine Zuständigkeit als obere Denkmalschutzbehörde berührt wird, liegen nicht vor. Dies wäre dann gegeben, wenn Kulturdenkmale aus zwingenden Gründen zerstört oder weggenommen werden müssen, § 14 Abs. 10 DenkmSchG LSA.

Vorsorglicher Hinweis, dass das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, als Träger des öffentlichen Belangs -Kulturgüter- in jedem Fall beteiligt werden muss, §§ 5 Abs. 2 Nr. 3 und 8, Abs. 3 DenkmSchG LSA.
Alle Maßnahmen an einem Kulturdenkmal bedürfen der Genehmigung durch die unteren Denkmalschutzbehörden, vorliegend durch den Landkreis Anhalt-Bitterfeld und den Landkreis Wittenberg (§ 14 Abs. 1; 88 Abs. 1 S. 1 DenkmSchG LSA). Diese können verlangen, dass Veränderungen und Maßnahmen an einem Kulturdenkmal dokumentiert werden.
Die Veranlasser der Maßnahmen und Veränderungen können im Rahmen des Zumutbaren zur Übernahme der Dokumentationskosten verpflichtet werden, § 14 Abs. 9 DenkmSchG LSA. Gemäß 8 9 Abs 3 DenkmSchG LSA sind außerdem etwaige unerwartete Bodenfunde mit dem Merkmal eines Kulturdenkmales (archäologische und bauarchäologische Bodenfunde) bis zum Ablauf einer Woche nach der Anzeige bei der zuständigen unteren Denkmalschutzbehörde unverändert zu lassen und vor Gefahren für die Erhaltung zu schützen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (Denkmalfachamt) wurde beteiligt.

Die Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001238 ID Stellungnehmer: 1001481
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVI Piethen
Inhalt

Bedenken gegen Windpark Piethen wegen der Befürchtung der Belastung durch Schlagschatten, Lärm, Abrieb der Rotoren und der Überlastung mit Windenergieanlagen rings um den Ort.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass dienatürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht. 

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihaltens der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. 

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung (Abrieb von Rotoren) sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung lfd. Nr. 2

StN-ID: 1001238_001 ID Stellungnehmer: 1001481
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VII Gröbzig/Dohndorf
Inhalt

Bedenken gegen Windpark Gröbzig/Dohndorf wegen der Befürchtung der Belastung durch Schlagschatten, Lärm, Abrieb der Rotoren und der Überlastung mit Windenergieanlagen rings um den Ort.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001241

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass dienatürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht. 

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihaltens der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. 

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung (Abrieb von Rotoren) sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001241 ID Stellungnehmer: 1001482
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VII Gröbzig/Dohndorf
Inhalt

Bedenken gegen Windpark Gröbzig/Dohndorf wegen der Befürchtung der Belastung durch Schlagschatten, Lärm, Abrieb der Rotoren und der Überlastung mit Windenergieanlagen rings um den Ort.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass dienatürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht. 

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihaltens der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. 

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung (Abrieb von Rotoren) sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001241_001 ID Stellungnehmer: 1001482
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVI Piethen
Inhalt

Bedenken gegen Windpark Piethen wegen der Befürchtung der Belastung durch Schlagschatten, Lärm, Abrieb der Rotoren und der Überlastung mit Windenergieanlagen rings um den Ort.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001238

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass dienatürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht. 

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihaltens der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. 

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung (Abrieb von Rotoren) sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung lfd. Nr. 2

StN-ID: 1001242 ID Stellungnehmer: 1001483
Windenergie 2027
Inhalt

Diakonie Mitteldeutschland besitzt auf dem Gebiet Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg kein Grundstück mehr.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001244 ID Stellungnehmer: 1001484
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Einwände gegen die vorgelegte Planung, da keine Standorte des DWD
beeinträchtigt werden bzw. betroffen sind. Das geplante Vorhaben beeinflusst nicht den öffentlich-rechtlichen Aufgabenbereich des Deutschen Wetterdienstes.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001245 ID Stellungnehmer: 1001485
Windenergie 2027
Inhalt

Handwerkskammer Halle (Saale) verzichtet auf eine Stellungnahme.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001246 ID Stellungnehmer: 1001486
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet 34 sowie dem ZAV der Gemeinde Muldestausee
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchtet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.
 

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001247 ID Stellungnehmer: 1001487
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet 34 sowie dem ZAV der Gemeinde Muldestausee
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001248 ID Stellungnehmer: 1001488
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet 34 sowie dem ZAV der Gemeinde Muldestausee
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001268 ID Stellungnehmer: 1001490
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet 34 sowie dem ZAV der Gemeinde Muldestausee
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001269 ID Stellungnehmer: 1001492
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet 34 sowie dem ZAV der Gemeinde Muldestausee
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001270 ID Stellungnehmer: 1001494
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XII Linda
Inhalt

Ablehnung der unteren Naturschutzbehörde:
Das Windeignungsgebiet „Windenergie Nr. XII „Linda“ schließt unmittelbar an die nordwestliche Landkreisgrenze Elbe – Elster an und liegt in unmittelbarer Nähe zu den Windeignungsgebieten im Entwurf des Teilregionalplans Wind Spreewald – Lausitz „VR – WEN – 18 (Elbe Elster)“ und „VR – WEN – 16 (Elbe – Elster)“. Im „VR – WEN – 18“ sind schon 8 im Betrieb. Diese 8 Anlagen werden durch zusätzliche 6 Anlagen im Osten Sachsen – Anhalts ergänzt. Der Brandenburger Teil mit 8 Anlagen weist eine hohe Schlagopferzahl an Vögeln auf. Die Vogelschutzwarte Buckow gibt folgende Schlagopfer an:

Höckerschwan HSch-009-BB .2009 Hartmannsdorf tot
Mäusebussard MBu-128-BB .2008 Hartmannsdorf tot
Mäusebussard MBu-162-BB 02.07.2018 Hartmannsdorf-Nord tot
Mäusebussard MBu-164-BB 08.07.2018 Hartmannsdorf-Nord tot
Mehlschwalbe Msch-007-BB 19.09.2019 Hartmannsd. Nord-II tot
Rotmilan RMi-066-BB .2011 Hartmannsdorf-Nord lebend
Rotmilan RMi-097-BB 02.04.2019 Hartmannsdorf-Nord tot
Rotmilan RMi-144-BB 14.05.2023 Hartmannsdorf tot
Schwarzmilan SMi-020-BB 08.07.2018 Hartmannsdorf-Nord tot
Turmfalke TFk-021-BB .2005 Hartmannsdorf tot

Das Windeignungsgebiet im Entwurf des Teilregionalplans Wind Spreewald – Lausitz „VR – WEN – 16 (Elbe – Elster)“ wurde in der Stellungnahme der uNB ebenfalls kritisch hinsichtlich des Tötungsverbotes für Vögel und Fledermäuse gesehen. Durch das geplante Windeignungsgebiet „Nr. XII „Linda“ (Sachsen – Anhalt) würde im Zusammenhang mit den „VR – WEN – 18 (Elbe Elster)“ und „VR – WEN –16 (Elbe – Elster)“ ein gigantischer Windpark in einem Gebiet mit nachweislich hohen Schlagopferzahlen entstehen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht).

Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens. In diesem Zuge sind eventuelle Beeinträchtigungen von u.a. Vögeln hinreichend zu prüfen und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung und Kompensation dieser zu beauflagen.

Technische Maßnahmen zur Vermeidung artenschutzrechtlicher Konflikte im Anlagenbetrieb werden kontinuierlich weiterentwickelt. 

Für die Erreichung des Flächenbeitragswertes von 1,9 % werden zunächst alle bereits rechtskräftig ausgewiesenen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie und deren Erweiterungsmöglichkeit unter Berücksichtigung der Auswahlkriterien herangezogen (siehe Planungskonzeption: 2.1.3 "Positivkriterien"). 

Das im Sachlichen Teilplan "Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" 2018 rechtskräftig ausgewiesene Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie "Linda" ist bereits mit einem Windpark (6 WEA) bebaut. Die Erweiterungsfläche nördlich von Linda entspricht den Auswahlkriterien.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001270_002 ID Stellungnehmer: 1001494
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XII Linda
Inhalt

Der Planung wird seitens der unteren Wasserbehörde mit folgendem Hinweis zugestimmt:
Das Vorranggebiet XII Linda liegt direkt an der Grenze zum Landkreis Elbe-Elster. Teile des Vorranggebietes liegen im Einzugsgebiet des Wasserwerkes Stolzenhain. Es wird empfohlen, den Herzberger Wasser- und Abwasserzweckverband (HWAZ) zu beteiligen

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Herzberger Wasser- und Abwasserzweckverband (HWAZ) wurde beteiligt.

StN-ID: 1001270_003 ID Stellungnehmer: 1001494
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XII Linda
Inhalt

Die untere Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde nimmt das Vorhaben ohne weitere Hinweise zur Kenntnis.
Die Gültigkeit von weiteren Rechtsvorschriften bleibt von dieser Stellungnahme unberührt. Sie ersetzt weder erforderliche öffentlich-rechtliche Genehmigungen noch privatrechtliche Zustimmungen und Vereinbarungen.
Die Stellungnahme verliert bei wesentlicher Änderung der Planungsgrundlagen ihre Gültigkeit.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001281 ID Stellungnehmer: 1001500
Planungskonzeption
Inhalt

Einspruch gegen WKA in der Dübener Heide.

Ich habe nichts gegen WKA, aber 31.000 Stück in Deutschland müssen wohl reichen und Waldgebiete sollten grundsätzlich ein Tabu für WKA sein. Insbesondere den Flyer von RWE Windenergie empfinde ich (als Techniker) als Frechheit.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen  Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zu Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller
Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. 

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz im Wald sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Belange der Vorhabenträger zum Bau und Betreiben von Windenergieanlagen sind kein Bestandteil der vorliegenden Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001285 ID Stellungnehmer: 1001504
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Betreff:
Von:
Datum:
Anhänge:
An:
Michael Kühn, GHC, Einwendungen gegen Windpark Schmerz / Gröbern
M. Kühn <kuehn@ra-nks.de>
03.09.2025, 09:02
Schreiben MK.pdf (605.77 KB)
"anhalt-bitterfeld-wittenberg@gmx.de" <anhalt-bitterfeld-wittenberg@gmx.de>
Sehr geehrte Damen und Herren,
anbei meine Einwendungen gegen den Windpark Schmerz / Gröbern.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Kühn, GHC / OT Schköna
Anhänge:
Schreiben MK.pdf
606 KB
04.09.25, 07:37Michael Kühn
Heideblick 9
06773 Gräfenhainichen / OT Schköna
Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt - Bitterfeld - Wittenberg
Am Flugplatz 1
06366 Köthen / Anhalt
vorab per Mail: anhalt-bitterfeld-wittenberg@gmx.de
03.09.2025
hier: Bedenken / Widerspruch zum Vorranggebiet Windpark Schmerz / Gröbern,
Vorranggebiet 34
Grundsätzliches:
- WKA (Windkraftanlagen) sind energetisch nicht grundlastfähig und produzieren nur sog.
Flatterstrom,
- jede weitere WKA erhöht auf Grund des EEG nur weiter die Stromkosten, auch tausende
weiterhin zu errichtende WKA erzeugen bei Flaute keinen Strom, nehmen sich "gegenseitig
den Wind weg",
-solange dieses EEG- Gesetz bestehen bleibt (Staatssubventionier ung auf Kosten der
Steuerzahler)
verdient
nur
eine
Minderheit
daran
gewaltig
(Projektierer;
Windkraftanlagenbauer; Banken, die großen Energieriesen ( wie RWE; EON; EnBW etc,,
und eben auch Waldflächenverpächter),
- die verheerenden Folgen haben aber zig- Tausende Menschen im Umfeld der WKA's zu
erleiden, an Ihrer Gesundheit, dem körperlichen Wohlbefinden, einer zerstörten natürlichen
Umwelt etc.)
- aktuell muss Windenergie sofort in transportfähigen, elektrischen Strom umgewandelt
werden, damit dieser verbraucht werden kann. Wird die Energie nicht verwendet, verpufft
sie oder wird mit Minuspreisen an der Strombörse in Ausland verscherbelt (wiederum zum
Nachteil der Stromkunden und Steuerzahler) . Die Speicherung von Windenergie stellt noch
immer eine große technologische Herausforderung dar, die Wissenschaftler und Ingenieure
bis zum heutigen Tage objektiv nicht bewältigen können (fehlende Stromspeicher).
- fehlende Infrastruktur für die Stromweiterleitung, keine dafür notwendige Umspannwerke,
keine entsprechende belastbaren Stromnetze im Mittelspannunsnetz vorhanden, diese
werden müßten dann ggf. wiederum auf Kosten der Steuer- / Stromkunden erst gebaut
werden und das dauert wegen überbordender Umwelt- und Planungsauflagen, Insbesondere
durch die EU, wiederum Jahre !-2-
- Kosten des Rückbaus einer WKA: nach vorsichtigen Schätzungen kostet der Rückbau einer
WKA bei diesen Größenordnungen wohl im siebenstelligen € - Bereich,
- es gibt keine ausreichende Sicherheitenbestellung der Betreiber der WKA für eine
Entsorgung einer WKA, insbesondere nicht im Falle der Insolvenz des Betreibers und des
Verpächters, letzterer ist dann Eigentümer der WKA, wenn der Betreiber nach Ablauf der
geförderten WKA (ca. 20 Jahre) "geplant" in die Insolvenz geht;
Im Speziellen:
Bei der Dübener Heide handelt es sich um das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet
im mitteldeutschen Tiefland.
Die
Dübener Heide wurde von den
Ländern Sachsen und
Sachsen- Anhalt als Naturpark ausgewiesen. Die Waldflächen der Dübener Heide und ein
Windpark in den Waldflächen sind zwei völlig entgegenstehende Dinge und schließen sich für
mich aus. Es ist optisch eine Verschandelung der Natur durch Ansicht und Geräusche.
- große Inanspruchnahme von Waldflächen und insbesondere durch umfangreiche und
befestigte Zuwegungen für Schwertransporte, große betonierte Flächen im Umfeld einer
WKA, bleibende, nicht wieder herstellbare Versiegelung von Waldflächen,
- WKA verantwortlich für massenhaftes Insekten- und Vogelsterben,
insbesondere auch von
geschützten Vogeiarten (Rotmilan u.a.), es widerspricht diametral dem Grundgedanken des
Natur- und Artenschutzes
- hohe Belastungen von sogenannter PFAS im Wildtierbestand und auch den Feldfiächen im
Waldgebiet)
- hohe Lärmbelästigung durch Rotorblätter mit bis zu 60 dB,
- Insolvenz der Pächter / Verpächter:
geht der WKA - Betreiber nach 20 Jahren
gesetzlich garantierter Einspeisungsvergütung, auch bei Stillstand immerhin noch 90 %
subventioniert
mit der Betreiberfirma (ggf. geplant) in Insolvenz, bleibt der
Grundstückseigentümer auf der „Schrottanlage“ sitzen, dieser geht dann auch in Insolvenz
bzw. das Grundstück in das Zwangsversteigerungsverfahren, dann haftet letztlich auch nach
Ausfall des Verpächters / Grundstückes - das Land Sachsen - Anhalt - und damit wiederum
der Steuerzahler und Stromkunden
- Infraschall - große Reichweite bis zu 50 km, für den Mensch zwar nicht hörbar, aber
dennoch negative Auswirkung auf alle Organismen und ist damit gesundheitsschädlich
Zum Inhalt des Raumordnungsplanes:
Es stellt sich die Frage, warum bei den schädlichen Auswirkungen (s. auch im Speziellen")
überhaupt Waldgebiete als "Vorranggebiete" in Betracht genommen werden. Es gibt dafür
bisher
keine
nachvollziehbare,
rationale
Begründung
seitens
der
Regionalen
Planungsgemeinschaft.
Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, intakte Waldflächen für WKA zu roden und damit zu
um dann irgendwo irgendwelche Ersatzpflanzungen (keinen neuen Wald)
zerstören,
vornehmen zu wollen. Allein das Baumwachstum dauert Jahrzehnte / Jahrhunderte.
Zur Erstellung des Umweltbericht:
Es ist folgendes zu vermuten: Die Planungsgemeinschaft hat dem eigenen Sekretariat
vorgegeben, einen Umweltbericht auf Grundlage veralteter, teils wohl willkürlicher
Computerdaten, zu erstellen, die keiner aktuellen, objektiven
und belastbaren Überprüfung
vor Ort standhalten werden. Eine solche fand selbst laut der RPG auch bisher nicht statt. Auf
diesen, selbst in Auftrag gegebenen "Umweltbericht" stützt dann die Planungsgemeinschaft-3-
die Ausweisung von "geprüften" Vorranggebieten.
"Da wird der Bock zum Gärtner gemacht!"
Fazit:
Dieser "Umweltbericht" wurde wohl so für die spätere Entscheidung passend erstellt, nach
dem Motto: "Wie bestellt, so geliefert". Daher ist dieser "Umweltbericht" als Grundlage von
solch weitreichenden Entscheidungen völlig ungeeignet und abzulehnen.
Weiter ist eher folgendes zu vermuten und wahrscheinlich:
Die Forstbetriebsgemeinschaft (eine Vielzahl von Waldflächenbesi tzern im Bereich Schmerz,
Gröbern) ist an die RWE AG herangetreten, um ihren Waldbesitz der RWE als Gebiet für
Windkraftanlagen zur Pacht anzubieten. Dies hat den Vorteil gegenüber landwirtschaftlichen
Flächen, dass hier mit wenigen Personen verhandelt werden muß und nicht mit ggf. vielen
Eigentümern landwirtschaftlicher Kleinflächen. Es sind daher rein pragmatische Gründe zur
größtmöglichsten Profiterzielung sowohl für die WKA - Betreiber und die Verpächter. Damit
wird auch klar, warum die Waideigentümer so sehr daran interessiert sind, dort
gewinnbringende WKA errichten zu lassen. Pachteinnahmen im monatlichen hohen 4 -
stelligen Bereich lassen jede andere Verwertung von Waldflächen unprofitabel werden. Und
nur deshalb wird eine Nutzung von WKA in Wäldern unter allen Umständen, gegen jegliche
Vernunft und gegen jeden Widerstand, favorisiert.
Noch ein Einwand:
Dr. med. Stephan Kaula hat in einem sehr guten Artikel in der "Epoch times" folgendes
festgestellt:
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (kurz EEG) ist das grundlegende Gesetz für die
Energiewende in Deutschiand. Seit seiner Einführung im Jahr 2000 sorgt es maßgeblich
dafür, dass sich der Anteil der „erneuerbaren“ Energien stetig erhöht. Bundesweit werden
dazu etliche Photovoltaikanlagen (PV) und Windkraftanlagen errichtet.
§ 1 Absatz 1 beschreibt direkt, was die Bundesregierung mit dem EEG erreichen will:
Der zweite Absatz schreibt vor, dass die Stromerzeugung aus „Erneuerbaren" bis zum Jahr
2030 auf mindestens 80 Prozent angestiegen sein soll. Im ersten Halbjahr iag dieser Anteil
rein rechnerisch bei gut 54 Prozent des Stromverbrauchs. Im Vergleich zu den 57 Prozent im
Vorjahreszeitraum war dies ein überraschender Rückgang trotz anhaltenden Zubaus.
Spannend wird es allerdings beim dritten Absatz. Dieser lautet:
Der für die Erreichung des Ziels nach Absatz 2 erforderliche Ausbau der erneuerbaren
Energien soll stetig, kosteneffizient, umweltverträglich und netzverträglich erfolgen.
Einige Fachleute geben zu bedenken, dass diese bei der Energiewende in ihrer jetzigen Form
selbst gesetzgeberisch vorgegebenen Voraussetzungen nicht eingehalten würden. Ein
Kritiker ist der Fachmann Stephan Kaula, der sich in den vergangenen Jahren intensiv mit
den „erneuerbaren" Energien beschäftigt hat. Er sagte:
„Ziel dieses Gesetzes ist insbesondere im interesse des Klima- und Umweltschutzes die
Transformation zu einer nachhaltigen und treibhausgasneutralen Stromversorgung, die
vollständig auf erneuerbaren Energien beruht. “ „Der für die Erreichung des Ziels nach Absatz
2 erforderliche Ausbau der erneuerbaren Energien soll stetig, kosteneffizient,
umweltverträglich und netzverträglich erfolgen. “-4-
Laut den Daten würde bereits bei rund 60 Prozent der Anteil
an Überschussproduktion so
stark zunehmen, dass die gleichzeitig im Gesetz geforderte Kosteneffizienz und
Netzverträglichkeit nicht mehr gewährleistet seien. Kaula fügte hinzu: „Damit entsteht ein
grober innerer Widerspruch im EEG.“
Die Milliardenkosten stellen Kosteneffizienz infrage !!!!
ins Gewicht; „Der größte
Widerspruch ist die zunehmend fehlende Kosteneffizienz.“ Er kritisierte vor allem öfters
auftretende Szenarien, in denen die Verwertung des erzeugten Stroms nicht mehr
gewährleistet ist. In den vergangenen vier Jahren hat der Bund die Betreiber von
„erneuerbaren“ Anlagen mit Ausgleichszahlungen für nicht eingespeisten Strom in Höhe von
knapp 2 Milliarden Euro entschädigt.
Aus der Sicht von
Kaula falle
besonders die Finanzierbarkeit
„An Absatz 3 ist erkennbar, dass der Gesetzgeber wohl naiv davon ausging, allein durch
stetigen Ausbau von Windkraft und Photovoltaik bis 2030 einen Anteil von 80 Prozent
erneuerbarer Energien zu erreichen.“
Solange der Netzausbau und die Speicherfrage nicht gelöst sind, ist die Genehmigung jedes
netzverträglich und dient daher in
dem Umfang auch nicht dem Erreichen des Klimaziels.“ Der Netzausbau hängt um rund
sieben Jahre hinterher und der Ausbau von Batterieparks steht mit einer installierten
Kapazität von derzeit 21,7 Gigawattstunden noch am Anfang. Doch mit dem Zubau ergeben
weiteren Windrades nicht kosteneffizient und auch nicht
sich weitere Probleme.
umweltverträglich oder umweltschädlich ?
Der Ausbau der Windkraft ist ein Werkzeug, um das Ziel der Treibhausgasneutralität in
Deutschland zu erreichen. Doch Kaula ermittelte, dass selbst eine Vervierfachung der
Windkraft In Deutschland nicht annähernd das Ziel der Treibhausgasneutralität erreichen
könne.
„Je stärker Windkraft- und PV-Anlagen ausgebaut werden, desto größer werden
Systemkosten, Redispatch-Aufwand und Umwettkonflikte". Aus diesen Gründen hält Kaula
das EEG für „klar verfassungswidrig“. Er fügte hinzu; „Dieser fortlaufende Gesetzesbruch von
Paragraf 1 Absatz 3 durch die Behörden bleibt ungeahndet und wird einfach nicht gesehen."
Dieser Auffassung schließe ich mich an.
Aus all den genannten Gründen lehne ich die Planungen für ein Vorranggebiet für
einen Windpark im Bereich Schmerz / Gröbern, Vorranggebiet 35, ab.
Michael Kuhn

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001285_001 ID Stellungnehmer: 1001504
Umweltbericht
Inhalt

Bedenken zum Umweltbericht
Es ist folgendes zu vermuten: Die Planungsgemeinschaft hat dem eigenen Sekretariat vorgegeben, einen Umweltbericht auf Grundlage veralteter, teils wohl willkürlicher Computerdaten, zu erstellen, die keiner aktuellen, objektiven und belastbaren Überprüfung vor Ort standhalten werden. Eine solche fand selbst laut der RPG auch bisher nicht statt. Auf diesen, selbst in Auftrag gegebenen "Umweltbericht" stützt dann die Planungsgemeinschaft die Ausweisung von "geprüften" Vorranggebieten. "Da wird der Bock zum Gärtner gemacht!"
Fazit: Dieser "Umweltbericht" wurde wohl so für die spätere Entscheidung passend erstellt, nach dem Motto: "Wie bestellt, so geliefert". Daher ist dieser "Umweltbericht" als Grundlage von solch weitreichenden Entscheidungen völlig ungeeignet und abzulehnen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg nutzt für die Erstellung ihrer Planwerke überwiegend Daten, die durch die zuständigen Fachbehörden zur Verfügung gestellt werden. Für eigene Erhebungen von Fachdaten besteht keine Ermächtigungsgrundlage. Validierte naturschutzfachliche Art- und Gebietsdaten werden durch das Landesamt für Umweltschutz des Landes Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt und werden von der RPG A-B-W regelmäßig abgefragt, um den mittel- bis langfristigen Planungen (Regionalplänen) möglichst aktuelle Daten zu Grunde zu legen. 

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen der Bauleitplanung bzw. des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens. In diesem Zuge sind eventuelle Beeinträchtigungen von u.a. Vögeln hinreichend zu prüfen und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung und Kompensation dieser zu beauflagen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001285_002 ID Stellungnehmer: 1001504
Planungskonzeption
Inhalt

Bedenken gegen Windkraftanlagen

- WKA (Windkraftanlagen) sind energetisch nicht grundlastfähig und produzieren nur sog. Flatterstrom,
- jede weitere WKA erhöht auf Grund des EEG nur weiter die Stromkosten, auch tausende weiterhin zu errichtende WKA erzeugen bei Flaute keinen Strom, nehmen sich "gegenseitig den Wind weg",
-solange dieses EEG- Gesetz bestehen bleibt (Staatssubventionierung auf Kosten der Steuerzahler) verdient nur eine Minderheit daran gewaltig (Projektierer; Windkraftanlagenbauer; Banken, die großen Energieriesen (wie RWE; EON; EnBW etc. und eben auch Waldflächenverpächter),
- die verheerenden Folgen haben aber zig- Tausende Menschen im Umfeld der WKA's zu erleiden, an Ihrer Gesundheit, dem körperlichen Wohlbefinden, einer zerstörten natürlichen Umwelt etc.)
- aktuell muss Windenergie sofort in transportfähigen, elektrischen Strom umgewandelt werden, damit dieser verbraucht werden kann. Wird die Energie nicht verwendet, verpufft sie oder wird mit Minuspreisen an der Strombörse in Ausland verscherbelt (wiederum zum Nachteil der Stromkunden und Steuerzahler). Die Speicherung von Windenergie stellt noch immer eine große technologische Herausforderung dar, die Wissenschaftler und Ingenieure bis zum heutigen Tage objektiv nicht bewältigen können (fehlende Stromspeicher).
- fehlende Infrastruktur für die Stromweiterleitung, keine dafür notwendige Umspannwerke, keine entsprechende belastbaren Stromnetze im Mittelspannunsnetz vorhanden, diese werden müßten dann ggf. wiederum auf Kosten der Steuer- / Stromkunden erst gebaut werden und das dauert wegen überbordender Umwelt- und Planungsauflagen, Insbesondere durch die EU, wiederum Jahre!
- Kosten des Rückbaus einer WKA: nach vorsichtigen Schätzungen kostet der Rückbau einer WKA bei diesen Größenordnungen wohl im siebenstelligen € - Bereich, - es gibt keine ausreichende Sicherheitenbestellung der Betreiber der WKA für eine Entsorgung einer WKA, insbesondere nicht im Falle der Insolvenz des Betreibers und des Verpächters, letzterer ist dann Eigentümer der WKA, wenn der Betreiber nach Ablauf der geförderten WKA (ca. 20 Jahre) "geplant" in die Insolvenz geht;

Weiter ist eher folgendes zu vermuten und wahrscheinlich:
Die Forstbetriebsgemeinschaft (eine Vielzahl von Waldflächenbesitzern im Bereich Schmerz, Gröbern) ist an die RWE AG herangetreten, um ihren Waldbesitz der RWE als Gebiet für Windkraftanlagen zur Pacht anzubieten. Dies hat den Vorteil gegenüber landwirtschaftlichen Flächen, dass hier mit wenigen Personen verhandelt werden muß und nicht mit ggf. vielen Eigentümern landwirtschaftlicher Kleinflächen. Es sind daher rein pragmatische Gründe zur größtmöglichsten Profiterzielung sowohl für die WKA - Betreiber und die Verpächter. Damit wird auch klar, warum die Waldeigentümer so sehr daran interessiert sind, dort gewinnbringende WKA errichten zu lassen. Pachteinnahmen im monatlichen hohen 4 -stelligen Bereich lassen jede andere Verwertung von Waldflächen unprofitabel werden. Und nur deshalb wird eine Nutzung von WKA in Wäldern unter allen Umständen, gegen jegliche Vernunft und gegen jeden Widerstand, favorisiert.

Noch ein Einwand: Dr. med. Stephan Kaula hat in einem sehr guten Artikel in der "Epoch times" folgendes festgestellt:
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (kurz EEG) ist das grundlegende Gesetz für die Energiewende in Deutschland. Seit seiner Einführung im Jahr 2000 sorgt es maßgeblich dafür, dass sich der Anteil der „erneuerbaren“ Energien stetig erhöht. Bundesweit werden dazu etliche Photovoltaikanlagen (PV) und Windkraftanlagen errichtet.
§ 1 Absatz 1 beschreibt direkt, was die Bundesregierung mit dem EEG erreichen will:
Der zweite Absatz schreibt vor, dass die Stromerzeugung aus „Erneuerbaren" bis zum Jahr 2030 auf mindestens 80 Prozent angestiegen sein soll. Im ersten Halbjahr lag dieser Anteil rein rechnerisch bei gut 54 Prozent des Stromverbrauchs. Im Vergleich zu den 57 Prozent im Vorjahreszeitraum war dies ein überraschender Rückgang trotz anhaltenden Zubaus. Spannend wird es allerdings beim dritten Absatz. Dieser lautet: Der für die Erreichung des Ziels nach Absatz 2 erforderliche Ausbau der erneuerbaren Energien soll stetig, kosteneffizient, umweltverträglich und netzverträglich erfolgen. Einige Fachleute geben zu bedenken, dass diese bei der Energiewende in ihrer jetzigen Form selbst gesetzgeberisch vorgegebenen Voraussetzungen nicht eingehalten würden. Ein Kritiker ist der Fachmann Stephan Kaula, der sich in den vergangenen Jahren intensiv mit den „erneuerbaren" Energien beschäftigt hat. Er sagte: „Ziel dieses Gesetzes ist insbesondere im Interesse des Klima- und Umweltschutzes die Transformation zu einer nachhaltigen und treibhausgasneutralen Stromversorgung, die vollständig auf erneuerbaren Energien beruht. “ „Der für die Erreichung des Ziels nach Absatz 2 erforderliche Ausbau der erneuerbaren Energien soll stetig, kosteneffizient, umweltverträglich und netzverträglich erfolgen.“ Laut den Daten würde bereits bei rund 60 Prozent der Anteil an Überschussproduktion so stark zunehmen, dass die gleichzeitig im Gesetz geforderte Kosteneffizienz und Netzverträglichkeit nicht mehr gewährleistet seien. Kaula fügte hinzu: „Damit entsteht ein grober innerer Widerspruch im EEG.“
Die Milliardenkosten stellen Kosteneffizienz infrage !!!!
Aus der Sicht von Kaula falle besonders die Finanzierbarkeit ins Gewicht; „Der größte Widerspruch ist die zunehmend fehlende Kosteneffizienz.“ Er kritisierte vor allem öfters auftretende Szenarien, in denen die Verwertung des erzeugten Stroms nicht mehr gewährleistet ist. In den vergangenen vier Jahren hat der Bund die Betreiber von „erneuerbaren“ Anlagen mit Ausgleichszahlungen für nicht eingespeisten Strom in Höhe von knapp 2 Milliarden Euro entschädigt. 
„An Absatz 3 ist erkennbar, dass der Gesetzgeber wohl naiv davon ausging, allein durch stetigen Ausbau von Windkraft und Photovoltaik bis 2030 einen Anteil von 80 Prozent erneuerbarer Energien zu erreichen.“
Solange der Netzausbau und die Speicherfrage nicht gelöst sind, ist die Genehmigung jedes weiteren Windrades nicht kosteneffizient und auch nicht netzverträglich und dient daher in dem Umfang auch nicht dem Erreichen des Klimaziels.“ Der Netzausbau hängt um rund sieben Jahre hinterher und der Ausbau von Batterieparks steht mit einer installierten Kapazität von derzeit 21,7 Gigawattstunden noch am Anfang. Doch mit dem Zubau ergeben sich weitere Probleme.

umweltverträglich oder umweltschädlich ?
Der Ausbau der Windkraft ist ein Werkzeug, um das Ziel der Treibhausgasneutralität in Deutschland zu erreichen. Doch Kaula ermittelte, dass selbst eine Vervierfachung der Windkraft In Deutschland nicht annähernd das Ziel der Treibhausgasneutralität erreichen könne.
„Je stärker Windkraft- und PV-Anlagen ausgebaut werden, desto größer werden Systemkosten, Redispatch-Aufwand und Umweltkonflikte". Aus diesen Gründen hält Kaula das EEG für „klar verfassungswidrig“. Er fügte hinzu; „Dieser fortlaufende G esetzesbruch von Paragraf 1 Absatz 3 durch die Behörden bleibt ungeahndet und wird einfach nicht gesehen."Dieser Auffassung schließe ich mich an.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung und der Bundesgesetzgebung zu erneuerbaren Energien sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung, des Betriebes und Rückbaus von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge, Artenschutz, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001285_003 ID Stellungnehmer: 1001504
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Ablehnung des Vorranggebietes im Bereich Schmerz/Gröbern

Bei der Dübener Heide handelt es sich um das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet im mitteldeutschen Tiefland. Die Dübener Heide wurde von den Ländern Sachsen und Sachsen- Anhalt als Naturpark ausgewiesen. Die Waldflächen der Dübener Heide und ein Windpark in den Waldflächen sind zwei völlig entgegenstehende Dinge und schließen sich für mich aus. Es ist optisch eine Verschandelung der Natur durch Ansicht und Geräusche.
- große Inanspruchnahme von Waldflächen und insbesondere durch umfangreiche und befestigte Zuwegungen für Schwertransporte, große betonierte Flächen im Umfeld einer WKA, bleibende, nicht wieder herstellbare Versiegelung von Waldflächen,
- WKA verantwortlich für massenhaftes Insekten- und Vogelsterben, insbesondere auch von geschützten Vogelarten (Rotmilan u.a.), es widerspricht diametral dem Grundgedanken des Natur- und Artenschutzes
- hohe Belastungen von sogenannter PFAS im Wildtierbestand und auch den Feldflächen im Waldgebiet)
- hohe Lärmbelästigung durch Rotorblätter mit bis zu 60 dB,
- Insolvenz der Pächter / Verpächter:
geht der WKA - Betreiber nach 20 Jahren gesetzlich garantierter Einspeisungsvergütung, auch bei Stillstand immerhin noch 90 % subventioniert, mit der Betreiberfirma (ggf. geplant) in Insolvenz, bleibt der Grundstückseigentümer auf der „Schrottanlage“ sitzen, dieser geht dann auch in Insolvenz bzw. das Grundstück in das Zwangsversteigerungsverfahren, dann haftet letztlich auch nach Ausfall des Verpächters / Grundstückes - das Land Sachsen - Anhalt - und damit wiederum der Steuerzahler und Stromkunden
- Infraschall - große Reichweite bis zu 50 km, für den Mensch zwar nicht hörbar, aber dennoch negative Auswirkung auf alle Organismen und ist damit gesundheitsschädlich
Zum Inhalt des Raumordnungsplanes:
Es stellt sich die Frage, warum bei den schädlichen Auswirkungen (s. auch im Speziellen") überhaupt Waldgebiete als "Vorranggebiete" in Betracht genommen werden. Es gibt dafür bisher keine nachvollziehbare, rationale Begründung seitens der Regionalen Planungsgemeinschaft.
Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, intakte Waldflächen für WKA zu roden und damit zu um dann irgendwo irgendwelche Ersatzpflanzungen (keinen neuen Wald) zerstören, vornehmen zu wollen. Allein das Baumwachstum dauert Jahrzehnte / Jahrhunderte.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Verordnung des Naturparks schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Naturparke bestehen überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten. Sie dienen u.a. der Entwicklung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft. In ihnen ist eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung fördert. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. In Naturparks sind über die Landschafts- und Naturschutzgebiete hinaus weitere Flächen einbezogen, die unter Berücksichtigung der rechtlichen und planerischen Restriktionen für die Windenergienutzung in Frage kommen.

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung der Gemeinde Muldestausee, welche auf ihrem Gemeindegebiet die Ausweisung eines Sondergebietes für die Nutzung der Windenergie plant. 

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht.
Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21)

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung (Abrieb von Rotoren) sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001285_004 ID Stellungnehmer: 1001504
Planungskonzeption
Inhalt

Es stellt sich die Frage, warum bei den schädlichen Auswirkungen überhaupt Waldgebiete als "Vorranggebiete" in Betracht genommen werden. Es gibt dafür bisher keine nachvollziehbare, rationale Begründung seitens der Regionalen Planungsgemeinschaft.
Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, intakte Waldflächen für WKA zu roden und damit zu zerstören, um dann irgendwo irgendwelche Ersatzpflanzungen (keinen neuen Wald), vornehmen zu wollen. Allein das Baumwachstum dauert Jahrzehnte / Jahrhunderte.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist.

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Vorranggebieten für Forstwirtschaft und in Vorranggebieten für Wassergewinnung in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001287 ID Stellungnehmer: 1001505
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Bedenken / Widerspruch zum Vorranggebiet Windpark Schmerz / Gröbem,

Bei der Dübener Heide handelt es sich um das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet im mitteldeutschen Tiefland. Die Dübener Heide wurde von den Ländern Sachsen und Sachsen- Anhalt als Naturpark ausgewiesen. Die Waldflächen der Dübener Heide und ein Windpark in den Waldflächen sind zwei völlig entgegenstehende Dinge und schließen sich für mich aus. Es ist optisch eine Verschandelung der Natur durch Ansicht und Geräusche.
- große Inanspruchnahme von Waldflächen und insbesondere durch umfangreiche und befestigte Zuwegungen für Schwertransporte, große betonierte Flächen im Umfeld einer WKA, bleibende, nicht wieder herstellbare Versiegelung von Waldflächen, 
- WKA verantwortlich für massenhaftes Insekten- und Vogelsterben, insbesondere auch von geschützten Vogelarten (z.B. Rotmilan), es widerspricht diametral dem Grundgedanken des Natur- und Artenschutzes
- hohe Belastungen von sogenannter PFAS im Wildtierbestand und auch den Feldflächen im Waldgebiet
- hohe Lärmbelästigung durch Rotorblätter mit bis zu 60 dB,
- Infraschall - große Reichweite bis zu 50 km, für den Mensch zwar nicht hörbar, aber dennoch negative Auswirkung auf alle Organismen und ist damit gesundheitsschädlich

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Verordnung des Naturparks schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Naturparke bestehen überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten. Sie dienen u.a. der Entwicklung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft. In ihnen ist eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung fördert. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. In Naturparks sind über die Landschafts- und Naturschutzgebiete hinaus weitere Flächen einbezogen, die unter Berücksichtigung der rechtlichen und planerischen Restriktionen für die Windenergienutzung in Frage kommen.

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung der Gemeinde Muldestausee, welche auf ihrem Gemeindegebiet die Ausweisung eines Sondergebietes für die Nutzung der Windenergie plant. 

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht.
Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des  Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21)

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung (Abrieb von Rotoren) sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001291 ID Stellungnehmer: 1001507
Planungskonzeption
Inhalt

Gemäß den §§ 2 bis 8 der Verordnung über die Anerkennung von Kur- und Erholungsorten (KurortVO) in der aktuellen Fassung vom 05.09.2023 haben Kur- und Erholungsorte einen dem Kurbetrieb entsprechenden bzw. zur Erholung geeigneten Ortscharakter und eine landschaftlich bevorzugte Lage vorzuweisen.
Zur Vermeidung eventuell auftretender Konflikte erfolgt der Hinweis, auf die Wahrung der besonderen Ortscharakter – insbesondere bei Heilbädern wie Bad Schmiedeberg – zu achten und diese bei der Festlegung der Freihaltungsbereiche durch eine Erweiterung der Pufferzone um Kur- und Erholungsorte herum zu berücksichtigen.
Eine Auflistung der derzeit prädikatisierten Orte kann online auf der Website des Landesverwaltungsamtes unter www.lvwa.sachsen-anhalt.de > Wirtschaft, Bauwesen + Verkehr > Wirtschaft – Kur- und Erholungsorte eingesehen werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihalts der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen. 

Die Belange des Lärmschutzes finden im Vorhabenzulassungsverfahren Berücksichtigung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001293 ID Stellungnehmer: 1001509
Umweltbericht
Inhalt

Bedenken zum Umweltbericht Anhang 1 S. 13 3i Coswig Nord:

nahegelegenes Brutgebiet des Rotmilans und sein Jagdgebiet. Es sind keine Artenschutzmaßnahmen bekannt, die einen Rotmilan daran hindern könnten, in eine Windenergieanlage hinein zu fliegen. Da Einstufung "gering" mit solchen Maßnahmen begründet wird, wird das für sachlich falsch gehalten.

Das betrifft alle Vorranggebiete, in denen Rotmilane nachgewiesen sind. z.B. S. 54 und 74 u.w. Dementsprechend solle dann in der Einschätzung der "voraussichtlichen erheblichen Umweltauswirkungen" nicht "gering" stehen.

S. 110 Straach 3k

Hier sind 4 Fledermausarten im 300 m Umkreis nachgewiesen, aber sie werden als "im VRG nicht vorhanden" angeführt. Beim natürlichen Bewegungsradius dieser Tiere ist das absurd. Es muss heißen: "im VRG vorhanden".

Anhang 1 generell Punkt 3o

Fledermäusen platzen durch den Unterdruck im Bereich der Anlagen die Lungen und sie sterben in großer Anzahl durch die Rotorblätter. Die Formulierung "windkraftsensible Fledermausarten" ist grob irreführend. Die Tiere reagieren nicht sensibel auf die Anlagen, sondern die Anlagen sind für sie tödlich. Das ist ein himmelweiter Unterschied.

generell Punkt 3a

Hier wir davon ausgegangen, dass 1 km Abstand zu Vogelschutzgebieten ausreichend ist.

Besonders drastisch kommt dies im VRG Zerbst Flugplatz zum Ausdruck, in Punkt 3b, FFH unter einem km, hier ist die Beeinträchtigung eher als hoch einzustufen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu Punkt 3i: Die Einschätzung der voraussichtlich erheblichen Umweltauswirkungen wird in Coswig Nord auf hoch geändert. Es liegt ein redaktionelles Versehen vor.

Fachlich anerkannte Schutzmaßnahmen zur Vermeidung der Tötung oder Verletzung von Exemplaren europäischer Vogelarten durch Windenergieanlagen sind im BNatSchG Abschnitt 2 festgelegt. Für Rotmilane werden z.B. Antikollisionssysteme, Abschaltungen bei landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsereignissen, Senkung der Attraktivität von Habitaten im Mastfußbereich benannt. 

Die in Anlehnung an eine Habitatpotenzialanalyse durchgeführte Ermittlung der Betroffenheiten von Rotmilanen ergab, dass für die Rotmilane in den bereits bestehenden Windparks trotz der Lage im Nahbereich der Horststandorte kein signifikantes Tötungsrisiko besteht.

zu Punkt 3a und Zerbst Flugplatz 3b: Die Fachbehörden haben den Bewertungsmaßstab nicht beanstandet.

zu Punkt 3o: Windkraftsensible Fledermausarten sind kollisionsgefährdete Arten gem. Leitfaden "Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt" Anlage 4, die überwiegend im freien Luftraum jagen und/oder großräumige Wanderungen mit Entfernungen von mehreren hundert Kilometern vornehmen.

Straach 3k: Die Angaben beziehen sich auf vorhandene Reproduktionsstandorte und Winterquartiere. Diese sind innerhalb des Vorranggebietes nicht vorhanden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001309 ID Stellungnehmer: 1001577
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Betroffenheit.

Hinweise:
Für die Deponien der Klassen 0 und I ist die untere Abfallbehörde des Landkreises zuständig (§ 32 AbfG LSA).
Für die Belange des Bodenschutzes ist die untere Bodenschutzbehörde des Landkreises zuständig (§ 18 Abs. 1 BodSchAG LSA).

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001310 ID Stellungnehmer: 1001579
Planungskonzeption
Inhalt

Aus den Bereichen Bergbau und Geologie kann Ihnen Folgendes mitgeteilt werden:

Bergbau:

Die nachfolgend benannten Kiessandlagerstätten wurden von der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wolfen in ihrem derzeit gültigen Regionalen Entwicklungsplan für die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg vom 27.04.2019 gemäß Kapitel 4.4.2.3 als Vorranggebiet für die Rohstoffgewinnung festgelegt. Bis auf den Kiessandtagebau Hinsdorf verfügen alle genannten Vorhaben über einen rechtsgültigen Planfeststellungsbeschluss. Im Fall Hinsdorf wurde das im LAGB anhängige bergrechtliche Planfeststellungsverfahren auf Antrag der Trägerin des Vorhabens zurückgestellt/ unterbrochen. Die Gewinnung erfolgt dort auf Grundlage zugelassener Hauptbetriebspläne.

Kiessandtagebau Riesdorf-Gnetsch
Südlich des planfestgestellten Kiessandtagebaus Riesdorf-Gnetsch befindet sich in direktem Umfeld das geplante Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie VI – Gölzau Ost. Inhaberin der Bergbauberechtigungen Riesdorf und Riesdorf-West und Betreiberin des Kiessandtagebaus ist die Mitteldeutsche Baustoffe GmbH mit Sitz in 06193 Petersberg OT Sennewitz, Köthener Straße 13.

Kiessandtagebau Hinsdorf
Unmittelbar südlich der Bergbauberechtigung Hinsdorf befindet sich das geplante Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie IX – Hinsdorf. Inhaberin der Bergbauberechtigung ist die GILDE GmbH mit Sitz in 39288 Burg, Parchauer Chaussee 2.

Kiessandtagebau Rackith
Unmittelbar südlich und westlich des planfestgestellten Kiessandtagebaus Rackith befindet sich das geplante Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie X – Kemberg/Dorna. Inhaber der Bergbauberechtigung ist Herr Torsten Fenger. Betreiberin des Kiessandtagebaus ist die Fenger Beton und Kies GmbH & Co. KG mit Sitz in 06901 Kemberg, Neue Straße 12a.

Kiessandtagebau Löberitz
Unmittelbar südlich des planfestgestellten Kiessandtagebaus Löberitz sowie östlich des Vorhabens und der Autobahn befindet sich das geplante Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie XIV – Löberitz/Reuden. Betreiberin des Kiessandtagebaus und Inhaberin der erforderlichen Bergbauberechtigungen ist die Mitteldeutsche Baustoffe GmbH mit Sitz in 06193 Petersberg OT Sennewitz, Köthener Straße 13.

Kiessandtagebau Reuden-West/Südwest
Unmittelbar südlich/südwestlich des planfestgestellten Kiessandtagebaus Reuden-West/ Südwest befindet sich das geplante Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie XIV – Löberitz/Reuden.
Betreiberin des Kiessandtagebaus und Inhaberin der erforderlichen Bergbauberechtigungen ist die oeko Baustoffe GmbH Sandersdorf mit Sitz in 06792 Sandersdorf-Brehna, Kieswerkstraße 1.

Kiessandtagebau Wörbzig
Unmittelbar östlich des planfestgestellten Kiessandtagebaus Wörbzig befindet sich das geplanteSeite 3/6 Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie XXVIII – Wörbzig. Betreiberin des Kiessandtage-
baus und Inhaberin der erforderlichen Bergbauberechtigung ist die Mitteldeutsche Baustoffe GmbH Sandersdorf mit Sitz in 06193 Petersberg OT Sennewitz, Köthener Straße 13.

Hinweise
Im Hinblick auf eine optimale Ausnutzung der Lagerstätten und unter Berücksichtigung ihrer Standortgebundenheit und des Lagerstättenschutzes bei sparsamem und schonendem Umgang mit Grund und Boden im Sinne von § 1 Nr. 1 BBergG, § 1 Abs. 3 Nr. 1 BNatSchG und § 1 Abs. 1 BodSchAG LSA i.V.m. BBodSchG ist eine vollständige Auskiesung der aufgeschlossenen Lagerstätten anzustreben. Insofern ist auch die zukünftige Rohstoffgewinnung und damit nach Möglichkeit die vollständige Ausnutzung der vorgenannten Lagerstätten anzustreben. Daher wird um die Berücksichtigung der planfestgestellten Vorhaben als aufgeschlossene Rohstofflagerstätten gebeten.
Eine Beeinträchtigung oder Gefährdung der planfestgestellten bergrechtlichen Gewinnungsvorhaben durch die Errichtung und den Betrieb der Windenergieanlage ist jederzeit vollständig auszuschließen. Aufgrund der räumlichen Nähe der Windenergievorhaben zu den Lagerstätten ist zur Gewährleistung der Sicherheit der bergbaulichen Abbauvorhaben ein ausreichend groß dimensionierter Sicherheitsabstand zwischen den Windenergieanlagen und den bergbaulichen Gewinnungsvorhaben einzuhalten. Auch dürfen die Windenergieanlagen der zukünftigen Vorhabenentwicklung nicht entgegenstehen. Die erforderliche Standsicherheit der Tagebauböschungen der benachbarten Rohstoffgewinnungsvorhaben ist dabei jederzeit zu gewährleisten. Insoweit dürfen sich erforderliche Sicherheitsabstände für die Standsicherheit der Windenergieanlagen nicht mit den vorhandenen Bergbauberechtigungen überschneiden. Negative Beeinträchtigungen der aufgeführten Lagerstätten und der planfestgestellten bergbaulichen Vorhabenflächen sind insbesondere auch im Hinblick auf deren zukünftige Entwicklung im Rahmen der Aufstellung des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ auszuschließen.
Hinsichtlich der Berücksichtigung der konkreten Planungen der zukünftigen Entwicklungen der Tagebaue wird eine Beteiligung und Abstimmung mit den jeweiligen Inhaberinnen der Bergbauberechtigungen bzw. der Betreiberinnen der Kiessandtagebaue empfohlen.

Lagerstätten und Rohstoffe:
Gegen die Planungen bestehen wegen der VR Wind Zörbig Süd/ Glebitzsch (XXXI) und Thurland (XXIV) Einwände. Beide VR Wind weisen erhebliche Überschneidungen mit Reservelagerstätten
auf. Das VR Wind Zörbig Süd/ Glebitzsch (XXXI) überschneidet sich mit der Reservelagerstätte Zörbig-Südost um bis zu 30% (52 ha; Abb. 1). Es handelt sich hierbei um eine gut erkundete Kiessandlagerstätte mit geologischen Reserven von 42 Mio. t. Dieses Vorkommen dient der langfristigen Rohstoffversorgung. Es wird empfohlen, das VR Wind Zörbig Süd/ Glebitzsch den Konturen der Lagerstätte anzupassen.
Abb.1: Reservelagerstätte Zörbig-Südost (orangene Kontur). Rosa Kontur (VR Wind Zörbig Süd/ Glebitzsch (XXXI)).

Das VR Wind Thurland (XXIV) überschneidet sich zu 41 % mit der Reservelagerstätte Salzfurtkapelle (Kiessand). Es handelt sich hierbei um eine gut erkundete Kiessandlagerstätte mit geologischen Reserven von mindestens 10 Mio. t. Dieses Vorkommen dient der langfristigen Rohstoffversorgung. Es wird empfohlen, das VR Wind Thurland den Konturen der Lagerstätte anzupassen (Abb.2). Bezüglich dieser Problematik wurde schon mehrfach seitens des LAGB Stellung bezogen. Zuletzt am 20.05.2025 (Az: 32-34290-1430/277/15783/2025). 
Abb.2: Reservelagerstätte Salzfurtkapelle (orangene Kontur). Rosa Kontur (VR Wind Thurland (XXIV).

Die Ausführungen auf Seite 14 der Planungskonzeption unter Kapitel 2.1.4.12 „Mit einem Planfeststellungsbeschluss oder einer Abgrabungsgenehmigung genehmigte oberflächennahe Rohstoffabbauflächen stehen rechtlich einer anderen Nutzung als dem Rohstoffabbau nicht zur Verfügung. Eine Befreiung vom Verbot der Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen ist nicht möglich.“ Seitens der Rohstoffgeologie sind diese Ausführungen zum Schutz von Lagerstätten unzureichend. Vor allem Reservelagerstätten oder Potentialflächen dienen der langfristigen Rohstoffsicherung und verfügen nicht über entsprechende Genehmigungen. Es wird noch einmal eindringlich darauf hingewiesen, dass Lagerstätten ortsgebunden und endlich sind. Eine Überbauung von Lagerstätten gefährdet die langfristige Rohstoffversorgung und die Generationenvorsorge. Vor allem die Errichtung von WEAs auf Lagerstätten/ Reservelagerstätten/ Potentialflächen der oberflächennahen Rohstoffe beeinflusst die Quantität und Qualität der Rohstoffkörper erheblich sowie nachhaltig. Des Weiteren sollte im Rahmen der Möglichkeiten überprüft werden, inwiefern innerhalb des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, in der Einzelfallprüfung, eine temporäre Bebauung von WEAs innerhalb der VR Wind verankert werden könnte. Vor allem bei der Überschneidung von VR Wind mit Lagerstätten.
Bearbeiter: Herr Dr. Wolf (0345-13197-359)

Ingenieurgeologie:
Vom tieferen geologischen Untergrund ausgehende, durch natürliche Subrosionsprozesse bedingte Beeinträchtigungen der Geländeoberfläche (bspw. Erdfälle) sind dem LAGB, entsprechend aktuellem
Kenntnisstand, für die zu betrachtenden Plangebiete der Neuaufstellung des Sachlichen Teilplans "Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" nicht bekannt.
Bearbeiter: Frau Sänger (0345-13197-354)

Hinweis (nur relevant, wenn angekreuzt)
Diese Stellungnahme ist eine kostenpflichtige Amtshandlung, für die nach dem Verwaltungskostengesetz des Landes Sachsen-Anhalt (VwKostG LSA) i. V. m. mit der Allgemeinen Gebührenordnung des Landes Sachsen-Anhalt (AllGO LSA) Kosten erhoben werden. Hierzu ergeht ein gesonderter Bescheid. Diese Stellungnahme wird aufgrund der elektronischen Vorgangsbearbeitung im LAGB ausschließlich in digitaler Form versendet.
 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001310_001 ID Stellungnehmer: 1001579
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXI Zörbig Süd/Glebitzsch
Inhalt

Lagerstätten und Rohstoffe:
Gegen die Planungen bestehen wegen VR Wind Zörbig Süd/ Glebitzsch (XXXI) Einwände. VR Wind weist erhebliche Überschneidungen mit Reservelagerstätte auf. Das VR Wind Zörbig Süd/Glebitzsch (XXXI) überschneidet sich mit der Reservelagerstätte Zörbig-Südost um bis zu 30% (52 ha; Abb. 1). Es handelt sich hierbei um eine gut erkundete Kiessandlagerstätte mit geologischen Reserven von 42 Mio. t. Dieses Vorkommen dient der langfristigen Rohstoffversorgung. Es wird empfohlen, das VR Wind Zörbig Süd/Glebitzsch den Konturen der Lagerstätte anzupassen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Es handelt sich um Kiesreserveflächen ohne Bergbauberechtigung oder -bewilligung bzw. raumordnerische Sicherung für eine langfristige Rohstoffvorsorge. Im REP A-B-W 2018 wurden insgesamt 14 Vorranggebiete für Rohstoffgewinnung (Kiese und Kiessande) festgelegt, die den Bedarf der Planungsregion für die nächsten ca. 100 Jahre decken. Entsprechend der Planungskonzeption wurden Rohstoffgewinnungsflächen mit Planfeststellungsbeschluss oder Abgrabungsgenehmigung von der Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie ausgeschlossen. Die Reserveflächen für Kiesabbau unterliegen daher der Abwägung mit den Belangen der Nutzung der Windenergie, die aufgrund des überragenden öffentlichen Interesses mit erhöhtem Gewicht einzustellen ist. Das Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie Zörbig Süd/Glebitzsch ist bereits im Rahmen des kommunalen Wärmenetzausbaus der Stadt Zörbig Teil der Bauleitplanung. Dazu führte die Regionale Planungsgemeinschaft ein Zielabweichungsverfahren gem. § 245e Abs. 5 BauGB i.d.F.v. 14.07.2023 (BGBl. I Nr. 184) mit positivem Ausgang durch, um der Stadt Zörbig die Aufstellung eines Sondergebietes für Windenergie zu ermöglichen.

Im Vorhabenzulassungsverfahren ist auf die Belange des Rohstoffs Rücksicht zu nehmen, z.B. durch Festlegungen zum kompletten Rückbau von Fundamenten nach Rückbau von Windenergieanlagen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001310_002 ID Stellungnehmer: 1001579
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIV Thurland
Inhalt

Lagerstätten und Rohstoffe:
Gegen die Planungen bestehen wegen VR Wind Thurland (XXIV) Einwände. VR Wind weist erhebliche Überschneidungen mit Reservelagerstätte auf.  Das VR Wind Thurland (XXIV) überschneidet sich zu 41 % mit der Reservelagerstätte Salzfurtkapelle (Kiessand). Es handelt sich hierbei um eine gut erkundete Kiessandlagerstätte mit geologischen Reserven von mindestens 10 Mio. t. Dieses Vorkommen dient der langfristigen Rohstoffversorgung. Es wird empfohlen, das VR Wind Thurland den Konturen der Lagerstätte anzupassen (Abb.2). Bezüglich dieser Problematik wurde schon mehrfach seitens des LAGB Stellung bezogen. Zuletzt am 20.05.2025 (Az: 32-34290-1430/277/15783/2025). 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Es handelt sich um Kiesreserveflächen ohne Bergbauberechtigung oder -bewilligung bzw. raumordnerische Sicherung für eine langfristige Rohstoffvorsorge. Im REP A-B-W 2018 wurden insgesamt 14 Vorranggebiete für Rohstoffgewinnung (Kiese und Kiessande) festgelegt, die den Bedarf der Planungsregion für die nächsten ca. 100 Jahre decken. Entsprechend der Planungskonzeption wurden Rohstoffgewinnungsflächen mit Planfeststellungsbeschluss oder Abgrabungsgenehmigung von der Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie ausgeschlossen. Die Reserveflächen für Kiesabbau unterliegen daher der Abwägung mit den Belangen der Nutzung der Windenergie, die aufgrund des überragenden öffentlichen Interesses mit erhöhtem Gewicht einzustellen ist. Der westliche Teil des Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie Thurland ist bereits im Rahmen des kommunalen Wärmenetzausbaus der Stadt Zörbig Teil der Bauleitplanung. Dazu führte die Regionale Planungsgemeinschaft ein Zielabweichungsverfahren gem. § 245e Abs. 5 BauGB i.d.F.v. 14.07.2023 (BGBl. I Nr. 184) mit positivem Ausgang durch, um der Stadt Zörbig die Aufstellung eines Sondergebietes für Windenergie zu ermöglichen.

Im Vorhabenzulassungsverfahren ist auf die Belange des Rohstoffs Rücksicht zu nehmen, z.B. durch Festlegungen zum kompletten Rückbau von Fundamenten nach Rückbau von Windenergieanlagen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001310_003 ID Stellungnehmer: 1001579
Planungskonzeption
Inhalt

Planungskonzeption Kapitel 2.1.4.12 „Mit einem Planfeststellungsbeschluss oder einer Abgrabungsgenehmigung genehmigte oberflächennahe Rohstoffabbauflächen stehen rechtlich einer anderen Nutzung als dem Rohstoffabbau nicht zur Verfügung. Eine Befreiung vom Verbot der Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen ist nicht möglich.“ Seitens der Rohstoffgeologie sind diese Ausführungen zum Schutz von Lagerstätten unzureichend. Vor allem Reservelagerstätten oder Potentialflächen dienen der langfristigen Rohstoffsicherung und verfügen nicht über entsprechende Genehmigungen. Es wird noch einmal eindringlich darauf hingewiesen, dass Lagerstätten ortsgebunden und endlich sind. Eine Überbauung von Lagerstätten gefährdet die langfristige Rohstoffversorgung und die Generationenvorsorge. Vor allem die Errichtung von WEAs auf Lagerstätten/ Reservelagerstätten/ Potentialflächen der oberflächennahen Rohstoffe beeinflusst die Quantität und Qualität der Rohstoffkörper erheblich sowie nachhaltig. Des Weiteren sollte im Rahmen der Möglichkeiten überprüft werden, inwiefern innerhalb des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, in der Einzelfallprüfung, eine temporäre Bebauung von WEAs innerhalb der VR Wind verankert werden könnte. Vor allem bei der Überschneidung von VR Wind mit Lagerstätten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Es handelt sich um Kiesreserveflächen ohne Bergbauberechtigung oder -bewilligung bzw. raumordnerische Sicherung für eine langfristige Rohstoffvorsorge. Im REP A-B-W 2018 wurden insgesamt 14 Vorranggebiete für Rohstoffgewinnung (Kiese und Kiessande) festgelegt, die den Bedarf der Planungsregion für die nächsten ca. 100 Jahre decken. Entsprechend der Planungskonzeption wurden Rohstoffgewinnungsflächen mit Planfeststellungsbeschluss oder Abgrabungsgenehmigung von der Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie ausgeschlossen. Die Reserveflächen für Kiesabbau unterliegen daher der Abwägung mit den Belangen der Nutzung der Windenergie, die aufgrund des überragenden öffentlichen Interesses mit erhöhtem Gewicht einzustellen ist. 

Im Vorhabenzulassungsverfahren ist auf die Belange des Rohstoffs Rücksicht zu nehmen, z.B. durch Festlegungen zum kompletten Rückbau von Fundamenten nach Rückbau von Windenergieanlagen.

Da es sich bei Windenergieanlagen um temporäre Anlagen mit einer Betriebszeit von ca. 20 bis 30 Jahren handelt und mit den o.g. Vorranggebieten für Rohstoffgewinnung in der Planungsregion eine für ca. 100 Jahre ausreichende Flächenvorsorge getroffen wurde, ist eine zeitliche Beschränkung des Windenergieanlagenbetriebs nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001310_004 ID Stellungnehmer: 1001579
Windenergie 2027
Inhalt

Ingenieurgeologie:
Vom tieferen geologischen Untergrund ausgehende, durch natürliche Subrosionsprozesse bedingte Beeinträchtigungen der Geländeoberfläche (bspw. Erdfälle) sind dem LAGB, entsprechend aktuellem
Kenntnisstand, für die zu betrachtenden Plangebiete nicht bekannt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange der Standsicherheit sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001310_006 ID Stellungnehmer: 1001579
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VI Gölzau Ost
Inhalt

Kiessandtagebau Riesdorf-Gnetsch wurde von der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg in ihrem derzeit gültigen Regionalen Entwicklungsplan für die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg vom 27.04.2019 gemäß Kapitel 4.4.2.3 als Vorranggebiet für die Rohstoffgewinnung festgelegt. Sie verfügt über einen rechtsgültigen Planfeststellungsbeschluss. Südlich befindet sich in direktem Umfeld das geplante Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie VI – Gölzau Ost. Inhaberin der Bergbauberechtigungen Riesdorf und Riesdorf-West und Betreiberin des Kiessandtagebaus ist die Mitteldeutsche Baustoffe GmbH mit Sitz in 06193 Petersberg OT Sennewitz, Köthener Straße 13.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001310_007 ID Stellungnehmer: 1001579
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > IX Hinsdorf
Inhalt

Die Kiessandlagerstätte Hinsdorf wurde von der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg in ihrem derzeit gültigen Regionalen Entwicklungsplan für die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg vom 27.04.2019 gemäß Kapitel 4.4.2.3 als Vorranggebiet für die Rohstoffgewinnung festgelegt. Das im LAGB anhängige bergrechtliche Planfeststellungsverfahren wurde auf Antrag der Trägerin des Vorhabens zurückgestellt/ unterbrochen. Die Gewinnung erfolgt dort auf Grundlage zugelassener Hauptbetriebspläne. Unmittelbar südlich der Bergbauberechtigung Hinsdorf befindet sich das geplante Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie IX – Hinsdorf. Inhaberin der Bergbauberechtigung ist die GILDE GmbH mit Sitz in Burg.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001310_008 ID Stellungnehmer: 1001579
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > X Kemberg/Dorna
Inhalt

Kiessandlagerstätte Rackith wurde von der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg in ihrem derzeit gültigen Regionalen Entwicklungsplan für die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg vom 27.04.2019 gemäß Kapitel 4.4.2.3 als Vorranggebiet für die Rohstoffgewinnung festgelegt. Unmittelbar südlich und westlich des planfestgestellten Kiessandtagebaus Rackith befindet sich das geplante Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie X – Kemberg/Dorna. Inhaber der Bergbauberechtigung ist Herr .... Betreiberin des Kiessandtagebaus ist die Fenger Beton und Kies GmbH & Co. KG mit Sitz in Kemberg.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001310_009 ID Stellungnehmer: 1001579
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIV Löberitz/Reuden
Inhalt

Die Kiessandlagerstätte Löberitz wurde von der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg in ihrem derzeit gültigen Regionalen Entwicklungsplan für die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg vom 27.04.2019 gemäß Kapitel 4.4.2.3 als Vorranggebiet für die Rohstoffgewinnung festgelegt. Unmittelbar südlich des planfestgestellten Kiessandtagebaus Löberitz sowie östlich des Vorhabens und der Autobahn befindet sich das geplante Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie XIV – Löberitz/Reuden. Betreiberin des Kiessandtagebaus und Inhaberin der erforderlichen Bergbauberechtigungen ist die Mitteldeutsche Baustoffe GmbH mit Sitz in Petersberg.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001310_011 ID Stellungnehmer: 1001579
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXVIII Wörbzig
Inhalt

Die Kiessandlagerstätte Wörbzig wurde von der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg in ihrem derzeit gültigen Regionalen Entwicklungsplan für die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg vom 27.04.2019 gemäß Kapitel 4.4.2.3 als Vorranggebiet für die Rohstoffgewinnung festgelegt. Unmittelbar östlich des planfestgestellten Kiessandtagebaus Wörbzig befindet sich das geplante Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie XXVIII – Wörbzig. Betreiberin des Kiessandtagebaus und Inhaberin der erforderlichen Bergbauberechtigung ist die Mitteldeutsche Baustoffe GmbH Sandersdorf mit Sitz in 06193 Petersberg OT Sennewitz, Köthener Straße 13.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001310_012 ID Stellungnehmer: 1001579
Planungskonzeption
Inhalt

Hinweise
Im Hinblick auf eine optimale Ausnutzung der Lagerstätten und unter Berücksichtigung ihrer Standortgebundenheit und des Lagerstättenschutzes bei sparsamem und schonendem Umgang mit Grund und Boden im Sinne von § 1 Nr. 1 BBergG, § 1 Abs. 3 Nr. 1 BNatSchG und § 1 Abs. 1 BodSchAG LSA i.V.m. BBodSchG ist eine vollständige Auskiesung der aufgeschlossenen Lagerstätten anzustreben. Insofern ist auch die zukünftige Rohstoffgewinnung und damit nach Möglichkeit die vollständige Ausnutzung der vorgenannten Lagerstätten anzustreben. Daher wird um die Berücksichtigung der planfestgestellten Vorhaben als aufgeschlossene Rohstofflagerstätten gebeten.
Eine Beeinträchtigung oder Gefährdung der planfestgestellten bergrechtlichen Gewinnungsvorhaben durch die Errichtung und den Betrieb der Windenergieanlage ist jederzeit vollständig auszuschließen. Aufgrund der räumlichen Nähe der Windenergievorhaben zu den Lagerstätten ist zur Gewährleistung der Sicherheit der bergbaulichen Abbauvorhaben ein ausreichend groß dimensionierter Sicherheitsabstand zwischen den Windenergieanlagen und den bergbaulichen Gewinnungsvorhaben einzuhalten. Auch dürfen die Windenergieanlagen der zukünftigen Vorhabenentwicklung nicht entgegenstehen. Die erforderliche Standsicherheit der Tagebauböschungen der benachbarten Rohstoffgewinnungsvorhaben ist dabei jederzeit zu gewährleisten. Insoweit dürfen sich erforderliche Sicherheitsabstände für die Standsicherheit der Windenergieanlagen nicht mit den vorhandenen Bergbauberechtigungen überschneiden. Negative Beeinträchtigungen der aufgeführten Lagerstätten und der planfestgestellten bergbaulichen Vorhabenflächen sind insbesondere auch im Hinblick auf deren zukünftige Entwicklung im Rahmen der Aufstellung des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ auszuschließen.
Hinsichtlich der Berücksichtigung der konkreten Planungen der zukünftigen Entwicklungen der Tagebaue wird eine Beteiligung und Abstimmung mit den jeweiligen Inhaberinnen der Bergbauberechtigungen bzw. der Betreiberinnen der Kiessandtagebaue empfohlen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die planfestgestellten Kiesabbaugebiete wurden gemäß Planungskonzeption von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie freigehalten. Die Belange der Standsicherheit usw. sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001312 ID Stellungnehmer: 1001580
Windenergie 2027
Inhalt

Aus Sicht der oberen Fischereibehörde ist durch die geplanten Maßnahmen eine indirekte Beeinflussung der fischereilichen Belange zu erwarten.

Hinweise:

Laut Anlage 3 Abs. 3.7 Satz 1 UVPG sollen mögliche Auswirkungen auf die Schutzgüter vermindert werden. Zu diesen Schutzgütern gehören alle Fische, Neunaugen, zehnfüßige Krebse und Muscheln in allen Entwicklungsstadien und Formen einschließlich ihrem Laich gemäß 8 2 FischG LSA die am und in diesem Gewässer leben.
Unmittelbar vor Arbeiten mit schwerer Technik im und am Gewässerbett oder notwendigen Trockenlegungen des Baubereichs, Gewässerumleitungen usw. ist der betroffene Gewässerabschnitt mittels Elektrofischfanggerät abzufischen. Die gefangenen Fische sind in außerhalb der Baustelle gelegene unbeeinflusste Gewässerbereiche umzusetzen. Die erforderliche Befreiung vom Verbot der Elektrofischerei erteilt das Landesverwaltungsamt (Ref. 409). Die Befischung ist durch einen ausgebildeten Elektrofischer durchzuführen. Der Eintrag von frischem Beton oder sonstigen Baumaterialien in die betroffenen Oberflächen Gewässer ist nicht zulässig und in jedem Fall zu vermeiden.Sämtliche Betonfahrzeuge und Fahrzeuge oder bautechnologisch Maschinen, zur speziellen Betonherstellung und Verarbeitung genutzten Geräte dürfen nicht im Gewässer gereinigt werden.
Auch betonhaltiges Abwasser darf nicht in das Gewässer gelangen oder durch eventuelle Niederschläge ins Gewässer gespült werden. Wasser, das längere Zeit über frisch abgebundenen Beton gestanden hat, darf nicht sofort in das Gewässer abgeleitet werden; es ist zwischenzuspeichern. Gemäß § 18 FischO LSA ist bei Baumaßnahmen im Gewässerbett die untere Fischereibehörde spätestens zwei Wochen vorher von dem Ausbauunternehmer über den Beginn und den Umfang der Arbeiten zu unterrichten. Bei notwendigen Trockenlegungen von Gewässerabschnitten infolge der Baumaßnahmen ist darüber hinaus nach § 39 FischG LSA der Fischereiausübungsberechtigte mindestens 10 Tage vorher über den Beginn und die voraussichtliche Dauer der Arbeiten schriftlich in Kenntnis zu setzen.
Bei der Einleitung des, für die Baugrube geförderten, Grundwassers in die Vorfluter ist zu beachten, dass es unter Umständen zu Beeinträchtigungen der Fische kommen kann, da hierdurch die natürliche Wasserzusammensetzung verändert werden kann. Es ergeben sich Beeinträchtigungen, beispielsweise durch die unterschiedlichen Wasserparameter, Temperaturunterschied und Sauerstoffgehalt zwischen Grundwasser und OWK.
Während der Baumaßnahmen müssen notwendige Maßnahmen ergriffen werden um zu vermeiden, dass Boden in das Gewässer gespült wird. Dies gilt vor allem für die notwendigen Lagerhaufen. Dies würde im Gewässer zu Sauerstoffzehrung, Eutrophierung und Verschlammung führen, was wiederum den Fischen schaden würde.
Den Planungsunterlagen ist nicht eindeutig zu entnehmen, ob und welche Oberflächengewässer betroffen sind. Dementsprechend liegen auch keine Daten zu den Fischarten und -beständen vor. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass in beiden Gewässern Fische im Sinne des § 2 FischG, welche unter Umständen eine geschützte Art laut Anhang II der FFH-Richtlinie sind. Folgende rechtliche Regelungen sind zu beachten:

- Laut Anlage 3 Abs. 3.7 Satz 1 Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) sollen mögliche Auswirkungen auf die Schutzgüter vermindert werden. Zu diesen Schutzgütern gehören alle gemäß § 2 Fischereigesetz des Landes Sachsen-Anhalt (FischG LSA) die in diesem Gewässer leben. Es sind jegliche Veränderungen die den Schutz der laut § 2 FischG LSA definierten Tiere gefährden könnten zu vermeiden. Gemäß § 2 Abs. 1 FischG LSA sind alle Fische,  Neunaugen, zehnfüßige Krebse und Muscheln in allen Entwicklungsstadien und Formen einschließlich ihrem Laich zu verstehen. Gemäß § 2 Abs. 2 FischG LSA sind alle Fischnährtiere, wirbellose Tiere (Invertebraten) der Gewässer, die als potenzielle Nahrungstiere für Fische dienen können, insbesondere Zooplankton, Zoobenthos sowie die Aufwuchstiere der Uferzone (Litoral) zu verstehen.

- Gemäß § 18 Fischereiordnung des Landes Sachsen-Anhalt (FischO LSA) ist spätestens zwei Wochen vor Beginn von Ausbaumaßnahmen an Gewässern, die Fischereibehörde von dem Ausbauunternehmer zu unterrichten. Dasselbe gilt für Unterhaltungsmaßnahmen an Gewässern, bei denen nachhaltige Auswirkungen auf den Fischbestand nicht auszuschließen sind, für den Unterhaltungspflichtigen. Kann die Frist nicht eingehalten werden, ist die Unterrichtung unverzüglich vorzunehmen.

- geschützte Arten laut Anhang Il der FFH-Richtlinie.

- Bei notwendigen Trockenlegungen von Gewässerabschnitten infolge der Baumaßnahmen ist darüber hinaus nach § 39 Abs. 1 FischG LSA der Fischereiausübungsberechtigte mindestens 10 Tage vorher über den Beginn und die voraussichtliche Dauer der Arbeiten schriftlich in Kenntnis zu setzen. Auskünfte zu möglichen Fischereipachtverträgen erteilen die unteren Fischereibehörden (Ordnungsamt) der Landkreise bzw. kreisfreien Städte. Sofern das Fischereiausübungsrecht nicht verpachtet ist, liegt die Hegepflicht beim Gewässereigentümer. Laut 8 39 3 FischG LSA darf dem Gewässer nicht so viel Wasser entzogen werden, das es hierdurch als Lebensraum nachhaltig geschädigt wird. Für Ausnahmen bedarf es besonderer Gründe, für die eine Ausnahmegenehmigung durch die obere Fischereibehörde erteilt werden muss.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001313 ID Stellungnehmer: 1001581
Planungskonzeption
Inhalt

1. Die Geländezeichnungen im Vorspann sowie in den Anlagen sind kaum zu lesen. Sie sind sehr ungenau, sehr klein und unscharf. Dementsprechend sind auch die roten Flächen in den beiliegenden Karten nicht wirklich deutbar.

2. Die Vorschläge der in der Tabelle 1 aufgeführten Suchräume der Stadt Südliches Anhalt liegen mit 4,6 % über dem Landesziel von 2,3 %.

3. Die Vorschläge zu künftigen Ausbaugrößen der Windeignungsgebiete der Stadt Südlichen Anhalt liegen mit 3,5 % ebenfalls über dem Landesziel von 2,2 %.

Die Ortschaft Reinsdorf hat nach den Punkten 2 und 3 einen beachtlichen Anteil bei den geplanten Windeignungsflächen abzudecken. Deshalb werden weitere zusätzliche Windeignungsgebiete abgelehnt!

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Anmerkungen beziehen sich nicht auf den vorliegenden Sachlichen Teilplan "Windenergie 2027", sondern vermutlich auf den Flächennutzungsplan der Stadt Südliches Anhalt.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zu Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Allerdings ist eine Gleichverteilung im Sinne eines Herunterbrechens des Flächenbeitragwertes auf jede Kommune der Planungsregion aufgrund der fachrechtlichen und naturräumlichen Gegebenheiten nicht möglich, sodass innerhalb der Planungsregion nur mit dem Solidarprinzip der geforderte  Flächenbeitragswert von mindestens 1,9 % (bis 31.12.2027) erreicht werden kann.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001313_001 ID Stellungnehmer: 1001581
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXV Trebbichau a. d. Fuhne
Inhalt

Die Übersichtskarte der Regionalen Planungsgemeinschaft (Anlage 1) weist im Gebiet XVII-E14 ein zusätzliches Windeignungsgebiet aus (schraffierte Fläche), wenn wir es richtig deuten. Dieses zusätzliche Windeignungsgebiet ist ebenso in Anlage 4 ersichtlich. Das zusätzliche Gebiet scheint besonders den Ort Reinsdorf zu treffen, aus diesem Grund lehnen wir das Windeignungsgebiet strikt ab. Herr Schneider hat zum Gesprächstermin im Büro des Bürgermeisters versichert, dass in der Ortschaft Reinsdorf kein Windrad erbaut/aufgestellt wird. An dieser Aussage halten wir fest. Dementsprechend erwarten wir, dass in den Flurbereich 4 und 5 keine Windräder errichtet werden!

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Das Vorranggebiet Trebbichau a.d.Fuhne wurde unverändert aus dem rechtswirksamen Sachlichen Teilplan "Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenbeg" vom 30.05.2018 übernommen. Eine Erweiterung ist kein Bestandteil der vorliegenden Planung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001314 ID Stellungnehmer: 1001582
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet 34 sowie dem ZAV der Gemeinde Muldestausee
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001315 ID Stellungnehmer: 1001583
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet 34 sowie dem ZAV der Gemeinde Muldestausee
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001316 ID Stellungnehmer: 1001584
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet 34 sowie dem ZAV der Gemeinde Muldestausee
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001330 ID Stellungnehmer: 1001588
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > X Kemberg/Dorna
Inhalt

Im Gebiet bin ich Eigentümer von den Flst. Nr. ... der Flur ... Rackith, diese Flurstücke haben insgesamt eine Fläche von 10,1949 ha. Wobei vom Flst. ... ein kleiner Teil nicht mehr im vorgesehenen Gebiet ist, so dass sich ca. 9,50 ha im Planungsgebiet befinden. 

Ich befürworte die Ausweisung als Windenergiefläche und bin bereit meine Flächen für Windenergieanlagen und als Abstandsflächen für WEA zu verpachten.

Mit mehreren Firmen die WEA projektieren und aufstellen habe ich bereits Kontakt. Ich bin zuversichtlich dass, wenn die geplante Windenergiefläche im rechtskräftigen Entwurf aufgenommen wird und somit Planungsrecht besteht, hier ein Vertragsabschluss über die Verpachtung meiner Flächen zum Zwecke der Aufstellung von Windenergieanlagen zustande kommt.

Ich bitte Sie meine positive Einstellung bei der Genehmigung des Planungsgebiets Kemberg/Dorna Nr. X zu berücksichtigen und für das vorgesehene Gebiet Planungsrecht zu schaffen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001331 ID Stellungnehmer: 1001589
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Es ist für mich unverständlich und enttäuschend, dass entgegen der Vorplanung (STP Wind 2027; Arbeitskarte 03.03.2023) das Gebiet 01_Zerbst im aktuellen Entwurf nicht mehr berücksichtigt wird. Gerade in einer Zeit, in der die Energiewende über das Gelingen einer zukunftsfähigen Gesellschaft entscheidet, ist ein solcher Schritt nicht nachvollziehbar.

Das Gebiet 01_Zerbst erfüllt alle Voraussetzungen, um einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft zu leisten:

  • Die Flächen liegen in einer offenen Agrarlandschaft, groß und übersichtlich genug für eine Bündelung von Windkraftanlagen.

  • Bestehende Hochspannungsleitungen sorgen dafür, dass die Landschaft bereits vorbelastet ist.

  • Es bestehen keinerlei harte Ausschlussgründe.

Es muss in diesem Zusammenhang betont werden, dass Entscheidungen von solcher Tragweite nicht durch individuelle Präferenzen oder persönliche Sympathien beeinflusst sein dürfen. In der Raum- und Energieplanung gilt es, die gesamtgesellschaftliche Perspektive einzunehmen. Wenn geeignete Flächen aufgrund subjektiver Erwägungen ausgeschlossen werden, widerspricht dies dem Prinzip rationaler und nachvollziehbarer Planung. Damit würde nicht nur das Allgemeinwohl geschwächt, sondern auch dringend notwendiger Fortschritt blockiert, der für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung unerlässlich ist.

Hinzu kommt: Andere Gemeinden befürworten die Ausweisung solcher Flächen ausdrücklich. Sie erkennen die Chancen, die in der Windenergie liegen – für Wertschöpfung, regionale Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe. Sollen wir uns als Landkreis wirklich sehenden Auges ins Abseits stellen? Wollen wir akzeptieren, dass andere Regionen von Fortschritt profitieren, während wir hier abgehängt werden – noch stärker, als es ohnehin schon der Fall ist? Der Blick in den Zukunftsatlas zeigt, dass wir bereits heute auf den hinteren Plätzen rangieren. Dies weiter zu verschärfen, wäre ein fatales Signal – nicht nur für uns, sondern vor allem für die nächsten Generationen.

Die Energiewende ist weit mehr als ein technisches Projekt – sie ist ein gesamtgesellschaftliches Versprechen. Sie erfordert Mut, Transparenz und die klare Priorisierung des Allgemeinwohls vor individuellen Vorbehalten. Alles andere gefährdet die Versorgungssicherheit, die Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunft kommender Generationen.

Ich appelliere daher eindringlich an Sie, das Gebiet 01_Zerbst (STP Wind 2027; Arbeitskarte 03.03.2023) erneut in den Teilplan Windenergie 2027 aufzunehmen. Dieses Gebiet ist ein entscheidender Baustein für die Zukunft unserer Region. Wer es heute ausschließt, nimmt bewusst in Kauf, dass wir im Wettbewerb der Regionen weiter zurückfallen – mit Folgen, die für kommende Generationen nicht tragbar sind.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Über 1.000 Einwendungen von betroffenen Einwohnern der umliegenden Ortschaften mit Bedenken zu Gesundheitsgefahren, Wertverlust von Grundstücken, Landschaftsbild und Artenschutz gingen gegen die beabsichtigte Ausweisung des Vorranggebietes „Leps“ ein. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen nach dem planerischen Willen der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 1 "Leps" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001332 ID Stellungnehmer: 1001590
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet 34 sowie dem ZAV der Gemeinde Muldestausee.

Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Ornithologische Aspekte wurden bisher kaum berücksichtigt. In dem betreffenden Gebiet brüten und jagen verschiedene Greifvogelarten wie Rotmilan, Mäusebussard, Turmfalke, Habicht, Sperber und Schleiereule. Des Weiteren tangiert der Fischadler dieses Gebeit bei seiner Fischjagd, auch aus dem Gröberner See. Im Frühjahr und Herbst ziehen Ketten von Wildgänsen und Kranichen durch dieses Gebiet (Richtung Schköna - Burgkemnitz). Der Raum Burgkemnitz-Muldenstein ist auch Brutgebiet für Kraniche.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001332_001 ID Stellungnehmer: 1001590
Planungskonzeption
Inhalt

Ich lehne die Errichtung dieser Anlagen im Wald grundsätzlich ab.

Zur Errichtung einer Windkraftanlage geht ca. 1 ha Wald verloren (Fläche für Anlage und Zufahrten). Auf diesen Flächen wird durch Verdichtung die Versickerung von Regenwasser, welches unsere Wälder dringend benötigen, erschwert oder vermindert, da es abfließt. Des Weiteren werden diese Flächen intensiv durch Sonneneinstrahlung aufgeheizt. Das führt dazu, dass die aufgeheizte Luft nach oben steigt und die kühlende Luft aus dem Wald ausgesaugt wird und ebenfalls nach oben steigt (Thermaleffekt). Dadurch erfolgt eine weitere Austrocknung des Waldes in der Umgebung der Anlagen. Weiterhin ist jede breite Schneise oder Freifläche im Wald eine Angriffsfläche für Windböen und Sturm, was zu Windbruch oder Windwurf führt, mit nachfolgendem Insektenbefall. Das Ökosystem Wald wird durch die Windkraftanlagen massiv gestört und zerstört. 

Aus meiner Sicht ist es unverantwortlich Landschaftsschutzgebiete und Naturparks zu zerstören. Windkraftanlagen auf Ackerflächen ist die bessere Lösung, da hier die Ernteausfälle durch die jährliche Bewirtschaftung wesentlich geringer sind. Die genannte Umgestaltung unserer Wälder in naturnahe Wälder wird bereits mehr als 40 Jahre praktiziert. Da ein Wald ca. 80 Jahre und mehr bis zur Hiebsreife benötigt, ist die Pflege- und Bewirtschaftungszeit lang.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Die Verordnungen des Landschaftsschutzgebietes und Naturparks schließen die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie i.d.R. nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001333 ID Stellungnehmer: 1001591
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Bedenken / Widerspruch zum Vorranggebiet Windpark Schmerz / Gröbem,

Bei der Dübener Heide handelt es sich um das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet im mitteldeutschen Tiefland. Die Dübener Heide wurde von den Ländern Sachsen und Sachsen- Anhalt als Naturpark ausgewiesen. Die Waldflächen der Dübener Heide und ein Windpark in den Waldflächen sind zwei völlig entgegenstehende Dinge und schließen sich für mich aus. Es ist optisch eine Verschandelung der Natur durch Ansicht und Geräusche.
- große Inanspruchnahme von Waldflächen und insbesondere durch umfangreiche und befestigte Zuwegungen für Schwertransporte, große betonierte Flächen im Umfeld einer WKA, bleibende, nicht wieder herstellbare Versiegelung von Waldflächen, 
- WKA verantwortlich für massenhaftes Insekten- und Vogelsterben, insbesondere auch von geschützten Vogelarten (z.B. Rotmilan), es widerspricht diametral dem Grundgedanken des Natur- und Artenschutzes
- hohe Belastungen von sogenannter PFAS im Wildtierbestand und auch den Feldflächen im Waldgebiet
- hohe Lärmbelästigung durch Rotorblätter mit bis zu 60 dB,
- Infraschall - große Reichweite bis zu 50 km, für den Mensch zwar nicht hörbar, aber dennoch negative Auswirkung auf alle Organismen und ist damit gesundheitsschädlich

Abwägung / Begründung

Referenz

1001287

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Verordnung des Naturparks schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Naturparke bestehen überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten. Sie dienen u.a. der Entwicklung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft. In ihnen ist eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung fördert. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. In Naturparks sind über die Landschafts- und Naturschutzgebiete hinaus weitere Flächen einbezogen, die unter Berücksichtigung der rechtlichen und planerischen Restriktionen für die Windenergienutzung in Frage kommen.

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung der Gemeinde Muldestausee, welche auf ihrem Gemeindegebiet die Ausweisung eines Sondergebietes für die Nutzung der Windenergie plant. 

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht.
Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des  Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21)

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung (Abrieb von Rotoren) sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001334 ID Stellungnehmer: 1001592
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Meuro
Inhalt

Forderung der Aufnahme des Vorranggebietes Meuro
Die Fläche Meuro wurde im ersten Entwurf leider nicht berücksichtigt - obwohl sie alle Voraussetzungen für ein Windvorranggebiet erfüllt. Sie liegt außerhalb sensibler Bereiche, weist ausreichend Abstände zu Wohnbebauung auf und bietet günstige topografische Bedingungen. Ich möchte daher ausdrücklich dafür werben, dass diese Fläche im zweiten Entwurf wieder aufgenommen wird. Auch eine mögliche Gemeindeöffnungsklausel könnte hier eine wichtige Rolle spielen.
Die Fläche liegt in einem geeigneten Gebiet, weist keine gravierenden Einschränkungen auf und bietet sehr gute Bedingungen für die Nutzung von Windenergie. Ich habe bereits eine vertragliche Vereinbarung mit der ... getroffen, um die Fläche für den Bau und Betrieb von Windenergieanlagen zur Verfügung zu stellen. Ich unterstütze das Vorhaben mit voller Überzeugung und sehe darin eine wichtige Chance, zur Energiewende beizutragen. Als Eigentümerin stehe ich hinter der Nutzung meiner Fläche für Windenergie und hoffe sehr, dass dies bei der weiteren Planung berücksichtigt wird.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 35 "Meuro" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001335 ID Stellungnehmer: 1001593
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Es überrascht uns doch sehr, dass entgegen der Vorplanung (STP Wind 2027; Arbeitskarte
03.03.2023) im vorliegenden Entwurf das Gebiet 01_Zerbst vollständig entfallen ist.
1. Beitrag zur Energiewende und Zielerreichung
• Unser Gebiet 01_Zerbst kann einen wichtigen Beitrag für die Energiewende leisten.
• Ohne unser Gebiet 01_Zerbst wird es schwerer, die Klima- und Ausbauziele von Bund und
Land zu erreichen.
• Als Flächeneigentümer möchte ich mit der Bereitstellung meiner Flächen für Windenergie
meinen Beitrag zur Energiewende und Versorgungssicherheit leisten.
2. Gute Standortbedingungen
• Die Flächen im Gebiet 01_Zerbst liegen in einer offenen Agrarlandschaft. Sie sind groß
genug, damit die Windräder gebündelt stehen können.
• Durch vorhandene Hochspannungsleitungen ist die Landschaft ohnehin technisch und
visuell vorbelastet.
3. Regionale Wertschöpfung
• Ein Landwirtschaftsbetrieb vor Ort will den Windpark selbst betreiben. Durch den
regionalen Betreiber gibt es einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort.
• Mit dem Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz profitieren Dorf und Gemeinde finanziell. Das
Gemeindeleben und das Dorfbild können durch derartige finanzielle Leistungen erhalten/
verschönert werden.
• Alle Eigentümer profitieren durch das Flächenpool-Modell, nicht nur die mit Anlagen auf
der Fläche.
• Pachteinnahmen sichern uns als Flächeneigentümer langfristig ein zusätzliches
Einkommen. Mir persönlich gibt es neue Chancen mein Haus zu erhalten.
• Aufgrund der günstigen Lage des potenziellen Windgebiets können lokale Unternehmen
mit günstigem Direktstrom versorgt – das stärkt die Wirtschaft vor Ort.
4. Effiziente Mehrfachnutzung
• Fast 99 % der Fläche bleibt für Landwirtschaft nutzbar.
• Windenergie liefert mehr Strom pro Hektar als Biogas oder Photovoltaik.
5. Gleichbehandlung und Transparenz
• Es gibt keine harten Ausschlussgründe.
• Eine faire Entscheidung sollte auch Flächen berücksichtigen, die von Eigentümern und
Bürgern unterstützt werden.
Ich unterstütze ausdrücklich die Ausweisung des Gebietes 01_Zerbst (STP Wind 2027;
Arbeitskarte 03.03.2023) weiterhin und bitte darum, unser Gebiet in den Teilplan Windenergie
2027 aufzunehmen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Über 1.000 Einwendungen von betroffenen Einwohnern der umliegenden Ortschaften mit Bedenken zu Gesundheitsgefahren, Wertverlust von Grundstücken, Landschaftsbild und Artenschutz gingen gegen die beabsichtigte Ausweisung des Vorranggebietes „Leps“ ein. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen nach dem planerischen Willen der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 1 "Leps" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001336 ID Stellungnehmer: 1001594
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Es überrascht sehr, dass entgegen der Vorplanung (STP Wind 2027; Arbeitskarte 03.03.2023)
im vorliegenden Entwurf das Gebiet 01_Zerbst vollständig entfallen ist.
Stellungnahme:
Beitrag zur Energiewende und Zielerreichung
Unser Gebiet 01_Zerbst kann einen wichtigen Beitrag für die Energiewende leisten.
Ohne unser Gebiet 01_Zerbst wird es schwerer, die Klima- und Ausbauziele von Bund und Land
zu erreichen.
Als Flächeneigentümer möchte ich mit der Bereitstellung meiner Flächen für Windenergie
meinen Beitrag zur Energiewende und Versorgungssicherheit leisten.
Gute Standortbedingungen
Die Flächen im Gebiet 01_Zerbst liegen in einer offenen Agrarlandschaft. Sie sind groß genug,
damit die Windräder gebündelt stehen können.
Durch vorhandene Hochspannungsleitungen ist die Landschaft ohnehin technisch und visuell
vorbelastet.
Regionale Wertschöpfung
Ein Landwirtschaftsbetrieb vor Ort will den Windpark selbst betreiben. Durch den regionalen
Betreiber gibt es einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort.
Mit dem Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz profitieren Dorf und Gemeinde finanziell. Das
Gemeindeleben und das Dorfbild können durch derartige finanzielle Leistungen erhalten/
verschönert werden.
Alle Eigentümer profitieren durch das Flächenpool-Modell, nicht nur die mit Anlagen auf der
Fläche.
Pachteinnahmen sichern uns als Flächeneigentümer langfristig ein zusätzliches Einkommen.
Mir persönlich gibt es neue Chancen meinen Resthof/mein Haus zu erhalten. Das trägt zur
Verschönerung des Dorfbildes bei.
Aufgrund der günstigen Lage des potenziellen Windgebiets können lokale Unternehmen mit
günstigem Direktstrom versorgt – das stärkt die Wirtschaft vor Ort.
Effiziente Mehrfachnutzung
Fast 99 % der Fläche bleibt für Landwirtschaft nutzbar.
Windenergie liefert mehr Strom pro Hektar als Biogas oder Photovoltaik.
Gleichbehandlung und Transparenz
Es gibt keine harten Ausschlussgründe.
Eine faire Entscheidung sollte auch Flächen berücksichtigen, die von Eigentümern und Bürgern
15.09.25, 12:48unterstützt werden.
Ich unterstütze die Ausweisung des Gebietes 01_Zerbst (STP Wind 2027; Arbeitskarte
03.03.2023) weiterhin und bitte darum, unser Gebiet in den Teilplan Windenergie 2027
aufzunehmen.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001335

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Über 1.000 Einwendungen von betroffenen Einwohnern der umliegenden Ortschaften mit Bedenken zu Gesundheitsgefahren, Wertverlust von Grundstücken, Landschaftsbild und Artenschutz gingen gegen die beabsichtigte Ausweisung des Vorranggebietes „Leps“ ein. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen nach dem planerischen Willen der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 1 "Leps" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001337 ID Stellungnehmer: 1001595
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Bedenken / Widerspruch zum Vorranggebiet Windpark Schmerz / Gröbern
1. Grundsätzliches zu Windkraftanlagen
WKA (Windkraftanlagen) sind energetisch nicht grundlastfähig und produzieren nur sog. Flatterstrom, Jede weitere WKA erhöht auf Grund des EEG nur weiter die Stromkosten, auch tausende weiterhin zu
errichtende WKA erzeugen bei Flaute keinen Strom, nehmen sich "gegenseitig den Wind weg", Solange dieses EEG- Gesetz bestehen bleibt (Staatssubventionierung auf Kosten der Steuerzahler),
verdient nur eine Minderheit daran gewaltig (Projektierer; Windkraftanlagenbauer; Banken, die großen Energieriesen (wie RWE; EON; EnBW etc, und eben auch Waldflächenverpächter),
Die verheerenden Folgen haben aber zig- Tausende Menschen im Umfeld der WKAs zu erleiden, an ihrer Gesundheit, dem körperlichen Wohlbefinden, einer zerstörten natürlichen Umwelt usw.
Aktuell muss Windenergie sofort in transportfähigen, elektrischen Strom umgewandelt werden, damit dieser verbraucht werden kann. Wird die Energie nicht verwendet, verpufft sie oder wird mit
Minuspreisen an der Strombörse in Ausland verkauft (wiederum zum Nachteil der Stromkunden und Steuerzahler). Die Speicherung von Windenergie stellt noch immer eine große technologische
Herausforderung dar, die Wissenschaftler und Ingenieure bis zum heutigen Tage objektiv nicht bewältigen können (fehlende Stromspeicher).
Es fehlt die Infrastruktur für die Stromweiterleitung, keine dafür notwendigen Umspannwerke, keine entsprechenden belastbaren Stromnetze im Mittelspannungsnetz vorhanden, diese werden müssten
dann ggf. wiederum auf Kosten der Steuer- / Stromkunden erst gebaut werden und das dauert wegen überbordender Umwelt- und Planungsauflagen, insbesondere durch die EU, wiederum Jahre!
Kosten des Rückbaus einer WKA: nach vorsichtigen Schätzungen kostet der Rückbau einer WKA bei diesen Größenordnungen wohl im siebenstelligen € - Bereich.
Es gibt keine ausreichende Sicherheitenbestellung der Betreiber der WKA für eine Entsorgung einer WKA, insbesondere nicht im Falle der Insolvenz des Betreibers und des Verpächters, letzterer ist dann
Eigentümer der WKA, wenn der Betreiber nach Ablauf der geförderten WKA (ca. 20 Jahre) "geplant" in die Insolvenz geht.

2. Windkraftanlagen im Naturpark Dübener Heide: Bei der Dübener Heide handelt es sich um das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet im mitteldeutschen Tiefland. Die Dübener Heide wurde von den Ländern Sachsen und Sachsen- Anhalt als Naturpark ausgewiesen. Die Waldflächen der Dübener Heide und ein Windpark in den Waldflächen sind zwei völlig entgegenstehende Dinge und schließen sich für uns aus. Das harmonische Bild einer weitgehend intakten Natur und Landschaft mit hohem Freizeit- und Erholungswert sowie ökologischer Bedeutung in Bezug auf den Klimawandel würde optisch und akustisch stark beeinträchtigt werden. Auch der Wert von Wohnimmobilien dürfte sinken.
Die große Inanspruchnahme von Waldflachen und insbesondere durch umfangreiche und befestigte Zuwegungen für Schwertransporte, große betonierte Flächen im Umfeld einer WKA, bedeutet eine
bleibende Versiegelung des Bodens, auf dem kein Wald wieder gedeihen kann. Die Zerstörung der Bodenstrukturen bedeutet aber auch, dass der Boden weniger Wasser speichern kann, was in
unserem niederschlagsarmen Gebiet, insbesondere in Zeiten des Klimawandels, einen weiteren Stressfaktor für die Wälder bedeutet.
Wir sind vor ca. 30 Jahren in die Dübener Heide gezogen, um in einer schönen und gesunden Umgebung zu wohnen. In dieser Zeit konnten wir beobachten, dass die Artenvielfalt in Fauna und
Flora immer mehr abnimmt. Gab es anfangs noch breite Feldraine mit Kornblumen, Klatschmohn usw. sowie Fasane, Feldhasen und einen reichlichen Bestand an Greifvögeln, wurden die Feldraine
zunehmend weggepflügt, um mehr landwirtschaftliche Nutzfläche zu erhalten. Blühstreifen sind nirgendwo zu sehen. Die Vernichtung von Waldflächen dürfte das Artensterben noch forcieren. Durch
die WKA kommt es zu einem massenhaften Insekten- und Vogelsterben. Als Imker sehen wir darin natürlich auch Gefahren für unsere Bienenvölker. Diese stehen in der Gemarkung Schköna, sie fliegen
aber auf der Suche nach Nahrung bis zu mehreren Kilometern und dürften somit ebenfalls durch die WKA bedroht sein. Massenhaftes Insekten- und Vogelsterben, insbesondere auch von geschützten
Vogelarten, widerspricht diametral dem Grundgedanken des Natur- und Artenschutzes
Es kommt zu einer hohen Lärmbelästigung durch Rotorblätter mit bis zu 60 dB. Im Urlaub an der dänischen Nordseeküste mussten wir diese Erfahrung machen. Was geschieht bei Insolvenz der Pächter / Verpächter? Geht der WKA-Betreiber nach 20 Jahren gesetzlich garantierter Einspeisungsvergütung, auch bei Stillstand immerhin noch 90 % subventioniert, mit der Betreiberfirma (ggf. geplant) in Insolvenz, bleibt der Grundstückseigentümer auf der „Schrottanlage“ sitzen, dieser geht dann auch in Insolvenz bzw. das Grundstück in das Zwangsversteigerungsverfahren, dann haftet letztlich auch nach Ausfall des Verpächters/Grundstückes — das Land Sachsen — Anhalt — und damit wiederum der Steuerzahler und die Stromkunden. Infraschall — große Reichweite bis zu 50 km, ist für den Mensch zwar nicht hörbar, hat aber dennoch negative Auswirkung auf alle Organismen und ist damit gesundheitsschädlich

3. Zum Inhalt des Raumordnungsplanes
Es stellt sich die Frage, warum bei den schädlichen Auswirkungen (s. auch Punk 2) überhaupt Waldgebiete als "Vorranggebiete" in Betracht genommen werden. Es gibt dafür bisher keine nachvollziehbare, rationale Begründung seitens der Regionalen Planungsgemeinschaft.Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, intakte Waldflächen für WKA zu roden und damit zu zerstören,
um dann irgendwo irgendwelche Ersatzpflanzungen (keinen neuen Wald) vornehmen zu wollen. Allein das Baumwachstum dauert Jahrzehnte / Jahrhunderte.

4. Zum Umweltbericht:
Es ist folgendes zu vermuten: Die Planungsgemeinschaft hat dem eigenen Sekretariat vorgegeben, einen Umweltbericht auf Grundlage veralteter, teils wohl willkürlicher Computerdaten, zu erstellen,
die keiner aktuellen, objektiven und belastbaren Überprüfung vor Ort standhalten werden. Eine solche fand selbst laut der RPG auch bisher nicht statt. Auf diesen, selbst in Auftrag gegebenen
"Umweltbericht" stützt dann die Planungsgemeinschaft die Ausweisung von "geprüften" Vorranggebieten.

Fazit:
Dieser "Umweltbericht" wurde wohl so für die spätere Entscheidung passend erstellt, nach dem Motto: "Wie bestellt, so geliefert". Daher ist dieser "Umweltbericht" als Grundlage von solch weitreichenden Entscheidungen völlig ungeeignet und abzulehnen. Es ist eher folgendes zu vermuten und wahrscheinlich:
Die Forstbetriebsgemeinschaft (eine Vielzahl von Waldflächenbesitzern im Bereich Schmerz, Gröbern) ist an die RWE AG herangetreten, um ihren Waldbesitz der RWE als Gebiet für Windkraftanlagen zur
Pacht anzubieten. Dies hat den Vorteil gegenüber landwirtschaftlichen Flächen, dass hier mit wenigen Personen verhandelt werden muss und nicht mit ggf. vielen Eigentümern landwirtschaftlicher
Kleinflächen. Es sind daher rein pragmatische Gründe zur bestmöglichsten Profiterzielung sowohl für die WKA - Betreiber und die Verpächter. Damit wird auch klar, warum die Waldeigentümer so sehr
daran interessiert sind, dort gewinnbringende WKA errichten zu lassen. Pachteinnahmen im monatlichen hohen vierstelligen Bereich lassen jede andere Verwertung von Waldflächen unprofitabel werden. Und nur deshalb wird eine Nutzung von WKA in Wäldern unter allen Umständen, gegen jegliche Vernunft und gegen jeden Widerstand, favorisiert.
Noch ein Einwand: Dr. med. Stephan Kaula hat in einem sehr guten Artikel in der "Epoch times" folgendes festgestellt:Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (kurz EEG) ist das grundlegende Gesetz für die Energiewende in Deutschland. Seit seiner Einführung im Jahr 2000 sorgt es maßgeblich dafür, dass sich der Anteil der „erneuerbaren“ Energien stetig erhöht. Bundesweit werden dazu etliche hotovoltaikanlagen (PV) und Windkraftanlagen errichtet.
§ 1 Absatz 1 beschreibt direkt, was die Bundesregierung mit dem EEG erreichen will:Der zweite Absatz schreibt vor, dass die Stromerzeugung aus „Erneuerbaren“ bis zum Jahr 2030 auf mindestens 80 Prozent angestiegen sein soll. Im ersten Halbjahr lag dieser Anteil rein rechnerisch bei gut 54 Prozent des Stromverbrauchs. Im Vergleich zu den 57 Prozent im Vorjahreszeitraum war dies ein überraschender Rückgang trotz anhaltenden Zubaus. Spannend wird es allerdings beim dritten Absatz. Dieser lautet:
Der für die Erreichung des Ziels nach Absatz 2 erforderliche Ausbau der erneuerbaren Energien soll stetig, kosteneffizient, umweltverträglich und netzverträglich erfolgen.Einige Fachleute geben zu bedenken, dass diese bei der Energiewende in ihrer jetzigen Form selbst gesetzgeberisch vorgegebenen Voraussetzungen nicht eingehalten würden. Ein Kritiker ist der Fachmann Stephan Kaula, der sich in den vergangenen Jahren intensiv mit den „erneuerbaren“ Energien beschäftigt hat. Er sagte: „Ziel dieses Gesetzes ist insbesondere im Interesse des Klima- und Umweltschutzes die Transformation zu einer nachhaltigen und treibhausgasneutralen Stromversorgung, die vollständig auf erneuerbaren Energien beruht.“ „Der für die Erreichung des Ziels nach Absatz 2 erforderliche Ausbau der erneuerbaren Energien soll stetig, kosteneffizient, umweltverträglich und netzverträglich erfolgen.” Laut den Daten würde bereits bei rund 60 Prozent der Anteil an Überschussproduktion so stark zunehmen, dass die gleichzeitig im Gesetz geforderte Kosteneffizienz und Netzverträglichkeit nicht mehr gewährleistet seien. Kaula fügte hinzu: „Damit entsteht ein grober innerer Widerspruch im EEG.“ Die Milliardenkosten stellen Kosteneffizienz infrage. Aus der Sicht von Kaula falle besonders die Finanzierbarkeit ins Gewicht: „Der größte Widerspruch ist die zunehmend fehlende Kosteneffizienz.“ Er kritisierte vor allem öfters auftretende Szenarien, in
denen die Verwertung des erzeugten Stroms nicht mehr gewährleistet ist. In den vergangenen vier Jahren hat der Bund die Betreiber von „erneuerbaren“ Anlagen mit Ausgleichszahlungen für nicht
eingespeisten Strom in Höhe von knapp 2 Milliarden Euro entschädigt.„An Absatz 3 ist erkennbar, dass der Gesetzgeber wohl naiv davon ausging, allein durch stetigenAusbau von Windkraft und Photovoltaik bis 2030 einen Anteil von 80 Prozent erneuerbarer Energien zu erreichen.“ Solange der Netzausbau und die Speicherfrage nicht gelöst sind, ist die Genehmigung jedes weiteren Windrades nicht kosteneffizient und auch nicht netzverträglich und dient daher in dem Umfang auch nicht dem Erreichen des Klimaziels.“
Der Netzausbau hängt um rund sieben Jahre hinterher und der Ausbau von Batterieparks steht mit einer installierten Kapazität von derzeit 21,7 Gigawattstunden noch am Anfang. Doch mit dem Zubau ergeben sich weitere Probleme. Umweltverträglich oder umweltschädlich? Der Ausbau der Windkraft ist ein Werkzeug, um das Ziel der Treibhausgasneutralität in Deutschland zu erreichen. Doch Kaula ermittelte, dass selbst eine Vervierfachung der Windkraft in Deutschland nicht annähernd das Ziel der Treibhausgasneutralität erreichen könne. „Je stärker Windkraft- und PV-Anlagen ausgebaut werden, desto größer werden Systemkosten, Redispatch-Aufwand und Umweltkonflikte“, schilderte Kaula. Aus diesen Gründen hält Kaula das EEG für „klar verfassungswidrig“. Er fügte hinzu: „Dieser fortlaufende Gesetzesbruch von Paragraf 1 Absatz 3 durch die Behörden bleibt ungeahndet und wird einfach nicht gesehen."

Aus all den genannten Gründen lehne ich die Planungen für ein Vorranggebiet für einen Windpark im
Bereich Schmerz / Gröbern.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001285_001

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg nutzt für die Erstellung ihrer Planwerke überwiegend Daten, die durch die zuständigen Fachbehörden zur Verfügung gestellt werden. Für eigene Erhebungen von Fachdaten besteht keine Ermächtigungsgrundlage. Validierte naturschutzfachliche Art- und Gebietsdaten werden durch das Landesamt für Umweltschutz des Landes Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt und werden von der RPG A-B-W regelmäßig abgefragt, um den mittel- bis langfristigen Planungen (Regionalplänen) möglichst aktuelle Daten zu Grunde zu legen. 

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen der Bauleitplanung bzw. des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens. In diesem Zuge sind eventuelle Beeinträchtigungen von u.a. Vögeln hinreichend zu prüfen und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung und Kompensation dieser zu beauflagen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001337_001 ID Stellungnehmer: 1001595
Windenergie 2027
Inhalt

Grundsätzliches zu Windkraftanlagen
WKA (Windkraftanlagen) sind energetisch nicht grundlastfähig und produzieren nur sog. Flatterstrom. Jede weitere WKA erhöht auf Grund des EEG nur weiter die Stromkosten, auch tausende weiterhin zu errichtende WKA erzeugen bei Flaute keinen Strom, nehmen sich "gegenseitig den Wind weg", Solange dieses EEG- Gesetz bestehen bleibt (Staatssubventionierung auf Kosten der Steuerzahler), verdient nur eine Minderheit daran gewaltig (Projektierer; Windkraftanlagenbauer; Banken, die großen Energieriesen (wie RWE; EON; EnBW etc, und eben auch Waldflächenverpächter),
Die verheerenden Folgen haben aber zig- Tausende Menschen im Umfeld der WKAs zu erleiden, an ihrer Gesundheit, dem körperlichen Wohlbefinden, einer zerstörten natürlichen Umwelt usw.
Aktuell muss Windenergie sofort in transportfähigen, elektrischen Strom umgewandelt werden, damit dieser verbraucht werden kann. Wird die Energie nicht verwendet, verpufft sie oder wird mit Minuspreisen an der Strombörse in Ausland verkauft (wiederum zum Nachteil der Stromkunden und Steuerzahler). Die Speicherung von Windenergie stellt noch immer eine große technologische Herausforderung dar, die Wissenschaftler und Ingenieure bis zum heutigen Tage objektiv nicht bewältigen können (fehlende Stromspeicher).
Es fehlt die Infrastruktur für die Stromweiterleitung, keine dafür notwendigen Umspannwerke, keine entsprechenden belastbaren Stromnetze im Mittelspannungsnetz vorhanden, diese werden müssten dann ggf. wiederum auf Kosten der Steuer- / Stromkunden erst gebaut werden und das dauert wegen überbordender Umwelt- und Planungsauflagen, insbesondere durch die EU, wiederum Jahre!
Kosten des Rückbaus einer WKA: nach vorsichtigen Schätzungen kostet der Rückbau einer WKA bei diesen Größenordnungen wohl im siebenstelligen € - Bereich.
Es gibt keine ausreichende Sicherheitenbestellung der Betreiber der WKA für eine Entsorgung einer WKA, insbesondere nicht im Falle der Insolvenz des Betreibers und des Verpächters, letzterer ist dann Eigentümer der WKA, wenn der Betreiber nach Ablauf der geförderten WKA (ca. 20 Jahre) "geplant" in die Insolvenz geht.

Weiter ist eher folgendes zu vermuten und wahrscheinlich:
Die Forstbetriebsgemeinschaft (eine Vielzahl von Waldflächenbesitzern im Bereich Schmerz, Gröbern) ist an die RWE AG herangetreten, um ihren Waldbesitz der RWE als Gebiet für Windkraftanlagen zur Pacht anzubieten. Dies hat den Vorteil gegenüber landwirtschaftlichen Flächen, dass hier mit wenigen Personen verhandelt werden muß und nicht mit ggf. vielen Eigentümern landwirtschaftlicher Kleinflächen. Es sind daher rein pragmatische Gründe zur größtmöglichsten Profiterzielung sowohl für die WKA - Betreiber und die Verpächter. Damit wird auch klar, warum die Waldeigentümer so sehr daran interessiert sind, dort gewinnbringende WKA errichten zu lassen. Pachteinnahmen im monatlichen hohen 4-stelligen Bereich lassen jede andere Verwertung von Waldflächen unprofitabel werden. Und nur deshalb wird eine Nutzung von WKA in Wäldern unter allen Umständen, gegen jegliche Vernunft und gegen jeden Widerstand, favorisiert.

Noch ein Einwand: Dr. med. Stephan Kaula hat in einem sehr guten Artikel in der "Epoch times" folgendes festgestellt: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (kurz EEG) ist das grundlegende Gesetz für die Energiewende in Deutschland. Seit seiner Einführung im Jahr 2000 sorgt es maßgeblich dafür, dass sich der Anteil der „erneuerbaren“ Energien stetig erhöht. Bundesweit werden dazu etliche Photovoltaikanlagen (PV) und Windkraftanlagen errichtet.
§ 1 Absatz 1 beschreibt direkt, was die Bundesregierung mit dem EEG erreichen will: Der zweite Absatz schreibt vor, dass die Stromerzeugung aus „Erneuerbaren“ bis zum Jahr 2030 auf mindestens 80 Prozent angestiegen sein soll. Im ersten Halbjahr lag dieser Anteil rein rechnerisch bei gut 54 Prozent des Stromverbrauchs. Im Vergleich zu den 57 Prozent im Vorjahreszeitraum war dies ein überraschender Rückgang trotz anhaltenden Zubaus. Spannend wird es allerdings beim dritten Absatz. Dieser lautet:
Der für die Erreichung des Ziels nach Absatz 2 erforderliche Ausbau der erneuerbaren Energien soll stetig, kosteneffizient, umweltverträglich und netzverträglich erfolgen. Einige Fachleute geben zu bedenken, dass diese bei der Energiewende in ihrer jetzigen Form selbst gesetzgeberisch vorgegebenen Voraussetzungen nicht eingehalten würden. Ein Kritiker ist der Fachmann Stephan Kaula, der sich in den vergangenen Jahren intensiv mit den „erneuerbaren“ Energien beschäftigt hat. Er sagte: „Ziel dieses Gesetzes ist insbesondere im Interesse des Klima- und Umweltschutzes die Transformation zu einer nachhaltigen und treibhausgasneutralen Stromversorgung, die vollständig auf erneuerbaren Energien beruht.“ „Der für die Erreichung des Ziels nach Absatz 2 erforderliche Ausbau der erneuerbaren Energien soll stetig, kosteneffizient, umweltverträglich und netzverträglich erfolgen.” Laut den Daten würde bereits bei rund 60 Prozent der Anteil an Überschussproduktion so stark zunehmen, dass die gleichzeitig im Gesetz geforderte Kosteneffizienz und Netzverträglichkeit nicht mehr gewährleistet seien. Kaula fügte hinzu: „Damit entsteht ein grober innerer Widerspruch im EEG.“ Die Milliardenkosten stellen Kosteneffizienz infrage. Aus der Sicht von Kaula falle besonders die Finanzierbarkeit ins Gewicht: „Der größte Widerspruch ist die zunehmend fehlende Kosteneffizienz.“ Er kritisierte vor allem öfters auftretende Szenarien, in denen die Verwertung des erzeugten Stroms nicht mehr gewährleistet ist. In den vergangenen vier Jahren hat der Bund die Betreiber von „erneuerbaren“ Anlagen mit Ausgleichszahlungen für nicht eingespeisten Strom in Höhe von knapp 2 Milliarden Euro entschädigt. „An Absatz 3 ist erkennbar, dass der Gesetzgeber wohl naiv davon ausging, allein durch stetigenAusbau von Windkraft und Photovoltaik bis 2030 einen Anteil von 80 Prozent erneuerbarer Energien zu erreichen.“ Solange der Netzausbau und die Speicherfrage nicht gelöst sind, ist die Genehmigung jedes weiteren Windrades nicht kosteneffizient und auch nicht netzverträglich und dient daher in dem Umfang auch nicht dem Erreichen des Klimaziels.“
Der Netzausbau hängt um rund sieben Jahre hinterher und der Ausbau von Batterieparks steht mit einer installierten Kapazität von derzeit 21,7 Gigawattstunden noch am Anfang. Doch mit dem Zubau ergeben sich weitere Probleme. Umweltverträglich oder umweltschädlich? Der Ausbau der Windkraft ist ein Werkzeug, um das Ziel der Treibhausgasneutralität in Deutschland zu erreichen. Doch Kaula ermittelte, dass selbst eine Vervierfachung der Windkraft in Deutschland nicht annähernd das Ziel der Treibhausgasneutralität erreichen könne. „Je stärker Windkraft- und PV-Anlagen ausgebaut werden, desto größer werden Systemkosten, Redispatch-Aufwand und Umweltkonflikte“, schilderte Kaula. Aus diesen Gründen hält Kaula das EEG für „klar verfassungswidrig“. Er fügte hinzu: „Dieser fortlaufende Gesetzesbruch von Paragraf 1 Absatz 3 durch die Behörden bleibt ungeahndet und wird einfach nicht gesehen."

Abwägung / Begründung

Referenz

1001285_002

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung und der Bundesgesetzgebung zu erneuerbaren Energien sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung, des Betriebes und Rückbaus von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge, Artenschutz, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001337_002 ID Stellungnehmer: 1001595
Umweltbericht
Inhalt

Bedenken zum Umweltbericht:
Es ist folgendes zu vermuten: Die Planungsgemeinschaft hat dem eigenen Sekretariat vorgegeben, einen Umweltbericht auf Grundlage veralteter, teils wohl willkürlicher Computerdaten, zu erstellen,
die keiner aktuellen, objektiven und belastbaren Überprüfung vor Ort standhalten werden. Eine solche fand selbst laut der RPG auch bisher nicht statt. Auf diesen, selbst in Auftrag gegebenen
"Umweltbericht" stützt dann die Planungsgemeinschaft die Ausweisung von "geprüften" Vorranggebieten.

Fazit:
Dieser "Umweltbericht" wurde wohl so für die spätere Entscheidung passend erstellt, nach dem Motto: "Wie bestellt, so geliefert". Daher ist dieser "Umweltbericht" als Grundlage von solch weitreichenden Entscheidungen völlig ungeeignet und abzulehnen. 

Abwägung / Begründung

Referenz

1001285_001

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg nutzt für die Erstellung ihrer Planwerke überwiegend Daten, die durch die zuständigen Fachbehörden zur Verfügung gestellt werden. Für eigene Erhebungen von Fachdaten besteht keine Ermächtigungsgrundlage. Validierte naturschutzfachliche Art- und Gebietsdaten werden durch das Landesamt für Umweltschutz des Landes Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt und werden von der RPG A-B-W regelmäßig abgefragt, um den mittel- bis langfristigen Planungen (Regionalplänen) möglichst aktuelle Daten zu Grunde zu legen. 

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen der Bauleitplanung bzw. des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens. In diesem Zuge sind eventuelle Beeinträchtigungen von u.a. Vögeln hinreichend zu prüfen und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung und Kompensation dieser zu beauflagen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001337_003 ID Stellungnehmer: 1001595
Planungskonzeption
Inhalt

Es stellt sich die Frage, warum bei den schädlichen Auswirkungen überhaupt Waldgebiete als "Vorranggebiete" in Betracht genommen werden. Es gibt dafür bisher keine nachvollziehbare, rationale Begründung seitens der Regionalen Planungsgemeinschaft. Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, intakte Waldflächen für WKA zu roden und damit zu zerstören, um dann irgendwo irgendwelche Ersatzpflanzungen (keinen neuen Wald) vornehmen zu wollen. Allein das Baumwachstum dauert Jahrzehnte / Jahrhunderte.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001285_004

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist.

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Vorranggebieten für Forstwirtschaft und in Vorranggebieten für Wassergewinnung in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001337_004 ID Stellungnehmer: 1001595
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Bedenken / Widerspruch zum Vorranggebiet Windpark Schmerz / Gröbern

Windkraftanlagen im Naturpark Dübener Heide: Bei der Dübener Heide handelt es sich um das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet im mitteldeutschen Tiefland. Die Dübener Heide wurde von den Ländern Sachsen und Sachsen- Anhalt als Naturpark ausgewiesen. Die Waldflächen der Dübener Heide und ein Windpark in den Waldflächen sind zwei völlig entgegenstehende Dinge und schließen sich für uns aus. Das harmonische Bild einer weitgehend intakten Natur und Landschaft mit hohem Freizeit- und Erholungswert sowie ökologischer Bedeutung in Bezug auf den Klimawandel würde optisch und akustisch stark beeinträchtigt werden. Auch der Wert von Wohnimmobilien dürfte sinken.
Die große Inanspruchnahme von Waldflachen und insbesondere durch umfangreiche und befestigte Zuwegungen für Schwertransporte, große betonierte Flächen im Umfeld einer WKA, bedeutet eine bleibende Versiegelung des Bodens, auf dem kein Wald wieder gedeihen kann. Die Zerstörung der Bodenstrukturen bedeutet aber auch, dass der Boden weniger Wasser speichern kann, was in unserem niederschlagsarmen Gebiet, insbesondere in Zeiten des Klimawandels, einen weiteren Stressfaktor für die Wälder bedeutet. Wir sind vor ca. 30 Jahren in die Dübener Heide gezogen, um in einer schönen und gesunden Umgebung zu wohnen. In dieser Zeit konnten wir beobachten, dass die Artenvielfalt in Fauna und Flora immer mehr abnimmt. Gab es anfangs noch breite Feldraine mit Kornblumen, Klatschmohn usw. sowie Fasane, Feldhasen und einen reichlichen Bestand an Greifvögeln, wurden die Feldraine zunehmend weggepflügt, um mehr landwirtschaftliche Nutzfläche zu erhalten. Blühstreifen sind nirgendwo zu sehen. Die Vernichtung von Waldflächen dürfte das Artensterben noch forcieren. Durch die WKA kommt es zu einem massenhaften Insekten- und Vogelsterben. Als Imker sehen wir darin natürlich auch Gefahren für unsere Bienenvölker. Diese stehen in der Gemarkung Schköna, sie fliegen aber auf der Suche nach Nahrung bis zu mehreren Kilometern und dürften somit ebenfalls durch die WKA bedroht sein. Massenhaftes Insekten- und Vogelsterben, insbesondere auch von geschützten Vogelarten, widerspricht diametral dem Grundgedanken des Natur- und Artenschutzes.
Es kommt zu einer hohen Lärmbelästigung durch Rotorblätter mit bis zu 60 dB. Im Urlaub an der dänischen Nordseeküste mussten wir diese Erfahrung machen. Was geschieht bei Insolvenz der Pächter / Verpächter? Geht der WKA-Betreiber nach 20 Jahren gesetzlich garantierter Einspeisungsvergütung, auch bei Stillstand immerhin noch 90 % subventioniert, mit der Betreiberfirma (ggf. geplant) in Insolvenz, bleibt der Grundstückseigentümer auf der „Schrottanlage“ sitzen, dieser geht dann auch in Insolvenz bzw. das Grundstück in das Zwangsversteigerungsverfahren, dann haftet letztlich auch nach Ausfall des Verpächters/Grundstückes — das Land Sachsen — Anhalt — und damit wiederum der Steuerzahler und die Stromkunden. Infraschall — große Reichweite bis zu 50 km, ist für den Mensch zwar nicht hörbar, hat aber dennoch negative Auswirkung auf alle Organismen und ist damit gesundheitsschädlich

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Verordnung des Naturparks schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Naturparke bestehen überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten. Sie dienen u.a. der Entwicklung einer durch vielfältige Nutzung
geprägten Landschaft. In ihnen ist eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung fördert. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. In Naturparks sind über die Landschafts- und Naturschutzgebiete hinaus weitere Flächen einbezogen, die unter Berücksichtigung der rechtlichen und planerischen Restriktionen für die Windenergienutzung in Frage kommen.

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung der Gemeinde Muldestausee, welche auf ihrem Gemeindegebiet die Ausweisung eines Sondergebietes für die Nutzung der Windenergie plant. 

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht.
Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Artenschutzrechtliche Belange werden berücksichtigt, soweit es auf der regionalen Planungsebene möglich und geboten ist. 

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21)

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001338 ID Stellungnehmer: 1001596
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Es überrascht uns doch sehr, dass entgegen der Vorplanung (STP Wind 2027; Arbeitskarte
03.03.2023) im vorliegenden Entwurf das Gebiet 01_Zerbst vollständig entfallen ist.
Beitrag zur Energiewende und Zielerreichung
Unser Gebiet 01_Zerbst kann einen wichtigen Beitrag für die Energiewende leisten.
Ohne unser Gebiet 01_Zerbst wird es schwerer, die Klima- und Ausbauziele von Bund und Land zu
erreichen.
Als Flächeneigentümer möchte ich mit der Bereitstellung meiner Flächen für Windenergie meinen
Beitrag zur Energiewende und Versorgungssicherheit leisten.
Gute Standortbedingungen
Die Flächen im Gebiet 01_Zerbst liegen in einer offenen Agrarlandschaft. Sie sind groß genug,
damit die Windräder gebündelt stehen können.
Durch vorhandene Hochspannungsleitungen ist die Landschaft ohnehin technisch und visuell
vorbelastet.
Regionale Wertschöpfung
Ein Landwirtschaftsbetrieb vor Ort will den Windpark selbst betreiben. Durch den regionalen
Betreiber gibt es einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort.
Mit dem Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz profitieren Dorf und Gemeinde finanziell. Das
Gemeindeleben und das Dorfbild können durch derartige finanzielle Leistungen erhalten/
verschönert werden.
Alle Eigentümer profitieren durch das Flächenpool-Modell, nicht nur die mit Anlagen auf der
Fläche.
Pachteinnahmen sichern uns als Flächeneigentümer langfristig ein zusätzliches Einkommen. Mir
persönlich gibt es neue Chancen mein Haus zu erhalten.
Aufgrund der günstigen Lage des potenziellen Windgebiets können lokale Unternehmen mit
günstigem Direktstrom versorgt – das stärkt die Wirtschaft vor Ort.
Effiziente Mehrfachnutzung
Fast 99 % der Fläche bleibt für Landwirtschaft nutzbar.
Windenergie liefert mehr Strom pro Hektar als Biogas oder Photovoltaik.
Gleichbehandlung und Transparenz
Es gibt keine harten Ausschlussgründe.
Eine faire Entscheidung sollte auch Flächen berücksichtigen, die von Eigentümern und Bürgern
unterstützt werden.
Ich unterstütze ausdrücklich die Ausweisung des Gebietes 01_Zerbst (STP Wind 2027;
Arbeitskarte 03.03.2023) weiterhin und bitte darum, unser Gebiet in den Teilplan Windenergie
2027 aufzunehmen.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001335

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Über 1.000 Einwendungen von betroffenen Einwohnern der umliegenden Ortschaften mit Bedenken zu Gesundheitsgefahren, Wertverlust von Grundstücken, Landschaftsbild und Artenschutz gingen gegen die beabsichtigte Ausweisung des Vorranggebietes „Leps“ ein. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen nach dem planerischen Willen der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 1 "Leps" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001339 ID Stellungnehmer: 1001597
Windenergie 2027
Inhalt

Unter Einhaltung der gültigen Vorschriften stimmen die Medienträger der Stadtwerke Dessau dem o.g. Vorhaben grundsätzlich zu.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001340 ID Stellungnehmer: 1001598
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Forderung der vollständigen Einbeziehung des Gebiets 01 Zerbst

Wir unterstützen Sie mit Freude bei der Verwirklichung der politischen Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien sowie dem Netzausbau. Wir möchten auf einer optimal geeigneten Potenzialfläche in der Gemarkung Nutha/Leps ein Vorzeigeprojekt entwickeln, das verschiedene Bereiche wie Windkraft, Photovoltaik, Energiespeicherung und Netzausbau nahtlos miteinander verknüpft. Dabei steht für uns die Schaffung einer bedeutenden regionalen Wertschöpfung im Mittelpunkt, ebenso wie eine umfassende und transparente Bürger- und Kommunalbeteiligung. Vor diesem Hintergrund möchten wir unsere Stellungnahme zum Entfall des Vorschlagsgebietes Zerbst_01 abgeben.

Wer sind wir?

Wir bewirtschaften einen landwirtschaftlichen Betrieb in Nutha bei Zerbst. Angesichts zunehmender klimatischer Herausforderungen sehen wir in der Erzeugung erneuerbarer Energien ein unverzichtbares Standbein, um unseren Betrieb zukunftsfähig zu machen.

Als regionaler Landwirtschaftsbetrieb möchten wir daher die Chance nutzen und in der oben genannten Kulisse einen Windpark planen und langfristig selbst betreiben. Zu diesem Zweck haben wir im Januar 2023 die Erneuerbare Energien Nutha GmbH & Co. KG mit Sitz in Nutha gegründet. Seit Herbst 2023 kooperieren wir nach intensiver Suche mit der innoVent Planungs GmbH & Co. KG aus Varel, die in ihren Windenergieprojekten stets auf regionale Verankerung und Bürgerbeteiligung setzen.

Unser Ziel: Wertschöpfung für unsere Region

Unser Hauptziel ist es, regionale Wertschöpfung zu schaffen und vor Ort zu halten – verbunden mit einer hohen Akzeptanz in der Bevölkerung. Dafür eröffnen wir Möglichkeiten für Bürgerenergieprojekte, Genossenschaften und direkte finanzielle Beteiligungen. Die Stadt Zerbst wird aktiv in die Planung einbezogen und erhält die Möglichkeit, sich unmittelbar am Windpark zu beteiligen.

Kommunale Vorteile:

·       Unser Unternehmenssitz bleibt in Nutha, sodass die Gewerbesteuer in Zerbst verbleibt.

·       Zusätzlich leisten wir nach § 6 EEG freiwillige Zahlungen in Höhe von rund 30.000 € pro Jahr und Windenergieanlage – selbstverständlich für uns. Solche Zahlungen haben in der Vergangenheit bereits spürbare Wirkung gezeigt, etwa bei der Erhöhung der Ortschaftsratmittel, die durch die Mittel aus dem Straguther Windpark finanziert werden (Zerbster Volksstimme, 18.12.2024).

Weitere Regionale Einnahmen:

·       Mit unserem Flächenpool-Pachtmodell erhalten alle Flächeneigentümer im Windgebiet eine Pacht und nicht nur die wenigen, auf deren Flächen tatsächlich eine Windenergieanlage errichtet wird.

·       Rund 70 % der Flächen gehören Eigentümern mit Zerbster Postleitzahlen, sodass ein Großteil der Pachteinnahmen in der Region bleibt. Wie ein Eigentümer betonte: „Das gibt uns ganz neue Möglichkeiten, unseren Resthof zu erhalten.“

Vorteile für die Wirtschaft:

·       Wir bieten stromintensiven Unternehmen in Zerbst eine (Teil-)Stromversorgung mit unserem günstigen Windstrom an und legen Stromkabel direkt aus unserem Gebiet in die Unternehmen; gerne in Kooperation mit den Stadtwerken. Erste Absichtserklärungen lokaler Betriebe liegen bereits vor.

·       Damit stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft.

Gemeinwohlbeiträge:

·       Wir stellen jährlich bis zu 20.000 € (1.000 €/WEA/Jahr) für lokale Projekte bereit.

·       Darüber hinaus sind wir bereit, zusätzliche Schutzmaßnahmen über die gesetzlichen Anforderungen hinaus umzusetzen, um die Akzeptanz in der Bevölkerung langfristig zu sichern.

Wo stehen wir gerade?

Seit Frühjahr 2023 führen wir intensive Gespräche mit den Flächeneigentümern im Gebiet und schließen Flächennutzungsverträge für die Errichtung und den Betrieb von Windenergieanlagen ab. Die Zustimmung ist hoch: Viele Eigentümer haben sich bereits für unser regional verankertes Projekt entschieden. Auf Grundlage der bisherigen Flächensicherung könnten wir schon heute eine zweistellige Zahl von Anlagen realisieren. Für unsere Planungen gehen wir von modernen Anlagentypen mit einem Rotordurchmesser von ca. 160–180 m und einer Nabenhöhe von ca. 180–200 m aus. Gemeinsam mit der innoVent Planungs GmbH & Co. KG haben wir daher die nächsten Schritte eingeleitet: Zwischen April 2024 und August 2025 wurden Fledermaus- und avifaunistische Gutachten durchgeführt. Die Ergebnisse sind vielversprechend und zeigen keine Hindernisse für unser Projekt.

Unser erweitertes technisches Konzept

In unmittelbarer Nähe des geplanten Windgebietes befinden sich von der Stadt Zerbst ausgewiesene Potenzialflächen für Freiflächen-Photovoltaik – ein Teil davon in unserem Eigentum. Gemeinsam mit der Windenergie wollen wir dort ein Solar-Wind-Hybridkraftwerk entwickeln, das Leistungsschwankungen durch die Kombination beider Energiequellen deutlich ausgleicht.

Zur zusätzlichen Stabilisierung sind wir in Gesprächen mit einem Planer für einen Batteriegroßspeicher. Darüber hinaus prüfen wir auch die Möglichkeit, perspektivisch in die Produktion von grünem Wasserstoff oder landwirtschaftlichem Ammoniakdünger einzusteigen.

Und die Stromabnahme?

Für acht Anlagen liegt uns bereits eine positive Rückmeldung von Avacon vor. Zwei weitere Anlagen sind für die direkte Belieferung energieintensiver Unternehmen in Zerbst vorgesehen.

Einen zweiten Bauabschnitt planen wir zeitlich abgestimmt auf den laufenden Netzausbau. Konkrete Vorhaben zur Erhöhung der Übertragungskapazität zwischen Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt (Nord-Süd-Verbindung) liegen vor und umfassen auch Maßnahmen direkt in Zerbst (Umspannwerk).

In diesem Zusammenhang stehen wir in engem Austausch mit 50Hertz zur Flächenbereitstellung für den Netzausbau. Sowohl 50Hertz als auch Avacon haben uns Vorschläge für einen beschleunigten Netzanschluss unterbreitet – auch in Kooperation mit anderen regionalen Projekten der erneuerbaren Energien.

Fazit: Die Abnahme unseres Stroms ist gesichert.

Warum halten wir das Gebiet Zerbst_01 für optimal?

Das Gebiet Zerbst_01 (Arbeitskarte „SPT Wind 2027“ vom 03.03.2023; ca. 400 ha) liegt in einer offenen, landwirtschaftlich genutzten Landschaft südwestlich von Zerbst zwischen Hohenlepte, Eichholz, Leps und Nutha. Die Fläche ist groß genug, um eine Bündelung von Windenergieanlagen zu ermöglichen.

Die landwirtschaftliche Nutzung bleibt nahezu vollständig erhalten: Pro Anlage werden nur ca. 0,3 ha dauerhaft beansprucht – rund 99 % der Fläche können weiterhin bewirtschaftet werden.

Das Gebiet erfüllt zudem die von Ihnen festgelegten raumordnerischen Grundsätze.

Darüber hinaus ist die Landschaft durch bestehende Hochspannungsleitungen bereits visuell und technisch vorbelastet.

Anmerkung zur Neuaufstellung des Raumordnungsplans „Windenergie 2027“ – 1.Entwurf

Das Gebiet Zerbst_01 (Planabsicht STP Wind 2027; Arbeitskarte 03.03.2023) kann einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende und zur Erreichung der Ausbauziele von Bund und Land leisten. Umso mehr überrascht es, dass entgegen der bisherigen Vorplanung (Arbeitskarte 03.03.2023) im aktuellen 1. Entwurf ein vollständiger Entfall des Vorranggebiets Wind Nr. 01_Zerbst vorgesehen ist. Die Gründe hierfür sind im Entwurf nicht nachvollziehbar.

Da keine harten Ausschlusskriterien erkennbar sind, fordern wir eine erneute sachgerechte Prüfung. Eine faire und transparente Abwägung erfordert, dass auch Flächen berücksichtigt werden, die auf klare lokale Unterstützung stoßen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Über 1.000 Einwendungen von betroffenen Einwohnern der umliegenden Ortschaften mit Bedenken zu Gesundheitsgefahren, Wertverlust von Grundstücken, Landschaftsbild und Artenschutz gingen gegen die beabsichtigte Ausweisung des Vorranggebietes „Leps“ ein. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen nach dem planerischen Willen der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 1 "Leps" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001341 ID Stellungnehmer: 1001599
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Forderung der Aufnahme des Vorschlagsgebietes 1 (Nutha/Hohenlepte/Eicholz/Leps) 

Mit der aktuellen Fortschreibung Ihres „Sachlichen Teilplan Windenergie 2027“ ist das Leitbild verbunden, die forcierten gesetzlichen Ausbauzielsetzungen zum erforderlichen Ausbau der erneuerbaren Energien in ein abgestimmtes Maßnahmenkonzept regionsspezifischer Planungen und Maßnahmen zu integrieren. Abgeleitet aus dem „Wind-an-Land-Gesetzt“ wird an die Bundesländer das Erfordernis gerichtet, einen substanziellen prozentualen Anteil der Landesfläche für die Windenergienutzung an Land auszuweisen. Für das Bundesland Sachsen-Anhalt werden im Rahmen der Umsetzungsverpflichtung auf Grundlage des § 9a LEntwG konkrete Flächenziele für die Planungsregionen definiert. Daraus resultiert für die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Verpflichtung, bis zum 31.12.2027 als Zwischenziel mindestens 1,9 % (6.903 ha) der Regionsfläche für die Nutzung der Windenergie als Zielvorgabe planerisch auszuweisen. Bis zum 31.12.2032 ist in einer zweiten Stufe ein Flächenbeitragswert zur Nutzung der Windenergie im Umfang von 2,3 % (8.357 ha) der Regionsfläche zu erzielen.

Der forcierte Ausbau der Windenergienutzung liegt gesetzlich verankert im überragenden öffentlichen Interesse und dient der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit. Bis zur Erreichung der Treibhausgasneutralität sollen die Erneuerbaren Energien in den Planungsverfahren als vorrangiger Belang in der Schutzgüterabwägung behandelt werden. 

Regionsspezifisch bildet sich auf dieser Grundlage der Planungsauftrag, die bisherige Flächenkulisse zur „Nutzung der Windenergie“ im Umfang von 3.590 ha (0,99 % der Planungsregion) in der ersten Stufe bis Ende 2027 annähernd zu verdoppeln und bis Ende 2032 um einen Faktor von rd. 2,3 der Regionsfläche signifikant zu erhöhen und planerisch der Windenergienutzung zu widmen.

Im Rahmen der Bearbeitung zur Festlegung der zukünftigen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie wird in der Planungskonzeption die fachspezifische Methodik der Abschichtung anhand der vorliegenden Raumkategorien vorgenommen. Hierbei werden Flächen die aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen einer Errichtung von Windenergieanlagen entgegenstehen unmittelbar bei der Vorranggebietsfestlegung ausgeschlossen. Die verbleibenden Raumkategorien werden einer vertiefenden Prüfung anhand der seitens der Planungsgemeinschaft definierten planerischen Restriktionen unterzogen. Neben den Restriktionskriterien sollen positive Bewertungsparameter (u.a. Vorbelastung anhand technischer Infrastruktur, Nähe zu Vorrangstandorten für landes- und regionalbedeutsame Industrie- und Gewerbeflächen, Kommunale Partizipation sowie Private Belange) in die Planung einbezogen werden.

Unser Unternehmen betreibt im Kontext Ihrer Planungen gemeinsam mit einer örtlich ansässigen Agrargesellschaft am Standort Nutha/Hohenlepte/Eichholz/Leps (Stadt Zerbst) Vorhaben zur regenerativen Energieerzeugung. Die Planung bezieht sich auf einen Gebietsabschnitt des gem. „Planabsicht STP Wind 2027 (Arbeitskarte vom 03.03.2023) zur Ausweisung stehenden Vorranggebietes (VR Wind Nr. 01_Zerbst) mit einer Größenordnung von rd. 400 ha. Das Areal erstreckt sich über einen strukturarmen, landwirtschaftlich intensiv genutzten Landschaftsraum südwestlich der Stadt Zerbst, zwischen den Ortschaften Hohenlepte, Eichholz und Leps. Als markantes visuell-räumliches Vorbelastungselement verlaufen durch den Standort zwei Freileitungshochspannungssysteme mit ausgeprägter räumlich technogener Wirkung. In Kombination mit dem Flächenmaß kann diese räumliche Situation in hohem Maße den konzeptionellen Anforderungen an eine räumliche Konzentrationswirkung mit einer hohen möglichen WEA-Anzahl entsprechen.  

Mit einem Großteil der zugrundeliegenden Eigentümergemeinschaft wurde eine flächendeckende Kooperation mit der Zielsetzung vereinbart, ein gemeinsames Windenergievorhaben mit einem Höchstmaß an lokaler Partizipation und Wertschöpfung zu entwickeln. In diesem Zusammenhang erfolgten bereits Informationsveranstaltungen frühzeitigen Einbindung der lokalen Akteure. Mit Vertretern ortsansässiger energieintensiver Gewerbebetriebe wurde die mit einer lokalen regenerativen Energieerzeugung verbundenen positiven Synergiepotenziale ausgelotet. Neben den privaten Interessen wurden auch die umfangreichen Wertschöpfungspotenziale für die kommunale Teilhabe vorgestellt. Das Vorhaben stößt nicht zuletzt aufgrund des umfangreichen lokalen Partizipations- und Integrationsgrads auf ein sehr großes Interesse.

Flankierend wurden zur Ermittlung der naturschutz- sowie artenschutzfachlichen Zulässigkeitsperspektive faunistische Kartierungen gem. fachlichem Methodenstandard im räumlichen Umfeld des Vorhabens durchgeführt. Im Ergebnis der vorliegenden Untersuchungsergebnisse zum lokalen Vorkommen von Vogel- und Fledermausarten kann für den Standort eine hohe Eignung für die angestrebte windenergetische Nutzung festgestellt werden, so dass die vorliegende Planung insgesamt in hohem Maße dem seitens der Planungsregion zur Anwendung kommenden Kriterienkatalog entspricht.

Vor diesem Hintergrund überrascht es sehr, dass entgegen der bisherigen Vorplanung (Planabsicht STP Wind 2027; Arbeitskarte 03.03.2023) in dem vorliegenden 1. Entwurf zur Neuaufstellung des Raumordnungsplans „Sachlicher Teilplan Windenergie 2027“ ein vollständiger Entfall des VR Wind Nr. 01_Zerbst vorgenommen wurde.   

Auf Basis der zuvor beschriebenen Aspekte ist dem VR Wind Nr. 01_Zerbst ein außerordentlich hohes Eignungspotenzial zur planerisch gesteuerten Windenergienutzung beizumessen. Die dem Planungskonzept zugrundeliegenden positiven Planungskriterien spiegeln sich in der standortspezifischen Ausprägung in hohem Maße und Gewichtung wider, so dass im Zuge einer Abwägung eine deutlicher Ausschlag zugunsten der Erneuerbaren Energien erfolgen müsste. Die aktuell vorgenommene Streichung des Gebietes lässt diesen Anspruch jedoch vollkommen unberücksichtigt und entspricht nicht dem gesetzlich gebotenen Abwägungserfordernis im Hinblick einer umfassenden Berücksichtigung des überragenden öffentlichen Interesses. Wir möchten Sie bitten, diese offensichtliche Problematik aufzulösen und die Fläche vollumfänglich in der zukünftigen Gebietskulisse aufzunehmen.     

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Über 1.000 Einwendungen von betroffenen Einwohnern der umliegenden Ortschaften mit Bedenken zu Gesundheitsgefahren, Wertverlust von Grundstücken, Landschaftsbild und Artenschutz gingen gegen die beabsichtigte Ausweisung des Vorranggebietes „Leps“ ein. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen nach dem planerischen Willen der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 1 "Leps" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001342 ID Stellungnehmer: 1001600
Windenergie 2027
Inhalt

Ich lehne jegliche Windparks ab!

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001343 ID Stellungnehmer: 1001601
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum VR XIX

Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001343_001 ID Stellungnehmer: 1001601
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum VR XXXII

Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001344 ID Stellungnehmer: 1001602
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch gegen VR XIX

Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchtet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001344_001 ID Stellungnehmer: 1001602
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch gegen VR XXXII

Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001346 ID Stellungnehmer: 1001603
Windenergie 2027
Inhalt

Bei dem geplanten Teilplan sind nachfolgenden Bedingungen / Auflagen und Hinweise aus Sicht der DB AG und ihrer Konzernunternehmen zu beachten und einzuhalten:
Bei der Festsetzung von Vorranggebieten für Windenergieanlagen (WEA) sind folgende Punkte zu beachten:
Die Eisenbahnen sind nach dem Allgemeinen Eisenbahngesetz (AEG) verpflichtet, ihren Betrieb sicher zu führen und die Eisenbahnstruktur sicher zu bauen und in einem betriebssicheren Zustand zu halten (§ 4 Absatz 3 AEG). Darüber hinaus sind die Anlagen der Eisenbahnen des Bundes (EdB) besonders schutzbedürftig und müssen vor den Gefahren des Eisabwurfs und für den Ausschluss von Störpotentialen, dem sog. Stroboskopeffekt, dringend geschützt werden. Um dies zu gewährleisten, müssen WEA gemäß EiTB Teil A Kapitel A 1 lfd. Nr. 1.2.8.7 i.V.m. Anlage A 1.2.8/6 einen Abstand von größer 1,5 x (Rotordurchmesser plus Nabenhöhe) Abstand zum nächstgelegenen in Betrieb befindlichen Gleis (Gleisachse) aufweisen. Um dies zu gewährleisten, müssen WEA den gemäß EiTB Teil A Kapitel A 1 lfd. Nr. 1.2.8.7 i.V.m.
Anlage A 1.2.8/6 geltenden Abstand aufweisen. Für Freileitungen aller Spannungsebenen, z.B. 110 kV-Bahnstromleitungen / 15 kV-Speiseleitungen etc., gelten die Abstandsregelungen in DIN EN 50341-3-4 (VDE 0210-3):2011-01.
Ihr Plangebiet liegt im näheren Umfeld unserer 110-kV-Bahnstromleitung. Zwischen dem äußersten ruhenden Leiter der Freileitung und der Turmachse der WEA sind mindestens folgende Abstände einzuhalten: aWEA=0,5 x DWEA + aRaum + aLTG Dabei ist:

  • WEA waagerechter Abstand zwischen äußerstem ruhenden Leiterseil und Turmachse der WEA

  • DWEA Durchmesser des Rotors der WEA

  • Raum Arbeitsraum für Montagekrane für Errichtung und betriebsbedingte Arbeiten an der WEA (Annahme 25 m) 

  • LTG waagerechter spannungsabhängiger Mindestabstand (hier bei 110 kV = 20m)

Liegen die Leiter innerhalb der Nachlaufströmung und ist der kleinste Abstand zwischen Turmachse der Windenergieanlage und dem nächstliegenden ruhenden Leiter größer dem 1-fachen und kleiner 3 x Durchmesser des Rotors, ist für ausreichenden Schwingungsschutz zu sorgen. Die Nachlaufströmung der WEA wird durch ihren unteren Rand bestimmt gemäß:
Die Höhe h errechnet sich mit h = hWEA - ( 0,5 x DWEA ) - 0,1 x
Dabei ist: DWEA Durchmesser des Rotors der WEA, hWEA Höhe der Radnabe über der örtlichen Geländeoberkante x waagerechter Abstand von der Turmachse der WEA. Durch das Vorhaben dürfen die Sicherheit und die Leichtigkeit des Eisenbahnverkehres auf der angrenzenden Bahnstrecke nicht gefährdet oder gestört werden. Durch den Eisenbahnbetrieb und die Erhaltung der Bahnanlagen entstehen Emissionen (insbesondere Luft- und Körperschall, Abgase, Funkenflug, Abriebe z.B. durch Bremsstäube, elektrische Beeinflussungen durch magnetische Felder etc.), die zu Immissionen an benachbarter Bebauung führen können.
Für sämtliche Schäden, die der Deutschen Bahn AG aus der Baumaßnahme entstehen, haftet der Antragsteller in vollem Umfang. Sämtliche Kosten, die der DB AG aus der Baumaßnahme entstehen, sind vom Antragsteller zu tragen und werden gesondert in Rechnung gestellt. Die Abrechnung erfolgt nach den „Allgemeinen Vertragsbedingungen für außertarifliche Leistungen der DB AG (AVBL)“. Wir verweisen auf die Sorgfaltspflicht des Bauherrn. Für alle zu Schadensersatz verpflichtenden Ereignisse, welche aus der Vorbereitung, der Bauausführung und dem Betrieb des Bauvorhabens abgeleitet werden können und sich auf Betriebsanlagen der Eisenbahn auswirken, kann sich eine Haftung des Bauherrn ergeben. Wir empfehlen daher vor Baubeginn eine erneute Beteiligung der DB AG, DB Immobilien, bei allen Baumaßnahmen durch den Bauherrn. Bei Bauten, die nicht im Genehmigungsfreistellungsverfahren errichtet werden, ist die DB als Nachbar am Verfahren zu beteiligen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001352 ID Stellungnehmer: 1001585
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > I Annaburg
Inhalt

Ich bin gegen den Bau von Windkraftanlagen an diesem Standort. Die geplanten Windräder würden das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen und die Wohn- und Lebensqualität im Dorf stark mindern. Zudem sehe ich Risiken für Natur und Artenvielfalt, insbesondere für Vögel und Fledermäuse in der Umgebung. Ich befürchte auch gesundheitliche Belastungen durch Lärm und Schattenschlag. Grundsätzlich bin ich für erneuerbare Energien, aber ich halte diesen Standort für ungeeignet. Es sollten stattdessen alternative Flächen geprüft werden, die weniger Auswirkungen auf Mensch und Natur haben.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihalts der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen.

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001359 ID Stellungnehmer: 1001610
Windenergie 2027
Inhalt

Stellungnahme zum Entwurf des Sachlichen Teilplans „Wind 2027“ in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg für das Gebiet Kemberg/Dorna Nr. 10

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie bereits in unserer vorhergehenden Korrespondenz erwähnt, bin ich als Teil der Erbengemeinschaft Koert-Lehmann/Lehmann Grundstückseigentümerin im Gebiet Kemberg/Dorna. Unter anderem gehören folgende Grundstücke zu unserem Eigentum:

Grundbuch von Rackith – Flur 3 – Flurstücke 80/2, 80/4, 297/79.

Zunächst möchte ich mich ausdrücklich für die bisher geleistete Arbeit der Regionalen Planungsgemeinschaft bedanken. Die Ausweisung von Windenergie-Vorranggebieten ist eine komplexe und verantwortungsvolle Aufgabe, die hohe Anforderungen an Abwägung, Fachlichkeit und Transparenz stellt.

Ich habe die Sitzung am 17.06.2025 persönlich vor Ort verfolgt. Ehrlicherweise war ich irritiert über den Tonfall einzelner Bürgerbeiträge und über manche Argumentationen, die wenig Substanz erkennen ließen. Teilweise wirkten diese eher von Propaganda und einem undemokratisch anmutenden Vorgehen geprägt, das fast ausschließlich auf ein „Dagegen“ hinauslief, ohne konstruktive Ansätze zu liefern.

Umso mehr habe ich die fundierte und sachlich differenzierte Diskussion der stimmberechtigten Mitglieder geschätzt, die verdeutlichte, wie wichtig eine ausgewogene und fachlich tragfähige Entscheidungsfindung für die Region ist.

Mit dieser Stellungnahme möchte ich, namens der Erbengemeinschaft, ausdrücklich betonen, dass wir der Ausweisung von Vorranggebieten grundsätzlich positiv gegenüberstehen. Wir sind bereits mit Projektentwicklern im Gespräch und haben den Eindruck gewonnen, dass viele dieser Unternehmen mit großer Verantwortung und Rücksicht auf die Region gestalten würden. Entsprechend sprechen wir uns für die Schaffung des erforderlichen Planungsrechts aus.

Dennoch erhebe ich gegen ein Detail Einspruch, das sich im Vergleich zu früheren Planungen nicht nachvollziehbar erschließt. Dieser Einspruch ist nicht als grundsätzliche Kritik, sondern als konstruktiver Beitrag zu verstehen, um die Qualität und Nachvollziehbarkeit der Planung weiter zu stärken.

1. Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Abwägung (§ 2 Abs. 3 ROG i. V. m. § 1 Abs. 7 BauGB)
Für den Ausschluss bzw. teilweisen Ausschluss der Flurstücke 80/2, 80/4 und 297/79 (Grundbuch Rackith, Flur 3) ist aus meiner Sicht die Begründung derzeit nicht ausreichend nachvollziehbar. Diese Flächen waren in früheren Planungsständen (2023) als Potenzialflächen ausgewiesen, gelten nach Einschätzung von Fachleuten und Projektentwicklern weiterhin als geeignet, wurden nun jedoch im aktuellen Entwurf nicht mehr berücksichtigt.

Als möglicher Ausschlussgrund lässt sich aus den vorliegenden Informationen lediglich das Vorkommen von Rot- und Schwarzmilan im relevanten Umkreis vermuten, der ein Abstandsgebot bedingt. Hierzu möchten wir jedoch anmerken:

  • Ortsansässige Ornithologen haben bestätigt, dass in dem entsprechenden Umfeld aktuell weder Brut- noch Schwerpunktreviere bestehen.

  • Eine aktuelle naturschutzfachliche Begründung für den Ausschluss dieser Flächen konnte ich bislang nicht nachvollziehen.

Ich rege daher an, die Datenlage zu überprüfen und eine transparente Begründung vorzulegen, um die Entscheidung für alle Beteiligten klarer nachvollziehbar zu machen.

2. Effizienzgebot und Planungsökonomie (§ 1 Abs. 5 BauGB)
Selbst unter der Annahme, dass Rot- bzw. Schwarzmilan in der Umgebung vorkommen, erschließt sich nicht, weshalb das Vorranggebiet nicht bis an die fachlich gebotenen Abstandsflächen herangeführt wurde. Durch die weitergehende Begrenzung werden Flächen ausgeschlossen, die nach objektiven Kriterien konfliktarm und geeignet erscheinen.

Die Grundsätze einer nachhaltigen und sparsamen Flächennutzung sprechen dafür, möglichst alle geeigneten Flächen einzubeziehen, um die Effizienz der Planung zu erhöhen. Eine stärkere Nutzung der Flächen bis an die Abstandsgrenzen würde nicht nur die Planungsökonomie verbessern, sondern auch die Energiewende in der Region effizienter unterstützen.

3. Flächeneffizienz und Verhältnis zu Infrastruktur-Vorranggebieten

Bei der Durchsicht des Planungsentwurfs ist mir aufgefallen, dass für den Bereich der Rohstoffgewinnung („Kiesgrube“) in Rackith eine sehr großzügige Flächenausweisung vorgesehen ist. Die aktuellen Beteiligungsverhältnisse des Unternehmens, das den Abbau betreibt, deuten darauf hin, dass eine spätere Nutzung als Photovoltaik-Standort vorgesehen ist.

Ohne die Notwendigkeit dieser Sicherung in Frage zu stellen, möchte ich an dieser Stelle lediglich einen ergänzenden Hinweis geben: Eine langfristige Bindung großer Flächen an die Nutzung für Rohstoffgewinnung führt dazu, dass Flächen für erneuerbare Energien – insbesondere für Windenergie – nicht mehr zur Verfügung stehen.

Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, die Flächenausweisung auch unter dem Gesichtspunkt der Flächeneffizienz und der im EEG 2023 verankerten Vorrangstellung der erneuerbaren Energien (§ 2: „überragendes öffentliches Interesse“) zu betrachten. Ergänzend sei darauf hingewiesen:

Auch eine spätere Nutzung als Photovoltaikstandort weist im Vergleich zu Windenergieanlagen bei gleicher Stromproduktion eine deutlich geringere Flächeninanspruchnahme auf als Photovoltaik.

  • Nach Analysen des MIT liegt die Flächeninanspruchnahme von PV im Durchschnitt bis zu zehnmal höher als bei Windenergie bei gleicher Stromproduktion.

  • Auch die Flächenproduktivität (Power Density) von Windkraft ist mit ca. 1,84 W/m² deutlich günstiger als die von Solarenergie (ca. 0,63 W/m²).

Diese Überlegungen sollen als ergänzender Beitrag verstanden werden, um die Abwägung hinsichtlich einer nachhaltigen und effizienten Flächennutzung weiter zu unterstützen.

Antrag
Ich beantrage, die Flurstücke Grundbuch Rackith, Flur 3, Flurstücke 80/2, 80/4 und 297/79 in die Fortschreibung des Regionalplans „Windenergie“ einzubeziehen bzw. eine erneute, nachvollziehbare Abwägung unter Berücksichtigung der vorstehenden Argumente vorzunehmen.

Ergänzender Antrag: Integration von Batteriespeichersystemen (BESS)

Aus meiner beruflichen Tätigkeit im Bereich der erneuerbaren Energien weiß ich, dass sogenannte Battery Energy Storage Systems (BESS) für den Erfolg der Energiewende von zentraler Bedeutung sind. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag zur Netzstabilität, indem sie Strom aus Wind und Sonne zwischenspeichern und so eine kontinuierliche Versorgung sicherstellen.

Im vorliegenden Planungsentwurf sehe ich jedoch Herausforderungen, geeignete Standorte für BESS-Systeme zu realisieren:

  • Nähe und Abstand: BESS müssen aus Gründen der Netzeffizienz in einer gewissen Nähe zu Windparks errichtet werden, zugleich aber ausreichend Abstand zu Rotoren wahren (Sicherheitsabstände, Brand- und Explosionsschutz).

  • Flächenkonkurrenz: Die für BESS geeigneten Standorte sind im Plan zumeist als landwirtschaftliche Vorrangflächen ausgewiesen, was die Umsetzung erheblich erschwert.

Mein Vorschlag
Ich rege an, im Regionalplan eine ergänzende Regelung aufzunehmen, die…

  1. eine Flexibilisierung für Speicherprojekte im Umfeld ausgewiesener Windvorranggebiete vorsieht,

  2. die Realisierbarkeit von BESS-Standorten erleichtert, ohne den Grundsatz der sparsamen Flächennutzung zu verletzen, und

  3. die Wertschöpfung und Effizienz von Windenergieprojekten in der Region nachhaltig erhöht.

Eine solche Anpassung würde nicht nur die praktische Umsetzung sichern, sondern auch die gesamte Region stärken: durch höhere Versorgungssicherheit, mehr Flexibilität im Energiesystem und einen zusätzlichen Standortvorteil im Wettbewerb um nachhaltige Investitionen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Karin Koert-Lehmann

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001359_001 ID Stellungnehmer: 1001610
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > X Kemberg/Dorna
Inhalt

Ich beantrage, die Flurstücke Grundbuch Rackith, Flur ..., Flurstücke ... in die Fortschreibung des Regionalplans „Windenergie“ einzubeziehen bzw. eine erneute, nachvollziehbare Abwägung unter Berücksichtigung der vorstehenden Argumente vorzunehmen.

Ich bin als Teil der Erbengemeinschaft ... Grundstückseigentümerin im Gebiet Kemberg/Dorna. 

1. Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Abwägung (§ 2 Abs. 3 ROG i. V. m. § 1 Abs. 7 BauGB)
Für den Ausschluss bzw. teilweisen Ausschluss der Flurstücke ...ist aus meiner Sicht die Begründung derzeit nicht ausreichend nachvollziehbar. Diese Flächen waren in früheren Planungsständen (2023) als Potenzialflächen ausgewiesen, gelten nach Einschätzung von Fachleuten und Projektentwicklern weiterhin als geeignet, wurden nun jedoch im aktuellen Entwurf nicht mehr berücksichtigt.

Als möglicher Ausschlussgrund lässt sich aus den vorliegenden Informationen lediglich das Vorkommen von Rot- und Schwarzmilan im relevanten Umkreis vermuten, der ein Abstandsgebot bedingt. Hierzu möchten wir jedoch anmerken:

  • Ortsansässige Ornithologen haben bestätigt, dass in dem entsprechenden Umfeld aktuell weder Brut- noch Schwerpunktreviere bestehen.

  • Eine aktuelle naturschutzfachliche Begründung für den Ausschluss dieser Flächen konnte ich bislang nicht nachvollziehen.

Ich rege daher an, die Datenlage zu überprüfen und eine transparente Begründung vorzulegen, um die Entscheidung für alle Beteiligten klarer nachvollziehbar zu machen.

2. Effizienzgebot und Planungsökonomie (§ 1 Abs. 5 BauGB)
Selbst unter der Annahme, dass Rot- bzw. Schwarzmilan in der Umgebung vorkommen, erschließt sich nicht, weshalb das Vorranggebiet nicht bis an die fachlich gebotenen Abstandsflächen herangeführt wurde. Durch die weitergehende Begrenzung werden Flächen ausgeschlossen, die nach objektiven Kriterien konfliktarm und geeignet erscheinen.

Die Grundsätze einer nachhaltigen und sparsamen Flächennutzung sprechen dafür, möglichst alle geeigneten Flächen einzubeziehen, um die Effizienz der Planung zu erhöhen. Eine stärkere Nutzung der Flächen bis an die Abstandsgrenzen würde nicht nur die Planungsökonomie verbessern, sondern auch die Energiewende in der Region effizienter unterstützen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die beantragten Flächen liegen nicht im Suchraum für die Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie entsprechend der Auswahlkriterien des Planungskonzeptes. Betroffen sind die 1.000 m-Tabuzone zur bebauten Ortslage Lammsdorf und 1.000 m zum Brutstandort des Fischadlers.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001359_002 ID Stellungnehmer: 1001610
Planungskonzeption
Inhalt

Flächeneffizienz und Verhältnis zu Infrastruktur-Vorranggebieten

Bei der Durchsicht des Planungsentwurfs ist mir aufgefallen, dass für den Bereich der Rohstoffgewinnung („Kiesgrube“) in Rackith eine sehr großzügige Flächenausweisung vorgesehen ist. Die aktuellen Beteiligungsverhältnisse des Unternehmens, das den Abbau betreibt, deuten darauf hin, dass eine spätere Nutzung als Photovoltaik-Standort vorgesehen ist.

Ohne die Notwendigkeit dieser Sicherung in Frage zu stellen, möchte ich an dieser Stelle lediglich einen ergänzenden Hinweis geben: Eine langfristige Bindung großer Flächen an die Nutzung für Rohstoffgewinnung führt dazu, dass Flächen für erneuerbare Energien – insbesondere für Windenergie – nicht mehr zur Verfügung stehen.

Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, die Flächenausweisung auch unter dem Gesichtspunkt der Flächeneffizienz und der im EEG 2023 verankerten Vorrangstellung der erneuerbaren Energien (§ 2: „überragendes öffentliches Interesse“) zu betrachten. Ergänzend sei darauf hingewiesen:

Auch eine spätere Nutzung als Photovoltaikstandort weist im Vergleich zu Windenergieanlagen bei gleicher Stromproduktion eine deutlich geringere Flächeninanspruchnahme auf als Photovoltaik.

  • Nach Analysen des MIT liegt die Flächeninanspruchnahme von PV im Durchschnitt bis zu zehnmal höher als bei Windenergie bei gleicher Stromproduktion.

  • Auch die Flächenproduktivität (Power Density) von Windkraft ist mit ca. 1,84 W/m² deutlich günstiger als die von Solarenergie (ca. 0,63 W/m²).

Diese Überlegungen sollen als ergänzender Beitrag verstanden werden, um die Abwägung hinsichtlich einer nachhaltigen und effizienten Flächennutzung weiter zu unterstützen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die Festlegung von Vorranggebieten für Rohstoffgewinnung und deren Doppelnutzung für erneuerbare Energien sind kein Planinhalt.

StN-ID: 1001359_003 ID Stellungnehmer: 1001610
Windenergie 2027
Inhalt

Zunächst möchte ich mich ausdrücklich für die bisher geleistete Arbeit der Regionalen Planungsgemeinschaft bedanken. Die Ausweisung von Windenergie-Vorranggebieten ist eine komplexe und verantwortungsvolle Aufgabe, die hohe Anforderungen an Abwägung, Fachlichkeit und Transparenz stellt.

Ich habe die Sitzung am 17.06.2025 persönlich vor Ort verfolgt. Ehrlicherweise war ich irritiert über den Tonfall einzelner Bürgerbeiträge und über manche Argumentationen, die wenig Substanz erkennen ließen. Teilweise wirkten diese eher von Propaganda und einem undemokratisch anmutenden Vorgehen geprägt, das fast ausschließlich auf ein „Dagegen“ hinauslief, ohne konstruktive Ansätze zu liefern.

Umso mehr habe ich die fundierte und sachlich differenzierte Diskussion der stimmberechtigten Mitglieder geschätzt, die verdeutlichte, wie wichtig eine ausgewogene und fachlich tragfähige Entscheidungsfindung für die Region ist.

Mit dieser Stellungnahme möchte ich, namens der Erbengemeinschaft, ausdrücklich betonen, dass wir der Ausweisung von Vorranggebieten grundsätzlich positiv gegenüberstehen. Wir sind bereits mit Projektentwicklern im Gespräch und haben den Eindruck gewonnen, dass viele dieser Unternehmen mit großer Verantwortung und Rücksicht auf die Region gestalten würden. Entsprechend sprechen wir uns für die Schaffung des erforderlichen Planungsrechts aus.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001359_004 ID Stellungnehmer: 1001610
Windenergie 2027
Inhalt

Antrag: Integration von Batteriespeichersystemen (BESS)

Sogenannte Battery Energy Storage Systems (BESS) sind für den Erfolg der Energiewende von zentraler Bedeutung. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag zur Netzstabilität, indem sie Strom aus Wind und Sonne zwischenspeichern und so eine kontinuierliche Versorgung sicherstellen.

Im vorliegenden Planungsentwurf sehe ich jedoch Herausforderungen, geeignete Standorte für BESS-Systeme zu realisieren:

  • Nähe und Abstand: BESS müssen aus Gründen der Netzeffizienz in einer gewissen Nähe zu Windparks errichtet werden, zugleich aber ausreichend Abstand zu Rotoren wahren (Sicherheitsabstände, Brand- und Explosionsschutz).

  • Flächenkonkurrenz: Die für BESS geeigneten Standorte sind im Plan zumeist als landwirtschaftliche Vorrangflächen ausgewiesen, was die Umsetzung erheblich erschwert.

Mein Vorschlag
Ich rege an, im Regionalplan eine ergänzende Regelung aufzunehmen, die…

  1. eine Flexibilisierung für Speicherprojekte im Umfeld ausgewiesener Windvorranggebiete vorsieht,

  2. die Realisierbarkeit von BESS-Standorten erleichtert, ohne den Grundsatz der sparsamen Flächennutzung zu verletzen, und

  3. die Wertschöpfung und Effizienz von Windenergieprojekten in der Region nachhaltig erhöht.

Eine solche Anpassung würde nicht nur die praktische Umsetzung sichern, sondern auch die gesamte Region stärken: durch höhere Versorgungssicherheit, mehr Flexibilität im Energiesystem und einen zusätzlichen Standortvorteil im Wettbewerb um nachhaltige Investitionen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regelung im Grundsatz G 6.1-5 des 2. Entwurfs LEP LSA, dass die Errichtung von Stromspeicheranlagen möglichst raum- und flächenschonend sowie im räumlich-funktionalen Zusammenhang mit Umspannwerken erfolgen soll, wird als ausreichend angesehen. Die Errichtung von Stromspeicheranlagen, insbesondere von Batteriespeichern, soll möglichst freiraum- und flächenschonend erfolgen, um die Nutzung von Ressourcen zu optimieren und die Flächeninanspruchnahme zu minimieren. Die raumordnerische Zulässigkeit von Speichern wird im Vorhabenzulassungsverfahren im Einzelfall geprüft.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001364 ID Stellungnehmer: 1001611
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Einspruch gegen die Nicht Berücksichtigung des Gebietes 01 Zerbst gegenüber der Vorplanung (STP Wind 2027; Arbeitskarte 03.03.2023).
Als Flächeneigentümer möchten wir einen Beitrag zur Energiewende leisten. Ohne dieses Gebiet wird es schwer, die Klimaziele von Bund und Land zu erreichen. Das betreiben der Anlage wird durch einen lokalen Landwirtschaftsbetrieb ermöglicht. Die günstige Lage der Flächen ermöglichen eine kostengünstige Versorgung von lokalen Unternehmen mit Direktstrom. Als Eigentümer profitieren wir auch vom Flächenmodell. Die Nutzung der Grundstücke für landwirtschaftliche Produktion bleibt bestehen. Es gibt also keine harten Ausschlussgründe.
Deshalb unterstützen wir die Ausweisung des Gebietes 01 Zerbst (WTP Wind 2027-Arbeit, Karte
03.03.2027)

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Über 1.000 Einwendungen von betroffenen Einwohnern der umliegenden Ortschaften mit Bedenken zu Gesundheitsgefahren, Wertverlust von Grundstücken, Landschaftsbild und Artenschutz gingen gegen die beabsichtigte Ausweisung des Vorranggebietes „Leps“ ein. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen nach dem planerischen Willen der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 1 "Leps" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001365 ID Stellungnehmer: 1001612
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Einspruch gegen die Nicht Berücksichtigung des Gebietes 01Zerbst gegenüber der Vorplanung(STP Wind 2027; Arbeitskarte 03.03.2023).
Als Flächeneigentümer möchten wir einen Beitrag zur Energiewende leisten. Ohne dieses Gebiet wird es schwer, die Klimaziele von Bund und Land zu erreichen. Das betreiben der Anlage wird durch einen lokalen Landwirtschaftsbetrieb ermöglicht. Die günstige Lage der Flächen ermöglichen eine kostengünstige Versorgung von lokalen Unternehmen mit Direktstrom. als Eigentümer profitieren wir auch vom Flächenmodell. Die Nutzung derGrundstücke für landwirtschaftliche Produktion bleibt bestehen.
Es gibt also keine harten Ausschlussgründe.
Deshalb unterstützen wir die Ausweisung des Gebietes 01 Zerbst (WTP Wind 2027-Arbeit, Karte
03.03.2027)

Abwägung / Begründung

Referenz

1001364

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Über 1.000 Einwendungen von betroffenen Einwohnern der umliegenden Ortschaften mit Bedenken zu Gesundheitsgefahren, Wertverlust von Grundstücken, Landschaftsbild und Artenschutz gingen gegen die beabsichtigte Ausweisung des Vorranggebietes „Leps“ ein. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen nach dem planerischen Willen der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 1 "Leps" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001366 ID Stellungnehmer: 1001614
Windenergie 2027
Inhalt

Durch die Planinhalte sind keine sächsischen Kulturdenkmale im Zuständigkeitsbereich des Landesamts für Denkmalpflege Sachsen betroffen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001367 ID Stellungnehmer: 1001615
Windenergie 2027
Inhalt

Abwasserrechtliche Belange sind nicht berührt.
 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001368 ID Stellungnehmer: 1001616
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XII Linda
Inhalt

Die Gemeindevertretung der Gemeinde Niederer Fläming hat sich in ihrer Sitzung vom 15.09.2025 mit Beschluss-Nr. GVNF/153/2025 dazu positioniert, der Erweiterung des Bestands-Vorranggebietes ,,Linda" nicht zuzustimmen.

Hier wird das Bestands-Vorranggebiet Nr. Xll ,,Linda", welches bislang lediglich den Bereich der Bestandsanlagen umfasste, nun mit einer Fläche von ca. 544ha (z. T. auch mit 539 ha) ausgewiesen, und somit unmittelbar bis an die Gemeindegrenze einschließlich der Waldflächen erweitert. Die Belange der Gemeinde Niederer Fläming sind damit betroffen.
Der Sachliche Teilregionalplan Windenergienutzung 2027 der Region Havelland-Fläming, genehmigt vom 26.09.2024, legt die angrenzende Fläche der Gemarkung Welsickendorf als Vorranggebiet für die Windenergienutzung ,,Welsickendorf' (Größe ca. 404 ha) fest. Der in der Begründung zum Sachlichen Teilregionalplan Windenergienutzung 2027 der Region Havelland-Fläming festgesetzte Mindestabstand zwischen Außengrenzen benachbarter Vorranggebiete innerhalb der Planungsregion für die Windenergienutzung von 5 km wird in diesem Fall nicht eingehalten, bzw. findet über die Planungsregion hinaus aufgrund der verschiedenen Planungsregionen keine Anwendung. Daher verschmelzen die Vorranggebiete der beiden Planungsregionen.
Der wirksame Flächennutzungsplan der Gemeinde Niederer Fläming weist die Flächen entlang der Gemeindegrenze in der Gemarkung Welsickendorf als Waldfläche aus.
Durch die umfangreiche Erweiterung des Vorranggebietes für die Windenergienutzung Xll ,,Linda" um die Waldfläche bis an die Gemeindegrenze der Gemeinde Niederer Fläming wird das 5-km-Abstands-Kriterium zu umliegenden Vorranggebieten des Sachlichen Teilregionalplans Windenergienutzung 2027 der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming nicht eingehalten, sondern zeigt deutlich auf, dass dies die Entstehung eines ca. 943 ha großen Vorranggebietes (Linda und Welsickendorf) erwirkt. Die Abstandsbereiche zwischen den Vorranggebieten dienen der Erfüllung landschaftlicher Ruhezonen, in denen die Wahrnehmung von Windenergieanlagen unterbrochen wird. Denn genau dies liegt der Begründung zur Festsetzung des 5-km-Mindestabstandes zugrunde: das Ziel eine möglichst ausgewogene räumliche Verteilung der Standortbereiche zu gewährleisten und eine übermäßige Belastung einzelner Teilräume zu vermeiden. Diesem Gebot folgt der vorliegende Entwurf des Sachlichen Teilplans ,,Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg " nicht.
lnsgesamt sind ca. 945 ha (291 ha VRW 34,,Werbig", 404ha VRW 15 ,,Welsickendorf', ca. 250 ha anteilig des VRW 32 ,,Hohenseefeld/lhlow") der Fläche der Gemeinde Niederer Fläming als Vorranggebiet Wind im Sachlichen Teilregionalplan Windenergienutzung 2027 der Region Havelland-Fläming ausgewiesen. Das sind ca. fünf Prozent des gesamten Gemeindegebietes. Hinzu kommt die bereits bestehende Belastung des Gemeindegebietes durch Windenergieanlagen, welche außerhalb der ausgewiesenen Vorranggebiete für die Windenergie stehen und die Umzingelungswirkung von zahlreichen Windkraftanlagen aus den Nachbargemeinden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zu Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Für die Erreichung des Flächenbeitragswertes von 1,9 % werden zunächst alle bereits rechtskräftig ausgewiesenen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie und deren Erweiterungsmöglichkeit unter Berücksichtigung der Auswahlkriterien herangezogen. Das im Sachlichen Teilplan "Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" 2018 rechtskräftig ausgewiesene Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie "Linda" ist bereits mit einem Windpark (6 WEA) bebaut. Die Erweiterungsfläche nördlich von Linda entspricht den Auswahlkriterien. Da bereits im genehmigten Sachlichen Teilregionalplan Windenergienutzung 2027 der Region Havelland-Fläming direkt an der Landesgrenze Sachsen-Anhalt zu Brandenburg ein Vorranggebiet (Welsickendorf) festgelegt wurde, kann ein kompaktes,  länderübergreifendes Windenergiegebiet festgelegt werden. Damit wird dem Ziel 6.2.1-9 des 2. Entwurfes zum Landesentwicklungsplan Sachsen-Anhalt entsprochen, zur planerischen Optimierung der raumordnerischen Steuerung der Windenergie die planungsregionsübergreifende Festlegung von Vorranggebieten für die Windenergienutzung zu prüfen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001369 ID Stellungnehmer: 1001617
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Forderung der Aufnahme des Gebietes 01 Zerbst (STP Wind 2027; Arbeitskarte 03.03.2023).

Bei dem Gebiet 01_Zerbst handelt es sich um ein „windbewegtes“ Gebiet, auf dem errichtete Windanlagen effektive Leistungen versprechen und zudem auch keine Beleidigung für Auge und Ohr darstellen, weil die dort belegenen Dörfer (z.B. Niederlepte und Leps) einen angemessenen Abstand
zu den Planungsflächen haben.

Die Planungsflächen im Gebiet 01_Zerbst liegen in einer offenen Agrarlandschaft. Sie sind groß genug, damit die Windräder zusammengefasst dort stehen können.

Vor Ort will ein regionaler Landwirtschaftsbetrieb den Windpark selber betreiben, dadurch gibt es einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort. Überdies profitieren alle Figentümer durch das Flächenpool-Modell, also nicht allein die Eigentümer, die Windkraftanlagen auf ihren Flächen haben.
Mit dem Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz profitieren auch Dorf und Gemeinde finanziell. Aufgrund der günstige Lage des angedachten Windgebietes können lokale Unternehmen mit günstigem Direktstrom versorgt werden, was ein Element zur Stärkung der Wirtschaft vor Ort ist.
Im übrigen bleiben nahezu mehr als 90 % der Windkraftanlagen-Flächen weiterhin für die Landwirtschaft nutzbar, was z.B. bei Bestückung mit Photovoltaik-Anlagen nicht erreicht werden kann.

Die Eigentümerin hat sich von dem ursprünglichen Planungsgebiet 01_Zerbst ein eigenes Bild gemacht - die in ihrem Eigentum stehende Ackerfläche von 15 ha ist verpachtet an einen familienangehörigen Landwirt, der die Ackerfläche seit Jahren landwirtschaftlich nutzt. Sie unterstützt die Ausweisung des Gebietes 01 Zerbst unverändert.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Über 1.000 Einwendungen von betroffenen Einwohnern der umliegenden Ortschaften mit Bedenken zu Gesundheitsgefahren, Wertverlust von Grundstücken, Landschaftsbild und Artenschutz gingen gegen die beabsichtigte Ausweisung des Vorranggebietes „Leps“ ein. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen nach dem planerischen Willen der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 1 "Leps" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001370 ID Stellungnehmer: 1001618
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VIII Güterglück
Inhalt

Ablehnung des o.g. Entwurf zur Erweiterung des Windvorranggebietes und somit zur weiteren Errichtung von WEA

1. Obwohl der massive Protest der Anwohner und Bürger für die bereits geplanten und genehmigten 13 WEA zwischen den Ortschaften Gödnitz, Güterglück, Flötz, Gehrden und Walternienburg bekannt ist, wird an dem Vorhaben festgehalten, weitere Windräder zu errichten. Die bestehende Bürgerinitiative wird anscheinend vollkommen ignoriert.

2. Die Aussage der Regionalen Planungsgemeinschaft, dass bis Ende 2027 Windenergiegebiete auf 1,9 % der Fläche festgelegt werden muss, kann ich nicht akzeptieren. Die Auswahl der Vorranggebiete für die Errichtung erscheint mir sehr fragwürdig und wurde wiederum nicht ausreichend geprüft.

3. Die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit sind weitreichend bekannt. Der Abrieb von Micro-Nano-Partikeln der Rotorblätter ist hochgiftig und schädigt Mensch und Natur. Infraschall und Schattenwurf machen krank. Die Lebensqualität der Anwohner wird dadurch massiv eingeschränkt. Dazu gibt es bereits genügend Klagen von Anwohnern, die bereits WEA vor ihre Grundstücke gesetzt bekommen haben.

4. Naturschutzrichtlinien werden wieder komplett ignoriert. Die WEA sollen mitten im Flugkorridor der Graureiher und Gänse sowie Großtrappen gebaut werden.

5. Fragwürdig ist vor allen Dingen: Brauchen wir soviel Energie oder soll die Energiegewinnung für fremde Regionen genutzt werden, die selbst keine Windräder stehen haben wollen??? Unsere Strompreise werden dadurch weiter steigen, da wir die Netzentgelte bezahlen müssen. Dass jetzt schon ein Überschuss an Windenergie besteht, ist hinreichend bekannt. Deshalb stehen auch soviel Windräder so oft still!!!

6. Der geringe Abstand zur Wohnbebauung mindert den Wert der Immobilien in den betroffenen Ortschaften drastisch.Es gibt bereits Beispiele für die Unverkäuflichkeit der Häuser (kalte Enteignung)! Der Zuzug von jungen Familien wird ausbleiben und schwächt somit die ganze Region. Die Folge sind u.a.Schließung von noch bestehenden Kindereinrichtungen wegen zu geringer Auslastung, Institutionen sowie auch Nichtansiedlung von Unternehmen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu 1. Das Genehmigungsverfahren für den Windpark Güterglück (13 WEA) ist kein Gegenstand des vorliegenden Planverfahrens.

zu 2. Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zu Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

zu 3. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde. Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21). 

zu 4. Alle Festlegungen des STP Windenergie 2027 wurden einer Umweltprüfung unterzogen, die im Umweltbericht dokumentiert wurde. Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des Vorhabenzulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung.

zu 5. Fragen zur Energiepolitik und Technologie der Windkraftnutzung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung. 

zu 6. Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Abwägungsentscheidung lfd. Nr. 1

StN-ID: 1001371 ID Stellungnehmer: 1001619
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum Vorranggebiet XXXII.
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001371_001 ID Stellungnehmer: 1001619
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum Vorranggebiet XIX.
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001372 ID Stellungnehmer: 1001620
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum Vorranggebiet XIX.
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001372_001 ID Stellungnehmer: 1001620
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001373 ID Stellungnehmer: 1001621
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001373_001 ID Stellungnehmer: 1001621
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001374 ID Stellungnehmer: 1001622
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch gegen Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001374_001 ID Stellungnehmer: 1001622
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum Vorranggebiet XIX.
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001375 ID Stellungnehmer: 1001623
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001375_001 ID Stellungnehmer: 1001623
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001376 ID Stellungnehmer: 1001624
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001376_001 ID Stellungnehmer: 1001624
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001377 ID Stellungnehmer: 1001626
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001377_001 ID Stellungnehmer: 1001626
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001382 ID Stellungnehmer: 1001627
Planungskonzeption
Inhalt

Einspruch gegen den Entwurf zum sachlichen Teilplan Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt- Bitterfeld- Wittenberg. 

Umwelt bzw. Natur im Fläming würde mit weiteren Windenergieanlagen nachhaltig geschädigt. Erwartet wird, dass die aktuelle Planung überdacht, naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst wird.

Begründung: Düben ist bereits umgeben von Windparks Zieko und Luko/ Thießen. Die Bürger in unserer Ortschaft berichten, dass sie erhebliche negative Auswirkungen, von den vorhandenen Windenergieanlagen  ausgehend, wahrnehmen. Die Gemeinde beklagt Schlafstörungen ... man kommt nicht mehr zur Ruhe, wenn man nachts schlafen möchte, selbst Kinder im Alter von 10 Jahren beschreiben ein Gefühl der Unruhe beim zu Bett gehen. Natürlich wirkt sich das auch auf die Konzentration aus, weil der Schlaf fehlt. Ein Großteil der Bürger muss oft längere Strecken in Kauf nehmen um zur Arbeit zukommen und das dann noch übermüdet?
Wer kommt für die Minderung des Eigenheims/Minderung des Kaufpreises der Immobilien auf?
Es ist tatsächlich so, dass Bürger der Gemeinde sich mit einem Wegzug beschäftigen und das besser gleich, statt später, wenn ihr Haus und Grundstück durch den Aufbau von Windanlagen nicht mehr den eigentlichen Wert haben.
Ein weiteres Anliegen ist uns die Natur! Bei uns auf dem Land sind Tiere beheimatet, die unter Artenschutz stehen. Radtouristen, Schulklassen Spaziergänger oder Naturinteressierte sind bisher sehr an unsere Region interessiert und nehmen teilweise weite Strecken auf sich, um unsere ansprechende Artenvielfalt bewundern zu können. Dieser Tourismus würde dann wegbleiben. Denn viele Vogelarten werden durch diese Anlagen vertrieben oder vollenden qualvoll an Verletzungen durch Rotorblätter.

Die Bürger der Gemeinde lehnen mehrheitlich jeglichen Ausbau ab.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zu Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Für die Erreichung des Flächenbeitragswertes von 1,9 % werden zunächst alle bereits rechtskräftig ausgewiesenen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie und deren Erweiterungsmöglichkeit unter Berücksichtigung der Auswahlkriterien herangezogen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Beschwerden zu Lärmemissionen bestehender Windenergieanlagen sind bei der Unteren Immissionsschutzbehörde vorzutragen.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001382_001 ID Stellungnehmer: 1001627
Windenergie 2027
Inhalt

Deutschland hat für die Ausweisung der Natura 2000 Flächen für die EU, aufgrund rechtlicher Androhung, noch nicht alle notwendigen Maßnahmen ergriffen. In Serno wurden vor einigen Wochen erst neue Natura 2000 Flächen nachträglich ausgeschrieben.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die Festlegung von FFH-Gebieten ist kein Planinhalt.

StN-ID: 1001383 ID Stellungnehmer: 1001628
Planungskonzeption
Inhalt

Der Verfasser dieses Beitrages möchte von der grundsätzlichen Erkenntnis ausgehen: „Wer Wald zerstört, zerstört Leben!".

Der Waldzustandsbericht der letzten Jahre liefert uns ein erschreckendes Bild. Die Waldzustandserhebung ist ein Teil des forstlichen Umweltmonitorings in Sachsen-Anhalt. Die jährliche Waldzustandserhebung liefert als Übersichtserhebung Informationen zur Qualität der Waldbäume unter dem Einfluss sich ändernder Umweltbedingungen. Und der gegenwärtige unserer Waldbäume ist erschreckend. Die Kiefer und Fichte sind in der Art und Weise, wie wir sie bisher bewirtschaftet haben, nicht haltbar. Jetzt zeigen sich u.a. auch bei der Eiche und bei anderen Laubholzarten größere Schäden. In Zahlen ausgedrückt — so die jetzige Information - ist nur noch jeder 5. Baum gesund.

Das bisher Gesagte zeigt deutlich, dass der Wald bei der Planung von Windkraftanlagen keine Rolle spielen darf. Bei der Einordnung des Waldes müssen diese von uns verursachten Ergebnisse in einem engen Zusammenhang mit der Klimakrise gesehen werden. Aus meiner Sicht ist die Klimakrise, von uns selbst gemacht, die Existenzfrage unserer Zeit. Daher ist Klimaschutz keine Zukunftsaufgabe, sondern ist der Klimaschutz die wichtigste Aufgabe der Gegenwart. Wenn wir in den nächsten Jahren konsequent handeln, können wir diese Krise noch stemmen.

Das Thema Wald spielt dabei natürlich eine wichtige Rolle. Der beste Waldschutz ist ein konsequenter Klimaschutz. Die Waldbrände stehen in engem Zusammenhang mit dem Klimawandel. Sie erfordern von der Feuerwehr, der Bundeswehr und allen Helfern große Anstrengungen und sollten eine hohe Achtung und großen Dank erfahren. Aber wir dürfen die Aufgaben, die nun anstehen, nicht übersehen. Es darf nun nicht, wie im Harz praktiziert, die Flächen sich selbst überlassen werden. Nach dem Motto: Die Natur wird es schon schaffen. Nein, das wäre falsch und würde der großen Bedeutung des Waldes gegenüberstehen. Die entstandenen Schadflächen müssen umgehend beräumt und für eine Aufforstung vorbereitet werden. Das ist dringend notwendig, damit der Wald seine vielen Funktionen erfüllen kann. Dazu gehört u.a. unsere Trinkwasserversorgung, ebenso das Wirken der Photosynthese, wo mithilfe der Sonnenenergie Wasser und CO2 gebunden und Glukose und Sauerstoff produziert wird, damit wir atmen können. Zu erwähnen ist auch noch unbedingt die große Bedeutung des Waldes für die Artenvielfalt, um nur einige Funktionen zu nennen. Es ist also nicht nur die nachhaltige Produktion des Rohstoffes Holz, der uns für viele Produkte zur Verfügung steht. All diese Aufgaben können nur durch ein neu zu bildendes Ministerium für Forstwirtschaft, besetzt mit erfahrenen Forstleuten, realisiert werden.

Es ist also klar zu erkennen, dass der Wald unser Verbündeter im Kampf gegen den Klimawandel ist. Die gleiche Bedeutung haben die Weltmeere und Moore. Es wäre also falsch, die Böden der Weltmeere in den Wirtschaftskreislauf einzubeziehen. Moore speichern über viele Jahrhunderte CO2 und sie haben eine sehr große Bedeutung für die Artenvielfalt. Solche Beispiele, wie der Bau des TESLA-Werkes in Brandenburg - mitten im Wasserschutzgebiet - sollten der Vergangenheit angehören. Auch der DESSORA-Park in Sachsen-Anhalt, inmitten eines zusammenhängenden Waldgebietes, kostete ein Waldfläche von 360 ha. Hier ist noch zu bemerken, dass an der Autobahnabfahrt in Dessau ein großes Gewerbegebiet ausgeschieden war. Ebenso ist in Bayern mitten im Wald ein großer Vergnügungspark entstanden.
Eine weitere Zerstörung durch den Bau von Windkraftanlagen würden unserer Dübener Heide und andere Waldgebiete erfahren. Es müssen endlich Entscheidungen in Berlin getroffen werden, wonach Windkraftanlagen nicht im Wald aufgebaut werden. Der Flächenbedarf pro Windkraftanlage im Wald beträgt 1 ha. Außerdem müssen die Waldwege verbreitert und die Stromleitungen freigehalten werden. Wir brauchen Windkraftanlagen, damit wir die gesteckten Ziele im Klimawandel erreichen. Sie müssen ihre Platzierung an den Waldrändern bekommen oder wie in Sachsen-Anhalt, auf landwirtschaftlichen Flächen
erstellt werden. Damit sind keine Wegeverbreiterungen notwendig und der Flächenbedarf beträgt pro Windkraftanlagen ca.30 m2, außerdem wird finanziell die sehr geschwächte Landwirtschaft unterstützt.

Deutschland ist also für die großen Aufgaben im Kampf gegen den Klimawandel nicht das europäische Vorbild. An dieser Stelle sollen Beispiele genannt werden. Beispiele, wo sich Bürgermeister von Städten der großen ökonomischen und biologischen Bedeutung des Waldes bewusst sind. So, z.B. der Bürgermeister der Stadt Kemberg, Herr Torsten Seelig. Hier sind 3,2 der mit Windkraftanlagen versehenen Flächen eben auf landwirtschaftlich genutzten Flächen installiert. Auch Herr Enrico Schilling, Bürgermeister der Stadt Gräfenhainichen, hat auf einer unbewaldeten Hochkippe seinen Windpark errichtet und die vorgegebene Fläche realisiert. Diesen eben genannten Bürgermeistern sind wir mit ihren Stadträten für diese sehr klugen und weitsichtigen Entscheidungen dankbar. Andere für den Wald zerstörende Festlegungen würden bestimmt von kommenden Generationen nicht nur falsch, sondern rücksichtslos und kriminell eingeordnet werden, weil eben ihre Lebensgrundlage dann nicht mehr gegeben ist.

Die Dübener Heide, eines der letzten großen zusammenhängenden Waldgebiete in Deutschland, ist durch die B2 und durch die B100 stark geschädigt, und ebenso haben ehemaligen Braunkohletagebaue und die Industriegebiete Bitterfeld und Halle ihre Spuren hinterlassen. Für die Zukunft der kommenden Generationen muss eine tragende Einordnung und Bewirtschaftung erfolgen. Durch den zu erkannten Status „Naturpark“ hat die Dübener Heide einen Schutz vor weiteren negativen Einflüssen erhalten. Diesen Schutz müssen wir in Zukunft mit allen juristisch gegebenen Möglichkeiten nutzen.

Für eine notwendige nachhaltige Waldbewirtschaftung sollten folgende Eckpunkte die Basis bilden. Eine nachhaltige Forstwirtschaft verlangt eine ingenieurmäßige Betreuung und Nutzung aller Eigentumsformen. Das bedeutet natürlich auch eine neue Struktur für die Revierförstereien. Dem Revierförster sollten zur Erledigung aller Arbeiten mindestens 4-6 Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Dadurch wäre die Möglichkeit gegeben, die entsprechenden ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Funktionen voll zu realisieren. Aber diese Fülle der Aufgaben kann nur realisiert werden, wenn die Forstwirtschaft durch die Forsteinrichtung für alle Eigentumsformen staatlich gesichert - die Basis für die Durchsetzung der forstlichen Nachhaltigkeit bis zur Teilfläche gegeben ist. Nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder verlangt nach §8 des Waldgesetzes von Sachsen-Anhalt bei einer Umwandlung von Waldflächen nicht nur die entnommene Waldfläche durch eine Neuaufforstung zu ersetzen, sondern es muss die 3-fache Größe eingefordert werden, eben weil die Neuaufforstung nicht die CO2-Speicherung der entnommenen Flächen sichert. Auch sollten nun endlich die Gewässerunterhaltungskosten wegfallen und für die Privatwaldbesitzer eine jährliche Summe bei Nadelholzbeständen von 150,- € pro Hektar und Jahr und bei Laubholz von 200,- € pro Hektar und Jahr zur Verfügung gestellt werden. Das ist dringend notwendig, um die jetzt durch den Klimawandel geschädigten Flächen wieder in Kultur zu bringen.

Wir haben also die Pflicht, die gegenwärtige Situation in unseren Wäldern richtig zu beurteilen und nachhaltig zu verbessern, die vielen Funktionen des Waldes zu sichern und kommenden Generationen ein Leben mit und durch den Wald zu garantieren. Denn ohne Wald gibt es auf unserer Erde kein Leben, und wir haben nur diese eine Erde. Deshalb ist es auch notwendig, all das Gesagte zu realisieren, und das ist nur möglich, wenn der Klimaschutz im Grundgesetz mit allen Konsequenzen und Zusatzregelungen einen festen Platz erhält.

Der Verfasser dieses Beitrages hofft, dass er nicht nur kritische Hinweise gegeben, sondern auch Möglichkeiten für das Errichten von Windkraftanlagen aufgezeigt hat.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Hinsichtlich der pauschalen Forderung, die Errichtung von Windenergieanlagen in Waldflächen pauschal auszuschließen, wird auf folgendes Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes verwiesen: BVerfG Beschl. v. 27.9.2022 – 1 BvR 2661/21. Für die Zuweisung von Flächen zur Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich hat der Bundesgesetzgeber von seiner Gesetzgebungskompetenz für das Bodenrecht im Baugesetzbuch Gebrauch gemacht. Eine Öffnung, aus der der Landesgesetzgeber eine Kompetenz für einen generellen Ausschluss von Windenergieanlagen auf Waldflächen herleiten könnte, enthält das Baugesetzbuch nicht. Gegen eine Durchbrechung der in § 35 Absatz 1 Nummer 5 BauGB geregelten Privilegierung der Windkraft im Außenbereich durch pauschale landesrechtliche Verbote von Windenergieanlagen im Wald spricht auch, dass der Ausbau der Nutzung der Windkraft einen faktisch unverzichtbaren Beitrag zu der verfassungsrechtlich durch Artikel 20a GG und durch grundrechtliche Schutzpflichten gebotenen Begrenzung des Klimawandels leistet und zugleich die Sicherung der Energieversorgung unterstützt.

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie.

Waldflächen der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg wurden ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Im Bauleitplan- bzw. Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung).

Die Unterschutzstellung der Dübener Heide mittels Verordnung als Naturpark gemäß § 27 BNatSchG schließt die Errichtung und den Betrieb von Windenergieanlagen nicht aus.

Die Erfordernisse, Merkmale und Förderung einer nachhaltigen Forstwirtschaft sind keine Belange der hier in Rede stehenden Planung. 

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001384 ID Stellungnehmer: 1001630
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VIII Güterglück
Inhalt

Ablehnung der Erweiterung des Vorranggebietes und somit zur weiteren Errichtung von Windenergieanlagen (WEA) im Bereich von Gehrden/Güterglück

1. Unzureichende Standortevaluation
Die Entscheidung für den Standort der Windenergieanlagen wurde offenbar ohne ausreichende Evaluierung der Umweltauswirkungen getroffen. Es fehlen umfassende Untersuchungen zur Vogel- und Fledermausmigration, zum Lärmpegel und zur potenziellen Störung der natürlichen Landschaft, sowie Bodenverhältnisse. Die Schädigung des Gödnitzer Sees, sowie die Gefährdung von Zugvögeln und Großtrappen kann nicht ausgeschlossen werden. Das ELER-Projekt (Europäischer Landwirtschaftsfond) hat so viel Geld in die Auswilderung der Großtrappe investiert, um nun diese Erfolge durch die nächste Steuergeldförderung zu zerstören!?

2. Negative Auswirkungen auf die Gesundheit
Der Betrieb von Windenergieanlagen kann erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen, insbesondere in der Nähe von Wohngebieten. Der konstante Lärm, der von den sich drehenden Rotorblättern erzeugt wird, kann zu Schlafstörungen, Stress und anderen psychischen und physischen Beschwerden führen.

3. Schädigung des Landschaftsbildes
Die geplanten Windenergieanlagen sollen in einem Gebiet gebaut werden, das als ländliche Region schon mit schwacher Infrastruktur und wenig Attraktivität gestraft ist. Die Wertminderung der Immobilen wird enorm sein und bis hin zur Unverkäuflichkeit führen (Kalte Enteignung). Der Zuzug junger Familien wird ausbleiben und diese Region irgendwann aussterben lassen.

4. Fehlende Einbeziehung der Ortschaften
Die massiven Proteste der Bürger hinsichtlich der bereits genehmigten WEA werden komplett ignoriert. Die Widersprüche sind noch nicht abschließend bearbeitet und bei korrekter Bewertung wird auch der bestehende Genehmigungsbescheid der 13 WEA nichtig.

5. Alternativen nicht ausreichend geprüft
Es wurden keine Alternativen zur Windenergiegewinnung ausreichend geprüft. Solar- und Wasserkraft sowie andere erneuerbare Energien sollten ebenfalls in Betracht gezogen werden, um eine ausgewogene Energieversorgung zu gewährleisten. Auch ist die Problematik vorherrschend, dass der Strom, der durch die Windenergieanlagen produziert wird, nicht gespeichert werden kann. Die Überlastung unseres Stromnetzes ist zu befürchten. Von den hohen Netzanschlusskosten, die wir noch zahlen sollen, ganz zu schweigen. Der Stillstand der Windenergieanlagen verschafft den Betreibern, durch die Förderung hohe Einnahmen, die von uns Steuerzahlern gezahlt werden müssen.

6. Bedeutsames Bodendenkmal
In dem geplanten Gebiet befindet sich ein archäologisches Denkmal, ein im Boden verborgenes Zeugnis der Kulturgeschichte, was äußerst schätzenswert ist. Die Erhaltung ist von besonderer Bedeutung für unsere Region.

7. Restriktionszone Biosphärenreservat Mittelelbe
Das bezeichnete Gebiet befindet sich in der Restriktionszone des Biosphärenreservates Mittelelbe, in dem keine raumbedeutsamen Windenergieanlagen gebaut werden dürfen. Die Stadt Barby hat dies in Ihrem Flächennutzungsplan für Erneuerbare Energien dokumentiert. Der Plan ist auf der Internetseite der Stadt Barby zu finden.

Schlussfolgerung
In Anbetracht dieser Argumente bitte ich Sie, die Erweiterung des Windvorranggebietes in unserer Region zu überdenken und alternative Lösungen zu prüfen, denn die Bundesländer, die keine Windenergieanlagen vor der Haustür möchten, könnten ihren Strom zum Beispiel selbst produzieren. Es ist wichtig, dass alle potenziellen Auswirkungen auf die Umwelt, die Gesundheit und die lokale Wirtschaft sorgfältig abgewogen werden, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu 1. Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Es besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

zu 2. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihaltens der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

zu 3. Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

zu 4. Das Genehmigungsverfahren für den Windpark Güterglück (13 WEA) ist kein Gegenstand des vorliegenden Planverfahrens.

zu 5. Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung oder Alternativtechnologien der Energieerzeugung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung. 

zu 6. Der Umgang mit archäologischen Kulturdenkmalen ist im Vorhabenzulassungsverfahren zu regeln.

zu 7. Die Erweiterung des Vorranggebietes Güterglück befindet sich in über 2,2 km Entfernung zum Biosphärenreservat Mittelelbe. Es gibt keine Restriktionszonen, die über das Biosphärenreservat hinaus wirken. 

Abwägungsentscheidung lfd. Nr. 2

StN-ID: 1001385 ID Stellungnehmer: 1001631
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXI Seyda/Gentha
Inhalt

Aus für mich noch nicht nachvollziehbaren Gründen wird die Waldinsel inmitten des Feldblocks nicht in die Planung einbezogen. Ich bitte das nochmals zu überdenken, um den Waldeigentümern, deren Flächen von keinem ökologisch besonderem Wert sind, die Möglichkeit zu geben, von den Erlösen aus der windenergetischen Nutzung der Flächen zu profitieren. Aufgrund des Klimawandels und den anstehenden Investitionen in einen klimastabilen Wald der Zukunft benötigen die Waldeigentümer diese Einnahmen dringlich.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die Waldfläche gehört nicht zur Potenzialfläche, da sie nicht im Vorranggebiet für Forstwirtschaft liegt (siehe Kap. 2.1.3.3 Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert, sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die Stadt Jessen (Elster) plant auf der Fläche des Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie ein Sondergebiet "Windenergie". Es ist planerischer Wille, keine Waldflächen dafür zu nutzen. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist diese Waldfläche nicht erforderlich. 

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001386 ID Stellungnehmer: 1001632
Windenergie 2027
Inhalt

Die Raumordnungsbehörde hat mit Schreiben vom 24. Mai 2023 Hinweise im Verfahren nach 7 Abs. 1 Satz 3 ROG i.V.m. § 9 Abs. 1 ROG und § 7 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 LEntwG LSA gegeben. Die Hinweise der Raumordnungsbehörde vom 24. Mai 2023 werden im Hinblick auf perspektivisch möglicherweise noch erfolgende Planänderungen in räumlicher Nähe zum Freistaat Sachsen grundsätzlich aufrecht erhalten.

Es wird empfohlen, die parallel laufenden Gesetzgebungsverfahren auf Bundes- und Landesebene im weiteren Verfahren zu berücksichtigen. Sofern eine gesetzliche Änderung der Flächenbeitragswerte einschließlich zugehöriger Fristen vorgesehen wird, könnten die geplanten Vorranggebiete Windenergienutzung je nach Konfliktträchtigkeit abgeschichtet werden. Sollten die gesetzlichen Rahmenbedingungen es perspektivisch wieder zulassen, wäre eine Möglichkeit, den regionalplanerischen Ermessensspielraum im Sinne einer raum- und umweltverträglichen Steuerung insbesondere der Windenergie zu erweitern, d.h. die Option zur Rückkehr zur Konzentrationsplanung mit Ausschlusswirkung offen zu halten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Hinweise zu Schutzgebieten nach Naturschutzrecht und möglichen Konflikten für die Avifauna im Grenzbereich der Länder.

StN-ID: 1001386_001 ID Stellungnehmer: 1001632
Umweltbericht Anhang
Inhalt

Zur besseren Nachvollziehbarkeit und Stringenz zwischen kartographischer Darstellung und Umweltbericht Anhang 1 wird empfohlen, die Nummerierung zu vereinheitlichen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Redaktionelle Hinweise

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Zum Zwecke der besseren Nachvollziehbarkeit wird der Anhang 1 des Umweltberichtes entsprechend angepasst.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001387 ID Stellungnehmer: 1001633
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Forderung der Eigentümerin des Grundstückes im Bereich Zerbst-Leps, Gemarkungen Nutha/Leps/Hohenlepte in Landkreis Anhalt-Bitterfeld zur Aufnahme der Fläche Leps.
Die Fläche Leps wurde im Erstentwurf leider nicht berücksichtigt – obwohl sie aus meiner Sicht alle Voraussetzungen für ein Windvorranggebiet erfüllt.
Sie weist ausreichende Abstände zu Wohnbebauung auf und bietet günstige topografische Bedingungen.
Ich möchte daher ausdrücklich dafür werben, dass diese Fläche im zweiten Entwurf wieder aufgenommen wird. Auch eine mögliche Gemeindeöffnungsklausel könnte hier eine wichtige Rolle spielen.
Die Fläche liegt in einem geeigneten Gebiet, weist keine Einschränkungen seitens der Luftfahrt auf und bietet sehr gute Bedingungen für die Nutzung von Windenergie.
Ich habe bereits eine vertragliche Vereinbarung mit der ... getroffen, um die Fläche für den Bau und Betrieb von Windenergieanlagen zur Verfügung zu stellen.
Ich unterstütze das Vorhaben mit voller Überzeugung und sehe darin eine wichtige Chance, zur Energiewende beizutragen.
Wir hoffen sehr, dass dieses Gebiet bei der weiteren Planung der Windenergieanlagen berücksichtigt wird.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Über 1.000 Einwendungen von betroffenen Einwohnern der umliegenden Ortschaften mit Bedenken zu Gesundheitsgefahren, Wertverlust von Grundstücken, Landschaftsbild und Artenschutz gingen gegen die beabsichtigte Ausweisung des Vorranggebietes „Leps“ ein. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen nach dem planerischen Willen der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 1 "Leps" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001392 ID Stellungnehmer: 1001634
Windenergie 2027
Inhalt

Im Ergebnis ist festzustellen, dass sich keine Vorranggebiete im Biosphärenreservat Mittelelbe befinden. Hinweise darauf, dass Belange im grenznahen Bereich berührt werden, liegen nicht vor.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001392_001 ID Stellungnehmer: 1001634
Umweltbericht
Inhalt

Aktuelle Daten zum Wanderfalken liegen beim Arbeitskreis Wanderfalkenschutz in Freiberg (Sachsen) vor.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Der Hinweis bzgl. aktueller Daten zum Wanderfalken wird zu Kenntnis genommen. In Vorbereitung auf zukünftige Raumordnungspläne, sowie hinreichender artenschutzrechtlicher Prüfung auf der Ebene der Vorhabenzulassung, sollten die Daten dem Landesamt für Umweltschutz zur Verfügung gestellt werden, um nach Validierung in die zu nutzenden Datensätze einzufließen. 

StN-ID: 1001395 ID Stellungnehmer: 1001635
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVI Piethen
Inhalt

Forderung der Herausnahme des Sondergebietes "Windpark Piethen" und weiterer „Sondergebiete Wind“ in der Nähe der Orte Piethen / Werdershausen / Gröbzig im Sinne einer gewollten Bürgerzufriedenheit in diesem Gebiet

Gründe dagegen sind:

  • zu nah an Ortschaften, vermitteln bedrohliche Wirkung auf die Bürger - Abstand 1 km

  • eine weitere Beeinträchtigung des Landschafts- und Naturbildes

  • Lärm

  • weitere Gefährdung der Fauna und Flora

  • fehlende Effizienz von Windanlagen, Abschaltung durch Betreiber der Anlagen und häufiges Abregeln, da keine Speicher vorhanden

  • im Umkreis von 8 km stehen bereits 85 Windräder

  • fehlende Recyclingfähigkeit der Rotorblätter von Windanlagen, schädliche Wirkung der Mikroplastik infolge von Abrieb 

  • Belastung der Steuerzahler durch hohe Subventionen

  • Beeinträchtigung des Vorbehalts für Tourismus und Erholung des Gebietes um Edderitz — Maasdorf — Piethen (Freizeitanlage Edderitzer See) 

  • Abnahme der Wohnattraktivität

  • Bereits 2023 haben 1777 Bürger gegen diese Windräder gestimmt. (Kopie der Unterschriftensammlung vom 02.06.2023 It. Anhang)

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht. 

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Das im Flächennutzungsplanentwurf der Stadt Südliches Anhalt festgelegte Sondergebiet Erholung befindet sich in über 1.000 m Entfernung zum Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. 

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung (Effizienz, Abrieb von Rotoren) sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Bei diesem Vorranggebiet handelt es sich um ein geplantes Sondergebiet "Windenergie" der Stadt Südliches Anhalt. Da die Fläche den planerischen Auswahlkriterien der Regionalen Planungsgemeinschaft A-B-W entspricht, wurde diese Fläche als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie im 1. Entwurf des STP Wind 2027 festgelegt, um einen Beitrag zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % zu leisten.

Abwägungsentscheidung lfd. Nr. 3

StN-ID: 1001396 ID Stellungnehmer: 1001636
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVI Piethen
Inhalt

Forderung der Herausnahme des Sondergebietes "Windpark Piethen" und weiterer „Sondergebiete Wind“ in der Nähe der Orte Piethen / Werdershausen / Gröbzig im Sinne einer gewollten Bürgerzufriedenheit in diesem Gebiet

Gründe dagegen sind:

  • zu nah an Ortschaften, vermitteln bedrohliche Wirkung auf die Bürger - Abstand 1 km

  • eine weitere Beeinträchtigung des Landschafts- und Naturbildes

  • Lärm

  • weitere Gefährdung der Fauna und Flora

  • fehlende Effizienz von Windanlagen, Abschaltung durch Betreiber der Anlagen und häufiges Abregeln, da keine Speicher vorhanden

  • im Umkreis von 8 km stehten bereits 85 Windräder

  • fehlende Recyclingfähigkeit der Rotorblatter von Windanlagen, schädliche Wirkung der Mikroplastik infolge von Abrieb 

  • Belastung der Steuerzahler durch hohe Subventionen

  • Beeinträchtigung des Vorbehalts für Tourismus und Erholung des Gebietes um Edderitz — Maasdorf — Piethen (Freizeitanlage Edderitzer See) 

  • Abnahme der Wohnattraktivität

  • Bereits 2023 haben 1777 Bürger gegen diese Windräder gestimmt. (Kopie der Unterschriftensammlung vom 02.06.2023 It. Anhang)

Abwägung / Begründung

Referenz

1001395

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht. 

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Das im Flächennutzungsplanentwurf der Stadt Südliches Anhalt festgelegte Sondergebiet Erholung befindet sich in über 1.000 m Entfernung zum Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. 

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung (Effizienz, Abrieb von Rotoren) sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Bei diesem Vorranggebiet handelt es sich um ein geplantes Sondergebiet "Windenergie" der Stadt Südliches Anhalt. Da die Fläche den planerischen Auswahlkriterien der Regionalen Planungsgemeinschaft A-B-W entspricht, wurde diese Fläche als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie im 1. Entwurf des STP Wind 2027 festgelegt, um einen Beitrag zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % zu leisten.

Abwägungsentscheidung lfd. Nr. 3

StN-ID: 1001397 ID Stellungnehmer: 1001637
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001397_001 ID Stellungnehmer: 1001637
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001398 ID Stellungnehmer: 1001638
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001398_001 ID Stellungnehmer: 1001638
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

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Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001402 ID Stellungnehmer: 1001639
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001402_001 ID Stellungnehmer: 1001639
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001403 ID Stellungnehmer: 1001640
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001403_001 ID Stellungnehmer: 1001640
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001404 ID Stellungnehmer: 1001641
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001404_001 ID Stellungnehmer: 1001641
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001405 ID Stellungnehmer: 1001642
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001405_001 ID Stellungnehmer: 1001642
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001410 ID Stellungnehmer: 1001644
Windenergie 2027
Inhalt

Die bisherigen Stellungnahmen des LDA LSA zum STP Windenergie Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg mit Hinweisen auf bestimmte Einzelregionen bzw. -fragestellungen bleiben weiterhin vollinhaltlich gültig. Der Umgang mit den archäologischen Kulturdenkmalen ist jeweils im Rahmen der notwendigen Genehmigungsverfahren zu regeln.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001410_001 ID Stellungnehmer: 1001644
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > IV Dornbock/Drosa/Kleinpaschleben
Inhalt

Die archäologischen Kulturdenkmale sind für den Tourismus und für die kulturelle Identität der Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg von herausragender Bedeutung.

Hinweise:
Obertägig sichtbare archäologische Kulturdenkmale sind von hoher Bedeutung für die kulturelle Identität der Region Mitteldeutschland und konkret für das Planungsgebiet; zum Teil besitzen sie landschaftsprägenden Charakter. Zahlreiche obertägig erhaltene Grabhügel stammen überwiegend aus der Bronzezeit. Burgwälle und Burghügel zeugen von der wechselvollen Geschichte der Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg während des Mittelalters. Hervorzuheben sind die erhaltenen Großsteingräber aus der Jungsteinzeit in der Steinzeitlandschaft Latdorf, die sich bis in den Landkreis Anhalt-Bitterfeld erstreckt.
Dies betrifft unmittelbar die Planung für das Vorranggebiet Windenergie Nr. 4 Dornbock/Drosa/Kleinpaschleben (Lkr. Anhalt-Bitterfeld) [Arbeitskarte vom 03.03.2023: „R1“ südlich von „III“]: Der südliche Teil des Vorranggebietes Windenergie Dornbock/Drosa/Kleinpaschleben überschneidet sich mit dem Vorbehaltsgebiet für Kultur- und Denkmalpflege Steinzeitlandschaft Latdorf [gemäß Stellungnahmen des LDA LSA
2022 und 2024 zur laufenden Neuaufstellung des LEP LSA]:

Steinzeitlandschaft Latdorf
Bei Latdorf ist ein Ensemble charakteristischer steinzeitlicher Großgrabanlagen erhalten. Im Gegensatz zum Ziegelrodaer Forst und der Dölauer Heide handelt es sich um eine eher flache, offene und unbewaldete Landschaft. Die wenigen natürlichen Erhebungen boten sich an, den Verstorbenen ihre letzte, dafür umso exponiertere Ruhestätte zu geben. Die ursprünglich immer auf Sichtbeziehung zueinander angelegten steinernen Grabdenkmäler sind in der „Steinzeitlandschaft“ so dicht und zahlreich erhalten wie nirgends sonst in Mitteldeutschland. Mittlerweile ist ein Wander-/Fahrradrundweg in einer 20seitigen Broschüre publiziert, die vom "Schneiderberg" über Dröbel zum "Pfingstberg", weiter durch Latdorf zum "Heringsberg", über Grimschleben zum "Bierberg", von dort über Latdorf zum "Pohlsberg", weiter auf dem Feldweg zum "Spitzen Hoch" und zur "Steinernen Hütte"; anschließend Richtung Süden zum "Fuchsberg" und von dort über das Museum im Schloss Bernburg zum "Stockhof" führt. Das Areal der Steinzeitlandschaft Latdorf muss aus facharchäologischer Sicht aufgrund seiner besonderen, insbesondere obertägigen Erhaltung und der bislang weitgehend gewahrten „Leere im Raum“ herausragender
archäologischer Bodendenkmale von jeglichen Planungen ausgenommen werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Im zweiten Entwurf des Landesentwicklungsplans Sachsen-Anhalt 2025 ist kein Vorbehaltsgebiet für Kultur und Denkmalpflege "Steinzeitlandschaft Latdorf" festgelegt worden. Daraus folgt, dass keine überregionale Bedeutung erkannt wurde. Auch im Regionalen Entwicklungsplan für die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg 2018 wurde für die "Steinzeitlandschaft Latdorf" kein Vorbehaltsgebiet für Kultur und Denkmalpflege festgelegt, da keine regionale Bedeutung erkannt wurde.

Der Umgang mit archäologischen Kulturdenkmalen ist im Vorhabenzulassungsverfahren zu regeln.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001410_002 ID Stellungnehmer: 1001644
Umweltbericht
Inhalt

Darüber hinaus gibt es im Geltungsbereich des STP Windenergie Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zahlreiche weitere, obertägig nicht erhaltene archäologische Kulturdenkmale gemäß § 14 DenkmSchG LSA, die gemäß den Bestimmungen in § 1 DenkmSchG LSA einem Schutz unterworfen sind, der sich auf die gesamte Substanz eines Kulturdenkmals einschließlich seiner Umgebung, soweit diese für die Erhaltung, Wirkung, Erschließung und die wissenschaftliche Forschung von Bedeutung ist, erstreckt (zur Ausdehnung vgl. Anlage). Aus Sicht der archäologischen Denkmalpflege bestehen aufgrund der topographischen Situation und der naturräumlichen Gegebenheiten (Bodenqualität, Gewässernetz, klimatischen Bedingungen) sowie analoger Gegebenheiten ver-
gleichbarer Siedlungsregionen begründete Anhaltspunkte gemäß § 14 (2) DenkmSchG LSA, dass bei Bodeneingriffen im Planungsraum bislang unbekannte Bodendenkmale entdeckt werden. Zahlreiche Beobachtungen haben innerhalb der letzten Jahre gezeigt, dass aus Luftbildbefunden, Lesefunden etc. nicht alle archäologischen Kulturdenkmale bekannt sind und nicht bekannt sein können. Vielmehr werden diese oftmals erstmals bei invasiven Eingriffen erkannt.
Gemäß § 2 in Verb. mit § 18 (1) DenkmSchG LSA entsteht ein Denkmal ipso iure und nicht durch einen Verwaltungsakt. Alle Kulturdenkmale genießen gemäß § 14 (1) und § 14 (2) Gleichbehandlung. Bodeneingriffe führen zu erheblichen Eingriffen, Veränderungen und Beeinträchtigungen der Kulturdenkmale.
In diesem Sinne bitten wir schon heute darum, in alle weiteren Planungsverfahrensschritte etc. eingebunden zu werden. So sind bei der Planung und Umsetzung etwaiger Erdeingriffe genaue Einzelfallprüfungen erforderlich, um die Auswirkungen auf die archäologischen Bodendenkmale ermessen und bewerten zu können. Dies betrifft ggf. auch Sichtfeldanalysen für im Antragsverfahren benannte konkrete Standorte von Windkraftanlagen. Der Umgang mit den archäologischen Kulturdenkmalen ist jeweils im Rahmen der erforderlichen Genehmigungs-verfahren bzw. auf der nachgeordneten Planungsebene zu klären. Diese Vorgehensweise bitte ich auch in Anlage 1 zum Umweltbericht je Projektgebiet zu vermerken.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Im Rahmen des jeweiligen Vorhabenzulassungsverfahrens erfolgt die Beteiligung der zuständigen Denkmalschutzbehörden als Träger öffentlicher Belange. U.a. denkmalschutzrechtliche/-fachliche Hinweise/Bedenken/Einwände können in diesem Verfahren in Bezug auf die konkret verortbaren Anlagen eingebracht werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001413 ID Stellungnehmer: 1001645
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001413_001 ID Stellungnehmer: 1001645
Windenergie 2027
Inhalt

Der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien ist der zentrale Baustein für die Energiewende in der Bundesrepublik Deutschland. Daher wurden die gesetzlichen Grundlagen, wie die Gesetze zum Ausbau erneuerbarer Energien auf Bundes- und Landesebene geändert, um neben dem Repowering weitere neue Flächen zum Ausbau der Windenergie auszuweisen.
Für die Regionale Planungsgemeinschaft muss bis Ende 2027 das Ziel erreicht werden, Windenergiegebiete auf 1,9 % der Fläche der Planungsregion festzulegen.
Da bei Verfehlung dieses Zieles eine räumliche Steuerung auf Ebene der Regionalplanung nicht mehr möglich ist und selbst anderweitige Darstellungen in Flächennutzungsplänen der Kommunen den Bau von Windenergieanlagen auf Grund der dann eintretenden Privilegierung nicht verhindern, wird seitens der Stadt Bitterfeld-Wolfen die Neuaufstellung des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg‘“ — 1. Entwurf begrüßt und unterstützt.

Abwägung / Begründung

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Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001413_002 ID Stellungnehmer: 1001645
Planungskonzeption
Inhalt

Hinweis: Vorrang für Repowering statt Neuausweisung
Im Rahmen der Flächenentwicklung für die Windenergienutzung sollte dem Repowering bestehender Windenergieanlagen Vorrang eingeräumt werden. Durch Modernisierung und Erneuerung vorhandener und bewährter Standorte kann ein erheblicher Leistungszuwachs erzielt werden — bei gleichzeitig geringerem Flächenverbrauch und höherer Standortverträglichkeit.
Nach unserer Einschätzung ist das Repowering in den vorhandenen Eignungsgebieten noch nicht abgeschlossen und bedarf in der weiteren Bearbeitung des Teilplan Wind einer umfangreicheren Durchdringung.
Die Konzentration auf bereits erschlossene Flächen minimiert den Eingriff in bislang unberührte Landschaftsräume und reduziert potenzielle Konflikte mit dem Natur- und Artenschutz sowie mit der Wohnbevölkerung. Eine Neuausweisung zusätzlicher Vorrangflächen sollte daher nur erfolgen, wenn das Potenzial des Repowering nachweislich ausgeschöpft ist.

Abwägung / Begründung

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Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Der Hinweis betrifft keinen abwägungsrelevanten Planinhalt.

Grundsätzlich sind Repowering-Vorhaben im Sinne des § 16b Abs. 1 und 2 des BImSchG auch nach der Feststellung des Erreichens der Flächenbeitragswerte respektive der Regionalen Teilflächenziele über § 35 Abs. 1 Nr. 5 BauGB bis zum Ablauf des 31.12.2030 im Außenbereich frei privilegiert (§ 249 Abs. 3 BauGB). Die Außenbereichsprivilegierung greift jedoch nicht, wenn das Repowering-Vorhaben in einem Natura 2000-Gebiet oder in einem Naturschutzgebiet im Sinne des BNatSchG verwirklicht werden soll.

Mit der Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie wird der gesetzlichen Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA Genüge getan, den regionalisierten Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen, um die Rechtsfolge gemäß § 249 Absatz 2 Satz 2 BauGB auszulösen. Dann kann außerhalb der Windenergiegebiete ein Vorhaben, das der Erforschung, Entwicklung oder Nutzung der Windenergie dient, nur ausnahmsweise nach § 35 Absatz 2 BauGB zugelassen werden, wenn ausgeschlossen ist, dass die in § 35 Absatz 3 Satz 1 Nummer 5 genannten Belange oder das Orts- und Landschaftsbild berührt sind.

StN-ID: 1001413_003 ID Stellungnehmer: 1001645
Planungskonzeption
Inhalt

Hinweis: Unverhältnismäßige Flächenbelastung
Zwar sind Gemarkungsflächen der Stadt Bitterfeld-Wolfen nur in Teilen von Vorranggebieten betroffen. Die im 1. Entwurf ausgewiesenen vergrößerten oder zusätzlichen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie betreffen in erheblichem Maße Flächen im unmittelbaren Umfeld der Stadt Bitterfeld-Wolfen.
Im Vergleich zu anderen Kommunen innerhalb der Planungsregion ergibt sich daraus eine
überproportionale Belastung unserer Stadt. Eine ausgewogene und faire Verteilung der Flächenziele ist daher nicht erkennbar.

Abwägung / Begründung

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Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Allerdings ist eine Gleichverteilung im Sinne eines Herunterbrechens des Flächenbeitragwertes auf jede Kommune der Planungsregion aufgrund der fachrechtlichen und naturräumlichen Gegebenheiten nicht möglich, sodass innerhalb der Planungsregion nur mit dem Solidarprinzip der geforderte Flächenbeitragswert von mindestens 1,9 % (bis 31.12.2027) bzw. 2,3 % (bis 31.12.2032) erreicht werden kann.

Die im 1. Entwurf vorgeschlagenen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie umfassen 0,9 % des Stadtgebietes Bitterfeld-Wolfen. Der 1.000 m Abstand zur bebauten Ortslage dient vorsorglich neben dem Gesundheitsschutz auch dem Schutz des Ortsbildes vor technischer Überprägung. 

StN-ID: 1001413_005 ID Stellungnehmer: 1001645
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIV Löberitz/Reuden
Inhalt

Die Ausweisung neuer Vorranggebiete sowie die Erweiterung bestehender Flächen in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung wird seitens der Stadt Bitterfeld-Wolfen kritisch bewertet. Der Schutz der Wohn- und Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger hat oberste Priorität. Das vorgeschlagene Vorranggebiet XIV-Löberitz/Reuden befindet sich in direkter Nähe zu Wohngebieten wie Reuden, Thalheim und Zschepkau.

Die zu erwartenden Auswirkungen auf Lärmimmissionen, Schattenwurf und das Landschaftsbild gefährden die Lebensqualität und mindern die Attraktivität der Stadt als Wohnstandort. Zu bedenken geben wir auch, dass gerade die Wohnqualität der OT Thalheim, Rödgen/Zschepkau und Reuden durch die industrielle Nutzung, den Lärmimmissionen der BAB 9, dem vorhandenen Kiesabbau und dem möglichen privilegierten Ausbau von Freiflächen-PV-Anlagen im 200 m-Bereich entlang der BAB 9 bereits eingeschränkt ist.

Insbesondere die geplante Erweiterung des Vorranggebietes XIV-Löberitz/Reuden in Richtung der Ortsteile Reuden und Thalheim wird als nicht erforderlich angesehen. Vor dem Hintergrund, dass die festgelegten Vorrangflächen bereits 7.051 ha und damit 1,94 % der Gesamtfläche der Planungsregion umfassen — und somit den angestrebten Flächenbeitragswert von 1,9 % sogar überschreiten — ist eine zusätzliche Flächenausweisung nicht gerechtfertigt. Negative Auswirkungen auf die soziale Akzeptanz und das Landschaftsbild sollten bei der weiteren Abwägung stärker berücksichtigt werden.

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Abwägungsvorschlag

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Begründung

Es handelt sich um ein rechtskräftiges Bestandsvorranggebiet des STP Wind 2018, welches rechtmäßig mit Windenergieanlagen bebaut ist. Daher wurde im Rahmen der Potenzialfläche, die nach Anwendung der Ausschlusskriterien verblieb, eine Erweiterungsfläche ergänzt. Dies geschah vor allem vor dem Hintergrund, dass in der Stadt Bitterfeld-Wolfen nur in sehr begrenztem Maße geeignete Potenzialflächen vorhanden sind. Darüber hinaus war dem Grundsatz G 6.2.1-3 des LEP LSA 2. Entwurf zu entsprechen,  dass bevorzugt Flächen zu prüfen sind, die im räumlich-funktionalen Zusammenhang mit Vorrangstandorten für landesbedeutsame Industrie- und Gewerbeflächen (Chemiepark Bitterfeld-Wolfen und TechnologiePark Mitteldeutschland) und der Wasserstoffinfrastruktur liegen.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihalts der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Bei dem gesetzlichen Flächenbeitragswert handelt es sich um einen Mindestwert, der erreicht werden muss, um die Rechtsfolgen des § 249 Absatz 2 BauGB auszulösen. Ausgewiesene Flächen sind gem. § 4 Absatz 2 WindBG anrechenbar, sobald und solange der jeweilige Plan wirksam ist. Um ausreichend Spielraum im Falle einer nachträglichen Zielverfehlung gem. § 4 Abs. 2 S. 1 WindBG vorzuhalten, ist eine Mehrausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001413_006 ID Stellungnehmer: 1001645
Umweltbericht
Inhalt

Schutz ökologisch sensibler Bereiche — insbesondere der Goitzsche
Die Nähe zu ökologisch sensiblen Bereichen, insbesondere dem Gebiet Goitzsche, wirft Fragen hinsichtlich der Verträglichkeit mit Zugvogelrouten und Fledermausvorkommen auf. Konkrete Maßnahmen zur Vermeidung oder Minimierung dieser Konflikte mit Natur- und Artenschutz sind ggf. im Umweltbericht nicht ausreichend dargestellt worden (s. Umweltbericht, Kapitel „Artenschutzprüfung“, S. 22-25).
Dies trifft auch auf das Landschaftsschutzgebiet Fuhneaue nach unserer Auffassung zu.

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Begründung

Im Rahmen des Scoping zur Umweltprüfung wurden die öffentlichen Stellen beteiligt, deren umwelt- und gesundheitsbezogener Aufgabenbereich von den Umweltauswirkungen des Plans berührt werden kann, um Prüfumfang und Prüftiefe der Strategischen Umweltprüfung festzulegen. Die zu diesem Planungsschritt eingegangen sach- und fachgerechten Anmerkungen und Hinweise flossen maßstabsgerecht in die Umweltprüfung ein. Hinsichtlich der Beachtung ökologisch sensibler Bereiche, wird auf die, dem Plan zu Grunde liegenden, Ausschlusskriterien verwiesen (siehe Planungskonzeption bzw. Kapitel 2.4. des Umweltberichtes). Die Prüfung artenschutzrechtlicher Belange in Bezug auf u.a. windkraftsensible Arten erfolgte ebenfalls maßstabsgerecht und auf Grundlage vorhandener, valider Daten.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001413_007 ID Stellungnehmer: 1001645
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIV Thurland
Inhalt

Kritische Betrachtung neuer und erweiterter Vorranggebiete in Wohnnähe
Die Ausweisung neuer Vorranggebiete sowie die Erweiterung bestehender Flächen in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung wird seitens der Stadt Bitterfeld-Wolfen kritisch bewertet. Der Schutz der Wohn- und Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger hat oberste Priorität. Das vorgeschlagene Vorranggebiet XXIV-Thurland befindet sich in direkter Nähe zu Wohngebieten wie Siebenhausen, Bobbau, Wolfen-Nord. Die zu erwartenden Auswirkungen auf Lärmimmissionen, Schattenwurf und das Landschaftsbild gefährden die Lebensqualität und mindern die Attraktivität der Stadt als Wohnstandort.

Abwägung / Begründung

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Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001413_008 ID Stellungnehmer: 1001645
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXX Zörbig
Inhalt

Kritische Betrachtung neuer und erweiterter Vorranggebiete in Wohnnähe
Die Ausweisung neuer Vorranggebiete sowie die Erweiterung bestehender Flächen in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung wird seitens der Stadt Bitterfeld-Wolfen kritisch bewertet. Der Schutz der Wohn- und Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger hat oberste Priorität. Das vorgeschlagene Vorranggebiet XXX-Zörbig befindet sich in direkter Nähe zu Wohngebieten wie Thalheim und Rödgen/Zschepkau. Die zu erwartenden Auswirkungen auf Lärmimmissionen, Schattenwurf und das Landschaftsbild gefährden die Lebensqualität und mindern die Attraktivität der Stadt als Wohnstandort.
Zu bedenken geben wir auch, dass gerade die Wohnqualität der OT Thalheim, Rödgen/Zschepkau und Reuden durch die industrielle Nutzung, den Lärmimmissionen der BAB 9, dem vorhandenen Kiesabbau und dem möglichen privilegierten Ausbau von Freiflächen-PV-Anlagen im 200 m-Bereich entlang der BAB 9 bereits eingeschränkt ist.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihalts der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen.

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001414 ID Stellungnehmer: 1001646
Windenergie 2027
Inhalt

Bürgerbeteiligung ist aus meiner Sicht entscheidend für die Akzeptanz und damit den Erfolg der Energiewende! Es sollten konsequent die neuen gesetzlichen Möglichkeiten zur Beteiligung und direkter (finanzieller) Kompensation der Anwohner von erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen sowie der Gemeinden genutzt werden! Es sollte darüber hinaus Möglichkeiten zur finanziellen Beteiligung an den lokalen Anlagen geben, z.B. über Crowdfunding wie https://www.dkb-crowdfunding.de, und / oder ähnlicher Möglichkeiten.

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Begründung

Bürgerbeteilungen zu konkreten Windenergieanlagen, auch in finanzieller Hinsicht, sind nicht Aufgabe der Regionalplanung. Diese Aufgaben sind Teil der Projektebene, die die einzelnen Windenergieanlagen realisiert. 

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001414_001 ID Stellungnehmer: 1001646
Windenergie 2027
Inhalt

Ich finde es gut, dass überwiegend bereits bestehende Gebiete ausgewiesen sind. Nach meiner Wahrnehmung ist die Windenergie im Vergleich zu anderen Bundesländern bereits gut ausgebaut. Wenn Flächen zusätzlich geeignet sind, sollten diese zur Nutzung in Erwägung gezogen werden.

Abwägung / Begründung

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Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

-

StN-ID: 1001416 ID Stellungnehmer: 1001648
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > III Coswig Nord
Inhalt

Die Stadt Coswig (Anhalt) begrüßt ausdrücklich die Aufnahme der Vorrangfläche III (Coswig Nord) in den Teilplan. Fläche ist bereits als Windkraftgebiet genutzt und erfüllt die raumordnerischen, technischen und naturschutzfachlichen Anforderungen. Die Einzelfallprüfung bestätigt ihre Eignung und unterstützt die Zielerreichung gemäß WindBG und LEntwG LSA.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

-

StN-ID: 1001416_001 ID Stellungnehmer: 1001648
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XV Luko
Inhalt

Die Stadt Coswig (Anhalt) begrüßt ausdrücklich die Aufnahme der Vorrangfläche XV (Luko) in den Teilplan. Fläche ist bereits teilweise als Windkraftgebiete genutzt und erfüllt die raumordnerischen, technischen und naturschutzfachlichen Anforderungen. Die Einzelfallprüfung bestätigt ihre Eignung und unterstützt die Zielerreichung gemäß WindBG und LEntwG LSA.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001417 ID Stellungnehmer: 1001649
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001417_001 ID Stellungnehmer: 1001649
Windenergie 2027
Inhalt

Die Ziele und Grundsätze werden durch die LSBB RB Ost zur Kenntnis genommen.

Abwägung / Begründung

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Allgemeine Informationen

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Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001417_002 ID Stellungnehmer: 1001649
Z 4.3.4-1 Energie
Inhalt

Z 4.3.4-1 Satz 2: „Unzulässig sind in diesen Gebieten schutzbedürftige Nutzungen und Anlagen sowie die Durchführung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die bewirken, dass sich geschützte Arten in den Vorranggebieten ansiedeln oder in diese hineinbewegen.“
Dieses Ziel ist aus Sicht der LSBB RB Ost nicht tragbar. Die Straßenbauverwaltung plant regelmäßig Straßenbauvorhaben in und an Vorranggebieten. Im Rahmen dieser Vorhaben müssen Ausgleichs und Ersatzmaßnahmen für betroffene geschützte Arten in möglichst nahem räumlichen Zusammenhang zum Bauvorhaben umgesetzt werden. Die Einschränkung durch die sehr pauschale Formulierung von Z 4.3.4-1 schränkt die Umsetzungen unserer Vorhaben zu stark ein und widerspricht den Grundsätzen der Eingriffsregelung gemäß BNatSchG.

Abwägung / Begründung

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Begründung

Z 4.3.4-1 Satz 2 wird ergänzt: „Unzulässig sind in diesen Gebieten schutzbedürftige Nutzungen und Anlagen sowie die Durchführung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die bewirken, dass sich geschützte windkraftsensible Arten in den Vorranggebieten ansiedeln oder in diese hineinbewegen.“

Für alle geschützten Arten fehlt die gesetzliche Legitimation.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001417_003 ID Stellungnehmer: 1001649
Z 4.3.4-1 Energie
Inhalt

Z 4.3.4-1 zu Satz 5 Begründung: „Um Irritationen bezüglich des Interpretationsspielraums bei der Flächenausdehnung auf der Maßstabsebene 1:100.000 vorzubeugen, wurde festgelegt, dass die Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie an vorhandenen sichtbaren natürlichen oder künstlichen Grenzen wie zum Beispiel Flüsse, Bäche, Gräben, Straßen, Schienen- oder Leitungstrassen und Wegen enden. Diese Begrenzung ist das Ergebnis der gesamträumlichen Abwägung.“
Aus der Sicht der LSBB ist hier anzumerken, dass der Begriff „Straßen“ zu allgemein gefasst ist und zu Verunsicherungen führen kann. Laut § 1 FStrG und § 2 StrG LSA gehören zu öffentlichen Straßen der Straßenkörper. Zum Straßenkörper gehört insbesondere der Straßengrund sowie Dämme, Entwässerungsanlagen, Böschungen, Sicherheitsstreifen und vieles mehr. Daher ist in der Begründung auf den Straßenkörper zu verweisen.

Abwägung / Begründung

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Begründung

Aufgrund der Maßstabsebene von 1:100.000 kann nicht der komplette Straßenkörper kartographisch mit einbezogen werden. Die Berücksichtigung des kompletten Straßenkörpers hat im Rahmen des Vorhabenzulassungsverfahrens der einzelnen Windenergieanlagen zu erfolgen. Aus diesem Grund wird weiterhin an dem Begriff "Straße" festgehalten.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001417_004 ID Stellungnehmer: 1001649
Windenergie 2027
Inhalt

Allgemeine Hinweise der Fachgruppe Straßenplanung und Entwurf:
Die LSBB RB Ost hat entsprechend § 4 FStrG und § 10 StrG LSA dafür einzustehen, dass ihre Bauten allen Anforderungen der Sicherheit und Ordnung genügen. Eine zunehmende Verdichtung von Zufahrten und Einmündungen ist dementsprechend zu vermeiden. Die Erschließungen sind über das rückwärtige Straßennetz bzw. über die vorh. Wirtschaftswege zu gewährleisten. Sichtfelder auf bevorrechtigte Kraftfahrzeuge und Radfahrer sind freizuhalten.
Gemäß § 8 FStrG und § 18 StrG LSA ist die Nutzung einer Straße über den Gemeingebrauch hinaus eine Sondernutzung. Sie bedarf der Erlaubnis der Straßenbaubehörde. Zufahrten und Zugänge zu Bundes-/Landesstraßen die zur Errichtung bzw. für den Rückbau von Windenergieanlagen (WEA) neu angelegt oder geändert werden, gelten als Sondernutzung. Der Erlaubnisnehmer hat die Anlagen so zu errichten und zu unterhalten, dass sie den Anforderungen der Sicherheit und Ordnung sowie den anerkannten Regeln der Technik genügen. Arbeiten an der Straße bedürfen
der Zustimmung der Straßenbaubehörde. Die Erlaubnis ist bei der LSBB RB Ost einzuholen. Die Notwendigkeit für den Umfang einer dauerhaften Befestigung/Zufahrt ist nachzuweisen. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens sind aussagekräftige Planunterlagen zum Ausbau der Einmündung entsprechend den Richtlinien zum Planungsprozess und für die einheitliche Gestaltung von Entwurfsunterlagen im Straßenbau (RE 2012) inklusive der Baumfällungen und Ersatzmaßnahmen zu erstellen. Die Innenerschließung der „Windparks“ ist durch das untergeordnete Straßennetz bzw. durch die vorhandenen Wirtschaftswege zu gewährleisten. Im Sinne der Sicherheit und Ordnung sind die in § 9 FStrG und § 24 StrG LSA festgelegte Bauverbotszone und die Baubeschränkungszone zu beachten.

Abwägung / Begründung

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Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001417_005 ID Stellungnehmer: 1001649
Windenergie 2027
Inhalt

Allgemeine Hinweise der Fachgruppe Umweltschutz und Landschaftspflege:
Im Vorhabengebiet befinden sich zahlreiche Kompensationsmaßnahmen der LSBB RB Ost, die teilweise auch weit entfernt von Bundes- und Landesstraßen liegen. Die Zuständigkeit für den langfristigen Erfolg von Kompensationsmaßnahmen liegt bei der LSBB. Sie ist für die Erhaltung der Maßnahmen so lange nachweispflichtig, wie das zugehörige Straßenbauvorhaben existiert. Kompensationsmaßnahmen dürfen nicht beschädigt, geändert oder zerstört werden. Jede Änderung von Kompensationsmaßnahmen muss seitens des Vorhabenträgers deshalb vorab mit der LSBB und der unteren Naturschutzbehörde abgestimmt werden.
Weiterhin ist die LSBB zuständig für Straßenbaumreihen bzw. -alleen an Bundes-, Landes- und in Teilen auch Kreisstraßen. Alleen und Baumreihen sind gemäß § 21 NatSchG LSA gesetzlich geschützt. Ihre Beseitigung sowie alle Handlungen, die zur Zerstörung, Beschädigung oder nachteiligen Veränderungen führen können, sind verboten. Auch hier muss jede Änderung seitens des Vorhabenträgers vorab mit der LSBB und der unteren Naturschutzbehörde abgestimmt werden. Der Bedarf an Fällungen von Straßenbäumen ergibt sich bei den Vorhabenträgern häufig aufgrund der Herstellung von Zufahrten zu den Windparks.
Aus Sicht der LSBB RB Ost ist es damit erforderlich, regelmäßig in Vorhaben bzgl. Planung und Umsetzung von Windenergieanlagen einbezogen zu werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001418 ID Stellungnehmer: 1001651
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch gegen den Entwurf zum sachlichen Teilplan "Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg"

Windkraftanlagen verursachen hörbar Lärm, Infraschall und Schattenschlag, dies ist auf keinen Fall für meine Gesundheit vom Vorteil und gehört nicht in ein Naturschutzgebiet, welches die Dübener Heide nun mal ist und auch bleibt.

Desweiteren finde ich es naturschutzrechtlich sehr fraglich, einen Wald abzuholzen um diese monströsen Dinger dahin zu stellen. Es werden sinnlos Lebensräume zerstört.

Es gibt viele andere Flächen, die schon befestigt sind und die für Windkraftanlagen genutzt werden können.

Ich fordere Sie daher auf, Ihre Planungen und Standortwahl entsprechend zu überdenken, damit ein gesundes Leben in der Region Dübener Heide  weiterhin möglich bleibt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001419 ID Stellungnehmer: 1001652
Windenergie 2027
Inhalt

Erfordernisse der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark werden nicht berührt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001427 ID Stellungnehmer: 1001656
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001427_001 ID Stellungnehmer: 1001656
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > III Coswig Nord
Inhalt

In wiederholten Stellungnahmen hat das LDA seit mehr als 10 Jahren die Einschätzung geäußert, dass die in Rede stehendes Vorranggebiet Coswig erhebliche beeinträchtigende Auswirkungen auf die Denkmaleigenschaft des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs entwickeln kann. Das trifft insbesondere für die beiden Standorte im Belvedere des fürstlichen Schlosses und auf der Aussichtsplattform der Wörlitzer Kirche zu.

1. Die Sicht vor allem aus dem Belvedere (was übersetzt „schöne Aussicht“ heißt) besitzt  denkmalkonstituierende Bedeutung für die historische Kulturlandschaft Gartenreich Dessau-Wörlitz (GDW) in Gänze. Bei dem Denkmal handelt es sich nicht um ein Baudenkmal im herkömmlichen Sinn, vergleichbar einem Gebäude oder einer Mehrheit baulicher Anlagen, sondern um die Gesamtheit der historischen Kulturlandschaft, die zum einen aus baulichen, gartenkünstlerisch gestalteten und natürlichen landschaftlichen Elementen und zum anderen aus den natürlichen sowie aus den von den Schöpfern des Gartenreiches inszenierten Blickbeziehungen zwischen diesen Elementen besteht. Die Blickbeziehungen sowohl innerhalb der Kulturlandschaft als auch aus dieser heraus in die nicht gestaltete natürliche Umgebung sind deshalb kein Umgebungsschutz im herkömmlichen denkmalpflegerischen Sinn, sondern denkmalwürdige Originalsubstanz. Wie bei einem historischen Bauwerk oder einem Kunstwerk besteht auch hier die Denkmaleigenschaft auf Grund der Integrität und Originalität des Denkmals. In diesem Fall besteht die Integrität darin, dass der Blick eines Betrachters die ursprünglich geplante, bauzeitliche Wahrnehmung des Landschaftsbildes adäquat nachvollziehen kann, um die damit verbundene gestalterische, geistig-philosophische und historisch-konkrete Intention, die mit der Schaffung des Gartenreiches als bewusst gestaltete Kulturlandschaft von ihren Schöpfern verfolgt wurde, verstehen und würdigen zu können. Da diese künstlich gestaltete Landschaft, mit absichtsvoll inszenierten Übergängen in die natürliche Umgebung, vorrangig ein künstlerisches, landesplanerisches und philosophisches Projekt des regierenden Fürsten, finanziert nicht zuletzt aus dessen Geldmitteln, war, ist auch dessen Wahrnehmbarkeit zuerst auf den Fürsten bezogen. Das heißt, die Wahrnehmung des GDW aus der historischen Sicht des Fürsten als des Initiators des Projektes und des Eigentümers über die gestalteten Landschaftsflächen, im Sinne eines Blickes des Schöpfers auf sein Werk, besitzt höchste Priorität für die Nachvollziehbarkeit der Denkmalaussage. Auf den Blick des Fürsten war die gesamte Gestaltung vorrangig bezogen und konzipiert. Er war es, der andere Personen als Besucher daran teilhaben ließ. Einzig für diese Funktion, den Blick auf das Gesamtkunstwerk Kulturlandschaft, wurde auf dem Dach des fürstlichen Schlosses das Belvedere als wörtlich zu nehmender Aussichtspunkt errichtet. Von dort aus konnte der Fürst den Fortgang der Arbeiten bzw. deren Resultat überwachen und gleichzeitig genießen. Dorthin führte er privilegierte Gäste, um ihnen sein in ganz Europa bewundertes landschaftsgestaltendes Werk zu präsentieren. Der normale Untertan hatte die Möglichkeit dazu nicht. Für ihn war — wenngleich nicht minder programmatisch und auf bewusstes Erleben konzipiert - lediglich die Perspektive aus der ebenerdigen Sicht vorgesehen.

Es ist deshalb von grundsätzlichem denkmalpflegerischem Belang, dass heutige Betrachter dieses Sichterlebnis so nah wie möglich am historischen Original nachvollziehen können, um die einzigartige
Besonderheit des GDW zu erkennen und zu verstehen. Diese Besonderheit besteht gerade darin, dass es sich hier nicht um die klassische gärtnerische Gestaltung eines Schlossparkes handelt, sondern darum, dass der Landesherr hier das Bild der gesamten umgebenden Landschaft nach künstlerischen Gesichtspunkten als „Idealbild“ im Verständnis des späten 18. Jahrhunderts absichtsvoll inszeniert hat. Und zu den Besonderheiten dieser Inszenierung gehört es weiterhin, dass diese sich nicht auf einen umgrenzten Bereich um das Schloss beschränkte, sondern das gesamte Land umfasste, „so weit das Auge reicht‘ — nicht nur entlang einer Sichtachse zum Coswiger Kirchturm, die vor allem für dessen Wahrnehmbarkeit von einem Standpunkt zu ebener Erde aus angelegt wurde. Auf Grund dieser Spezifik war das nicht zuletzt deshalb so bezeichnete „Gartenreich“ des Fürsten Franz unter den Zeitgenossen europaweit berühmt, so dass es von zahlreichen Interessierten besichtigt und vielen Nachahmern zum Vorbild wurde. Das ist in vielen zeitgenössischen Schilderungen und Publikationen überliefert und begründet den wissenschaftlichen Denkmalwert der Kulturlandschaft.
Um diese Besonderheit nachvollziehen zu können, ist es notwendig, dass der Blick der Betrachter auch heute und in Zukunft ein Landschaftsbild vor sich sieht, das dem der Entstehungszeit nicht in wesentlichen Elementen widerspricht. Besucher sollen deshalb die Möglichkeit haben, das GDW nicht nur aus der Perspektive des Untertanen und des gewöhnlichen Durchreisenden wahrzunehmen, sondern ebenso auch aus der etwas anderen, gleichermaßen absichtsvoll inszenierten Perspektive des Schöpfers der Kulturlandschaft und des Herrschers darüber. Dieser Dualismus impliziert die unterschiedlichen Betrachtungsebenen von „unten“ wie auch von „oben“. Und es gehört zum ursprünglichen gestalterischen Konzept, dass man von „oben“ mehr sieht als von „unten“, weil dort die Perspektive weiter ist. Deshalb gilt für den Blick von „oben“ auch ein weiterer Betrachtungsradius bei der Einschätzung einer möglichen Beeinträchtigung; deshalb werden die geplanten WEA für den programmatischen Blick von „oben“ als erhebliche Beeinträchtigung erkannt, während sie beim Blick von „unten“ meistens gar nicht zu sehen sind.

Das bedeutet, dieser Blick in der historischen Perspektive soll nicht durch Hinzufügungen zum historischen Bild irritiert werden, die sich einer Integration in die historische Ansicht eines im weitesten Sinne vorindustriellen Zeitalters widersetzen und die lediglich im Vordergrund von Verfremdungen unbeeinträchtigte historische Kulturlandschaft nur noch als „Rudiment‘ erscheinen lassen. Derartige Parklandschaften vor dem Panorama von Industrieanlagen oder Neubaublöcken gibt es viele.
Das Gartenreich Dessau-Wörlitz verkörpert als Weltkulturerbe eine daran gemessen höhere Qualität der ursprünglichen Gestaltung, der materiellen und visuellen Überlieferung, der geschichtlichen Bedeutung;
insgesamt einen höheren Denkmalwert, der die Denkmalschutzbehörden verpflichtet, diesen herausgehobenen Standard und Status zu schützen und zu erhalten.

Aus demselben Grund wurden bereits vor Jahren die Schornsteine des denkmalwerten Kraftwerkes Vockerode abgebrochen, weil das GDW als das höherrangige Kulturdenkmal vor der visuellen Beeinträchtigung durch die neuzeitlichen Industriebauten geschützt werden sollte. Im gleichen Verständnis sind die geplanten WEA als materielle und visuelle Beeinträchtigung der Wahrnehmbarkeit der als Denkmal geschützten Kulturlandschaft im ursprünglichen, historischen Verständnis zu bewerten. Das heißt, dass in diesem Verständnis nicht  nur die Türme der WEA stören, sondern auch die sich drehenden Rotoren. Die Störung wird kumuliert.

2. Der Blick von der Aussichtsplattform des Wörlitzer Kirchturms ist keine ursprüngliche, geplante, historische Sichtbeziehung aus der Entstehungszeit des GDW. Die Aussichtsplattform ist jedoch ein zentrales touristisches Projekt der Evangelischen Kirche Anhalts („Bibelturm“) im erhöhten öffentlichen Interesse. Es ist dort ausdrücklich beabsichtigt, Besuchern einen Blick über die historische Kulturlandschaft zu ermöglichen. Aus Gründen der touristischen Wirksamkeit und im denkmalpflegerischen Interesse einer anschaulichen, fachlich fundierten Vermittlung von Denkmalwerten besteht dabei das Ziel, den Besuchern einen Ausblick von nicht „schlechterer Qualität“ als vom Belvedere des Schlosses aus zu bieten. Auch vom Bibelturm aus sollen die Betrachter die Möglichkeit haben, die für das Gartenreich konstituierenden gestalterischen Qualitäten adäquat erleben zu können und nicht den Eindruck mitzunehmen, dass der Blick vom Belvedere nur ein potemkinsches Dorf zeigt. Damit ist ebenfalls die Frage der Integrität des Kulturdenkmals und der Nachvollziehbarkeit seiner Aussage verbunden, die von Betrachtern über ein visuell „intaktes“ Erscheinungsbild und glaubhaft erlebbare Originalsubstanz realisiert werden.

Die Beeinträchtigung der beschriebenen Denkmalqualitat und Denkmaleigenschaft resultiert bereits aus der Sichtbarkeit der bestehenden WEA, im Windpark Coswig. Durch die geplanten weiteren WEA würde diese Störung verstärkt. Vorliegende Visualisierungen bestätigen das. Die Beeinträchtigung wird in dem beschriebenen Verständnis nicht als zu vernachlässigen, sondern als erheblich bewertet. Dabei ist es ohne Bedeutung, dass die WEA bei schlechten Sichtverhältnissen vermutlich nicht zu sehen sein werden. Da bei Nebel oder schlechtem Wetter die Wahrnehmbarkeit der gesamten Kulturlandschaft reduziert ist und infolgedessen auch deutlich weniger Besucher die „schöne Aussicht“ vom „Belvedere“ suchen werden, ist es nachvollziehbar, dass das größte öffentliche (Besucher-) Interesse an der Unversehrtheit der historischen Blickbeziehung über die Kulturlandschaft bis zum Horizont vor allem bei guten Sichtverhältnissen besteht. Und da vor allem bei klarem Wetter und guter Sicht die WEA besonders deutlich am Horizont wahrnehmbar sein werden, fällt dies genau mit dem größten Besucherzuspruch und öffentlichen Interesse zusammen. Deshalb ist die Beeinträchtigung auch unter diesem Nutzungsaspekt erheblich.

Die Fläche in Coswig ist Windkraftvorranggebiet. Eine grundsätzliche Ablehnung des Vorhabens ist
daher nicht möglich. Grundsätzlich besteht das denkmalpflegerische Ziel auch nicht in einer Verhinderung der wirtschaftlichen Investition in den geplanten Windparks, sondern in einer Verminderung der daraus resultierenden Beeinträchtigung für das Weltkulturerbe im GDW. Das LDA schlägt deshalb zum wiederholten Mal eine Reduzierung der Höhen der WEA vor, um die Beeinträchtigung wesentlich zu verringern bzw. gänzlich zu beseitigen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Bei diesem Vorranggebiet handelt es sich um ein bereits in 2018 rechtskräftig ausgewiesenes Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie, welches mit Windenergieanlagen bebaut ist. Eine Erweiterung des Gebietes ist mit dem vorliegenden Entwurf nicht vorgesehen, sodass sich die Anzahl der Windenergieanlagen im Vorranggebiet voraussichtlich nicht vergrößern wird. Vorhandene Windenergieanlagen dürfen gem. § 249 Absatz 3 BauGB allerdings am Standort, auch außerhalb von Vorranggebieten, dem Repowering unterzogen werden, sodass auch weiterhin ein Windpark im Bereich des geplanten Vorranggebietes Coswig Nord existieren wird.

Benachbart zum Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie wurde im 2. Entwurf des LEP LSA der Vorrangstandort für landesbedeutsame Industrie- und Gewerbeflächen mit herausgehobener Bedeutung "Coswig (Anhalt) an der BAB 9" festgelegt. Gemäß Grundsatz 6.2.1-3 sollen im Rahmen der Planungskonzeption zur Steuerung der Windenergienutzung bevorzugt Flächen geprüft werden, die mit den Vorrangstandorten für landesbedeutsame Industrie- und Gewerbeflächen in einem räumlich-funktionalen Zusammenhang liegen. Ein solcher Zusammenhang ermöglicht eine effiziente Nutzung der Windenergie, da sie direkt vor Ort produziert wird und z.B. für industrielle Prozesse genutzt werden kann. Mit der Versorgung der Industrie- und Gewerbefläche mit erneuerbarer Energie kann die Standortattraktivität erhöht, Unternehmen am Standort gehalten und neue Unternehmensansiedlungen gewonnen werden. Aus diesem Grund wurde das bereits etablierte Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie in den 1. Entwurf übernommen.

Das Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie befindet sich in 1 km Entfernung zur Pufferzone des Gartenreichs Dessau-Wörlitz. Die Pufferzone wurde festgelegt, um die Kernzone des Gartenreiches zu schützen und zur Sensibilisierung der unter Welterbeschutz stehenden Kulturlandschaft zu verhelfen. Die Kernzone des Gartenreiches ist vom Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie 2,6 km, das Schloss Wörlitz mit dem Belvedere 5,7 km entfernt. 

Visualisierungen möglicher künftiger Windenergieanlagen zeigten, dass von Sichtpunkten aus dem Gartenreich heraus (Grüner Berg, Teelaubenfähre, Solitüde im Sieglitzer Park, Elbewall östlich des Pantheons) die Anlagen zumeist ohne Erheblichkeit sichtbar sind (LPR GmbH. Erarbeitung eines Diskussionspapiers zur Öffnung von Restriktionen durch die Denkmalpflege für den Ausbau regenerativer Energien. Dessau-Roßlau 2022). In den einzelnen Fällen der erheblichen Beeinträchtigung von Sichten (z.B. vom Grünen Berg neben dem Schloss Wörlitz in Richtung Palmenhaus) ist durch eine Verschiebung von Anlagenstandorten eine Minderung der Erheblichkeit erreichbar. Die Windenergieanlagen sollen in Abhängigkeit ihrer Entfernung zum Gartenreich eine gestaffelte Höhenbegrenzung erhalten um die Maßstäblichkeit im Verhältnis zur Horizonthöhe einzuhalten. Da auf Ebene der Regionalplanung die Standorte der Windenergieanlagen und deren Bauhöhen nicht bekannt sind, ist diese Prüfung auf der nachfolgenden Plan- bzw. Genehmigungsebene vorzunehmen.

Die öffentliche Zugänglichkeit des Belvedere auf dem Schloss Wörlitz ist aufgrund von Brandschutzvorschriften nicht gegeben, sodass dem Besucher des Wörlitzer Parks diese Aussicht vom erhöhten Standpunkt bis zum Horizont nicht präsentiert werden kann.

Fernblicke im Kulturdenkmal haben unterschiedliche Qualitäten. Es steht außer Zweifel, dass die historisch bewusst gestalteten und klar auszuweisenden Sichtachsen als außergewöhnliche universelle Werte (OUV = Outstanding Universal Value) nicht durch Windenergieanlagen beeinträchtigt werden dürfen. Die Kern- und Pufferzone (Schutzzone) des Gartenreichs Dessau-Wörlitz wurde gemäß der Planungskonzeption (bis auf die Ausnahme des Bestandsgebietes Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau) von Vorranggebieten freigehalten und somit sind die historischen Sichtachsen im Gartenreich nicht durch Windenergieanlagen betroffen. 

Als nicht bewertungsrelevant werden Sichten von Türmen u. ä. deutlich erhöhten Positionen eingestuft, da die entstehenden Fernsichten nicht als akzeptable Restriktionsbereiche für die Errichtung von Windparks eingestuft werden können und diese Fernsichten eine Vielzahl von, dem historischen Blick entgegenstehenden, modernen Strukturen und Elementen als Vorbelastungen erschließt. Berücksichtigung sollen aber OUV (Outstanding Universal Value) finden, die in Einzelfallprüfungen (Heritage Impact Assessment) zu betrachten sind. 

Windenergieanlagen sind ein Problem der Gegenwart. Über sie kann nur nach gegenwärtigen gesamtgesellschaftlichen Maßstäben entschieden werden. Diese Maßstäbe müssen die rechtlichen Regelungen sein, wie die Privilegierung der Nutzung der Windenergie und ihr überragendes öffentliches Interesse gem. § 2 EEG einschließlich der gesetzlich geforderten Flächenbeiträge für den Ausbau der Vorranggebiete Windenergie, die zur Sicherung der künftigen Daseinsvorsorge verantwortungsvoll zu anderen sektoralen Erfordernissen, wie z.B. der Denkmalpflege, ins Verhältnis gesetzt werden müssen.

Allgemeine Sichtbarkeiten von erhöhten Standorten, wie vom touristisch genutzten Wörlitzer Kirchturm, stehen aber in keinem historischen Kontext, sondern sind moderne Erscheinungen, über die nicht mit historischen Argumenten, sondern nur unter Abwägung der heute zu lösenden gesamtgesellschaftlichen Zielstellungen entschieden werden kann.

Eine pauschale Höhenbeschränkung auf Regionalplanebene würde einer Verminderung wirtschaftlicher Nutzung der Windenergie und einer Verringerung der effektiven Nutzbarkeit des ausgewiesenen Vorranggebietes gleichkommen. 

Eine Höhenbegrenzung auf Ebene der Regionalplanung würde außerdem dazu führen, dass die Vorranggebietsfläche mit einer Ausdehnung von 76 ha gemäß § 4 Abs. 1 Satz 5 WindBG nicht auf den Flächenbeitragswert angerechnet werden darf, und anderenorts eine mindestens ebenso große Fläche als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie ausgewiesen werden muss, um den regionalen Flächenbeitragswert zu erfüllen. 

Das OVG Greifswald hat am 07.02.2023 (5 K 171/22) geurteilt, dass § 2 Satz 2 EEG als sogenannte Sollbestimmung dahingehend zu verstehen ist, dass sich in den einzelnen Schutzgüterabwägungen – ausdrücklich ist im Gesetzgebungsverfahren auch der Bereich des Denkmalschutzes genannt (vgl. Gesetzentwurf der Bundesregierung, BT-Drs. 20/1630, S. 158) – ein regelmäßiges Übergewicht der Erneuerbaren Energien in dem Sinne ergibt, dass das überragende öffentliche Interesse an der Errichtung von Windenergieanlagen sowie das öffentliche Sicherheitsinteresse nur in atypischen Ausnahmefällen überwunden werden kann, die fachlich anhand der besonderen Umstände der jeweiligen Situation zu begründen wären.

In Abhängigkeit der konkreten Standorte der Windenergieanlagen ist daher die Erheblichkeit der Beeinträchtigung der Sichtbarkeiten im Vorhabenzulassungsverfahren zu prüfen und zu bewerten.

Abwägungsentscheidung
 

StN-ID: 1001427_002 ID Stellungnehmer: 1001656
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XV Luko
Inhalt

In wiederholten Stellungnahmen hat das LDA seit mehr als 10 Jahren die Einschätzung geäußert, dass das in Rede stehende Vorranggebiet Luko erhebliche beeinträchtigende Auswirkungen auf die Denkmaleigenschaft des Dessau-Worlitzer Gartenreichs entwickeln kann.
Das trifft insbesondere für die beiden Standorte im Belvedere des fürstlichen Schlosses und auf der Aussichtsplattform der Wörlitzer Kirche zu. Dies wurde in den vorhergehenden Stellungnahmen des LDA bereits begründet und wird hier noch einmal wiederholt.

1. Die Sicht vor allem aus dem Belvedere (was übersetzt „schöne Aussicht“ heißt) besitzt  denkmalkonstituierende Bedeutung für die historische Kulturlandschaft Gartenreich Dessau-Wörlitz (GDW) in
Gänze. Bei dem Denkmal handelt es sich nicht um ein Baudenkmal im herkömmlichen Sinn, vergleichbar einem Gebäude oder einer Mehrheit baulicher Anlagen, sondern um die Gesamtheit der historischen Kulturlandschaft, die zum einen aus baulichen, gartenkünstlerisch gestalteten und natürlichen landschaftlichen Elementen und zum anderen aus den natürlichen sowie aus den von den Schöpfern des Gartenreiches inszenierten Blickbeziehungen zwischen diesen Elementen besteht. Die Blickbeziehungen sowohl innerhalb der
Kulturlandschaft als auch aus dieser heraus in die nicht gestaltete natürliche Umgebung sind deshalb kein Umgebungsschutz im herkömmlichen denkmalpflegerischen Sinn, sondern denkmalwürdige Originalsubstanz. Wie bei einem historischen Bauwerk oder einem Kunstwerk besteht auch hier die Denkmaleigenschaft auf Grund der Integrität und Originalität des Denkmals. In diesem Fall besteht die Integrität darin, dass der Blick eines Betrachters die ursprünglich geplante, bauzeitliche Wahrnehmung des Landschaftsbildes adäquat
nachvollziehen kann, um die damit verbundene gestalterische, geistig-philosophische und historisch-konkrete Intention, die mit der Schaffung des Gartenreiches als bewusst gestaltete Kulturlandschaft von ihren
Schöpfern verfolgt wurde, verstehen und würdigen zu können. Da diese künstlich gestaltete Landschaft, mit absichtsvoll inszenierten Übergängen in die natürliche Umgebung, vorrangig ein künstlerisches,
landesplanerisches und philosophisches Projekt des regierenden Fürsten, finanziert nicht zuletzt aus dessen Geldmitteln, war, ist auch dessen Wahrnehmbarkeit zuerst auf den Fürsten bezogen. Das heißt, die Wahrnehmung des GDW aus der historischen Sicht des Fürsten als des Initiators des Projektes und des Eigentümers über die gestalteten Landschaftsflächen, im Sinne eines Blickes des Schöpfers auf sein Werk, besitzt höchste Priorität für die Nachvollziehbarkeit der Denkmalaussage. Auf den Blick des Fürsten war die gesamte Gestaltung vorrangig bezogen und konzipiert. Er war es, der andere Personen als Besucher daran teilhaben ließ. Einzig für diese Funktion, den Blick auf das Gesamtkunstwerk Kulturlandschaft, wurde auf dem
Dach des fürstlichen Schlosses das Belvedere als wörtlich zu nehmender Aussichtspunkt errichtet. Von dort aus konnte der Fürst den Fortgang der Arbeiten bzw. deren Resultat überwachen und gleichzeitig genießen. Dorthin führte er privilegierte Gäste, um ihnen sein in ganz Europa bewundertes landschaftsgestaltendes Werk zu präsentieren.
Der normale Untertan hatte die Möglichkeit dazu nicht. Für ihn war — wenngleich nicht minder programmatisch und auf bewusstes Erleben konzipiert - lediglich die Perspektive aus der ebenerdigen Sicht vorgesehen.

Es ist deshalb von grundsätzlichem denkmalpflegerischem Belang, dass heutige Betrachter dieses Sichterlebnis so nah wie möglich am historischen Original nachvollziehen können, um die einzigartige Besonderheit des GDW zu erkennen und zu verstehen. Diese Besonderheit besteht gerade darin, dass es sich hier nicht um die klassische gärtnerische Gestaltung eines Schlossparkes handelt, sondern darum, dass der Landesherr hier das Bild der gesamten umgebenden Landschaft nach künstlerischen Gesichtspunkten als „Idealbild“ im Verständnis des späten 18. Jahrhunderts absichtsvoll inszeniert hat. Und zu den Besonderheiten dieser Inszenierung gehört
es weiterhin, dass diese sich nicht auf einen umgrenzten Bereich um das Schloss beschränkte, sondern das gesamte Land umfasste, „so weit das Auge reicht‘ — nicht nur entlang einer Sichtachse zum Coswiger Kirchturm, die vor allem für dessen Wahrnehmbarkeit von einem Standpunkt zu ebener Erde aus angelegt  wurde. Auf Grund dieser Spezifik war das nicht zuletzt deshalb so bezeichnete „Gartenreich“ des Fürsten Franz unter den Zeitgenossen europaweit berühmt, so dass es von zahlreichen Interessierten besichtigt und
vielen Nachahmern zum Vorbild wurde. Das ist in vielen zeitgenössischen Schilderungen und Publikationen überliefert und begründet den wissenschaftlichen Denkmalwert der Kulturlandschaft. Um diese Besonderheit nachvollziehen zu können, ist es notwendig, dass der Blick der Betrachter auch heute und in Zukunft ein
Landschaftsbild vor sich sieht, das dem der Entstehungszeit nicht in wesentlichen Elementen widerspricht. Besucher sollen deshalb die Möglichkeit haben, das GDW nicht nur aus der Perspektive des Untertanen und des gewöhnlichen Durchreisenden wahrzunehmen, sondern ebenso auch aus der etwas anderen, gleichermaßen
absichtsvoll inszenierten Perspektive des Schöpfers der Kulturlandschaft und des Herrschers darüber. Dieser Dualismus impliziert die unterschiedlichen Betrachtungsebenen von „unten“ wie auch von „oben“. Und es gehört zum ursprünglichen gestalterischen Konzept, dass man von „oben“ mehr sieht als von „unten“, weil dort die
Perspektive weiter ist. Deshalb gilt für den Blick von „oben“ auch ein weiterer Betrachtungsradius bei der Einschätzung einer möglichen Beeinträchtigung; deshalb werden die geplanten WEA für den
programmatischen Blick von „oben“ als erhebliche Beeinträchtigung erkannt, während sie beim Blick von „unten“ meistens gar nicht zu sehen sind.

Das bedeutet, dieser Blick in der historischen Perspektive soll nicht durch Hinzufügungen zum historischen Bild irritiert werden, die sich einer Integration in die historische Ansicht eines im weitesten Sinne vorindustriellen Zeitalters widersetzen und die lediglich im Vordergrund von Verfremdungen unbeeinträchtige historische Kulturlandschaft nur noch als „Rudiment‘ erscheinen lassen. Derartige Parklandschaften vor dem Panorama von Industrieanlagen oder Neubaublöcken gibt es viele. 
Das Gartenreich Dessau-Wörlitz verkörpert als Weltkulturerbe eine daran gemessen höhere Qualität der ursprünglichen Gestaltung, der materiellen und visuellen Überlieferung, der geschichtlichen Bedeutung;
insgesamt einen höheren Denkmalwert, der die Denkmalschutzbehörden verpflichtet, diesen herausgehobenen
Standard und Status zu schützen und zu erhalten.

Aus demselben Grund wurden bereits vor Jahren die Schornsteine des denkmalwerten Kraftwerkes Vockerode abgebrochen, weil das GDW als das höherrangige Kulturdenkmal vor der visuellen Beeinträchtigung durch die neuzeitlichen Industriebauten geschützt werden sollte. Im gleichen Verständnis sind die geplanten WEA als materielle und visuelle Beeinträchtigung der Wahrnehmbarkeit der als Denkmal geschützten Kulturlandschaft im ursprünglichen, historischen Verständnis zu bewerten. Das heißt, dass in diesem Verständnis nicht  nur die Türme der WEA stören, sondern auch die sich drehenden Rotoren. Die Störung wird kumuliert.

2. Der Blick von der Aussichtsplattform des Wörlitzer Kirchturms ist keine ursprüngliche, geplante, historische Sichtbeziehung aus der Entstehungszeit des GDW. Die Aussichtsplattform ist jedoch ein zentrales touristisches Projekt der Evangelischen Kirche Anhalts („Bibelturm“) im erhöhten öffentlichen Interesse. Es ist dort  ausdrücklich  beabsichtigt, Besuchern einen Blick über die historische Kulturlandschaft zu ermöglichen. Aus Gründen der touristischen Wirksamkeit und im denkmalpflegerischen Interesse einer anschaulichen, fachlich fundierten Vermittlung von Denkmalwerten besteht dabei das Ziel, den Besuchern einen Ausblick von nicht
„schlechterer Qualität“ als vom Belvedere des Schlosses aus zu bieten. Auch vom Bibelturm aus sollen die Betrachter die Möglichkeit haben, die für das Gartenreich konstituierenden gestalterischen Qualitäten
adäquat erleben zu können und nicht den Eindruck mitzunehmen, dass der Blick vom Belvedere nur ein potemkinsches Dorf zeigt. Damit ist ebenfalls die Frage der Integrität des Kulturdenkmals und der
Nachvollziehbarkeit seiner Aussage verbunden, die von Betrachtern über ein visuell „intaktes“ Erscheinungsbild und glaubhaft erlebbare Originalsubstanz realisiert werden.

Die Beeinträchtigung der beschriebenen Denkmalqualitat und Denkmaleigenschaft resultiert bereits aus der Sichtbarkeit der bestehenden WEA, im Windpark Coswig. Durch die geplanten weiteren WEA würde diese
Störung verstärkt. Vorliegende Visualisierungen bestätigen das. Die Beeinträchtigung wird in dem beschriebenen Verständnis nicht als zu vernachlässigen, sondern als erheblich bewertet. Dabei ist es ohne Bedeutung, dass die WEA bei schlechten Sichtverhältnissen vermutlich nicht zu sehen sein werden. Da bei Nebel oder schlechtem Wetter die Wahrnehmbarkeit der gesamten Kulturlandschaft reduziert ist und infolgedessen auch deutlich
weniger Besucher die „schöne Aussicht“ vom „Belvedere“ suchen werden, ist es nachvollziehbar, dass das größte öffentliche (Besucher-) Interesse an der Unversehrtheit der historischen Blickbeziehung über die Kulturlandschaft bis zum Horizont vor allem bei guten Sichtverhältnissen besteht. Und da vor allem
bei klarem Wetter und guter Sicht die WEA besonders deutlich am Horizont wahrnehmbar sein werden, fällt dies genau mit dem größten Besucherzuspruch und öffentlichen Interesse zusammen. Deshalb ist die Beeinträchtigung auch unter diesem Nutzungsaspekt erheblich. 

Die Fläche in Luko ist Windkraftvorranggebiet. Eine grundsätzliche Ablehnung des Vorhabens ist daher nicht möglich. Grundsätzlich besteht das denkmalpflegerische Ziel auch nicht in einer Verhinderung der wirtschaftlichen Investition in den geplanten Windparks, sondern in einer Verminderung der daraus resultierenden Beeinträchtigung für das Weltkulturerbe im GDW. Das LDA schlägt deshalb zum wiederholten Mal eine Reduzierung der Höhen der WEA vor, um die Beeinträchtigung wesentlich zu verringern bzw. gänzlich zu beseitigen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Bei diesem Vorranggebiet handelt es sich um ein bereits in 2018 rechtskräftig ausgewiesenes Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie, welches mit Windenergieanlagen bebaut ist. Entsprechend der Planungskonzeption wurde das Vorranggebiet um angrenzende Flächen erweitert, die den Auswahlkriterien genügen. 

Der Abstand vom Vorranggebiet Luko zur Pufferzone des „Gartenreiches Dessau-Wörlitz“ beträgt 3,4 km, zur Kernzone 5,3 km sowie zum Schloss Wörlitz und zum Bibelturm mehr als 10 km. Zur Solitüde im Sieglitzer Park beträgt der Abstand des Vorranggebietes 6,7 km. Da sich das Vorranggebiet vom Sichtpunkt aus dem Gartenreich nach Norden/Nordwesten erstreckt, sind zunehmende Entfernungen der Windenergieanlagen zum Gartenreich zu verzeichnen.

Die Umweltprüfung ergab bei Dominanz der Anlagen eine hohe Betroffenheit des Schutzgutes Kultur- und Sachgüter durch Windenergieanlagen im Vorranggebiet Luko, da das Vorranggebiet im südlichen Teil weniger als 7,5 km zum Gartenreich entfernt liegt. Dabei ist zu beachten, dass neben der Bauhöhe, der Entfernung auch die Anzahl der Aussichtspunkte, von denen aus Windenenergieanlagen sichtbar sind, Einfluss auf das Beeinträchtigungspotenzial hat. Zwangsläufig besitzen erhöhte Aussichtspunkte wie das Belvedere des Schlosses Wörlitz oder die Kirchtürme ein höheres Beeinträchtigungspotenzial als Standorte zu ebener Erde. Die öffentliche Zugänglichkeit des Belvedere auf dem Schloss Wörlitz ist aufgrund von Brandschutzvorschriften nicht gegeben, sodass dem Besucher des Wörlitzer Parks diese Sicht gar nicht präsentiert werden kann. Da die ebenerdigen Parkanlagen aber der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen und nicht personen- oder zeitbeschränkt nutzbar sind, ist nach der planerischen Konzeption das dort vorhandene geringere Beeinträchtigungspotenzial im Gegensatz zu Belvedere bzw. Kirchtürmen von größerer Relevanz. 

Aus der Sichtbarkeitsanalyse der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg geht zudem hervor, dass innerhalb der Kernzone eine Beeinträchtigung durch Windenenergieanlagen im Vorranggebiet Luko nicht nachweisbar ist. Innerhalb der Pufferzone des „Gartenreiches Dessau-Wörlitz“ könnten zwar von den Standorten aus, von denen bereits die Windenenergieanlagen in Coswig Nord gesichtet werden können, auch Anlagen im Vorranggebiet Luko gesehen werden. Jedoch vermögen die weit entfernt stehenden Windenergieanlagen das Denkmal infolge ihrer geringen optischen Wahrnehmbarkeit nur noch geringfügig zu beeinträchtigen. Beim Blick von der Terrasse der Solitüde im Sieglitzer Park werden über den Kronen der Wald- und Gehölzbestände des Horizonts Teile der Rotoren der 180 m hohen Windenergieanlagen sichtbar. Die Anlagen beherrschen weder hinsichtlich ihrer Maßstäblichkeit noch ihrer Dominanz das Bild. Daher ist die Sichtbarkeit als nicht erheblich zu bewerten.

Höhenbegrenzungen sind deshalb für dieses Gebiet nicht erforderlich. Höhenbegrenzungen sind auch deshalb nicht notwendig, weil die Windenergieanlagen im Vorranggebiet Luko aufgrund des dazwischen liegenden Waldes für die Betrachter in der Pufferzone des Gartenreiches Dessau-Wörlitz überwiegend nicht sichtbar sind. Der Wald wirkt sichtverschattend. 

Zu berücksichtigen ist weiterhin, dass der Windpark mit 12 je 180 m hohen Windenenergieanlagen bereits im September 2017 in Betrieb genommen wurde. Eine Höhenbegrenzung im Regionalplan würde also weitgehend wirkungslos bleiben. Auch bleibt der Windpark infolge der Anlagengestaltung (z.B. nichtreflektierende Farbgebung, minimale Hinderniskennzeichnung, bedarfsgerechte Befeuerung, schlanke Türme) mit Blick vom Belvedere des Schlosses Wörlitz am Horizont relativ unauffällig. Er stellt keine Beeinträchtigung des UNESCO-Weltkulturerbes dar. 

Als nicht bewertungsrelevant werden Sichten von Türmen u. ä. deutlich erhöhten Positionen eingestuft, da die entstehenden Fernsichten nicht als akzeptable Restriktionsbereiche für die Errichtung von Windparks eingestuft werden können und diese Fernsichten eine Vielzahl von, dem historischen Blick entgegenstehenden, modernen Strukturen und Elementen als Vorbelastungen erschließt. Berücksichtigung sollen aber OUV (Outstanding Universal Value) finden, die in Einzelfallprüfungen (Heritage Impact Assessment) zu betrachten sind.

Das OVG Greifswald hat am 07.02.2023 (5 K 171/22) geurteilt, dass § 2 Satz 2 EEG als sogenannte Sollbestimmung dahingehend zu verstehen ist, dass sich in den einzelnen Schutzgüterabwägungen – ausdrücklich ist im Gesetzgebungsverfahren auch der Bereich des Denkmalschutzes genannt (vgl. Gesetzentwurf der Bundesregierung, BT-Drs. 20/1630, S. 158) – ein regelmäßiges Übergewicht der Erneuerbaren Energien in dem Sinne ergibt, dass das überragende öffentliche Interesse an der Errichtung von Windenergieanlagen sowie das öffentliche Sicherheitsinteresse nur in atypischen Ausnahmefällen überwunden werden kann, die fachlich anhand der besonderen Umstände der jeweiligen Situation zu begründen wären.

In Abhängigkeit der konkreten Standorte und Bauhöhen der Windenergieanlagen ist daher die Erheblichkeit der Beeinträchtigung der Sichtbarkeiten im Vorhabenzulassungsverfahren zu prüfen und zu bewerten.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001430 ID Stellungnehmer: 1001657
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIV Löberitz/Reuden
Inhalt

Bedenken gegenüber dem Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie XIV Löberitz/Reuden insbesondere Reuden-West.

Beeinträchtigung der Wohn- und Lebensqualität: Die Nähe zur Wohnbebauung führt zu einer erheblichen Belastung durch Lärm, Infraschall und optische Dominanz der Anlagen. Dies wirkt sich negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aus.

Natur- und Artenschutz: Das betroffene Gebiet ist Lebensraum für geschützte Arten wie z.B. Mäusebussarde, welche zu den besonders geschützte Arten nach § 7 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und der Bundesartenschutzverordnung gehören. Die Errichtung von Windkraftanlagen stellt eine erhebliche Gefährdung für diese Tiere dar.

Landschaftsbild und Tourismus: Die geplanten Anlagen verändern das gewachsene Landschaftsbild nachhaltig und beeinträchtigen die Attraktivität der Region für Erholungssuchende.

Fehlende transparente Bürgerbeteiligung: Die Informationspolitik zur Fortschreibung des Regionalplans war unzureichend. Bürger fühlen sich nicht angemessen informiert oder eingebunden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung.

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Das Aufstellungsverfahren zum Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ wird gemäß § 9 ROG i.V.m. § 7 LEntwG LSA unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt. Alle Verfahrensschritte werden in den Amtsblättern der Mitglieder (Landkreise Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg und kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau) sowie auf der Homepage der Regionalen Planungsgemeinschaft rechtzeitig bekannt gegeben. Die Sitzungen der Regionalversammlung sind öffentlich und werden ebenda bekannt gemacht. Darüber hinaus wurden Zwischenstände der Planung in den Amtsblättern veröffentlicht. In der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) sowie zahlreichen kommunalen Amtsblättern wurde eine Pressemitteilung über die Beteiligungsmöglichkeit zum 1. Entwurf herausgegeben.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001431 ID Stellungnehmer: 1001658
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001431_001 ID Stellungnehmer: 1001658
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001432 ID Stellungnehmer: 1001659
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001432_001 ID Stellungnehmer: 1001659
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001433 ID Stellungnehmer: 1001660
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVI Piethen
Inhalt

Forderung der Herausnahme des Sondergebietes "Windpark Piethen" und weiterer „Sondergebiete Wind“ in der Nähe der Orte Piethen / Werdershausen / Gröbzig im Sinne einer gewollten Bürgerzufriedenheit in diesem Gebiet

Gründe dagegen sind:

  • zu nah an Ortschaften, vermitteln bedrohliche Wirkung auf die Bürger - Abstand 1 km

  • eine weitere Beeinträchtigung des Landschafts- und Naturbildes

  • Lärm und Infraschall

  • weitere Gefährdung der Fauna und Flora

  • fehlende Effizienz von Windanlagen, Abschaltung durch Betreiber der Anlagen und häufiges Abregeln, da keine Speicher vorhanden

  • im Umkreis von 8 km stehten bereits 85 Windräder

  • fehlende Recyclingfähigkeit der Rotorblatter von Windanlagen, schädliche Wirkung der Mikroplastik infolge von Abrieb 

  • Belastung der Steuerzahler durch hohe Subventionen

  • Beeinträchtigung des Vorbehalts für Tourismus und Erholung des Gebietes um Edderitz — Maasdorf — Piethen (Freizeitanlage Edderitzer See) 

  • Abnahme der Wohnattraktivität

  • Bereits 2023 haben 1777 Bürger gegen diese Windräder gestimmt. (Kopie der Unterschriftensammlung vom 02.06.2023 It. Anhang)

Abwägung / Begründung

Referenz

1001395

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht. 

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Das im Flächennutzungsplanentwurf der Stadt Südliches Anhalt festgelegte Sondergebiet Erholung befindet sich in über 1.000 m Entfernung zum Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. 

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung (Effizienz, Abrieb von Rotoren) sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Bei diesem Vorranggebiet handelt es sich um ein geplantes Sondergebiet "Windenergie" der Stadt Südliches Anhalt. Da die Fläche den planerischen Auswahlkriterien der Regionalen Planungsgemeinschaft A-B-W entspricht, wurde diese Fläche als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie im 1. Entwurf des STP Wind 2027 festgelegt, um einen Beitrag zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % zu leisten.

Abwägungsentscheidung lfd. Nr. 3

StN-ID: 1001434 ID Stellungnehmer: 1001661
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVI Piethen
Inhalt

Forderung der Herausnahme des Sondergebietes "Windpark Piethen" und weiterer „Sondergebiete Wind“ in der Nähe der Orte Piethen / Werdershausen / Gröbzig im Sinne einer gewollten Bürgerzufriedenheit in diesem Gebiet

Gründe dagegen sind:

  • zu nah an Ortschaften, vermitteln bedrohliche Wirkung auf die Bürger - Abstand 1 km

  • eine weitere Beeinträchtigung des Landschafts- und Naturbildes

  • Lärm

  • weitere Gefährdung der Fauna und Flora

  • fehlende Effizienz von Windanlagen, Abschaltung durch Betreiber der Anlagen und häufiges Abregeln, da keine Speicher vorhanden

  • im Umkreis von 8 km stehten bereits 85 Windräder

  • fehlende Recyclingfähigkeit der Rotorblatter von Windanlagen, schädliche Wirkung der Mikroplastik infolge von Abrieb 

  • Belastung der Steuerzahler durch hohe Subventionen

  • Beeinträchtigung des Vorbehalts für Tourismus und Erholung des Gebietes um Edderitz — Maasdorf — Piethen (Freizeitanlage Edderitzer See) 

  • Abnahme der Wohnattraktivität

  • Bereits 2023 haben 1777 Bürger gegen diese Windräder gestimmt. (Kopie der Unterschriftensammlung vom 02.06.2023 It. Anhang)

Abwägung / Begründung

Referenz

1001395

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht. 

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Das im Flächennutzungsplanentwurf der Stadt Südliches Anhalt festgelegte Sondergebiet Erholung befindet sich in über 1.000 m Entfernung zum Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. 

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung (Effizienz, Abrieb von Rotoren) sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Bei diesem Vorranggebiet handelt es sich um ein geplantes Sondergebiet "Windenergie" der Stadt Südliches Anhalt. Da die Fläche den planerischen Auswahlkriterien der Regionalen Planungsgemeinschaft A-B-W entspricht, wurde diese Fläche als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie im 1. Entwurf des STP Wind 2027 festgelegt, um einen Beitrag zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % zu leisten.

Abwägungsentscheidung lfd. Nr. 3

StN-ID: 1001435 ID Stellungnehmer: 1001663
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XII Linda
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001435_001 ID Stellungnehmer: 1001663
Windenergie 2027
Inhalt

Die Mindestabstände zu bewohnten Gebieten in der Region Havelland-Fläming sind bei der beabsichtigten Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie ausreichend eingehalten.

Bis auf das Vorranggebiet Linda weisen die geplanten Vorranggebiete zu den im Sachlichen Teilregionalplan Windenergienutzung 2027 der Region Havelland-Fläming festgelegten Vorranggebieten einen Abstand von mehr als 5 Kilometer auf. Nach Einschätzung der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming ist dieser Mindestabstand erforderlich, um einer überfrachtenden Wirkung der Windenergieanlagen auf das Landschaftsbild vorzubeugen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001435_002 ID Stellungnehmer: 1001663
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XII Linda
Inhalt

Die Absicht, das Vorranggebiet "Linda" in er Weise festzulegen, dass ein flächenhafter Anschluss an das im Sachlichen Teilregionalplan Windenergienutzung 2027 der Region Havelland-Fläming festgelegte Vorranggebiet VRW 15 "Welsickendorf" erreicht wird, ist nachvollziehbar und steht in Übereinstimmung mit den bei der Festlegung des VRW 15 von der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming vorgenommenen Erwägungen.

Die Gebiete "Linda" und "Welsickendorf" erreichen zusammen eine Flächengröße von 943 Hektar und überschreiten gemeinsam nicht die im Planungskonzept der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming vorgesehene maximale Größe eines Vorranggebiets.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

-

StN-ID: 1001439 ID Stellungnehmer: 1001664
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001439_001 ID Stellungnehmer: 1001664
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > III Coswig Nord
Inhalt

Das Vorranggebiet III für die Nutzung für Windenergie liegt außerhalb der Pufferzone des UNESCO-Welterbes Gartenreich Dessau-Wörlitz. Gleichwohl bestehen zwischen dem bereits existenten bzw. der geplanten Windparks und der Kernzone des Welterbes eine deutliche Wirkungsbeziehung. Insbesondere die historischen Horizontlinien bilden eine visuelle Grenze der betreffenden Teilräume innerhalb des ausgewiesenen Welterbes. Um den außergewöhnlichen universellen Wert der Kulturlandschaft des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches zu erhalten, sollte zwischen allen Beteiligten ein Konsens geschaffen werden.

Grundsätzlich möge in einem Abstandsradius von 7-8 km zur Pufferzone die Errichtung von Windkraftanlagen vermieden werden. Darüber hinaus sind aussagefähige Visualisierungen und Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen.

In Abstimmung mit ICOMOS Deutschland sollte eine Kulturerbeverträglichkeitsprüfung (KVP) durchgeführt werden, die die Wirkungen der potentiellen neuen WEA auf die Kulturlandschaft des Gartenreiches anhand von standardisierten Visualisierungen (z.B. entsprechend der Publikation https://www.naturschutz-energiewende.de/wp-content/uploads/WEB_faw_broschuere_fachstandard_ visualisierung_210407_M.pdf ) überprüfen soll. Über die Ergebnisse ist in einem Abwägungsprozess zu befinden.

Begründung: Das Gartenreich Dessau-Wörlitz wurde im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkultur-
erbe ernannt.
Der Ansatz der Welterbekonvention und der aus ihr resultierenden Welterbeliste ist es, Natur- und Kulturerbestätten von außergewöhnlichem universellem Wert für die gesamte Weltgemeinschaft und für zukünftige Generationen zu bewahren.
Bei der Entscheidung über die Aufnahme in die Welterbeliste wurden die übergreifenden Bedingungen der Authentizität und der Integrität betrachtet, die den außergewöhnlichen universellen Wert der Stätte festlegen.
Der Umstand, dass hier eine weiträumige, sich über ein Gesamtareal von etwa 145 km² erstreckende Kulturlandschaft incl. der Siedlungsflächen den Schutzgegenstand bildet, begründet einen hohen Grad an Vulnerabilität gegenüber visuell beeinträchtigenden Wirkungen. Das Maß solcher Einwirkungen bzw. etwaiger damit verbundener Beeinträchtigungen wird aus ihrem Verhältnis zu denkmalkonstituierenden räumlichen Qualitäten und in diesem Fall mit Sichtbeziehungen als Bestandteil der denkmalgeschützten
Sachgesamtheit, beurteilt.
Als erster Landschaftsgarten nach englischem Vorbild auf dem europäischen Festland sind die Wörlitzer Anlagen als prominentester Park im Gartenreich Dessau-Wörlitz ein herausragendes Beispiel für die Landschaftsgestaltung zur Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert. Auch die anderen historischen Gartenanlagen haben signifikante denkmalschutzfachliche Wertigkeiten, teils von überregionaler Bedeutung. Die denkmalgeschützte Kulturlandschaft in ihrer Gesamtheit spiegelt in vergleichsweise wenig veränderter Weise die Prägungen von Landschaft durch Nutzungen des 18. und 19. Jahrhunderts,
bewusste ästhetische Gestaltungen und dabei die Umsetzung philosophischer Prinzipien und gesellschaftspolitischer Ziele der Zeit der Aufklärung wider. Diese Eigenart, dass hier eine weiträumige Landschaft mit allen ihren substantiellen Zubehörungen, erlebbaren Raumwirkungen und Sinngehalten als Schutzgegenstand ausgewiesen ist, macht das besondere Charakteristikum dieses landschaftsbasierten Welterbes aus. Diese Besonderheit begründet auch spezifische Anforderungen an Schutz und Pflege dieser Welterbestätte.
Die Wertigkeiten und Schutzziele sind in ganz wesentlichem Maße mit Methoden der Fachdisziplinen Landschafts-/Freiraumplanung und Gartendenkmalpflege zu identifizieren und zu behandeln.

Obgleich die bereits errichteten Windenergieanlagen außerhalb des unmittelbaren Welterbegebietes stehen, sind doch manche dieser Anlagen schon jetzt weit in das Gartenreich Dessau-Wörlitz hinein wirksam. Das Welterbe Gartenreich Dessau-Worlitz als landschaftsbasiertes Schutzgut ist in ganz besonders ausgeprägte Maße empfindlich gegenüber dem Landschaftsbild verändernden Maßnahmen. Aus der Topografie der Flussauenlandschaft ohne größere Höhenunterschiede resultiert einerseits die Wahrnehmbarkeit hoher Baulichkeiten auch über weite Distanzen hinweg. Andererseits sind in der Entstehungszeit des Gartenreiches Dessau-Wörlitz mit dem Belvedere des Schlosses Wörlitz und dem Kirchturm der benachbarten St. Petri-Kirche ganz bewusst erhöhte Aussichtspunkte geschaffen worden, die einen großräumigen Überblick über das Gesamtwerk des Fürsten Leopold II. Friedrich Franz und sein Fürstentum Anhalt-Dessau ermöglichensollen. Dieser Überblick wird heute schon von den Windenergieanlagen in der Umgebung des Welterbes deutlich beeinflusst. Neben solchen Fernsichten, die auf eine weiträumiges Landschaftspanorama weit über die Grenzen des Welterbegebietes in heutiger Ausweisung hinausreichen, sind Beeinflussungen von Raumwirkungen mit besonderem Stellenwert durch WEA hoch problematisch. Die schon jetzt in der Kernzone sichtbaren (obwohl weit außerhalb stationierten) WEA stören die Wirkung und damit den Aussage- bzw. Zeugniswert wichtiger Bestandteile der im Welterbe zusammengefassten Einzeldenkmale oder Denkmalbereiche. Mit einem Ausbau der vorhandenen Standorte oder einer Erschließung neuer Standorte für Windenergieanlagen innerhalb dieses Wirkungsbereiches würde die Betroffenheit des UNESCO-Welterbes intensiviert. Besonders sensibel sind hier Vorhaben in den Regionen nördlich und nordwestlich des Welterbes bzw. der Elbe. Hier sind die Vorschläge zu den Vorranggebieten der WEA zu überprüfen.

Von dem Standort III (Coswig Nord) ist eine Einwirkung auf die Wörlitzer Anlagen als hochwertigstem Bestandteil des Welterbes zu befürchten. Dort errichtete bzw. erweiterte WEA stören die spezifischen Denkmaleigenschaften, können sogar diese Wertigkeiten konterkarieren oder grundlegend schädigen (exponierte Wirkung von Baudenkmalen im räumlichen Zusammenhang, Störungen der bis jetzt gewahrten geschichtlichen Authentizität von Orten). Von den dargestellten Vorhaben, insbesondere bei künftigen Ausbauten und Erweiterungen, sind Verstärkungen der Beeinträchtigungen zu erwarten.
Mit den bereits schon errichteten Windparkanlagen und dem geplanten Repowering, insbesondere durch die neue Höhe der Windkraftanlagen von ehemals 150 m auf nun 250 m wird die bereits bestehende Wahrnehmbarkeit nochmals betont und die störende Wirkungskulisse deutlich erhöht. Die historische Situation wird damit grundlegend verändert.
Um die Kernzone des Gartenreiches zu schützen wurden Pufferzonen ausgewiesen, die zu einer Sensibilisierung der unter Welterbeschutz stehenden Kulturlandschaft verhelfen sollen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Das Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie befindet sich in 1 km Entfernung zur Pufferzone des Gartenreichs Dessau-Wörlitz. Die Pufferzone wurde festgelegt, um die Kernzone des Gartenreiches zu schützen und zur Sensibilisierung der unter Welterbeschutz stehenden Kulturlandschaft zu verhelfen. Die Kernzone des Gartenreiches ist vom Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie 2,6 km, das Schloss Wörlitz mit dem Belvedere 5,7 km entfernt.

Bei diesem Vorranggebiet handelt es sich um ein bereits in 2018 rechtskräftig ausgewiesenes Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie, welches mit Windenergieanlagen bebaut ist. Eine Erweiterung des Gebietes ist mit dem vorliegenden Entwurf nicht vorgesehen, sodass sich die Anzahl der Windenergieanlagen im Vorranggebiet voraussichtlich nicht vergrößern wird. Vorhandene Windenergieanlagen dürfen gem. § 249 Absatz 3 BauGB allerdings am Standort, auch außerhalb von Vorranggebieten, dem Repowering unterzogen werden, sodass auch weiterhin ein Windpark im Bereich des geplanten Vorranggebietes Coswig Nord existieren wird.

Benachbart zum Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie wurde im 2. Entwurf des LEP LSA der Vorrangstandort für landesbedeutsame Industrie- und Gewerbeflächen mit herausgehobener Bedeutung "Coswig (Anhalt) an der BAB 9" festgelegt. Gemäß Grundsatz 6.2.1-3 sollen im Rahmen der Planungskonzeption zur Steuerung der Windenergienutzung bevorzugt Flächen geprüft werden, die mit den Vorrangstandorten für landesbedeutsame Industrie- und Gewerbeflächen in einem räumlich-funktionalen Zusammenhang liegen. Ein solcher Zusammenhang ermöglicht eine effiziente Nutzung der Windenergie, da sie direkt vor Ort produziert wird und z.B. für industrielle Prozesse genutzt werden kann. Mit der Versorgung der Industrie- und Gewerbefläche mit erneuerbarer Energie kann die Standortattraktivität erhöht, Unternehmen am Standort gehalten und neue Unternehmensansiedlungen gewonnen werden. Aus diesem Grund wurde das bereits etablierte Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie in den 1. Entwurf übernommen.

Ein Freihalten der geforderten Abstandszone von 7 - 8 km um die Pufferzone herum würde einer gesetzeswidrigen Entprivilegierung der Windkraftnutzung in der Größenordnung von ca. 35 % der Fläche der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg gleichkommen. 

Die angemerkten historischen Horizontlinien basieren auf zeitgenössischen Quellen (z.B. August von Rode), die zeigen, dass der Horizont vom Gartenreich nicht nur die physische Begrenzung des Gesichtsfeldes war. Der Horizont sollte auch Anlass zur Kontemplation und Assoziation sein, denn er wird bewusst in Beziehung zum Verständnis der Welt gesetzt. Die Diskussion um die Bedeutung des Horizonts wird in einem sehr weit spannenden Rahmen (Forster, Humboldt) geführt, der als philosophische Interpretation, aber nicht als nachweisbare historische Tatsache zu lesen ist.

Es ist festzuhalten, dass der historisch wahrzunehmende Raum, der durch den Horizont begrenzt wurde, in keiner Weise durch Windenergieanlagen verstellt wird. Dieser Raum erfährt heute seine Abgrenzung durch die Pufferzone des Gartenreichs. Über diesen Raum hinaus war keine Sicht möglich. Wenn auch die "Welt hinter dem Horizont" intendiert wurde, so kann diese Welt gut oder böse, schön oder hässlich, groß oder klein gewesen sein.

Windenergieanlagen sind ein Problem der Gegenwart. Über sie kann nur nach gegenwärtigen gesamtgesellschaftlichen Maßstäben entschieden werden. Diese Maßstäbe müssen die rechtlichen Regelungen sein, wie die Privilegierung der Nutzung der Windenergie und ihr überragendes öffentliches Interesse gem. § 2 EEG einschließlich der gesetzlich geforderten Flächenbeiträge für den Ausbau der Vorranggebiete Windenergie, die zur Sicherung der künftigen Daseinsvorsorge verantwortungsvoll zu anderen sektoralen Erfordernissen, wie z.B. der Denkmalpflege, ins Verhältnis gesetzt werden müssen.

Ein Zitat von Rode zum Ausblick vom Pantheon/Wörlitz "Die Aussicht, die sich hier von allen Seiten bis zur azurnen Grenze des fernen Horizonts vor unseren Blicken entwickelt, ist reich, edel, interessant"  betrifft den damals sichtbaren Horizont, der heute nicht durch Windenergieanlagen verstellt wird. Sie sind weit hinter dieser Horizontlinie geplant und errichtet. Bei Beachtung von Maßstäblichkeit und Dominanz werden sie so zu Elementen des Horizonts, die im Sinne des öffentlichen Interesses als nicht erheblich bewertet werden können.

Andererseits geht aus den historischen Zitaten hervor, dass schon damals sichtbare Objekte hinter der Horizontlinie, wie der "Putzberg im Amte Coßwig jenseits der Elbe" oder die Kirchtürme von Wittenberg, als bemerkenswert hervorgehoben wurden.

Die Vorstellungen des Horizonts im Rode-Zitat können nicht auf heutige Wirkung von Windenergieanlagen bezogen werden, da Vorstellungen über solche Bauwerke nicht vorhanden waren. Es ist deshalb historisch ebenso unzulässig, die historische Horizontlinie zum Gradmesser zu erheben, wie es falsch wäre zu fragen, was Fürst Franz, der den Innovationen seiner Zeit offen gegenüberstand, wohl heute zu Windenergieanlagen sagen würde.

Zudem ist der Horizontblick von Rode heute nicht mehr möglich, da der nördlich an das Pantheon angrenzende Raum von Wald, der sich hier entwickelt hat, verstellt wird.

Visualisierungen möglicher künftiger Windenergieanlagen zeigten, dass von Sichtpunkten aus dem Gartenreich heraus (Grüner Berg, Teelaubenfähre, Solitüde im Sieglitzer Park, Elbewall östlich des Pantheons) die Anlagen zumeist ohne Erheblichkeit sichtbar sind (LPR GmbH. Erarbeitung eines Diskussionspapiers zur Öffnung von Restriktionen durch die Denkmalpflege für den Ausbau regenerativer Energien. Dessau-Roßlau 2022). In den einzelnen Fällen der erheblichen Beeinträchtigung von Sichten (z.B. vom Grünen Berg neben dem Schloss Wörlitz in Richtung Palmenhaus) ist durch eine Verschiebung von Anlagenstandorten eine Minderung der Erheblichkeit erreichbar. Die Windenergieanlagen sollen in Abhängigkeit ihrer Entfernung zum Gartenreich eine gestaffelte Höhenbegrenzung erhalten um die Maßstäblichkeit im Verhältnis zur Horizonthöhe einzuhalten. Da auf Ebene der Regionalplanung die Standorte der Windenergieanlagen und deren Bauhöhen nicht bekannt sind, ist diese Prüfung auf der nachfolgenden Plan- bzw. Genehmigungsebene vorzunehmen.

Fernblicke im Kulturdenkmal haben unterschiedliche Qualitäten. Es steht außer Zweifel, dass die historisch bewusst gestalteten und klar auszuweisenden Sichtachsen als außergewöhnliche universelle Werte (OUV = Outstanding Universal Value) nicht durch Windenergieanlagen beeinträchtigt werden dürfen. Die Kern- und Pufferzone (Schutzzone) des Gartenreichs Dessau-Wörlitz wurde gemäß der Planungskonzeption (bis auf die Ausnahme des Bestandsgebietes Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau) von Vorranggebieten freigehalten und somit sind die historischen Sichtachsen im Gartenreich nicht durch Windenergieanlagen betroffen. 

Die öffentliche Zugänglichkeit des Belvedere auf dem Schloss Wörlitz ist aufgrund von Brandschutzvorschriften nicht gegeben, sodass dem Besucher des Wörlitzer Parks diese Aussicht vom erhöhten Standpunkt bis zum Horizont nicht präsentiert werden kann.

Allgemeine Sichtbarkeiten von erhöhten Standorten, wie vom touristisch genutzten Wörlitzer Kirchturm, stehen aber in keinem historischen Kontext, sondern sind moderne Erscheinungen, über die nicht mit historischen Argumenten, sondern nur unter Abwägung der heute zu lösenden gesamtgesellschaftlichen Zielstellungen entschieden werden kann.

Das OVG Greifswald hat am 07.02.2023 (5 K 171/22) geurteilt, dass § 2 Satz 2 EEG als sogenannte Sollbestimmung dahingehend zu verstehen ist, dass sich in den einzelnen Schutzgüterabwägungen – ausdrücklich ist im Gesetzgebungsverfahren auch der Bereich des Denkmalschutzes genannt (vgl. Gesetzentwurf der Bundesregierung, BT-Drs. 20/1630, S. 158) – ein regelmäßiges Übergewicht der Erneuerbaren Energien in dem Sinne ergibt, dass das überragende öffentliche Interesse an der Errichtung von Windenergieanlagen sowie das öffentliche Sicherheitsinteresse nur in atypischen Ausnahmefällen überwunden werden kann, die fachlich anhand der besonderen Umstände der jeweiligen Situation zu begründen wären.

In Abhängigkeit der konkreten Standorte der Windenergieanlagen ist daher die Erheblichkeit der Beeinträchtigung der Sichtbarkeiten im Vorhabenzulassungsverfahren zu prüfen und zu bewerten. Dazu sollten Visualisierungen als Basis einer Kulturerbeverträglichkeitsprüfung genutzt werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001439_002 ID Stellungnehmer: 1001664
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Das Vorranggebiet für die Nutzung für Windenergie liegt innerhalb der Pufferzone des UNESCO-Welterbes Gartenreich Dessau-Wörlitz. Gleichwohl bestehen zwischen dem bereits existenten bzw. geplanten Windpark und der Kernzone des Welterbes eine deutliche Wirkungsbeziehung. Insbesondere die historischen Horizontlinien bilden eine visuelle Grenze der betreffenden Teilräume innerhalb
des ausgewiesenen Welterbes. Um den außergewöhnlichen universellen Wert der Kulturlandschaft des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches zu erhalten, sollte zwischen allen Beteiligten ein Konsens geschaffen werden.

Grundsätzlich möge in einem Abstandsradius von 7-8 km zur Pufferzone die Errichtung von Windkraftanlagen vermieden werden.

Darüber hinaus sind aussagefähige Visualisierungen und Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen.
In Abstimmung mit ICOMOS Deutschland sollte eine Kulturerbeverträglichkeitsprüfung (KVP) durchgeführt werden, die die Wirkungen der potentiellen neuen WEA auf die Kulturlandschaft des Gartenreiches anhand von standardisierten Visualisierungen (z.B. entsprechend der Publikation https://www.naturschutz-energiewende.de/wp-content/uploads/WEB_faw_broschuere_fachstandard_ visualisierung_210407_M.pdf ) überprüfen soll. Über die Ergebnisse ist in einem Abwägungsprozess zu befinden.

Begründung:

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz wurde im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.
Der Ansatz der Welterbekonvention und der aus ihr resultierenden Welterbeliste ist es, Natur- und Kulturerbestätten von außergewöhnlichem universellem Wert für die gesamte Weltgemeinschaft und für zukünftige Generationen zu bewahren. Bei der Entscheidung über die Aufnahme in die Welterbeliste wurden die übergreifenden Bedingungen der Authentizität und der Integrität betrachtet, die den außergewöhnlichen universellen Wert der Stätte festlegen.
Der Umstand, dass hier eine weiträumige, sich über ein Gesamtareal von etwa 145 km² erstreckende Kulturlandschaft incl. der Siedlungsflächen den Schutzgegenstand bildet, begründet einen hohen Grad an Vulnerabilität gegenüber visuell beeinträchtigenden Wirkungen. Das Maß solcher Einwirkungen bzw. etwaiger damit verbundener Beeinträchtigungen wird aus ihrem Verhältnis zu denkmalkonstituierenden räumlichen Qualitäten und in diesem Fall mit Sichtbeziehungen als Bestandteil der denkmalgeschützten
Sachgesamtheit, beurteilt.
Als erster Landschaftsgarten nach englischem Vorbild auf dem europäischen Festland sind die Wörlitzer Anlagen als prominentester Park im Gartenreich Dessau-Wörlitz ein herausragendes Beispiel für die Landschaftsgestaltung zur Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert. Auch die anderen historischen Gartenanlagen haben signifikante denkmalschutzfachliche Wertigkeiten, teils von überregionaler Bedeutung. Die denkmalgeschützte Kulturlandschaft in ihrer Gesamtheit spiegelt in vergleichsweise wenig veränderter Weise die Prägungen von Landschaft durch Nutzungen des 18. und 19. Jahrhunderts,
bewusste ästhetische Gestaltungen und dabei die Umsetzung philosophischer Prinzipien und gesellschaftspolitischer Ziele der Zeit der Aufklärung wider. Diese Eigenart, dass hier eine weiträumige Landschaft mit allen ihren substantiellen Zubehörungen, erlebbaren Raumwirkungen und Sinngehalten als Schutzgegenstand ausgewiesen ist, macht das besondere Charakteristikum dieses landschaftsbasierten Welterbes aus. Diese Besonderheit begründet auch spezifische Anforderungen an Schutz und Pflege dieser Welterbestätte. Die Wertigkeiten und Schutzziele sind in ganz wesentlichem Maße mit Methoden der Fachdisziplinen Landschafts-/Freiraumplanung und Gartendenkmalpflege zu identifizieren und zu behandeln.

Obgleich die bereits errichteten Windenergieanlagen außerhalb des unmittelbaren Welterbegebietes stehen, sind doch manche dieser Anlagen schon jetzt weit in das Gartenreich Dessau-Wörlitz hinein wirksam. Das Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz als landschaftsbasiertes Schutzgut ist in ganz besonders ausgeprägte Maße empfindlich gegenüber dem Landschaftsbild verändernden Maßnahmen. Aus der Topografie der Flussauenlandschaft ohne größere Höhenunterschiede resultiert einerseits die Wahrnehmbarkeit hoher Baulichkeiten auch über weite Distanzen hinweg. Andererseits sind in der Entstehungszeit des Gartenreiches Dessau-Wörlitz mit dem Belvedere des Schlosses Wörlitz
und dem Kirchturm der benachbarten St. Petri-Kirche ganz bewusst erhöhte Aussichtspunkte geschaffen worden, die einen großräumigen Überblick über das Gesamtwerk des Fürsten Leopold II. Friedrich Franz und sein Fürstentum Anhalt-Dessau ermöglichen sollen. Dieser Überblick wird heute schon von den Windenergieanlagen in der Umgebung des Welterbes deutlich beeinflusst. Neben solchen Fernsichten, die auf eine weiträumiges Landschaftspanorama weit über die Grenzen des Welterbegebietes in heutiger Ausweisung hinausreichen, sind Beeinflussungen von Raumwirkungen mit besonderem Stellenwert durch WEA hoch problematisch. Die schon jetzt in der Kernzone sichtbaren (obwohl weit außerhalb stationierten) WEA stören die Wirkung und damit den Aussage- bzw. Zeugniswert wichtiger Bestandteile der im Welterbe zusammengefassten Einzeldenkmale oder Denkmalbereiche. Mit einem Ausbau der vorhandenen Standorte oder einer Erschließung neuer Standorte für Windenergieanlagen innerhalb dieses Wirkungsbereiches würde die Betroffenheit des UNESCO-Welterbes intensiviert. Besonders sensibel sind hier Vorhaben bei Mosigkau. Hier sind die Vorschläge zu den Vorranggebieten der WEA zu überprüfen.

Von dem Standort  XI ist eine Einwirkung auf das Ensemble Schlosspark und Schloss Mosigkau zu befürchten. Dort errichtete bzw. erweiterte WEA stören die spezifischen Denkmaleigenschaften, können sogar diese Wertigkeiten konterkarieren oder grundlegend schädigen (exponierte Wirkung von Baudenkmalen im räumlichen Zusammenhang, Störungen der bis jetzt gewahrten geschichtlichen Authentizität von Orten). Von den dargestellten Vorhaben, insbesondere bei künftigen Ausbauten und Erweiterungen, sind Verstärkungen der Beeinträchtigungen zu erwarten.
Mit den bereits schon errichteten Windparkanlagen und dem geplanten Repowering, insbesondere durch die neue Höhe der Windkraftanlagen von ehemals 150 m auf nun 250 m wird die bereits bestehende Wahrnehmbarkeit nochmals betont und die störende Wirkungskulisse deutlich erhöht. Die historische Situation wird damit grundlegend verändert.
Um die Kernzone des Gartenreiches zu schützen wurden Pufferzonen ausgewiesen, die zu einer Sensibilisierung der unter Welterbeschutz stehenden Kulturlandschaft verhelfen sollen.
Insbesondere westlich vom Ensemble Schloß und Schlosspark Mosigkau ist ein Repowering geplant und eine Erhöhung der bereits bestehenden Anlagen um ca. 100 m auf nun 250 m! Diese nur ca. 2,5 km entfernte Anlagen werden das Gartenreich an seinem westlichen Rand in einem erheblichen Maß beeinflussen! Dieser Ausbau ist unbedingt zu verhindern.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Bei diesem Vorranggebiet handelt es sich um ein bereits in 2018 rechtskräftig ausgewiesenes Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie, welches mit 20 Windenergieanlagen mit Bauhöhen von 149 bis 241 m bebaut ist. Die vorhandenen, rechtmäßig errichteten Windenergieanlagen dürfen gem. § 249 Absatz 3 BauGB am Standort, auch außerhalb von Vorranggebieten (betrifft 4 Windenergieanlagen), dem Repowering unterzogen werden, sodass auch weiterhin ein Windpark im Bereich des geplanten Vorranggebietes existieren wird. Im 1. Entwurf wurde eine geringfügige Erweiterung des rechtskräftigen Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie vorgenommen, die den Auswahlkriterien der Planungskonzeption entspricht. Die Kernzone des gesetzlich geschützten UNESCO-Weltkulturerbegebietes "Gartenreich Dessau-Wörlitz" wurde komplett von der Nutzung der Windenergie ausgespart.

Die rein fachlich abgeleitete Pufferzone des UNESCO Weltkulturerbes Gartenreich Dessau-Wörlitz, mit Ausnahme der Pufferzone zum Schloss Mosigkau, wurde ebenfalls freigehalten. Neue Vorranggebiete wurden weder in der Kern- und Pufferzone, noch im Umfeld des Gartenreiches festgelegt.

Nach Inkrafttreten des Sachlichen Teilplans "Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" am 29.09.2018 wurde durch die Denkmalschutzbehörden die Pufferzone des Gartenreiches Dessau-Wörlitz um die Exklave Schloss und Park Mosigkau im Jahr 2020 erweitert, sodass sich nunmehr das Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie komplett in dieser Pufferzone befindet. Der neu ausgewiesene Denkmalbereich Mosigkau überschreitet die historische Landesgrenze des Fürstentums Anhalt-Dessau und ist im Vergleich zum Schlossensemble (ca. 6,5 ha) mit 12.100 ha Ausdehnung in der historischen Feldflur sehr groß dimensioniert. Die aktuelle Ortslage von Mosigkau überprägt den historischen Übergangsbereich vom Schloss und Park zur umgebenden "historischen Feldflur" vollkommen, so dass keine räumlichen Beziehungen zu den offenen Feldlagen mehr bestehen.

Mit der Privilegierung der Windenergieanlagen im Außenbereich (§ 35 BauGB) und dem Feststellen des überragenden Interesses am Ausbau der erneuerbaren Energien (§ 2 EEG) hat der Gesetzgeber in Kauf genommen, dass andere öffentliche Belange in der Abwägung unterliegen können.

Das OVG Greifswald hat am 07.02.2023 (5 K 171/22) geurteilt, dass § 2 Satz 2 EEG als sogenannte Sollbestimmung dahingehend zu verstehen ist, dass sich in den einzelnen Schutzgüterabwägungen – ausdrücklich ist im Geetzgebungsverfahren auch der Bereich des Denkmalschutzes genannt (vgl. Gesetzentwurf der Bundesregierung, BT-Drs. 20/1630, S. 158) – ein regelmäßiges Übergewicht der Erneuerbaren Energien in dem Sinne ergibt, dass das überragende öffentliche Interesse an der Errichtung von Windenergieanlagen sowie das öffentliche Sicherheitsinteresse nur in atypischen Ausnahmefällen überwunden werden kann, die fachlich anhand der besonderen Umstände der jeweiligen Situation zu begründen wären.

Würde eine 7,5 km Ausschlusszone um die Pufferzone des Gartenreichs freigehalten werden, beträfe es eine Fläche von ca. 1.223 km², das ist ein Drittel der Planungsregion.

Diese Forderung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie ist rechtlich nicht durchsetzbar, da sie einer Deprivilegierung der Windenergieanlagen und damit der Nutzung der Windenergie als wesentliche regenerative Energiequelle entspräche.

Visualisierungen sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Allein die Sichtbarkeit von WEA bedeutet keine erhebliche Beeinträchtigung des Denkmalbereiches.

Die bereits erteilten Genehmigungen für WEA in den Vorranggebieten Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau, Coswig Nord und Luko zeugen davon, dass die Vereinbarkeit mit Denkmalschutzbelangen gegeben ist.

Der Ausbau der vorhandenen Standorte ist durch die Bundesgesetzgebung zum Repowering vorbestimmt.

Mit der geringfügigen Erweiterung um 22 ha wird die Möglichkeit geschaffen, innerhalb des Vorranggebietes die denkmalschutzverträglichsten Standorte für WEA zu finden und die Windparkplanung zu optimieren.

Die konstituierende Achse des Mosigkauer Parks verläuft von den Orangieriegebäuden am Südeingang zur Gartenfront mit der Freitreppe des Schlosses. Sichtbarkeiten von Windenergieanlagen sind von der Gartenfront des Schlosses nicht möglich. Die grafische Darstellung und die Visualisierung der Windenergieanlagen verdeutlicht, dass Gehölzkulissen und Gebäude die Windenergieanlagen verschatten, so dass generell keine Sichtbarkeit besteht.

Die Sichtbarkeit von Rotorblätter einer Windenergieanlage wird als unerheblich bewertet. Es besteht aber 

auch die Möglichkeit, die Höhe dieser Anlage abzusenken oder im Rahmen der konkreten Planung der Standorte der Windenergieanlagen diese Anlage so einzuordnen (oder auf die Anlage zu verzichten), so dass auch diese Sichtbarkeit vermieden wird.

Zu berücksichtigen ist auch, dass vom ebenerdigen Standort im Schlosspark Mosigkau aufgrund der Sichtverschattung durch den Baumbestand und die Wohnhäuser in der Ortslage der komplette Windpark nicht sichtbar ist. Von sehr vereinzelten Standorten im Schlosspark und aus den oberen Etagen des Schlosses heraus sind nur einzelne Teile von Windenenergieanlagen (Rotoren) erkennbar. Wenn nur die Rotorspitzen sichtbar sind, ist die Beeinträchtigung der Denkmale jedoch nur als mäßig bis gering einzuschätzen. Auch die Anzahl der Aussichtspunkte, von denen aus Windenenergieanlagen sichtbar sind, haben Einfluss auf das Beeinträchtigungspotenzial. Erhöhte Aussichtspunkte wie die oberen Etagen des Schlosses Mosigkau besitzen ein höheres Beeinträchtigungspotenzial als Standorte zu ebener Erde. Da die ebenerdigen Parkanlagen aber der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen und nicht personen- oder zeitbeschränkt nutzbar sind, ist nach der planerischen Konzeption das dort vorhandene geringere Beeinträchtigungs-potenzial im Gegensatz zum Blick aus den oberen Etagen des Schlosses von größerer Relevanz.

Die historische Situation wurde seit Erschaffung des Gartenreiches stets verändert, z.B. durch Ausbau von Straßen, Zerschneidung der Landschaft durch Energiefreileitungen, Industrialisierung der Landwirtschaft, Ausräumung der Landschaft und Schaffung großer Schläge im Rahmen der Flurneugestaltung, Siedlungsbau.

Sichtbarkeiten von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien sind moderne Erscheinungen, über die nicht mit historischen Argumenten, sondern nur unter Abwägung der heute zu lösenden gesamtgesellschaftlichen Zielstellungen entschieden werden kann.

Nach Inkrafttreten des Sachlichen Teilplans "Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" am 29.09.2018 wurde durch die Denkmalschutzbehörden die Pufferzone des Gartenreiches Dessau-Wörlitz um die Exklave Schloss und Park Mosigkau im Jahr 2020 erweitert, sodass sich nunmehr das Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie komplett in dieser Pufferzone befindet. Der neu ausgewiesene Denkmalbereich Mosigkau überschreitet sogar die historische Landesgrenze des Fürstentums Anhalt-Dessau und ist im Vergleich zum Schlossensemble (ca. 6,5 ha) mit 12.100 ha Ausdehnung in der historischen Feldflur sehr groß dimensioniert. Die aktuelle Ortslage von Mosigkau überprägt den historischen Übergangsbereich vom Schloss und Park zur umgebenden "historischen Feldflur" vollkommen, so dass keine räumlichen Beziehungen zu den offenen Feldlagen mehr bestehen. Der bestehende Windpark und die rechtskräftige raumordnerische Festlegung eines Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie hatten offensichtlich keinen hindernden Einfluss auf die Feststellung der Pufferzone.

Gemäß der Bundesgesetzgebung ist ein Repowering am Standort möglich. Die öffentlichen Belange sind im Vorhabenzulassungsverfahren zu prüfen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001439_003 ID Stellungnehmer: 1001664
Z 4.3.4-4 Energie
Inhalt

Gemäß Z 4.3.4-4 ist die Errichtung von WEA außerhalb der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie innerhalb folgender Gebiete unzulässig:

  • Kern- und Pufferzone des UNESCO-Weltkulturerbes „Gartenreich Dessau-Wörlitz mit Ausnahme der Fläche des Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie Nr. XI „Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau“

Laut Begründung auf Seite 9 des Entwurfes wurde bei dieser Ausnahmeregelung berücksichtigt, dass „..... von konstituierenden Sichtpunkten in den Parkachsen keine oder nur geringe Erheblichkeiten von Beeinträchtigungen des Welterbegebietes zu verzeichnen sind, die mit einer Standortverschiebung von WEA vermieden werden kann“.
Der im Entwurf enthaltenen Feststellung, dass die Errichtung von raumbedeutsamen WEA innerhalb der Pufferzone um Schloss Mosigkau nur innerhalb des Vorranggebietes Nr. XI zulässig ist, um eine erhebliche Beeinträchtigung des UNESCO-Weltkulturerbes zu verhindern, wird für den Fall des Repowering widersprochen. Bei der Studie „Sichtbarkeitsanalyse und Visualisierung geplanter und potentieller Windenergieanlagen um das UNESCO-Weltkulturerbe Gartenreich Dessau-Wörlitz (SWECO GmbH im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, 2016) wurde bei prognostizierten Ausbauhöhen bis zu einer Gesamthöhe von 230 m eine erhebliche visuelle
Beeinträchtigung aufgezeigt. Dies gilt erst recht für die aktuell gängigen Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von 250 m. Die Ausnahmeregelung zu dem Standort XI ist so zu überarbeiten, dass eine erhebliche Beeinträchtigung des Welterbegebietes ausgeschlossen wird.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Diese Zielfestlegung ist an die Kommunen und Vorhabenträger adressiert, die außerhalb der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie weitere Sondergebiete für Windenergie bzw. die Errichtung von Windenergieanlagen gemäß § 35 Abs. 2 BauGB planen. Aufgrund der besonderen Verantwortung der Region für die Erhaltung des Welterbegebietes "Gartenreich Dessau-Wörlitz" und dessen Alleinstellungsmerkmal sind die Kern- und Pufferzone von einer Bebauung mit raumbedeutsamen Windenergieanlagen freizuhalten. Diese Prämisse galt bereits in allen vorherigen Planungen zur Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie. Nach dem Inkrafttreten des Sachlichen Teilplans "Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" am 29.09.2018 wurde durch die Denkmalschutzbehörden die Pufferzone des Gartenreiches Dessau-Wörlitz um die Exklave Schloss und Park Mosigkau im Jahr 2020 erweitert, sodass sich nunmehr das Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie "Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau" komplett in dieser Pufferzone befindet. Der neu ausgewiesene Denkmalbereich Mosigkau überschreitet die historische Landesgrenze des Fürstentums Anhalt-Dessau und ist im Vergleich zum Schlossensemble (ca. 6,5 ha) mit 12.100 ha Ausdehnung in der historischen Feldflur sehr groß dimensioniert. Die aktuelle Ortslage von Mosigkau überprägt den historischen Übergangsbereich vom Schloss und Park zur umgebenden "historischen Feldflur" vollkommen, so dass keine räumlichen Beziehungen zu den offenen Feldlagen mehr bestehen.

Da es sich bei diesem Vorranggebiet um ein bereits rechtskräftig ausgewiesenes Vorranggebiet mit rechtmäßig errichteten Windenergieanlagen handelt, war die Ausnahme erforderlich. Zudem ist das Repowering der bestehenden Anlagen gem. § 249 Absatz 3 BauGB, auch außerhalb von Vorranggebieten zulässig, sodass ein Windpark weiterhin in der neu festgelegten Pufferzone zum Schloss und Schlosspark Mosigkau existieren wird.

Umfangreiche Visualisierungen möglicher künftiger Windenergieanlagen zeigten, dass von Sichtpunkten aus dem Schlosspark Mosigkau heraus meist keine Anlagen sichtbar sind (LPR GmbH. Erarbeitung eines Diskussionspapiers zur Öffnung von Restriktionen durch die Denkmalpflege für den Ausbau regenerativer Energien. Dessau-Roßlau 2022). In den einzelnen Fällen der Sichtbarkeiten (z.B. vom östlichen Randweg am Wullenbach) ist durch eine Verschiebung von Anlagenstandorten oder Begrenzung von Bauhöhen eine Vermeidung der Erheblichkeit erreichbar. Da auf Ebene der Regionalplanung die Standorte der Windenergieanlagen und deren Bauhöhen nicht bekannt sind, ist diese Prüfung auf der nachfolgenden Plan- bzw. Genehmigungsebene vorzunehmen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001440 ID Stellungnehmer: 1001665
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001440_001 ID Stellungnehmer: 1001665
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.zu gefährden. Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001441 ID Stellungnehmer: 1001666
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001441_001 ID Stellungnehmer: 1001666
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001442 ID Stellungnehmer: 1001668
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001442_001 ID Stellungnehmer: 1001668
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001443 ID Stellungnehmer: 1001669
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001443_001 ID Stellungnehmer: 1001669
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001450 ID Stellungnehmer: 1001673
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Betroffenheit.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001451 ID Stellungnehmer: 1001674
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Betroffenheit.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001452 ID Stellungnehmer: 1001675
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Betroffenheit.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001453 ID Stellungnehmer: 1001676
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Betroffenheit.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001462 ID Stellungnehmer: 1001678
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > IV Dornbock/Drosa/Kleinpaschleben
Inhalt

Die Stadt Bernburg (Saale) stellt fest, dass sich das Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie dem eigenen Gemeindegebiet in nächster Distanz befindet. Die geplante Erweiterung des Bestandsgebietes entfaltet ihre Wirkung insbesondere auf die Ortslagen Weddegast und Crüchern. Weddegast liegt zwar knapp außerhalb der Pufferzonen von 1.000 m der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung gemäß der Planungskonzeption in der Tabelle 2.3 „Ausschlusskriterien“.

Dennoch sollte sich im Sinne meiner Stellungnahme vom 27. März 2023 die Grenze des Vorranggebietes im Süden an der Landesstraße 73 orientieren und nicht bis zur Bundesstraße 6 reichen. Die Landesstraße 73 ist die Südgrenze des beabsichtigten Vorranggebietes der Regionalen Planungsgemeinschaft Magdeburg XXXIV Pobzig, welches sich an der Kreisgrenze auf dem Gebiet des Salzlandkreises befindet und damit zum Geltungsbereich der Regionalen Planungsgemeinschaft Magdeburg gehört. Dieses geplante Vorranggebiet ist aktuell dem 1. Entwurf des Sachlichen Teilplanes „Ziele und Grundsätze zur Energie in der Planungsregion Magdeburg“ zu entnehmen. Damit entstünde eine nachvollziehbare räumliche Abgrenzung des über die Grenzen der Planungsregionen reichenden Windparks.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Es handelt sich um die Erweiterungsfläche eines rechtskräftigen Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie (STP Wind 2018), die den Auswahlkriterien des Planungskonzeptes entspricht (siehe Planungskonzeption). Beide Vorranggebiete (Pobzig und Dornbock/Drosa/Kleinpaschleben) grenzen unmittelbar aneinander und bilden einen regionsübergreifenden Windpark.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. 

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zu Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001467 ID Stellungnehmer: 1001680
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VII Gröbzig/Dohndorf
Inhalt

Als Ortsbürgermeister von Dohndorf möchte ich für den Ortschaftsrat zur Teilfläche VII - Gröbzig/Dohndorf, wie folgt Stellung nehmen:

1. In nördlicher Richtung wurde auf der Anhöhe "Rehkopf" ein Solarpark in Betrieb genommen. Kann ausgeschlossen werden, dass eventueller Schattenschlag der Windräder die Stromausbeute des Solarparks negativ beeienflusst ?

2. Nach Kenntnis des Ortschaftrates gibt es im Bereich der Teilfläche VII eine Rotmilanpopulation. Wurde dies ausreichend geprüft und auch berücksichtigt ?

3. In Nordwestlicher Richtung befindet sich in ca. 500 m Entfernung (angrenzend an Dohndorf auf Cörmigker Gemarkung) ein Sonderlandeplatz für Kleinflugzeuge. Kann auch hier eine Beeinflussung und Gefährdung ausgeschlossen werden? 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001467_001 ID Stellungnehmer: 1001680
Umweltbericht
Inhalt

Nach Kenntnis des Ortschaftrates gibt es im Bereich der Teilfläche VII eine Rotmilanpopulation. Wurde dies ausreichend geprüft und auch berücksichtigt ?

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten (u.a Rot- und Schwarzmilan)  wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001467_002 ID Stellungnehmer: 1001680
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VII Gröbzig/Dohndorf
Inhalt

In Nordwestlicher Richtung befindet sich in ca. 500 m Entfernung (angrenzend an Dohndorf auf Cörmigker Gemarkung) ein Sonderlandeplatz für Kleinflugzeuge. Kann hier eine Beeinflussung und Gefährdung ausgeschlossen werden? 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Der Sonderlandeplatz (für Motorschirme) befindet sich in über 1.000 m Entfernung und ist vom Vorranggebiet nicht betroffen. Die obere Luftfahrtbehörde hat keine Bedenken geäußert. Die Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001467_003 ID Stellungnehmer: 1001680
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VII Gröbzig/Dohndorf
Inhalt

In nördlicher Richtung wurde auf der Anhöhe "Rehkopf" ein Solarpark in Betrieb genommen. Kann ausgeschlossen werden, dass eventueller Schattenschlag der Windräder die Stromausbeute des Solarparks negativ beeinflusst ?

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Schlagschatten usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001468 ID Stellungnehmer: 1001681
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XV Luko
Inhalt

Anregung der Erweiterung des VR XV Luko um 132 ha in westlicher Richtung.

Die in Betracht gezogene Erweiterungsfläche liegt nordöstlich von Meinsdorf und Mühlstedt, südlich von Thiessen und nordwestlich von Luko. Die vorgeschlagene Gebietskulisse berücksichtigt einen Siedlungsabstand von 1.000 Metern im Norden und Südosten sowie 500 Metern im Westen. Durch die Vergrößerung des bestehenden Gebietes kann die Wirtschaftlichkeit des Standortes deutlich verbessert werden. Der überwiegende Teil der potenziellen Fläche besteht aus Nadelwald. Nach Einschätzung der Grundstückseigentümer ist dort aufgrund von Sturmschäden, Trockenheit sowie Schädlingsbefall ein Wald-
umbau erforderlich. Die Beeinträchtigung des Waldes kann dadurch so gering wie möglich gehalten werden.

Viele Flächeneigentümer stehen diesem Projekt positiv gegenüber und haben entsprechende Nutzungsverträge abgeschlossen, einhergehend mit planerischen und finanziellen Vorleistungen unseres
Unternehmens. Wir regen die Erweiterung jedoch nicht nur wegen bislang getätigter Vorleistungen an.  Die wirtschaftlichen Effekte für die Gemeinden (u.a. Gewerbesteuereinnahmen, Einnahmen aus Pacht-
zahlungen, finanzielle Beteiligung gemäß neuem Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz mit 0,3 Cent/KWh) sollen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

Westlich der Fläche befindet sich das FFH-Gebiet „Rossel, Buchholz und Streetzer Busch nördlich Roßlau“, südlich liegt das FFH-Gebiet „Olbitzbach-Niederung nordöstlich Roßlau“. Beide Schutzgebiete
dienen dem Erhalt von Fließgewässerlebensräumen und den dort vorkommenden Arten, wie z. B. der Mopsfledermaus. Da sich die geplanten Eingriffsflächen außerhalb der genannten Schutzgebiete befinden, sind nach derzeitiger Einschätzung keine nachteiligen Auswirkungen auf diese Lebensräume zu erwarten. Zudem stellt die Potenzialfläche für die dort geschützten Arten keinen geeigneten Lebensraum dar. Laut Artenschutz-Leitfaden gilt die Mopsfledermaus nicht als kollisionsgefährdet.

Belange des militärischen sowie des zivilen Luftverkehrs sind nicht betroffen. Auch befindet sich im Umkreis kein Standortübungsplatz. Die UNESCO-Welterbestätte „Gartenreich Dessau-Wörlitz“ (Wörlitzer Park) liegt ca. 10 km vom bestehenden VREG entfernt, die geplante Erweiterungsfläche befindet sich in über 12 km Entfernung – eine Beeinträchtigung des Kulturdenkmals ist daher nicht zu erwarten.
Selbstverständlich werden bei der Standortplanung die erforderlichen Mindestabstände zu Straßen sowie weiteren Infrastrukturen (z. B. Hochspannungsleitungen) berücksichtigt.

Aufgrund der positiven Rahmenbedingungen für die Windenergienutzung und der sehr guten Eignung des Standortes ist eine hohe Wirtschaftlichkeit zu erwarten. Die vorgeschlagene Erweiterung trägt so-
mit in besonderem Maße dem gesetzgeberischen Ziel Rechnung, der Windenergie substantiell Raum zu verschaffen und sie an geeigneten Standorten zu konzentrieren. Darüber hinaus leistet das Gebiet einen Beitrag zur Erreichung der überregionalen Klimaschutzziele. Es stärkt den Anteil erneuerbarer Energien in der Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg erheblich. Zudem sehen wir in der geplanten Erweiterung eine Chance, zur künftigen Energieversorgung des interkommunalen Gewerbegebietes der Städte Dessau-Roßlau und Wittenberg beizutragen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich westlich an das Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie "XV Luko" erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte mehrerer, vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierter, Brutvogelarten befinden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001469 ID Stellungnehmer: 1001682
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001469_001 ID Stellungnehmer: 1001682
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VIII Güterglück
Inhalt

Das Plangebiet E3 (Erweiterungsfläche des VR Güterglück) liegt im Anlagenschutzbereich gem. §18a Luftverkehrsgesetz (LuftVG) der Flugsicherungseinrichtung Magdeburg VORDME - Geogr. Koordinaten (ETRS89): 51° 59' 41,96" N / 11° 47' 39,5" E; Höhe des Geländes 50,6 m ü. NN

Empfehlung, innerhalb von Anlagenschutzbereichen keine Vorrang- und Eignungsgebiete zur Windenergienutzung auszuweisen, da die im Genehmigungsverfahren gem. §18a LuftVG zu erwartenden Einschränkungen bezüglich Anzahl und Höhe der geplanten Windenergieanlagen dem eigentlichen Ziel von Vorrang- und Eignungsgebieten entgegenstehen.

Die gemäß LuftVG angemeldeten Anlagenschutzbereiche orientieren sich an den Empfehlungen aus ICAO EUR DOC 015, 3. Ausgabe 2015. Aufgrund betrieblicher Erfordernisse kann der angemeldete Schutzbereich im Einzelfall von der Empfehlung des ICAO EUR DOC 015 abweichen (insbes. bei Radaranlagen). Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung stellt unter dem nachfolgenden Link eine interaktive Karte mit den aktuell gültigen Anlagenschutzbereichen verschiedener Flugsicherungsorganisationen gem. §18a LuftVG zur Verfügung.
http://www.baf.bund.de/DE/Themen/Flugsicherungstechnik/Anlagenschutz/anlagenschutz_node.html

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens (siehe Urteil des OVG Magdeburg 2 L 47/16 vom 05.12.2018 "Da hiernach eine genaue Klärung der Problematik der Bauverbote nach § 18a LuftVG auf der Ebene der Regionalplanung nicht zu leisten ist, kann dies der Feinsteuerung im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren überlassen werden.")

Gemäß Maßnahmenpapier BMWK, BMDV vom 05.04.2022 „Gemeinsam für die Energiewende: Wie Windenergie an Land und Belange von Funknavigationsanlagen und Wetterradaren miteinander vereinbart werden“ wird die Flugsicherungseinrichtung Magdeburg in 2025 zu DVOR umgerüstet. Diese benötigen nur ca. 6-7 km Schutzbereich. Vorranggebiet Güterglück liegt außerhalb dieses Schutzbereichs.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001469_002 ID Stellungnehmer: 1001682
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Anlagenschutzbereich gem. §18a Luftverkehrsgesetz (LuftVG) der Flugsicherungseinrichtung Leipzig/Halle Radar - Geogr. Koordinaten (ETRS89): 51° 26' 14,05" N / 12° 14' 28,29" E; Höhe des Geländes 131,18 m ü. NN ist betroffen.

Empfehlung, innerhalb von Anlagenschutzbereichen keine Vorrang- und Eignungsgebiete zur Windenergienutzung auszuweisen, da die im Genehmigungsverfahren gem. §18a LuftVG zu erwartenden Einschränkungen bezüglich Anzahl und Höhe der geplanten Windenergieanlagen dem eigentlichen Ziel von Vorrang- und Eignungsgebieten entgegenstehen

Die gemäß LuftVG angemeldeten Anlagenschutzbereiche orientieren sich an den Empfehlungen aus ICAO EUR DOC 015, 3. Ausgabe 2015.Aufgrund betrieblicher Erfordernisse kann der angemeldete Schutzbereich im Einzelfall von der Empfehlung des ICAO EUR DOC 015 abweichen (insbes. bei Radaranlagen). Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung stellt unter dem nachfolgenden Link eine interaktive Karte mit den aktuell gültigen Anlagenschutzbereichen verschiedener Flugsicherungsorganisationen gem. §18a LuftVG zur Verfügung.
http://www.baf.bund.de/DE/Themen/Flugsicherungstechnik/Anlagenschutz/anlagenschutz_node.html

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens (siehe Urteil des OVG Magdeburg 2 L 47/16 vom 05.12.2018 "Da hiernach eine genaue Klärung der Problematik der Bauverbote nach § 18a LuftVG der auf der Ebene der Regionalplanung nicht zu leisten ist, kann dies der Feinsteuerung im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren überlassen werden.")

Bauhöhenbeschränkungen im Genehmigungsverfahren sind kein Grund für Nichtanrechenbarkeit der Vorranggebietsfläche (Arbeitshilfe zum Vollzug des Wind-an-Land-Gesetzes vom 03.07.2023). Mit der Ausweisung des Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie wird keine Festlegung getroffen, dass die optimalste Energieausbeute erreicht werden kann.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001469_003 ID Stellungnehmer: 1001682
Windenergie 2027
Inhalt

Hinweise Hindernisschutz:
Windenergieanlagen, die eine Bauhöhe von 100 m über Grund überschreiten, bedürfen gemäß § 14 Luftverkehrsgesetz (LuftVG) der luftrechtlichen Zustimmung durch die Luftfahrtbehörde. Art und Umfang der Tag- und Nachtkennzeichnung wird im Rahmen des Genehmigungsverfahrens von der Luftfahrtbehörde festgelegt.
Plangebiet 6 (VR Köthen): Anlagen innerhalb des VR-Gebietes werden die in den Gemeinsamen Grundsätzen des Bundes und der Länder für die Anlage und den Betrieb von Flugplätzen für Flugzeuge im Sichtflugbetrieb vom 3. August 2012 (NfL I – 92/13) beschriebene obere Übergangsfläche des VLP Köthen durchdringen. Dies ist kein Ausschlusskriterium, hat aber zur Folge, dass Auflagen wie eine Tages- und Nachtkennzeichnung verfügt werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Vorschlagsfläche Nr. 6 Köthen wurde nicht in den 1. Entwurf des STP Wind 2027 aufgenommen.

StN-ID: 1001469_004 ID Stellungnehmer: 1001682
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Hinweise Hindernisschutz:
Windenergieanlagen, die eine Bauhöhe von 100 m über Grund überschreiten, bedürfen gemäß § 14 Luftverkehrsgesetz (LuftVG) der luftrechtlichen Zustimmung durch die Luftfahrtbehörde. Art und Umfang der Tag- und Nachtkennzeichnung wird im Rahmen des Genehmigungsverfahrens von der Luftfahrtbehörde festgelegt.

Plangebiet E1 (VR Brehna/Roitzsch) hält nicht den erforderlichen Abstand zur Platzrunde des VLP Renneritz gemäß den Gemeinsamen Grundsätzen des Bundes und der Länder für die Anlage und den Betrieb von Flugplätzen für Flugzeuge im Sichtflugbetrieb vom 3. August 2012 (NfL I – 92/13), Punkt 6 „Gefahren für den Flugplatzverkehr in der Platzrunde“ ein. Um eine Gefährdung auszuschließen, ist ein Mindestabstand von 400 m zum Gegenanflug und/oder 850 m zu den anderen Teilen von Platzrunden (inkl. Kurventeilen) einzuhalten. Zusätzlich werden sowohl die in den Gemeinsamen Grundsätzen des Bundes und der Länder für die Anlage und den Betrieb von Flugplätzen für Flugzeuge im Sichtflugbetrieb vom 3. August 2012 (NfL I – 92/13) beschriebene Anflugfläche und/oder Horizontalfläche durchdrungen. Dringend Empfehlung, Planungen für das VR-Gebiet nicht weiter zu verfolgen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens (siehe Urteil des OVG Magdeburg 2 L 47/16 vom 05.12.2018 "Da hiernach eine genaue Klärung der Problematik der Bauverbote nach § 18a LuftVG der auf der Ebene der Regionalplanung nicht zu leisten ist, kann dies der Feinsteuerung im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren überlassen werden.")

Die Platzrunde des Sonderlandeplatzes Renneritz wurde bei der Ausweisung des Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie berücksichtigt.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001472 ID Stellungnehmer: 1001683
Planungskonzeption
Inhalt

Grundsätzlich befürworten wir den Ausbau erneuerbarer Energien und die Energiewende, sehen jedoch die geplante Erweiterung von Windkraftflächen in der Region kritisch.

Die Planungsregion ist überwiegend ländlich geprägt, mit zahlreichen ökologisch sensiblen Flächen und landschaftlich wertvollen Gebieten. Viele der geplanten Vorrangflächen berühren Schutzgebiete oder angrenzende denkmalschutzrelevante Bereiche. Eine Ausweitung des Windparks würde daher erhebliche Eingriffe in Natur- und Landschaftsschutz bedeuten und die Lebensräume von Tieren und Pflanzen sowie die Erhaltung von Kulturlandschaften beeinträchtigen.
Darüber hinaus betreffen die geplanten Flächen teilweise Böden mit hoher landwirtschaftlicher Wertigkeit. Eine Umwidmung solcher Flächen könnte die regionale Landwirtschaft schwächen und die wirtschaftliche Basis der Betriebe beeinträchtigen.
Auch die sozialen und infrastrukturellen Aspekte sind zu berücksichtigen. Bei einer Realisierung neuer Windflächen muss sichergestellt werden, dass die Anwohner und Gemeinden unmittelbar von den Energieerträgen profitieren. Dies betrifft eine gerechte Verteilung finanzieller Mittel, mögliche landkreisübergreifende Kooperationen sowie die Einhaltung von Lärm- und Sichtschutzauflagen. Zusätzlich könnten zusätzliche Windkraftanlagen die lokale Infrastruktur stärker belasten, etwa durch erhöhten Verkehr bei Bau und Wartung. 

Weitere Bedenken ergeben sich aus der kumulativen Wirkung von Windparks: Eine zusätzliche Verdichtung kann die Landschaftscharakteristik nachhaltig verändern und die Akzeptanz in der Bevölkerung mindern. Auch Standortfaktoren wie Schattenwurf, Vogelzug oder lokale Klima- und Wetterbedingungen sollten stärker in die Abwägung einbezogen werden.
Vor diesem Hintergrund fordern wir:
- Keine Ausweisung zusätzlicher Vorrangflächen in ökologisch sensiblen, landschaftlich wertvollen oder landwirtschaftlich bedeutsamen Gebieten.
- Priorität für bestehende Flächen, die bereits für Windenergienutzung ausgewiesen sind.
- Bei unvermeidlicher Erweiterung: klare Regelungen für die Beteiligung und den Nutzen der Anwohner sowie landkreisübergreifende Zusammenarbeit.
- Sorgfältige Berücksichtigung von Natur-, Landschafts- und Denkmalschutz sowie landwirtschaftlicher Wertigkeit bei allen Planungen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Eine einzelne Windenergieanlage samt Fundament, Kranstellfläche und Zuwegung versiegelt im Schnitt rund 0,5 ha an landwirtschaftlicher Fläche während ihrer Betriebszeit dauerhaft. Auf den übrigen Flächen kann die landwirtschaftliche Nutzung weiter ausgeübt werden. Aufgrund der erforderlichen Abstände der Windenergieanlagen untereinander, die i.d.R. das Fünffache des Rotordurchmessers in Hauptwindrichtung und das Dreifache in Nebenwindrichtung betragen, ist die Errichtung von Windenergieanlagen auf eine begrenzte Anzahl beschränkt. Unter Ausnutzung vorhandener Straßen- und Wegebeziehungen können die Flächenverluste der landwirtschaftlichen Nutzflächen minimiert werden. Die daraus resultierende dauerhafte Versiegelung landwirtschaftlicher Fläche während der Betriebsphase der Windenenergieanlagen ist somit auf wenige Hektar begrenzt. Insgesamt kann konstatiert werden, dass die landwirtschaftliche Nutzung der Windenergienutzung strukturell nicht entgegensteht.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch die Einhaltung des 1.000 m-Abstandes zur Ortslage (500 m zu Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.
Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. 

Die Regelungen zur finanziellen Beteiligung (z.B. gem. § 6 EEG) sind auf kommunaler Ebene vorzunehmen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001473 ID Stellungnehmer: 1001684
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Meuro
Inhalt

Widerspruch gegen den Entwurf zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027“, insbesondere Vorranggebiet 35.  Aktuelle Planungen sind zu überdenken, zu überarbeiten sowie naturschutzgerecht und gesundheitsbewusst für Menschen anzupassen.

Begründung: Windkraftanlagen haben nichts in einem Wald- und Erholungsgebiet der Dübener Heide zu suchen!

Sie verursachen extremen Lärm und Infraschall. Die in der Nähe lebenden Menschen und Tiere sind dadurch stark beeinträchtigt. Täglich sterben rund 6 Milliarden Insekten, 1000de Vögel und andere Tiere.

Die Menschen haben in diesen Gebieten Herzstörungen, Kopfschmerzen, Depressionen und Nierenleiden u.v.m. Schallwellen in Verbindung mit gesundheitlichen Störungen können nachgewiesen werden. Bsp. Hohenmölsen extremes Baumsterben und im Dorf sind viele Menschen an Krebs erkrankt oder gestorben nach kurzer Zeit. In diesem Dorf stehen viel Windräder und Funkanlagen nah an dem Wohngebiet.

Die Landschaft und der Boden wird verschandelt - Bäume sterben ab.

Wir haben hier bewusst unseren Wohnort in Bad Schmiedeberg gewählt und bauen gerade unser Haus. Windanlagen senken sofort den Hauspreis um 30 % und Grundstücke werden abgewertet. 

Mikroplastik ist kilometerweit im Boden nachzuweisen und verursacht Krebs.

Der Ausbau der Windkraft ist nachweislich instabil, ineffizient und unbezahlbar

https://apollo-news.net/instabil-ineffizient-und-unbezahlbar-trotz-ausbau-die-energiewende-stuerzt-deutschland-ins-stromchaos/

Für zukünftige aus der Planung resultierende Personen, Sach- und Vermögensschäden wird vorsorglich Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001173

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Das Vorschlagsgebiet Nr. 35 Meuro entsprechend der Arbeitskarte zur Allgemeinen Planungsabsicht ist nicht im 1. Entwurf des STP Windenergie 2027 enthalten.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von
Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21)

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung. 

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grund-sätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grund-stücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001474 ID Stellungnehmer: 1001685
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001474_001 ID Stellungnehmer: 1001685
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001475 ID Stellungnehmer: 1001686
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001475_001 ID Stellungnehmer: 1001686
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001485 ID Stellungnehmer: 1001687
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Meuro
Inhalt

Ich begrüße ausdrücklich die Entscheidung, das geplante Windvorranggebiet bei Mark Kalitz aus der Planung herauszunehmen. Diese Entscheidung halte ich für richtig und sinnvoll – insbesondere mit Blick auf die Nähe zur Ortschaft Österitz. Das Gebiet liegt in unmittelbarer Nähe zu unserem Dorf, und die vorgesehenen Windkraftanlagen wären direkt in unserer Sichtachse entstanden.

Darüber hinaus möchte ich auf die bereits bestehende und geplante Belastung unserer Region hinweisen:

Direkt neben Österitz soll ein großflächiger Solarpark mit einer Größe von rund 90 Hektar entstehen. Auf der anderen Seite soll noch ein Funkturm gebaut werden.

Zusätzlich bestehen in den umliegenden Ortschaften Dorna/Kemberg/Schnellin bereits Windparks, die nur wenige Kilometer entfernt sind.

Damit trägt unsere Region schon jetzt einen erheblichen Anteil zur Energiewende und zur Erzeugung erneuerbarer Energien bei. Ein weiteres Windvorranggebiet in unmittelbarer Nähe zu Österitz wäre aus meiner Sicht eine unverhältnismäßige zusätzliche Belastung der Anwohnerinnen und Anwohner gewesen – sowohl im Hinblick auf die Landschaftsbildwirkung als auch auf die Lebensqualität im Dorf.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

-

StN-ID: 1001488 ID Stellungnehmer: 1001699
Planungskonzeption
Inhalt

Die derzeitige Planung führt zu einer überproportionalen und unzumutbaren Belastung der Gemarkung Gröbzig und der Stadt Südliches Anhalt. Diese unverhältnismäßige Konzentration verstößt gegen fundamentale Grundsätze des Raumordnungs- und Planungsrechts, weshalb die Planung in der vorliegenden Form abgelehnt wird.

Der zentrale Einwand richtet sich gegen die eklatante Ungleichverteilung der Flächen. Eine sachgerechte Abwägung (§ 7 Abs. 2 ROG i.V.m. § 1 Abs. 7 BauGB) ist angesichts der folgenden Zahlen nicht erkennbar: Der vorliegende sachliche Teilplan legt Vorranggebiete auf einer Gesamtfläche von 7.051 ha fest, was 1,94 % der Planungsregion entspricht. Die Verteilung der Vorranggebiete auf die betroffenen Gebietskörperschaften zeigt erhebliche Ungleichgewichte. Es liegt eine unverhältnismäßige und unzumutbare Konzentration in bestimmten Bereichen vor. 

Landkreis Anhalt-Bitterfeld Übererfüllung um 1.082 ha 2,7 % der Flächen

Landkreis Wittenberg Fehlmenge ca. 660 ha 1,6 % der Flächen

Stadt Dessau-Roßlau Fehlmenge ca. 422 ha 0,22 % der Flächen

Die dargestellte Ungleichverteilung führt zu einer willkürlich erscheinenden Konzentration in bestimmten Teilräumen. Dies ist im Detail noch drastischer:

Übererfüllung in Südliches Anhalt: Mit einem Flächenbeitragswert von 5,93 % trägt die Stadt Südliches Anhalt 306 % des gesetzlich geforderten regionalen Teilflächenziels.

Irreführende Gebietsbezeichnungen: Obwohl die Vorranggebiete die Bezeichnungen „VII Gröbzig – Dohndorf“ und „XVI Piethen“ tragen, liegen rund 75 % bzw. 88 % dieser Flächen tatsächlich auf der Gemarkung Gröbzig. Die Belastung der Gemarkung Gröbzig mit ca. 5,6 % der Fläche ist damit objektiv unverhältnismäßig.

Diese massive Überlastung einzelner Kommunen im Vergleich zur nahezu vollständigen Verschonung anderer (z. B. Dessau-Roßlau) ist planerisch nicht hinreichend begründet und stellt einen schweren Abwägungsfehler dar.

Verstoß gegen den Grundsatz des Lastenausgleichs und der Gleichbehandlung:

Die ungleiche Verteilung verletzt die Grundsätze des Raumordnungsrechts:

Lastenausgleich (§ 2 Abs. 2 Nr. 1 ROG): Es ist auf einen Ausgleich räumlicher und struktureller Ungleichgewichte hinzuwirken. Die geplante Konzentration stellt eine einseitige und ungerechte Belastung der örtlichen Bevölkerung dar und widerspricht dem Gebot einer ausgewogenen Raumplanung.

Gleichwertige Lebensverhältnisse (§ 1 Abs. 2 ROG): Die überproportionale Belastung führt durch Lärm, Schattenwurf und die massive visuelle Beeinträchtigung zu einer erheblichen Minderung der Lebensqualität in Gröbzig und der Stadt Südliches Anhalt. Dies steht im direkten Widerspruch zum Leitprinzip einer nachhaltigen Raumentwicklung, die auf dauerhaft gleichwertige Lebensverhältnisse abzielt.

Gleichbehandlung (Art. 3 Abs. 1 GG): Die Planungsentscheidung führt zu einer eklatanten Ungleichbehandlung der Bürger dieser Kommunen, ohne dass dafür zwingende, sachliche und transparente Gründe erkennbar wären.

Spezifische Belange des Umwelt- und Landschaftsschutzes / Kumulative Vorbelastung und Übernutzung des Landschaftsraums:

Auch die Belange des Umwelt- und Landschaftsschutzes (§ 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB) sind in den belasteten Teilräumen nur unzureichend berücksichtigt:

In einem Umkreis von acht Kilometern um Gröbzig existieren bereits 85 Windenergieanlagen. Das Landschaftsbild ist zusätzlich durch bestehende Auskiesungsflächen vorbelastet. Die vorgesehene weitere Konzentration von Anlagen im bereits vorbelasteten Raum Gröbzig ignoriert die kumulativen Auswirkungen und führt zu einer nicht hinnehmbaren Übernutzung des Landschaftsraums, welche die gesetzlichen Anforderungen des BauGB an den Schutz des Landschaftsbildes verfehlt.

Missachtung ökologischer und finanzieller Folgewirkungen (Abwägungsrelevante Aspekte):

Zusätzlich müssen folgende umweltrelevante und planungsrelevante Auswirkungen in der Abwägung der Planungsgemeinschaft stärker berücksichtigt werden:

Mikroplastikemissionen: Der Abrieb der Rotorblätter (geschätzt 50 bis 150 kg pro Windrad jährlich) führt zur dauerhaften Belastung der Böden und der Nahrungskette.

Bodeneingriffe/Grundwasser: Die massiven Fundamente aus Stahl und Beton durchtrennen Boden- und Gesteinsschichten und können die natürlichen Versickerungs- und Grundwasserfließwege dauerhaft beeinträchtigen.

Rückbauproblematik: Das Planwerk muss die gesetzlich gesicherte Durchsetzung des Rückbaus nach Ablauf der Nutzungsdauer gewährleisten. Die Gefahr, dass die Lasten bei Insolvenz auf Kommunen übertragen werden, widerspricht dem Verursacherprinzip und ist wirtschaftlich unzumutbar.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Allerdings ist eine Gleichverteilung im Sinne eines Herunterbrechens des Flächenbeitragwertes auf jede Kommune der Planungsregion aufgrund der fachrechtlichen und naturräumlichen Gegebenheiten nicht möglich, sodass innerhalb der Planungsregion nur mit dem Solidarprinzip der geforderte Flächenbeitragswert von mindestens 1,9 % (bis 31.12.2027) bzw. 2,3 % (bis 31.12.2032) erreicht werden kann.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Entsorgung, Gefahrenstoffe, Rückbau, Bodeneingriffe, Grundwasserschutz usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Zudem sind Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung keine Abwägungsbelange der Regionalplanung. 

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001490 ID Stellungnehmer: 1001703
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Landschaftsbild, Denkmal- und Umweltschutz:
• Die Windräder haben bereits das sichtbare Landschaftsbild nachhaltig verändert und beeinträchtigen den ländlichen Charakter unserer Region.
• Noch höhere Windräder gefährden die Aussicht auf das nah gelegene Gartenreich Dessau-Wörlitz. Ein derart sorgloser Umgang mit einem UNESCO-Welterbe ist sehr bedauerlich.
• Es besteht weiterhin die große Sorge um die Beeinträchtigung von Fauna, insbesondere Vögel und Fledermäuse, sowie potenzielle Auswirkungen auf Boden- und Pflanzenwelt durch Infrastruktur, Verkehr und Baumaßnahmen.
• Die noch höher geplanten Anlagen sind eine Bedrohung für viele geschützte Arten und es besteht die Gefahr, dass sie Opfer der Windenergielagen werden und deren Fortbestand gefährdet ist.

Lärmbelästigung und störende Lichtquellen:
• Die bereits bestehenden Windenergieanlagen (WEA) in der Nähe erzeugen enormen Lärm und Infraschall, der den Schlaf, das Wohlbefinden und die Gesundheit der Anwohner beeinträchtigt, auch bei moderaten Windgeschwindigkeiten, insbesondere aber bei Ostwindlage und das schon seit vielen Jahren.
• Die enorme Lärmbelästigung bei Ostwind (sehr oft nachts) zieht zudem direkt ins Wohngebiet. Eine Nachtabsenkautomatik (schallreduzierter Modi) der neu geplanten Anlagen zwischen 22 und 6 Uhr halte ich für nicht ausreichend. Zudem fördert die Bebauung der Windenergieanlagen um die Ortschaft Libbesdorf ringsherum einen dauerhaften Lärmpegel auch bei anderen Windrichtungen.
• Warum bleibt Sachsen-Anhalt bei den Abstandsflächen von einem Kilometer, die Windgeneratoren zur Wohnbebauung haben müssen? Als diese Regelung beschlossen wurde, waren die Windräder nicht einmal 100 Meter hoch. Heute sind sie doppelt so hoch geplant und verfügen über die sechsfache Leistung. Einher gehen noch viel höhere Schall- und Schlaggeräusche. In Bayern gilt deshalb die Grundregel: Der Mindestabstand muss das Zehnfache der Gesamthöhe des Windrades betragen. Das heißt: In Sachsen-Anhalt müsste man zu neuen Windenergieanlagen zweieinhalb Kilometer zur Wohnbebauung
auf Distanz gehen. Dies könnte die Zustimmung derartiger Anlagen maßgeblich fördern.
• Die Befeuerung der Windenergieanlagen blinkt während der Nacht und beeinträchtigt zusätzlich die Nachtruhe. Seit dem 1. Januar 2025 ist die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung (BNK) Pflicht, bei der die Beleuchtung nur dann aktiviert wird, wenn sich ein Flugobjekt nähert. Alle Windenergieanlagen über 100 Meter Höhe, die bisher eine Nachtkennzeichnung benötigen, müssen mit dieser Technologie ausgestattet sein, um die störenden Dauerleuchten/-blinken zu ersetzen. Die gesetzliche Verpflichtung der nächtlichen Abschaltung wird bisher im Windpark Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau von den Behörden nicht umgesetzt. Die Gründe dafür sind mir nicht bekannt. Dies lässt mich befürchten, dass auch zukünftig die gesetzliche Verpflichtung zur bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung von den Betreibern umgangen wird. Wenn wirtschaftliche Interessen vor gesundheitlichen Interessen der Anwohner gestellt werden, fördert dies nicht die Akzeptanz derartiger Windkraftanlagen.

Wirtschaftliche Auswirkungen
• Der Wert von Immobilien und Grundstücken ist bereits durch den Präsenz der Windkraftenergieanlagen und durch die sehr geringen Abstände zum Wohngebiet gesunken. Ich befürchte weiterhin Wertminderungen bis hin zur Unverkäuflichkeit. Niemand trägt die Kosten für den Wertverlust meiner Immobilie.
• Lokale Wirtschaft, Tourismus und Naherholung sind bereits durch das veränderte Landschaftsimage negativ beeinflusst wurden.
• Da Windenergieanlagen von allen Bürgern über Zwangsabgaben im Rahmen der Stromrechnung bezahlt werden, erzielt die Windindustrie ihre Profite auf Kosten der breiten Bevölkerung. Diese Zuschüsse für die Windindustrie werden durch den weiteren Ausbau von Anlagen weiter steigen. Ich befürchte, dass Strom für ärmere Menschen unbezahlbar wird.

Beteiligung und Transparenz.
• Die geplante Zahlung von 0.2 ct je eingespeiste Kilowattstunde für die Gemeinde wiegt die Nachteile der Windkraftanlagen für die Anwohner bei weitem nicht auf. Zudem befürworte ich Energiegutschriften (Anwohnerboni/vergünstige Stromtarife) für die Anwohner im direkten Umkreis der Windkraftanlagen. Einige Unternehmen/ Betreiber bieten bereits derartige Angebote an.
• Offene Kommunikation über erwartete Lärmpegelzahlen, konkrete Maßnahmen zur Lärmminderung und klare Zeitpläne sind erforderlich.

Alternativen und Kompensation
• Vor einer weiteren Ausdehnung der Windenergie sollte stärker geprüft werden, ob vorhandene Infrastruktur besser genutzt oder optimiert werden kann (z. B. Förderung privater Solarenergie, Speicherkapazitäten, Netzstabilität).
• Seit vielen Jahren müssen die Bewohner der Ortschaft Libbesdorf mit den Auswirkungen des vorhandenen Windparks leben. Es ist an der Zeit, dass nun auch andere Gebiete einen Beitrag leisten und Libbesdorf „zur Ruhe“ kommt.

Ich bitte die zuständigen Gremien daher um:
• Prüfung alternativer Standorte sowie Offenlegung aller relevanter Unterlagen (Lärmemissionen, Lärmkarten, Schattenwurf)
• Festlegung verbindlich größerer Abstandskorridore zu Wohngebieten (mind. 2500 m), speziell in Ostwindrichtungen, sowie konkrete Lärmschutzmaßnahmen im Planungsentwurf (z.B. Abschaltung der Anlagen in der Gemarkung Libbesdorf/Quellendorf bei starkem Ostwind und erhöhtem Lärmpegel im Wohngebiet),
• Transparente Darstellung der wirtschaftlichen Vorteile für die unmittelbar betroffene Gemeinde sowie angemessene und verlässliche Ausgleichs- und Schutzmaßnahmen für die direkten Anwohner der Windkraftanlagen,
• Transparente Darstellung der zu erwartenden kumulativen Lärmbelastung inklusive Infraschallmessungen für bestehende Anlagen und neue Standorte sowie regelmäßige Langzeitüberwachung,
• Prüfung alternativer Technologien (z. B. Solar, Speicherlösungen, Windräder mit geräuschreduzierter Technologie) mit Berücksichtigung der jetzigen Ostwindproblematik.
• Überprüfung der bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung vorhandener Anlagen (Erfolgte eine Überprüfung der Behörden oder liegt ein entsprechender Antrag auf Ausnahme des bisherigen Betreibers vor?)

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001490_001 ID Stellungnehmer: 1001703
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Landschaftsbild, Denkmal- und Umweltschutz:
• Die Windräder haben bereits das sichtbare Landschaftsbild nachhaltig verändert und beeinträchtigen den ländlichen Charakter unserer Region.
• Noch höhere Windräder gefährden die Aussicht auf das nah gelegene Gartenreich Dessau-Wörlitz. Ein derart sorgloser Umgang mit einem UNESCO-Welterbe ist sehr bedauerlich.
• Es besteht weiterhin die große Sorge um die Beeinträchtigung von Fauna, insbesondere Vögel und Fledermäuse, sowie potenzielle Auswirkungen auf Boden- und Pflanzenwelt durch Infrastruktur, Verkehr und Baumaßnahmen.
• Die noch höher geplanten Anlagen sind eine Bedrohung für viele geschützte Arten und es besteht die Gefahr, dass sie Opfer der Windenergielagen werden und deren Fortbestand gefährdet ist.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Das Kriterium 2.2.7 "Umgebungsschutz von Denkmälern" der Planungskonzeption wurde für alle Denkmäler angewendet, die auf Ebene der Regionalplanung berücksichtigt werden. Dazu zählen die UNESCO-Weltkulturerbestätten, die aufgrund ihrer denkmalfachlichen Wertigkeiten und besonderen öffentlichen Bedeutung vom Land Sachsen-Anhalt als "Gartenträume" bewerteten Gartenanlagen und Parks.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001490_002 ID Stellungnehmer: 1001703
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Lärmbelästigung und störende Lichtquellen:
• Die bereits bestehenden Windenergieanlagen (WEA) in der Nähe erzeugen enormen Lärm und Infraschall, der den Schlaf, das Wohlbefinden und die Gesundheit der Anwohner beeinträchtigt, auch bei moderaten Windgeschwindigkeiten, insbesondere aber bei Ostwindlage und das schon seit vielen Jahren.
• Die enorme Lärmbelästigung bei Ostwind (sehr oft nachts) zieht zudem direkt ins Wohngebiet. Eine Nachtabsenkautomatik (schallreduzierter Modi) der neu geplanten Anlagen zwischen 22 und 6 Uhr halte ich für nicht ausreichend. Zudem fördert die Bebauung der Windenergieanlagen um die Ortschaft Libbesdorf ringsherum einen dauerhaften Lärmpegel auch bei anderen Windrichtungen.
• Warum bleibt Sachsen-Anhalt bei den Abstandsflächen von einem Kilometer, die Windgeneratoren zur Wohnbebauung haben müssen? Als diese Regelung beschlossen wurde, waren die Windräder nicht einmal 100 Meter hoch. Heute sind sie doppelt so hoch geplant und verfügen über die sechsfache Leistung. Einher gehen noch viel höhere Schall- und Schlaggeräusche. In Bayern gilt deshalb die Grundregel: Der Mindestabstand muss das Zehnfache der Gesamthöhe des Windrades betragen. Das heißt: In Sachsen-Anhalt müsste man zu neuen Windenergieanlagen zweieinhalb Kilometer zur Wohnbebauung
auf Distanz gehen. Dies könnte die Zustimmung derartiger Anlagen maßgeblich fördern.
• Die Befeuerung der Windenergieanlagen blinkt während der Nacht und beeinträchtigt zusätzlich die Nachtruhe. Seit dem 1. Januar 2025 ist die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung (BNK) Pflicht, bei der die Beleuchtung nur dann aktiviert wird, wenn sich ein Flugobjekt nähert. Alle Windenergieanlagen über 100 Meter Höhe, die bisher eine Nachtkennzeichnung benötigen, müssen mit dieser Technologie ausgestattet sein, um die störenden Dauerleuchten/-blinken zu ersetzen. Die gesetzliche Verpflichtung der nächtlichen Abschaltung wird bisher im Windpark Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau von den Behörden nicht umgesetzt. Die Gründe dafür sind mir nicht bekannt. Dies lässt mich befürchten, dass auch zukünftig die gesetzliche Verpflichtung zur bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung von den Betreibern umgangen wird. Wenn wirtschaftliche Interessen vor gesundheitlichen Interessen der Anwohner gestellt werden, fördert dies nicht die Akzeptanz derartiger Windkraftanlagen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Infraschall, Befeuerung usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde. 

Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt für neu zu errichtende Windenergieanlagen das Dauerblinken in der Nacht. 

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21)

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung, wie beispielsweise die Forderung nach landesweiten größeren Abständen zu Windenergieanlagen, sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001490_003 ID Stellungnehmer: 1001703
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Wirtschaftliche Auswirkungen
• Der Wert von Immobilien und Grundstücken ist bereits durch den Präsenz der Windkraftenergieanlagen und durch die sehr geringen Abstände zum Wohngebiet gesunken. Ich befürchte weiterhin Wertminderungen bis hin zur Unverkäuflichkeit. Niemand trägt die Kosten für den Wertverlust meiner Immobilie.
• Lokale Wirtschaft, Tourismus und Naherholung sind bereits durch das veränderte Landschaftsimage negativ beeinflusst wurden.
• Da Windenergieanlagen von allen Bürgern über Zwangsabgaben im Rahmen der Stromrechnung bezahlt werden, erzielt die Windindustrie ihre Profite auf Kosten der breiten Bevölkerung. Diese Zuschüsse für die Windindustrie werden durch den weiteren Ausbau von Anlagen weiter steigen. Ich befürchte, dass Strom für ärmere Menschen unbezahlbar wird.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung, wie der politischen und finanziellen Steuerung des Ausbaus der erneuerbaren Energien, sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001490_004 ID Stellungnehmer: 1001703
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Beteiligung und Transparenz.
• Die geplante Zahlung von 0.2 ct je eingespeiste Kilowattstunde für die Gemeinde wiegt die Nachteile der Windkraftanlagen für die Anwohner bei weitem nicht auf. Zudem befürworte ich Energiegutschriften (Anwohnerboni/vergünstige Stromtarife) für die Anwohner im direkten Umkreis der Windkraftanlagen. Einige Unternehmen/ Betreiber bieten bereits derartige Angebote an.
• Offene Kommunikation über erwartete Lärmpegelzahlen, konkrete Maßnahmen zur Lärmminderung und klare Zeitpläne sind erforderlich.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung, wie der politischen und finanziellen Steuerung des Ausbaus der erneuerbaren Energien, sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Eine offene Kommunikation über erwartete Lärmpegelzahlen, konkrete Maßnahmen zur Lärmminderung oder klare Zeitpläne sind keine Abwägungsbelange und Aufgaben der Regionalplanung, da diese Belange erst im Rahmen des Vorhabenzulassungsverfahrens geregelt werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001490_005 ID Stellungnehmer: 1001703
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Alternativen und Kompensation
• Vor einer weiteren Ausdehnung der Windenergie sollte stärker geprüft werden, ob vorhandene Infrastruktur besser genutzt oder optimiert werden kann (z. B. Förderung privater Solarenergie, Speicherkapazitäten, Netzstabilität).
• Seit vielen Jahren müssen die Bewohner der Ortschaft Libbesdorf mit den Auswirkungen des vorhandenen Windparks leben. Es ist an der Zeit, dass nun auch andere Gebiete einen Beitrag leisten und Libbesdorf „zur Ruhe“ kommt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Aus diesem Grund sollen vor allem vorgeprägte Flächen, wie rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001491 ID Stellungnehmer: 1001702
Planungskonzeption
Inhalt

Es werden gesundheitliche Einschränkungen für Menschen und Tiere befürchtet. Der Abstand der Windenergieanlagen wird als zu gering eingeschätzt. Es wird angeregt, dass Flächenneuausweisungen nicht auf unberührte Natur treffen sollen, sondern auf bereits vorbelastete Flächen wie entlang von großen Verkehrstrassen oder Industriegebieten. Die Privilegierung der Windenergieanlagen bei Nichterreichung der Flächenziele wird als Nötigung und Erpressung empfunden. Es wird angeregt die Planungskonzeption nochmals zu überdenken und neu zu bewerten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie weitere Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärmschutz, Schattenwurf, Entsorgung, Gefahrenstoffe, Rückbau, Bodeneingriffe, Grundwasserschutz usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Inhalte der Bundesgesetzgebung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung. 

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001492 ID Stellungnehmer: 1001704
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001492_001 ID Stellungnehmer: 1001704
Windenergie 2027
Inhalt

Untere Landesentwicklungsbehörde hat keine raumordnerischen Bedenken.

Untere Immissionsschutzbehörde hat keine weiteren Anregungen. Sollten Belange des Landkreises Jerichower Land betroffen sein behält sich die untere Immissionsschutzbehörde des Landkreises Jerichower Land vor, diese zu prüfen und  entsprechend Stellung zu nehmen.
Der nachfolgende Hinweis ist zu beachten:
Gemäß §§ 1 und 50 des Bundes-Immissionsschutzgesetztes (BImSchG) sind Flächen so zu planen, dass schädliche Umwelteinwirkungen (u.a. Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und Lichtimmissionen) auf schutzbedürftige Nutzungen vermieden werden.

Wasserwirtschaftliche Belange sind nicht betroffen.

Keine Betroffenheit von Bodenflächen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001492_002 ID Stellungnehmer: 1001704
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VIII Güterglück
Inhalt

Grundsätzlich geht von den Windenergieanlagen keine substantielle Schädigung der Bau- und Kunstdenkmale aus. Aber in der teils flachen, teils bergigen Kulturlandschaft unserer Region gibt es bedeutende Stadtsilhouetten und exponierte Standorte von Kirchen, Burgen, Schlössern und Klöstern, deren landschaftsbezogenes Erscheinungsbild durch die in Gruppen auftretenden WEA erheblichen Schaden erleiden.
Nach § 1 (1) Satz 2 Denkmalschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt (DenkmSchG LSA) vom 21. Oktober 1991 (GVBl. LSA S. 368, ber. 1992 S. 310), zuletzt geändert durch das 1.
Investitionserleichterungsgesetz vom 13.08.2002 (GVBl. LSA Nr. 44/2002), erstreckt sich der Schutz auf die gesamte Substanz eines Kulturdenkmals einschließlich seiner Umgebung, soweit diese für die Erhaltung, Wirkung, Erschließung und die wissenschaftliche Forschung von Bedeutung ist.
Die Beeinträchtigungen durch WEA können sich auch negativ auswirken auf die Städte oder Landschaften mit Bestrebungen, im Tourismus besucherwirksam zu werben.

Zum Vorranggebiet VIII (Güterglück)
In einer Entfernung von ca. 8 bis 9 km befinden sich zwei überörtlich bedeutsame Bau- und Kunstdenkmäler.

Dabei handelt es sich um die Sachgesamtheit Schloss Dornburg mit Schloss, Wirtschaftshof, Gutspächterhaus, Taubentürme, Schlossmauer und Alter und Neuer Garten.
Das Schloss Dornburg zählt zu den wichtigsten Beispielen der Schlossbaukunst in Mitteldeutschland; in einer hochwasserfreien Elbniederung gelegen und den zugehörigen Ort dominierend. Die hochbarocke Dreiflügelanlage mit vorgelagertem Wirtschaftshof, sowie Gartenpartien wurde von 1727 bis 1739 errichtet.
In Leitzkau befindet sich ein Denkmalbereich mit Schlössern, Rittergütern, Stifts- und späterer Schlosskirche, Schloss Neuhaus, den Resten von Schloss Althaus, Schloss Hobeck, dem Amtshof von Althaus, Teilen der Wirtschaftsgebäude, Teilen der Umfassungs- und Begrenzungsmauern, dem Tiergarten mit Fischteichen und den Freiflächen. Leitzkau war wegen seiner günstigen Lage bereits im 10. Jahrhundert der wichtigste Ausgangspunkt der deutschen Missionierung und Kolonisierung ostelbischer Gebiete, in diesem Zusammenhangund dadurch von herausragender historischer Bedeutung. Erstmalige Erwähnung von Leitzkau im Jahr 995 als kaiserliches Standquartier Ottos Ill. im Feldzug gegen die Wenden. Die Schlossanlage wurde ab 1564 durch einen umfangreichen Ausbau zur Renaissanceanlage — unter Einbeziehung von Teilen der Klausur einschließlich der ehemaligen Stiftskirche — durch den früheren Obristen Hilmar von Münchhausen (1512-1573), im Wesentlichen fortgesetzt und bis etwa 1600 vollendet durch dessen Sohn Statius (1555-1633).

Im Planungskonzept auf Seite 13 unter Punkt 2.1.4.8 UNESCO-Weltkulturerbestätten steht, dass diese „prinzipiell von einer Bebauung mit raumbedeutsamen Windenergieanlagen freizuhalten [sind], um ihren Status nicht zu gefährden. [...] Die Kernzone und die Pufferzone des Welterbegebietes "Gartenreich Dessau-Wörlitz“ werden zum Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes vorsorglich von der Errichtung von raumbedeutsamen Windenergieanlagen ausgeschlossen.“ Dies sollte nicht nur für Weltkulturerbestätten gelten sondern auf Bau- und Kunstdenkmale mit einer überörtlichen Bedeutung erweitert werden, die hier im Jerichower Land vorhanden sind. Der genannte und ausgeführte Punkt 2.2.7 (Planungskonzeption S. 22) zum Umgebungsschutz von Denkmälern sollte hier unbedingt Beachtung finden und ggf. eine Visualisierung angefertigt werden. Aus derzeitiger denkmalrechtlicher und denkmalpflegerischer Sicht würde die Errichtung von WEA in dem Vorranggebiet VIII, westlich von Güterglück, zu einer erheblichen Störung der Bau- und Kunstdenkmäler führen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Das Kriterium 2.2.7 "Umgebungsschutz von Denkmälern" der Planungskonzeption wurde für alle Denkmäler angewendet, die auf Ebene der Regionalplanung berücksichtigt werden. Dazu zählen, neben den UNESCO-Weltkulturerbestätten, die aufgrund ihrer denkmalfachlichen Wertigkeiten und besonderen öffentlichen Bedeutung vom Land Sachsen-Anhalt als "Gartenträume" bewerteten Gartenanlagen und Parks. Dornburg und Leitzkau gehören nicht dazu.

In der Entfernung von 6,5 km (Schloss Dornburg) bis 7,2 km (Schloss Leitzkau) zum Vorranggebiet Güterglück können Windenergieanlagen keine dominante und Unruhe stiftende Wirkung mehr entfalten, sondern eher silhouettenhaft wahrgenommen werden. Eine Beeinträchtigung der  Denkmäler in Dornburg und Leitzkau kann ausgeschlossen werden.

Im Rahmen des Umgebungsschutzes von Denkmälern kommt es hauptsächlich auf die Sichtbeziehungen zum Denkmal an.  Die denkmalfachliche Relevanz des Standortes, von dem aus das Denkmal ungestört wahrgenommen werden soll, muss mit der kulturhistorischen Bedeutung des Denkmals korrelieren. Geschützt sein kann der Blick auf das Denkmal, grundsätzlich jedoch nicht der Blick aus dem Denkmal. Aus dem Bereich Güterglück bestehen keine Sichtbeziehungen zu den Schlössern in Dornburg oder Leitzkau.

Im Bestands-Vorranggebiet Güterglück wurde am 13.12.2024 ein Windpark mit 13 Windenergieanlagen und einer Bauhöhe von 245,5 m genehmigt. Zugleich wurde eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung erteilt. Damit wurde dokumentiert, dass keine erhebliche Beeinträchtigung der denkmalschutzfachlichen Belange des Bau- und Kulturdenkmalschutzes vorliegt. Da mit der geplanten Erweiterung des Vorranggebietes nach Nordosten die Entfernung zu den Baudenkmälern nicht geringer wird, ist keine Verschlechterung der Situation zu erwarten.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001496 ID Stellungnehmer: 1001706
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Ich bin betroffener Grundeigentümer für Flächen innerhalb des geplanten Windfeldes/Suchraums und komme daher in dieser Sache auf Sie zu. Ich habe bereits seit Jahren viele Erfahrungen mit den bestehenden Windanlagen in Brehna/Roitzsch sammeln können. Einige der älteren Anlagen sind bereits ersetzt worden. Dafür wurden weniger Anlagen mit neuer Technik und mehr Ertrag gebaut, was ich grundsätzlich sehr unterstütze.

Bei der Ausweisung der neuen Eignungsgebiete ist das Windfeld Nr. II „Brehna/Roitzsch“ in westlicher Richtung nun etwas angepasst und leider nicht so gelegen, dass auch meine Flächen für die Windkraft nutzbar wären.
Die landwirtschaftliche Nutzung gestaltet sich mehr und mehr schwierig, so dass sich viele meine Grundstücksnachbarn bereits eine weitere Einnahmequelle durch die Verpachtung erschlossen haben. Diese Gelegenheit möchte ich ebenfalls gern nutzen und unterstütze die Ausweisung des Gebiets bis hin zur A9 und über die A9 hinweg in Richtung Juliushof vehement. Nach meinen Kenntnissen sprechen auch raumordnerisch keine Belange dagegen.

Bei der bisherigen Erneuerung des alten Windfeldes in Roitzsch, wurden eine Reihe von Maßnahmen für die Akzeptanz der Anlagen vor Ort in den Gemeinden getroffen. So partizipieren neben den Grundeigentümern auch die Anwohner und Nachbarn von der Planung. Für unseren dörflichen Zusammenhalt spielt das eine wichtige Rolle und lässt die Bürger etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Mitte September 2025 wurde auch das neue Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz beschlossen. Auf der ENERTRAG - Einwohnerveranstaltung am 18.09.2025 in Brehna, konnte ich sehen, wie sich das bereits für das derzeit ausgewiesene Windfeld für die Gemeinde und auch für die Bürger auswirken wird. Nun kann ich mir gut vorstellen, was für eine finanzielle Bereicherung die Erweiterung des Windfeldes über die A9 hinweg auch für die Bürger der umliegenden Gemeinden wäre.

Von daher möchte ich Sie bitten an der Erweiterung des Windfeldes bis über die A9 hinweg in Richtung Juliushof festzuhalten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich bis westlich der A 9 erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte einer vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelart befinden.

Abwägungsentscheidung zu lfd. Nr. 6

StN-ID: 1001498 ID Stellungnehmer: 1001708
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Nach raumordnerischer Einzelfallbewertung und Umweltprüfung erfolgte die Abwägung zugunsten der Erweiterung des im STP Wind 2018 festgelegten Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie mit der Wirkung von Eignungsgebieten Nr. I „Brehna/Roitzsch“ hin zum Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie Nr. II „Brehna/Roitzsch“ mit einer Gesamtfläche von 233 ha.
Ich bin betroffener Grundeigentümer für Flächen innerhalb des geplanten Windfeldes/Suchraums und komme daher in dieser Sache auf Sie zu.
Ich habe bereits seit Jahren viele Erfahrungen mit den bestehenden Windanlagen in Brehna/Roitzsch sammeln können. Einige der älteren Anlagen sind bereits ersetzt worden. Dafür wurden weniger Anlagen mit neuer Technik und mehr Ertrag gebaut, was ich grundsätzlich sehr unterstütze.
Bei der Ausweisung der neuen Eignungsgebiete ist das Windfeld Nr. II „Brehna/Roitzsch“ in westlicher Richtung nun etwas angepasst und leider nicht so gelegen, dass auch meine Flächen für die Windkraft nutzbar wären.
Die landwirtschaftliche Nutzung gestaltet sich mehr und mehr schwierig, so dass sich viele meine Grundstücksnachbarn bereits eine weitere Einnahmequelle durch die Verpachtung erschlossen haben. Diese Gelegenheit möchte ich ebenfalls gern nutzen und unterstütze die Ausweisung des Gebiets bis hin zur A9 und über die A9 hinweg in Richtung Juliushof vehement. Nach meinen Kenntnissen sprechen auch raumordnerisch keine Belange dagegen.
Bei der bisherigen Erneuerung des alten Windfeldes in Roitzsch, wurden eine Reihe von Maßnahmen für die Akzeptanz der Anlagen vor Ort in den Gemeinden getroffen.
So partizipieren neben den Grundeigentümern auch die Anwohner und Nachbarn von der Planung. Für unseren dörflichen Zusammenhalt spielt das eine wichtige Rolle und lässt die Bürger etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken.
Mitte September 2025 wurde auch das neue Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz beschlossen. Auf der ENERTRAG - Einwohnerveranstaltung am 18.09.2025 in Brehna, konnte ich sehen, wie sich das bereits für das derzeit ausgewiesene Windfeld für die Gemeinde und auch für die Bürger auswirken wird. Nun kann ich mir gut vorstellen, was für eine finanzielle Bereicherung die Erweiterung des Windfeldes über die A9 hinweg auch für die Bürger der umliegenden Gemeinden wäre.

Von daher möchte ich Sie bitten an der Erweiterung des Windfeldes bis über die A9 hinweg in Richtung Juliushof festzuhalten.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001496

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich bis westlich der A 9 erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte einer vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelart befinden.

Abwägungsentscheidung zu lfd. Nr. 6

StN-ID: 1001499 ID Stellungnehmer: 1001709
Planungskonzeption
Inhalt

Jeder Wald ist wertvoll, bildet ein besonderes Mikroklima und versorgt das Grundwasser mit guter Qualität in der Grundwasserneubildung, ist Habitat für Flora und Fauna, Schattenspender, Erholungsort usw. ganz zu schweigen!

Wald produziert einen wichtigen Rohstoff -nachwachsend und in der Kaskadennutzung (erst stofflich, dann energetisch) sehr effizient, bindet dabei Kohlenstoff, Stäube etc. und produziert Sauerstoff, hält bei Starkregenereignissen besser als jede andere Bodennutzung viel Wasser in der Fläche (und im Boden) zurück und gibt dieses allmählich ab.

Wald ist in der Lage, Wind- und Wassererosion zu vermindern!

Die größeren Waldbestände im Land Sachsen-Anhalt leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität.

Intakte Wälder bieten zudem zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Auf Grund dessen steigt der Wert der Landschaft für die Erholungsnutzung. Zudem stellt auch die Wasserreinigung und -speicherung des Waldbodens eine bedeutende Ökosystemdienstleistung für den Menschen dar, insbesondere zur Trinkwassernutzung. Hierbei besteht eine besondere Wirkbeziehung zwischen den Schutzgütern Flora, Klima/Luft, Wasser und Boden. Für den Erhalt bzw. Aufbau des ökologischen Verbundsystems gilt es entsprechend. Ebenfalls für die Vorranggebiete für Natur und Landschaft .

Intakte Waldbestände sind im waldarmen Land Sachsen-Anhalt unverzichtbar!

Die geplante Waldmehrung auf geeigneten Grenzertragsböden, Ödland oder Brachflächen wird heute schon durch das Ausweisen von Windparks oder Photovoltaikflächen auf diesen Flächen unterlaufen! Sogar auf ausgewiesenen Vorbehaltsflächen für die Forstwirtschaft!

Wälder sind gesetzlich durch das Bundes - und das Landeswaldgesetz geschützt! Erbitte hiermit auch die Auflistung der Wälder bei z.B. den geschützten Landschaftsbestandteilen und/oder Naturschutzteilen.

Wald darf nicht zur Suchraumkulisse für Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie erklärt werden.

Begründung:

1. alle bisher etablierten Ausgleichs- und Ersatzflächen von Waldinanspruchnahme durch andere Nutzungen der vormaligen Waldfläche wären ebenfalls schützenswert, da sie sehr oft als Ersatz für ebensolche Wälder in aufwändiger Abstimmung zwischen zahlreichen Behörden und Eigentümern/Bewirtschaftern unter Einsatz erheblicher finanzieller Mittel, Pflanzgut (Saatgut), Manpower etc. geschaffen wurden. Sie sollen die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion der ersetzten Waldflächen übernehmen.

2. gerade in den Bereichen der glazial geschaffenen Landschaften sind die windreichsten verfügbaren Standorte meistens waldbedeckte Hügel oder Moränen in ansonsten besseren Standorten für die Landwirtschaft in deren Umgebung, welche wegen geringerer Bodenwertzahlen und/oder schlechterer Wasserversorgung mit Wald bedeckt sind. Oft sind dies die naturnächsten Habitate in einer sonst oft "ausgeräumten Agrarlandschaft", haben sich als Rückzugsort für Greifvögel, andere Vögel, Fledermäuse, Insekten und Tiere bewährt! Sie sind die wichtigsten Trittsteinbiotope für das Ökologische Verbundsystem und bedürfen  des Schutzes, um eine weitere Verarmung der Landschaft, des Klimas und der Artenvielfalt vorzubeugen.

3. alle Aueähnlichen Standorte sind zu schützen. Auen sind in D und der EU, auch in Sachsen-Anhalt wegen ihrer Fruchtbarkeit kaum noch bewaldet, wenigstens die kläglichen "Reste" der Auenwälder und flussbegleitenden Habitate sollten wir komplett erhalten.

4. der Ruf nach der Etablierung von Windparks in von Borkenkäfern, Trockenheit, Pilzen, Stürmen etc. zusammengebrochenen Waldteilen ist nicht zielführend, da im Landeswaldgesetz eine Wiederaufforstung nach allerspätestens 3 Jahren vorgeschrieben ist. Außerdem gilt für geplante Windräder im Wald dasselbe, wie für die mittlerweile zahlreichen Trassen für Strom, Gas, Wasser etc.

Im Wald muss im Gegensatz zur Landwirtschaft eine unverhältnismäßig große Fläche, welche aus der Bewirtschaftung entlassen werden muss (abhängig von der Trassenbreite, der Rotorenüberstreichenden Fläche etc.) etwa das 3-12 fache vorgehalten werden, um die selbe Energiemenge zu erzeugen.

Das wäre im ohnehin schon waldarmen Land unverhältnismäßig.

Außerdem ist schon in §1 Absatz 1 BNatSchG die Pflicht zur Unterlassung von vermeidbaren Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft festgeschrieben. Das gilt umso mehr für seltene Habitate, zu welchen die unterschiedlichen Wälder in Sachsen-Anhalt zweifelsfrei gehören. Das wichtige Waldinnenklima würde durch Windräder im Wald erheblich beeinträchtigt werden, was nach Bundeswaldgesetz unbedingt zu vermeiden ist.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001207

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Vorranggebieten für Forstwirtschaft und in Vorranggebieten für Wassergewinnung in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001502 ID Stellungnehmer: 1001712
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Ich bin betroffener Grundeigentümer für Flächen innerhalb des geplanten Windfeldes/Suchraums und komme daher in dieser Sache auf Sie zu. Ich habe bereits seit Jahren viele Erfahrungen mit den bestehenden Windanlagen in Brehna/Roitzsch sammeln können. Einige der älteren Anlagen sind bereits ersetzt worden. Dafür wurden weniger Anlagen mit neuer Technik und mehr Ertrag gebaut, was ich grundsätzlich sehr unterstütze.

Bei der Ausweisung der neuen Eignungsgebiete ist das Windfeld Nr. II „Brehna/Roitzsch“ in westlicher Richtung nun etwas angepasst und leider nicht so gelegen, dass auch meine Flächen für die Windkraft nutzbar wären.
Die landwirtschaftliche Nutzung gestaltet sich mehr und mehr schwierig, so dass sich viele meine Grundstücksnachbarn bereits eine weitere Einnahmequelle durch die Verpachtung erschlossen haben. Diese Gelegenheit möchte ich ebenfalls gern nutzen und unterstütze die Ausweisung des Gebiets bis hin zur A9 und über die A9 hinweg in Richtung Juliushof vehement. Nach meinen Kenntnissen sprechen auch raumordnerisch keine Belange dagegen.

Bei der bisherigen Erneuerung des alten Windfeldes in Roitzsch, wurden eine Reihe von Maßnahmen für die Akzeptanz der Anlagen vor Ort in den Gemeinden getroffen. So partizipieren neben den Grundeigentümern auch die Anwohner und Nachbarn von der Planung. Für unseren dörflichen Zusammenhalt spielt das eine wichtige Rolle und lässt die Bürger etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Mitte September 2025 wurde auch das neue Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz beschlossen. Auf der ENERTRAG - Einwohnerveranstaltung am 18.09.2025 in Brehna, konnte ich sehen, wie sich das bereits für das derzeit ausgewiesene Windfeld für die Gemeinde und auch für die Bürger auswirken wird. Nun kann ich mir gut vorstellen, was für eine finanzielle Bereicherung die Erweiterung des Windfeldes über die A9 hinweg auch für die Bürger der umliegenden Gemeinden wäre.

Von daher möchte ich Sie bitten an der Erweiterung des Windfeldes bis über die A9 hinweg in Richtung Juliushof festzuhalten

Abwägung / Begründung

Referenz

1001496

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich bis westlich der A 9 erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte einer vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelart befinden.

Abwägungsentscheidung zu lfd. Nr. 6

StN-ID: 1001503 ID Stellungnehmer: 1001713
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX

  • WEA verursachen nicht nur Lärm, sondern auch durch Infraschall, Schattenschlag und Abrieb die Natur und die Menschen massiv beeinträchtigen.

  • Freilegen, Aufbereitung und Versiegeln von Flächen für Errichtung von WEA verursacht Schaden im Ökosystem und im natürlichen Wasserkreislauf in riesigem Ausmaß.

  • Unverantwortlich, Gebiete dieser Art, die einen so wichtigen Beitrag für die Landschaft, Tierwelt und Lebensqualität der Menschen leisten, zu zerstören. Es sollte alles getan werden, um Pflanzen und Tieren den Lebensraum und natürlichen Wasserkreislauf zu erhalten.

  • WEA liefern immer nur vom Wetter abhängigen Strom

  • Ggf. ist Zukauf aus anderen Quellen, auch aus Nachbarländern erforderlich.

  • Wälder liefern einen entscheidenden Beitrag für die Luftqualität (CO2-Verarbeitung) und dürfen nicht gerodet werden.

  • Von der Zerstörung der Umwelt werden lediglich Einzelne profitieren.

  • Rückbau und Entsorgung, die irgendwann erforderlich sind, stellen unglaubliche Last für nachfolgende Generationen dar.

Das Vorhaben muss unbedingt gestoppt werden. Ich hoffe und wünsche sehr, dass alle Aktivitäten zum Erhalt des o.g. Landschaftsgebietes erfolgreich sind und die Entscheider sich ihrer Verantwortung für dieses wichtige Öko-System bewusst werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Rückbauverpflichtung usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001503_001 ID Stellungnehmer: 1001713
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII

  • WEA verursachen nicht nur Lärm, sondern auch durch Infraschall, Schattenschlag und Abrieb die Natur und die Menschen massiv beeinträchtigen.

  • Freilegen, Aufbereitung und Versieglen von Flächen für Errichtung von WEA verursacht Schaden im Ökosystem und im natürlichen Wasserkreislauf in riesigem Ausmaß.

  • Unverantwortlich, Gebiete dieser Art, die einen so wichtigen Beitrag für die Landschaft, Tierwelt und Lebensqualität der Menschen leisten, zu zerstören. Es sollte alles getan werden, um Pflanzen und Tieren den Lebensraum und natürlichen Wasserkreislauf zu erhalten.

  • WEA liefern immer nur vom Wetter abhängigen Strom

  • Ggf. ist Zukauf aus anderen Quellen, auch aus Nachbarländern erforderlich.

  • Wälder liefern einen entscheidenden Beitrag für die Luftqualität (CO2-Verarbeitung) und dürfen nicht gerodet werden.

  • Von der Zerstörung der Umwelt werden lediglich Einzelne profitieren.

  • Rückbau und Entsorgung, die irgendwann erforderlich sind, stellen unglaubliche Last für nachfolgende Generationen dar.

Das Vorhaben muss unbedingt gestoppt werden. Ich hoffe und wünsche sehr, dass alle Aktivitäten zum Erhalt des o.g. Landschaftsgebietes erfolgreich sind und die Entscheider sich ihrer Verantwortung für dieses wichtige Öko-System bewusst werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Rückbauverpflichtung usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung. 

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001504 ID Stellungnehmer: 1001714
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Ich bin betroffener Grundeigentümer für Flächen innerhalb des geplanten Windfeldes/Suchraums und komme daher in dieser Sache auf Sie zu. Ich habe bereits seit Jahren viele Erfahrungen mit den bestehenden Windanlagen in Brehna/Roitzsch sammeln können. Einige der älteren Anlagen sind bereits ersetzt worden. Dafür wurden weniger Anlagen mit neuer Technik und mehr Ertrag gebaut, was ich grundsätzlich sehr unterstütze.

Bei der Ausweisung der neuen Eignungsgebiete ist das Windfeld Nr. II „Brehna/Roitzsch“ in westlicher Richtung nun etwas angepasst und leider nicht so gelegen, dass auch meine Flächen für die Windkraft nutzbar wären.
Die landwirtschaftliche Nutzung gestaltet sich mehr und mehr schwierig, so dass sich viele meine Grundstücksnachbarn bereits eine weitere Einnahmequelle durch die Verpachtung erschlossen haben. Diese Gelegenheit möchte ich ebenfalls gern nutzen und unterstütze die Ausweisung des Gebiets bis hin zur A9 und über die A9 hinweg in Richtung Juliushof vehement. Nach meinen Kenntnissen sprechen auch raumordnerisch keine Belange dagegen.

Bei der bisherigen Erneuerung des alten Windfeldes in Roitzsch, wurden eine Reihe von Maßnahmen für die Akzeptanz der Anlagen vor Ort in den Gemeinden getroffen. So partizipieren neben den Grundeigentümern auch die Anwohner und Nachbarn von der Planung. Für unseren dörflichen Zusammenhalt spielt das eine wichtige Rolle und lässt die Bürger etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Mitte September 2025 wurde auch das neue Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz beschlossen. Auf der ENERTRAG - Einwohnerveranstaltung am 18.09.2025 in Brehna, konnte ich sehen, wie sich das bereits für das derzeit ausgewiesene Windfeld für die Gemeinde und auch für die Bürger auswirken wird. Nun kann ich mir gut vorstellen, was für eine finanzielle Bereicherung die Erweiterung des Windfeldes über die A9 hinweg auch für die Bürger der umliegenden Gemeinden wäre.

Von daher möchte ich Sie bitten an der Erweiterung des Windfeldes bis über die A9 hinweg in Richtung Juliushof festzuhalten

Abwägung / Begründung

Referenz

1001496

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich bis westlich der A 9 erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte einer vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelart befinden.

Abwägungsentscheidung zu lfd. Nr. 6

StN-ID: 1001505 ID Stellungnehmer: 1001715
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VII Gröbzig/Dohndorf
Inhalt

Im 1. Entwurf ist in unmittelbarer Nähe zu den Ortschaften Gerlebogk und Cörmigk das Vorranggebiet VII „Gröbzig/Dohndorf“ mit einer Größe von 120 ha ausgewiesen. Aus Sicht der Stadt Könnern sind die mit der möglichen Errichtung von Windenergieanlagen verbundenen Beeinträchtigungen für die Ortschaften so gering wie möglich zu halten.
Besondere Schutzbedarfe bestehen in der Umgebung aus folgenden Gründen:
1. Naturschutzgebiete und Artenvorkommen
In der Nähe befinden sich die Wiendorfer Teiche, die ein bedeutendes Rückzugs- und Brutgebiet für zahlreiche Wasserwildvögel darstellen. Auch temporär rastende Kraniche wurden hier regelmäßig festgestellt. Windenergieanlagen in unmittelbarer Nähe können durch Kollisionsrisiken und Störungen erhebliche Beeinträchtigungen für diese sensiblen Arten verursachen.
2. Naherholungsfunktion
In Gerlebogk befindet sich ein Strandbad, das eine wichtige Funktion für die örtliche Naherholung und Freizeitgestaltung erfüllt. Ein Windpark in unmittelbarer Nachbarschaft könnte die Attraktivität und Nutzung des Strandbades erheblich beeinträchtigen.
3. Schlagschatten
Durch das geplante Repowering vergrößern sich die Bauhöhen der Windenergieanlagen. Es ist zu prüfen, wie sich dies auf die Entstehung von Schlagschatten auswirkt. Eine Beeinträchtigung der Ortschaften ist unbedingt zu vermeiden.

4. Sonderlandeplatz Cörmigk
In Cörmigk befindet sich ein Sonderlandeplatz für Motorschirme. Auf Grund der Schließung des Flugplatz Köthen ist anzunehmen, dass sich das Verkehrsaufkommen auf dem Sonderlandeplatz Cörmigk zukünftig erhöht. Eine Beeinträchtigung der Luftverkehrssicherheit während Starts und Landungen vom Sonderlandeplatz Cörmigk durch das beabsichtigte Vorhaben ist zu vermeiden.

Grundsätzlich haben die Ortschaftsräte der Ortschaften Gerlebogk und Cörmigk mich beauftragt, Ihnen mitzuteilen, dass eine grundsätzliche Ablehnung gegenüber der Vielzahl von geplanten Windkraftanlagen besteht.
Vor diesem Hintergrund bittet die Stadt Könnern darum, bei der weiteren Planung und Abwägung sicherzustellen,

  •  dass ausreichende Abstände zur Ortslage Gerlebogk und insbesondere zum Strandbad eingehalten werden, 

  • dass die Auswirkungen auf die Schutzgebiete und die dort vorkommenden Vogelarten durch eine vertiefte artenschutzrechtliche Prüfung bewertet und minimiert werden,

  • dass eine Beeinträchtigung der anliegenden Ortschaften durch Schlagschatten ausgeschlossen ist, 

  • dass die Verkehrssicherheit des Sonderlandeplatz nicht gefährdet wird, 

  • dass Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung von Beeinträchtigungen verbindlich festgelegt werden.

Die Stadt Könnern regt an, das Vorranggebiet VII nur unter Berücksichtigung dieser Belange in der endgültigen Fassung des Sachlichen Teilplans zu bestätigen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu 1. Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

zu 2. Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch die Einhaltung der Pufferzone von 1.000 m zur im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebieten und Sondergebieten, die der Erholung dienen, vorsorglich Rechnung getragen. Das Sondergebiet "Wochenendhausgebiet" am Gerlebogker See ist über 1.300 m entfernt.

zu 3. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. 

zu 4. Der Sonderlandeplatz (für Motorschirme) befindet sich in über 1.000 m Entfernung und ist vom Vorranggebiet nicht betroffen. Die obere Luftfahrtbehörde hat keine Bedenken geäußert. Die Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001506 ID Stellungnehmer: 1001716
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg,“insbesondere gegen die Errichtung von Windrädern im Planungsgebiet „Schmerz“
sowie gegen die Ausweisung des Planungsgebietes „Schmerz“ als Vorranggebiet (Planungsgebiet 34) sowie gegen das ZAV der Gemeinde Muldestausee

Begründung

Ich bin Einwohner der Gemeinde Schköna. Gemäß den Planungen sollen die Windräder in unmittelbarer Nachbarschaft der Gemeinde errichtet werden.

  1. Die Gesundheit der Menschen sollte in allen Belangen an oberster Stelle stehen. Diesen Grundsatz sehe ich wegen zu geringer Abstände zu Wohngebäuden nicht gewährleistet.

Erläuterung: Es sollte Übereinstimmung bestehen, dass Dauerlärm sowie die dauerhafte Einwirkung von Infraschall auf den menschlichen Organismus krank machen.

Für das genannte Gebiet ist der Öffentlichkeit bislang keine Schallprognose zugänglich. Von Windrädern erzeugter Infraschall wird offenkundig bislang gar nicht in Schallprognosen einbezogen.

Es ist somit nicht erkennbar, dass insoweit bestehende Vorgaben des Lärmschutzes eingehalten werden. Insbesondere aufgrund des zu erwartenden Dauerlärms sowie aufgrund des dauerhaft erzeugten Infraschalls befürchte ich Schädigungen meiner Gesundheit sowie die der anderen Bewohner der Gemeinde. Schallmessungen an bereits bestehenden Standorten belegen, dass der Grenzwert für hörbaren Schall von 40 Db im Abstand von 1000m zur Anlage regelmäßig und auf Dauer überschritten wird. Dies trifft insbesondere auf Anlagen mit großer Höhe zu. Während die Anlagen immer höher werden, bleiben Abstandsregeln unverändert auf dem Niveau aus den Anfangsjahren stehen. Man muss nicht Wissenschaftler sein, um zu verstehen, dass mit zunehmender Höhe der Anlagen, eine viel weitere Ausbreitung des Schalls verbunden ist (bzw. bei gleicher Entfernung eine viel geringere Abschwächung stattfindet).

Es ist nicht hinnehmbar, dass der Mindestabstand zu Wohngebäuden ohne Berücksichtigung der Anlagenhöhe sowie ohne Berücksichtigung des anlagenspezifischen Geräuschpegels willkürlich festgelegt wird. Gleiches trifft für den Schlagschatten zu.

Es ist daher eine gesetzliche Neuregelung der Abstandsregeln erforderlich, welche den Mindestabstand in Abhängigkeit von der Anlagenhöhe und deren Standorterhöhung zum umliegenden Gelände definiert.

Nur weil bestehende Gutachten aus dem EU-Ausland, über schädliche Auswirkungen von Infraschall auf den menschlichen Organismus, nicht in Deutschland anerkannt werden ( aber auch nicht überprüft werden ) kann man nicht schlußfolgern, dass es keine Auswirkungen geben würde.

Es sei erwähnt, dass im militärischen Bereich sogar erforscht wird, wie Infraschall als Waffe gegen Menschen eingesetzt werden kann. Wodurch belegt wird, dass Infraschall auf Menschen einwirkt.

2. Es ist nicht hinnehmbar, dass Wald zerstört wird.

Um die Pläne im genannten Gebiet zu verwirklichen, müssten Waldflächen in erheblichem Umfang gerodet werden. Die Waldflächen befinden sich zudem im „Naturpark Dübener Heide“. Die Bestimmungen, die in der Verordnung des Landes Sachsen Anhalt vom 20. Juni 2002 , zur Gründung des Naturparks festgelegt wurden, haben vordergründig den Schutz des betreffenden Gebietes vor zerstörenden Eingriffen sowie den Zusammenhalt des Gebietes zum Ziel. Die Errichtung von Windrädern am geplanten Standort ist mit dem Schutzgedanken der Bestimmungen dieser Verordnung nicht vereinbar !

Ferner kann nicht davon ausgegangen werden, dass Bundesverfassunggericht mit seiner Entscheidung vom 27. September 2022 , gegen ein generelles Verbot für die Errichtung von Windrädern im Wald in den Landesgestzen,  auch meinte, dass dies für Schutzgebiete oder Naturparks gelte. 

Die vielfältigen positiven Auswirkungen des Waldes auf Klima und Menschen sollten unbestritten sein. Beispielhaft wären zu nennen, die Funktion des Waldes

  • als Wasserspeicher, Sauerstoffproduzent, Kohlendioxidsenker,

  • Erholungsbereich für Menschen sowie

  • Lebensraum für Tiere, Insekten und Pflanzen

Hingegen würden Rodungen, Wegebau und Errichtung von Windrädern zur Zerstörung des Waldes führen. Beispielhaft wären zu nennen
- Beschleunigung der Auflösungsprozesse im verbleibenden Wald,
- Bodenverdichtung,
- Austrocknung,
- Zerstörung des Lebensraums von Tieren, Insekten und Pflanzen und somit
- das Sterben von Tieren, Insekten und Pflanzen .

Dies kann auch nicht durch Aufforstung von Ersatzflächen an anderer Stelle verhindert werden. Zu erwähnen wäre, dass die Aufforstung von Ersatzflächen für die Öffentlichkeit vollkommen intransparent gestaltet wird. Für den interessierten Bürger ist nicht oder nur mit viel bürokratischem Aufwand nachvollziehbar, für welche zerstörte Waldfläche an welcher Stelle, in welcher Größe und mit welchem Ergebnis, Ersatz aufgeforstet wurde.

Es ist nicht hinnehmbar dass die betreffenden Waldflächen im Naturpark für die Errichtung von Windrädern geopfert werden ! Waldzerstörung ist kein Klimaschutz !

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Die Verordnung des Naturparks schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Naturparke bestehen überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten. Sie dienen u.a. der Entwicklung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft. In ihnen ist eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung fördert. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. In Naturparks sind über die Landschafts- und Naturschutzgebiete hinaus weitere Flächen einbezogen, die unter Berücksichtigung der rechtlichen und planerischen Restriktionen für die Windenergienutzung in Frage kommen.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001506_001 ID Stellungnehmer: 1001716
Windenergie 2027
Inhalt

Änderung des Windenergieflächenbedarfsgesetzes erforderlich
Das gemäß Windenergieflächenbedarfsgesetz geforderte bundesweite Flächenziel von etwa 2% (zeitlich gestaffelt) wird von den Ländern „nach Schema F“ auf jeden Landkreis übertragen. Besonderheiten und Stand der Landkreise in Sachen alternativer Energiegewinnung werden nur unzureichend berücksichtigt. Das Gesetz bedarf einer dringenden Reform. Dafür sprechen sich nicht nur Verbände wie z.B. der NABU Sachsen-Anhalt oder Landkreisverwaltungen, wie z.B. der Landkreis Leipzig Land aus. Sogar die Ministerpräsidenten der ostdeutschen Bundesländer haben sich auf ihrer Tagung am 25. September 2025 in Weimar dafür ausgesprochen.

Es ist nicht hinnehmbar, dass Forderungen von Verbänden, aus der Politik sowie neue Erkenntnisse der Wissenschaft, hin zu einer vernünftigen Änderung der bestehenden Vorgaben nicht beachtet werden!

Es ist nicht hinnehmbar, dass immer mehr neue Flächen geopfert werden. Meines Erachtens sollten vorrangig Gebiete ausgebaut werden, welche ohnehin schon infrastrukturell belastet sind. Wie z.B. entlang von Autobahnen, Bahntrassen, oder nahe bei Industriegebieten.

In der betreffenden Region beträgt der Abstand zwischen benachbarten Dörfern und Siedlungen in der Luftlinie oft nur wenige Kilometer. Ein Gebiet dieser Dichte von benachbarten Ortschaften, noch dazu in einem Naturpark, ist nach meiner Auffassung für die Errichtung von Windrädern vollkommen ungeeignet.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die Forderung nach Änderung von Bundesgesetzen ist kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihalts der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen.

StN-ID: 1001507 ID Stellungnehmer: 1001717
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX

  • Freilegen, Aufbereitung und Versiegeln von Flächen für Errichtung von WEA verursacht erhebliche Umweltschäden.

  • Errichtung und Betreiben von WEA beeinträchtigt den natürlichen Wasserkreislauf und das gesamte Ökosystem.

  • WEA liefern immer nur vom Wetter abhängigen Strom

  • Ggf. ist Zukauf aus anderen Quellen, auch aus Nachbarländern erforderlich.

  • Wälder liefern einen entscheidenden Beitrag für die Luftqualität (CO2-Verarbeitung) und dürfen nicht gerodet werden.

  • Von der Zerstörung der Umwelt werden lediglich Einzelne profitieren.

  • WEA verursachen nicht nur Lärm, auch Abrieb

  • Rückbau und Entsorgung, die irgendwann erforderlich sind, stellen unglaubliche Last für nachfolgende Generationen dar.

Das Vorhaben muss unbedingt gestoppt werden. Ich hoffe und wünsche sehr, dass alle Aktivitäten zum Erhalt des o.g. Landschaftsgebietes erfolgreich sind und die Entscheider sich ihrer Verantwortung für dieses wichtige Öko-System bewusst werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Rückbauverpflichtung usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001509 ID Stellungnehmer: 1001718
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Ich bin betroffener Grundeigentümer für Flächen innerhalb des geplanten Windfeldes/Suchraums und komme daher in dieser Sache auf Sie zu. Ich habe bereits seit Jahren viele Erfahrungen mit den bestehenden Windanlagen in Brehna/Roitzsch sammeln können. Einige der älteren Anlagen sind bereits ersetzt worden. Dafür wurden weniger Anlagen mit neuer Technik und mehr Ertrag gebaut, was ich grundsätzlich sehr unterstütze.

Bei der Ausweisung der neuen Eignungsgebiete ist das Windfeld Nr. II „Brehna/Roitzsch“ in westlicher Richtung nun etwas angepasst und leider nicht so gelegen, dass auch meine Flächen für die Windkraft nutzbar wären.
Die landwirtschaftliche Nutzung gestaltet sich mehr und mehr schwierig, so dass sich viele meine Grundstücksnachbarn bereits eine weitere Einnahmequelle durch die Verpachtung erschlossen haben. Diese Gelegenheit möchte ich ebenfalls gern nutzen und unterstütze die Ausweisung des Gebiets bis hin zur A9 und über die A9 hinweg in Richtung Juliushof vehement. Nach meinen Kenntnissen sprechen auch raumordnerisch keine Belange dagegen.

Bei der bisherigen Erneuerung des alten Windfeldes in Roitzsch, wurden eine Reihe von Maßnahmen für die Akzeptanz der Anlagen vor Ort in den Gemeinden getroffen. So partizipieren neben den Grundeigentümern auch die Anwohner und Nachbarn von der Planung. Für unseren dörflichen Zusammenhalt spielt das eine wichtige Rolle und lässt die Bürger etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Mitte September 2025 wurde auch das neue Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz beschlossen. Auf der ENERTRAG - Einwohnerveranstaltung am 18.09.2025 in Brehna, konnte ich sehen, wie sich das bereits für das derzeit ausgewiesene Windfeld für die Gemeinde und auch für die Bürger auswirken wird. Nun kann ich mir gut vorstellen, was für eine finanzielle Bereicherung die Erweiterung des Windfeldes über die A9 hinweg auch für die Bürger der umliegenden Gemeinden wäre.

Von daher möchte ich Sie bitten an der Erweiterung des Windfeldes bis über die A9 hinweg in Richtung Juliushof festzuhalten

Abwägung / Begründung

Referenz

1001496

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich bis westlich der A 9 erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte einer vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelart befinden.

Abwägungsentscheidung zu lfd. Nr. 6

StN-ID: 1001510 ID Stellungnehmer: 1001719
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Ich bin betroffener Grundeigentümer für Flächen innerhalb des geplanten Windfeldes/Suchraums und komme daher in dieser Sache auf Sie zu. Ich habe bereits seit Jahren viele Erfahrungen mit den bestehenden Windanlagen in Brehna/Roitzsch sammeln können. Einige der älteren Anlagen sind bereits ersetzt worden. Dafür wurden weniger Anlagen mit neuer Technik und mehr Ertrag gebaut, was ich grundsätzlich sehr unterstütze.

Bei der Ausweisung der neuen Eignungsgebiete ist das Windfeld Nr. II „Brehna/Roitzsch“ in westlicher Richtung nun etwas angepasst und leider nicht so gelegen, dass auch meine Flächen für die Windkraft nutzbar wären.
Die landwirtschaftliche Nutzung gestaltet sich mehr und mehr schwierig, so dass sich viele meine Grundstücksnachbarn bereits eine weitere Einnahmequelle durch die Verpachtung erschlossen haben. Diese Gelegenheit möchte ich ebenfalls gern nutzen und unterstütze die Ausweisung des Gebiets bis hin zur A9 und über die A9 hinweg in Richtung Juliushof vehement. Nach meinen Kenntnissen sprechen auch raumordnerisch keine Belange dagegen.

Bei der bisherigen Erneuerung des alten Windfeldes in Roitzsch, wurden eine Reihe von Maßnahmen für die Akzeptanz der Anlagen vor Ort in den Gemeinden getroffen. So partizipieren neben den Grundeigentümern auch die Anwohner und Nachbarn von der Planung. Für unseren dörflichen Zusammenhalt spielt das eine wichtige Rolle und lässt die Bürger etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Mitte September 2025 wurde auch das neue Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz beschlossen. Auf der ENERTRAG - Einwohnerveranstaltung am 18.09.2025 in Brehna, konnte ich sehen, wie sich das bereits für das derzeit ausgewiesene Windfeld für die Gemeinde und auch für die Bürger auswirken wird. Nun kann ich mir gut vorstellen, was für eine finanzielle Bereicherung die Erweiterung des Windfeldes über die A9 hinweg auch für die Bürger der umliegenden Gemeinden wäre.

Von daher möchte ich Sie bitten an der Erweiterung des Windfeldes bis über die A9 hinweg in Richtung Juliushof festzuhalten

Abwägung / Begründung

Referenz

1001496

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich bis westlich der A 9 erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte einer vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelart befinden.

Abwägungsentscheidung zu lfd. Nr. 6

StN-ID: 1001511 ID Stellungnehmer: 1001720
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Ich bin betroffener Grundeigentümer für Flächen innerhalb des geplanten Windfeldes/Suchraums und komme daher in dieser Sache auf Sie zu. Ich habe bereits seit Jahren viele Erfahrungen mit den bestehenden Windanlagen in Brehna/Roitzsch sammeln können. Einige der älteren Anlagen sind bereits ersetzt worden. Dafür wurden weniger Anlagen mit neuer Technik und mehr Ertrag gebaut, was ich grundsätzlich sehr unterstütze.

Bei der Ausweisung der neuen Eignungsgebiete ist das Windfeld Nr. II „Brehna/Roitzsch“ in westlicher Richtung nun etwas angepasst und leider nicht so gelegen, dass auch meine Flächen für die Windkraft nutzbar wären.
Die landwirtschaftliche Nutzung gestaltet sich mehr und mehr schwierig, so dass sich viele meine Grundstücksnachbarn bereits eine weitere Einnahmequelle durch die Verpachtung erschlossen haben. Diese Gelegenheit möchte ich ebenfalls gern nutzen und unterstütze die Ausweisung des Gebiets bis hin zur A9 und über die A9 hinweg in Richtung Juliushof vehement. Nach meinen Kenntnissen sprechen auch raumordnerisch keine Belange dagegen.

Bei der bisherigen Erneuerung des alten Windfeldes in Roitzsch, wurden eine Reihe von Maßnahmen für die Akzeptanz der Anlagen vor Ort in den Gemeinden getroffen. So partizipieren neben den Grundeigentümern auch die Anwohner und Nachbarn von der Planung. Für unseren dörflichen Zusammenhalt spielt das eine wichtige Rolle und lässt die Bürger etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Mitte September 2025 wurde auch das neue Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz beschlossen. Auf der ENERTRAG - Einwohnerveranstaltung am 18.09.2025 in Brehna, konnte ich sehen, wie sich das bereits für das derzeit ausgewiesene Windfeld für die Gemeinde und auch für die Bürger auswirken wird. Nun kann ich mir gut vorstellen, was für eine finanzielle Bereicherung die Erweiterung des Windfeldes über die A9 hinweg auch für die Bürger der umliegenden Gemeinden wäre.

Von daher möchte ich Sie bitten an der Erweiterung des Windfeldes bis über die A9 hinweg in Richtung Juliushof festzuhalten

Abwägung / Begründung

Referenz

1001496

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich bis westlich der A 9 erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte einer vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelart befinden.

Abwägungsentscheidung zu lfd. Nr. 6

StN-ID: 1001512 ID Stellungnehmer: 1001721
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Ich bin betroffener Grundeigentümer für Flächen innerhalb des geplanten Windfeldes/Suchraums und komme daher in dieser Sache auf Sie zu. Ich habe bereits seit Jahren viele Erfahrungen mit den bestehenden Windanlagen in Brehna/Roitzsch sammeln können. Einige der älteren Anlagen sind bereits ersetzt worden. Dafür wurden weniger Anlagen mit neuer Technik und mehr Ertrag gebaut, was ich grundsätzlich sehr unterstütze.

Bei der Ausweisung der neuen Eignungsgebiete ist das Windfeld Nr. II „Brehna/Roitzsch“ in westlicher Richtung nun etwas angepasst und leider nicht so gelegen, dass auch meine Flächen für die Windkraft nutzbar wären.
Die landwirtschaftliche Nutzung gestaltet sich mehr und mehr schwierig, so dass sich viele meine Grundstücksnachbarn bereits eine weitere Einnahmequelle durch die Verpachtung erschlossen haben. Diese Gelegenheit möchte ich ebenfalls gern nutzen und unterstütze die Ausweisung des Gebiets bis hin zur A9 und über die A9 hinweg in Richtung Juliushof vehement. Nach meinen Kenntnissen sprechen auch raumordnerisch keine Belange dagegen.

Bei der bisherigen Erneuerung des alten Windfeldes in Roitzsch, wurden eine Reihe von Maßnahmen für die Akzeptanz der Anlagen vor Ort in den Gemeinden getroffen. So partizipieren neben den Grundeigentümern auch die Anwohner und Nachbarn von der Planung. Für unseren dörflichen Zusammenhalt spielt das eine wichtige Rolle und lässt die Bürger etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Mitte September 2025 wurde auch das neue Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz beschlossen. Auf der ENERTRAG - Einwohnerveranstaltung am 18.09.2025 in Brehna, konnte ich sehen, wie sich das bereits für das derzeit ausgewiesene Windfeld für die Gemeinde und auch für die Bürger auswirken wird. Nun kann ich mir gut vorstellen, was für eine finanzielle Bereicherung die Erweiterung des Windfeldes über die A9 hinweg auch für die Bürger der umliegenden Gemeinden wäre.

Von daher möchte ich Sie bitten an der Erweiterung des Windfeldes bis über die A9 hinweg in Richtung Juliushof festzuhalten

Abwägung / Begründung

Referenz

1001496

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich bis westlich der A 9 erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte einer vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelart befinden.

Abwägungsentscheidung zu lfd. Nr. 6

StN-ID: 1001513 ID Stellungnehmer: 1001722
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Ich bin betroffener Grundeigentümer für Flächen innerhalb des geplanten Windfeldes/Suchraums und komme daher in dieser Sache auf Sie zu. Ich habe bereits seit Jahren viele Erfahrungen mit den bestehenden Windanlagen in Brehna/Roitzsch sammeln können. Einige der älteren Anlagen sind bereits ersetzt worden. Dafür wurden weniger Anlagen mit neuer Technik und mehr Ertrag gebaut, was ich grundsätzlich sehr unterstütze.

Bei der Ausweisung der neuen Eignungsgebiete ist das Windfeld Nr. II „Brehna/Roitzsch“ in westlicher Richtung nun etwas angepasst und leider nicht so gelegen, dass auch meine Flächen für die Windkraft nutzbar wären.
Die landwirtschaftliche Nutzung gestaltet sich mehr und mehr schwierig, so dass sich viele meine Grundstücksnachbarn bereits eine weitere Einnahmequelle durch die Verpachtung erschlossen haben. Diese Gelegenheit möchte ich ebenfalls gern nutzen und unterstütze die Ausweisung des Gebiets bis hin zur A9 und über die A9 hinweg in Richtung Juliushof vehement. Nach meinen Kenntnissen sprechen auch raumordnerisch keine Belange dagegen.

Bei der bisherigen Erneuerung des alten Windfeldes in Roitzsch, wurden eine Reihe von Maßnahmen für die Akzeptanz der Anlagen vor Ort in den Gemeinden getroffen. So partizipieren neben den Grundeigentümern auch die Anwohner und Nachbarn von der Planung. Für unseren dörflichen Zusammenhalt spielt das eine wichtige Rolle und lässt die Bürger etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Mitte September 2025 wurde auch das neue Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz beschlossen. Auf der ENERTRAG - Einwohnerveranstaltung am 18.09.2025 in Brehna, konnte ich sehen, wie sich das bereits für das derzeit ausgewiesene Windfeld für die Gemeinde und auch für die Bürger auswirken wird. Nun kann ich mir gut vorstellen, was für eine finanzielle Bereicherung die Erweiterung des Windfeldes über die A9 hinweg auch für die Bürger der umliegenden Gemeinden wäre.

Von daher möchte ich Sie bitten an der Erweiterung des Windfeldes bis über die A9 hinweg in Richtung Juliushof festzuhalten

Abwägung / Begründung

Referenz

1001496

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich bis westlich der A 9 erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte einer vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelart befinden.

Abwägungsentscheidung zu lfd. Nr. 6

StN-ID: 1001515 ID Stellungnehmer: 1001723
Windenergie 2027
Inhalt

Es sind keine wahrzunehmenden Belange in Zuständigkeit des Referates 404 – Wasser – berührt.

Hinweise
Gemäß § 97 Abs. 1 S. 1 WG LSA sind Maßnahmen, die die Deichunterhaltung unmöglich machen oder wesentlich erschweren oder die Sicherheit des Deiches beeinträchtigen können, verboten. Nach § 97 Abs. 2 S. 1 WG LSA dürfen Anlagen der Ver- und Entsorgung, der Be- und Entwässerung sowie Anlagen des Verkehrs in einer Entfernung bis zu zehn Metern, ausgehend von der jeweiligen wasser- und landseitigen Grenze des Deiches, nicht errichtet oder wesentlich geändert werden; für sonstige Anlagen jeder Art gilt dies in einer Entfernung bis zu 50 Metern. Gemäß § 97 Abs. 3 S. 1 WG LSA kann die Wasserbehörde zur Befreiung vom Verbot des Absatzes 2 Ausnahmen genehmigen, wenn Anlagen der Ver- oder Entsorgung, der Be- oder Entwässerung oder des Verkehrs betroffen sind oder wenn das Verbot im Einzelfall zu einer offenbar nicht beabsichtigten Härte führen würde und die Ausnahme mit den Belangen der Deichsicherheit vereinbar ist.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die Hinweise betreffen das Vorhabenzulassungsverfahren.

StN-ID: 1001517 ID Stellungnehmer: 1001724
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001517_001 ID Stellungnehmer: 1001724
Planungskonzeption
Inhalt

Im Planungsbereich Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg befinden sich z.B. verschiedene Funkstellen der Bundeswehr, eine Jettiefflugstrecke (ED-R1 150), Hubschraubertiefflugstrecken sowie der Zuständigkeitsbereich des militärischen Flugplatzes Holzdorf. Punkte, welche die militärische Luftfahrt oder auch Funkstellen betreffen, können besonders bei Windvorranggebieten zu Konfliktpotenzial führen.

  • Zuständigkeitsbereich des militärischen Flugplatzes Holzdorf / Beeinträchtigung der MVA1-Höhen und Luftverkehr: Zuständigkeitsbereiche militärischer Flugplätze sind im militärischen Luftfahrthandbuch (mil AIP) samt Koordinaten veröffentlicht. In diesen Bereichen müssen Einzelfallprüfungen erfolgen, um zu klären ob der Flugbetrieb und die Sicherheit des Luftverkehrs durch Luftfahrthindernisse (wie WEA) eingeschränkt bzw. gefährdet wird. Es können sich auch Bauhöhenbeschränkungen aufgrund der am Flugplatz zugrunde liegenden Radarkursführungsmindesthöhe (Minimum Vectoring Altitude, MVA) ergeben.

  • Hubschraubertiefflugstrecken: Die Hubschraubertiefflugstrecken sind eigens dafür eingerichtet, um im Rahmen von einsatzvorbereitender Ausbildung und Weiterbildung die Besatzungen unter den besonderen Bedingungen des bodennahen Luftraums zu qualifizieren und somit die Einsatzbereitschaft der Hubschrauberkräfte zu erhalten. Durch die Festlegung von Sicherheitskorridoren wird dem militärischen Erfordernis der notwendigen Hindernisfreiheit bei Hubschraubertiefflügen Rechnung getragen. Nach den militärischen Sicherheitsvorgaben ist ein Bauvorhaben in diesen Korridoren (mit einer festgelegten Breite von drei km), die aufgrund ihres Hindernischarakters eine konkrete Gefahr für den Flugbetrieb darstellen, die Zustimmung zu versagen. Andernfalls würde die sichere Durchführung des Flugbetriebs erheblich beeinträchtigt.

  • Jettiefflugstrecken: Flugbeschränkungsgebiet ED-R 150 für das militärische Nachttiefflugstreckensystem (NLFS) für Strahlflugzeuge. Ab einer Bauhöhe von 213 m über Grund ist eine Einzelfallprüfung von WEA-Vorhaben erforderlich.

  • Interessengebiet Luftverteidigungsanlage (LV-Radaranlage) Holzdorf: Das Interessengebiet beträgt 20 km um den Standort der Luftverteidigungsradaranlage Holzdorf. Eine nähere Prüfung von WEA-Vorhaben ist erforderlich, sobald diese in den Erfassungsbereich der LV-Radaranlage hineinragt. In der Regel sind Realisierungsperspektiven durch Verschiebungen von WEA (bei Windparks) möglich, insofern der entsprechend geforderte Separationsabstände von WEA in Bezug auf die Luftverteidigungsradaranlage eingehalten werden kann.

  • Interessengebiet Funkdienststelle Bundeswehr Schönewalde und Holzdorf: Hier können Windparkvorhaben entgegenstehen, sind aber aufgrund der eher kleinteilig betroffenen Räume kein konkretes Ausschlusskriterium. Lediglich wenn eine WEA die Verbindung stört, kann es zu Ablehnungen kommen. Dieser Belange kann erst im entsprechenden Genehmigungsverfahren geprüft werden.

  • Interessengebiet Emissionsschutzzone Standortübungsplatz Holzdorf und Truppenübungsplatz Altengrabow: Im Rahmen des Immissionsschutzes ist eine abschließende Aussage erst im Rahmen einer Einzelfallprüfung möglich. Eine Beeinträchtigung des Übungsbetriebes durch zusätzlich entstehenden Lärm (ausgehend von Windenergieanlagen) und damit ggf. Überschreitung der gültigen Lärmwerte wird nicht hingenommen und kann zur Ablehnung der WEA führen.

  • Militärstraßengrundnetz - Im Zuge der Planungen kann es in Ausnahmefällen zum Bau oder Veränderungen von Straßenverläufen des Militärstraßengrundnetzes der Bundeswehr kommen, wodurch einer Betroffenheit entsteht. Aus diesem Grunde ist auch hier die Bundeswehr im weiteren Verlauf des Verfahrens zu beteiligen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_002 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XII Linda
Inhalt

Zuständigkeitsbereich militärischer Flugplatz Holzdorf
• MVA --- Sektor SH5 (max. Bauhöhe: 271m NHN2; eventuell geringere Höhen aufgrund von Instrumentenverfahren)
• Interessengebiet Luftverteidigungsanlage Holzdorf
• Interessengebiet Funkdienststelle Bundeswehr Schönewalde
• Militärstraßengrundnetz

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_003 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > I Annaburg
Inhalt

Annaburg I
• Zuständigkeitsbereich militärischer Flugplatz Holzdorf
• MVA-Sektor SH5 (max. Bauhöhe: 271m NHN; eventuell geringere Höhen aufgrund von Instrumentenverfahren)
• Interessengebiet Luftverteidigungsanlage Holzdorf
• Interessengebiet Emissionsschutzzone Standortübungsplatz Holzdorf
• Interessengebiet Funkdienststelle Bundeswehr Schönewalde und Holzdorf

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_004 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVII Prettin
Inhalt

Zuständigkeitsbereich militärischer Flugplatz Holzdorf
• MVA-Sektor SH5 (max. Bauhöhe: 271m NHN; eventuell geringere Höhen aufgrund von Instrumentenverfahren)
• Interessengebiet Funkdienststelle Bundeswehr Holzdorf

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_005 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXI Seyda/Gentha
Inhalt

Zuständigkeitsbereich militärischer Flugplatz Holzdorf
• MVA-Sektor SH5 (max. Bauhöhe: 271m NHN; eventuell geringere Höhen aufgrund von Instrumentenverfahren)
• Interessengebiet Luftverteidigungsanlage Holzdorf
• Interessengebiet Funkdienststelle Bundeswehr Schönewalde

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_006 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIII Listerfehrda
Inhalt

Zuständigkeitsbereich militärischer Flugplatz Holzdorf
• MVA-Sektor SH5, östlicher Randbereich (max. Bauhöhe: 271m NHN; eventuell geringere Höhen aufgrund von Instrumentenverfahren)
• MVA-Sektor SH4, westlicher Teil (max. Bauhöhe: 320m NHN; eventuell geringere Höhen aufgrund von Instrumentenverfahren)

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_007 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > V Gadegast
Inhalt

Gadegast V
• 2 Hubschraubertiefflugstrecken
• Zuständigkeitsbereich militärischer Flugplatz Holzdorf
• MVA-Sektor SH4 (max. Bauhöhe: 320m NHN; eventuell geringere Höhen aufgrund von Instrumentenverfahren)

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_008 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXVI Trebitz/Schnellin
Inhalt

Zuständigkeitsbereich militärischer Flugplatz Holzdorf
• MVA-Sektor SH4 (max. Bauhöhe: 320m NHN; eventuell geringere Höhen aufgrund von Instrumentenverfahren
• Militärstraßengrundnetz

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_009 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > X Kemberg/Dorna
Inhalt

Zuständigkeitsbereich militärischer Flugplatz Holzdorf
• MVA-Sektor SH4 (max. Bauhöhe: 320m NHN; eventuell geringere Höhen aufgrund von Instrumentenverfahren

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_010 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXII Straach
Inhalt

Zuständigkeitsbereich militärischer Luftverkehr Flugplatz Holzdorf
• MVA-Sektor SH2 (max. Bauhöhe: 656m NHN)
• Hubschraubertiefflugstrecke (äußere südliche Spitze der Fläche)

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_011 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > III Coswig Nord
Inhalt

Coswig Nord III

Zuständigkeitsbereich militärischer Luftverkehr Flugplatz Holzdorf
• MVA- Sektor SH1 (max. Bauhöhe: 683m NHN)
• Militärstraßengrundnetz

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_012 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Schmerz XIX
• Zuständigkeitsbereich militärischer Luftverkehr Flugplatz Holzdorf
• MVA- Sektor SH1 (max. Bauhöhe: 683m NHN)

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001517_013 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Zuständigkeitsbereich militärischer Luftverkehr Flugplatz Holzdorf
• MVA- Sektor SH1 (max. Bauhöhe: 683m NHN)

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_014 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XV Luko
Inhalt

Zuständigkeitsbereich militärischer Luftverkehr Flugplatz Holzdorf
• MVA- Sektor SH1 (max. Bauhöhe: 683m NHN)

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_015 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIII Straguth
Inhalt

Interessengebiet Emissionsschutzzone Truppenübungsplatz Altengrabow
• Jettiefflugstrecke ED-R 150

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_016 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIX Zerbst Flugplatz
Inhalt

Betroffenheit der Jettiefflugstrecke ED-R 150

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_017 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VIII Güterglück
Inhalt

Betroffenheit der Jettiefflugstrecke ED-R 150

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_018 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIV Löberitz/Reuden
Inhalt

Im Zuge der Planungen kann es in Ausnahmefällen zum Bau oder Veränderungen von Straßenverläufen des Militärstraßengrundnetzes der Bundeswehr kommen, wodurch einer Betroffenheit entsteht. Aus diesem Grunde ist auch hier die Bundeswehr im weiteren Verlauf des Verfahrens zu beteiligen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_019 ID Stellungnehmer: 1001724
Planungskonzeption
Inhalt

Planungskonzeption 2.1.4.22 Windenergienutzung hindernde Belange, 7. Punktaufzählung: 6 km Radarzone Militärflugplatz Schönewalde-Holzdorf:
Das Interessengebiet „LV-Radaranlage‘‘ beträgt 20 km um den Standort der  Luftverteidigungsradaranlage Holzdorf.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Entsprechend der Planungskonzeption (Kapitel 2.1.4.22) sind Flächen, deren Belange die Nutzung der Windenergie sehr behindern werden, vor vornherein für die Ermittlung von geeigneten Vorranggebieten ausgeschlossen worden, u.a. die Radarzone Militärflugplatz Holzdorf mit einem Radius von 6 km. Diese Zone wurde konsequent in allen bisherigen Planungen für die Windenergie von Vorranggebieten freigehalten, da hier jede Windenergieanlage störenden Einfluss auf Reichweite und Genauigkeit hat. 

Die Belange der Luftverteidigungsradaranlage Holzdorf sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001517_020 ID Stellungnehmer: 1001724
Planungskonzeption
Inhalt

Planungskonzeption 2.1.4.22 Windenergienutzung hindernde Belange, 8. Punktaufzählung:
Bauschutzbereich Militärflugplatz Schönewalde-Holzdorf (umfasst die MVA-Zone SH5 mit maximaler Bauhöhe von 251 m NHN):
Bauschutzbereiche dienen der Hindernisüberwachung eines Flugplatzes gem. §12 LuftVG und bedürfen der luftrechtlichen Genehmigung. Ein Bauschutzbereich ist eine gesetzlich definierte Zone um einen Flughafen oder Flugplatz, in der bestimmte Bauwerke oder Anlagen nur unter strengen Auflagen und mit Genehmigung errichtet werden dürfen, um die Sicherheit des Flugbetriebs zu gewährleisten. Der Bereich dient der Überwachung von Luftfahrthindernissen und soll Kollisionen mit Flugzeugen verhindern, indem er Höhengrenzen und Abstände festlegt. Er umfasst in der Regel die Start- und Landebahnen, Sicherheitsflächen, Anflugsektoren und den Flughafenbezugspunkt.
Die Radarführungsmindesthöhe (§ 14 LuftVG), kurz MVA für Minimum Vectoring Altitude, ist eine flugbetriebliche, technische Vorgabe und beschreibt die niedrigste Höhe über dem Meeresspiegel, die für die Radarführung von Flügen nach Instrumentenflugregeln unter Berücksichtigung der Sicherheits-mindesthöhe über Grund und der Luftraumstruktur innerhalb eines festgelegten Gebietes genutzt werden darf.

Auch wenn sich der Bauschutzbereich des Flugplatzes Holzdorf u.a. innerhalb des MVA-Sektors SH 5 befindet, handelt es sich um zwei unterschiedliche und getrennt voneinander zu betrachtende militärische Belange.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Redaktionelle Hinweise

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Wird umformuliert: Vorsorglich ausgeschlossen wurde MVA-Zone SH5.

StN-ID: 1001517_021 ID Stellungnehmer: 1001724
Z 4.3.4-1 Energie
Inhalt

Hinweise:
Abweichende Angaben von Bauhöhen (MVA) zu früheren Stellungnahmen:
Gemäß der seit 9. Juli 2024 geänderten Rechtslage des § 16b Abs. 7 BImSchG erfolgte bis 14.08.2025 in den Fällen des Satzes 3 keine nochmalige Prüfung luftverkehrsrechtlicher und militärischer Belange bei Änderungen der Antragsparameter. Diese normativen Änderungsspannen waren daher zu berücksichtigen. Die mögliche nachträgliche Veränderung des Standorts der Anlage um bis zu 8 Meter in alle Richtungen sowie eine Erhöhung der Gesamthöhe um bis zu 20 Meter wurde in die fachliche Bewertung einbezogen.
Nach mehr als einem Jahr wurden die Absätze 7 bis 9 des § 16b BImSchG nun wieder geändert und traten am 15.08.2025 in Kraft. Ein Sicherheitszuschlag (Puffer) von 20 Metern vertikal bzw. 8 m lateral ist seit diesem Tag nicht mehr anzuwenden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die Zielfestlegung 4.3.4-1 Satz 7 und Begründung wird entfernt, da die Belange der militärischen Flugsicherung im Vorhabenzulassungsverfahren geprüft werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001538 ID Stellungnehmer: 1001725
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Für das Vorhaben gibt es derzeit keine Schallprognose. Von Windrädern erzeugter Infraschall wird offenkundig bislang gar nicht in Schallprognosen einbezogen. Es ist somit nicht erkennbar, dass bestehende Vorgaben des Lärmschutzes eingehalten werden.

Insbesondere aufgrund des zu erwartenden Dauerlärms sowie aufgrund des dauerhaft erzeugten Infraschalls befürchte ich Schädigungen meiner Gesundheit sowie die der anderen Bewohner. Schallmessungen an bereits bestehenden Standorten belegen, dass der Grenzwert für hörbaren Schall von 40 Db im Abstand von 1000m zur Anlage dauerhaft überschritten wird. Dies trifft insbesondere auf Anlagen mit größerer Höhe zu.

Um die Pläne im genannten Gebiet zu verwirklichen müssten große Waldflächen gerodet werden. Die Waldflächen befinden sich in einem Naturpark. Dem „Naturpark Dübener Heide“. Die Bestimmungen, gemäß der Verordnung des Landes Sachsen Anhalt vom 20. Juni 2002 , die zur Gründung des Naturparks festgelegt wurden, haben den Schutz des Gebietes vor zerstörenden Eingriffen sowie den Zusammenhalt des Gebietes zum Ziel. Die Errichtung von Windrädern am geplanten Standort ist mit dem Schutzgedanken der Bestimmungen dieser Verordnung nicht vereinbar! Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 27. September 2022, gegen ein generelles Verbot für die Errichtung von Windrädern im Wald in den Landesgesetzen, auch meinte, dass dies für Schutzgebiete oder Naturparks gelten solle.

Die vielfältigen positiven Auswirkungen des Waldes auf Klima und Menschen sollten unbestritten sein. Beispielhaft wären zu nennen, die Funktion des Waldes
– als Wasserspeicher, Sauerstoffproduzent, Kohlendioxidsenker,
– Erholungsbereich für Menschen sowie
– Lebensraum für Tiere, Insekten und Pflanzen
Hingegen würden Rodungen, Wegebau und Errichtung von Windrädern zur Zerstörung des Waldes führen. Beispielhaft wären zu nennen
- Beschleunigung der Auflösungsprozesse im verbleibenden Wald,
- Bodenverdichtung,
- Austrocknung,
- Zerstörung des Lebensraums von Tieren, Insekten und Pflanzen und somit
- das Sterben von Tieren, Insekten und Pflanzen .
Dies kann auch keine Aufforstung von Ersatzflächen verhindern. Zu erwähnen wäre, dass die Aufforstung von Ersatzflächen, für die Öffentlichkeit vollkommen intransparent verläuft. Für die Bürger ist nicht ersichtlich, für welche zerstörte Waldfläche, an welcher Stelle, in welcher Größe und mit welchem Ergebnis, Ersatz aufgeforstet wurde. Es ist nicht hinnehmbar dass die betreffenden Waldflächen im Naturpark für die Errichtung von Windrädern geopfert werden! Waldzerstörung ist kein Klimaschutz!

In der betreffenden Region beträgt der Abstand zwischen benachbarten Ortschaften in der Luftlinie oft nur wenige Kilometer. Ein Gebiet dieser Dichte von benachbarten Ortschaften, in einer Waldregion ist nach meiner Auffassung für die Errichtung von Windrädern vollkommen ungeeignet.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Infraschall, Schlagschatten usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Die Verordnung des Naturparks schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Naturparke bestehen überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten. Sie dienen u.a. der Entwicklung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft. In ihnen ist eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung fördert. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. In Naturparks sind über die Landschafts- und Naturschutzgebiete hinaus weitere Flächen einbezogen, die unter Berücksichtigung der rechtlichen und planerischen Restriktionen für die Windenergienutzung in Frage kommen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001538_001 ID Stellungnehmer: 1001725
Planungskonzeption
Inhalt

Während Windräder immer höher werden, bleiben Abstandsregeln unverändert auf dem geringen Wert, wie er für kleinere Anlagen aus der Anfangszeit angewendet wurde. Es ist davon auszugehen, dass sich mit zunehmender Höhe einer Anlage, der Schalls viel weiter ausbreitet als bei geringerer Höhe. Oder anders ausgedrückt: dass bei gleicher Entfernung eine viel geringere Abschwächung stattfindet.

Es ist nicht hinnehmbar, dass der Mindestabstand zu Wohngebäuden, ohne Berücksichtigung der Anlagenhöhe sowie ohne Berücksichtigung des Geräuschpegels der konkreten geplanten Anlage festgelegt wird. Gleiches trifft für Schlagschatten zu. Es ist eine gesetzliche Neuregelung der Abstandsregeln erforderlich, welche den Mindestabstand in Abhängigkeit von der Anlagenhöhe und deren Standorterhöhung zum umliegenden Gelände definiert.

Nur weil bestehende Gutachten aus dem EU-Ausland, über schädliche Auswirkungen von Infraschall auf den menschlichen Organismus, nicht in Deutschland anerkannt werden, kann man nicht ableiten, dass es keine Auswirkungen geben würde. Die Gesundheit der Menschen sollte an oberster Stelle stehen. Diesen Grundsatz sehe ich aufgrund der geringen Abstände zu Wohngebäuden nicht erfüllt.

Die Ministerpräsidenten der ostdeutschen Bundesländer haben sich auf ihrer Tagung am 25. September 2025 in Weimar dafür ausgesprochen, die starren Vorgaben des Windenergieflächenbedarfsgesetzes realistisch zu reformieren. Es ist nicht hinnehmbar, dass immer mehr neue Flächen geopfert werden. Vorrangig sollten Gebiete ausgebaut werden, welche bereits infrastrukturell belastet sind. Wie z.B. bei bestehenden Windparks, oder entlang von Autobahnen oder Bahntrassen, oder nahe bei Industriegebieten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihalts der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen entsprechend der Planungskonzeption zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (Vorbelastung) genutzt und erweitert werden sowie weitere Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001539 ID Stellungnehmer: 1001726
Planungskonzeption
Inhalt

Die Untere Forstbehörde des Landkreises Wittenberg verweist auf die gesetzlichen Vorgaben des BWaldG und WaldG LSA. Wald innerhalb geplanter Vorranggebietsflächen: Zschornewitz Kippe (64 ha), Listerfehrda (1,6 ha), Seyda/Gentha (9 ha), Linda (345 ha). Die UFB verweist auf die entsprechende Ersatzpflicht (Ausgleichsmaßnahmen, Ersatzaufforstungen) bei Waldumwandlungen. Es wird auf die UVP-Pflicht von Nutzungsänderungen und Ausgleichsmaßnahmen ab einer bestimmten Größe verwiesen.  

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Nutzungsänderung von Waldflächen und damit verbundenen Ausgleichsmaßnahmen sind im Zuge des Vorhabenzulassungsverfahrens zu prüfen. 

StN-ID: 1001540 ID Stellungnehmer: 1001727
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Die Entnahme des Gebietes 01_Zerbst aus der Planung Windenergie 2027 stößt bei mir auf Unverständnis. Aus Sicht des Klimaschutzes und der regionalen Entwicklung in der Region Zerbst, ist dies nicht nachvollziehbar.  Die in diesem Gebiet offene Landschaft mit den bereits vorhandenen Hochspannungsmasten, bietet sich doch idealer Weise zum Ausbau der Windenergie an. Ich erinnere mich immer an den Satz einer alten Bäuerin, sie nannte diese Flächen klein Sibirien, da der Wind hier immer so stark weht. Zum Abschluss, ich als Flächeneigentümerin unterstütze diesen Ausbau mit Windenergieanlagen im potentiellen Gebiet 01_Zerbst vollumfänglich. 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Über 1.000 Einwendungen von betroffenen Einwohnern der umliegenden Ortschaften mit Bedenken zu Gesundheitsgefahren, Wertverlust von Grundstücken, Landschaftsbild und Artenschutz gingen gegen die beabsichtigte Ausweisung des Vorranggebietes „Leps“ ein. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen nach dem planerischen Willen der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 1 "Leps" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001542 ID Stellungnehmer: 1001728
Windenergie 2027
Inhalt

Zu den Belangen Vorsorge vor Fluglärm, Anlagensicherheit / Störfallvorsorge, natürliche Radioaktivität, Geologie und Naturschutz haben sich keine Betroffenheiten bzw. keine Hinweise ergeben.
Belange des Fischartenschutzes und der Fischerei sind nicht berührt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001546 ID Stellungnehmer: 1001731
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001546_001 ID Stellungnehmer: 1001731
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001547 ID Stellungnehmer: 1001732
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001547_001 ID Stellungnehmer: 1001732
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001551 ID Stellungnehmer: 1001735
Umweltbericht
Inhalt

Im Umweltbericht erfolgt keine Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des neuen, größeren Vorranggebietes auf die benachbarte Region. Dies ist von Bedeutung, da das VR-WEN-18 Stolzenhain/Hartmannsdorf (ca. 82 ha) des STP "Windenergienutzung" der RPG Lausitz-Spreewald direkt angrenzt und durch die Vergrößerung des Gebietes die Umweltauswirkungen offensichtlich erst einmal zunehmen und insofern betrachtet werden sollten. Hinzu kommt, dass das Vorranggebiet Linda unweit des VR-WEN-16 Stolzenhain Nord (ca. 333 ha) des STP "Windenergienutzung" der RPG Lausitz-Spreewald liegt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Die Betrachtung des VRG "XII Linda" hinsichtlich möglicher kumulativer Auswirkungen im Zusammenhang mit in den Nachbar-Planungsregion ausgewiesenen und in Aufstellung befindlichen Vorranggebietsflächen für die Windenergienutzung wird in der Anlage 1 zum Umweltbericht XII Linda in Zeilen 1h und 10 ergänzt:

" Auf der Ebene der Projektzulassung sind die kumulativen Umweltauswirkung des VRG in Bezug auf die direkt angrenzenden Vorranggebiete für Windenergienutzung VR-WEN-18 Stolzenhain/Hartmannsdorf (ca. 82 ha) des STP "Windenergienutzung" der RPG Lausitz-Spreewald und VRW 15 Welsickendorf des STP Windenergienutzung 2027 der Region Havelland-Fläming (404 ha), sowie das sich in räumlicher Nähe befindende Vorranggebiet für Windenergienutzung „VR-WEN-16 Stolzenhain Nord“ (ca. 333 ha) des STP "Windenergienutzung" der RPG Lausitz-Spreewald zu prüfen."

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001551_001 ID Stellungnehmer: 1001735
Umweltbericht
Inhalt

Rechtsgrundlage in Abbildung 1 des Umweltberichts gibt alten Stand wider. Rechtsgrundlagen für SUP befinden sich nicht mehr in §§ 14ff UVPG.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Redaktionelle Hinweise

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Die fehlerhafte Abbildung wurde entsprechend angepasst.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001553 ID Stellungnehmer: 1001737
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Für das Vorhaben gibt es derzeit keine Schallprognose. Von Windrädern erzeugter Infraschall wird offenkundig bislang gar nicht in Schallprognosen einbezogen. Es ist somit nicht erkennbar, dass bestehende Vorgaben des Lärmschutzes eingehalten werden.

Insbesondere aufgrund des zu erwartenden Dauerlärms sowie aufgrund des dauerhaft erzeugten Infraschalls befürchte ich Schädigungen meiner Gesundheit sowie die der anderen Bewohner. Schallmessungen an bereits bestehenden Standorten belegen, dass der Grenzwert für hörbaren Schall von 40 Db im Abstand von 1000m zur Anlage dauerhaft überschritten wird. Dies trifft insbesondere auf Anlagen mit größerer Höhe zu.

Um die Pläne im genannten Gebiet zu verwirklichen müssten große Waldflächen gerodet werden. Die Waldflächen befinden sich in einem Naturpark. Dem „Naturpark Dübener Heide“. Die Bestimmungen, gemäß der Verordnung des Landes Sachsen Anhalt vom 20. Juni 2002 , die zur Gründung des Naturparks festgelegt wurden, haben den Schutz des Gebietes vor zerstörenden Eingriffen sowie den Zusammenhalt des Gebietes zum Ziel. Die Errichtung von Windrädern am geplanten Standort ist mit dem Schutzgedanken der Bestimmungen dieser Verordnung nicht vereinbar! Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 27. September 2022, gegen ein generelles Verbot für die Errichtung von Windrädern im Wald in den Landesgesetzen, auch meinte, dass dies für Schutzgebiete oder Naturparks gelten solle.

Die vielfältigen positiven Auswirkungen des Waldes auf Klima und Menschen sollten unbestritten sein. Beispielhaft wären zu nennen, die Funktion des Waldes
– als Wasserspeicher, Sauerstoffproduzent, Kohlendioxidsenker,
– Erholungsbereich für Menschen sowie
– Lebensraum für Tiere, Insekten und Pflanzen
Hingegen würden Rodungen, Wegebau und Errichtung von Windrädern zur Zerstörung des Waldes führen. Beispielhaft wären zu nennen
- Beschleunigung der Auflösungsprozesse im verbleibenden Wald,
- Bodenverdichtung,
- Austrocknung,
- Zerstörung des Lebensraums von Tieren, Insekten und Pflanzen und somit
- das Sterben von Tieren, Insekten und Pflanzen .
Dies kann auch keine Aufforstung von Ersatzflächen verhindern. Zu erwähnen wäre, dass die Aufforstung von Ersatzflächen, für die Öffentlichkeit vollkommen intransparent verläuft. Für die Bürger ist nicht ersichtlich, für welche zerstörte Waldfläche, an welcher Stelle, in welcher Größe und mit welchem Ergebnis, Ersatz aufgeforstet wurde. Es ist nicht hinnehmbar dass die betreffenden Waldflächen im Naturpark für die Errichtung von Windrädern geopfert werden! Waldzerstörung ist kein Klimaschutz!

In der betreffenden Region beträgt der Abstand zwischen benachbarten Ortschaften in der Luftlinie oft nur wenige Kilometer. Ein Gebiet dieser Dichte von benachbarten Ortschaften, in einer Waldregion ist nach meiner Auffassung für die Errichtung von Windrädern vollkommen ungeeignet.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001538

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Infraschall, Schlagschatten usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Die Verordnung des Naturparks schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Naturparke bestehen überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten. Sie dienen u.a. der Entwicklung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft. In ihnen ist eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung fördert. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. In Naturparks sind über die Landschafts- und Naturschutzgebiete hinaus weitere Flächen einbezogen, die unter Berücksichtigung der rechtlichen und planerischen Restriktionen für die Windenergienutzung in Frage kommen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001556 ID Stellungnehmer: 1001739
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Ich stehe der Windenergie mittlerweile sehr kritisch gegenüber – und das hat konkrete, persönliche Gründe. Der Ausbau, insbesondere das sogenannte Repowering, also der Austausch älterer Windräder durch deutlich größere und leistungsstärkere Anlagen, hat zwischen Renneritz und Roitzsch spürbare negative Auswirkungen mit sich gebracht. Es sind 4 kleine Windräder durch 3 deutlich größere ersetzt worden.

Repowering“ bedeutet eigentlich den Austausch alter durch neue Windräder – also ohne Erweiterung der Fläche oder der Anzahl. Was jedoch im Gebiet Brehna/Roitzsch geplant ist, geht weit darüber hinaus: Die Anzahl der Anlagen soll steigen, die beanspruchte Fläche wird vergrößert und die Gesamtleistung vervierfacht. Das hat mit echtem Repowering nichts mehr zu tun – und ganz ehrlich: Ich fühle mich getäuscht.

Was mich besonders belastet, sind die deutlich hörbaren Geräusche, die von den neuen Anlagen ausgehen. Sie sind nicht nur tagsüber zu hören, sondern stören vor allem nachts die Ruhe. Ich selbst leide zunehmend unter Schlafstörungen, weil ich die Windschlaggeräusche kaum ausblenden kann. Diese dauerhafte Belastung schlägt sich auch auf mein Wohlbefinden nieder – ich fühle mich müder, gereizter und merke, wie meine Lebensqualität dadurch sinkt.

Auch der Schattenwurf der Rotorblätter ist ein ständiger Störfaktor, in diesem Bereich sind Spaziergänge und Fahrradtouren für mich unmöglich. Der Windpark befindet sich direkt am Schulweg unserer Kinder. Diese durchqueren nur mit einem sehr großen Unbehangen dieses Gebiet, ständig begleitet von der Angst, von herabfallenden Teilen und Eisstücken getroffen zu werden.

Ein weiterer Punkt, der mir Sorgen macht, ist der Wertverlust meiner Immobilie. Häuser in der Nähe von Windkraftanlagen verlieren nachweislich an Wert. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch ein erheblicher finanzieller Nachteil, vor allem wenn man – aus welchen Gründen auch immer – über einen Verkauf nachdenken müsste.

Ich bin keineswegs grundsätzlich gegen erneuerbare Energien. Aber ich bin der Meinung, dass der Ausbau der Windkraft nicht um jeden Preis erfolgen darf. Die Belastungen für Anwohnerinnen und Anwohner müssen endlich ernst genommen werden. Der aktuelle Umgang mit diesen Themen ist für mich enttäuschend – und macht deutlich, dass der Mensch bei der Planung oft zu kurz kommt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Gemäß § 16b BImSchG umfasst das Repowering den vollständigen oder teilweisen Austausch von Anlagen oder Betriebssystemen und -geräten zum Austausch von Kapazität oder zur Steigerung der Effizienz oder der Kapazität der Anlage, unabhängig vom Umfang der baulichen Größenunterschiede, der Leistungssteigerungen oder der Veränderungen der Anlagenanzahl im Verhältnis zur Bestandsanlage.

Grundsätzlich sind Repowering-Vorhaben im Sinne des § 16b Abs. 1 und 2 des BImSchG bis zum Ablauf des 31.12.2030 im Außenbereich frei privilegiert (§ 249 Abs. 3 BauGB). D.h. sie dürfen auch außerhalb der im noch rechtswirksamen Sachlichen Teilplan "Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" 2018 (STP Wind 2018) festgelegten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie mit der Wirkung von Eignungsgebieten errichtet werden. Dieser STP Wind 2018 tritt mit Inkrafttreten des neuen Sachlichen Teilplan "Windenergie 2027 in Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" oder per Gesetz am 31.12.2027 außer Kraft.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch das Einhalten einer Pufferzone von 1.000 m zur "im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen" pauschal Rechnung getragen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Eiswurf usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001558 ID Stellungnehmer: 1001741
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VIII Güterglück
Inhalt

Bedenken zur geplanten Erweiterung des Bestands-Vorranggebiets Güterglück

1. Im Umweltbericht zum 1. Entwurf wurde die Konfliktintensität bezogen auf den Menschen erneut als gering bewertet. Vor Ort sieht es aber so aus, dass Güterglück sich in der Hauptwindrichtung des Windparks befindet und daher ist die Belastung doch eher als hoch zu bewerten. Der Abstand zur Wohnbebauung ist eindeutig als zu gering.

2. Warum wurde das Windvorrangebiet in Hauptwindrichtung erweitert, der Abstand zu Walternienburg (windabgewandte Seite) ist doppelt so groß.

3. Gemäß dem Leitfaden für Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt sind die Einstandsgebiete und Flugkorridore der Großtrappe in den Planungen neuer WEA-Standorte maßgeblich zu berücksichtigen. Dem entgegenstehend befindet sich das VR Güterglück und die geplante Erweiterung fast vollständig innerhalb der Flugkorridore der Großtrappe, welche durch die Fachbehörden der Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg abgegrenzt worden sind. Die betreffende Fläche befindet sich in
unmittelbarer Nähe zu einem ehemaligen Bruteinstandsgebiet der Großtrappe bei Gehrden, welches zu DDR-Zeiten Trappenschongebiet war. Im Jahr 1992 ging aus dieser Kulisse das EU-SPA Zerbster Land mit dem prioritären Schutzzweck Großtrappe hervor.
Seit 2021 ist ein laufendes Projekt zur Wiederansiedlung der Großtrappe im Zerbster Land wird der Ackerkomplex zwischen Gehrden, Gödnitz und Güterglück in den vergangenen Jahren wieder vermehrt durch Großtrappen genutzt. Dies belegen zahlreiche Telemetriedaten GPS-besendeter Jungvögel, die zwischen 2022 und 2024 ausgewildert wurden. Da im Rahmen des erfolgeich angelaufenen Projekts auch in den nächsten Jahren weitere Auswilderungen geplant sind, ist die zukünftig mit einer erhöhten
Aufenthaltswahrscheinlichkeit im Planungsbild zu rechnen-nicht zuletzt , da sich seit 2023 in der Feldflur zwischen Gehrden und Schora ein von den Großtrappen über das ganze Jahr genutztes Einstandsgebiet neu herausgebildet hat. Demgemäß wird durch das ausgewiesene VR der von der LAG VSW fachlich empfohlene Mindestabstand von 3000 Metern zu potenziellen Brut- und Wintereinstandsgebieten im westlichen SPA-Teilgebiet Schora unterschritten und die besiedelten Flächen innerhalb des EU-SPA beeinträchtigt.
Überdies ist durch das Vorhaben eine Beeinträchtigung der Konnektivität zwischen den beiden größten SPA-Teilgebieten Schora und Steckby zu erwarten. Bei der Errichtung von Windrädern im VR Güterglück sind erhebliche Beeinträchtigungen für die Großtrappe im Umfelds des EU-SPA Zerbster Land zu erwarten. Die Planungen konterkarieren das durch Mittel des Landes-Sachsen-Anhalt finanzierte Projekt, welches eine hohe nationale und internationale Bedeutung zur Erhaltung der Großtrappe besitzt.

4. Einfluss der Fundamente auf den Gödnitzer See
Es muss ein Monitoring, bezogen auf das Grundwasser und Schichtenwasser geben und diese Ergebnisse müssen in den Entwurf einfließen. See und Wald liegen im 5 km Umkreis, in diesem dürfen durch das Vorhaben keine erheblichen Umweltauswirkungen auftreten.

5. Flugbeschränkungsgebiet ED-R 150
Das Vorrangebiet Güterglück liegt im Flugbeschränkungsgebiet ED-R 150. Unter der Beachtung der jüngsten oberverwaltungsrechtlichen Rechtsprechung sind Gebiete die einem derartigen Flugbeschränkungsgebiet unterliegen grundsätzlich zur Ausweisung als Vorrangebiete ungeeignet.

6. Denkmalrechtliche Vorgaben und Einhaltung von Mindestabständen Naturdenkmälern
Bei der Ortschaft Gehrden befindet sich ein schützenwertes Großsteingrab, welches als kammerloses Hünenbett bezeichnet/eingestuft wird. Diese Anlage ist das einzige erhaltene Großsteingrab dieser Art im gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt. Eine Ausweisung bzw. Erweiterung des Vorranggebietes für Windkraftanlagen würde dem Widersprechen, historische Anlagen zu schützen.

7. Einhaltung der Vorgaben an den Mindestabstand der Anlagen untereinander in einem Vorranggebiet
Die Abstände zur Wohnbebauung müssen eingehalten werden, dazu noch die Abstände zwischen den einzelnen Anlagen. Es wurde dargelegt, dass in der Hauptwindrichtung ein jeweiliger Abstand von fünf- bis neunfachen der jeweiligen Rotordurchmesser der Anlage zwischen zwei Anlagen einzuhalten sind. In der Querrichtung soll der Abstand mindestens dem drei- bis fünffachen der Rotormesser einhalten. Es ist schwer nachvollziehbar das diese Abstände eingehalten werden können.

8. Naturschutz
Ausweislich der Begründung zu diesem Vorgehen auf Seite 11 des Sachlichen Teilplans wird lediglich mitgeteilt, dass die Entscheidung nach Einzelfallbewertung und Umweltprüfung zugunsten der Windnutzung ausgefallen sei. Weitere Kritieren im Rahmen der konkreten Abwägungen werden jedoch nicht mitgeteilt. Dies ist unzulässig, da der Abwägungsvorgang insoweit nicht von Dritten überprüft werden kann.

9. Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm, Infraschall sowie Schattenschlag, die in der derzeitigen Genehmigungspraxis nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Ich befürchte negative Auswirkungen auf die Gesundheit meiner Familie und mir, wie sie auch schon in verschiedenen Untersuchungen festgestellt wurden. Die Abstände zur Wohnbebauung sind nicht ausreichend genug, da die Windräder weitaus höher werden als in den vergangenen Jahren noch angedacht war. Die Abstände sollten nochmals neu
ermittelt werden. Die Wertminderung die keiner wahr haben will, zeige ich hiermit wiederholt an,
dafür benötige ich kein Gutachten, dass eine Tatsache. Es ist eine kalte Enteignung, was ich hier mit meiner Familie erleben muss. Durch die bedrüngende Wirkung auf unser Grundstück in unmittelbarer Nähe am Windpark ist ein normales Leben auf diesem Grundstück nicht mehr möglich. Wird es Messungen direkt an meinem Haus geben, ich sehe mich und meine Familie nicht ausreichend geschtütz durch die Behörden, die dafür zuständig sind. Mein Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit sehe ich mit diesem Vorhaben für mich und meine Familie bedroht.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001558_001 ID Stellungnehmer: 1001741
Umweltbericht Anhang
Inhalt

Bedenken zur geplanten Erweiterung des Bestands-Vorranggebiets Güterglück

Im Umweltbericht zum 1. Entwurf wurde die Konfliktintensität bezogen auf den Menschen erneut als gering bewertet. Vor Ort sieht es aber so aus, dass Güterglück sich in der Hauptwindrichtung des Windparks befindet und daher ist die Belastung doch eher als hoch zu bewerten. Der Abstand zur Wohnbebauung ist eindeutig als zu gering.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Einschätzung der Konfliktintensität in Bezug auf das Schutzgut Mensch ergibt sich aus dem Bewertungsmaßstab, welcher dem Umweltbericht zu Grunde liegt  (Umweltbericht: 3.3 Bewertungsmaßstab zur Bewertung der Betroffenheit der Schutzgüter). Die Abstimmung des Untersuchungsrahmens und der damit verbundenen Prüftiefe (Scoping) erfolgte vom 25.03.2023-31.05.2023 mit allen Trägern öffentlicher Belange mit umwelt- und gesundheitsbezogenen Zuständigkeiten.

Abwägungsentscheidung  

StN-ID: 1001558_002 ID Stellungnehmer: 1001741
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VIII Güterglück
Inhalt

Gemäß dem Leitfaden für Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt sind die Einstandsgebiete und Flugkorridore der Großtrappe in den Planungen neuer WEA-Standorte maßgeblich zu berücksichtigen. Dem entgegenstehend befindet sich das VR Güterglück und die geplante Erweiterung fast vollständig innerhalb der Flugkorridore der Großtrappe, welche durch die Fachbehörden der Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg abgegrenzt worden sind. Die betreffende Fläche befindet sich in unmittelbarer Nähe zu einem ehemaligen Bruteinstandsgebiet der Großtrappe bei Gehrden, welches zu DDR-Zeiten Trappenschongebiet war. Im Jahr 1992 ging aus dieser Kulisse das EU-SPA Zerbster Land mit dem prioritären Schutzzweck Großtrappe hervor.
Seit 2021 ist ein laufendes Projekt zur Wiederansiedlung der Großtrappe im Zerbster Land wird der Ackerkomplex zwischen Gehrden, Gödnitz und Güterglück in den vergangenen Jahren wieder vermehrt durch Großtrappen genutzt. Dies belegen zahlreiche Telemetriedaten GPS-besendeter Jungvögel, die zwischen 2022 und 2024 ausgewildert wurden. Da im Rahmen des erfolgeich angelaufenen Projekts auch in den nächsten Jahren weitere Auswilderungen geplant sind, ist die zukünftig mit einer erhöhten Aufenthaltswahrscheinlichkeit im Planungsbild zu rechnen - nicht zuletzt, da sich seit 2023 in der Feldflur zwischen Gehrden und Schora ein von den Großtrappen über das ganze Jahr genutztes Einstandsgebiet neu herausgebildet hat. Demgemäß wird durch das ausgewiesene VR der von der LAG VSW fachlich empfohlene Mindestabstand von 3000 Metern zu potenziellen Brut- und Wintereinstandsgebieten im westlichen SPA-Teilgebiet Schora unterschritten und die besiedelten Flächen innerhalb des EU-SPA beeinträchtigt.
Überdies ist durch das Vorhaben eine Beeinträchtigung der Konnektivität zwischen den beiden größten SPA-Teilgebieten Schora und Steckby zu erwarten. Bei der Errichtung von Windrädern im VR Güterglück sind erhebliche Beeinträchtigungen für die Großtrappe im Umfelds des EU-SPA Zerbster Land zu erwarten. Die Planungen konterkarieren das durch Mittel des Landes-Sachsen-Anhalt finanzierte Projekt, welches eine hohe nationale und internationale Bedeutung zur Erhaltung der Großtrappe besitzt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Bei diesem Vorranggebiet handelt es sich um ein bereits im Sachlichen Teilplan "Nutzung der Windenergie in A-B-W" 2018 rechtskräftig ausgewiesenes Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie. Für die Errichtung und Betrieb eines Windpark mit 13 Windenergieanlagen im Vorranggebiet Güterglück liegt eine BImSchG-Genehmigung vor. 

Bei der Großtrappe handelt es sich gemäß Anlage 1 zu § 45b BNatSchG nicht um eine kollisionsgefährdete Brutvogelart. Das EU SPA Zerbster Land wurde ausgewiesen zum Schutz der Anh. I Vogelarten. Diese Flächen wurden entsprechend der Ausschlusskriterien von einer Windenergienutzung ausgeschlossen. Weitere Gebiete sind von der Fachbehörde nicht als EU-SPA gemeldet worden. Mit der Ausweisung von EU-SPA ist dem Schutz der Anhang I Vogelarten Genüge getan. 

Der Leitfaden "Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt" (Bek. des MULE vom 09.04.2019, MBl. 29. Jg. Nr. 27, S. 273 v. 29.07.2019) wurde durch die Bundesgesetzgebung durch die abschließende Liste schlaggefährdeter Brutvogelarten gem. Anlage I i.V.m. § 45b BNatSchG überholt und hat, wie die Empfehlungen der Länderarbeitsgemeinschaft Vogelschutzwarten (LAG VSW), keine Rechtsverbindlichkeit.

Das Projekt wurde nach der Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie im STP Wind 2018 gestartet. 

Das Kerngebiet für die geplante Wiederansiedlung der Großtrappe im NSG Osterwesten liegt nordöstlich des Vorranggebietes Güterglück in 5,3 km Entfernung. Aufgrund der Abstände kann ein negativer Einfluss von WEA innerhalb des Vorranggebietes auf das Wiederansiedlungsprojekt ausgeschlossen werden. Dazwischen befinden sich zahlreiche optische Barrieren, z.B. Schienentrasse Zerbst-Gommern und B 184.

Die Belange des Artenschutzes sind im Vorhabenzulassungsverfahren zu prüfen.

Die Großtrappe ist Bestandteil der Prüfung im anschließenden Verfahren zur Ausweisung von Beschleunigungsgebieten gem. § 28 (2) Nr. 2. Bezüglich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001558_003 ID Stellungnehmer: 1001741
Planungskonzeption
Inhalt

Einhaltung der Vorgaben an den Mindestabstand der Anlagen untereinander in einem Vorranggebiet
Die Abstände zur Wohnbebauung müssen eingehalten werden, dazu noch die Abstände zwischen den einzelnen Anlagen. Es wurde dargelegt, dass in der Hauptwindrichtung ein jeweiliger Abstand von fünf- bis neunfachen der jeweiligen Rotordurchmesser der Anlage zwischen zwei Anlagen einzuhalten sind. In der Querrichtung soll der Abstand mindestens dem drei- bis fünffachen der Rotormesser einhalten. Es ist schwer nachvollziehbar das diese Abstände eingehalten werden können.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung und auf Projektebene zu klären.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001558_004 ID Stellungnehmer: 1001741
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VIII Güterglück
Inhalt

Bedenken gegen Erweiterung des Bestand-Vorranggebiets Güterglück

4. Einfluss der Fundamente auf den Gödnitzer See
Es muss ein Monitoring, bezogen auf das Grundwasser und Schichtenwasser geben und diese Ergebnisse müssen in den Entwurf einfließen. See und Wald liegen im 5 km Umkreis, in diesem dürfen durch das Vorhaben keine erheblichen Umweltauswirkungen auftreten.

5. Flugbeschränkungsgebiet ED-R 150
Das Vorrangebiet Güterglück liegt im Flugbeschränkungsgebiet ED-R 150. Unter der Beachtung der jüngsten oberverwaltungsrechtlichen Rechtsprechung sind Gebiete die einem derartigen Flugbeschränkungsgebiet unterliegen grundsätzlich zur Ausweisung als Vorrangebiete ungeeignet.

6. Denkmalrechtliche Vorgaben und Einhaltung von Mindestabständen zu Naturdenkmälern
Bei der Ortschaft Gehrden befindet sich ein schützenwertes Großsteingrab, welches als kammerloses Hünenbett bezeichnet/eingestuft wird. Diese Anlage ist das einzige erhaltene Großsteingrab dieser Art im gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt. Eine Ausweisung bzw. Erweiterung des Vorranggebietes für Windkraftanlagen würde dem widersprechen, historische Anlagen zu schützen.

9. Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm, Infraschall sowie Schattenschlag, die in der derzeitigen Genehmigungspraxis nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Ich befürchte negative Auswirkungen auf die Gesundheit meiner Familie und mir, wie sie auch schon in verschiedenen Untersuchungen festgestellt wurden. Die Abstände zur Wohnbebauung sind nicht ausreichend genug, da die Windräder weitaus höher werden als in den vergangenen Jahren noch angedacht war. Die Abstände sollten nochmals neu ermittelt werden. Wird es Messungen direkt an meinem Haus geben, ich sehe mich und meine Familie nicht ausreichend geschützt durch die Behörden, die dafür zuständig sind. Mein Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit sehe ich mit diesem Vorhaben für mich und meine Familie bedroht.

10. Die Wertminderung die keiner wahr haben will, zeige ich hiermit wiederholt an, dafür benötige ich kein Gutachten, dass eine Tatsache. Es ist eine kalte Enteignung, was ich hier mit meiner Familie erleben muss. Durch die bedrängende Wirkung auf unser Grundstück in unmittelbarer Nähe am Windpark ist ein normales Leben auf diesem Grundstück nicht mehr möglich.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu 4. Die Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Bisher wurden keine Windenergieanlagen errichtet, sodass keinerlei Monitoringergebnisse vorliegen. In der SUP werden die Auswirkungen von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie untersucht. Zu diesem Zeitpunkt sind keine Standorte, Typen, Abmessungen und Höhen der zukünftig zu errichtenden WEA bekannt. In der Regionalplanung werden nur Flächen geplant, keine konkreten Vorhaben. Punktuelle Errichtung von Fundamenten hat regelhaft keine Auswirkung auf die Grundwasserneubildung.

zu 5. Belange der militärischen Flugsicherung sind im Einzelfall im Vorhabenzulassungsverfahren zu prüfen. 

zu 6. Denkmalschutzbelange sind im Vorhabenzulassungsverfahren zu prüfen.

zu 9. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

zu 10. Der öffentliche Belang einer optisch bedrängenden Wirkung steht gem. § 249 Abs. 10 BauGB einem Vorhaben der Windenergie in der Regel schon dann nicht mehr entgegen, wenn der Abstand von der Mitte des Mastfußes der Windenergieanlage bis zu einer zulässigen baulichen Nutzung zu Wohnzwecken mindestens der zweifachen Höhe der Windenergieanlage entspricht. Unter Zugrundelegung einer 250 m hohen Referenzanlage ist bei 500 m die optisch bedrängende Wirkung i.d.R. nicht mehr gegeben. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). Das Grundgesetz garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückswert ein unbeachtlicher privater Belang.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001558_005 ID Stellungnehmer: 1001741
Planungskonzeption
Inhalt

Naturschutz
Ausweislich der Begründung zu diesem Vorgehen auf Seite 11 des Sachlichen Teilplans wird lediglich mitgeteilt, dass die Entscheidung nach Einzelfallbewertung und Umweltprüfung zugunsten der Windnutzung ausgefallen sei. Weitere Kritieren im Rahmen der konkreten Abwägungen werden jedoch nicht mitgeteilt. Dies ist unzulässig, da der Abwägungsvorgang insoweit nicht von Dritten überprüft werden kann.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Steckbriefe zur besseren Nachvollziehbarkeit der planerischen Entscheidungen werden in der Planungskonzeption ergänzt.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001558_006 ID Stellungnehmer: 1001741
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VIII Güterglück
Inhalt

Warum wurde das Windvorrangebiet in Hauptwindrichtung erweitert, der Abstand zu Walternienburg (windabgewandte Seite) ist doppelt so groß.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Erweiterung der Fläche VIII Güterglück in Richtung Nordosten wurde aufgrund des Vorhandenseins eines flächendeckenden Suchraums für potenzielle Flächen zur Nutzung der Windenergie vorgenommen. In Richtung Südwesten ist unter Anwendung der Auswahlkriterien (siehe Planungskonzeption) kein zusammenhängender Suchraum für eine potenzielle Erweiterung vorhanden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001563 ID Stellungnehmer: 1001742
Windenergie 2027
Inhalt

Diese windräder dürfen nie gebaut werden, es ist einen maximale Natur Katastrophe wenn Wälder gerodet, Böden versiegelt und Tiere bedroht werden. Davon ab bestehen dieses Anlagen aus Tonnen von Sondermüll und Gift, das mikroplastik der Rotoren verseucht unsere Felder und Wälder, und die Geräusche der sich drehenden Anlagen machen Menschen und Tiere krank. Dazu sterben jeden Tag Vögel durch die Rotorblätter, an den spitzen herrschen Geschwindigkeit die kein Vogel einschätzen kann.

Anstatt neue Anlagen zu bauen müssen die alten oder repowered Anlagen verschwinden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001564 ID Stellungnehmer: 1001743
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XV Luko
Inhalt

Der Windpark Luko darf nicht noch erweitert werden! Die bestehenden Anlagen müssen sofort zurück gebaut werden! Die Anlagen machen die Menschen und Tiere in und um Luko krank!  Durch die ständigen und hohen Betriebsgeräusche ergibt sich eine dauerhafte Unruhe, die auf Dauer den Menschen zerstört!

Es ist von einer Planungsgemeinschaft völlig unverantwortlich Windenergieeignungsgebiete in den Lebenräumen von Menschen und Tieren auszuweisen!

Die für die Ausweisung verantwortlichen Personen müssen zum Schadensersatz gegenüber den betroffenen Bürgern verpflichtet werden! Dieser Lobbyisten - und Menschenverblödungswahn muss ein Ende finden!  Es zerstört auf Dauer unsere menschliche Lebensgemeinschaft!

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Die Erweiterungsfläche am rechtskräftig ausgewiesenen Vorranggebiet "Luko" entspricht den Auswahlkriterien. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. 

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihalts der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des nachfolgenden Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001565 ID Stellungnehmer: 1001745
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > III Coswig Nord
Inhalt

Veränderungen mit Relevanz für die UNESCO Welterbestätte „Gartenreich Dessau-Wörlitz“ kommen den von der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz zu vertretenden Zielen aber noch nicht ausreichend entgegen. Die sehr ausführliche und fundierte Analyse der nun zu bewertenden Situation im Schreiben der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz kann Seitens jener Positionen, welche das Deutsche Nationalkomitee von ICOMOS zu vertreten hat, nur in aller Form unterstrichen werden.

Die Stellungnahme unserer Institution aus dem Jahr 2023 hatte aus der speziellen Sicht des Nationalkomitees bereits die wesentlichen Grundsätze dargelegt. Sie hat Ihnen im vorliegenden Fall nach wie vor zu folgen. Da diese mit der Haltung der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz übereinstimmen, beschränken wir uns auf die dringliche Bitte, den dargelegten denkmalfachlichen und für die UNESCO-Welterbestätte „Gartenreich Dessau-Wörlitz“ relevanten Aspekten die ihnen gebührende Berücksichtigung einzuräumen.

Stellungnahme vom 25.05.2023:

Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich gilt als Kulturlandschaft, welche die Prinzipien der Aufklärung, des Humanismus und nachhaltigen Wirtschaftens in kluger Einbettung hochrangiger Werke der Architektur und bildenden Kunst in eine entsprechend gestaltete Kulturlandschaft optimal zum Ausdruck bringt. Seit dem Jahr 2000 (Erhebung zur Welterbestätte der UNESCO) ist das Areal dazu bestimmt, der Weltgemeinschaft ein solch konstituierendes Werk unserer pluralistisch verstandenen demokratischen
Wertegemeinschaft für alle Zukunft zu überliefern.
Diese Bestimmung sei einer denkmalfachlichen Einordnung von Plänen vorangestellt, welche rechtliche Grundlagen dafür schaffen sollen, die Welterbestätte mit weithin – bis ins Herz der Anlage – sichtbaren Clustern von Windenergieanlagen zu umstellen, bereits bestehende Stromerzeuger deutlich zu erhöhen und damit ihre optische Wirksamkeit auf das universale Schutzgut massiv zu verstärken.
Auch die Monitoring-Gruppe des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS verkennt die Notwendigkeit nicht, im Zuge einer fundamentalen Neuordnung der globalen Energieversorgung manche gewohnte Sichtweise aufgeben und Einschränkungen in Kauf nehmen zu müssen. Sie stellt jedoch ausdrücklich infrage, ob eine Intensivierung der Windenergienutzung – bei Verfügbarkeit anderer unschädlich zu bestückender Räume – auf Kosten eines Kulturgutes von Weltrang erfolgen muss. Der denkbaren Auffassung, die schon vorhandenen und vom Gartenreich aus sichtbaren Rotoren würden eine Vereinbarkeit von moderner technischer Infrastruktur und den oben definierten Schutzzielen belegen, ist folgendes entgegenzuhalten:
Die Landschaftsgestaltung des ausgehenden 18. Jahrhunderts im Raum Dessau verwob architektonische Versatzstücke, Sichtachsen, Landmarken (Kirchtürme, Obelisken, künstlicher Vulkan) und andere sinnstiftend definierte Orte vor dem Hintergrund einer nachhaltig ertragreichen Landbewirtschaftung raumgreifend zu einem beziehungsreichen Netzwerk, das den eigentlichen Kern das Gesamtkunstwerkes ausmacht. Auf weite Strecken ist diese Schöpfung des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau und seiner
Künstlerschaft auch heute noch ungestört erlebbar.
Wie ein falscher Ton am Kulminationspunkt einer Symphonie das ganze Stück beschädigt, kann eine bedenkenlos gesetzte Vertikale, wie etwa ein Rotormast von 240 Meter Höhe und ein sich drehender Rotor, in Konkurrenz zu den genannten fein austarierten Sinnbezügen verheerend schaden. Die bisher nach sorgfältiger Prüfung hingenommenen Störpotentiale sind grenzwertig; jede weitere Verstärkung des optischen Druckes auf die Fernblicke im Kulturdenkmal ist somit kritisch zu bewerten. Daher ist seitens ICOMOS Deutschland zu fordern, dass im Rahmen einer Kulturerbeverträglichkeitsprüfung (KVP) die
Wirkungen der potenziellen neuen WEA auf die Kulturlandschaft des Gartenreiches anhand von standardisierten Visualisierungen (entsprechend der Publikation https://www.naturschutz-energiewende.de/wp-content/uploads/WEB_faw_broschuere_fachstandard_visualisierung_210407_M.pdf überprüft wird.
Die zuständigen Vertreter der Monitoring-Gruppe stellen eine wahrscheinlich unverzichtbare Intensivierung der Windenergienutzung, auch im Raum Dessau, nicht grundsätzlich infrage. Sie fordern aber dringlich dazu auf, im konkreten Einzelfall – wie etwa den angedachten... WEA-Vorranggebieten bei Rodleben und Coswig – mögliche negative Wirkungen auf die Qualitäten des hier besonders nahen Gartenreichs sorgfältig zu prüfen und im Zweifelsfall auf ein denkmalfachlich vertretbares Maß zu reduzieren. Ist dies nicht möglich, werden andere Vorranggebiete mit geringerem oder fehlendem Schutzstatus alternativ zu definieren oder zu verstärken sein.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Das Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie "Coswig Nord" befindet sich in 1 km Entfernung zur Pufferzone des Gartenreichs Dessau-Wörlitz. Die Pufferzone wurde festgelegt, um die Kernzone des Gartenreiches zu schützen und zur Sensibilisierung der unter Welterbeschutz stehenden Kulturlandschaft zu verhelfen. Die Kernzone des Gartenreiches ist vom Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie 2,6 km, das Schloss Wörlitz mit dem Belvedere 5,7 km entfernt.

Bei diesem Vorranggebiet handelt es sich um ein bereits in 2018 rechtskräftig ausgewiesenes Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie, welches mit Windenergieanlagen bebaut ist. Eine Erweiterung des Gebietes ist mit dem vorliegenden Entwurf nicht vorgesehen, sodass sich die Anzahl der Windenergieanlagen im Vorranggebiet voraussichtlich nicht vergrößern wird. Vorhandene Windenergieanlagen dürfen gem. § 249 Absatz 3 BauGB allerdings am Standort, auch außerhalb von Vorranggebieten, dem Repowering unterzogen werden, sodass auch weiterhin ein Windpark im Bereich des geplanten Vorranggebietes Coswig Nord existieren wird.

Benachbart zum Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie wurde im 2. Entwurf des LEP LSA der Vorrangstandort für landesbedeutsame Industrie- und Gewerbeflächen mit herausgehobener Bedeutung "Coswig (Anhalt) an der BAB 9" festgelegt. Gemäß Grundsatz 6.2.1-3 sollen im Rahmen der Planungskonzeption zur Steuerung der Windenergienutzung bevorzugt Flächen geprüft werden, die mit den Vorrangstandorten für landesbedeutsame Industrie- und Gewerbeflächen in einem räumlich-funktionalen Zusammenhang liegen. Ein solcher Zusammenhang ermöglicht eine effiziente Nutzung der Windenergie, da sie direkt vor Ort produziert wird und z.B. für industrielle Prozesse genutzt werden kann. Mit der Versorgung der Industrie- und Gewerbefläche mit erneuerbarer Energie kann die Standortattraktivität erhöht, Unternehmen am Standort gehalten und neue Unternehmensansiedlungen gewonnen werden. Aus diesem Grund wurde das bereits etablierte Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie in den 1. Entwurf übernommen.

Die mit der Arbeitskarte vom 23.03.2023 aufgezeigte mögliche Vorrangfläche bei Rodleben wurde nicht in den 1. Entwurf des Sachlichen Teilplans aufgenommen.

Ein Freihalten der von der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz Schloss Großkühnau geforderten Abstandszone von 7 - 8 km um die Pufferzone herum würde einer gesetzeswidrigen Entprivilegierung der Windkraftnutzung in der Größenordnung von ca. 35 % der Fläche der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg gleichkommen. 

Die angemerkten historischen Horizontlinien basieren auf zeitgenössischen Quellen (z.B. August von Rode), die zeigen, dass der Horizont vom Gartenreich nicht nur die physische Begrenzung des Gesichtsfeldes war. Der Horizont sollte auch Anlass zur Kontemplation und Assoziation sein, denn er wird bewusst in Beziehung zum Verständnis der Welt gesetzt. Die Diskussion um die Bedeutung des Horizonts wird in einem sehr weit spannenden Rahmen (Forster, Humboldt) geführt, der als philosophische Interpretation, aber nicht als nachweisbare historische Tatsache zu lesen ist.

Es ist festzuhalten, dass der historisch wahrzunehmende Raum, der durch den Horizont begrenzt wurde, in keiner Weise durch Windenergieanlagen verstellt wird. Dieser Raum erfährt heute seine Abgrenzung durch die Pufferzone des Gartenreichs. Über diesen Raum hinaus war keine Sicht möglich. Wenn auch die "Welt hinter dem Horizont" intendiert wurde, so kann diese Welt gut oder böse, schön oder hässlich, groß oder klein gewesen sein.

Windenergieanlagen sind ein Problem der Gegenwart. Über sie kann nur nach gegenwärtigen gesamtgesellschaftlichen Maßstäben entschieden werden. Diese Maßstäbe müssen die rechtlichen Regelungen sein, wie die Privilegierung der Nutzung der Windenergie und ihr überragendes öffentliches Interesse gem. § 2 EEG einschließlich der gesetzlich geforderten Flächenbeiträge für den Ausbau der Vorranggebiete Windenergie, die zur Sicherung der künftigen Daseinsvorsorge verantwortungsvoll zu anderen sektoralen Erfordernissen, wie z.B. der Denkmalpflege, ins Verhältnis gesetzt werden müssen.

Ein Zitat von Rode zum Ausblick vom Pantheon/Wörlitz "Die Aussicht, die sich hier von allen Seiten bis zur azurnen Grenze des fernen Horizonts vor unseren Blicken entwickelt, ist reich, edel, interessant"  betrifft den damals sichtbaren Horizont, der heute nicht durch Windenergieanlagen verstellt wird. Sie sind weit hinter dieser Horizontlinie geplant und errichtet. Bei Beachtung von Maßstäblichkeit und Dominanz werden sie so zu Elementen des Horizonts, die im Sinne des öffentlichen Interesses als nicht erheblich bewertet werden können.

Andererseits geht aus den historischen Zitaten hervor, dass schon damals sichtbare Objekte hinter der Horizontlinie, wie der "Putzberg im Amte Coßwig jenseits der Elbe" oder die Kirchtürme von Wittenberg, als bemerkenswert hervorgehoben wurden.

Die Vorstellungen des Horizonts im Rode-Zitat können nicht auf heutige Wirkung von Windenergieanlagen bezogen werden, da Vorstellungen über solche Bauwerke nicht vorhanden waren. Es ist deshalb historisch ebenso unzulässig, die historische Horizontlinie zum Gradmesser zu erheben, wie es falsch wäre zu fragen, was Fürst Franz, der den Innovationen seiner Zeit offen gegenüberstand, wohl heute zu Windenergieanlagen sagen würde.

Zudem ist der Horizontblick von Rode heute nicht mehr möglich, da der nördlich an das Pantheon angrenzende Raum von Wald, der sich hier entwickelt hat, verstellt wird.

Visualisierungen möglicher künftiger Windenergieanlagen zeigten, dass von Sichtpunkten aus dem Gartenreich heraus (Grüner Berg, Teelaubenfähre, Solitüde im Sieglitzer Park, Elbewall östlich des Pantheons) die Anlagen zumeist ohne Erheblichkeit sichtbar sind (LPR GmbH. Erarbeitung eines Diskussionspapiers zur Öffnung von Restriktionen durch die Denkmalpflege für den Ausbau regenerativer Energien. Dessau-Roßlau 2022). In den einzelnen Fällen der erheblichen Beeinträchtigung von Sichten (z.B. vom Grünen Berg neben dem Schloss Wörlitz in Richtung Palmenhaus) ist durch eine Verschiebung von Anlagenstandorten eine Minderung der Erheblichkeit erreichbar. Die Windenergieanlagen sollen in Abhängigkeit ihrer Entfernung zum Gartenreich eine gestaffelte Höhenbegrenzung erhalten um die Maßstäblichkeit im Verhältnis zur Horizonthöhe einzuhalten. Da auf Ebene der Regionalplanung die Standorte der Windenergieanlagen und deren Bauhöhen nicht bekannt sind, ist diese Prüfung auf der nachfolgenden Plan- bzw. Genehmigungsebene vorzunehmen.

Fernblicke im Kulturdenkmal haben unterschiedliche Qualitäten. Es steht außer Zweifel, dass die historisch bewusst gestalteten und klar auszuweisenden Sichtachsen als außergewöhnliche universelle Werte (OUV = Outstanding Universal Value) nicht durch Windenergieanlagen beeinträchtigt werden dürfen. Die Kern- und Pufferzone (Schutzzone) des Gartenreichs Dessau-Wörlitz wurde gemäß der Planungskonzeption (bis auf die Ausnahme des Bestandsgebietes Libbesdorf/ Quellendorf/ Mosigkau) von Vorranggebieten freigehalten und somit sind die historischen Sichtachsen im Gartenreich nicht durch Windenergieanlagen betroffen. 

Die öffentliche Zugänglichkeit des Belvedere auf dem Schloss Wörlitz ist aufgrund von Brandschutzvorschriften nicht gegeben, sodass dem Besucher des Wörlitzer Parks diese Aussicht vom erhöhten Standpunkt bis zum Horizont nicht präsentiert werden kann.

Allgemeine Sichtbarkeiten von erhöhten Standorten, wie vom touristisch genutzten Wörlitzer Kirchturm, stehen aber in keinem historischen Kontext, sondern sind moderne Erscheinungen, über die nicht mit historischen Argumenten, sondern nur unter Abwägung der heute zu lösenden gesamtgesellschaftlichen Zielstellungen entschieden werden kann.

Das OVG Greifswald hat am 07.02.2023 (5 K 171/22) geurteilt, dass § 2 Satz 2 EEG als sogenannte Sollbestimmung dahingehend zu verstehen ist, dass sich in den einzelnen Schutzgüterabwägungen – ausdrücklich ist im Gesetzgebungsverfahren auch der Bereich des Denkmalschutzes genannt (vgl. Gesetzentwurf der Bundesregierung, BT-Drs. 20/1630, S. 158) – ein regelmäßiges Übergewicht der Erneuerbaren Energien in dem Sinne ergibt, dass das überragende öffentliche Interesse an der Errichtung von Windenergieanlagen sowie das öffentliche Sicherheitsinteresse nur in atypischen Ausnahmefällen überwunden werden kann, die fachlich anhand der besonderen Umstände der jeweiligen Situation zu begründen wären.

In Abhängigkeit der konkreten Standorte der Windenergieanlagen ist daher die Erheblichkeit der Beeinträchtigung der Sichtbarkeiten im Vorhabenzulassungsverfahren zu prüfen und zu bewerten. Dazu sollten Visualisierungen als Basis einer Kulturerbeverträglichkeitsprüfung genutzt werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001565_001 ID Stellungnehmer: 1001745
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Veränderungen mit Relevanz für die UNESCO Welterbestätte „Gartenreich Dessau-Wörlitz“ kommen den von der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz zu vertretenden Zielen aber noch nicht ausreichend entgegen. Die sehr ausführliche und fundierte Analyse der nun zu bewertenden Situation im Schreiben der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz kann Seitens jener Positionen, welche das Deutsche Nationalkomitee von ICOMOS zu vertreten hat, nur in aller Form unterstrichen werden.

Die Stellungnahme unserer Institution aus dem Jahr 2023 hatte aus der speziellen Sicht des Nationalkomitees bereits die wesentlichen Grundsätze dargelegt. Sie hat Ihnen im vorliegenden Fall nach wie vor zu folgen. Da diese mit der Haltung der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz übereinstimmen, beschränken wir uns auf die dringliche Bitte, den dargelegten denkmalfachlichen und für die UNESCO-Welterbestätte „Gartenreich Dessau-Wörlitz“ relevanten Aspekten die ihnen gebührende Berücksichtigung einzuräumen.

Stellungnahme vom 25.05.2023:

Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich gilt als Kulturlandschaft, welche die Prinzipien der Aufklärung, des Humanismus und nachhaltigen Wirtschaftens in kluger Einbettung hochrangiger Werke der Architektur und bildenden Kunst in eine entsprechend gestaltete Kulturlandschaft optimal zum Ausdruck bringt. Seit dem Jahr 2000 (Erhebung zur Welterbestätte der UNESCO) ist das Areal dazu bestimmt, der Weltgemeinschaft ein solch konstituierendes Werk unserer pluralistisch verstandenen demokratischen
Wertegemeinschaft für alle Zukunft zu überliefern.
Diese Bestimmung sei einer denkmalfachlichen Einordnung von Plänen vorangestellt, welche rechtliche Grundlagen dafür schaffen sollen, die Welterbestätte mit weithin – bis ins Herz der Anlage – sichtbaren Clustern von Windenergieanlagen zu umstellen, bereits bestehende Stromerzeuger deutlich zu erhöhen und damit ihre optische Wirksamkeit auf das universale Schutzgut massiv zu verstärken.
Auch die Monitoring-Gruppe des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS verkennt die Notwendigkeit nicht, im Zuge einer fundamentalen Neuordnung der globalen Energieversorgung manche gewohnte Sichtweise aufgeben und Einschränkungen in Kauf nehmen zu müssen. Sie stellt jedoch ausdrücklich infrage, ob eine Intensivierung der Windenergienutzung – bei Verfügbarkeit anderer unschädlich zu bestückender Räume – auf Kosten eines Kulturgutes von Weltrang erfolgen muss. Der denkbaren Auffassung, die schon vorhandenen und vom Gartenreich aus sichtbaren Rotoren würden eine
Vereinbarkeit von moderner technischer Infrastruktur und den oben definierten Schutzzielen belegen, ist folgendes entgegenzuhalten:
Die Landschaftsgestaltung des ausgehenden 18. Jahrhunderts im Raum Dessau verwob architektonische Versatzstücke, Sichtachsen, Landmarken (Kirchtürme, Obelisken, künstlicher Vulkan) und andere sinnstiftend definierte Orte vor dem Hintergrund einer nachhaltig ertragreichen Landbewirtschaftung raumgreifend zu einem beziehungsreichen Netzwerk, das den eigentlichen Kern das Gesamtkunstwerkes ausmacht. Auf weite Strecken ist diese Schöpfung des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau und seiner
Künstlerschaft auch heute noch ungestört erlebbar.
Wie ein falscher Ton am Kulminationspunkt einer Symphonie das ganze Stück beschädigt, kann eine bedenkenlos gesetzte Vertikale, wie etwa ein Rotormast von 240 Meter Höhe und ein sich drehender Rotor, in Konkurrenz zu den genannten fein austarierten Sinnbezügen verheerend schaden. Die bisher nach sorgfältiger Prüfung hingenommenen Störpotentiale sind grenzwertig; jede weitere Verstärkung des optischen Druckes auf die Fernblicke im Kulturdenkmal ist somit kritisch zu bewerten. Daher ist seitens ICOMOS Deutschland zu fordern, dass im Rahmen einer Kulturerbeverträglichkeitsprüfung (KVP) die
Wirkungen der potenziellen neuen WEA auf die Kulturlandschaft des Gartenreiches anhand von standardisierten Visualisierungen (entsprechend der Publikation https://www.naturschutz-energiewende.de/wp-content/uploads/WEB_faw_broschuere_fachstandard_visualisierung_210407_M.pdf
überprüft wird.
Die zuständigen Vertreter der Monitoring-Gruppe stellen eine wahrscheinlich unverzichtbare Intensivierung der Windenergienutzung, auch im Raum Dessau, nicht grundsätzlich infrage. Sie fordern aber dringlich dazu auf, im konkreten Einzelfall – wie etwa dem angedachten Ausbau einer Rotorgruppe bei Mosigkau – mögliche negative Wirkungen auf die Qualitäten des hier besonders nahen Gartenreichs sorgfältig zu prüfen und im Zweifelsfall auf ein denkmalfachlich vertretbares Maß zu reduzieren. Ist dies nicht möglich, werden andere Vorranggebiete mit geringerem oder fehlendem Schutzstatus alternativ zu definieren oder zu verstärken sein.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Bei diesem Vorranggebiet handelt es sich um ein bereits in 2018 rechtskräftig ausgewiesenes Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie, welches mit 20 Windenergieanlagen mit Bauhöhen von 149 bis 241 m bebaut ist. Die vorhandenen, rechtmäßig errichteten Windenergieanlagen dürfen gem. § 249 Absatz 3 BauGB am Standort, auch außerhalb von Vorranggebieten (betrifft 4 Windenergieanlagen), dem Repowering unterzogen werden, sodass auch weiterhin ein Windpark im Bereich des geplanten Vorranggebietes existieren wird. Im 1. Entwurf wurde eine geringfügige Erweiterung des rechtskräftigen Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie vorgenommen, die den Auswahlkriterien der Planungskonzeption entspricht.

Nach Inkrafttreten des Sachlichen Teilplans "Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" am 29.09.2018 wurde durch die Denkmalschutzbehörden die Pufferzone des Gartenreiches Dessau-Wörlitz um die Exklave Schloss und Park Mosigkau im Jahr 2020 erweitert, sodass sich nunmehr das Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie komplett in dieser Pufferzone befindet. Der neu ausgewiesene Denkmalbereich Mosigkau überschreitet die historische Landesgrenze des Fürstentums Anhalt-Dessau und ist im Vergleich zum Schlossensemble (ca. 6,5 ha) mit 12.100 ha Ausdehnung in der historischen Feldflur sehr groß dimensioniert. Die aktuelle Ortslage von Mosigkau überprägt den historischen Übergangsbereich vom Schloss und Park zur umgebenden "historischen Feldflur" vollkommen, so dass keine räumlichen Beziehungen zu den offenen Feldlagen mehr bestehen. Die raumordnerischen Festlegungen wurden bei der Ausweisung des neuen Denkmalbereiches nicht beachtet. 

Ein Freihalten der von der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz Schloss Großkühnau geforderten Abstandszone von 7 - 8 km um die Pufferzone herum würde einer gesetzeswidrigen Entprivilegierung der Windkraftnutzung in der Größenordnung von ca. 35 % der Fläche der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg gleichkommen. 

Vom Schlosspark Mosigkau aus gibt es keine Sichtachsen in die Umgebung. Als Rokokoanlage erbaut, bestanden nur innerparks zentrale Sichten auf das Schloss. 

Umfangreiche Visualisierungen möglicher künftiger Windenergieanlagen zeigten, dass von Sichtpunkten aus dem Schlosspark Mosigkau heraus meist keine Anlagen sichtbar sind (u.a. LPR GmbH. Erarbeitung eines Diskussionspapiers zur Öffnung von Restriktionen durch die Denkmalpflege für den Ausbau regenerativer Energien. Dessau-Roßlau 2022). In den einzelnen Fällen der Sichtbarkeiten (z.B. vom östlichen Randweg am Wullenbach) ist durch eine Verschiebung von Anlagenstandorten oder Begrenzung von Bauhöhen eine Vermeidung der Erheblichkeit erreichbar. Da auf Ebene der Regionalplanung die Standorte der Windenergieanlagen und deren Bauhöhen nicht bekannt sind, ist diese Prüfung auf der nachfolgenden Plan- bzw. Genehmigungsebene vorzunehmen.

Windenergieanlagen sind ein Problem der Gegenwart. Über sie kann nur nach gegenwärtigen gesamtgesellschaftlichen Maßstäben entschieden werden. Diese Maßstäbe müssen die rechtlichen Regelungen sein, wie die Privilegierung der Nutzung der Windenergie und ihr überragendes öffentliches Interesse gem. § 2 EEG einschließlich der gesetzlich geforderten Flächenbeiträge für den Ausbau der Vorranggebiete Windenergie, die zur Sicherung der künftigen Daseinsvorsorge verantwortungsvoll zu anderen sektoralen Erfordernissen, wie z.B. der Denkmalpflege, ins Verhältnis gesetzt werden müssen.

Das OVG Greifswald hat am 07.02.2023 (5 K 171/22) geurteilt, dass § 2 Satz 2 EEG als sogenannte Sollbestimmung dahingehend zu verstehen ist, dass sich in den einzelnen Schutzgüterabwägungen – ausdrücklich ist im Gesetzgebungsverfahren auch der Bereich des Denkmalschutzes genannt (vgl. Gesetzentwurf der Bundesregierung, BT-Drs. 20/1630, S. 158) – ein regelmäßiges Übergewicht der Erneuerbaren Energien in dem Sinne ergibt, dass das überragende öffentliche Interesse an der Errichtung von Windenergieanlagen sowie das öffentliche Sicherheitsinteresse nur in atypischen Ausnahmefällen überwunden werden kann, die fachlich anhand der besonderen Umstände der jeweiligen Situation zu begründen wären.

In Abhängigkeit der konkreten Standorte der Windenergieanlagen ist daher die Erheblichkeit der Beeinträchtigung der Sichtbarkeiten im Vorhabenzulassungsverfahren zu prüfen und zu bewerten. Dazu sollten Visualisierungen als Basis einer Kulturerbeverträglichkeitsprüfung genutzt werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001568 ID Stellungnehmer: 1001746
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Innerhalb bzw. in unmittelbarer Nähe des Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie befinden sich diverse Festpunkte der Landesvermessung Sachsen-Anhalt. Von übergeordneter Bedeutung (Land/Bund) sind die Geodätischen Grundnetzpunkte in bzw. in unmittelbarer Nahe des Vorranggebietes XXXII (Zschornewitz Kippe).

Für die Geodätischen 4240-2300, -2310 im Vorranggebiet XXXIl beträgt der Sicherheitsabstand im Radius 30 m. Für alle anderen Festpunkte der Landesvermessung ist entsprechend der DVO VermKatG
LSA ein Sicherheitsabstand im Radius von 2 m vorgegeben. 

Planung von Windkraftanlagen: Funktionale Einschränkungen (Horizontfreiheit, Mikroseismik)
der Punktgruppe sind abhängig vom Abstand, der Höhe und der Himmelsrichtung des jeweiligen
Windrades. Wir bitten um Beteiligung bei konkreter Standortplanung der neuen Windkraftanlagen.

Zu beachten ist (im Festpunktumfeld):
Die Geodätischen Grundnetzpunkte müssen mit einem Messbus anfahrbar bleiben. Baumaßnahmen sind so durchzuführen, dass Festpunkte nicht gefährdet werden! Insbesondere sollten in unmittelbarer Punktnähe keine Erdarbeiten durchgeführt und keine Materialdepots oder Erdaushübe angelegt werden.

Rechtliche Hinweise:
Nach dem Vermessungs- und Geoinformationsgesetz Sachsen-Anhalt (VermGeoG LSA) in der
Fassung der Bekanntmachung vom 15. September 2004 § 5 stehen Festpunkte unter besonderen
Schutz. Eigentümer und Nutzungsberechtigte haben zu dulden, dass Marken zur amtlichen Kenn-
zeichnung von Vermessungspunkten (Vermessungsmarken) und von Grenzen (Grenzmarken) auf
ihren Grundstücken und an ihren baulichen Anlagen eingebracht und dass Vermessungssignale für
die Dauer von Vermessungsarbeiten errichtet werden. Die Eigentümer und die Nutzungsberechtig-
ten haben Handlungen zu unterlassen, die Vermessungsmarken sowie ihre Erkennbarkeit und Ver-
wendbarkeit beeinträchtigen können. 

Die Verordnung zur Durchführung des Vermessungs- und Katastergesetzes des Landes Sachsen-
Anhalt (DVO VermKatG LSA) vom 24. Juni 1992 regelt in § 1 „Schutz der Vermessungsmarken“

(1) eine Schutzfläche wird beansprucht für Vermessungsmarken, die mit dem Boden verbunden sind...

(2) Die Schutzfläche liegt kreisförmig um die Vermessungsmarke.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001568_001 ID Stellungnehmer: 1001746
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Innerhalb bzw. in unmittelbarer Nähe des Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie befinden sich diverse Festpunkte der Landesvermessung Sachsen-Anhalt. Von übergeordneter Bedeutung (Land/Bund) sind die Geodätischen Grundnetzpunkte in bzw. in unmittelbarer Nähe des Vorranggebietes Il (Brehna/Roitzsch). Für die in der Nähe des Vorranggebietes || befindliche Geodätische Grundnetz Punktgruppe (Punktnummern 4439-57300, -57301, -57351, -57352, -57391 und -57392) wird eine öffentlich-rechtliche Schutzfläche (Sicherheitsabstand) im Radius von 200 m um jeden einzelnen Punkt entsprechend § 1 der Verordnung zur Durchführung des Vermessungs- und Katastergesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (DVO VermKatG LSA) vom 24. Juni 1992 vom Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt (LVermGeo) beansprucht.

Planung von Windkraftanlagen: Funktionale Einschränkungen (Horizontfreiheit, Mikroseismik) der Punktgruppe sind abhängig vom Abstand, der Höhe und der Himmelsrichtung des jeweiligen Windrades.

Zu beachten ist (im Festpunktumfeld):
Die Geodätischen Grundnetzpunkte müssen mit einem Messbus anfahrbar bleiben. In einem Umkreis von 200 m um Geodatische Grundnetzgruppe in der Nähe des Vorranggebietes Il dürfen keine Ausgleichsmaßnahmen mit hochwachsenden Bäumen durchgeführt werden, damit die Horizontfreiheit für Satellitenbeobachtungen erhalten bleibt. Baumaßnahmen sind so durchzuführen, dass Festpunkte nicht gefährdet werden! Insbesondere sollten in unmittelbarer Punktnähe keine Erdarbeiten durchgeführt und keine Materialdepots oder Erdaushübe angelegt werden.

Rechtliche Hinweise:
Nach dem Vermessungs- und Geoinformationsgesetz Sachsen-Anhalt (VermGeoG LSA) in der Fassung der Bekanntmachung vom 15. September 2004 § 5 stehen Festpunkte unter besonderen Schutz. Eigentümer und Nutzungsberechtigte haben zu dulden, dass Marken zur amtlichen Kennzeichnung von Vermessungspunkten (Vermessungsmarken) und von Grenzen (Grenzmarken) auf ihren Grundstücken und an ihren baulichen Anlagen eingebracht und dass Vermessungssignale für die Dauer von Vermessungsarbeiten errichtet werden. Die Eigentümer und die Nutzungsberechtigten haben Handlungen zu unterlassen, die Vermessungsmarken sowie ihre Erkennbarkeit und Verwendbarkeit beeinträchtigen können. 

Die Verordnung zur Durchführung des Vermessungs- und Katastergesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (DVO VermKatG LSA) vom 24. Juni 1992 regelt in § 1 „Schutz der Vermessungsmarken“

(1) eine Schutzfläche wird beansprucht für Vermessungsmarken, die mit dem Boden verbunden sind...

(2) Die Schutzfläche liegt kreisförmig um die Vermessungsmarke.

Wir bitten um Beteiligung bei konkreter Standortplanung der neuen Windkraftanlagen im Vorranggebiet.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001568_002 ID Stellungnehmer: 1001746
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Innerhalb bzw. in unmittelbarer Nähe des Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie befinden sich diverse Festpunkte der Landesvermessung Sachsen-Anhalt. Von übergeordneter Bedeutung (Land/Bund) sind die Geodätischen Grundnetzpunkte in bzw. in unmittelbarer Nahe des Vorranggebietes XI (Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau).

Für die Geodätischen Grundnetzpunkte 4238-15200, -1210, -10100 im Vorranggebiet XI beträgt der Sicherheitsabstand im Radius 30 m. Für alle anderen Festpunkte der Landesvermessung ist entsprechend der DVO VermKatG LSA ein Sicherheitsabstand im Radius von 2 m vorgegeben. 

Planung von Windkraftanlagen: Funktionale Einschränkungen (Horizontfreiheit, Mikroseismik) der Punktgruppe sind abhängig vom Abstand, der Höhe und der Himmelsrichtung des jeweiligen Windrades. Wir bitten um Beteiligung bei konkreter Standortplanung der neuen Windkraftanlagen.

Zu beachten ist (im Festpunktumfeld):
Die Geodätischen Grundnetzpunkte müssen mit einem Messbus anfahrbar bleiben. Baumaßnahmen sind so durchzuführen, dass Festpunkte nicht gefährdet werden! Insbesondere sollten in unmittelbarer Punktnähe keine Erdarbeiten durchgeführt und keine Materialdepots oder Erdaushübe angelegt werden.

Rechtliche Hinweise:
Nach dem Vermessungs- und Geoinformationsgesetz Sachsen-Anhalt (VermGeoG LSA) in der Fassung der Bekanntmachung vom 15. September 2004 § 5 stehen Festpunkte unter besonderen Schutz. Eigentümer und Nutzungsberechtigte haben zu dulden, dass Marken zur amtlichen Kennzeichnung von Vermessungspunkten (Vermessungsmarken) und von Grenzen (Grenzmarken) auf ihren Grundstücken und an ihren baulichen Anlagen eingebracht und dass Vermessungssignale für die Dauer von Vermessungsarbeiten errichtet werden. Die Eigentümer und die Nutzungsberechtigten haben Handlungen zu unterlassen, die Vermessungsmarken sowie ihre Erkennbarkeit und Verwendbarkeit beeinträchtigen können. 

Die Verordnung zur Durchführung des Vermessungs- und Katastergesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (DVO VermKatG LSA) vom 24. Juni 1992 regelt in § 1 „Schutz der Vermessungsmarken“

(1) eine Schutzfläche wird beansprucht für Vermessungsmarken, die mit dem Boden verbunden sind...

(2) Die Schutzfläche liegt kreisförmig um die Vermessungsmarke.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001568_003 ID Stellungnehmer: 1001746
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIX Zerbst Flugplatz
Inhalt

Innerhalb bzw. in unmittelbarer Nähe des Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie befinden sich diverse Festpunkte der Landesvermessung Sachsen-Anhalt. Von übergeordneter Bedeutung (Land/Bund) sind die Geodätischen Grundnetzpunkte in bzw. in unmittelbarer Nahe des Vorranggebietes XXIX (Zerbst Flugplatz).

Für die Geodätischen 4038-20100 im Vorranggebiet XXIX beträgt der Sicherheitsabstand im Radius 30 m. Für alle anderen Festpunkte der Landesvermessung ist entsprechend der DVO VermKatG LSA ein Sicherheitsabstand im Radius von 2 m vorgegeben. 

Planung von Windkraftanlagen: Funktionale Einschränkungen (Horizontfreiheit, Mikroseismik) der Punktgruppe sind abhängig vom Abstand, der Höhe und der Himmelsrichtung des jeweiligen Windrades. Wir bitten um Beteiligung bei konkreter Standortplanung der neuen Windkraftanlagen.

Zu beachten ist (im Festpunktumfeld):
Die Geodätischen Grundnetzpunkte müssen mit einem Messbus anfahrbar bleiben.  Baumaßnahmen sind so durchzuführen, dass Festpunkte nicht gefährdet werden! Insbesondere sollten in unmittelbarer Punktnähe keine Erdarbeiten durchgeführt und keine Materialdepots oder Erdaushübe angelegt werden.

Rechtliche Hinweise:
Nach dem Vermessungs- und Geoinformationsgesetz Sachsen-Anhalt (VermGeoG LSA) in der Fassung der Bekanntmachung vom 15. September 2004 § 5 stehen Festpunkte unter besonderen Schutz. Eigentümer und Nutzungsberechtigte haben zu dulden, dass Marken zur amtlichen Kennzeichnung von Vermessungspunkten (Vermessungsmarken) und von Grenzen (Grenzmarken) auf ihren Grundstücken und an ihren baulichen Anlagen eingebracht und dass Vermessungssignale für die Dauer von Vermessungsarbeiten errichtet werden. Die Eigentümer und die Nutzungsberechtigten haben Handlungen zu unterlassen, die Vermessungsmarken sowie ihre Erkennbarkeit und Verwendbarkeit beeinträchtigen können. 

Die Verordnung zur Durchführung des Vermessungs- und Katastergesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (DVO VermKatG LSA) vom 24. Juni 1992 regelt in § 1 „Schutz der Vermessungsmarken“

(1) eine Schutzfläche wird beansprucht für Vermessungsmarken, die mit dem Boden verbunden sind...

(2) Die Schutzfläche liegt kreisförmig um die Vermessungsmarke.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001569 ID Stellungnehmer: 1001733
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXI Zörbig Süd/Glebitzsch
Inhalt

Vorschlag einer Erweiterung in südlicher Richtung durch Integration eines Teilbereichs der im Rahmen der allgemeinen Planungsabsicht 2023 ausgewiesenen Fläche Nr. 9 in das Vorranggebiet Nr. XXXI, auf insgesamt 453 ha.
Die beantragte Erweiterung umfasst rund 52,6 Hektar und würde zusätzlichen Raum für weitere Windenergieanlagen schaffen. In der beigefügten Karte ist die vorgeschlagene Ergänzungsfläche blau dargestellt.
Das gemäß § 9 FStrG geltende Bauverbot in einem Abstand von 40 Metern ab dem äußeren Fahrbahnrand der K 2056 wurde bei der Abgrenzung der vorgeschlagenen Erweiterung berücksichtigt.
Innerhalb der vorgeschlagenen Ergänzungsfläche liegen keine  Trinkwasserschutzgebiete vor. Zudem besteht keine Betroffenheit in Bezug auf die 380-kV-Leitungstrasse.

Die Vorrangfläche Nr. XXXI befindet sich auf den Gemeindegebieten der Stadt Zörbig sowie der Stadt Sandersdorf-Brehna, wobei der größere Teil der Fläche auf dem Gebiet der Stadt Zörbig liegt.
Die Fläche ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt und weist eine flache Geländestruktur auf. In Kombination mit den sehr guten mittleren Windgeschwindigkeiten bietet sie damit hervorragende Voraussetzungen für die Nutzung als Vorranggebiet für die Windenergie.
Innerhalb der Fläche befinden sich derzeit drei bestehende Windenergieanlagen, die in den Jahren 1999 bis 2002 errichtet wurden.
In der näheren Umgebung verlaufen die Autobahn A9 sowie verschiedene Industrie- und Gewerbegebiete. Die vorhandenen drei Windenergieanlagen innerhalb der Entwurfsfläche XXXI prägen das Gebiet bereits technologisch.
Im nordwestlichen Bereich liegt die Stadt Zörbig, im Westen die Ortschaft Spören. Südlich befinden sich die Orte Ouetzdölsdorf und Zeschdorf sowie südöstlich Beyersdorf. Nordöstlich grenzt die Ortschaft Großzöberitz an die Fläche.

Im auf dem Gemeindegebiet der Stadt Zörbig liegenden Flächenanteil befindet sich eine bestehende Windenergieanlage des Typs E-40/5.40, die am 27. Mai 1999 in Betrieb genommen wurde.
Die vorgeschriebene Mindestentfernung von 1.000 Metern vom Mastfuß der Windenergieanlage zur geschlossenen Wohnbebauung wird mit den dargestellten Grenzen des Vorranggebietes eingehalten.
Das Planungsgebiet wird zudem von einer 380-kV-Hochspannungsleitung sowie von einer Gasleitung durchquert.

Auf dem Gemeindegebiet der Stadt Sandersdorf-Brehna innerhalb der Fläche Nr. XXXI befinden sich zwei Windenergieanlagen des Typs E-40/6.44, die am 21. Juni 2002 in Betrieb genommen wurden.
Die geforderte Mindestentfernung von 1.000 Metern vom Mastfuß der Anlagen zur geschlossenen Wohnbebauung wird durch die Abgrenzung des Vorranggebiets eingehalten. Das Gebiet wird zudem von einer Gasleitung gequert.

Im nördlichen Bereich der Fläche Nr. XXXI verläuft eine Bahnverbindung zwischen Zörbig und Bitterfeld, die für den Güterverkehr genutzt wird. Zudem grenzen dort die K2069 sowie die B183 an das Gebiet.
Im Westen schließt die L143 an das mögliche Vorranggebiet Nr. XXXI an, während im Osten die Autobahn A9 verläuft. Durch die Nähe zur Autobahn A9 sowie zu den weiteren Straßen ist die Fläche sehr gut für den Antransport der Anlagenkomponenten erschlossen.

Nach unserer Kenntnislage sind innerhalb der Fläche Nr. XXXI keine militärischen Belange zu berücksichtigen. Belange der zivilen Luftfahrt sind im Gebiet der Fläche Nr. XXXI nicht betroffen.
Weder im Bereich der vorgeschlagenen südlichen Erweiterung noch in der näheren Umgebung der im ersten Entwurf dargestellten Vorrangfläche befinden sich Natura-2000-Gebiete oder EU-Vogelschutzgebiete. Ebenso liegen innerhalb der vorgeschlagenen Ergänzungsfläche keine Naturschutzgebiete (NSG), flächenhaften Naturdenkmäler, geschützte Landschaftsbestandteile oder gesetzlich geschützte Biotope vor. Die Auswertung des Steckbriefes für die Fläche Zörbig Süd / Glebitzsch zeigt, dass die Belastung der Schutzgüter Flora, Fauna und Biodiversität als gering einzuschätzen ist.

Raumordnerische Ziele stehen der geplanten Flächenerweiterung nicht entgegen – auch wenn dem Vorranggebiet für Landwirtschaft „Gebiet um Zörbig“ (gemäß Regionalen Entwicklungsplan A-B-W 2018) durch den Erweiterungsvorschlag eine zusätzliche Fläche entzogen wird. Die landwirtschaftliche Nutzung bleibt in dem betroffenen Bereich weiterhin möglich. Die Grundzüge der Raumordnung werden durch die geringfügige Verkleinerung des Vorranggebiets um ca. 53 ha nicht beeinträchtigt.
Zu diesem Ergebnis gelangte die Planungsgemeinschaft bereits im Rahmen der raumordnerischen Einzelfallprüfung und Umweltprüfung für das im 1. Entwurf dargestellte Vorranggebiet Nr. XXXI „Zörbig Süd / Glebitzsch“. Darüber hinaus befinden sich artenschutzrechtlich sensitive Bereiche in einem
ausreichend großen Abstand zur vorgesehenen Erweiterungsfläche.

Aufgrund der gegebenen Voraussetzungen ist das Gebiet nach § 28 Raumordnungsgesetz (siehe auch Gesetz zur Umsetzung von Vorgaben der RED III- Richtlinie, EU-Richtlinie 2023/2413, in Kraft seit 15.08.2025) als Beschleunigungsgebiet auszuweisen.
Verbleibende planungsrechtliche Fragestellungen können im Rahmen der nachgelagerten Genehmigungsverfahren geklärt werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. 

Die Stadt Zörbig leistet bereits mit einem Flächenanteil von 8 % ihres Stadtgebietes für die Nutzung der Windenergie den größten Anteil innerhalb der Planungsregion. Auch deshalb ist die Flächenerweiterung für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001569_001 ID Stellungnehmer: 1001733
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXI Zörbig Süd/Glebitzsch
Inhalt

Unterstützt wird die Auffassung der Planungsgemeinschaft, die Fläche Nr. XXXI (400 Hektar) für die Errichtung und den Betrieb von Windenergieanlagen vorzusehen.
Die vorgesehene Ausweisung nach dem Rotor-out-Prinzip ermöglicht eine effiziente Flächennutzung und schafft ausreichend Raum für mehrere Windenergieanlagen der modernen Leistungsklasse. In diesem Zusammenhang begrüßen wir ausdrücklich die Anwendung des Rotor-out-Ansatzes in den Vorranggebieten, da auf diese Weise das vorhandene Flächenpotenzial optimal genutzt werden kann.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001572 ID Stellungnehmer: 1001747
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VIII Güterglück
Inhalt

Ablehnung Entwurf zur Erweiterung des Windvorranggebietes und somit zur weiteren Errichtung von Windenergieanlagen (WEA) im Bereich von Gehrden/Güterglück:

1. Unzureichende Standortevaluation: Die Entscheidung für den Standort der Windenergieanlagen wurde offenbar ohne ausreichende Evaluierung der Umweltauswirkungen getroffen. Es fehlen umfassende Untersuchungen zur Vogel- und Fledermausmigration, zum Lärmpegel und zur potenziellen Störung der natürlichen Landschaft, sowie Bodenverhältnisse. Die Schädigung des Gödnitzer Sees, sowie die Gefährdung von Zugvögeln und Großtrappen kann nicht ausgeschlossen werden. Das ELER-Projekt (Europäischer Landwirtschaftsfond) hat so viel Geld in die Auswilderung der Großtrappe investiert, um nun diese Erfolge durch die nächste Steuergeldförderung zu zerstören.

2. Negative Auswirkungen auf die Gesundheit: Der Betrieb von Windenergieanlagen kann erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen, insbesondere in der Nähe von Wohngebieten. Der konstante Lärm, der von den sich drehenden Rotorblättern erzeugt wird, kann zu Schlafstörungen, Stress und anderen psychischen und physischen Beschwerden führen.

3. Schädigung des Landschaftsbildes: Die geplanten Windenergieanlagen sollen in einem Gebiet gebaut werden, das als ländliche Region schon mit schwacher Infrastruktur und wenig Attraktivität gestraft ist. Die Wertminderung der Immobilen wird enorm sein und bis hin zur Unverkäuflichkeit führen (Kalte Enteignung). Der Zuzug junger Familien wird ausbleiben und diese Region irgendwann aussterben lassen.

4. Fehlende Einbeziehung der Ortschaften: Die massiven Proteste der Bürger hinsichtlich der bereits genehmigten WEA werden komplett ignoriert. Die Widersprüche sind noch nicht abschließend bearbeitet und bei korrekter Bewertung wird auch der bestehende Genehmigungsbescheid der 13 WEA nichtig.

5. Alternativen nicht ausreichend geprüft: Es wurden keine Alternativen zur Windenergiegewinnung ausreichend geprüft. Solar- und Wasserkraft sowie andere erneuerbare Energien sollten ebenfalls in Betracht gezogen werden, um eine ausgewogene Energieversorgung zu gewährleisten. Auch ist die Problematik vorherrschend, dass der Strom, der durch die Windenergieanlagen produziert wird, nicht gespeichert werden kann. Die Überlastung unseres Stromnetzes ist zu befürchten. Von den hohen Netzanschlusskosten, die wir noch zahlen sollen, ganz zu schweigen. Der Stillstand der Windenergieanlagen verschafft den Betreibern, durch die Förderung hohe Einnahmen, die von uns Steuerzahlern gezahlt werden müssen.

6. Bedeutsames Bodendenkmal: In dem geplanten Gebiet befindet sich ein archäologisches Denkmal, ein im Boden verborgenes Zeugnis der Kulturgeschichte, was äußerst schätzenswert ist. Die Erhaltung ist von besonderer Bedeutung für unsere Region.

7. Restriktionszone Biosphärenreservat Mittelelbe: Das bezeichnete Gebiet befindet sich in der Restriktionszone des Biosphärenreservates Mittelelbe, in dem keine raumbedeutsamen Windenergieanlagen gebaut werden dürfen. Die Stadt Barby hat dies in Ihrem Flächennutzungsplan für Erneuerbare Energien dokumentiert. Der Plan ist auf der Internetseite der Stadt Barby zu finden.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001384

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu 1. Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Es besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

zu 2. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihaltens der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

zu 3. Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

zu 4. Das Genehmigungsverfahren für den Windpark Güterglück (13 WEA) ist kein Gegenstand des vorliegenden Planverfahrens.

zu 5. Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung oder Alternativtechnologien der Energieerzeugung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung. 

zu 6. Der Umgang mit archäologischen Kulturdenkmalen ist im Vorhabenzulassungsverfahren zu regeln.

zu 7. Die Erweiterung des Vorranggebietes Güterglück befindet sich in über 2,2 km Entfernung zum Biosphärenreservat Mittelelbe. Es gibt keine Restriktionszonen, die über das Biosphärenreservat hinaus wirken. 

Abwägungsentscheidung lfd. Nr. 2

StN-ID: 1001574 ID Stellungnehmer: 1001748
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VIII Güterglück
Inhalt

Ablehnung der Erweiterung des Vorranggebietes und somit zur weiteren Errichtung von Windenergieanlagen (WEA) im Bereich von Gehrden/Güterglück

1. Unzureichende Standortevaluation
Die Entscheidung für den Standort der Windenergieanlagen wurde offenbar ohne ausreichende Evaluierung der Umweltauswirkungen getroffen. Es fehlen umfassende Untersuchungen zur Vogel- und Fledermausmigration, zum Lärmpegel und zur potenziellen Störung der natürlichen Landschaft, sowie Bodenverhältnisse. Die Schädigung des Gödnitzer Sees, sowie die Gefährdung von Zugvögeln und Großtrappen kann nicht ausgeschlossen werden. Das ELER-Projekt (Europäischer Landwirtschaftsfond) hat so viel Geld in die Auswilderung der Großtrappe investiert, um nun diese Erfolge durch die
nächste Steuergeldförderung zu zerstören!?

2. Negative Auswirkungen auf die Gesundheit
Der Betrieb von Windenergieanlagen kann erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen, insbesondere in der Nähe von Wohngebieten. Der konstante Lärm, der von den sich drehenden Rotorblättern erzeugt wird, kann zu Schlafstörungen, Stress und anderen psychischen und physischen Beschwerden führen.

3. Schädigung des Landschaftsbildes
Die geplanten Windenergieanlagen sollen in einem Gebiet gebaut werden, das als ländliche Region schon mit schwacher Infrastruktur und wenig Attraktivität gestraft ist. Die Wertminderung der Immobilen wird enorm sein und bis hin zur Unverkäuflichkeit führen (Kalte Enteignung). Der Zuzug junger Familien wird ausbleiben und diese Region irgendwann aussterben lassen.

4. Fehlende Einbeziehung der Ortschaften
Die massiven Proteste der Bürger hinsichtlich der bereits genehmigten WEA werden komplett ignoriert. Die Widersprüche sind noch nicht abschließend bearbeitet und bei korrekter Bewertung wird auch der bestehende Genehmigungsbescheid der 13 WEA nichtig.

5. Alternativen nicht ausreichend geprüft
Es wurden keine Alternativen zur Windenergiegewinnung ausreichend geprüft. Solar- und Wasserkraft sowie andere erneuerbare Energien sollten ebenfalls in Betracht gezogen werden, um eine ausgewogene Energieversorgung zu gewährleisten. Auch ist die Problematik vorherrschend, dass der Strom, der durch die Windenergieanlagen produziert wird, nicht gespeichert werden kann. Die Überlastung unseres Stromnetzes ist zu befürchten. Von den hohen Netzanschlusskosten, die wir noch zahlen sollen, ganz zu schweigen. Der Stillstand der Windenergieanlagen verschafft den Betreibern, durch die Förderung hohe Einnahmen, die von uns Steuerzahlern gezahlt werden müssen.

6. Bedeutsames Bodendenkmal
In dem geplanten Gebiet befindet sich ein archäologisches Denkmal, ein im Boden verborgenes Zeugnis der Kulturgeschichte, was äußerst schätzenswert ist. Die Erhaltung ist von besonderer Bedeutung für unsere Region.

7.Restriktionszone Biosphärenreservat Mittelelbe
Das bezeichnete Gebiet befindet sich in der Restriktionszone des Biosphärenreservates Mittelelbe, in dem keine raumbedeutsamen Windenergieanlagen gebaut werden dürfen. Die Stadt Barby hat dies in Ihrem Flächennutzungsplan für Erneuerbare Energien dokumentiert. Der Plan ist auf der Internetseite der Stadt Barby zu finden.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001384

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu 1. Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Es besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

zu 2. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihaltens der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

zu 3. Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

zu 4. Das Genehmigungsverfahren für den Windpark Güterglück (13 WEA) ist kein Gegenstand des vorliegenden Planverfahrens.

zu 5. Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung oder Alternativtechnologien der Energieerzeugung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung. 

zu 6. Der Umgang mit archäologischen Kulturdenkmalen ist im Vorhabenzulassungsverfahren zu regeln.

zu 7. Die Erweiterung des Vorranggebietes Güterglück befindet sich in über 2,2 km Entfernung zum Biosphärenreservat Mittelelbe. Es gibt keine Restriktionszonen, die über das Biosphärenreservat hinaus wirken. 

Abwägungsentscheidung lfd. Nr. 2

StN-ID: 1001575 ID Stellungnehmer: 1001711
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leetza
Inhalt

Einwohner von Leetza und Eigentümer eines Landwirtschafts- und Forstbetriebes fordert Berücksichtigung und Ausweisung seiner Flächen

Die Flächen, die für den Bau und Betrieb von Windenergieanlagen geeignet sind (Gemarkung Leetza Flur ..., Flurstücke ... mit ca. 45 ha) sind mein Eigentum und ich habe sie fristgerecht bei der regionalen Planungsgemeinschaft angemeldet. Die Grundstücke sind nicht verpachtet, ich bin der Antragsteller für die EU-Fördermittel und sie werden durch Dritte in Dienstleistung konventionell für mich bewirtschaftet. Die Flächen liegen vollständig im landwirtschaftlich benachteiligten Gebiet und sind kein Bestandteil eines Vorrang- oder Vorbehaltsgebietes. Sie liegen aber im Landschaftsschutzgebiet Wittenberger Vorfläming und Zahnabachtal, allerdings nur ca. 500-1000 m von der östlichen Grenze entfernt. Nach den Ergebnissen der von Ihnen in Auftrag gegebenen Untersuchung wurde das Landschaftsschutzgebiet Wittenberger Vorfläming und Zahnabachtal als noch am geeignetsten für den Bau von Windenergieanlagen bewertet. Südlich angrenzend an meine Parzellen befindet sich das FFH/NATURA 2000 Gebiet Küchenholzgraben bei Zahna. Es handelt sich hierbei um extensiv genutzte Wiesenflächen, die aufgrund der nährstoffarmen und jetzt trockenen Bodenverhältnisse nur eine geringe Artenvielfalt aufweisen. Teil des NATURA 2000 Gebietes ist ein Flächennaturdenkmal, dessen Hauptschutzzweck eine Pfeifengras-Wiese und ein Borstgrasrasen ist. Bäume, die als Fledermausquartiere geeignet sind oder genutzt werden, gibt es dort nicht.

Der gemäß den einschlägigen immissionsschutzrechtlichen Vorgaben einzuhaltende Mindestabstand zu den im Umfeld nächstgelegenen Ortschaften beträgt durchgängig mehr als 1000 Meter. Die nächstbetroffenen Siedlungsbereiche sind hierbei die Ortschaft Leetza in östlicher sowie die Ortschaft Zahna in nördlicher Richtung. Unter Berücksichtigung der meteorologischen Rahmenbedingungen, insbesondere der vorherrschenden Hauptwindrichtung aus Südwest, ist eine relevante Beeinträchtigung dieser Orte durch Geräuschimmissionen nicht zu erwarten. Der Hauptwindrichtung nach Nordost folgend befinden sich die Ortschaften Zallmsdorf (mit < 100 Einwohnern) in ca. 2,5 km Entfernung und Ottmannsdorf (mit < 5 Einwohnern) in ca. 3,5 km Entfernung.

Die als Windvorranggebiet beantragte Fläche umfasst mit ca. 45 ha eine verhältnismäßig geringe Größe, was weniger als 1% sämtlicher Vorrangflächen beziehungsweise unter 0,01 % des gesamten Flächenpools entspricht. Gleichwohl erlaubt der Flächenzuschnitt die Errichtung von 5 Windenergieanlagen mit einer Einzelanlagenleistung von je 7 MW.

Der vorgesehene Betreiber beabsichtigt, auf dieser Fläche ein sogenanntes Hybridkraftwerk zu errichten, bestehend aus den Windenergieanlagen, Freiflächenphotovoltaik und Stromspeichern. Damit wäre eine nicht unerhebliche, kontinuierliche Stromproduktion gewährleistet. 

Die Fläche ist vergleichsweise einfach zu erschließen. Der Netzeinspeisepunkt befindet sich in einer Entfernung von ca. 3,5 Kilometer. Das Anschlusskabel muss nur entlang von öffentlichen, überwiegend unbefestigten Wegen, verlegt werden. Die Stromleitung, in die eingespeist werden kann, endet nach ca. 15 km direkt im Umspannwerk von SKW Piesteritz. Der vorgesehene Windparkbetreiber verfügt über einen Stromliefervertrag für erneuerbare Energie mit SKW Piesteritz. Damit würde der erzeugte Strom auch in der Region verbraucht werden können und trägt zur regionalen Wertschöpfung bei.

Bei einer bereits stattgefundenden Bürgerversammlung hat der vorgesehene Windparkbetreiber den Anwohnern angeboten, einen bestimmten Geldbetrag festverzinslich anlegen zu können oder Strompreiserstattungen zu bezahlen. Auch das trägt zur regionalen Wertschöpfung und Akzeptanzerhöhung vor Ort bei.

Im Gemeindegebiet der Stadt Zahna-Elster bestehen bereits mehrere Windparks. Der Windpark Mühlanger mit 7 WEA, wovon 4 oder 5 WEA auf dem Gebiet der Stadt Zahna-Elster stehen, soll in den kommenden Jahren aufgrund mangelnder Abstände zur Wohnbebauung zurückgebaut werden. Vor diesem Hintergrund stellen die geplanten 5 Windenergieanlagen auf meinen beantragten Flächen, einen fachlich wie planerisch geeigneten Ersatz dar. Der Windpark Mühlanger befindet sich in einer Entfernung von weniger als 5 Kilometer westlich entfernt von den beantragten Flächen.

Die Stadt Zahna-Elster hat aktuell ca. 2,5 % der Stadtfläche für Windenergie zur Verfügung gestellt. Das würde sich damit kaum ändern und ist im Vergleich mit anderen Regionen der regionalen Planungsgemeinschaft eher wenig bis durchschnittlich.

Die für die erforderlichen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen nötigen Flächen habe ich in ausreichender Größenordnung selbst im Eigentum. Dabei handelt es sich um Ackerflächen, die aufgeforstet, sowie um Waldflächen, die umgebaut werden können. Sie befinden sich in unmittelbarer Nähe des Vorhabens, auf jeden Fall aber in der Gemarkung Leetza.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Ein Teil der beantragten Fläche entspricht nicht den Auswahlkriterien, da der Nahbereich eines Rotmilanbrutplatzes betroffen ist. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001576 ID Stellungnehmer: 1001749
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VIII Güterglück
Inhalt

Ablehnung der Erweiterung des Vorranggebietes und somit zur weiteren Errichtung von Windenergieanlagen (WEA) im Bereich von Gehrden/Güterglück

1. Unzureichende Standortevaluation
Die Entscheidung für den Standort der Windenergieanlagen wurde offenbar ohne ausreichende Evaluierung der Umweltauswirkungen getroffen. Es fehlen umfassende Untersuchungen zur Vogel- und Fledermausmigration, zum Lärmpegel und zur potenziellen Störung der natürlichen Landschaft, sowie Bodenverhältnisse. Die Schädigung des Gödnitzer Sees, sowie die Gefährdung von Zugvögeln und Großtrappen kann nicht ausgeschlossen werden. Das ELER-Projekt (Europäischer Landwirtschaftsfond) hat so viel Geld in die Auswilderung der Großtrappe investiert, um nun diese Erfolge durch die
nächste Steuergeldförderung zu zerstören!?

2. Negative Auswirkungen auf die Gesundheit
Der Betrieb von Windenergieanlagen kann erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen, insbesondere in der Nähe von Wohngebieten. Der konstante Lärm, der von den sich drehenden Rotorblättern erzeugt wird, kann zu Schlafstörungen, Stress und anderen psychischen und physischen Beschwerden führen.

3. Schädigung des Landschaftsbildes
Die geplanten Windenergieanlagen sollen in einem Gebiet gebaut werden, das als ländliche Region schon mit schwacher Infrastruktur und wenig Attraktivität gestraft ist. Die Wertminderung der Immobilen wird enorm sein und bis hin zur Unverkäuflichkeit führen (Kalte Enteignung). Der Zuzug junger Familien wird ausbleiben und diese Region irgendwann aussterben lassen.

4. Fehlende Einbeziehung der Ortschaften
Die massiven Proteste der Bürger hinsichtlich der bereits genehmigten WEA werden komplett ignoriert. Die Widersprüche sind noch nicht abschließend bearbeitet und bei korrekter Bewertung wird auch der bestehende Genehmigungsbescheid der 13 WEA nichtig.

5. Alternativen nicht ausreichend geprüft
Es wurden keine Alternativen zur Windenergiegewinnung ausreichend geprüft. Solar- und Wasserkraft sowie andere erneuerbare Energien sollten ebenfalls in Betracht gezogen werden, um eine ausgewogene Energieversorgung zu gewährleisten. Auch ist die Problematik vorherrschend, dass der Strom, der durch die Windenergieanlagen produziert wird, nicht gespeichert werden kann. Die Überlastung unseres Stromnetzes ist zu befürchten. Von den hohen Netzanschlusskosten, die wir noch zahlen sollen, ganz zu schweigen. Der Stillstand der Windenergieanlagen verschafft den Betreibern, durch die Förderung hohe Einnahmen, die von uns Steuerzahlern gezahlt werden müssen.

6. Bedeutsames Bodendenkmal
In dem geplanten Gebiet befindet sich ein archäologisches Denkmal, ein im Boden verborgenes Zeugnis der Kulturgeschichte, was äußerst schätzenswert ist. Die Erhaltung ist von besonderer Bedeutung für unsere Region.

7.Restriktionszone Biosphärenreservat Mittelelbe
Das bezeichnete Gebiet befindet sich in der Restriktionszone des Biosphärenreservates Mittelelbe, in dem keine raumbedeutsamen Windenergieanlagen gebaut werden dürfen. Die Stadt Barby hat dies in Ihrem Flächennutzungsplan für Erneuerbare Energien dokumentiert. Der Plan ist auf der Internetseite der Stadt Barby zu finden.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001384

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu 1. Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Es besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

zu 2. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihaltens der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

zu 3. Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

zu 4. Das Genehmigungsverfahren für den Windpark Güterglück (13 WEA) ist kein Gegenstand des vorliegenden Planverfahrens.

zu 5. Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung oder Alternativtechnologien der Energieerzeugung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung. 

zu 6. Der Umgang mit archäologischen Kulturdenkmalen ist im Vorhabenzulassungsverfahren zu regeln.

zu 7. Die Erweiterung des Vorranggebietes Güterglück befindet sich in über 2,2 km Entfernung zum Biosphärenreservat Mittelelbe. Es gibt keine Restriktionszonen, die über das Biosphärenreservat hinaus wirken. 

Abwägungsentscheidung lfd. Nr. 2

StN-ID: 1001578 ID Stellungnehmer: 1001750
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Ich bin betroffener Grundeigentümer für Flächen innerhalb des geplanten Windfeldes/Suchraums und komme daher in dieser Sache auf Sie zu. Ich habe bereits seit Jahren viele Erfahrungen mit den bestehenden Windanlagen in Brehna/Roitzsch sammeln können. Einige der älteren Anlagen sind bereits ersetzt worden. Dafür wurden weniger Anlagen mit neuer Technik und mehr Ertrag gebaut, was ich grundsätzlich sehr unterstütze.

Bei der Ausweisung der neuen Eignungsgebiete ist das Windfeld Nr. II „Brehna/Roitzsch“ in westlicher Richtung nun etwas angepasst und leider nicht so gelegen, dass auch meine Flächen für die Windkraft nutzbar wären.
Die landwirtschaftliche Nutzung gestaltet sich mehr und mehr schwierig, so dass sich viele meine Grundstücksnachbarn bereits eine weitere Einnahmequelle durch die Verpachtung erschlossen haben. Diese Gelegenheit möchte ich ebenfalls gern nutzen und unterstütze die Ausweisung des Gebiets bis hin zur A9 und über die A9 hinweg in Richtung Juliushof vehement. Nach meinen Kenntnissen sprechen auch raumordnerisch keine Belange dagegen.

Bei der bisherigen Erneuerung des alten Windfeldes in Roitzsch, wurden eine Reihe von Maßnahmen für die Akzeptanz der Anlagen vor Ort in den Gemeinden getroffen. So partizipieren neben den Grundeigentümern auch die Anwohner und Nachbarn von der Planung. Für unseren dörflichen Zusammenhalt spielt das eine wichtige Rolle und lässt die Bürger etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Mitte September 2025 wurde auch das neue Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz beschlossen. Auf der ENERTRAG - Einwohnerveranstaltung am 18.09.2025 in Brehna, konnte ich sehen, wie sich das bereits für das derzeit ausgewiesene Windfeld für die Gemeinde und auch für die Bürger auswirken wird. Nun kann ich mir gut vorstellen, was für eine finanzielle Bereicherung die Erweiterung des Windfeldes über die A9 hinweg auch für die Bürger der umliegenden Gemeinden wäre.

Von daher möchte ich Sie bitten an der Erweiterung des Windfeldes bis über die A9 hinweg in Richtung Juliushof festzuhalten

Abwägung / Begründung

Referenz

1001496

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich bis westlich der A 9 erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte einer vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelart befinden.

Abwägungsentscheidung zu lfd. Nr. 6

StN-ID: 1001579 ID Stellungnehmer: 1001751
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Ich bin betroffener Grundeigentümer für Flächen innerhalb des geplanten Windfeldes/Suchraums und komme daher in dieser Sache auf Sie zu. Ich habe bereits seit Jahren viele Erfahrungen mit den bestehenden Windanlagen in Brehna/Roitzsch sammeln können. Einige der älteren Anlagen sind bereits ersetzt worden. Dafür wurden weniger Anlagen mit neuer Technik und mehr Ertrag gebaut, was ich grundsätzlich sehr unterstütze.

Bei der Ausweisung der neuen Eignungsgebiete ist das Windfeld Nr. II „Brehna/Roitzsch“ in westlicher Richtung nun etwas angepasst und leider nicht so gelegen, dass auch meine Flächen für die Windkraft nutzbar wären.
Die landwirtschaftliche Nutzung gestaltet sich mehr und mehr schwierig, so dass sich viele meine Grundstücksnachbarn bereits eine weitere Einnahmequelle durch die Verpachtung erschlossen haben. Diese Gelegenheit möchte ich ebenfalls gern nutzen und unterstütze die Ausweisung des Gebiets bis hin zur A9 und über die A9 hinweg in Richtung Juliushof vehement. Nach meinen Kenntnissen sprechen auch raumordnerisch keine Belange dagegen.

Bei der bisherigen Erneuerung des alten Windfeldes in Roitzsch, wurden eine Reihe von Maßnahmen für die Akzeptanz der Anlagen vor Ort in den Gemeinden getroffen. So partizipieren neben den Grundeigentümern auch die Anwohner und Nachbarn von der Planung. Für unseren dörflichen Zusammenhalt spielt das eine wichtige Rolle und lässt die Bürger etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Mitte September 2025 wurde auch das neue Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz beschlossen. Auf der ENERTRAG - Einwohnerveranstaltung am 18.09.2025 in Brehna, konnte ich sehen, wie sich das bereits für das derzeit ausgewiesene Windfeld für die Gemeinde und auch für die Bürger auswirken wird. Nun kann ich mir gut vorstellen, was für eine finanzielle Bereicherung die Erweiterung des Windfeldes über die A9 hinweg auch für die Bürger der umliegenden Gemeinden wäre.

Von daher möchte ich Sie bitten an der Erweiterung des Windfeldes bis über die A9 hinweg in Richtung Juliushof festzuhalten

Abwägung / Begründung

Referenz

1001496

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich bis westlich der A 9 erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte einer vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelart befinden.

Abwägungsentscheidung zu lfd. Nr. 6

StN-ID: 1001581 ID Stellungnehmer: 1001753
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Ich bin betroffener Grundeigentümer für Flächen innerhalb des geplanten Windfeldes/Suchraums und komme daher in dieser Sache auf Sie zu. Ich habe bereits seit Jahren viele Erfahrungen mit den bestehenden Windanlagen in Brehna/Roitzsch sammeln können. Einige der älteren Anlagen sind bereits ersetzt worden. Dafür wurden weniger Anlagen mit neuer Technik und mehr Ertrag gebaut, was ich grundsätzlich sehr unterstütze.

Bei der Ausweisung der neuen Eignungsgebiete ist das Windfeld Nr. II „Brehna/Roitzsch“ in westlicher Richtung nun etwas angepasst und leider nicht so gelegen, dass auch meine Flächen für die Windkraft nutzbar wären.
Die landwirtschaftliche Nutzung gestaltet sich mehr und mehr schwierig, so dass sich viele meine Grundstücksnachbarn bereits eine weitere Einnahmequelle durch die Verpachtung erschlossen haben. Diese Gelegenheit möchte ich ebenfalls gern nutzen und unterstütze die Ausweisung des Gebiets bis hin zur A9 und über die A9 hinweg in Richtung Juliushof vehement. Nach meinen Kenntnissen sprechen auch raumordnerisch keine Belange dagegen.

Bei der bisherigen Erneuerung des alten Windfeldes in Roitzsch, wurden eine Reihe von Maßnahmen für die Akzeptanz der Anlagen vor Ort in den Gemeinden getroffen. So partizipieren neben den Grundeigentümern auch die Anwohner und Nachbarn von der Planung. Für unseren dörflichen Zusammenhalt spielt das eine wichtige Rolle und lässt die Bürger etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Mitte September 2025 wurde auch das neue Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz beschlossen. Auf der ENERTRAG - Einwohnerveranstaltung am 18.09.2025 in Brehna, konnte ich sehen, wie sich das bereits für das derzeit ausgewiesene Windfeld für die Gemeinde und auch für die Bürger auswirken wird. Nun kann ich mir gut vorstellen, was für eine finanzielle Bereicherung die Erweiterung des Windfeldes über die A9 hinweg auch für die Bürger der umliegenden Gemeinden wäre.

Von daher möchte ich Sie bitten an der Erweiterung des Windfeldes bis über die A9 hinweg in Richtung Juliushof festzuhalten.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001496

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich bis westlich der A 9 erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte einer vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelart befinden.

Abwägungsentscheidung zu lfd. Nr. 6

StN-ID: 1001582 ID Stellungnehmer: 1001754
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Ich bin betroffener Grundeigentümer für Flächen innerhalb des geplanten Windfeldes/Suchraums und komme daher in dieser Sache auf Sie zu. Ich habe bereits seit Jahren viele Erfahrungen mit den bestehenden Windanlagen in Brehna/Roitzsch sammeln können. Einige der älteren Anlagen sind bereits ersetzt worden. Dafür wurden weniger Anlagen mit neuer Technik und mehr Ertrag gebaut, was ich grundsätzlich sehr unterstütze.

Bei der Ausweisung der neuen Eignungsgebiete ist das Windfeld Nr. II „Brehna/Roitzsch“ in westlicher Richtung nun etwas angepasst und leider nicht so gelegen, dass auch meine Flächen für die Windkraft nutzbar wären.
Die landwirtschaftliche Nutzung gestaltet sich mehr und mehr schwierig, so dass sich viele meine Grundstücksnachbarn bereits eine weitere Einnahmequelle durch die Verpachtung erschlossen haben. Diese Gelegenheit möchte ich ebenfalls gern nutzen und unterstütze die Ausweisung des Gebiets bis hin zur A9 und über die A9 hinweg in Richtung Juliushof vehement. Nach meinen Kenntnissen sprechen auch raumordnerisch keine Belange dagegen.

Bei der bisherigen Erneuerung des alten Windfeldes in Roitzsch, wurden eine Reihe von Maßnahmen für die Akzeptanz der Anlagen vor Ort in den Gemeinden getroffen. So partizipieren neben den Grundeigentümern auch die Anwohner und Nachbarn von der Planung. Für unseren dörflichen Zusammenhalt spielt das eine wichtige Rolle und lässt die Bürger etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Mitte September 2025 wurde auch das neue Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz beschlossen. Auf der ENERTRAG - Einwohnerveranstaltung am 18.09.2025 in Brehna, konnte ich sehen, wie sich das bereits für das derzeit ausgewiesene Windfeld für die Gemeinde und auch für die Bürger auswirken wird. Nun kann ich mir gut vorstellen, was für eine finanzielle Bereicherung die Erweiterung des Windfeldes über die A9 hinweg auch für die Bürger der umliegenden Gemeinden wäre.

Von daher möchte ich Sie bitten an der Erweiterung des Windfeldes bis über die A9 hinweg in Richtung Juliushof festzuhalten.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001496

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich bis westlich der A 9 erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte einer vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelart befinden.

Abwägungsentscheidung zu lfd. Nr. 6

StN-ID: 1001583 ID Stellungnehmer: 1001755
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Ich bin betroffener Grundeigentümer für Flächen innerhalb des geplanten Windfeldes/Suchraums und komme daher in dieser Sache auf Sie zu. Ich habe bereits seit Jahren viele Erfahrungen mit den bestehenden Windanlagen in Brehna/Roitzsch sammeln können. Einige der älteren Anlagen sind bereits ersetzt worden. Dafür wurden weniger Anlagen mit neuer Technik und mehr Ertrag gebaut, was ich grundsätzlich sehr unterstütze.

Bei der Ausweisung der neuen Eignungsgebiete ist das Windfeld Nr. II „Brehna/Roitzsch“ in westlicher Richtung nun etwas angepasst und leider nicht so gelegen, dass auch meine Flächen für die Windkraft nutzbar wären.
Die landwirtschaftliche Nutzung gestaltet sich mehr und mehr schwierig, so dass sich viele meine Grundstücksnachbarn bereits eine weitere Einnahmequelle durch die Verpachtung erschlossen haben. Diese Gelegenheit möchte ich ebenfalls gern nutzen und unterstütze die Ausweisung des Gebiets bis hin zur A9 und über die A9 hinweg in Richtung Juliushof vehement. Nach meinen Kenntnissen sprechen auch raumordnerisch keine Belange dagegen.

Bei der bisherigen Erneuerung des alten Windfeldes in Roitzsch, wurden eine Reihe von Maßnahmen für die Akzeptanz der Anlagen vor Ort in den Gemeinden getroffen. So partizipieren neben den Grundeigentümern auch die Anwohner und Nachbarn von der Planung. Für unseren dörflichen Zusammenhalt spielt das eine wichtige Rolle und lässt die Bürger etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Mitte September 2025 wurde auch das neue Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz beschlossen. Auf der ENERTRAG - Einwohnerveranstaltung am 18.09.2025 in Brehna, konnte ich sehen, wie sich das bereits für das derzeit ausgewiesene Windfeld für die Gemeinde und auch für die Bürger auswirken wird. Nun kann ich mir gut vorstellen, was für eine finanzielle Bereicherung die Erweiterung des Windfeldes über die A9 hinweg auch für die Bürger der umliegenden Gemeinden wäre.

Von daher möchte ich Sie bitten an der Erweiterung des Windfeldes bis über die A9 hinweg in Richtung Juliushof festzuhalten.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001496

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich bis westlich der A 9 erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte einer vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelart befinden.

Abwägungsentscheidung zu lfd. Nr. 6

StN-ID: 1001585 ID Stellungnehmer: 1001629
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Meine Ablehnung beruht vor allem auf konkreten Erfahrungen, die wir im Zusammenhang mit dem kürzlich erfolgten Repowering in unserer Region (Roitzsch/Renneritz) gemacht haben:

Die bisherigen Anlagen in der Nähe von Renneritz waren für die Anwohner kaum oder gar nicht hörbar und wurden dementsprechend nur selten als störend empfunden. Mit dem Bau der neuen Repowering-Anlagen hat sich dies deutlich verändert: Sie erzeugen hörbare Geräusche, insbesondere in den Nachtstunden oder bei bestimmten Windrichtungen. Diese Lärmbelastung hat bei vielen Bewohnerinnen und Bewohnern zu Schlafstörungen, gesundheitlichem Unwohlsein und einer spürbaren Minderung der Lebensqualität geführt. Unsere Erfahrungen zeigen deutlich: Repowering ist keine reine Modernisierungsmaßnahme, vielmehr entstehen dadurch neue, reale Belastungen für die Bevölkerung, trotz des Einsatzes moderner Technik.

Weiter stellt sich mir die Frage wie eine Planungsgemeinschaft beurteilen soll, wenn derart viele Risiken und wissenschaftliche Hemmnisse nicht bzw. schlecht untersucht sind und damit für sie kaum zugänglich sind.:

Energieentzug durch Windkraftanlagen, ein unterschätzter Eingriff ins Lokalklima Windkraftanlagen entziehen dem Wind seine kinetische Energie, um Strom zu erzeugen. Dies führt zwangsläufig zu einer Veränderung der natürlichen Luftbewegung, insbesondere im sogenannten Nachlaufbereich (Wake-Effekt), wo der Wind abgeschwächt und turbulenter wird. Studien zeigen, dass dies spürbare Auswirkungen auf das Mikroklima haben kann: etwa erhöhte nächtliche Temperaturen, veränderte Luftfeuchtigkeit, und Einflüsse auf Bodenfeuchte und Vegetation. Bei größeren Anlagen oder Windparks können sich diese Effekte über mehrere Kilometer ausbreiten und langfristig regionale Wetter- und Windverhältnisse beeinflussen. Diese physikalisch bedingten Eingriffe werden bislang nicht ausreichend berücksichtigt, obwohl sie reale Auswirkungen auf Umwelt und Lebensqualität haben, insbesondere bei einer hohen Konzentration von Anlagen in einer Region.  

Mit großer Sorge beobachten wir das derzeit laufende Repowering-Vorhaben zwischen unseren Ortschaften. Bereits jetzt stehen drei der neuen, deutlich größeren Windkraftanlagen, und der Eindruck ist erdrückend. Die neuen Anlagen überragen die Landschaft in einer bislang nicht gekannten Dimension. Besonders beunruhigend ist, dass sie direkt entlang eines wichtigen Verbindungswegs errichtet wurden, der nicht nur von Spaziergängern und Radfahrern, sondern auch von Schulkindern täglich genutzt wird. Viele Anwohner, uns eingeschlossen, empfinden bereits jetzt ein Gefühl der Unsicherheit, wenn sie sich den riesigen Anlagen nähern. Die Geräuschkulisse, der Schattenwurf und die schiere Größe wirken bedrohlich und einschüchternd, besonders auf Kinder. Es ist nicht hinnehmbar, dass ein solcher Schulweg künftig durch eine technische Infrastruktur führt, die Ängste schürt und das Sicherheitsgefühl beeinträchtigt. Zudem sind die langfristigen gesundheitlichen und psychischen Auswirkungen solcher überdimensionierten Anlagen, gerade bei sensiblen Gruppen wie Kindern, bislang nicht ausreichend erforscht. Auch der Rückzug aus der freien Landschaft, die bisher zur Erholung und als sicherer Alltagsweg diente, ist ein nicht zu unterschätzender Verlust an Lebensqualität. Wir fordern daher mit Nachdruck, das Repowering-Projekt in dieser Form zu überdenken und besondere Rücksicht auf die Sicherheit und das Wohl der Kinder sowie die betroffenen Anwohner zu nehmen. Eine technische Aufrüstung darf nicht zulasten der Lebensqualität und des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung erfolgen.

Ein weiterer, gravierender Aspekt ist die unmittelbare Nähe des Flugplatzes Renneritz, der an das geplante Windkraftfeld angrenzt. Der Flugplatz wird regelmäßig von Segelfliegern genutzt, dient Hubschraubern für Start- und Landetrainings und steht auch Fallschirmspringern zur Verfügung. Die neuen, deutlich höheren Anlagen stellen für diese Nutzungen eine erhebliche Gefährdung der Flugsicherheit dar. Besonders bei Segel- und Fallschirmsprüngen, die stark von Thermik, Sichtverhältnissen und ausreichend freiem Luftraum abhängen, können die Rotoren eine massive Gefahr für Mensch und Material bedeuten. Auch für Hubschraubereinsätze – möglicherweise auch im Rettungs- oder Katastrophenfall – entsteht durch die Nähe der Windräder ein deutlich erhöhtes Risiko. Ein solcher Standort widerspricht aus unserer Sicht jeglichen Anforderungen an eine verantwortungsvolle Raumplanung und gefährdet aktiv bestehende Luftsport- und Trainingsbetriebe sowie die allgemeine Sicherheit im Luftraum über unserer Region.

Wir appellieren nachdrücklich an die zuständige Planungsgemeinschaft, unsere praktischen Erfahrungen sowie die vorgebrachten, nachvollziehbaren Argumente ernsthaft zu prüfen. Die Menschen in Renneritz und den umliegenden Ortsteilen erwarten eine faire und verantwortungsvolle Planung, die Lebensqualität, Gesundheit und die Entwicklung unserer Ortschaften nicht gefährdet. Vor diesem Hintergrund fordern wir, das geplante Repowering- und Ausbauvorhaben in der derzeit vorgesehenen Form nicht weiterzuverfolgen. Insbesondere lehnen wir es ab, das Gebiet rund um unsere Stadtmitte weiterhin als Vorranggebiet für Windenergienutzung auszuweisen. Da aktuell keine wirksamen Höhenbeschränkungen planerisch durchsetzbar sind, sehen wir keine Grundlage, dieses Gebiet weiterhin für die Errichtung von Windenergieanlagen vorzusehen. Die Interessen der betroffenen Bevölkerung müssen endlich stärkere Berücksichtigung finden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Es handelt sich um einen Bestands-Vorranggebiet im rechtskräftigen Sachlichen Teilplans "Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" 2018 (STP Wind 2018) mit einem rechtmäßig errichteten Windpark. Die Windenergieanlagen werden derzeit dem Repowering unterzogen. Gemäß § 16b BImSchG umfasst das Repowering den vollständigen oder teilweisen Austausch von Anlagen oder Betriebssystemen und -geräten zum Austausch von Kapazität oder zur Steigerung der Effizienz oder der Kapazität der Anlage, unabhängig vom Umfang der baulichen Größenunterschiede, der Leistungssteigerungen oder der Veränderungen der Anlagenanzahl im Verhältnis zur Bestandsanlage. Grundsätzlich sind Repowering-Vorhaben im Sinne des § 16b Abs. 1 und 2 des BImSchG bis zum Ablauf des 31.12.2030 im Außenbereich frei privilegiert (§ 249 Abs. 3 BauGB). D.h. sie dürfen auch außerhalb der im noch rechtswirksamen STP Wind 2018 festgelegten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie mit der Wirkung von Eignungsgebieten errichtet werden. Dieser STP Wind 2018 tritt mit Inkrafttreten des neuen Sachlichen Teilplan "Windenergie 2027 in Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" oder per Gesetz am 31.12.2027 außer Kraft. 

Die Regionalversammlung hat zur Aufstellung des neuen Sachlichen Teilplans "Windenergie 2027" ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Um eine solche Erweiterung handelt es sich hier.

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung. 

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Belange der Flugsicherung sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens (siehe Urteil des OVG Magdeburg 2 L 47/16 vom 05.12.2018 "Da hiernach eine genaue Klärung der Problematik der Bauverbote nach § 18a LuftVG der auf der Ebene der Regionalplanung nicht zu leisten ist, kann dies der Feinsteuerung im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren überlassen werden.").

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586 ID Stellungnehmer: 1001757
Windenergie 2027
Inhalt

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die Möglichkeit zur Stellungnahme. 

Im Anhang sende ich Ihnen die gebündelte Stellungnahme des Landkreises Anhalt-Bitterfeld zur Neuaufstellung des Sachlichen Teilplans "Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" / 1. Entwurf.

Mit freundlichem Gruß

Anja Sachenbacher

SB Breitbandausbau / Raumordnung

FB 63 Bauordnung

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001586_001 ID Stellungnehmer: 1001757
Windenergie 2027
Inhalt

Von Seiten der unteren Bodenschutzbehörde gibt es zum o.g. Vorhaben keine Einwände, wenn folgende Hinweise berücksichtigt werden:
Hinweise:
Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld verfügt als zuständige untere Bodenschutzbehörde auf Grundlage des § 11 BBodSchG i.V.m §§ 9, 11 BodSchAG LSA über ein flächendeckendes Kataster von altlastverdächtigen Flächen und schädlichen Bodenveränderungen.
Schädliche Bodenveränderungen sind entsprechend § 2 Abs. 3 Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) vom 17. März 1998 Beeinträchtigungen der Bodenfunktionen, die geeignet sind Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für den Einzelnen oder die Allgemeinheit herbeizuführen. Verdachtsflächen im Sinne des § 2 Abs. 4 BBodSchG sind Grundstücke, bei denen der Verdacht schädlicher Bodenveränderungen besteht.
Altlasten im Sinne des § 2 Abs. 5 BBodSchG sind stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen sowie sonstige Grundstücke, auf denen Abfälle behandelt, gelagert und abgelagert worden sind (Altablagerungen) und Grundstücke stillgelegter Anlagen und sonstige Grundstücke, auf denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen worden ist (Altstandorte), ausgenommen Anlagen, deren Stilllegung einer Genehmigung nach dem Atomgesetz bedarf, durch die schädliche Bodenveränderungen oder sonstige Gefahren für den Einzelnen oder die Allgemeinheit hervorgerufen werden.
Altlastverdächtige Flächen im Sinne des & 2 Abs. 6 BBodSchG sind Altablagerungen und Altstandorte, bei denen der Verdacht schädlicher Bodenveränderungen oder sonstiger Gefahren für den Einzelnen oder die Allgemeinheit besteht.
Die untere Bodenschutzbehörde des Landkreises Anhalt-Bitterfeld wird die in ihrem Zuständigkeitsbereich notwendigen Hinweise und Auflagen, insbesondere in Bezug auf möglicherweise betroffene Altlastverdachtsflächen und schädliche Bodenveränderungen, standortspezifisch im Rahmen der einzelnen Vorhaben prüfen und mitteilen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001586_002 ID Stellungnehmer: 1001757
Windenergie 2027
Inhalt

Bereich Bodendenkmalpflege
Im Bereich der Region des Landkreises Anhalt-Bitterfeld befinden sich gemäß § 2 DenkmSchG LSA zahlreiche archäologische Kulturdenkmale — darunter Siedlungen, Befestigungen/Grabenwerke, Erdbestattungen und Grabhügel sowie weitere Fundstellen: Ur- und Frühgeschichte, Jungsteinzeit, Bronzezeit, vorrömische Eisenzeit, römische Kaiser-/ Völkerwanderungszeit, Mittelalter, Neuzeit.
Aus Sicht der archäologischen Denkmalpflege bestehen darüber hinaus aufgrund der topographischen Situation und der naturräumlichen Gegebenheiten (Bodenqualität, Gewässernetz, klimatische Bedingungen) sowie aufgrund analoger Gegebenheiten vergleichbarer Siedlungsregionen auch begründete Anhaltspunkte (vgl. 8 14 Abs. 2 DenkmSchG LSA),dass bei Bodeneingriffen bislang unbekannte Bodendenkmale entdeckt werden. Denn zahlreiche Beobachtungen haben innerhalb der letzten Jahre gezeigt, dass aus Luftbildbefunden, Lesefunden etc. nicht alle archäologischen Kultur-denkmale bekannt sind und nicht bekannt sein können; vielmehr werden diese oftmals erst bei invasiven Eingriffen erkannt. Die zu erwartenden Baumaßnahmen für die Windkraftanlagen mit ihren Umspannanlagen und Energiespeichern führen zu erheblichen Eingriffen, Veränderungen und Beeinträchtigungen der archäologischen Kulturdenkmale. Gemäß § 1 und § 9 DenkmSchG LSA sind archäologische Kulturdenkmale im Sinne des DenkmSchG LSA zu schützen, zu erhalten und zu pflegen (substanzielle Primärerhaltungspflicht). Hierbei erstreckt sich der Schutz auf die gesamte Substanz des Kulturdenkmales einschließlich seiner Umgebung, soweit dies für die Erhaltung, Wirkung, Erschließung und die wissenschaftliche Forschung von Bedeutung ist.
Die archäologischen Kulturdenkmale sind für den Tourismus und für die kulturelle Identität der Region des Landkreises Anhalt-Bitterfeld von herausragender Bedeutung. Hervorzuheben sind die erhaltenen Großsteingräber aus der Jungsteinzeit in der Steinzeitlandschaft Latdorf, die sich bis in den Landkreis Anhalt-Bitterfeld erstreckt. Dies betrifft unmittelbar die Planung für das Vorranggebiet Windenergie Nr. 4 Dornbock/Drosa/Kleinpaschleben - der südliche Teil des Vorranggebietes Windenergie Dornbock/Drosa/Kleinpaschleben überschneidet sich mit dem Vorbehaltsgebiet für Kultur- und Denkmalpflege Steinzeitlandschaft Latdorf. Das Areal der Steinzeitlandschaft Latdorf muss aus facharchäologischer Sicht aufgrund seiner besonderen, insbesondere obertägigen Erhaltung und der bislang weitgehend gewahrten „Leere im Raum“ herausragender archäologischer Bodendenkmale von jeglichen Planungen ausgenommen werden.
Grundsätzlich bedürfen jegliche Bauvorhaben für Windenergieanlagen sowie deren Nebeneinrichtungen in der Region des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, die mit Erdeingriffen einher gehen, einer denkmalrechtlichen Genehmigung nach § 14 DenkmSchG LSA. Der Umgang mit den archäologischen Kulturdenkmalen ist jeweils im Rahmen der notwendigen Genehmigungsverfahren zu regeln.
Aufgrund der Siedlungsgeschichte der Region können weitere Fundsituationen bzw. archäologische Quellen nicht ausgeschlossen werden. Gemäß § 2 in Verb. mit § 18 Abs. 1 DenkmSchG LSA entsteht ein Denkmal ipso iure und nicht durch einen Verwaltungsakt. Alle Kulturdenkmale genießen gemäß § 14 Abs. 1 und § 14 Abs. 2 Gleichbehandlung.
Bodeneingriffe führen zu erheblichen Eingriffen, Veränderungen und Beeinträchtigungen der Kulturdenkmale.
In diesem Sinne bittet die untere Denkmalschutzbehörde (UDB) des Landkreises Anhalt-Bitterfeld sowie das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA LSA, Denkmalfachamt, Bereich Bodendenkmalpflege) schon heute darum, in alle weiteren Planungsverfahrensschritte etc. eingebunden zu werden. So sind bei der Planung und Umsetzung etwaiger Erdeingriffe genaue Einzelfallprüfungen erforderlich, um die Auswirkungen auf die archäologischen Bodendenkmale ermessen und bewerten zu können. Der Umgang mit den archäologischen Kulturdenkmalen ist jeweils im Rahmen der erforderlichen Genehmigungsverfahren bzw. auf der nachgeordneten Planungsebene zu klären.
Es wird gebeten diese Vorgehensweise auch in Anlage 1 zum Umweltbericht je Projektgebiet zu vermerken.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange des archäologischen Denkmalschutzes sind im Vorhabenzulassungsverfahren zu berücksichtigen.

Im 2. Entwurf LEP LSA ist kein Vorbehaltsgebiet für Kultur und Denkmalpflege "Steinzeitlandschaft Latdorf" festgelegt worden, da keine überregionale Bedeutung erkannt wurde. Im REP ABW 2018 ist diese Fläche als Vorranggebiet für die Landwirtschaft ausgewiesen, da keine regionale Bedeutung für ein Vorbehaltsgebiet festgestellt werde konnte. Die Belange des Denkmalschutzes sind auf der nachfolgenden Genehmigungsebene im Einzelfall zu prüfen, da erst dann die Standorte von Windenergieanlagen bekannt sind.

Hinweise auf das Genehmigungsverfahren sind kein Inhalt des Umweltberichts.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_003 ID Stellungnehmer: 1001757
Windenergie 2027
Inhalt

Bereich Bau-, Kunst- und Gartendenkmalpflege
Im Areal des Landkreises Anhalt-Bitterfeld befinden sich gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 1, 2 und 6 des Denkmalschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (DenkmSchG LSA) zahlreiche Baudenkmale, Denkmalbereiche und auch Kleindenkmale - historische Orts- und Parkanlagen samt Kirchen, Hofanlagen und Gedenksteinen: u. a. Aken, Gröbzig, Zörbig, Cösitz, Storkau, Quellendorf. Für diese Kulturdenkmale besteht Umgebungsschutz!
Viele der Sondergebiete (SO) für Windenergieanlagen in den Bauleitplänen sind bereits im Einzelnen von der unteren Denkmalschutzbehörde (UDB) und dem Denkmalfachamt (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, LDA LSA, Bereich Bau- und Kunstdenkmalpflege sowie Gartendenkmalpflege) im Rahmen der jeweiligen Verfahren geprüft worden. Durch die meisten der SO sind keine Garten- sowie Bau- und Kunstdenkmalpflegerische Belange betroffen.
Dennoch muss auch hier nochmals auf die o.g. Baudenkmale und Denkmalbereiche hingewiesen werden. Einer Genehmigung durch die zuständige Denkmalschutzbehörde bedarf, wer ein Kulturdenkmal instand setzen, umgestalten oder verändern; in seiner Nutzung verändern; durch Errichtung, Wegnahme oder Hinzufügen von Anlagen in seiner Umgebung im Bestand und Erscheinungsbild verändern, beeinträchtigen oder zerstören will (§ 14 Abs. 1 Nr. 1 - 5).
 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001586_004 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIX Zerbst Flugplatz
Inhalt

Der Teilplan Windenergie 2027 steht im Landkreis Anhalt-Bitterfeld dem Schutzzweck des
Trinkwasserschutzgebietes Fläming entgegen. Das Windenergievorranggebiet XXIX berührt die Trinkwasserschutzzone Ill des i. S. des § 51 WHG festgesetzten Trinkwasserschutzgebietes Fläming (Verordnung des Landkreises Anhalt- Bitterfeld vom 31.01.2023, veröffentlicht am 03.03.2023). Die TWM GmbH kann hier über 4 Brunnen Grundwasser zur Trinkwasserversorgung fördern.

Gem. der Anlage 2 der o. g. Schutzgebietsverordnung ist der Umgang mit wassergefährdenden Stoffen im begrenzten Umfang und nur innerhalb von Anlagen zulässig. Das Befördern von wassergefährdenden Stoffen ist grundsätzlich verboten. Die Schutzfunktion des Oberbodens darf nicht beeinträchtigt werden. Hinzu kommt hier, dass es sich um einen gering bis sehr gering geschützten Grundwasserleiter handelt.
Da Windenergieanlagen Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen sind und deren Errichtung bereits einen erheblichen Einfluss auf die Schutzziele hat, ebenso die spätere Wartung mit dem Austausch von wassergefährdenden Stoffen, unterliegen Windenergieanlagen den Verboten der Schutzgebietsverordnungen. Auch wenn sich bereits Windenergieanlagen in den bestehenden Trinkwasserschutzgebieten befinden, ist eine zusätzliche Ausweisung weiterer in Trinkwasserschutzgebieten liegender Windeignungsflächen zum Schutz des Grundwassers als Trinkwasserquelle abzulehnen.
Auch wenn Windenergieanlagen gem. 8 2 EEG mit überwiegenden Gründen des Allgemeinwohls begründet werden, ist im Sinne des Besorgnisgrundsatzes des § 48 WHG zu verlangen, dass die Gefährdung der Wasserversorgung auszuschließen ist. Denn auch die Versorgung mit geeignetem Trinkwasser als Lebensmittel stellt ein hohes Gut dar und ist hier als vorrangiges Schutzgut abzuwägen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Abfälle, Gefahrstoffe usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen, welches die Belange des Wasserschutzes berücksichtigt (siehe Ziel 4.4.2.4-25 STP Windenergie 2027 und Kapitel 2.1.4.11 der Planungskonzeption).

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_005 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVIII Prosigk
Inhalt

Der Teilplan Windenergie 2027 steht im Landkreis Anhalt-Bitterfeld dem Schutzzweck des Trinkwasserschutzgebietes Fernsdorf-Prosigk entgegen. Das Windenergievorranggebiet XVIII berührt die Schutzzone Ill des Trinkwasserschutzgebietes Fernsdorf-Prosigk (Beschluss des Kreistages Köthen vom 22.12.1982, Beschluss-Nr.: 64-22./82, übergeleitet gem. § 106 WHG). Die MIDEWA GmbH, NL Anhalt-Harzvorland fördert hier über 5 Brunnen Grundwasser zur Trinkwasserversorgung. Im Schutzgebiet sind jegliche Maßnahmen, welche das Grundwasser nachhaltig beeinträchtigen, verboten. So ist hier u. a. der Einsatz von wassergefährdenden Stoffen verboten. Gem. der Anlage 2 der o. g. Schutzgebietsverordnung ist der Umgang mit wassergefährdenden Stoffen im begrenzten Umfang und nur innerhalb von Anlagen zulässig. Das Befördern von wassergefährdenden Stoffen ist grundsätzlich verboten. Die Schutzfunktion des Oberbodens darf nicht beeinträchtigt werden. Hinzu kommt hier, dass es sich um einen gering bis sehr gering geschützten Grundwasserleiter handelt.
Da Windenergieanlagen Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen sind und deren Errichtung bereits einen erheblichen Einfluss auf die Schutzziele hat, ebenso die spätere Wartung mit dem Austausch von wassergefährdenden Stoffen, unterliegen Windenergieanlagen den Verboten der Schutzgebietsverordnungen. Auch wenn sich bereits Windenergieanlagen in den bestehenden Trinkwasserschutzgebieten befinden, ist eine zusätzliche Ausweisung weiterer in Trinkwasserschutzgebieten liegender Windeignungsflächen zum Schutz des Grundwassers als Trinkwasserquelle abzulehnen.
Auch wenn Windenergieanlagen gem. 8 2 EEG mit überwiegenden Gründen des Allgemeinwohls begründet werden, ist im Sinne des Besorgnisgrundsatzes des § 48 WHG zu verlangen, dass die Gefährdung der Wasserversorgung auszuschließen ist. Denn auch die Versorgung mit geeignetem Trinkwasser als Lebensmittel stellt ein hohes Gut dar und ist hier als vorrangiges Schutzgut abzuwägen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Abfälle, Gefahrstoffe usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen, welches die Belange des Wasserschutzes berücksichtigt (siehe Ziel 4.4.2.4-25 STP Windenergie 2027 und Kapitel 2.1.4.11 der Planungskonzeption).

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_006 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXVII Weißandt-Gölzau/Schortewitz
Inhalt

Der Teilplan Windenergie 2027 steht im Landkreis Anhalt-Bitterfeld dem Schutzzweck des
Trinkwasserschutzgebietes Fernsdorf-Prosigk entgegen. Das Windenergievorranggebiet XXVIl berührt die Schutzzone Ill des Trinkwasserschutzgebietes Fernsdorf-Prosigk (Beschluss des Kreistages Köthen vom 22.12.1982, Beschluss-Nr.: 64-22./82, übergeleitet gem. § 106 WHG). Die MIDEWA GmbH, NL Anhalt-Harzvorland fördert hier über 5 Brunnen Grundwasser zur Trinkwasserversorgung.
Im Schutzgebiet sind jegliche Maßnahmen, welche das Grundwasser nachhaltig beeinträchtigen, verboten. So ist hier u. a. der Einsatz von wassergefährdenden Stoffen verboten.
Gem. der Anlage 2 der o. g. Schutzgebietsverordnung ist der Umgang mit wassergefährdenden Stoffen im begrenzten Umfang und nur innerhalb von Anlagen zulässig. Das Befördern von wassergefährdenden Stoffen ist grundsätzlich verboten. Die Schutzfunktion des Oberbodens darf nicht beeinträchtigt werden. Hinzu kommt hier, dass es sich um einen gering bis sehr gering geschützten Grundwasserleiter handelt.
Da Windenergieanlagen Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen sind und deren Errichtung bereits einen erheblichen Einfluss auf die Schutzziele hat, ebenso die spätere Wartung mit dem Austausch von wassergefährdenden Stoffen, unterliegen Windenergieanlagen den Verboten der Schutzgebietsverordnungen. Auch wenn sich bereits Windenergieanlagen in den bestehenden Trinkwasserschutzgebieten befinden, ist eine zusätzliche Ausweisung weiterer in Trinkwasserschutzgebieten liegender Windeignungsflächen zum Schutz des Grundwassers als Trinkwasserquelle abzulehnen.
Auch wenn Windenergieanlagen gem. 8 2 EEG mit überwiegenden Gründen des Allgemeinwohls begründet werden, ist im Sinne des Besorgnisgrundsatzes des § 48 WHG zu verlangen, dass die Gefährdung der Wasserversorgung auszuschließen ist. Denn auch die Versorgung mit geeignetem Trinkwasser als Lebensmittel stellt ein hohes Gut dar und ist hier als vorrangiges Schutzgut abzuwägen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Abfälle, Gefahrstoffe usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen, welches die Belange des Wasserschutzes berücksichtigt (siehe Ziel 4.4.2.4-25 STP Windenergie 2027 und Kapitel 2.1.4.11 der Planungskonzeption).

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_007 ID Stellungnehmer: 1001757
Windenergie 2027
Inhalt

Die untere Immissionsschutzbehörde des Landkreises ist zuständige Genehmigungsbehörde für die Errichtung und den Betrieb von WEA nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) i.V.m. Ziffer 1.6.2 des Anhangs der 4. BImSchV. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens erfolgt die gutachterliche Ermittlung der Immissionsbelastungen Schall und Schatten. Die WEA haben sich bezüglich ihrer möglichen Leistungskapazität weiter erhöht (derzeit > 7.X MW). Erreicht wird die Leistungssteigerung hauptsächlich über die größere Höhe der WEA und die Vergrößerung der Rotorblätter.

Schall
Die Vergrößerung der Anlagen führt zu einer Erhöhung der Emissionspegel. Derzeit beantragte Windenergieanlagen verfügen über einen Schalleistungspegel von ca. 107 bis 110 dB(A). Minderungen an den Anlagen können u.a. durch Serrated Trailing Edges (Sägezahn-Hinterkanten) als technische Möglichkeit zur Reduzierung des Hinterkantenschalls zur Anwendung kommen. Diese Emissionsmaßnahmen reduzieren den Schall in eingeschränktem Rahmen. Häufig sind im Genehmigungsverfahren weitergehende Einschränkungen innerhalb des Nachtzeitraumes erforderlich. Zur Verringerung der Schallimmission wird i.d.R. ein reduzierter Anlagenbetrieb festgesetzt. Die Überwachung des Betriebes erfolgt über die Abfrage der kontinuierlichen Datenaufnahme.
Maßnahmen zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen sind weitestgehend nur an der Emissionsquelle und in einem begrenzten Rahmen möglich. Aus diesem Grund ist darauf zu achten, dass zwischen WEA und zu schützender Bebauung ein ausreichender Abstand vorliegt. Abstände, kleiner als 1000 m können zu erheblichen Einschränkungen des Anlagenbetriebes und damit zu einer erheblichen Verringerung der Rentabilität der Anlage führen.

Schatten
Die Begrenzung von Schattenwurf-Immissionen auf das zulässige Maß erfolgt durch eine Schattenwurf-Abschaltautomatik, die in die Anlage integriert ist. Vor dem bestimmungsgemäßen Anlagenbetrieb werden die im Rahmen der Schattenwurfgutachten ermittelten maßgeblichen Immissionsorte eingemessen. Ein ausreichender Abstand von WEA und Wohnbebauung sollte dabei gegeben sein.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001586_008 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIII Straguth
Inhalt

Das im „Vorranggebiet für die Windenergie XXIII“ liegende Flurstück 197, Flur 9, Gemarkung Straguth, ist vollflächig Wald gemäß § 2 Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt (LWaldG) (18.349 m2). Dieses ist aufgrund des sehr geringen Waldanteils im Bereich zwischen Deetz und Straguth als sehr wertvoll zu betrachten und sollte nicht für die Errichtung von Windenergieanlagen in Anspruch genommen werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Das Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie bleibt unverändert. Die Lage des benannten Flurstückes innerhalb eines ausgewiesenen Vorranggebiets für die Nutzung der Windenergie führt nicht automatisch zu dessen Inanspruchnahme für den Bau von Windenergieanlagen. Abgesehen von der Notwendigkeit der Zustimmung des Grundstückseigentümers, sind weitere öffentlich-rechtliche sowie fachliche Belange im Rahmen des Vorhabenzulassungsverfahrens zu prüfen. Die Standortsteuerung der Windenergieanlagen erfolgt auf der Projektzulassungsebene, auf der die kleinräumigen Belange (z.B. Biotope, Waldinseln) zu berücksichtigen sind. 

StN-ID: 1001586_009 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIX Zerbst Flugplatz
Inhalt

Im „Vorranggebiet für die Windenergie XXIX“ ist besonders im nördlichen Bereich großflächig Waldfläche gemäß § 2 LWaldG betroffen. Sollte hier Waldfläche für die Errichtung von Windenergieanlagen in Anspruch genommen werden, wäre ein Waldumwandlungsverfahren gemäß § 8 LWaldG durchzuführen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Das Waldumwandlungsverfahren gemäß § 8 LWaldG wird bei der Inanspruchnahme von Waldflächen auf Ebene der Vorhabenzulassung notwendig.

StN-ID: 1001586_010 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Vorranggebiet für die Windenergie XIX“ liegt vollständig im „Vorranggebiet für die Forstwirtschaft Il - Dübener Heide“. Die Ausnahmeregelung für bestimmte Gemeinden ist verständlich, im Gebiet der Gemeinde Muldestausee liegen jedoch zahlreiche Alternativgebiete, so z.B. zwischen den Waldflächen der Dübener Heide und der Landesgrenze an der Mulde.
Eine Notwendigkeit, die Waldflächen des Vorranggebietes für die Forstwirtschaft mit einzubeziehen, besteht daher aus Sicht der unteren Forstbehörde in diesem Fall nicht. Zudem stehen einer Einbeziehung folgende Pläne und Gesetze bzw. die in ihnen definierten forstlichen Zielsetzungen entgegen:
1. Landesentwicklungsplan 2010 des Landes Sachsen-Anhalt (LEP 2010)
2. Gesetz zur Änderung des Raumordnungsgesetzes und anderer Vorschriften
3. Regionaler Entwicklungsplan für die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg (REP ABW 2018)

Zu 1.: Ziele des LEP 2010, die einer Überplanung von Waldflächen für Windenergieanlagen
entgegenstehen, werden unter der Nr. 4.2.2. Forstwirtschaft, genannt:

G 123: Der Wald ist wegen seiner wichtigen ökologischen und wirtschaftlichen Funktionen und seiner Funktionen für das Klima zu erhalten. Seine Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen sind durch nachhaltige Forstwirtschaft zu sichern und weiter zu entwickeln.
Z 131: Wald ist durch Verkehrs- und Versorgungstrassen so wenig wie möglich zu zerschneiden. Eine Inanspruchnahme von Wald für andere Nutzungen ist auf das unbedingt erforderliche Maß einzuschränken und durch Ersatzaufforstungen auszugleichen. Bei Eingriffen in den Bestand der Waldflächen muss der Bedarf begründet nachgewiesen werden.

Als Begründung werden u.a. aufgeführt:
- Der Erhaltung und Pflege des Waldes kommt als Grundvoraussetzung für eine dauerhafte Sicherung der Waldfunktionen (Ökologie, Wirtschaft, Erholung) eine große Bedeutung zu. Die vielseitigen Funktionen des Waldes dienen neben der wirtschaftlichen Nutzung u. a. dem Klimaschutz durch die Speicherung von Kohlenstoff. Die Leistungen des Waldes zum Schutz des lokalen und regionalen Klimas, zur Reinhaltung der Luft und des Wassers sowie zum Schutz des Bodens vor Erosion sind von großer Bedeutung für Mensch und Umwelt. Der Wald bietet darüber hinaus vielgestaltige Lebensräume für eine reiche natürliche biologische Vielfalt der Pflanzen und Tiere.
- Zur Erhaltung und Pflege des Waldes soll Gefahren, die dem Wald insbesondere durch Immissionen und andere Verunreinigungen drohen, durch Ursachenbekämpfung entgegengewirkt werden.
- Sachsen-Anhalt ist ein relativ waldarmes Land. Deshalb sollen Waldzerschneidungen möglichst vermieden und Verlust von Wald z.B. durch verkehrliche Planungen und Maßnahmen so gering wie möglich gehalten und an anderer Stelle ausgeglichen werden.

Zu 2.: Im „Gesetz zur Änderung des Raumordnungsgesetzes und anderer Vorschriften“ wird festgelegt, dass die weitere Zerschneidung der freien Landschaft sowie von Wald- und Moorflächen so weit wie möglich zu vermeiden ist.
Zu 3.: Ziele des REP ABW 2018, die einer Überplanung von Waldflächen, insb. Vorranggebieten für die Forstwirtschaft, für Windenergieanlagen entgegenstehen, werden unter der Nr. 4.4.2.2. Forstwirtschaft, genannt:

Z 20: Vorranggebiete für die Forstwirtschaft dienen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und Holzversorgung. Vorranggebiete für die Forstwirtschaft sind bedeutsame, zusammenhängende Waldgebiete der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg mit einer Mindestgröße von 150 ha. Die Waldbewirtschaftung dient dem Erhalt und der Entwicklung naturnaher, leistungsfähiger und ökologisch stabiler Mischwälder mit Dauerwaldcharakter. Mit der Bereitstellung des nachhaltig nachwachsenden Rohstoffes Holz werden Arbeitsplätze (in Sachsen-Anhalt über 18.000) gesichert. Besonders im ländlichen Raum haben damit die klein- und mittelständischen Betriebe des Forst-, Holz- und  Papiersektors einen ganz wesentlichen Einfluss auf die regionale  Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigungspolitik.

Z 22: Großflächige zusammenhängende Waldgebiete sind in ihrer Funktion als raumbedeutsame CO2-Senken und -Speicher, Wasser- und Luftfilter, Wasserproduzenten und zur nachhaltigen Sicherstellung der Versorgung mit Holz und forstlichen Nebenprodukten zu erhalten.

Mit einem Bewaldungsanteil von 24 % ist Sachsen-Anhalt ein relativ waldarmes Bundesland. Der Waldanteil der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg liegt mit 32 % im Bundesdurchschnitt und bildet einen wichtigen Anteil am gesamten Waldbestand des Landes (Quelle: Statistisches Landesamt, Bodenfläche nach Art der Nutzung). Waldinanspruchnahme und Waldzerschneidungen durch wachsende Inanspruchnahme für andere Nutzungsarten sind zu vermeiden und ein unvermeidlicher Verlust an anderer Stelle auszugleichen. Vor dem Hintergrund eines geringer werdenden Wasserdargebots einerseits und der guten Qualität des Sickerwassers unter Wald andererseits stellt sich zunehmend die Frage nach der wasserwirtschaftlichen Leistung des Waldes im Landschaftswasserhaushalt. Die Bedeutung gerade der Waldareale als Wasserlieferanten hat deshalb wesentlich zugenommen. Die Produktion von Wasser in Qualität und Menge ist nach der Holzproduktion die wichtigste materielle Leistung des Waldes.” [MÜLLER 2013].
Durch den Klimawandel erhöht sich das Risiko zusätzlicher CO2-Emissionen durch den verstärkten Abbau der gebundenen Kohlenstoffvorräte im Landschaftsraum und verringert sich die Kohlenstoffbindefähigkeit infolge steigender Bodentemperaturen und verringerter Bodenfeuchte. Daher bedürfen die Landnutzungen mit besonders umfangreichen Kohlenstoffvorräten wie Wälder eines erhöhten Schutz-, Vorsorge- und Anpassungsbedarfes.
Bedeutsame Kohlenstoffvorräte lagern vor allem in den großflächig zusammenhängenden Waldgebieten der Heiden und des Vorfläming. Sie stellen zudem ein hohes CO2-Senkenpotenzial dar. Wälder sind in ihrer Funktion als raumbedeutsame CO2-Senken und CO2-Speicher zu erhalten und in ihrer Vitalität zu stärken. Die Erhaltung großflächiger, zusammenhängender Wälder (i.d.R. > 150 ha) dient der Anpassung an die zu erwartenden Klimaänderungen. [RPG ABW 2017]. Die Leistungen des Waldes, wie die Speicherung von Wasser und Kohlenstoff, hohe CO2-Senkenleistung, Reinhaltung der Luft sowie des Grundwassers, sind von existentieller Bedeutung für den Menschen und die Umwelt. Die nachhaltige Sicherung und Steigerung des nachwachsenden Rohstoffes Holz trägt entscheidend zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in der holzver- und -bearbeitenden Industrie im ländlich geprägten Raum der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg bei.
Neben der direkten Inanspruchnahme sind vor allem die negativen Wirkungen einer Zerschneidung im Wald erheblich. Gleichaltrige Monokulturen, wie im vorliegenden Fall des Vorranggebietes für Windenergie XIX eine Kiefernmonokultur, begründen ihre Stabilität hauptsächlich auf den Bestand und nicht auf den Einzelbaum. Eingriffe in diese Bestandsstabilität, z. B. durch die Zerschneidung von zusammenhängenden Waldflächen, haben daher erhebliche Auswirkungen auf den ganzen Waldbestand:

- Durch die größere Angriffsfläche für Wind in Verbindung mit der geringen Einzelbaumstabilität steigt das Risiko von Sturmschäden.
- Durch den Wegfall der Beschattung und der Schaffung neuer Bestandsränder werden wärmeliebende Schadorganismen wie Prachtkäfer, Prozessionsspinner oder Diplodia gefördert.
- Dürreeffekte werden durch die zusätzliche Sonneneinstrahlung und Windkorridore an den neu entstehenden Bestandsrändern verstärkt, worunter die Vitalität der Randbäume leidet. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Dürrephasen im Zuge der Klimaveränderung sind solche verstärkenden Effekte zu vermeiden. Schadorganismen, die sich an diesen geschwächten Rändern leicht etablieren können, gefährden auch die angrenzenden Bestände.

Werden Waldflächen umgewandelt, sind aufgrund des Walderhaltungsgebotes immer Erstaufforstungen notwendig. Diese zu etablieren, ist jedoch vor allem seit dem Jahr 2018 aufgrund der zunehmenden Klimaveränderungen immer schwieriger geworden. Zahlreiche Anpflanzungen sind seitdem komplett gescheitert. Verstärkt wird dies durch generelle Probleme, die auf Grund der Wirkungen der Freifläche zum Tragen kommen. Dies sind z. B.:

- Fehlende Beschattung und einhergehend höhere Sonneneinstrahlung befördern das Austrocknen und führen ganz direkt zu Schäden (Sonnenbrand, vor allem bei Buche). 
- Höheres Frostrisiko durch fehlenden Schutz von Altbäumen.
- Höhere Windgeschwindigkeiten und dadurch erhöhte Austrocknungsgefahr.
- Keine waldangepasste Bodenchemie (als Folge z. B: „Ackersterbe“ (Wurzelschwamm-Befall) bei Kiefernpflanzungen auf vormals landwirtschaftlich genutzten Böden).
- Eingeschränkte Baumartenwahl (Schattenbaumarten ungeeignet für Freiflächen)

Eine Aufforstung von Flächen außerhalb des Waldes ist also deutlich schwerer zu realisieren als ein Walderhalt schon bewaldeter Flächen bzw. die Wiederaufforstung von Schadflächen innerhalb des Waldes, die von Altholzschirmen benachbarter oder gleicher Fläche stark profitieren. Auch kommen viele der genannten positiven Wirkungen des Waldes erst nach mehreren Jahrzehnten zum Tragen, fehlen also bei Ausgleichsmaßnahmen für diesen Zeitraum (vgl. Hillmer, A.). Ein Ausfall von Ersatzpflanzungen hat, teils wiederholte, kostenintensive Nachpflanzungen zur Folge.

Es ist daher aus ökologischer und ökonomischer Sicht deutlich einfacher und sinnvoller, Windkraftanlagen direkt auf den Flächen zu planen, die als Ersatzflächen für Wald ohnehin zur Verfügung stehen müssen. Da es sich hier zumeist um Ackerflächen handelt, kommen diese in der Regel unter Beachtung anderer gesetzlicher Bestimmungen, die für die Errichtung von Windkraftanlagen gelten, auch als Standorte für solche in Frage.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Gemäß § 249 Absatz 5 BauG ist die Regionale Planungsgemeinschaft als zuständige Planträgerin bei der Ausweisung von Windenergiegebieten gemäß § 2 Nummer 1 WindBG an entgegenstehende Ziele der Raumordnung oder entgegenstehende Darstellungen in Flächennutzungsplänen nicht gebunden, soweit dies erforderlich ist, um den Flächenbeitragswert im Sinne des § 3 Absatz 1 WindBG oder ein daraus abgeleitetes Teilflächenziel gemäß § 9a LEntwG LSA zu erreichen. Zudem steht es der Planträgerin frei, ihre eigene Planung zu ändern.

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. In der Gemeinde Muldestausee waren unter Anwendung der Ausschlusskriterien keine geeigneten Potenzialflächen für die Nutzung der Windenergie außerhalb von Waldflächen zu ermitteln. 

Aufgrund kommunalen Planungswillens und mangels vorhandener Planungsalternativen in der Kommune Muldestausee wurde das Vorranggebiet Schmerz ausgewiesen.

Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Eine einzelne Windenergieanlage samt Fundament, Kranstellfläche und Zuwegung versiegelt im Schnitt rund 0,5 ha an forstwirtschaftlicher Fläche während ihrer Betriebszeit dauerhaft. (FA Wind 2023, 15. In: https://www.fachagentur-windenergie.de/fileadmin/files/Windenergie_im_Wald/FA-Wind_Analyse_Wind_im_Wald_8Auflage_2023.pdf)

Auf den übrigen Flächen kann die forstwirtschaftliche Nutzung weiter ausgeübt werden. Aufgrund der erforderlichen Abstände der Windenergieanlagen untereinander, die i.d.R. das Fünffache des Rotordurchmessers in Hauptwindrichtung und das Dreifache in Nebenwindrichtung betragen, ist die Errichtung von Windenergieanlagen auf eine begrenzte Anzahl beschränkt. Unter Ausnutzung vorhandener Straßen- und Wegebeziehungen können die Flächenverluste der forstwirtschaftlichen Nutzflächen minimiert werden. Bei der Standortwahl für Windenergieanlagen ist darauf zu achten möglichst wenig Waldflächen zu beanspruchen.

Insgesamt werden in der Planungsregion ca. 0,13 % der Gesamtregionsfläche für Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie im Wald genutzt.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_011 ID Stellungnehmer: 1001757
Planungskonzeption
Inhalt

Nach Prüfung der vorliegenden Unterlagen zum 1. Entwurf des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg (Plan- und Textteil, Planungskonzeption, Umweltbericht, Stand: 06/2025) stimmt die untere Naturschutzbehörde dem Plan in der vorliegenden Fassung aus naturschutzrechtlicher und -fachlicher Sicht nicht zu.
Im weiteren Planungsprozess sind folgende naturschutzrechtliche Forderungen umzusetzen:
1 Methodische Forderungen
1.1 Planungskonzeption, Planungsstufe1
Die in der Planungskonzeption, Planungsstufe 1, Punkt 2.1.4 definierten Negativkriterien (Ausschlusskriterien) für die Planung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie sind wie folgt zu ändern:
a) Das Negativkriterium Nr. 19 „Brutstandorte von Rotmilan, Schwarzmilan, Wanderfalke einschließlich Pufferzone von jeweils 500 m“ ist hinsichtlich der Arten Rotmilan und Schwarzmilan zu ändern in „Rotmilan-Dichtezentren‘ auf der Datengrundlage des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (Rotmilankartierung 2022-2023)
Begründung:
Die Brutstandorte von Rotmilan und Schwarzmilan unterliegen einer hohen Dynamik (z.B. Wechselhorste, klimawandelbedingter Verlust traditioneller Horstbäume), so dass nicht  auszuschließen ist, dass die beiden Arten ihre Brutstandorte noch vor der Errichtung von WEA in den neu ausgewiesenen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie in diese verlagern und die Verlagerung der Brutstandorte im nachgelagerten Zulassungsverfahren zu artenschutzrechtlichen Verbotstatbeständen führt. Auf Grund der mangelnden zeitliche Konstanzder Brutstandorte von Rot- und Schwarzmilan über die Geltungsdauer des Regionalplans sind die Brutstandorte als Negativkriterium in der Planungskonzeption nicht geeignet.
Die für das Land Sachsen-Anhalt ermittelten Dichtezentren des Rotmilans decken dagegen die Flächen ab, die im langjährigen Mittel Brutplatzkonzentrationen der beiden Milanarten aufweisen. Die Dichtezentren sind im Sinne der Planungssicherheit als Negativkriterium weit besser geeignet als die einzelnen Brutstandorte.

b) Das Negativkriterium Nr. 20 ,Wasservogelschlafgewässer einschließlich Pufferzone von jeweils 1.000 m“ ist zu ändern in „Bedeutende Rast- und Nahrungsgebiete feuchtgebietsgebundener Vogelarten mit <75% der aggregierten Einzelbeobachtungen über Schwellenwert“ auf der Datengrundlage des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt.
Begründung:
Fach- und Rechtsgrundlage für das Negativkriterium bildet das „Übereinkommen über den Schutz von Feuchtgebieten, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung“ (kurz: Ramsar-Konvention) von 1971, dem die BRD 1976 beigetreten ist. Im Rahmen der Ramsar-Konvention wurde erstmals der 1 %-Schwellenwert für Populationsanteile von Gesamtbeständen definiert, bei deren Erreichen Gebiete als bedeutende Feuchtgebiete eingestuft werden. Der 1 %-Schwellenwert hat sich durch Übernahme in verschiedene internationale Abkommen (AEWA, WETLANDS INTERNATIONAL, IBA) manifestiert und wird laufend auf internationaler, nationaler und landesweiter Ebene durch konkrete Individuenzahlen der relevanten Zugvogelarten unterlegt.
Ein Teil der Zugvogelarten, die in der Planungsregion internationale Schwellenwerte erreichen und deren Rast- und Schlafplätze durch das Land Sachsen-Anhalt zu schützen sind, befindet sich außerhalb ausgewiesener EU SPA- Gebiete. Repräsentativ für die betroffenen Zugvogelarten, deren Rast- und Schlafplätze sich überwiegend außerhalb ausgewiesener EU SPA- Gebiete befinden, ist die Tundrasaatgans. Die Rastplätze der Art bestehen aus Schlafgewässern und Äsungsflächen auf strukturarmen Ackerflächen im Umfeld der Schlafgewässer (Radius bis ca. 10 km). Nachweise der Tundrasaatgans mit >5.500 Individuen (=international bedeutende Rastvorkommen) in Sachsen-Anhalt im Allgemeinen und in der Planungsregion im Besonderen im Zeitraum 2010-2020 sind überwiegend in der Landschaftseinheit „Köthener Ackerland“ lokalisiert. Eine dieser international bedeutenden Rastvogelkonzentrationen der Tundrasaatgans befindet sich im politischen Territorium der Stadt Südliches Anhalt und kollidiert insbesondere mit der geplanten Neuausweisung von vier Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie mit einer Flächensumme von 444 ha. Diese geplanten Neuausweisungsflächen für die Windenergienutzung sind traditionelle bevorzugte Äsungsflächen der Tundrasaatgans. Die Errichtung von Windenergieanlagen auf diesen neu geplanten Vorrangflächen würde auf der gesamten Fläche (444 ha) zuzüglich einer bisher nicht definierten Scheuchwirkungsfläche um die geplanten Windparkflächen zu einem vollständigen Funktionsverlust als Äsungsflächen der Tundrasaatgans führen. Dieser Flächen(funktions)verlust wirkt kumulierend mit dem Flächenverlust bestehender Windparks (Vorbelastung) erheblich und nachhaltig negativ auf die Anzahl rastender Tundrasaatgänse und damit zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population der Tundrasaatgans. Dies verstößt offensichtlich und zweifelsfrei gegen internationale Abkommen und löst einen Verbotstatbestand gemäß § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG aus.
Die Flächen mit international bedeutenden Rastvorkommen der Tundrasaatgans, die in nachfolgender Abbildung dargestellt sind, bilden die fachliche Grundlage für die Definition des Negativkriteriums Nr. 20 zur Vermeidung internationale Artenschutzabkommen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Es bedarf keiner Änderungen der Ausschlusskriterien (Negativkriterien) für die Ermittlung der konfliktärmsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie.

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber abschließend als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten und Wasservogelschlafgewässer einschließlich 1.000 m Pufferzone wurden in der Planung vorsorglich maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht).

Die Errichtung und der Betrieb von Windenergieanlagen ist in Rotmilandichtezentren nicht verboten. Um den gesetzlichen Flächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen, hat sich die Regionale Planungsgemeinschaft für den vorsorglichen Einzelschutz von Brutstandorten entschieden, da die Rotmilandichtezentren einen zu großen Flächenanteil beanspruchen. Darüber hinaus befinden sich bereits einige bereits rechtmäßig mit Windenergieanlagen bebaute Bestands-Vorranggebiete (z.B. Prettin, südlicher Teil von Dornbock/Drosa/Kleinpaschleben in diesen Dichtezentren. Dichtezentren sind keine Schutzkategorie gem. BNatSchG. Es gibt keine einheitliche Definition. Dichtezentren des Rotmilans wurden in Sachsen-Anhalt ermittelt, um Schutzmaßnahmen gezielt auf Bereiche hoher Populationsdichten richten zu können. Mit einer artenschutzrechtlichen Vorprüfung wurde nachgewiesen, dass die Milane nicht auf die Futterflächen in den künftigen Windparks angewiesen sind.

Die 50%-Bereiche aller Rastvogeldichtezentren sind von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie freigehalten worden. 

Die innerhalb des 75%-Bereiches (7.714 ha) des Rastvogeldichtezentrums um Könnern und Gröbzig gelegenen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie umfassen ca. 356 ha, das sind 4,6 % dieses 75%-Bereiches. Es handelt sich um die Bestands-Vorranggebiete Könnern (165 ha), Wörbzig (anteilig 16 ha) und die neu ausgewiesenen Vorranggebiete Gröbzig/Dohndorf (120 ha), Piethen (50 ha) und Erweiterung Wörbzig (5 ha). Selbst unter der Annahme einer gewissen Scheuchwirkung der Windenergieanlagen kann kein vollständiger Funktionsverlust der Rast- und Äsungsflächen verzeichnet werden. Vielmehr ist dies abhängig von den angebauten Feldfrüchten. Darüber hinaus handelt es sich bei der Tundrasaatgans nicht um eine gefährdete Art.

Weitere fachliche Prüfungen und Festlegung von evtl. Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung. 

Der Leitfaden "Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt" (Bek. des MULE vom 09.04.2019, MBl. 29.Jg. Nr. 27, S. 273 v. 29.07.2019) ist hinsichtlich der abschließenden Liste der kollisionsgefährdeten Brutvogelarten von der Bundesgesetzgebung überholt und hat, wie die Empfehlungen der Länderarbeitsgemeinschaft Vogelschutzwarten (LAG VSW), keine Rechtsverbindlichkeit. 

U.a. die Rotmilandichtezentren sowie die Kerndichteschätzung bedeutender Rastvogelgemeinschaften des Landesamtes für Umweltschutz finden im anschließenden Verfahren zur Ausweisung von Beschleunigungsgebieten gem. § 28 (2) Nr. 2 Berücksichtigung.

Hinsichtlich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_012 ID Stellungnehmer: 1001757
Planungskonzeption
Inhalt

Als weiteres Ausschlusskriterium sind „Waldflächen in Landschaftsschutzgebieten“ in die Planungskonzeption aufzunehmen.
Begründung:
Gemäß Punkt 2.1.3.3 der Planungskonzeption wurde den Waldflächen mit Nadel- und Mischwaldbeständen eine pauschale Flächeneignung für die Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie zugeordnet. Fachliche Grundlage dafür bildet das „Diskussionspapier zur Öffnung von Restriktionen durch den Naturschutz für den Ausbau regenerativer Energien, erarbeitet durch die LPR GmbH Dessau, Stand 2023. Bereits mit Stellungnahme vom 06.12.2023 hat die Naturschutzbehörde der bevorzugten Eignungsableitung der großflächigen strukturarmen Kieferforsten für die Errichtung von Windenergieanlagen allein anhand des naturräumlichen Bewertungskriteriums Biotop- und Nutzungstyp aus folgenden Gründen nicht zugestimmt.
- Die Begriffe „großflächig“ und „strukturlos“ wurden nicht definiert.
- Die Kiefernforste wurden nicht hinreichend im großflächigen Biotopverbund der Landschaftsschutzgebiete betrachtet und bewertet.
- Die Belange des besonderen Artenschutzes wurden nicht hinreichend betrachtet und bewertet. Insbesondere in den struktur- und störungsarmen Kiefernforsten befinden sich u. a. Reproduktionsstätten störungsempfindlicher windkraftsensibler Großvogelarten.
Aus vorgenannten Gründen ist es aus naturschutzrechtlicher und -fachlicher Sicht zwingend erforderlich, die als Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie ausgewiesenen Waldgebiete innerhalb der Landschaftsschutzgebiete einer aktiven einzelfallbezogenen Eignungsprüfung anhand der für den Schutzzweck relevanten Kriterien zu unterziehen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Ein weiteres Prüfkriterium "Waldflächen im Landschaftsschutzgebiet" ist nicht erforderlich.

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Vorranggebieten für Forstwirtschaft und in Vorranggebieten für Wassergewinnung in Frage gekommen. Potenzialflächen für die Auswahl als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie, die im Wald gelegen sind, haben bereits umfangreiche Prüfungsschritte der Positiv- und Negativkriterien (siehe Planungskonzeption Kapitel 2.1.3 und 2.1.4) durchlaufen. In der anschließenden Einzelfallbewertung wurde neben den kommunalen Potenzialflächenanteilen, den Schutz- und Nutzungsfunkionen der forstlichen Rahmenplanung 2002, der "Entscheidungshilfe zur klimaangepassten Baumartenwahl im Land Sachsen-Anhalt" (MULE 2020), der Bewertung der Landschaftsschutzgebiete hinsichtlich ihres Schutzzwecks sowie mit Vorortbesichtigungen geprüft, ob die ausgewählten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie auf Waldflächen den raumordnerischen und umweltrechtlichen Anforderungen genügen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_013 ID Stellungnehmer: 1001757
Planungskonzeption
Inhalt

Die festgesetzte Mindestgröße der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 20 ha ist erheblich zu gering. Die Mindestgröße ist auf 100 ha mit kompaktem Flächenzuschnitt zu erhöhen.
Begründung:
Die vom Planungsträger festgesetzte Mindestflächengröße der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 20 ha (Aufnahme von mindestens 3 Windenergieanlagen) wird dem Planungsanspruch der regionalplanerischen Konzentration der Windenergienutzung zur Vermeidung der Streuung einzelner oder weniger Windenergieanlagen im Landschaftsraum nicht gerecht. Um dem Planungsanspruch zu genügen, dass die Vorranggebiete mindestens drei Windenergieanlagen aufnehmen können, müssen diese Flächen einen linearen Zuschnitt aufweisen, da bei einem kompakten Flächenzuschnitt solch kleiner Flächen die technisch bedingten Mindestabstände zwischen den mindestens drei Windenergieanlagen nicht einzuhalten wären. Der lineare Flächenzuschnitt der kleinen Vorranggebiete mit einreihig linearer Anordnung der Windenergieanlagen führt zu einer ungewollten Streuung der Windenergieanlagen im Landschaftsraum, die ihrerseits zu einer vermeidbaren flächenhaften Landschaftsbildbeeinträchtigung und Beeinträchtigung weiterer Schutzgüter von Natur und Landschaft führt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Mindestflächengröße dient als Kriterium bei der Einzelfallprüfung der Potenzialflächen, die als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie in Frage kommen. Aktuelle Projektplanungen zeigen, dass es möglich ist, auf einer Fläche von 20 Hektar mindestens 3 moderne Windenergieanlagen zu platzieren. Bei der Festlegung der Vorranggebiete wurde darauf geachtet, dass diese einen möglichst kompakten Zuschnitt aufweisen. Im 1. Entwurf des STP Wind 2027 umfasst das kleinste Vorranggebiet ca. 51 Hektar.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_014 ID Stellungnehmer: 1001757
Planungskonzeption
Inhalt

Es ist ein Mindestabstand zwischen den Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie zu definieren, der sicherstellt, dass sich die Einwirkungsbereiche der in den Vorranggebieten entstehenden Windparks nicht überschneiden.
Begründung:
Auf Grund des nicht definierten Mindestabstandes zwischen den Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie kommt es (auch in Verbindung mit der zu geringen Mindestgröße) in einzelnen Landschaftsteilen, insbesondere in den Ackerebenen zur räumlichen Konzentration von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie mit sehr geringen Abständen der Vorranggebiete untereinander.
Wegen des fehlenden Mindestabstandes zwischen den Vorranggebieten werden sich die Einwirkungsbereiche der entstehenden Windparks (für das Schutzgut Landschaft ist nach anerkannten Bewertungsmethoden in einem Radius der 15-fachen Anlagenhöhe von erheblichen Beeinträchtigungen auszugehen) überschneiden, was in der Folge zu bisher nicht erfassten Kumulationswirkungen und zu einer großflächigen und erheblichen Beeinträchtigung einzelner Schutzgüter (insb. Biotope und Arten, Landschaftsbild) ganzer Landschaftseinheiten führt und hinsichtlich Rastvögel artenschutzrechtliche Verbotstatbestände auslöst. Zur Umsetzung des Planungsanspruchs der regionalplanerischen Konzentration der Windenergienutzung zur Vermeidung der Streuung einzelner oder weniger Windenergieanlagen im Landschaftsraum ist es zwingend erforderlich, einen ausreichenden Mindestabstand zwischen den Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie zu definieren.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen zunächst alle rechtskräftigen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie zusätzliche Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die Einhaltung eines planerisch vorgegebenen Abstandes zwischen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie würde die Erreichung des Flächenbeitragswertes verhindern bzw. erschweren. Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist.

Bei den im 1. Entwurf des STP "Windenergie 2027" festgelegten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie wurde darauf geachtet, dass diese Gebiete räumlich voneinander getrennt wahrgenommen werden können. Ausnahmen bilden diejenigen Vorranggebiete, die aufgrund kommunalen Planungswillens in den STP Windenergie 2027 Eingang fanden.

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_015 ID Stellungnehmer: 1001757
Planungskonzeption
Inhalt

Die bedingungslose Übernahme kommunaler Planungsabsichten hinsichtlich der Windenergienutzung mindert die Objektivität der Planungskonzeption und führt zu einer inakzeptablen überdominanten Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie in einzelnen Kommunen.
Begründung:
In den Städten Südliches Anhalt, Zörbig, Bitterfeld-Wolfen, Raguhn-Jeßnitz und Sandersdorf-Brehna werden aktuell parallel und unabhängig von der Regionalplanung Vorhaben zur Errichtung kommunaler Nahwärmenetze bzw. Energiekonzepte auf der Grundlage der Windenergienutzung geplant, die große Flächen beanspruchen. Dazu wurden Beschlüsse zur Neuaufstellung der Flächennutzungspläne gefasst, mit denen großflächig Sondergebiete zur Nutzung der Windenergie in die vorbereitenden Bauleitpläne aufgenommen werden sollen. Eine objektive Prüfung der Standorte zur geplanten Windenergienutzung erfolgte auf der Ebene der Flächennutzungsplanung bisher nicht. Die bedingungslose Übernahme der von den Kommunen geplanten Sondergebiete zur Nutzung der Windenergie in den Regionalplan führt zu einer Verzerrung der Planungskonzeption und zu einer Aushebelung der in der Planungsstufe 1 angewendeten Standortkriterien. Die räumliche (kommunale) Konzentration von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat insbesondere durch kumulative Wirkungen erheblich nachteilige Umweltauswirkungen der Schutzgüter Biotope und Arten sowie Landschaft zur Folge.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. 

Die Kommunen planten ihre Sondergebiete "Windenergie" innerhalb der Potenzialflächenkulisse, die nach Anwendung von Positiv- und Negatikriterien der Planungsstufe 1 (siehe Planungskonzeption Kapitel 2.1) für die weitere Einzelfallbetrachtung verblieb. Das war u.a. Voraussetzung für den positiven Ausgang der beantragten Zielabweichungsverfahren gem. § 245e Absatz 5 BauGB (a.F.).

Mit der sog. Positivplanung (Ausweisung von Vorranggebieten ohne außergebietlichen Ausschluss) erhält der kommunale Planungswille ein höheres Gewicht, welches in den Planungskriterien in Planungsstufe 2 berücksichtigt wurde. Die als Sondergebiete "Windenergie" von den Kommunen geplanten Flächen entsprechen den regionalplanerischen Auswahlkriterien und wurden einer strategischen Umweltprüfung unterzogen. Die Übernahme von kommunalen Planungen für Windenergiegebiete ist für das Erreichen des Flächenbeitragswertes förderlich, da somit an anderer Stelle keine neuen Vorranggebiete ausgewiesen werden müssen.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_016 ID Stellungnehmer: 1001757
Umweltbericht
Inhalt

Die für den Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ gemäß § 8 des Raumordnungsgesetzes (ROG) durchzuführende Umweltprüfung hat umfassend und abschließend zu erfolgen, da der Bundesgesetzgeber die Notwendigkeit einer erneuten Umweltprüfung in nachgelagerten Bauleitplan- und Zulassungsverfahren nach den Vorschiften des BauGB und UVPG negiert. Die Umweltprüfung ist daher wie folgt zu konkretisieren bzw. zu ergänzen:
Die im Umweltbericht, Punkt 3.2 aufgeführten Kriterien zur Ermittlung der planbedingten Umweltauswirkungen sind um folgende Prüfkriterien zu ergänzen und bei der Bewertung der Schutzgutbetroffenheit (Punkt 3.3.2) zu berücksichtigen:
1. Rotmilan-Dichtezentren auf der Datengrundlage des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (Rotmilankartierung 2022-2023);
2. Bedeutende Rast- und Nahrungsgebiete feuchtgebietsgebundener Vogelarten;
3. Wald in Landschaftsschutzgebieten
Begründung:
zu 1. Die Brutstandorte von Rotmilan und Schwarzmilan unterliegen einer hohen Dynamik (z.B. Wechselhorste, klimawandelbebedingter Verlust traditioneller Horstbäume), so dass nicht auszuschließen ist, dass die beiden Arten ihre Brutstandorte noch vor der Errichtung von WEA in den neu ausgewiesenen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie in diese verlagern und die Verlagerung der Brutstandote im nachgelagerten Zulassungsverfahren zu artenschutzrechtlichen Verbotstatbeständen führt. Auf Grund der mangelnden zeitliche Konstanz der Brutstandorte von Rot- und Schwarzmilan über die Geltungsdauer des Regionalplans sind die Brutstandorte als Negativkriterium in der Planungskonzeption nicht geeignet.
Die für das Land Sachsen-Anhalt ermittelten Dichtezentren des Rotmilans decken dagegen die Flächen ab, die im langjährigen Mittel Brutplatzkonzentrationen der beiden Milanarten aufweisen. Die Dichtezentren sind im Sinne der Planungssicherheit als Negativkriterium weit besser geeignet als die einzelnen Brutstandorte.

zu 2. Das Negativkriterium Nr. 20 ,Wasservogelschlafgewässer einschließlich Pufferzone von jeweils 1.000 m“ ist zu ändern in „Bedeutende Rast- und Nahrungsgebiete feuchtgebietsgebundener Vogelarten mit <75% der aggregierten Einzelbeobachtungen über Schwellenwert“ auf der Datengrundlage des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Fach- und Rechtsgrundlage für das Negativkriterium bildet das „Übereinkommen über den Schutz von Feuchtgebieten, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung“ (kurz: Ramsar-Konvention) von 1971, dem die BRD 1976 beigetreten ist. Im Rahmen
der Ramsar-Konvention wurde erstmals der 1 %-Schwellenwert für Populationsanteile von Gesamtbeständen definiert, bei deren Erreichen Gebiete als bedeutende Feuchtgebiete eingestuft werden. Der 1 %-Schwellenwert hat sich durch Übernahme in verschiedene internationale Abkommen (AEWA, WETLANDS INTERNATIONAL, IBA) manifestiert und wird laufend auf internationaler, nationaler und landesweiter Ebene durch konkrete Individuenzahlen der relevanten Zugvogelarten unterlegt.
Ein Teil der Zugvogelarten, die in der Planungsregion internationale Schwellenwerte erreichen und deren Rast- und Schlafplätze durch das Land Sachsen-Anhalt zu schützen sind, befindet sich außerhalb ausgewiesener EU SPA- Gebiete. Repräsentativ für die betroffenen Zugvogelarten, deren Rast- und Schlafplätze sich überwiegend außerhalb ausgewiesener EU SPA- Gebiete befinden, ist die Tundrasaatgans. Die Rastplätze der Art bestehen aus Schlafgewässern und Äsungsflächen auf strukturarmen Ackerflächen im Umfeld der Schlafgewässer (Radius bis ca. 10 km). Nachweise der Tundrasaatgans mit >5.500 Individuen (=international bedeutende Rastvorkommen) in Sachsen-Anhalt im Allgemeinen und in der Planungsregion im Besonderen im Zeitraum 2010-2020 sind überwiegend in der Landschaftseinheit „Köthener Ackerland“ lokalisiert. Eine dieser international bedeutenden Rastvogelkonzentrationen der Tundrasaatgans befindet sich im politischen Territorium der Stadt Südliches Anhalt und kollidiert insbesondere mit der geplanten Neuausweisung von vier Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie mit einer Flächensumme von 444 ha. Diese geplanten Neuausweisungsflächen für die Windenergienutzung sind traditionelle bevorzugte Äsungsflächen der Tundrasaatgans. Die Errichtung von Windenergieanlagen auf diesen neu geplanten Vorrangflächen würde auf der gesamten Fläche (444 ha) zuzüglich einer bisher nicht definierten Scheuchwirkungsfläche um die geplanten Windparkflächen zu einem vollständigen Funktionsverlust als Äsungsflächen der Tundrasaatgans führen. Dieser Flächen(funktions)verlust wirkt kumulierend mit dem Flächenverlust bestehender Windparks (Vorbelastung) erheblich und nachhaltig negativ auf die Anzahl rastender Tundrasaatgänse und damit zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population der Tundrasaatgans. Dies verstößt offensichtlich und zweifelsfrei gegen internationale Abkommen und löst einen Verbotstatbestand gemäß § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG aus.
Die Flächen mit international bedeutenden Rastvorkommen der Tundrasaatgans, die in nachfolgender Abbildung dargestellt sind, bilden die fachliche Grundlage für die Definition des Negativkriteriums Nr. 20 zur Vermeidung internationale Artenschutzabkommen.

zu 3. Gemäß Punkt 2.1.3.3 der Planungskonzeption wurde den Waldflächen mit Nadel- und Mischwaldbeständen eine pauschale Flächeneignung für die Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie zugeordnet. Fachliche Grundlage dafür bildet das „Diskussionspapier zur Öffnung von Restriktionen durch den Naturschutz für den Ausbau regenerativer Energien, erarbeitet durch die LPR GmbH Dessau, Stand 2023. Bereits mit Stellungnahme vom 06.12.2023 hat die Naturschutzbehörde der bevorzugten Eignungsableitung der großflächigen strukturarmen Kieferforsten für die Errichtung von Windenergieanlagen allein
anhand des naturräumlichen Bewertungskriteriums Biotop- und Nutzungstyp aus folgenden Gründen nicht zugestimmt.
- Die Begriffe „großflächig“ und „strukturlos“ wurden nicht definiert.
- Die Kiefernforste wurden nicht hinreichend im großflächigen Biotopverbund der Landschaftsschutzgebiete betrachtet und bewertet.
- Die Belange des besonderen Artenschutzes wurden nicht hinreichend betrachtet und bewertet. Insbesondere in den struktur- und störungsarmen Kiefernforsten befinden sich u. a. Reproduktionsstätten störungsempfindlicher windkraftsensibler Großvogelarten.
Aus vorgenannten Gründen ist es aus naturschutzrechtlicher und -fachlicher Sicht zwingend erforderlich, die als Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie ausgewiesenen Waldgebiete innerhalb der Landschaftsschutzgebiete einer aktiven einzelfallbezogenen Eignungsprüfung anhand der für den Schutzzweck relevanten Kriterien zu unterziehen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu 1. Hinsichtlich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung gemäß § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen. Die vom LAU ermittelten Rotmilandichtezentren finden in diesem anschließenden Verfahren zur Ausweisung von Beschleunigungsgebieten gem. § 28 (2) Nr. 2 Berücksichtigung. 

Die Errichtung und der Betrieb von Windenergieanlagen ist in Rotmilandichtezentren nicht verboten. Um den gesetzlichen Flächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen, hat sich die Regionale Planungsgemeinschaft für den vorsorglichen Einzelschutz von Brutstandorten entschieden, da die Rotmilandichtezentren einen zu großen Flächenanteil beanspruchen. Darüber hinaus befinden sich bereits einige bereits rechtmäßig mit Windenergieanlagen bebaute Bestands-Vorranggebiete (z.B. Prettin, südlicher Teil von Dornbock/Drosa/Kleinpaschleben in diesen Dichtezentren. Dichtezentren sind keine Schutzkategorie gem. BNatSchG. Es gibt keine einheitliche Definition. Dichtezentren des Rotmilans wurden in Sachsen-Anhalt ermittelt, um Schutzmaßnahmen gezielt auf Bereiche hoher Populationsdichten richten zu können.

zu 2. Die Kerndichteschätzungen bedeutender Rastvogelgemeinschaften des LAU finden im anschließenden Verfahren zur Ausweisung von Beschleunigungsgebieten gem. § 28 (2) Nr. 2 Berücksichtigung. Die 50%-Bereiche aller Rastvogeldichtezentren sind von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie freigehalten worden. Die innerhalb des 75%-Bereiches (7.714 ha) des Rastvogeldichtezentrums um Könnern und Gröbzig gelegenen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie umfassen ca. 356 ha, das sind 4,6 % dieses 75%-Bereiches. Es handelt sich um die Bestands-Vorranggebiete Könnern (165 ha), Wörbzig (anteilig 16 ha) und die neu ausgewiesenen Vorranggebiete Gröbzig/Dohndorf (120 ha), Piethen (50 ha) und Erweiterung Wörbzig (5 ha). Selbst unter der Annahme einer gewissen Scheuchwirkung der Windenergieanlagen kann kein vollständiger Funktionsverlust der Äsungsflächen verzeichnet werden. Vielmehr ist dies abhängig von den angebauten Feldfrüchten. 

zu 3. Ein weiteres Prüfkriterium "Waldflächen im Landschaftsschutzgebiet" ist nicht erforderlich. Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Frage gekommen. Potenzialflächen für die Auswahl als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie, die im Wald gelegen sind, haben bereits umfangreiche Prüfungsschritte der Positiv- und Negativkriterien (siehe Planungskonzeption Kapitel 2.1.3 und 2.1.4) durchlaufen. In der anschließenden Einzelfallbewertung wurde neben den kommunalen Potenzialflächenanteilen, den Schutz- und Nutzungsfunkionen der forstlichen Rahmenplanung 2002, der "Entscheidungshilfe zur klimaangepassten Baumartenwahl im Land Sachsen-Anhalt" (MULE 2020), der Bewertung der Landschaftsschutzgebiete hinsichtlich ihres Schutzzwecks sowie mit Vorortbesichtigungen geprüft, ob die ausgewählten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie auf Waldflächen den raumordnerischen und umweltrechtlichen Anforderungen genügen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_017 ID Stellungnehmer: 1001757
Umweltbericht
Inhalt

Der Ermittlung der planbedingten Umweltauswirkungen auf das Schutzgut Landschaft fehlt der erforderliche Raumbezug. Als Maßstab des Raumes, in dem erhebliche Beeinträchtigungen des Schutzgutes Landschaftsbild zu erwarten sind, ist die Fläche mit dem Radius der 15-fachen Anlagenhöhe gemessen vom Mastfuß der Windenergieanlage bzw. von der äußeren Grenze des Vorranggebietes heranzuziehen.
Begründung:
Ohne Definition eines Radius um die Standorte von Windenergieanlagen, in dem mehr als unerhebliche Beeinträchtigungen des Schutzgutes Landschaftsbild zu erwarten sind, lassen sich planbedingte Umweltauswirkungen auf das Schutzgut Landschaft nicht objektiv und transparent ableiten. Die im Umweltbericht hilfsweise und nur für Biosphärenreservate herangezogene Pufferzone von 300 m ist weder geeignet noch ausreichend, planbedingte Umweltauswirkungen auf das Schutzgut Landschaft zu prognostizieren.
Die Fläche mit dem Radius der 15-fachen Anlagenhöhe gemessen vom Mastfuß der Windenergieanlage bzw. von der äußeren Grenze des Vorranggebietes, die in Erlassen verschiedener Bundesländer bereits angewendet wird, bildet eine hinreichend begründete, notwendige und geeignete räumliche Bewertungsgrundlage für das Schutzgut Landschaft.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Die Einschätzung der Konfliktintensität in Bezug auf den Schutzaspekt "Landschaftsbild" ergibt sich aus dem Bewertungsmaßstab, welcher dem Umweltbericht zu Grunde liegt  (Umweltbericht: 3.3 Bewertungsmaßstab zur Bewertung der Betroffenheit der Schutzgüter). Die Abstimmung des Untersuchungsrahmens und der damit verbundenen Prüftiefe (Scoping) erfolgte vom 25.03.2023-31.05.2023 mit allen Trägern öffentlicher Belange mit umwelt- und gesundheitsbezogenen Zuständigkeiten.

Abwägungsentscheidung  

StN-ID: 1001586_018 ID Stellungnehmer: 1001757
Umweltbericht
Inhalt

Im Umweltbericht sind die kumulativen Umweltauswirkungen aller Vorranggebiete zur Nutzung der Windenergie schutzgutbezogen qualitativ und quantitativ zu erfassen und zu bewerten.
Begründung:
Die Ermittlung und Bewertung der planbedingten Umweltauswirkungen erfolgte in unzulässiger Weise ausschließlich für jedes einzelne Vorranggebiet zur Nutzung der Windenergie.
Nach der Einzelgebietsbetrachtung ist es jedoch zwingend erforderlich, die sich durch die Summe aller Vorranggebiete zur Nutzung der Windenergie ergebenden Umweltauswirkungen zu ermitteln. Diese können durch Überlagerung der Wirkbereiche der einzelnen Vorranggebiete zur Verstärkung der Wirkungen auf einzelne Schutzgüter oder zu neuartigen Auswirkungen führen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Ein entsprechendes Kapitel zu kumulativen Auswirkungen des Planes wird im Umweltbericht ergänzt. Diese können auf Regionalplanebene lediglich überschlägig identifiziert werden, da sich diesbezüglich maßgebliche Faktoren erst auf Projektebene manifestieren (u.a. abhängig von Art und Anzahl der Anlagen, Repowering innerhalb/außerhalb der VRG, standortabhängige Maßnahmen zur Vermeidung/Verminderung von Beeinträchtigungen, technische/methodische Weiterentwicklungen).

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_019 ID Stellungnehmer: 1001757
Umweltbericht
Inhalt

Im Umweltbericht sind Umweltauswirkungen qualitativ und quantitativ zu erfassen und zu bewerten, die sich im Zusammenwirken der Planung mit anderen Plänen und Vorhaben ergeben.
Begründung:
Neben der Ausweisung von Vorranggebieten zur Nutzung der Windenergie werden aktuell großflächig strukturarme Ackerflächen für bauliche Anlagen, insbesondere für die Errichtung von Freiflächenphotovoltaikanlagen in Anspruch genommen (privilegierte Anlagen entlang von Autobahnen und Schienenwegen; Bebauungspläne, die großflächige Sondergebiete zur solaren
Energiegewinnung festsetzen). Diese parallel zur Regionalplanung laufenden raumbedeutsamen Vorhaben und Planungen sind bei der Ermittlung und Bewertung der Umweltauswirkungen zu berücksichtigen, da sie im Zusammenwirken mit der Regionalplanung zu neuartigen oder erheblicheren Umweltauswirkungen führen können.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Die Prüfung der kumulativen Umweltauswirkungen wird als neues Kapitel 8 eingefügt.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_020 ID Stellungnehmer: 1001757
Umweltbericht
Inhalt

Im Umweltbericht ist die Verträglichkeit des Plans in seiner Gesamtheit und im Zusammenwirken mit anderen Vorhaben und Plänen (s. auch Punkt 1.3 d) mit den Erhaltungszielen der Natura 2000-Gebiete abschließend zu prüfen.
Begründung:
Auf Grund der von den Vorranggebieten zur Nutzung der Windenergie ausgehenden großen Wirkräume kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Planumsetzung Veränderungen und Störungen auslöst, die zu erheblichen Beeinträchtigungen von Natura 2000- Gebieten in ihren für die Erhaltungsziele oder den Schutzzweck maßgeblichen Bestandteilen führen. Insofern ist die Planung gemäß § 34 BNatSchG auf ihre Verträglichkeit mit den Erhaltungszielen der Natura 2000- Gebiete im Planungsraum zu überprüfen. Die im Umweltbericht enthaltene Verträglichkeitsabschätzung mit ausschließlichem Einzelgebietsansatz und
Betroffenheitsabschätzung anhand des Abstandes zum nächstgelegenen Vorranggebiet genügt dem fachlichen Anspruch einer Verträglichkeitsprüfung nicht.
Eine Verlagerung der Verträglichkeitsprüfung auf die nachgelagerten Zulassungsverfahren ist wegen der eingangs erwähnten abschließenden Umweltprüfungspflicht des Regionalplanes nicht möglich.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Auf Regionalplanebene findet maßstabsgerecht eine Natura-2000-Verträglichkeitseinschätzung statt, um zu ermitteln, ob durch die Vorranggebietsfestlegung erhebliche Beeinträchtigungen von Natura-2000-Gebieten auszuschließen sind. Sollte dies für einzelne Festlegungen nicht möglich sein, muss in der nachgelagerten Planungsebene eine detaillierte Verträglichkeitsprüfung durchgeführt werden.

Die Einwendung stellt auf die Regularien innerhalb ausgewiesener Beschleunigungsgebiete ab. Bezüglich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden, separaten Planungsverfahren erfolgen. Das verminderte Prüfungsregime auf Projektebene, welches innerhalb von Beschleunigungsgebieten gilt, ist demnach noch nicht anwendbar.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_021 ID Stellungnehmer: 1001757
Umweltbericht
Inhalt

Die Prüfung artenschutzrechtlicher Belange im Umweltbericht erfolgte unvollständig, intransparent und nicht abschließend.
Begründung:
Die Prüfung, ob die Planumsetzung zur Auslösung artenschutzrechtlicher Verbotstatbestände führen kann, erfolgte in unzulässiger Weise ausschließlich für jedes einzelne Vorranggebiet zur Nutzung der Windenergie.
Folgende Arten bzw. Artengruppen der besonders beschützten wild lebenden Arten sind im Rahmen der Artenschutzprüfung abschließend zu prüfen:
- die in Anlage 1 Abschnitt 1 zu § 45b Abs. 1-5 BNatSchG aufgeführten kollisionsgefährdeten Brutvogelarten,
- die Zug- und Rastvogelarten,
- die Artengruppe der Fledermäuse,
- der Feldhamster sowie
- Amphibien und Reptilien.
Gemäß Punkt 5.2 des Umweltberichtes erfolgte im Zuge der Planaufstellung eine Habitatpotentialanalyse für die Arten Rot- und Schwarzmilan, die der artenschutzrechtlichen Prüfung zugrunde liegt. Diese Habitatpotentialanalyse ist nicht Bestandteil der vorliegenden Planunterlagen, so dass eine Prüfung diesbezüglich nicht möglich ist

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Eine abschließende Artenschutzprüfung kann und muss auf Ebene der Regionalplanung nicht erfolgen. „Vertretbar dürfte es daher sein, dass auf Ebene der Regionalplanung lediglich der Frage nachgegangen wird, ob ein Gebiet für die Windenergienutzung ausgewiesen werden soll, in welchem unter Berücksichtigung des Betrachtungsmaßstabs bereits zum Entscheidungszeitpunkt absehbar ist, dass ein artenschutzrechtliches Verbot in einem erheblichen Teil des Gebiets einer Anlagenzulassung insgesamt entgegenstehen wird.“ (Fachagentur Windenergie an Land 2015)

Insofern sich die Einwendung auf die Ausweisung von Beschleunigungsgebieten bezieht, so wird festgestellt, dass die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG nutzt. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden, separaten Planungsverfahren erfolgen.

Die in Anlehnung an eine HPA durchgeführte Ermittlung der Betroffenheiten von Rot- und Schwarzmilan ist kein Bestandteil des Umweltberichtes und diente der internen Prüfung/Abschätzung von Nahbereichs-Konflikten in Bestandsgebieten. Eine abschließende Prüfung hat auf Ebene der Vorhabenzulassung zu erfolgen. 

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_022 ID Stellungnehmer: 1001757
Umweltbericht
Inhalt

Im Umweltbericht sind erforderliche und geeignete Vermeidungs-/Minderungsmaßnahmen abzuleiten und zu beschreiben, die in den Regionalplan übernommen werden können.

Abwägungsentscheidung

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Entsprechende Hinweise zur Vermeidung, Minderung und zur Kompensation von voraussichtlichen Umweltauswirkungen werden im Anhang 1 zum Umweltbericht nachgetragen.  

Hinsichtlich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

StN-ID: 1001586_023 ID Stellungnehmer: 1001757
Umweltbericht
Inhalt

Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen
Gemäß § 28 Abs. 2 ROG sind im Planaufstellungsverfahren zur Festlegung der Vorranggebiete für Windenergie die ausgewiesenen Vorranggebiete für Windenergie zusätzlich als Beschleunigungsgebiete auszuweisen, sofern sie nicht in einem Ausschlussgebiet nach § 28 Abs. 2 Satz 1 Nrn. 1 und 2 ROG liegen.
Bei der Ausweisung der Beschleunigungsgebiete sind Gebietsschutz- und Artenschutzbelange abschließend zu prüfen und gemäß § 28 Abs. 4 ROG Regeln für wirksame Minderungsmaßnahmen für die Errichtung und den Betrieb von Anlagen und deren Netzanschluss aufzustellen, um mögliche negative Auswirkungen vorrangiger Vorhaben zu vermeiden oder, falls dies nicht möglich ist, erheblich zu verringern.
Begründung:
Das Gesetz zur Umsetzung von Vorgaben der Richtlinie (EU) 2023/2413 für Zulassungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz und dem Wasserhaushaltsgesetz sowie für Planverfahren nach dem Baugesetzbuch und dem Raumordnungsgesetz, zur Änderung des Bundeswasserstraßengesetzes und zur Änderung des Windenergieflächenbedarfsgesetzes vom 12. August 2025 (sog. Artikelgesetz) regelt die planerische Ausweisung zusätzlicher Beschleunigungsgebiete, welche die Bestandsgebiete im Sinne des § 6a WindBG ergänzen und in welchen ebenfalls die Verfahrensvereinfachungen insbesondere des § 6b WindBG zur Anwendung gelangen. Werden im Raumordnungsplan Windenergiegebiete im Sinne des 8 2 Nr.1 WindBG dargestellt, sind diese gemäß $ 28 Abs. 2 ROG grundsätzlich zugleich als
Beschleunigungsgebiete für die Windenergie an Land auszuweisen. Lediglich, soweit die geplanten Windenergiegebiete entweder in besonders schützenswerten Gebieten wie etwa Natura 2000-Gebieten, Naturschutzgebieten oder Nationalparken oder aber in Gebieten mit landesweit bedeutsamen Vorkommen einer durch den Ausbau der Windenergie betroffenen europäischen Vogelart nach § 7 Abs. 2 Nr. 12 BNatSchG liegen, ist die gleichzeitige Ausweisung des Gebiets als Beschleunigungsgebiet ausgeschlossen.

Die Ausweisung als Beschleunigungsgebiet hat grundsätzlich im Rahmen des Planaufstellungsverfahrens zur Festlegung der Vorranggebiete für Windenergie zu erfolgen. Im vorliegenden Fall kann die zusätzliche Ausweisung als Beschleunigungsgebiete gemäß § 28 Abs. 5 Satz 2 ROG hilfsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten nach Festlegung der Windenergiegebiete förmlich einzuleitenden separaten Planverfahren erfolgen. Da sich das Planverfahren zur Aufstellung des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027...“ in einer frühen Planungsphase befindet, wird aus Gründen der Planungssicherheit und der Vermeidung von Doppelprüfungen von einem separaten Planverfahren für die zusätzliche Ausweisung als Beschleunigungsgebiete dringend abgeraten.
Der abschließenden Prüfung naturschutzrechtlicher Gebietsschutz- und Artenschutzbelange, die im Rahmen der Umweltprüfung vorzunehmen ist, ist bei der planerischen zusätzlichen Ausweisung von Beschleunigungsgebieten ebenso wie bei der Ausweisung von Vorranggebieten zur Nutzung der Windenergie besondere Bedeutung beizumessen, da gemäß 8 6b WindBG in
Beschleunigungsgebieten besondere Zulassungsregelungen gelten.
So sind gemäß § 6b Abs. 2 Satz 1 BG in zukünftigen Zulassungsverfahren
- keine Umweltverträglichkeitsprüfung,
- keine Gebietsschutzprüfung nach dem Bundes-Naturschutzgesetz (BNatSchG) und
- keine Artenschutzprüfung nach dem BNatSchG
mehr durchzuführen.
Anstelle dieser Prüfungen führt die Genehmigungsbehörde gemäß § 6b Abs. 2 Satz 2 WindBG lediglich eine Überprüfung der Umweltauswirkung des Vorhabens (sog. ,Screening“) auf der Grundlage vorhandener, räumlich genauer und ausreichend aktueller Daten durch, welche grundsätzlich innerhalb von 45 Tagen ab Eingang vollständiger Antragsunterlagen abzuschließen ist.
Kann eine Ausweisung der Gebiete als Beschleunigungsgebiete erfolgen, sind gemäß § 28 Abs. 4 ROG bereits auf Planebene Regeln für wirksame Minderungsmaßnahmen für die Errichtung und den Betrieb von Windenergieanlagen und deren Netzanschluss darzustellen, durch welche negative Umweltauswirkungen vermieden oder jedenfalls erheblich verringert werden können.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Hinsichtlich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale PLanungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

StN-ID: 1001586_024 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VI Gölzau Ost
Inhalt

Dem regionalplanerischen Ziel Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie wird hinsichtlich des Vorranggebietes VI Gölzau Ost nicht zugestimmt.

Betroffenheit vom Negativkriterium Nr. 20 "Wasservogelschlafgewässer einschließlich Pufferzone von jeweils 1.000 m“ und "Berücksichtigung kommunaler Planungsabsichten" 
 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Nach den aktuellen Daten des Landesamtes für Umweltschutz ist der nächste Gänseschlafplatz im NSG Cösitzer Teich ca. 2,3 km entfernt ausgewiesen. Das Ausschlusskriterium "Wasservogelschlafgewässer einschließlich 1.000 m Pufferzone" ist daher nicht betroffen.

Die Kommunen planten ihre Sondergebiete "Windenergie" innerhalb der Potenzialflächenkulisse, die nach Anwendung von Positiv- und Negativkriterien der Planungsstufe 1 (siehe Planungskonzeption Kapitel 2.1) für die weitere Einzelfallbetrachtung verblieb. Das war u.a. Voraussetzung für den positiven Ausgang des beantragten Zielabweichungsverfahrens gem. § 245e Absatz 5 BauGB (a.F.). 

Mit der sog. Positivplanung (Ausweisung von Vorranggebieten ohne außergebietlichen Ausschluss) erhält der kommunale Planungswille ein höheres Gewicht, welches in den Planungskriterien in Planungsstufe 2 berücksichtigt wurde. Die als Sondergebiet "Windenergie" von der Kommune geplante Fläche entspricht den regionalplanerischen Auswahlkriterien und wurde einer strategischen Umweltprüfung unterzogen. Die Übernahme von kommunalen Planungen für Windenergiegebiete ist für das Erreichen des Flächenbeitragswertes förderlich, da somit an anderer Stelle keine neuen Vorranggebiete ausgewiesen werden müssen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_025 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VII Gröbzig/Dohndorf
Inhalt

erhebliche Bedenken gegenüber der Ausweisung des Vorranggebietes zur Nutzung der Windenergie Gröbzig

Betroffenheit:

1000 m Puffer um Wasservogelschlafgewässer

Mindestabstand, dessen Einwirkungsbereiche der Windparks sich nicht überschneiden

Berücksichtigung kommunaler Planungsabsichten

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber abschließend als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten und Wasservogelschlafgewässer einschließlich 1.000 m Pufferzone wurden in der Planung vorsorglich maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). 

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen zunächst alle rechtskräftigen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie zusätzliche Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die Einhaltung eines planerisch vorgegebenen Abstandes zwischen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie würde die Erreichung des Flächenbeitragswertes verhindern bzw. erschweren. Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Die Kommune plante ihr Sondergebiet "Windenergie" innerhalb der Potenzialflächenkulisse, die nach Anwendung von Positiv- und Negativkriterien der Planungsstufe 1 (siehe Planungskonzeption Kapitel 2.1) für die weitere Einzelfallbetrachtung verblieb. Das war u.a. Voraussetzung für den positiven Ausgang des beantragten Zielabweichungsverfahrens gem. § 245e Absatz 5 BauGB (a.F.).

Mit der sog. Positivplanung (Ausweisung von Vorranggebieten ohne außergebietlichen Ausschluss) erhält der kommunale Planungswille ein höheres Gewicht, welches in den Planungskriterien in Planungsstufe 2 berücksichtigt wurde. Die als Sondergebiet "Windenergie" von der Kommune geplante Fläche entspricht den regionalplanerischen Auswahlkriterien und wurde einer strategischen Umweltprüfung unterzogen. Die Übernahme von kommunalen Planungen für Windenergiegebiete ist für das Erreichen des Flächenbeitragswertes förderlich, da somit an anderer Stelle keine neuen Vorranggebiete ausgewiesen werden müssen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_026 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIV Löberitz/Reuden
Inhalt

Erhebliche Bedenken gegenüber der Ausweisung des Vorranggebietes zur Nutzung der Windenergie Löberitz/Reuden

Es ist ein Mindestabstand zwischen den Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie zu definieren, der sicherstellt, dass sich die Einwirkungsbereiche der in den Vorranggebieten entstehenden Windparks nicht überschneiden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen zunächst alle rechtskräftigen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie zusätzliche Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die Einhaltung eines planerisch vorgegebenen Abstandes zwischen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie würde die Erreichung des Flächenbeitragswertes verhindern bzw. erschweren. Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist.

Bei den im 1. Entwurf des STP "Windenergie 2027" festgelegten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie wurde darauf geachtet, dass diese Gebiete räumlich voneinander getrennt wahrgenommen werden können. Ausnahmen bilden diejenigen Vorranggebiete, die aufgrund kommunalen Planungswillens in den STP Windenergie 2027 Eingang fanden.

Es handelt sich um ein Bestand-Vorranggebiet des rechtskräftigen Sachlichen Teilplans "Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" 2018, welches derzeit mit einem Windpark bebaut ist, deren Anlagen dem Repowering unterzogen werden sollen. Entsprechend des Planungswillens, zunächst vorhandene Vorranggebiete zu erweitern, bevor neue Flächen eröffnet werden, ist die Erweiterung des Vorranggebietes innerhalb der nach Abzug der angewandten Ausschlusskriterien verbliebenen Potenzialfläche vorgenommen worden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_027 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVI Piethen
Inhalt

Erhebliche Bedenken zu Vorranggebiet Piethen

Betroffenheit "Wasservogelschlafgewässer einschließlich Pufferzone von jeweils 1.000 m“ 

Es ist ein Mindestabstand zwischen den Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie zu definieren, der sicherstellt, dass sich die Einwirkungsbereiche der in den Vorranggebieten entstehenden Windparks nicht überschneiden.

Die bedingungslose Übernahme kommunaler Planungsabsichten hinsichtlich der Windenergienutzung mindert die Objektivität der Planungskonzeption und führt zu einer inakzeptablen überdominanten Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie in einzelnen Kommunen.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001586_028

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Entsprechend der aktuellen Daten des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt ist kein Wasservogelschlafgewässer im Umgriff des Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie dokumentiert.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen zunächst alle rechtskräftigen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie zusätzliche Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die Einhaltung eines planerisch vorgegebenen Abstandes zwischen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie würde die Erreichung des Flächenbeitragswertes verhindern bzw. erschweren. Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist.

Bei den im 1. Entwurf des STP "Windenergie 2027" festgelegten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie wurde darauf geachtet, dass diese Gebiete räumlich voneinander getrennt wahrgenommen werden können. Ausnahmen bilden diejenigen Vorranggebiete, die aufgrund kommunalen Planungswillens in den STP Windenergie 2027 Eingang fanden.

Die Kommunen plante ihr Sondergebiet "Windenergie" innerhalb der Potenzialflächenkulisse, die nach Anwendung von Positiv- und Negativkriterien der Planungsstufe 1 (siehe Planungskonzeption Kapitel 2.1) für die weitere Einzelfallbetrachtung verblieb. Das war u.a. Voraussetzung für den positiven Ausgang des beantragten Zielabweichungsverfahrens gem. § 245e Absatz 5 BauGB (a.F.).

Mit der sog. Positivplanung (Ausweisung von Vorranggebieten ohne außergebietlichen Ausschluss) erhält der kommunale Planungswille ein höheres Gewicht, welches in den Planungskriterien in Planungsstufe 2 berücksichtigt wurde. Die als Sondergebiet "Windenergie" von der Kommune geplante Fläche entspricht den regionalplanerischen Auswahlkriterien und wurde einer strategischen Umweltprüfung unterzogen. Die Übernahme von kommunalen Planungen für Windenergiegebiete ist für das Erreichen des Flächenbeitragswertes förderlich, da somit an anderer Stelle keine neuen Vorranggebiete ausgewiesen werden müssen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_028 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVIII Prosigk
Inhalt

Erhebliche Bedenken gegen Vorranggebiet Prosigk

Betroffenheit: ,Wasservogelschlafgewässer einschließlich Pufferzone von jeweils 1.000 m“ 

Es ist ein Mindestabstand zwischen den Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie zu definieren, der sicherstellt, dass sich die Einwirkungsbereiche der in den Vorranggebieten entstehenden Windparks nicht überschneiden.

Die bedingungslose Übernahme kommunaler Planungsabsichten hinsichtlich der Windenergienutzung mindert die Objektivität der Planungskonzeption und führt zu einer inakzeptablen überdominanten Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie in einzelnen Kommunen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Entsprechend der aktuellen Daten des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt ist kein Wasservogelschlafgewässer im Umgriff des Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie dokumentiert.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen zunächst alle rechtskräftigen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie zusätzliche Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die Einhaltung eines planerisch vorgegebenen Abstandes zwischen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie würde die Erreichung des Flächenbeitragswertes verhindern bzw. erschweren. Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist.

Bei den im 1. Entwurf des STP "Windenergie 2027" festgelegten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie wurde darauf geachtet, dass diese Gebiete räumlich voneinander getrennt wahrgenommen werden können. Ausnahmen bilden diejenigen Vorranggebiete, die aufgrund kommunalen Planungswillens in den STP Windenergie 2027 Eingang fanden.

Die Kommunen plante ihr Sondergebiet "Windenergie" innerhalb der Potenzialflächenkulisse, die nach Anwendung von Positiv- und Negativkriterien der Planungsstufe 1 (siehe Planungskonzeption Kapitel 2.1) für die weitere Einzelfallbetrachtung verblieb. Das war u.a. Voraussetzung für den positiven Ausgang des beantragten Zielabweichungsverfahrens gem. § 245e Absatz 5 BauGB (a.F.).

Mit der sog. Positivplanung (Ausweisung von Vorranggebieten ohne außergebietlichen Ausschluss) erhält der kommunale Planungswille ein höheres Gewicht, welches in den Planungskriterien in Planungsstufe 2 berücksichtigt wurde. Die als Sondergebiet "Windenergie" von der Kommune geplante Fläche entspricht den regionalplanerischen Auswahlkriterien und wurde einer strategischen Umweltprüfung unterzogen. Die Übernahme von kommunalen Planungen für Windenergiegebiete ist für das Erreichen des Flächenbeitragswertes förderlich, da somit an anderer Stelle keine neuen Vorranggebiete ausgewiesen werden müssen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_029 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Erhebliche Bedenken gegen Vorranggebiet Schmerz

Die bedingungslose Übernahme kommunaler Planungsabsichten hinsichtlich der Windenergienutzung mindert die Objektivität der Planungskonzeption und führt zu einer inakzeptablen überdominanten Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie in einzelnen Kommunen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. 

Die Kommune plante ihr Sondergebiet "Windenergie" innerhalb der Potenzialflächenkulisse, die nach Anwendung von Positiv- und Negativkriterien der Planungsstufe 1 (siehe Planungskonzeption Kapitel 2.1) für die weitere Einzelfallbetrachtung verblieb. Das war u.a. Voraussetzung für den positiven Ausgang des beantragten Zielabweichungsverfahrens gem. § 245e Absatz 5 BauGB (a.F.) (siehe Beschluss Nr. 07/2025).

Mit der sog. Positivplanung (Ausweisung von Vorranggebieten ohne außergebietlichen Ausschluss) erhält der kommunale Planungswille ein höheres Gewicht, welches in den Planungskriterien in Planungsstufe 2 berücksichtigt wurde. Die als Sondergebiete "Windenergie" von den Kommunen geplanten Flächen entsprechen den regionalplanerischen Auswahlkriterien und wurden einer strategischen Umweltprüfung unterzogen. Die Übernahme von kommunalen Planungen für Windenergiegebiete ist für das Erreichen des Flächenbeitragswertes förderlich, da somit an anderer Stelle keine neuen Vorranggebiete ausgewiesen werden müssen.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_030 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXI Zörbig Süd/Glebitzsch
Inhalt

Erhebliche Bedenken gegen Vorranggebiet Zörbig Süd/Glebitzsch

Betroffenheit:

Rotmilan-Dichtezentrum 

"Wasservogelschlafgewässer einschließlich Pufferzone von jeweils 1.000 m“ 

Es ist ein Mindestabstand zwischen den Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie zu definieren, der sicherstellt, dass sich die Einwirkungsbereiche der in den Vorranggebieten entstehenden Windparks nicht überschneiden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Das Vorranggebiet befindet sich weder im Rotmilandichtezentrum noch in der Nähe eines Wasservogelschlafgewässers gemäß der aktuellen Daten des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen zunächst alle rechtskräftigen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie zusätzliche Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die Einhaltung eines planerisch vorgegebenen Abstandes zwischen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie würde die Erreichung des Flächenbeitragswertes verhindern bzw. erschweren. Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_031 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-1 Energie
Inhalt

Z 4.3.4-1 Satz 2 des Zieles ist wie folgt zu formulieren:
„Unzulässig sind in diesen Gebieten schutzbedürftige Nutzungen und Anlagen sowie die Durchführung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die bewirken, dass sich geschützte windkraftsensible Arten in den Vorranggebieten ansiedeln oder in diese hineinbewegen.“
Begründung:
Der Begründung des Z 4.3.4-1 ist zu entnehmen, dass nur solche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in den Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie unzulässig sein sollen, die die Ansiedlung geschützter windkraftsensibler Arten in den Vorranggebieten fördern. Für den Ausschluss weit umfangreicherer Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die die Ansiedlung aller geschützten Arten in den Vorranggebieten verhindern, fehlt es dagegen an einer Legitimation.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Änderung Z 4.3.4-1 Satz 2: „Unzulässig sind in diesen Gebieten schutzbedürftige Nutzungen und Anlagen sowie die Durchführung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die bewirken, dass sich geschützte windkraftsensible Arten in den Vorranggebieten ansiedeln oder in diese hineinbewegen.“

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_032 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-3 Energie
Inhalt

Das regionalplanerische Ziel Z 4.3.4-3, mit dem die Errichtung und der Betrieb von Freiflächensolaranlagen als untergeordnete Anlagen innerhalb der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie für zulässig erklärt wird, ist zu streichen.
Begründung:
Die Errichtung von Freiflächensolaranlagen innerhalb der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie auf einer Fläche von bis zu 7.000 ha führt zu weiteren erheblich nachteiligen Veränderungen der Schutzgüter von Natur und Landschaft, die in der Umweltprüfung des Teilplanes Wind nicht berücksichtigt wurden.
Da sich das Ziel Z 4.3.4-3 mit seinen offensichtlichen erheblichen schutzgutbeeinträchtigenden Wirkungen der abschließend durchzuführenden Umweltprüfung des Regionalplanes entzieht, ist von der Unzulässigkeit dieses Zieles auszugehen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Gem. § 7 Abs. 1 Satz 2 ROG kann festgelegt werden, dass bestimmte Flächen des Planungsraums einschließlich Gebietsausweisungen nach Absatz 3 (z.B. Vorranggebiete) für mehrere miteinander vereinbare Nutzungen und Funktionen vorgesehen werden (Mehrfachnutzung). Freiflächensolaranlagen unterliegen der kommunalen Bauleitplanung, sofern sie nicht nach § 35 Absatz 1 Nr. 8b und 9 BauGB im Außenbereich privilegiert sind. Die Zielfestlegung bezieht sich allein auf die raumordnerische Zulässigkeit innerhalb von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie. Damit soll die effektive Nutzung von Flächen für die Erzeugung von erneuerbaren Energien und die Ausnutzung von Synergien durch die gemeinsame Nutzung der Infrastrukturen ermöglicht werden. Das Ziel konkretisiert den Grundsatz G 6.2.2.-7 LEP LSA 2. Entwurf.

Alle übrigen öffentlichen Belange sind im Bauleitplan- bzw. Vorhabenzulassungsverfahren zu prüfen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001586_034 ID Stellungnehmer: 1001757
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Bereich Bau-, Kunst- und Gartendenkmalpflege
Im Areal des Landkreises Anhalt-Bitterfeld befinden sich gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 1, 2 und 6 des Denkmalschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (DenkmSchG LSA) zahlreiche Baudenkmale, Denkmalbereiche und auch Kleindenkmale - UNESCO-Weltkulturerbestätten: Dessau-Wörlitzer-Gartenreich mit Mosigkauer Heide und der Ortslage Mosigkau. Für diese Kulturdenkmale besteht Umgebungsschutz!
Für die Umgebung des UNESCO-Welterbes Gartenreich Dessau-Wörlitz beauftragte die „Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg‘ selbst eine modellhafte Visualisierung von Windparks. Die daraus resultierende Bewertung des IST-Zustandes zeigt, dass die Erheblichkeit der Sichtbarkeit von Windenergieanlagen (WEA) im Wesentlichen durch deren Höhen in Zusammenhang mit deren Abstand zu den z. B. Gartenanlagen bestimmt wird. Die Analysen und Bewertungen sowie modellhaften Visualisierungen von Windparks wurden durch die Regionale Planungsgemeinschaft für folgende Szenarien durchgeführt:
- WEA Höhen: 150 m, 200 m, 250 m
- Entfernungen zu den UNESCO Gartenanlagen: 5 km, 7,5 km, 10 km
Daraus ergeben sich Vorschläge für rechtlich-normative Kriterien der Nichterheblichkeit.
Jeweils bezogen auf die jeweils zu bewertender Planung (z. B. eine WEA mit einer Höhe von ca. 250 m) müsste ein Mindestabstand des Windparks allgemein von 10 km zur UNESCO-Zone eingehalten werden. Dies betrifft hier vorrangig z. B. mögliche neue Windenergieanlagen (WEA) in den Windparkgebieten Quellendorf und Libbesdorf.
Um hier ein geplantes Vorhaben aus denkmalpflegerischer Sicht abschließend beurteilen zu können, ist eine Visualisierung der neuen WEA, in Bewegung, anzufertigen und der zuständigen unteren Denkmalschutzbehörde sowie dem Denkmalfachamt (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, LDA LSA) vorzulegen.
Auch hier empfiehlt sich vorab die Abstimmung mit der zuständigen unteren Denkmalschutzbehörde sowie dem Denkmalfachamt (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt) um zum Beispiel die genauen Ausgangspunkte einer Visualisierung in Erfahrung zu bringen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001587 ID Stellungnehmer: 1001662
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > X Kemberg/Dorna
Inhalt

Zum Planentwurf übermitteln wir Ihnen im Folgenden unsere Hinweise und Anregungen: 

1.    Zu 4. 3.: Ziele und Grundsätze zur Entwicklung der Standortpotenziale und der technischen Infrastruktur
Zu Z 4.3.4-1: Die Zielfestlegung, dass Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die bewirken, dass sich windkraftsensible Arten in Windvorranggebieten (VRG) ansiedeln oder sich in diese hineinbewegen, nicht in VRG vorgenommen werden dürfen, ist nachvollziehbar. Derartige Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden vom Unternehmen grundsätzlich außerhalb von Windvorranggebieten, in einem Abstand von mindestens 1,5 km, umgesetzt.

Zu 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung von Windenergie: Das geplante VRG Kemberg/Dorna ist eines der größten im Planungsgebiet. Die Erweiterung dieses VRG in Richtung Nordwest ist aufgrund der relativ konfliktarmen Freiräume und den bisher in dem Bereich Kemberg/Lutherstadt Wittenberg gering verteilten Windvorranggebieten folgerichtig. 

2.    Zu 4.4.: Ziele und Grundsätze der Freiraumstruktur:

Zu 4.4.1.2 Hochwasserschutz: Der Flächenverbrauch durch Bau und Betrieb von WEA ist gering, da beispielsweise durch die Nutzung vorhandener Wege die Neuversiegelung von Boden vermieden wird. Die mit der Errichtung der WEA einhergehende geringfügige Verkleinerung des unversiegelten Bodens im Erweiterungsgebiet Kemberg/Dorna berührt die Grundzüge der Planung zum Hochwasserschutz nicht. 

Zu Z 4.4.2.1-17 Nr. V: Vorranggebiet für Landwirtschaft: Mit der geringfügigen Versiegelung der landwirtschaftlich genutzten Fläche durch Fundamente und Zuwegungen für WEA ergibt sich ein relativ unbedeutender Verlust, zumal die landwirtschaftliche Nutzung innerhalb eines Windparks mit Nutzungseinschränkungen möglich bleibt. Viel stärker werden die zusätzlichen Einnahmen aus der Windkraft für den Erhalt des landwirtschaftlichen Betriebes wirken, wodurch Arbeitsplätze und Wohlstand gesichert werden können.

3.    Zu Planungskonzeption:
Zu 2.1.1 Referenzanlage: Es werden Anlagen mit einer maximalen Gesamthöhe von 261 m bei 175 m Nabenhöhe geplant und einer Kapazität von 7,2 MW. Damit werden die Werte der Referenzanlage mit einer Gesamthöhe von 250 m, einem Rotordurchmesser von 150 m und einer installierten Leistung von 6.8 MW leicht überschritten.

Zu 2.1.5 Potenzialflächen: Wir erachten es als sinnvoll, dass nach Anwendung der Positiv- und Ausschlusskriterien die konfliktärmsten Vorranggebiete ausgewählt wurden. 

Zu 2.2.3 Ermöglichung der finanziellen Teilhabe aller Kommunen gem. § 6 EEG: Wir unterstützen aus Akzeptanzgründen, dass nach Möglichkeit jede Kommune die Chance erhält, an der Erzeugung erneuerbarer Energie finanziell teilzuhaben und deshalb die Verteilung der zusätzlichen Windvorranggebiete möglichst gleichmäßig über die Planungsregion erfolgt.

Zu 2.2.4 Berücksichtigung privater Interessen an der Errichtung und dem Betrieb von Windenergieanlagen: Hinsichtlich der Verantwortung der örtlichen Bevölkerung in der Planungsregion für innovative und regenerative Energieerzeugung ist es bezeichnend, dass von örtlichen privaten Vorhabensträgern und Landeigentümern Anregungen zu möglichen Vorranggebieten in der Größenordnung des dreifachen Flächenbeitragswertes an die Regionale Planungsgemeinschaft herangetragen wurden. Damit kann für die weitere Planung und Installierung von WEA von einem großen Interesse und einer guten örtlichen Akzeptanz der Projekte ausgegangen werden.

Zu 2.3.1 Prüfung der Erreichung des Flächenbeitragswertes für die Planungsregion: Die derzeitige Übererfüllung des Flächenbeitragswertes bis zum 31.12.2027 von 1,8 % mit 1,94 % als Sicherheitspuffer wird begrüßt. Damit werden zu erwartende negative Auswirkungen durch den Klimawandel abgefedert.

Zu 2.3.2. Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie: Es wird auf dem Erweiterungsgebiet des Bestands-Vorranggebietes X Kemberg/Dorna die Errichtung und den Betrieb von bis zu 10 WEA (siehe Anlage) geplant. Damit wäre dieses Planungsgebiet mit WEA vollständig ausgelastet.

4.    Zu Umweltbericht:

Grundsätzlich begrüßen wir, dass bei der Abwägung von beeinträchtigten Schutzgütern dem Anliegen der Umsetzung des 2,2 % Flächenzieles für die Bereitstellung von WEA Rechnung getragen wird, da die Vorhaltung von Gebieten für die Nutzung der Windenergie ein unverzichtbarer Schritt zur Reduktion der Nutzung fossiler Energieträger und der damit verbundenen Minderung des Ausstoßes klimawirksamer, versauernder und eutrophierender Gase sowie gesundheitsgefährdender Feinstäube ist. Auch aus unserer Sicht ist hervorzuheben, dass mit der Festlegung von Konzentrationszonen für Windenergieanlagen die überwiegende Freihaltung des übrigen Raumes angestrebt, die Zerschneidung von Biotopverbünden vermieden und mobilen Arten (Vögel, Fledermäuse) hinreichend Raum für Flugbewegungen belassen wird. 

5.    Zu Anhang 1 des Umweltberichtes:

Zu WEA 10 Kemberg/Dorna: Gemäß der Eingriffsbewertung durch WEA in die Schutzgüter werden voraussichtliche erhebliche Umweltauswirkungen im o. g. VRG 10 als „hoch“ bzw. als „mittel“ prognostiziert. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Beeinträchtigungen der Schutzgüter Flora/Fauna/ Biodiversität, Boden und Kultur- und Sachgüter. Seitens des Unternehmens wird versichert, dass wir bei Planung, Bau und Betrieb von WEA in dem o. g. VRG Vermeidungs- und Kompensationsmaßnahmen umsetzen werden, damit die Beeinträchtigungen in Natur und Landschaft so gering wie möglich gehalten werden können. Um das Vorkommen einiger Arten aktuell festzustellen, beabsichtigen wir, im Zuge des Genehmigungsverfahrens ein konkretes avifaunistisches Gutachten erstellen zu lassen. Das Risiko für Kollisionen gefährdete Vogelarten können wir durch anerkannte Schutzmaßnahmen, wie Antikollisionssysteme, vorübergehende Abschaltungen bei bestimmten landwirtschaftlichen Ereignissen, die Schaffung attraktiver Ausweichnahrungshabitate oder phänologiebedingte Abschaltungen, reduzieren. Wir bitten Sie um Beteiligung an dem weiteren Verfahren.  

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001589 ID Stellungnehmer: 1001760
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > I Annaburg
Inhalt

Die Gemeinde Kolonie wurde in der ersten Planung vom 20.12.2024 des Ingeneurbüros Perk, als geschlossene Siedlung völlig ignoriert, daher wurden die zu Betrachtenden Faktoren Umzingelung, Lärm, Schattenwurf e.t.c. nicht berücksichtigt. Des Weiteren ist die Gemeinde Kolonie durch den Ausbau des Bundeswehrstandortes Holzdorf, schon sehr beeinträchtigt. Das äußert sich in einem Begehungsverbot des Waldes durch die militärische Sicherheitszone, daher ist meine Bewegungsfreiheit und Erholungsfaktor sehr reduziert. In dem luftrechtlichen Änderungsverfahren §6Abs.4 Satz2 LuftVg, öffentliche Auslegung 26.5-25.6.2025 wird die Lärmbelastung für die Gemeinde Kolonie als erhöht beschrieben. In keiner Stellungnahme, weder Windenergie noch Bundeswehr, wird auf eine gesundheitliche Belastung des Menschens eingegangen, wenn Windkraft und erhöhte Strahlenbelastung durch das Raketenabwehrsystem Arrow 3 aufeinandertreffen. Gesundheitliche Auswirkungen durch Lärm, Strahlen und Schall sind nicht ausreichend berücksichtigt. Jede Maßnahme wird separat beantragt und geprüft.

Beim Hochwasser 2002 hat sich gezeigt, dass weder Groß Naundorf noch Kolonie von einer Überschwemmung verschont bleiben.

In den letzten Jahren kam es vermehrt zu Stromschwankungen und Phasenschäden in der Gemeinde Kolonie. Die Stromausfälle dauerten mehrere Stunden, es kam zu Überspannungsschäden an Geräten. Ist die Strominfrastruktur für das Projekt ausgelegt und wer haftet für entstandene Schäden - bisher ich selbst.

Eine weitere Frage ist, ob zwei einschneidende lebensqualitätreduzierende Projekte (Windräder und Bundeswehr) Auswirkung auf den Wert meines Eigentums/Immobilie haben?

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihalts der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001590 ID Stellungnehmer: 1001761
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > I Annaburg
Inhalt

Ich bin gegen den Ausbau weiterer Windkraftanlagen in unserer Region, weil sie keinen Nutzen für die hier lebende Bevölkerung mit sich bringt. Die Lebensqualität geht verloren, die bei uns schon nicht sehr hoch ist, da wir ohnehin schon zu viele Windräder in der Gemarkung Annaburg haben. Das Windgebiet 2 soll zwischen den Orten Lebien-Plossig-Groß Naundorf-Kolonie entstehen. Man kann die Schäden für die Einwohner und die Natur nicht vorhersehen. Persönlich halte ich das für ein Verbrechen an die ländliche Bevölkerung, die darunter zu leiden hat. Es ist unsozial das einige wenige Investoren, Landeigentümer und Projektanten unverhältnismäßige Einnahmen und Gewinne haben. Die geschädigten Bewohner in den Regionen müssen das auch noch bezahlen (EEG- Umlage und hohe Energiekosten) Man kann nur hoffen, dass in unserem Land wieder die Vernunft einzieht und meine Heimat nicht länger geschändet wird. Damit das Leben in meiner Heimat lebenswert bleibt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001591 ID Stellungnehmer: 1001762
Windenergie 2027
Inhalt

Hiermit erhebe ich Widerspruch gegen den Entwurf zum sachlichen Teilplan „Windenergie
2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere den Vorranggebieten
Schmerz XIX sowie Zschornewitz XXXII und erwarte, dass Sie die aktuellen Planungen
überdenken sowie natur- und artenschutzgerecht überarbeiten und anpassen.
Vorbemerkungen:
In einem, bis dahin in der demokratischen Willensbildung nach der Gründung der
Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949, unbekannten Ausmaß ideologischer Anmaßung
und Verblendung formten in der vormaligen Regierung die Parteien Bündnis90/Die Grünen,
SPD sowie FDP einen hochkritischen bundesrechtlichen Rahmen im Bereich der
Erneuerbaren Energien, welcher aber in zahlreichen Bereichen der Volkswirtschaft bereits
heute sichtbar, gravierende Auswirkungen zur Folge hat. Diese rot-grüne Gesetzesmixtur hat
aufgrund ihrer Dysfunktionalität das Potential die Zukunftsfähigkeit des Staatswesens der
Bundesrepublik Deutschland, als auch der Europäischen Union in Abhängigkeit davon, in
Frage zu stellen.
Die durch dieses Bundesrecht erzwungenen Maßnahmen der RPG bedeuten für Bürger und
Kulturlandschaft Eingriffe, die letztendlich an die Qualitäten von Terraforming heranreichen.
Nur das diese Maßnahmen auf dem Heimatplaneten Erde stattfinden sollen. Der
Wiedererkennungswert der Kulturlandschaft ist dementsprechend vollkommen untergeordnet.
Diesbezüglich über Jahrhunderte entwickelte Konsense und Prämissen, wie beispielhaft von
der Wissenschaft geleitete Verträglichkeitsuntersuchungen, werden als obsolet betrachtet und
vollständig negiert.
Besonders die Ausweisung von Beschleunigungsgebieten, also quasi rechtsfreien Räumen,
stellt ein absolutes Novum dar. Spätestens nachfolgende Generationen werden dies zu
würdigen wissen.
Um es etwas plastischer auszudrücken, vormalig vorhandene Bauwerke mit überragendem
Alleinstellungsmerkmal in einer beeindruckenden Dimension, wie die des Pariser Eifelturms
oder des Berliner Fernsehturms, sollen nun in einer sagenhaften Stückzahl von bis zu
hunderttausend Bauwerken über die gesamte Landesfläche der Bundesrepublik Deutschland
aufgestellt werden. Allerdings in der Funktion und gleichartigen Gestalt von industriellen
Großanlagen mit entsprechenden, in der Funktionsweise der Anlagen selbst begründeten,
massiven Schadwirkungen in sämtliche Schutzgüter der Bürger betroffener Gebiete.
Allgemein:
Klimaschutz/Klimaanpassung:
Der schnelle Ausbau der regenerativen Energien ist notwendig, um den Klimawandel zu
stoppen und Abhängigkeiten von Kohle, Öl und Gas zu verringern. Das ist
gesamtgesellschaftlicher Konsens und wird seit langem gefordert.
Mit großer Sorge ist festzustellen, dass ein naturverträglicher Ausbau aktuell von großen
Interessenverbänden und der Politik torpediert wird. Abstriche an den Untersuchungen zur
Umwelt- und Artenschutzverträglichkeit (Planungsbeschleunigung) und die Öffnung sensibler
Naturräume und Schutzgebiete sind äußerst kritisch zu betrachten.
Aktuelle Diskussionen und Forderungen der großen Waldbesitzer brachten das jahrelang
bestehende Verbot des Ausbaus der Windkraft in unseren Wäldern zu Fall. Neue
Einnahmequellen, wie WKA im Wald, sollen genutzt werden, um die jahrzehntelang
geförderten monotonen – und nun zusammenbrechenden – Wirtschaftswälder zu sanieren
und den Wert der Besitztümer damit zu wahren. Es geht also bei der Ausweisung von VRG
Windkraft in Waldflächen ausschließlich ums Geld.
Die Effekte des Klimawandels wie Austrocknung und Erwärmung von Waldflächen, woraus
schlußendlich Waldsterben resultiert, werden gerade durch VRG Windkraft drastisch verstärkt.
Der Wald ist auch ein Gemeingut und sollte für alle erhalten und dem entsprechend
verantwortungsvoll behandelt werden. Die Sanierung lange vernachlässigter,
krankheitsanfälliger Altersklassenwälder darf nicht mit einem Verlust von Waldfläche und einer
irreversiblen Schädigung seiner vielfältigen Funktionen einhergehen. Den Wald als VRG
Windkraft zu nutzen, steht im Widerspruch zu internationalen Abkommen, die den Klimaschutz
(Wald als Kohlenstoffdioxid-Senke und Wasser-Speicher) und den Stopp des Artensterbens
(Wald als Lebensraum) zum Ziel haben.
VRG Windkraft in Waldflächen sind klimaschädlich!
Denkmalschutz:
Die Begutachtung der Ausweisung der VRG Windkraft ist in Bezug auf die
denkmalschutzrechtlichen Belange von höchster Wertigkeit. Dazu ist eine genaue
Abstimmung zwischen den Denkmalschutzbehörden und anderer Fachbehörden erforderlich.
Für die Errichtung, Veränderung oder Beseitigung von WKA ist daher eine
denkmalschutzrechtliche Genehmigung unabdingbar, wenn sich das VRG Windkraft in der
Nähe von „besonders landschaftsprägenden Bau- oder Bodendenkmälern“ wie beispielhaft
dem Gartenreich Dessau-Wörlitz als UNESCO-Welterbestätte befindet.
Maßgeblich sind dabei vor allem das historische Erscheinungsbild, Sichtachsen und
Blickbezüge zu und von dem Denkmal.
Wasser:
Es ist der Vorrang der öffentlichen Wasserversorgung bei der Abwägung zu beachten und
deren Gefährdung auszuschließen. Die notwendige Gründungstiefe der WKA führt zu
Eingriffen in Deckschichten des für die Trinkwassergewinnung genutzten Grundwassers bzw.
bis in das Grundwasser selbst, was der Schutzfunktion der Trinkwasserverordnung
widerspricht, und beeinträchtigt die Hydrologie in allen VRG Windkraft. Kritisch ist die
Beeinträchtigung grundsätzlich, wenn VRG Windkraft in Waldflächen mit der Funktion Wasser-
Speicher liegen.
Immissionsschutz:
Aus immissionsschutzrechtlicher Sicht bestehen auf Grund fehlender Informationen und
ausstehender Anpassungen erhebliche Bedenken.
Dies wird wie folgt begründet:
Die Betrachtung zum Schutzgut Mensch / Menschliche Gesundheit erfolgt lediglich auf der
Grundlage der 1000 m – Regel zum Mindestabstand von Windkraftanlagen zu
Wohnbebauungen im Geltungsbereich eines Bebauungsplans, innerhalb im Zusammenhang
bebauter Ortsteile oder zulässiger Wohnbebauung im Außenbereich, die aus mindestens fünf
Wohngebäuden besteht bzw. einem Mindestabstand von 600 m zu zulässiger Wohnbebauung
im Außenbereich mit weniger als 5 Wohngebäuden. Dies sind Festlegungen aus dem
Baurecht. Eine detailreichere Bewertung aus immissionsschutzrechtlicher Sicht erfolgt nicht.
Diese Betrachtungsweise ist für das Schutzgut Mensch nicht ausreichend.
Insbesondere deshalb, weil die Anlagenhöhen als auch Anlagenleistungen sich mit der
technischen Entwicklung bei Windkraftanlagen vervielfacht haben. Ebenso kommen die
Bereiche der Maximalauslastung der Anlagen bei niederen Windgeschwindigkeiten viel früher
und viel öfter vor. Diese Tendenz ist zwingend mit wesentlich erhöhten Schallleistungspegeln
der weiterentwickelten Windkraftanlagen verbunden.
Aus Abstands- und Quadratgesetz ergibt sich, daß es rein physikalisch unmöglich ist,
Schallleistungspegel der, durch die technische Bauart aktueller Typen von WKA, bestimmten
Größe(Enercon EP5 E2 106,2dB; Vestas V172 107,8dB) innerhalb des 1000 m Abstandes zur
Wohnbebauung auf Schalldruckpegel von 45, 40 oder gar 35 db(A) in den Zeiten der
Nachtruhe abzusenken.
Zukünftig wird diese Thematik weiter eskalieren, da sich Gewinnerzielungsabsichten der
Betreiber und berechtigte Schutzinteressen der Bürgerinnen und Bürger diametral
gegenüberstehen. Die derzeitig angewandte Methodik der Raumplanung von VRG Windkraft
ist ungeeignet diese überaus wichtige Problemstellung zu lösen und das eklatante
Konfliktpotential zu beseitigen.
Ein Lösungsansatz wäre hilfsweise die Kopplung von Abständen an Bauhöhen von WKA, wie
die der 10H-Regel in Bayern, vorzuschreiben.
Erforderlich ist daher mindestens eine überschlägige Schallimmissionsprognose nach TA
Lärm, welche zur Prüfung in der Planung einzureichen ist, sowie daraus abgeleitete
Restriktionen.
Schall ist eine energetische Strahlung, welche verschiedenste Wirkungen auf den
menschlichen Organismus hat. Negative Wirkungen von Schall, die bis hin zu andauernden
pathologischen Schädigungen führen, sind durch naturwissenschaftliche Nachweise
hinreichend belegt.
Zur Beurteilung der Schallimmissionssituation sind ergänzende Informationen, die die Eignung
der gewählten Flächen, zur Windenergienutzung, unter Einhaltung der
immissionsschutzrechtlichen Belange, zeigen, erforderlich. Dies kann beispielsweise auf
Grund von rechnerisch ermittelten, für die Nutzung durch Windenergieanlagen ausreichenden,
sowie nach TA Lärm, unter Berücksichtigung von Distanz und Gebietseinstufung relevanter
Immissionsorte zulässigen und ausreichenden, Emissionskontingenten, dargestellt werden.
Anzumerken ist, dass durch die TA Lärm nur eine Betrachtung im Frequenzbereich bis 31,5 Hz
stattfindet. Im Frequenzbereich kleiner 31,5 Hz fehlt die naturwissenschaftliche Evaluierung,
dies muß zwingend erfolgen bzw. nachgeholt werden, da in diese Frequenzen die
Eigenschwingungen der Organe liegen.
Auch eine verbale Bewertung der sonstigen Gefahren (Eisfall, Schattenwurf) sollten Teil der
Analyse zum Schutzgut Mensch / Menschliche Gesundheit sein.
Natur- und Landschaftsschutz:
Anhand fachlicher Argumente der beigefügten Studie - Zeitenwende im Artenschutz – Aktuelle
Gesetzesänderung versus wissenschaftliche Evidenzen beim Fledermausschutz und dem
Ausbau der Windenergienutzung - ist die Ausweisung von VRG Windkraft in Naturparken,
Landschaftsschutzgebieten, Waldflächen und Lebensräumen mit überregionaler oder
regionaler Bedeutung für kollisionsgefährdete oder störungsempfindliche geschützte Tierarten
abzulehnen.
Ein weiterer, das Risiko wesentlich erhöhender, Faktor für unerkannte Schadwirkungen auf
geschützte Tierarten ist die nachweislich ausschließliche Nutzung / Verwendung teilweise sehr
alter Umweltdaten des Landesamtes für Umwelt in Verbindung mit zukünftig nicht mehr
erforderlichen Umweltverträglichkeitsprüfungen.
Forst:
Aus forstfachlicher Sicht bestehen erhebliche Bedenken zu Ausweisungen von VRG Windkraft
in Waldflächen sowie in Waldflächen auf Renaturierungsflächen, mit Bodenschutzfunktion
Bergbaukippe und / oder Wald mit besonderer Bodenschutzfunktion. Diese
Kippenaufforstungen sind aus forstfachlicher Sicht ohnehin besonders sensibel. Die
Aufforstungen wurden teilweise mit immensem Einsatz von Mensch, Material und öffentlichen
Mitteln in Kultur gebracht, oft braucht es 10-20 Jahre (um ein vielfaches länger als unter
durchschnittlichen Bedingungen), ehe die Kulturen gesichert sind und oftmals weitere Jahre
bevor sich ein stabiles, waldtypisches Mikroklima gebildet hat. Die betroffenen Waldflächen
sind überwiegend die erste Generation Wald auf den stark devastierten Kippenböden der
Bergbaufolgelandschaft. Bei den für die Umsetzung der möglichen Vorhaben zu erwartenden
Eingriffen ist mit erheblichen negativen Auswirkungen in Form von erhöhter Anfälligkeit
gegenüber potentiellen Schadfaktoren (Hitze, Wind, Trockenheit sowie biotische
Folgeschäden, Störung des Mikroklimas, negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt,
Beeinträchtigung des Lebensraums für Tiere und Pflanzen sowie eine erhöhte Gefahr von
Bodenerosion und Waldbrände) auf die verbleibenden Waldflächen zu rechnen.
Auch Ausweisungen von VRG Windkraft in Waldrandbereichen sind aus forstfachlicher Sicht
besonders bedenklich, da bei Realisierung der Vorhaben in diesen Bereichen die Gefahr der
Destabilisierung von angrenzenden Waldbeständen besteht. Diese Bereiche haben eine
besondere, multifunktionale Bedeutung sowohl für nachfolgende Waldbestände als auch als
Überganszone zu anderen Landnutzungsarten.
Zumindest für den Stand- / Bauplatz und Nebenanlagen (Baustraßen, Baustelleneinrichtung
u.ä.) sind Genehmigungen zur Waldumwandlung erforderlich. Nach entsprechender
Realisierung sind diese Flächen kein Wald mehr und müssen (ggf. in einem Verhältnis höher
1:1) ersetzt werden. Bereits jetzt bestehen auf dem Gebiet des Landkreises Anhalt-Bitterfeld
erhebliche Schwierigkeiten bei beabsichtigten Waldumwandlungen geeignete kompakte
Flächen für Ersatzaufforstungen in Eingriffsnähe zu finden.
Um das raumordnerisch festgelegte Ziel der Waldmehrung bzw. zumindest der
Waldbestandssicherung erreichen zu können, werden im signifikanten Umfang
Waldumwandlungsflächen benötigt.
Die Tendenzen der landesplanerischen Absichten, unter anderem mit dem 2.ten Entwurf des
LEP keine VRG Wind im Wald zuzulassen sollten seitens der RPG akzeptiert, unterstützt
und nicht bekämpft werden.
Vor dem Hintergrund der landes- und regionalplanerischen Zielstellungen bestehen daher
erhebliche Bedenken gegen die Ausweisung von VRG Windkraft in Waldflächen insgesamt.
Besondere Hinweise:
VRG XIX Schmerz(ZAV WP 34 vom 21.03.2025):
Der Beschluss 647/2024 zum ZAV WP 34 vom 11.12.2024 ist rechtswidrig. Der Gemeinderat
wurde durch den Hauptverwaltungsbeamten getäuscht und damit die Entscheidungsfindung
eindeutig und nachhaltig manipuliert, siehe Unterlagen KAB LK ABI Az.:
30/1531-241-2025-01; 30/151101-241-2025-30. Trotz besseren Wissens, entsprechende
Angaben standen auf den Seiten des Ausschreibungsgewinners(RWE) vollumfänglich und frei
zur Verfügung, erfolgten irreführende Angaben zu wesentlichen Kriterien, u.a. zu Bauhöhen
und Beeinträchtigungen der Schutzgüter von betroffenen Bürgerinnen und Bürgern.
Außerdem wurde die Beteiligung des Ortsteils Krina, welcher, analog wie die Ortsteile Gröbern
und Schmerz, im direkten Einwirkungsbereich des VRG liegt, im Verfahren zur
Beschlussfassung unterlassen.
VRG XXXII Zschornewitz(ZAV NEVAG vom 03.05.2021):
Der Beschluss 738/2019 zum ZAV NEVAG vom 19.02.2019 ist rechtswidrig. Der Stadtrat
wurde durch Aussagen von Industrievertretern zu wesentlichen Kriterien, u.a. zu erwartende
Lärmpegel, getäuscht und damit die Entscheidungsfindung eindeutig und massiv manipuliert,
siehe Beschlussprotokoll. Eine Richtigstellung erfolgte durch den Hauptverwaltungsbeamten
nicht.
Der Bescheid zum Repowering nach BImSchG vom 30.12.2022 ist rechtswidrig und trägt nicht.
Ergänzende Genehmigungsfreistellungen sind ebenfalls rechtswidrig. Die Fläche liegt
außerhalb eines VRG Windkraft, wie vom LVwA richtigerweise festgestellt wurde. Es liegen
Indizien für Absprachen zwischen Hauptverwaltungsbeamten, Landrat, Ministerpräsidenten
und Industrievertretern vor.
Fazit:
Durch systematische und strukturelle Fehler in der Verfahrensdurchführung der vorliegenden
Planung des STP Windenergie 2027 kommt es zur Ausweisung von Gebieten, die zukünftig
einer massiven und irreversiblen Benachteiligung in der Raumordnung unterliegen. Dies
widerspricht dem Sinne der Raumordnungspolitik für gleichwertige Lebensverhältnisse, d.h.
auch gleichwertige Entwicklungschancen, unter Berücksichtigung regionsspezifischer
Interessen, zu sorgen.
Ein Verfahren zur Normenkontrolle erscheint unausweislich.
Vorsorglich mache ich für zukünftige aus der Planung meiner Familie und mir resultierende
Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend.
Ich fordere Sie höflich auf, Ihre Planungen entsprechend zu heilen, damit ein gesundes
Wohnen und Leben weiterhin möglich bleibt!

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001591_001 ID Stellungnehmer: 1001762
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Hiermit erhebe ich Widerspruch gegen den Entwurf zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere Vorranggebiet Schmerz XIX und erwarte, dass Sie die aktuellen Planungen überdenken sowie natur- und artenschutzgerecht überarbeiten und anpassen.

VRG XIX Schmerz(ZAV WP 34 vom 21.03.2025):
Der Beschluss 647/2024 zum ZAV WP 34 vom 11.12.2024 ist rechtswidrig. Der Gemeinderat wurde durch den Hauptverwaltungsbeamten getäuscht und damit die Entscheidungsfindung eindeutig und nachhaltig manipuliert, siehe Unterlagen KAB LK ABI Az.: 30/1531-241-2025-01; 30/151101-241-2025-30. Trotz besseren Wissens, entsprechende Angaben standen auf den Seiten des Ausschreibungsgewinners (RWE) vollumfänglich und frei zur Verfügung, erfolgten irreführende Angaben zu wesentlichen Kriterien, u.a. zu Bauhöhen und Beeinträchtigungen der Schutzgüter von betroffenen Bürgerinnen und Bürgern.
Außerdem wurde die Beteiligung des Ortsteils Krina, welcher, analog wie die Ortsteile Gröbern und Schmerz, im direkten Einwirkungsbereich des VRG liegt, im Verfahren zur Beschlussfassung unterlassen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der kommunalen Bauleitplanung sind kein abwägungsrelevanter Planinhalt.

Die Kommune plante ihr Sondergebiet "Windenergie" innerhalb der Potenzialflächenkulisse, die nach Anwendung von Positiv- und Negatikriterien der Planungsstufe 1 (siehe Planungskonzeption Kapitel 2.1) für die weitere Einzelfallbetrachtung verblieb. Das war u.a. Voraussetzung für den positiven Ausgang des beantragten Zielabweichungsverfahresn gem. § 245e Absatz 5 BauGB (a.F.) (siehe Beschluss Nr. 07/2025). 

Mit der sog. Positivplanung (Ausweisung von Vorranggebieten ohne außergebietlichen Ausschluss) erhält der kommunale Planungswille ein höheres Gewicht, welches in den Planungskriterien in Planungsstufe 2 berücksichtigt wurde. Die als Sondergebiete "Windenergie" von den Kommunen geplanten Flächen entsprechen den regionalplanerischen Auswahlkriterien und wurden einer strategischen Umweltprüfung unterzogen. Die Übernahme von kommunalen Planungen für Windenergiegebiete ist für das Erreichen des Flächenbeitragswertes förderlich, da somit an anderer Stelle keine neuen Vorranggebiete ausgewiesen werden müssen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001591_002 ID Stellungnehmer: 1001762
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

VRG XXXII Zschornewitz(ZAV NEVAG vom 03.05.2021):
Der Beschluss 738/2019 zum ZAV NEVAG vom 19.02.2019 ist rechtswidrig. Der Stadtrat wurde durch Aussagen von Industrievertretern zu wesentlichen Kriterien, u.a. zu erwartende Lärmpegel, getäuscht und damit die Entscheidungsfindung eindeutig und massiv manipuliert, siehe Beschlussprotokoll. Eine Richtigstellung erfolgte durch den Hauptverwaltungsbeamten nicht. Der Bescheid zum Repowering nach BImSchG vom 30.12.2022 ist rechtswidrig und trägt nicht. Ergänzende Genehmigungsfreistellungen sind ebenfalls rechtswidrig. Die Fläche liegt außerhalb eines VRG Windkraft, wie vom LVwA richtigerweise festgestellt wurde. Es liegen Indizien für Absprachen zwischen Hauptverwaltungsbeamten, Landrat, Ministerpräsidenten und Industrievertretern vor.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die abgeschlossenen Zielabweichungs- und Vorhabensgenehmigungsverfahren sind kein Planinhalt.

StN-ID: 1001591_003 ID Stellungnehmer: 1001762
Planungskonzeption
Inhalt

Hiermit erhebe ich Widerspruch gegen den Entwurf zum sachlichen Teilplan „Windenergie
2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“

In einem, bis dahin in der demokratischen Willensbildung nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949, unbekannten Ausmaß ideologischer Anmaßung und Verblendung formten in der vormaligen Regierung die Parteien Bündnis90/Die Grünen, SPD sowie FDP einen hochkritischen bundesrechtlichen Rahmen im Bereich der Erneuerbaren Energien, welcher aber in zahlreichen Bereichen der Volkswirtschaft bereits heute sichtbar, gravierende Auswirkungen zur Folge hat. Diese rot-grüne Gesetzesmixtur hat aufgrund ihrer Dysfunktionalität das Potential die Zukunftsfähigkeit des Staatswesens der Bundesrepublik Deutschland, als auch der Europäischen Union in Abhängigkeit davon, in Frage zu stellen. Die durch dieses Bundesrecht erzwungenen Maßnahmen der RPG bedeuten für Bürger und Kulturlandschaft Eingriffe, die letztendlich an die Qualitäten von Terraforming heranreichen.
Nur das diese Maßnahmen auf dem Heimatplaneten Erde stattfinden sollen. Der Wiedererkennungswert der Kulturlandschaft ist dementsprechend vollkommen untergeordnet.
Diesbezüglich über Jahrhunderte entwickelte Konsense und Prämissen, wie beispielhaft von der Wissenschaft geleitete Verträglichkeitsuntersuchungen, werden als obsolet betrachtet und vollständig negiert.
Besonders die Ausweisung von Beschleunigungsgebieten, also quasi rechtsfreien Räumen, stellt ein absolutes Novum dar. Spätestens nachfolgende Generationen werden dies zu würdigen wissen.
Um es etwas plastischer auszudrücken, vormalig vorhandene Bauwerke mit überragendem
Alleinstellungsmerkmal in einer beeindruckenden Dimension, wie die des Pariser Eifelturms oder des Berliner Fernsehturms, sollen nun in einer sagenhaften Stückzahl von bis zu hunderttausend Bauwerken über die gesamte Landesfläche der Bundesrepublik Deutschland aufgestellt werden. Allerdings in der Funktion und gleichartigen Gestalt von industriellen Großanlagen mit entsprechenden, in der Funktionsweise der Anlagen selbst begründeten, massiven Schadwirkungen in sämtliche Schutzgüter der Bürger betroffener Gebiete.

Klimaschutz/Klimaanpassung:
Der schnelle Ausbau der regenerativen Energien ist notwendig, um den Klimawandel zu stoppen und Abhängigkeiten von Kohle, Öl und Gas zu verringern. Das ist gesamtgesellschaftlicher Konsens und wird seit langem gefordert. Mit großer Sorge ist festzustellen, dass ein naturverträglicher Ausbau aktuell von großen Interessenverbänden und der Politik torpediert wird. Abstriche an den Untersuchungen zur Umwelt- und Artenschutzverträglichkeit (Planungsbeschleunigung) und die Öffnung sensibler Naturräume und Schutzgebiete sind äußerst kritisch zu betrachten.

Durch systematische und strukturelle Fehler in der Verfahrensdurchführung der vorliegenden Planung des STP Windenergie 2027 kommt es zur Ausweisung von Gebieten, die zukünftig einer massiven und irreversiblen Benachteiligung in der Raumordnung unterliegen. Dies widerspricht dem Sinne der Raumordnungspolitik für gleichwertige Lebensverhältnisse, d.h. auch gleichwertige Entwicklungschancen, unter Berücksichtigung regionsspezifischer Interessen, zu sorgen.
Ein Verfahren zur Normenkontrolle erscheint unausweislich.
Vorsorglich mache ich für zukünftige aus der Planung meiner Familie und mir resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend.
Ich fordere Sie höflich auf, Ihre Planungen entsprechend zu heilen, damit ein gesundes Wohnen und Leben weiterhin möglich bleibt!

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001591_004 ID Stellungnehmer: 1001762
Planungskonzeption
Inhalt

Vor dem Hintergrund der landes- und regionalplanerischen Zielstellungen bestehen erhebliche Bedenken gegen die Ausweisung von VRG Windkraft in Waldflächen insgesamt.

Aktuelle Diskussionen und Forderungen der großen Waldbesitzer brachten das jahrelang bestehende Verbot des Ausbaus der Windkraft in unseren Wäldern zu Fall. Neue Einnahmequellen, wie WKA im Wald, sollen genutzt werden, um die jahrzehntelang geförderten monotonen – und nun zusammenbrechenden – Wirtschaftswälder zu sanieren und den Wert der Besitztümer damit zu wahren. Es geht also bei der Ausweisung von VRG Windkraft in Waldflächen ausschließlich ums Geld.
Die Effekte des Klimawandels wie Austrocknung und Erwärmung von Waldflächen, woraus schlußendlich Waldsterben resultiert, werden gerade durch VRG Windkraft drastisch verstärkt. Der Wald ist auch ein Gemeingut und sollte für alle erhalten und dem entsprechend verantwortungsvoll behandelt werden. Die Sanierung lange vernachlässigter, krankheitsanfälliger Altersklassenwälder darf nicht mit einem Verlust von Waldfläche und einer irreversiblen Schädigung seiner vielfältigen Funktionen einhergehen. Den Wald als VRG Windkraft zu nutzen, steht im Widerspruch zu internationalen Abkommen, die den Klimaschutz
(Wald als Kohlenstoffdioxid-Senke und Wasser-Speicher) und den Stopp des Artensterbens (Wald als Lebensraum) zum Ziel haben. VRG Windkraft in Waldflächen sind klimaschädlich!

Aus forstfachlicher Sicht bestehen erhebliche Bedenken zu Ausweisungen von VRG Windkraft in Waldflächen sowie in Waldflächen auf Renaturierungsflächen, mit Bodenschutzfunktion Bergbaukippe und / oder Wald mit besonderer Bodenschutzfunktion. Diese Kippenaufforstungen sind aus forstfachlicher Sicht ohnehin besonders sensibel. Die Aufforstungen wurden teilweise mit immensem Einsatz von Mensch, Material und öffentlichen Mitteln in Kultur gebracht, oft braucht es 10-20 Jahre (um ein vielfaches länger als unter durchschnittlichen Bedingungen), ehe die Kulturen gesichert sind und oftmals weitere Jahre bevor sich ein stabiles, waldtypisches Mikroklima gebildet hat. Die betroffenen Waldflächen sind überwiegend die erste Generation Wald auf den stark devastierten Kippenböden der Bergbaufolgelandschaft. Bei den für die Umsetzung der möglichen Vorhaben zu erwartenden Eingriffen ist mit erheblichen negativen Auswirkungen in Form von erhöhter Anfälligkeit gegenüber potentiellen Schadfaktoren (Hitze, Wind, Trockenheit sowie biotische Folgeschäden, Störung des Mikroklimas, negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt, Beeinträchtigung des Lebensraums für Tiere und Pflanzen sowie eine erhöhte Gefahr von Bodenerosion und Waldbrände) auf die verbleibenden Waldflächen zu rechnen.
Auch Ausweisungen von VRG Windkraft in Waldrandbereichen sind aus forstfachlicher Sicht besonders bedenklich, da bei Realisierung der Vorhaben in diesen Bereichen die Gefahr der Destabilisierung von angrenzenden Waldbeständen besteht. Diese Bereiche haben eine besondere, multifunktionale Bedeutung sowohl für nachfolgende Waldbestände als auch als Überganszone zu anderen Landnutzungsarten.
Zumindest für den Stand- / Bauplatz und Nebenanlagen (Baustraßen, Baustelleneinrichtung u.ä.) sind Genehmigungen zur Waldumwandlung erforderlich. Nach entsprechender Realisierung sind diese Flächen kein Wald mehr und müssen (ggf. in einem Verhältnis höher 1:1) ersetzt werden. Bereits jetzt bestehen auf dem Gebiet des Landkreises Anhalt-Bitterfeld erhebliche Schwierigkeiten bei beabsichtigten Waldumwandlungen geeignete kompakte Flächen für Ersatzaufforstungen in Eingriffsnähe zu finden.
Um das raumordnerisch festgelegte Ziel der Waldmehrung bzw. zumindest der Waldbestandssicherung erreichen zu können, werden im signifikanten Umfang Waldumwandlungsflächen benötigt.
Die Tendenzen der landesplanerischen Absichten, unter anderem mit dem 2.ten Entwurf des LEP keine VRG Wind im Wald zuzulassen sollten seitens der RPG akzeptiert, unterstützt und nicht bekämpft werden.
 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen in Vorranggebieten für Forstwirtschaft mit Nadel- und Nadelmischwald in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Bei der Regelung G 6.2.1-8 des 2. Entwurfes zum LEP LSA handelt es sich um einen Grundsatz der Raumordnung. Grundsätze der Raumordnung sind einer Abwägung zugänglich und somit nicht endabgewogen. 

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001591_005 ID Stellungnehmer: 1001762
Planungskonzeption
Inhalt

Die Begutachtung der Ausweisung der VRG Windkraft ist in Bezug auf die denkmalschutzrechtlichen Belange von höchster Wertigkeit. Dazu ist eine genaue Abstimmung zwischen den Denkmalschutz-behörden und anderer Fachbehörden erforderlich.
Für die Errichtung, Veränderung oder Beseitigung von WKA ist daher eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung unabdingbar, wenn sich das VRG Windkraft in der Nähe von „besonders landschaftsprägenden Bau- oder Bodendenkmälern“ wie beispielhaft dem Gartenreich Dessau-Wörlitz als UNESCO-Welterbestätte befindet. Maßgeblich sind dabei vor allem das historische Erscheinungsbild, Sichtachsen und Blickbezüge zu und von dem Denkmal.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Denkmalschutz) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen, welche die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt (siehe Planungskonzeption Kapitel 2.1.4.8 und 2.2.7).

StN-ID: 1001591_006 ID Stellungnehmer: 1001762
Planungskonzeption
Inhalt

Es ist der Vorrang der öffentlichen Wasserversorgung bei der Abwägung zu beachten und deren Gefährdung auszuschließen. Die notwendige Gründungstiefe der WKA führt zu Eingriffen in Deckschichten des für die Trinkwassergewinnung genutzten Grundwassers bzw. bis in das Grundwasser selbst, was der Schutzfunktion der Trinkwasserverordnung widerspricht, und beeinträchtigt die Hydrologie in allen VRG Windkraft. Kritisch ist die Beeinträchtigung grundsätzlich, wenn VRG Windkraft in Waldflächen mit der Funktion Wasserspeicher liegen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Abfälle, Gefahrstoffe usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen, welches die Belange des Wasserschutzes berücksichtigt (siehe Ziel 4.4.2.4-25 STP Windenergie 2027 und Kapitel 2.1.4.11 der Planungskonzeption).

StN-ID: 1001591_007 ID Stellungnehmer: 1001762
Umweltbericht
Inhalt

Aus immissionsschutzrechtlicher Sicht bestehen auf Grund fehlender Informationen und ausstehender Anpassungen erhebliche Bedenken.
Begründung:
Die Betrachtung zum Schutzgut Mensch / Menschliche Gesundheit erfolgt lediglich auf der Grundlage der 1000 m – Regel zum Mindestabstand von Windkraftanlagen zu Wohnbebauungen im Geltungsbereich eines Bebauungsplans, innerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile oder zulässiger Wohnbebauung im Außenbereich, die aus mindestens fünf Wohngebäuden besteht bzw. einem Mindestabstand von 600 m zu zulässiger Wohnbebauung im Außenbereich mit weniger als 5 Wohngebäuden. Dies sind Festlegungen aus dem Baurecht. Eine detailreichere Bewertung aus immissionsschutzrechtlicher Sicht erfolgt nicht. Diese Betrachtungsweise ist für das Schutzgut Mensch nicht ausreichend.
Insbesondere deshalb, weil die Anlagenhöhen als auch Anlagenleistungen sich mit der technischen Entwicklung bei Windkraftanlagen vervielfacht haben. Ebenso kommen die Bereiche der Maximalauslastung der Anlagen bei niederen Windgeschwindigkeiten viel früher und viel öfter vor. Diese Tendenz ist zwingend mit wesentlich erhöhten Schallleistungspegeln der weiterentwickelten Windkraftanlagen verbunden.
Aus Abstands- und Quadratgesetz ergibt sich, daß es rein physikalisch unmöglich ist, Schallleistungspegel der, durch die technische Bauart aktueller Typen von WKA, bestimmten Größe (Enercon EP5 E2 106,2dB; Vestas V172 107,8dB) innerhalb des 1000 m Abstandes zur Wohnbebauung auf Schalldruckpegel von 45, 40 oder gar 35 db(A) in den Zeiten der Nachtruhe abzusenken.
Zukünftig wird diese Thematik weiter eskalieren, da sich Gewinnerzielungsabsichten der Betreiber und berechtigte Schutzinteressen der Bürgerinnen und Bürger diametral gegenüberstehen. Die derzeitig angewandte Methodik der Raumplanung von VRG Windkraft ist ungeeignet diese überaus wichtige Problemstellung zu lösen und das eklatante Konfliktpotential zu beseitigen.
Ein Lösungsansatz wäre hilfsweise die Kopplung von Abständen an Bauhöhen von WKA, wie die der 10H-Regel in Bayern, vorzuschreiben. 
Erforderlich ist daher mindestens eine überschlägige Schallimmissionsprognose nach TA Lärm, welche zur Prüfung in der Planung einzureichen ist, sowie daraus abgeleitete Restriktionen.
Schall ist eine energetische Strahlung, welche verschiedenste Wirkungen auf den menschlichen Organismus hat. Negative Wirkungen von Schall, die bis hin zu andauernden pathologischen Schädigungen führen, sind durch naturwissenschaftliche Nachweise hinreichend belegt.
Zur Beurteilung der Schallimmissionssituation sind ergänzende Informationen, die die Eignung der gewählten Flächen, zur Windenergienutzung, unter Einhaltung der immissionsschutzrechtlichen Belange, zeigen, erforderlich. Dies kann beispielsweise auf Grund von rechnerisch ermittelten, für die Nutzung durch Windenergieanlagen ausreichenden, sowie nach TA Lärm, unter Berücksichtigung von Distanz und Gebietseinstufung relevanter Immissionsorte zulässigen und ausreichenden, Emissionskontingenten, dargestellt werden.
Anzumerken ist, dass durch die TA Lärm nur eine Betrachtung im Frequenzbereich bis 31,5 Hz  stattfindet. Im Frequenzbereich kleiner 31,5 Hz fehlt die naturwissenschaftliche Evaluierung, dies muß zwingend erfolgen bzw. nachgeholt werden, da in diese Frequenzen die Eigenschwingungen der Organe liegen.
Auch eine verbale Bewertung der sonstigen Gefahren (Eisfall, Schattenwurf) sollten Teil der Analyse zum Schutzgut Mensch / Menschliche Gesundheit sein.

Abwägungsentscheidung

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Einschätzung der Konfliktintensität in Bezug auf das Schutzgut Mensch ergibt sich aus dem Bewertungsmaßstab, welcher dem Umweltbericht zu Grunde liegt  (Umweltbericht: 3.3 Bewertungsmaßstab zur Bewertung der Betroffenheit der Schutzgüter). Die Abstimmung des Untersuchungsrahmens und der damit verbundenen Prüftiefe (Scoping) erfolgte vom 25.03.2023-31.05.2023 mit allen Trägern öffentlicher Belange mit umwelt- und gesundheitsbezogenen Zuständigkeiten. 

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ vorsorglich pauschal Rechnung getragen. Unabhängig davon sind Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

StN-ID: 1001591_008 ID Stellungnehmer: 1001762
Planungskonzeption
Inhalt

Natur- und Landschaftsschutz:
Anhand fachlicher Argumente der beigefügten Studie - Zeitenwende im Artenschutz – Aktuelle
Gesetzesänderung versus wissenschaftliche Evidenzen beim Fledermausschutz und dem Ausbau der Windenergienutzung - ist die Ausweisung von VRG Windkraft in Naturparken, Landschaftsschutzgebieten, Waldflächen und Lebensräumen mit überregionaler oder regionaler Bedeutung für kollisionsgefährdete oder störungsempfindliche geschützte Tierarten abzulehnen.
Ein weiterer, das Risiko wesentlich erhöhender, Faktor für unerkannte Schadwirkungen auf geschützte Tierarten ist die nachweislich ausschließliche Nutzung / Verwendung teilweise sehr alter Umweltdaten des Landesamtes für Umwelt in Verbindung mit zukünftig nicht mehr erforderlichen Umweltverträglichkeitsprüfungen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. 

Die Verordnung des Landschaftsschutzgebietes schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie i.d.R. nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. Auch die Verordnung des Naturparks schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie nicht aus. Naturparke bestehen überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten. Sie dienen u.a. der Entwicklung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft. In ihnen ist eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung fördert. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. In Naturparks sind über die Landschafts- und Naturschutzgebiete hinaus weitere Flächen einbezogen, die unter Berücksichtigung der rechtlichen und planerischen Restriktionen für die Windenergienutzung in Frage kommen.

Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg nutzt für die Erstellung ihrer Planwerke überwiegend Daten, die durch die zuständigen Fachbehörden zur Verfügung gestellt werden. Für eigene Erhebungen von Fachdaten besteht keine Ermächtigungsgrundlage. Validierte naturschutzfachliche Art- und Gebietsdaten werden durch das Landesamt für Umweltschutz des Landes Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt und werden von der RPG A-B-W regelmäßig abgefragt, um den mittel- bis langfristigen Planungen (Regionalplänen) möglichst aktuelle Daten zu Grunde zu legen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001592 ID Stellungnehmer: 1001763
Windenergie 2027
Inhalt

Einspruch gegen geplante Flächen für Windkraftanlagen-Nutzung in Gemarkung Rodleben, Wertlau, Jütrichau Neeken, Brambach, sowie Zerbst

  • In den vergangenen drei Jahren sank aufgrund des Niedergangs der deutschen Industrie der Stromverbrauch in Deutschland. Die ursprünglich angenommenen stark steigenden Bedarfszahlen haben sich damit als falsch herausgestellt, ein Festhalten an den ursprünglichen Ausbauzahlen ist daher weder sachlich zu begründen, noch volkswirtschaftlich sinnvoll.

  • Die einseitige Ausrichtung auf Wind-und Solar-Stromerzeugung ist aufgrund des enormen Flächenbedarfes und der Notwendigkeit, mehrere Energieerzeugungsanlagen parallel vorzuhalten, insgesamt ineffizient und extrem ressourcenintensiv.

  • Abstand zu Freileitungen der Deutschen Bahn (Flächen an der Bahnstrecke Roßllau-Zerbst Gemarkung Rodleben) Es verläuft eine 110 kV Bahnstromleitung. Zwischen Windenergieanlagen und Freileitungen ohne Schwingungsschutzmaßnahmen sind regelmäßig horizontale Mindestabstände von mindestens dem 3-fachen Rotordurchmesser zwischen Rotorblattspitze in ungünstiger Stellung und äußerstem ruhenden Leiter einzuhalten. Bei einem durchschnittlichen Rotordurchmesser von 150 m beträgt der Mindestabstand somit 450 m. Die Fläche parallel zur Bahnstrecke Roßlau-Zerbst, Bereich Gemeinde Rodleben müsste folglich einen Gesamtabstand von 450 m zur Freileitung der Bahn wahren.

  • Flächenbeitragswert - Der Bereich Dessau, Zerbst, Coswig weist für das regionale Gebiet bereits vor dem Sachlicher Teilplan „Windenergie 2027 einen sehr hohen regionalen Flächenanteil für Windenergie aus. Eine zusätzliche Ausweisung der Potenzialfläche für Windenergie in der Gemarkung Rodleben, Brambach wird daher nicht als erforderlich erachtet. Kleinstflächen mit nur 3 oder 4 Windkraftanlagen sollten generell vermieden werden, da diese eine zusätzliche Zersiedelung darstellen.

  • Natur- und Artenschutz
    In unserer Gemarkung leben geschützte und besonders geschützte Arten nach § 44 BNatschG. Diese werden durch den Bau und Betrieb von Windkraftanlagen erheblich gestört und im schlimmsten Fall sogar getötet. Insbesondere sind Vorkommen von Rotmilan, verschiedene Fledermausarten (u.a. Mopsfledermaus und Großes Langohr), Feldhamster und viele mehr nachgewiesen. Auf abendlichen Wanderungen und Beobachtungen konnte ich insbesonder auf dem Rundweg Rodleben nach Wertlau, weiter Richtung Brambach, zurück nach Rodleben folgende schützenswerte Tiere mehrfach beobachten: kleiner Abendsegler, großes Mausohr, Rotmilan. Ein besonderer Schutzstatus ergibt sich auch durch die unmittelbare Nähe zum Landschaftsschutzgebiet Mittlere Elbe. Eingriffe in das Landschaftsbild sind hier unbedingt zu vermeiden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die beschriebene Fläche ist im 1. Entwurf nicht enthalten.

StN-ID: 1001593 ID Stellungnehmer: 1001764
Windenergie 2027
Inhalt

Grundwasser:
Einige Vorranggebiete für Windenergie liegen in Gebieten des nachbergbaulichen, natürlichen Grundwasserwiederanstiegs (GWWA). In den einzelnen Vorranggebieten gilt der Grundwasserwiederanstieg jedoch als abgeschlossen. Die aktuellen Grundwasserstände befinden sich im natürlichen, meteorologisch bedingten Grundwasserschwankungsbereich. In Teilbereichen der Vorranggebiete für Windenergie sind flurnahe Grundwasserverhältnisse zu erwarten. Wir weisen darauf hin, dass die Abklärung der ortskonkreten hydrogeologischen Verhältnisse nur über ein Baugrundgutachten bewertet werden kann. Auf einigen Teilflächen befinden sich Grundwassermessstellen (GWMS) der LMBV. Die Grundwassermessstellen müssen bei zukünftigen Planungen berücksichtigt werden.

Altbergbau/Tiefbau:
In den Vorranggebieten für Windenergie VI, VII, XVIII, XXV und XXVII befinden sich Tiefbaualtbergbaugebiete bzw. grenzen an diese direkt an (siehe Anlagekarte 1). Diese Tiefbaubereiche liegen nicht in Verantwortung der LMBV.

Altlasten:

Bei Gründungen im Bereich der ehem. Deponieflächen ist mit Müllablagerungen zu rechnen. Für nähere Informationen zu den Altlastverdachtsflächen Dritter sind die zuständigen Umweltämter der Landkreise
Anhalt-Bitterfeld bzw. Wittenberg zu kontaktieren.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001593_001 ID Stellungnehmer: 1001764
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Leitung:
In unmittelbarer Nähe der Fläche XXXII (südlich angrenzend) befindet sich die aktive Stromversorgungs-trasse (30 kV) der Pumpstation des ehemaligen Tagebau Gröbern (Gröberner See). Diese Trasse befindet sich im sachlichen Geltungsbereich des ABP Tagebau Gröbern und ist zu beachten bzw. zu schützen.

Filterbrunnen:
In der beantragten Fläche XXXII (nördlich der Haldenzufahrt) befindet sich der Filterbrunnen Br68, der mit Geogitterbelegung gesichert wurden. Der Filterbrunnen wurde bei Baggerschürfen zur Verwahrung nicht gefunden. Deshalb erfolgte eine Sicherung der Fläche gegen mögliche Nachbrüche in der Brunnenröhre, so dass diese sich nicht bis an die Geländeoberfläche ausbreiten. Das Geogitter wurde in einer Tiefe von zwei Meter unter Geländeoberfläche eingebaut. Die Sicherung ist im Falle von Tiefbauarbeiten entsprechend den gültigen Arbeitsanweisungen der LMBV nachweislich wiederherzustellen. Für Bebauungen wird die Erstellung eines Baugrundgutachtens empfohlen.

Vermessungspunkt:
Der vorhandener Höhenfestpunkt Nr. 712018 auf der Fläche XXXII (Haldenzufahrt) ist zwingend zu schützen und zu erhalten.

Altbergbau/Kippen:
Das Vorranggebiet für Windenergie XXXII befindet sich im Übergangsbereich der Halde Golpa II zur Kippe Braunkohlealtbergbau Golpa II sowie im Übergang Kippe zum Gewachsenen. Es handelt sich bei dieser Fläche um Altbergbau außerhalb der Verantwortung der LMBV. Weitere Informationen können beim Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt eingeholt werden. Wir weisen darauf hin, dass Kippenböden einen Risikobaugrund darstellen und dass es bei Baumaßnahmen zu erhöhten Aufwendungen bei der Herstellung des Baugrundes kommen kann. Vor Beginn einer Baumaßnahme ist eine gesonderte Baugrunduntersuchung nach dem Stand der Technik erforderlich, welche die Kippenproblematik anhand spezieller Untersuchungen bewertet. Gegebenenfalls ist ein Sachverständiger für Geotechnik einzubeziehen, der über entsprechende Kenntnisse verfügt. Für die Halde Golpa Il liegt der Standsicherheitsnachweis „Sanierte Endstellung der Haldenböschungen“ der CUI GmbH vom 29.02.1996 vor.

Altbergbau/Tiefbau:
Im südlichen Bereich des Vorranggebietes XXXII befinden sich mehrere offenstehende Streckensysteme der 1. Sohle (siehe Anlagekarte 2). Dieser Bereich befindet sich ebenfalls nicht in Verantwortung der LMBV. Weitere Informationen über die Bereiche, welche sich nicht in Verantwortung der LMBV befinden, können beim Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt eingeholt werden.

Altlasten:
Fläche XXXII Zschornewitz Kippe: Altlastverdachtsflache DGR119X Altablagerung östlich Halde Golpa Il mit der Landesnr. 15091110009122 (siehe Anlage 1). Beräumung in 1995 erfolgt, Unterlagen zur Entsorgung der Abfälle (Hausmüll) liegen nicht vor, im Gelände keine Auffälligkeiten sichtbar, Fläche befindet sich nicht im Eigentum der LMBV.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001593_002 ID Stellungnehmer: 1001764
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Altbergbau/Kippen:
Der östliche Teil des Vorranggebietes Il „Brehna/Roitzsch" liegt auf Kippenflächen. Es handelt sich bei dieser Fläche um Altbergbau außerhalb der Verantwortung der LMBV. Weitere Informationen können beim Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt eingeholt werden. Wir weisen darauf hin, dass Kippenböden einen Risikobaugrund darstellen und dass es bei Baumaßnahmen zu erhöhten Aufwendungen bei der Herstellung des Baugrundes kommen kann. Vor Beginn einer Baumaßnahme ist eine gesonderte Baugrunduntersuchung nach dem Stand der Technik erforderlich, welche die Kippenproblematik anhand spezieller Untersuchungen bewertet. Gegebenenfalls ist ein Sachverständiger für Geotechnik einzubeziehen, der über entsprechende Kenntnisse verfügt.

Altlasten:
Flläche Il Brehna/Roitzsch: Altlastverdachtsfläche DBI111X Altablagerung B 100, Abzweig Renneritz mit der Landesnr. 15082340403479 - ehem. Hausmülldeponie des Kreises Bitterfeld. Die Altlastenbearbeitung ist abgeschlossen. Die Ablagerungen wurden vor 1989 mit einer zwei Meter mächtigen Schicht Mutterboden abgedeckt, 1994 erfolgte durch die Sanierungsgesellschaft ABS die oberflächige Beräumung von nachträglich abgelagertem Müll.

Die Fläche ist nicht mehr im Eigentum der LMBV. Bei Gründungen im Bereich der ehem. Deponieflächen ist mit Müllablagerungen zu rechnen. Für nähere Informationen zu den Altlastverdachtsflächen Dritter sind die zuständigen Umweltämter der Landkreise Anhalt-Bitterfeld bzw. Wittenberg zu kontaktieren.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001598 ID Stellungnehmer: 1001765
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001598_001 ID Stellungnehmer: 1001765
Windenergie 2027
Inhalt

Als Projektentwickler für Erneuerbare Energien mit dem Schwerpunkt auf Windenergie ist die VSB Neue Energien Deutschland GmbH bundesweit tätig. Sachsen-Anhalt war bereits in der Vergangenheit eines der bedeutendsten Bundesländer für unser Unternehmen bei der Planung und Realisierung von Windparkvorhaben. Unsere Aktivitäten reichen in Sachsen-Anhalt bis 1998 zurück und umfassen die Themen Projektentwicklung, Baudienstleistungen, Betriebsführung, Instandhaltung und Repowering von Windparks. So ist der VSB-Windpark Elster mit einer installierten
Leistung von 105,4 Megawatt eines der leistungsstärksten Repowering-Projekte Europas. 16 moderne Windenergieanlagen ersetzen 50 ältere und erzeugen sechsmal mehr grünen Strom.
Da wir aktuell mehrere Projekte in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg verfolgen, sind wir von der Neuaufstellung des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027“ erheblich betroffen. Daher möchten wir zur beschlossenen Konzeption Stellung nehmen.
Der von der Regionalversammlung am 27.06.2025 gebilligte 1. Entwurf des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" enthält Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie, die einer Gebietskulisse von 7.051 ha bzw. 1,94 % der Fläche der Planungsregion entsprechen. Der Planentwurf erreicht somit das regionale Teilflächenziel für die Planungsregion Altmark von 1,9 % zum 31.12.2027 gem. § 9a LEntwG LSA.
Wir begrüßen den vorgelegten ersten Entwurf ausdrücklich. Er stellt einen wesentlichen Schritt dar, um die ambitionierten Ausbauziele des Landes Sachsen-Anhalt im Bereich der Windenergienutzung zu erreichen und die entsprechenden bundessowie landesrechtlichen Vorgaben wirksam umzusetzen. Aus Sicht der Regionalplanung gelingt dem Entwurf bereits ein ausgewogener Ausgleich zwischen den Anforderungen des Natur- und Artenschutzes einerseits und den raumordnerischen Erfordernissen zur Nutzung der Windenergie andererseits.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001598_002 ID Stellungnehmer: 1001765
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXX Zörbig
Inhalt

Vorschlag Gebietserweiterung

Unsere Analyse zeigt, dass eine Beibehaltung der Flächenausdehnung von 2018 mit der aktuellen Plankonzeption vereinbar ist. Die weggefallenen Bereiche sind weiterhin Teil der Potenzialflächenkulisse (vgl. Abb. 2.6, Ziff. 2.1.5, S. 18 f. der Plankonzeption zum Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027“ in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg) und könnten demnach weiterhin planerisch berücksichtigt
werden.
Darüber hinaus ergeben sich unter Anwendung der Schutzabstände gemäß lfd. Nr. 1–3 der Ziff. 2.1.4 der Plankonzeption zusätzliche Möglichkeiten zur Flächenerweiterung in allen vier Himmelsrichtungen. Dies spricht aus fachlicher Sicht für eine erneute Prüfung und gegebenenfalls Erweiterung des Vorranggebiets XXX – auch unter Berücksichtigung der nach § 16b BImSchG beantragten Repowering-Standorte
(Errichtung von 16 WEA, Rückbau von 27 WEA, Az. 66.33/4000/1.6.2-001/24a66.33/4000/1.6.2-001/24b) – wie in Anlage 1 dargestellt. Wir regen daher an, eine Flächenerweiterung des Vorranggebiet XXX wie vorgeschlagen zu prüfen. Bei Nicht-Erweiterung wäre eine nachvollziehbare Begründung in den Planunterlagen zu ergänzen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Flächenerweiterung nicht erforderlich. 

Gemäß § 249 Abs. 6 Satz 2 BauGB ist es für die Rechtswirksamkeit des Plans hingegen unbeachtlich, ob und welche sonstigen Flächen im Planungsraum für die Ausweisung von Windenergiegebieten geeignet sind, daher ist keine Begründung für nicht ausgewiesene Vorranggebiete erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001598_003 ID Stellungnehmer: 1001765
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIV Löberitz/Reuden
Inhalt

Vorschlag der Erweiterung der Fläche um 3 ha n westlicher Richtung.
Die vergleichsweise geringe Erweiterungsfläche entspricht den Positivkriterien der ersten Planungsstufe und hält ebenfalls die relevanten Negativkriterien ein. Dadurch gehört die Erweiterungsfläche zur Potenzialflächenkulisse für künftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie. Die zweite Planungsstufe konkretisiert die Potenzialflächen anhand ausgewählter Kriterien im Rahmen einer Einzelfallprüfung.
Lediglich die Berücksichtigung der kommunalen Planungsabsichten könnten aufgrund des Flächennutzungsplanes (FNP) der Stadt Zörbig aus 2016 und der Ausschlusswirkung von Windenergieanlagen außerhalb des Sondergebietes in dieser Planungsstufe entgegengehalten werden. Im Kapitel 2 der Planungskonzeption wird unter Berücksichtigung kommunaler Planungsabsichten (2.2.1) ausgeführt, dass die Regionale Planungsgemeinschaft gemäß § 249 Absatz 5 BauGB nicht an entgegenstehende Darstellungen in Flächennutzungsplänen gebunden ist, jedoch diese in die Abwägung einstellt. Stellt man mit Blick auf die vorgeschlagene geringe Erweiterungsfläche von rund 3 ha, die Kriterien „Ermöglichung der finanziellen Teilhabe aller Kommunen gem. § 6 EEG“ und „Berücksichtigung privater Interessen an der Errichtung und Betrieb von Windenergieanlagen“ sowie die Vorprägung durch die Bestandsanlagen und die damit verbundene Infrastruktur als auch in Folge die maximal effizient nutzbare Fläche durch die Windenergie gegenüber, sollten die kommunalen Planungsabsichten aus dem Jahr 2016 nicht einer Flächenausweisung entgegengehalten werden.
Des Weiteren ist festzuhalten, dass mittels § 16b BImSchG auch ohne westliche Erweiterung eine Bebauung der vorgeschlagenen Erweiterungsfläche möglich wäre. Die Grundzüge der Planung wären nicht betroffen. Aufbauend auf dem aktuellen technischen Stand der Anlagen (vgl. auch genehmigte WEA mit 261 m GH), ist die Genehmigung eines weiteren WEA-Standortes über 500 m westlich der aktuellen Gebietsgrenze wahrscheinlich (Basis 2H-Abstand zu bestehenden Bestandsanlagen). Unter Berücksichtigung der aktuellen Bestandsanlagen und dem im FNP von 2016 der Stadt Zörbig formulierten Rückbauverhältnis, ist allein auf Basis des §16b BImSchG eine Bebauung des VRG XIV Löberitz/Reuden mit insg. 4 neuen WEA denkbar. Demzufolge sollte auch mit Blick auf das künftige Flächenziel eine Aufnahme der vorgeschlagenen Erweiterungsfläche geprüft werden.

Fazit zur westlichen Erweiterung des Vorranggebiets XIV Löberitz/Reuden
Die westliche Erweiterung des Vorranggebiets XIV Löberitz/Reuden kann aus regionalplanerischer Sicht befürwortet werden. Dafür sprechen folgende Gründe:
• Neben der Anwendbarkeit der Positivkriterien wurde die Erweiterungsfläche  des Vorranggebiets XIV Löberitz/Reuden auch einer Prüfung der Negativkriterien unterzogen. Dabei ergaben sich keine Ausschlussgründe.
• Die Erweiterungsfläche ist vergleichsweise klein und liegt in direkter Nähe zu bestehenden Windenergieanlagen (WEA).
• Die bestehende Netzinfrastruktur und Erschließung können dadurch effizient mitgenutzt werden.
• Die Schutzgüter (z. B. Mensch, Natur, Landschaft) werden nicht zusätzlich beeinträchtigt.
• Die kommunalen Planungsziele wurden berücksichtigt.
• Es besteht eine finanzielle Teilhabe der Kommunen am Windenergieprojekt.
• Auch private Interessen an Errichtung und Betrieb von Windenergieanlagen finden Berücksichtigung.
• Die Erweiterung hat eine positive Wirkung auf den Flächenbeitragswert an einem bereits etablierten Windparkstandort

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die beantragte Erweiterung des Vorranggebietes um 3 ha in westliche Richtung liegt in der 1.0000 m Pufferzone zum Wasservogelschlafgewässer Kiesgrube Löberitz und widerspricht somit den Kriterien für die Festlegung neuer Flächen für die Nutzung der Windenergie.

Das rechtskräftig ausgewiesene Bestandsvorranggebiet des STP Wind 2018 soll entsprechend der Positivkriterien der Planungskonzeption in seinen Abmessungen unverändert übernommen werden. Eine Erweiterung ist östlich der BAB 9 vorgesehen, da in diesem Bereich die Auswahlkriterien eingehalten werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001598_004 ID Stellungnehmer: 1001765
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXII Straach
Inhalt

Legt man die im Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027“ definierte Planungskonzeption zugrunde und bewertet sie unter den aktuellen bundes- und landesgesetzlichen Rahmenbedingungen, ergeben auch unsere eigenen Analysen keinerlei Widersprüche, die grundsätzlich gegen Windenergieanlagen im als XXII Straach ausgewiesen Gebiet sprechen. Etwaige verbleibende planungsrechtliche Fragestellungen können an- und abschließend im Genehmigungsverfahren erörtert werden.
Daher möchten wir uns ausdrücklich für die Beibehaltung des für die Nutzung durch die Windenergie sehr gut geeigneten Vorranggebietes XXII im weiteren Planungsverfahren aussprechen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001598_005 ID Stellungnehmer: 1001765
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Apollensdorf
Inhalt

Apollensdorf – Vorschlag Gebietsneuausweisung
Wir möchten eine zusätzliche Fläche zur Ausweisung als VRG für die Nutzung der Windenergie, wie in Anlage 4 dargestellt, vorschlagen. Die benannte Fläche war bereits in der Arbeitskarte der Planabsicht STP Wind 2027 vom 03.03.2023 als VR Repowering (R5) und als Vorschlag für ein Vorranggebiet Wind (VR 25) enthalten und ist nach der Planungsstufe 1 der Planungskonzeption Bestandteil der Potenzialfläche des 1. Entwurfs (s.a. Planungsstufe 1, Abbildung 2.6: Potenzialflächen für künftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie. Sachlicher Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, Planungskonzeption, Stand: 06.06.2025, S. 19).
Die vorgeschlagene Fläche tangiert die Landschaftsschutzgebiete (LSG) „Roßlauer Vorfläming“ und „Wittenberger Vorfläming und Zahnabachtal“, wobei die Verordnungen für die LSG keinen expliziten Ausschluss von Windkraftanlagen und deren Errichtung vorsehen. In Punkt 2.2.8 der Plankonzeption (Bewertung von Flächen in Landschaftsschutzgebieten) wird durch den Planträger festgestellt, dass im Einzelfall von dem Abwägungsspielraum Gebrauch gemacht werden kann, der gemäß bundesrechtlicher Vorgaben des BNatSchG eine Beanspruchung von LSG ermöglicht (a.a.O. S. 22f.). Der Plangeber nutzt diesen Abwägungsspielraum bei der Überlagerung von VRG mit LSG in den Fällen XIX Schmerz und LSG Dübener Heide sowie Teilüberlagerung XXIX Zerbst/ Flugplatz und LSG Zerbster Nuthetäler. Einer Ausweisung der vorgeschlagenen Fläche kann die Überlagerung mit den genannten LSG somit nicht entgegengehalten werden.
Mit Blick auf den durch das LEP-ST 2010 Z 58 festgesetzte Vorrangstandort für landesbedeutsame Industrie- und Gewerbeflächen Lutherstadt Wittenberg/Piesteritz einschließlich Industriehafen und der potentiellen Versorgung des Industriestandortes mit erneuerbaren Energien sollte unter Berücksichtigung der unmittelbaren räumlichen Nähe des vorgeschlagenen Gebietes von dem Abwägungsspielraum Gebrauch gemacht werden und es als VRG für die Nutzung durch die Windenergie im nächsten Entwurf des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027“ ausgewiesen werden.
Die geplante Errichtung eines Windparks in unmittelbarer Nähe zum bestehenden Industrie- und Gewerbegebiet in Lutherstadt Wittenberg/Piesteritz eröffnet eine strategische Chance für die regionale Entwicklung. Ortsansässigen Unternehmen können direkt mit kostengünstigem, erneuerbarem Strom versorgt werden. Dies stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts, sichert bestehende Arbeitsplätze und fördert die lokale Wertschöpfung.
Durch die räumliche Nähe von Erzeugung und Verbrauch wird zudem eine netztechnisch effiziente Stromnutzung ermöglicht. Die bestehende Energieinfrastruktur kann optimal genutzt werden, was Netzausbaukosten reduziert und die Versorgungssicherheit erhöht.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche bei Apollensdorf nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001598_006 ID Stellungnehmer: 1001765
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Wertlau
Inhalt

Wertlau – Vorschlag Gebietsneuausweisung bei Wertlau
Die benannte Fläche war bereits in der Arbeitskarte der Planabsicht STP Wind 2027 vom 03.03.2023 als Vorschlag für ein Vorranggebiet Wind (VR 2) enthalten und ist nach der Planungsstufe 1 der Planungskonzeption Bestandteil der Potenzialfläche des 1. Entwurfs (s.a. Planungsstufe 1, Abbildung 2.6: Potenzialflächen für künftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie. Sachlicher Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, Planungskonzeption, Stand: 06.06.2025, S. 19).
Legt man die im Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027“ definierte Planungskonzeption zugrunde und bewertet sie unter den aktuellen bundes- und landesgesetzlichen Rahmenbedingungen, ergeben auch unsere eigenen Analysen keinerlei Widersprüche, die grundsätzlich gegen Windenergieanlagen im vorgeschlagenen Gebiet sprechen. Etwaige verbleibende planungsrechtliche Fragestellungen können an- und abschließend im Genehmigungsverfahren erörtert werden.
Daher möchten wir uns ausdrücklich für die Aufnahme des für die Nutzung durch die Windenergie sehr gut geeigneten Gebietes analog der Ausweisung wie in der Arbeitskarte der Planabsicht STP Wind 2027 vom 03.03.2023 im nächsten Planentwurf aussprechen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche bei Wertlau nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001598_007 ID Stellungnehmer: 1001765
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Mennewitz
Inhalt

Stadt Aken: Mennewitz  – Vorschlag Gebietsneuausweisung
Die benannte Fläche war bereits in der Arbeitskarte der Planabsicht STP Wind 2027 vom 03.03.2023 als Vorschlag für Vorranggebiet Wind (3 und 4) enthalten und ist nach der Planungsstufe 1 der Planungskonzeption Bestandteil der Potenzialfläche des 1. Entwurfs (s.a. Planungsstufe 1, Abbildung 2.6: Potenzialflächen für künftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie. Sachlicher Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungs- region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, Planungskonzeption, Stand: 06.06.2025, S. 19). Legt man die im Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027“ definierten und Planungskonzeption zugrunde und bewertet sie unter den aktuellen bundes- und landesgesetzlichen Rahmenbedingungen, ergeben auch unsere eigenen Analysen keinerlei Widersprüche, die grundsätzlich gegen Windenergieanlagen in den vorgeschlagenen Gebieten sprechen. Etwaige verbleibende planungsrechtliche Fragestellungen können an- und abschließend im Genehmigungsverfahren erörtert werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit.  Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche Mennewitz nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001598_008 ID Stellungnehmer: 1001765
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > X Kemberg/Dorna
Inhalt

Darüber hinaus möchten wir uns ausdrücklich für die Beibehaltung des für die Nutzung durch die Windenergie sehr gut geeigneten Vorranggebietes X Kemberg/Dorna, in den ausgewiesenen Grenzen im weiteren Planungsverfahren aussprechen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001598_009 ID Stellungnehmer: 1001765
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIII Listerfehrda
Inhalt

Darüber hinaus möchten wir uns ausdrücklich für die Beibehaltung des für die Nutzung durch die Windenergie sehr gut geeigneten Vorranggebietes XIII Listerfehrda in den ausgewiesenen Grenzen im weiteren Planungsverfahren aussprechen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001598_010 ID Stellungnehmer: 1001765
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIV Thurland
Inhalt

Darüber hinaus möchten wir uns ausdrücklich für die Beibehaltung des für die Nutzung durch die Windenergie sehr gut geeigneten Vorranggebietes XXIV Thurland in den ausgewiesenen Grenzen im weiteren Planungsverfahren aussprechen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001598_011 ID Stellungnehmer: 1001765
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Darüber hinaus möchten wir uns ausdrücklich für die Beibehaltung des für die Nutzung durch die Windenergie sehr gut geeigneten Vorranggebietes XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau in den ausgewiesenen Grenzen im weiteren Planungsverfahren aussprechen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001598_012 ID Stellungnehmer: 1001765
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Aken
Inhalt

Vorschlag Gebietsneuausweisung Aken
Die benannte Fläche war bereits in der Arbeitskarte der Planabsicht STP Wind 2027 vom 03.03.2023 als Vorschlag für Vorranggebiet Wind enthalten und ist nach der Planungsstufe 1 der Planungskonzeption Bestandteil der Potenzialfläche des 1. Entwurfs (s.a. Planungsstufe 1, Abbildung 2.6: Potenzialflächen für künftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie. Sachlicher Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, Planungskonzeption, Stand: 06.06.2025, S. 19). Legt man die im Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027“ definierten und Planungskonzeption zugrunde und bewertet sie unter den aktuellen bundes- und landesgesetzlichen Rahmenbedingungen, ergeben auch unsere eigenen Analysen keinerlei Widersprüche, die grundsätzlich gegen Windenergieanlagen in den vorgeschlagenen Gebieten sprechen. Etwaige verbleibende planungsrechtliche Fragestellungen können an- und abschließend im Genehmigungsverfahren erörtert werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche Aken nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001598_013 ID Stellungnehmer: 1001765
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXII Straach
Inhalt

Vorschlag der Erweiterung der Fläche in nördlicher Richtung. Die benannte Fläche war bereits in der Arbeitskarte der Planabsicht STP Wind 2027 vom 03.03.2023 als E11 als Vorschlag für ein Vorrang gebiet Wind enthalten und ist nach der Planungsstufe 1 der Planungskonzeption Bestandteil der Potenzialfläche des 1. Entwurfs (s.a. Planungsstufe 1, Abbildung 2.6: Potenzialflächen für künftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie. Sachlicher Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, Planungskonzeption, Stand: 06.06.2025, S. 19). Durch die Verbindung mit dem vorhanden WEA-Anlagenbestand können naturschutzfachliche Bedenken ausgeschlossen werden bei gleichzeitig effizienterer Nutzung der vorhandene gute Netzanbindung und Infrastrukturerschließung.
Das Vorschlagsgebiet überlagert sich laut kartografischer Darstellung des Regionalen Entwicklungsplans für die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg mit den Planinhalten „Raumstruktur, Standortpotenziale, technische Infrastruktur und Freiraumstruktur“, genehmigt durch die oberste Landesentwicklungsbehörde am 21.12.2018, mit dem Vorranggebiet für Forstwirtschaft III Fläming. Laut Z 20 dienen die vom VRG Forstwirtschaft umfassten dem Erhalt und der Entwicklung naturnaher, leistungsfähiger und ökologisch stabiler Mischwälder mit Dauerwaldcharakter. Die Errichtung von Windenergieanlagen im Wald unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben. Nach dem Bundeswaldgesetz (§ 1 BWaldG) ist der Wald vorrangig zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine Funktionen – insbesondere als Nutz-, Schutz- und Erholungsraum – sind nachhaltig zu sichern. Eine Umwandlung oder Rodung von Forst ist nur mit Genehmigung der nach Landesrecht zuständigen Behörde zulässig (§9 Abs. 1 BWaldG). Sie kann auch befristet erfolgen, etwa für die Dauer des Anlagenbetriebs (§ 9 Abs. 2 BWaldG) (vgl. FA Wind und Solar, Windenergienutzung im Wald, Berlin 2025). Grundsätzlich schließen sich somit die Waldnutzung und die Nutzung durch die Windenergie nicht pauschal aus. Insbesondere
dann, wenn gemäß wald- und naturschutzrechtlichen Vorgaben bei Eingriffen in den Wald geeignete Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen erfolgen. Als Positivkriterium wird angeführt: "Liegen Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald innerhalb von Vorranggebieten für Forstwirtschaft und Vorranggebieten für Wassergewinnung und nicht in Flächen des Vorbehaltsgebietes für Kultur und Denkmalpflege des REP A-B-W 2018, so gehören sie zur Potenzialfläche. Die Nutzung von Waldflächen ermöglicht es Gemeinden, in denen keine oder wenige andere geeignete Flächen für die Windenergienutzung zur Verfügung stehen, die Teilhabe an deren wirtschaftlicher Nutzung." (s.a. Sachlicher Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, Planungskonzeption, Stand: 06.06.2025, S. 9).
Nach unserem Wissenstands überwiegen im Vorschlagsgebiet Kiefer-Monokultur gestresstem Gesamtzustand (deutlich sichtbare Verluste durch Sturm- und Hitzeschäden sowie Schädlingsbefall). Einzelne Bereiche sind im Rahmen des geförderten Waldumbaus von Monokultur auf Mischwald mit Eiche und Douglasie betroffen.
Diese Waldumbaubereiche werden im Rahmen der Nutzung durch die Windenergie nach Rücksprache mit den Eigentümern nicht in Anspruch genommen und können zudem im Rahmen der textlichen Festsetzungen des Sachlichen Teilplans für die Nutzung durch die Windenergie ausgeschlossen werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Erweiterungsfläche im Forst nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001598_014 ID Stellungnehmer: 1001765
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXX Zörbig
Inhalt

Legt man die im Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027“ definierte Planungskonzeption zugrunde und bewertet sie unter den aktuellen bundes- und landesgesetzlichen Rahmenbedingungen, ergeben auch unsere eigenen Analysen keinerlei Widersprüche, die grundsätzlich gegen Windenergieanlagen im als XXX Zörbig ausgewiesen Gebiet sprechen.
Das ausgewiesene VRG fällt jedoch hinter die Grenzen der Ausweisung im STP 2018 zurück. Im Vergleich zum Stand des Sachlichen Teilplans 2018 wurde das Vorranggebiet XXX im aktuellen Entwurf verkleinert. Aus Sicht der Regionalplanung ist diese Flächenreduktion jedoch nicht ohne Weiteres nachvollziehbar, da sich aus den vorliegenden Planunterlagen keine transparente Herleitung dieser Änderung ergibt. Auch der Umweltbericht enthält hierzu keine weiterführenden Informationen.
Für die Planungspraxis ist es jedoch essenziell, dass Ausweisungen – insbesondere Änderungen gegenüber dem vorherigen Planungsstand – fachlich konsistent und nachvollziehbar begründet sind. Wenn Bestandsflächen im Rahmen der Positivkulisse Berücksichtigung finden, sich jedoch in der Gebietsausweisung nicht widerspiegeln und eine planerische Begründung hierfür fehlt, wird das Transparenzgebot nicht erfüllt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Steckbriefe zur besseren Nachvollziehbarkeit der planerischen Entscheidungen werden in der Planungskonzeption ergänzt.

Die Veränderung der Abgrenzung beruht auf der Berücksichtigung der Festlegungen des Flächennutzungsplans für eine gewerbliche Baufläche, des Ausschlusskriteriums "500 m Abstand zu Brutplatz des Rotmilans" und "1.000 m Abstand zur im Zusammenhang bebauten Ortslage".

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001598_015 ID Stellungnehmer: 1001765
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIV Löberitz/Reuden
Inhalt

Legt man die im Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027“ definierte Planungskonzeption zugrunde und bewertet sie unter den aktuellen bundes- und landesgesetzlichen Rahmenbedingungen, ergeben auch unsere eigenen Analysen keinerlei Widersprüche, die grundsätzlich gegen Windenergieanlagen im als XIV Löberitz/Reuden ausgewiesen Gebiet sprechen. Verbliebene planungsrechtliche Fragestellun-
gen wurden abschließend im Genehmigungsverfahren erörtert. In dem Gebiet ist von unserem Unternehmen ein umfängliches Repowering aller Altanlagen geplant. Derzeit besteht eine Genehmigung für die Neuerrichtung von 3 WEA des Typs Vestas V172 mit 175 m Nabenhöhe (Gesamthöhe 261 m).
Daher möchten wir uns ausdrücklich für die Beibehaltung des für die Nutzung durch die Windenergie sehr gut geeigneten Vorranggebietes XIV im weiteren Planungsverfahren aussprechen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001601 ID Stellungnehmer: 1001766
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VI Gölzau Ost
Inhalt

Der dort angesetzte großflächige Abstand zur Hochspannungsleitung steht im Widerspruch zu anderen Vorranggebieten innerhalb desselben Teilplans, in denen vergleichbare Leitungen nicht als Ausschlusskriterium berücksichtigt wurden. So verlaufen in den Vorranggebieten II, X, XII, XIV, XV, XX, XXIV, XXVII; XXX, XXXI Hochspannungsleitungen direkt durch die ausgewiesenen Flächen, ohne dass dort vergleichbare Abstände berücksichtigt wurden. Im Vorranggbiet XVI wurde lediglich ein Abstand von 30 m eingehalten, was den technischen Vorgaben des Netzbetreibers entspricht.

Nach den öffentlich zugänglichen technischen Vorgaben des Netzbetreibers ist ein Mindestabstand von 20 m zwischen Rotorblattspitze und der letzten Leiterseilposition einer 110 kV Hochspannungsleitung ausreichend. Des Weiteren kann im bau- und immissionsschutzrechtlichen Verfahren zum Errichten und Betrieb einer Winderenergieanlage ein entsprechendes Gutachten vorgelegt werden, welches die Auswirkungen der Nachlaufströmung auf die Hochspannungsleitung beurteilt.

Zudem wurde das betreffende Gebiet bereits in einem früheren Arbeitsstand 2023 als geeignetes Repowering-Gebiet ermittelt und dargestellt. Regionalplanerische Konflikte liegen für die gesamte Potenzialfläche über die Hochspannungsleitung hinaus nicht vor. Aus diesem Grund sollte diese Flächenkulisse in der aktuellen Abwägung weiterhin berücksichtigt werden.

Die Verkleinerung widerspricht nicht nur den technischen Anforderungen, sondern auch den energiepolitscchen Zielen des Landes Sachsen-Anhalt und der Bundesregierung. Eine optimierte Flächennutzung würde zur Erreichung der Ausbauziele betragen und gleichzeitig wirtschaftliche Vorteile für die Region schaffen.

Darüber hinaus haben bereits die betroffenen Grundstückseigentümer Nutzungsverträge abgeschlossen und stellen ihre Flächen ausdrücklich für die Windenergienutzung zur Verfügung. Da Akzeptanz eine zentrale Rolle in der Ausweisung der Vorranggebiete spielt, die Gemeinde hier auch weiterhin zum Ausbau steht und die Fläche aufgrund ihrer Mindestabstände von 1000 m zu Wohnbebauungen geeignet ist, sollte diese in vollem Umfang mit aufgenommen werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Erweiterung der Fläche VI nicht erforderlich. Die Fläche VI Gölzau-Ost entspricht den Grenzen der geplanten Sondergebietsfläche "Windenergie Weißandt-Gölzau", für welche auf Antrag der Kommune eine Zielabweichung gem. § 245e Absatz 5 BauGB (in der Fassung vom 20.12.2023) von der Regionalen Planungsgemeinschaft A-B-W positiv beschieden wurde (Beschluss 16/2024). Damit wurde die Voraussetzung für Aufstellung eines Bebauungsplans "Sondergebiet Windenergie" in der Stadt Südliches Anhalt geschaffen. Gemäß der zweiten Planungsstufe der Planungskonzeption zum STP "Windenergie 2027 in A-B-W" sollen kommunale Planungsabsichten berücksichtigt werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001632 ID Stellungnehmer: 1001767
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIV Thurland
Inhalt

Als Kirchengemeinde und Flächeneigentümerin begrüßen wir die im Entwurf vorgesehene Erweiterung des bestehenden Vorranggebietes „Thurland“. Die geplante Ausweitung erscheint uns maßvoll und sinnvoll abgestimmt, insbesondere vor dem Hintergrund, dass sie kaum zu einer spürbaren Mehrbelastung für Anwohnerinnen und Anwohner führen dürfte.

Die Erweiterung ermöglicht eine zielgerichtete Nutzung vorhandener Potenziale im Sinne der Energiewende, ohne neue Flächen unnötig in Anspruch zu nehmen oder zusätzliche Konflikte hervorzurufen. Von besonderem Vorteil ist dabei die Möglichkeit, auf die bereits bestehende Infrastruktur, wie etwa das Umspannwerk Raguhn, zurückgreifen zu können. Dies minimiert zusätzliche Eingriffe und erhöht die Effizienz der Planung. Hervorzuheben ist auch, dass keine Konflikte mit den geplanten Trassenführungen der Firma ONTRAS bestehen. Diese konnten im Rahmen einer BIL-Abfrage der Firma ENERTRAG sowie im konstruktiven persönlichen Austausch mit dem beauftragten Planungsbüro nach aktuellem Planungsstand ausgeschlossen werden.

Aus unserer Sicht als Flächeneigentümerin ist die vorgeschlagene Erweiterung nicht nur vertretbar, sondern im Sinne einer verantwortungsvollen Flächenentwicklung und im Bewusstsein unserer gesellschaftlichen Verantwortung für eine nachhaltige Energiezukunft zu befürworten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001633 ID Stellungnehmer: 1001768
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Köthen
Inhalt

Antrag auf Aufnahme der Vorschlagsfläche Nr. 6 Köthen aus der Arbeitskarte als Vorranggebiet Windenergie

Die Stadt Köthen plant an der an der B6n auf 92 ha den Industriepark Köthen Süd:

Das Vorhaben ist wie folgt beschrieben:
„Ziel ist die Entwicklung eines nachhaltigen, klimafreundlichen Industrie- und Gewerbegebiets für die Neuansiedlung von zukunftsorientierten Unternehmen am Wirtschaftsstandort Köthen. Neben der Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze leistet das Vorhaben einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Attraktivität des Wirtschaftsstandorts im Landkreis Anhalt-Bitterfeld im mitteldeutschen Raum. Mit Blick auf Entwicklungsperspektiven und Nachhaltigkeit soll die Fläche
als „grünes“ Gewerbegebiet entwickelt werden. Hierbei liegt der Fokus auf der Nutzung erneuerbarer Energien und klimaschonender Umsetzungsprozesse.“
Die Arbeiten im Industrie- und Gewerbegebiet sind schon weit fortgeschritten. Der Beschluss zum Bebauungsplan Nr. 72 „Industriepark Köthen Süd“ wurde am 26.07.2024 veröffentlicht, am 13.05.2025 wurde die Aufstellung beschlossen. Vom 10.06.2025 bis zum 11.07.2025 erfolgte eine Öffentlichkeitsbeteiligung. Aktuell finden bereits archäologische Untersuchungen der Fläche statt. Eingebettet in den Industrie- und Gewerbepark sind weitere Investitionen in ein
Wohnquartier, ein Multifunktionszentrum sowie Freizeiteinrichtungen als Stadtpark geplant. Das Land Sachsen-Anhalt hat bisher bereits fast 44 Mio. € als Fördermittel zugesagt.
Wie beschrieben, ist die Versorgung des Industrie- und Gewerbegebietes Köthen-Süd als „grünes“ Projekt mit der Versorgung über Erneuerbarer Energien geplant. Wir als lokaler Versorger in Köthen sind hier gefragt, entsprechende Infrastrukturen dafür zur Verfügung zu stellen, die möglichst zentral, regional, verlässlich und preisgünstig Strom, Gas und Fernwärme für die potenziellen Industrie- und Gewerbekunden zur Verfügung stellt. Entsprechend erfreut waren wir, als im Zuge der Erarbeitung zum Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ im Jahr 2023 eine Arbeitskarte mit möglichen Windenergiegebieten veröffentlicht wurde. Genau westlich angrenzend an den geplanten Industriepark Köthen-Süd befand sich eine entsprechende Vorschlagsfläche Nr. 6 für Windenergie. Die Fläche ist aus unserer Sicht sehr gut für Windenergie geeignet, um mit Hilfe der dort noch zu errichtenden Windenergieanlagen die Pläne hinsichtlich der Versorgung des Industrieparks mit Strom aus Erneuerbaren Energien zu gewährleisten. Zusätzlich zu den Windenergieanlagen bietet die Fläche Potenzial für Freiflächen-photovoltaikanlagen entlang der Bahnstrecke. Diese Kombination aus Wind- und Solarenergie wäre eine optimale Kombination, um eine kontinuierliche „grüne“ Stromversorgung des Industrieparks mit hohem Autarkiegrad zu garantieren und den Stromnetzausbau für die Region zu reduzieren. Zusätzlich sind die Rahmenbedingungen ideal, um einen Elektrolyseur im entstehenden Gewerbegebiet zu errichten und grünen Wasserstoff aus den angrenzenden EE-Strom zu erzeugen.
Entsprechende Infrastruktur zur Einspeisung des Wasserstoffes entsteht bereits in räumlicher Nähe zum Gewerbepark Köthen Süd. Die Kernnetzleitung von Lingen nach Leuna wird bis Ende 2029 in Betrieb gehen und führt nur wenige Kilometer am Gewerbepark vorbei. Der Elektrolyseur hätte somit direkten Anschluss an das Wasserstoffkernnetz und könnte seinen Wasserstoff in ebendieses einspeisen. Die Region und vor allem die Stadt Köthen könnte den Leuchtturm eines grünen Gewerbeparks durch regionale Wertschöpfung ergänzen und somit einen echten Mehrwert für den Wirtschaftsstandort bieten.
Darüber hinaus hat die Kommune Köthen schon jetzt – sehr vorausschauend- mit der Erstellung einer Kommunalen Wärmeplanung begonnen. In einer Bestands- und Bedarfsanalyse werden hier derzeit alle (theoretischen) Potentiale zur Wärmeerzeugung zusammengestellt. Heute wird der Wärmebedarf zu überwiegenden Anteilen über das Gasnetz abgedeckt. Ohne den Ergebnissen vorgreifen zu wollen lässt sich schon jetzt abschätzen, dass bei einem kontinuierlichen Rückgang des Mediums Gas zur Wärmeerzeugung bei gleichzeitigem Rückbau/Wegfall des Gasnetzes über die nächsten 10-20 Jahre der Bedarf nach grünem Strom zur dezentralen Wärmeerzeugung deutlich zunehmen wird.

Abwägung / Begründung

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Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche "Köthen" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001635 ID Stellungnehmer: 1001734
Windenergie 2027
Inhalt

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen der öffentlichen Beteiligung zum 1. Entwurf des Sachlichen Teilplans Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg nehmen wir, Volkswind GmbH, hiermit Stellung und beantragen die Berücksichtigung der angehangenen Stellungnahmen im Verfahren. In diesen Rahmen sind vier Stellungnahmen zu vier Gebieten verfasst worden:

  • Anpassung des Gebietes Gröbzig

  • Erneute Aufnahme und Anpassung des Gebietes Aken Heidehof

  • Erneute Aufnahme des Gebietes Mennwitz

  • Aufnahme des Gebietes Bräsen

Vielen Dank für die Berücksichtigung der verfassten Stellungnahmen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Ignatz

Projektentwicklung Wind

Volkswind GmbH

Gustav-Weißkopf-Straße 3 | 27777 Ganderkesee

T +49 4222 / 941 38 17 | M +49 176 / 1 941 38 17

christian.ignatz@volkswind.de | www.volkswind.de

Geschäftsführer: Katja Stommel | Lars Kröner

Amtsgericht Oldenburg HRB 140700

Volkswind. Ein Unternehmen der Axpo Gruppe.

Abwägung / Begründung

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Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001635_001 ID Stellungnehmer: 1001734
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Mennewitz
Inhalt

Das Gebiet „Mennewitz“ mit einer Fläche von 26 Hektar ist als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie in den Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg aufzunehmen.
Hilfsweise beantragen wir, dass die Gründe für den Ausschluss des Gebiets transparent dargelegt und einer erneuten Abwägung unter Berücksichtigung der oben genannten Gesichtspunkte zugeführt werden.

Das Windpotenzialgebiet Gebiet war in der vorherigen Vorplanung Teil der vorgesehenen Gebiete für die Windenergie in der Regionalplanung. Unseres Erachtens muss das Vorranggebiet des Windparks Mennewitz für die Zielerreichung im Jahr 2032 bereits jetzt berücksichtigt werden. Die Darstellung ist von Bedeutung, da der potenzielle Windpark ein wichtiger Beitrag für die vollständige Zielerreichung im Jahr 2032 zusteuern wird.

1. Das Gebiet „Mennewitz“ (siehe Abb. 1; Blaues Gebiet) mit einer Fläche von 26 Hektar war in der allgemeinen Planabsicht vom 03.03.2023 als neues Vorranggebiet für dieNutzung der Windenergie (Nr. 3) vorgesehen. Im vorliegenden 1. Entwurf des Sachlichen Teilplans wurde dieses Gebiet jedoch nicht mehr aufgenommen. Eine Begründung für den Ausschluss ist weder im Textteil noch im Umweltbericht ersichtlich.

2. Erfüllung der planerischen Auswahlkriterien
Das Gebiet Mennewitz erfüllt die von der Regionalen Planungsgemeinschaft selbst definierten Auswahlkriterien für Vorranggebiete:
2.1. Flächengröße
Gemäß Abschnitt 3.3 der Planabsicht beträgt die Mindestflächengröße für neu festzulegende Vorranggebiete 20 Hektar, um mindestens einen Windpark aus drei Windenergieanlagen errichten zu können. Mit 26 Hektar überschreitet das Gebiet Mennewitz diese Mindestanforderung deutlich und bietet ausreichend Raum für eine wirtschaftlich sinnvolle Windenergienutzung.
2.2. Übereinstimmung mit Ausschlusskriterien
Das Gebiet Mennewitz lag bereits in der ursprünglichen Suchraumkulisse und wurde nach Anwendung der „harten“ und „weichen“ Ausschlusskriterien des Sachlichen Teilplans Wind 2018 als geeignet identifiziert. Es liegt nicht in:
● Siedlungsflächen oder deren 1.000-m-Schutzpuffer
● Schutzgebieten (NSG, FFH, EU-SPA mit kollisionsgefährdeten Brutvogelarten)
● Überschwemmungsgebieten (HQ100)
● Trinkwasserschutzzonen I und II
● UNESCO-Weltkulturerbestätten
● Brutstandorten kollisionsgefährdeter Vogelarten innerhalb der Schutzradien gemäß
Anlage 1 zu § 45b BNatSchG
Die Tatsache, dass das Gebiet in der Planabsicht vom März 2023 enthalten war, belegt, dass es die methodischen Anforderungen der Regionalplanung erfüllt.

3. Beitrag zur Erreichung der gesetzlichen Flächenziele - Gemäß Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) und dem Kabinettsentwurf zur 2.  Änderung des LEntwG LSA muss die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg bis zum 31.12.2027 mindestens 1,9 % und bis zum 31.12.2032 mindestens 2,3 % ihrer Fläche als Windenergiegebiete ausweisen.
Mit der Planabsicht vom März 2023 (inkl. Mennewitz) wären insgesamt 2,73 % der Regionsfläche ausgewiesen worden – ein solider Puffer zur Zielerreichung. Der Ausschluss von Mennewitz (26 ha) reduziert diesen Spielraum unnötig und erhöht das Risiko, dass die Teilflächenziele verfehlt werden, insbesondere wenn andere Gebiete in nachfolgenden Verfahrensschritten aus artenschutzrechtlichen oder anderen Gründen herausfallen. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Klimabeschluss vom 24.03.2021 die Bedeutung des raschen Ausbaus erneuerbarer Energien für den Klimaschutz betont. Die Streichung geeigneter Flächen ohne triftige Gründe steht im Widerspruch zu diesem  verfassungsrechtlichen Auftrag.
4. Wirtschaftliche und energiepolitische Bedeutung
4.1. Beitrag zur Energiewende
Sachsen-Anhalt ist ein Vorreiter beim Ausbau erneuerbarer Energien. Die Windenergie trägt bereits heute über 70 % zur erneuerbaren Stromerzeugung im Land bei. Das Gebiet Mennewitz kann bei Realisierung mit modernen Windenergieanlagen (z.B. 3 WEA je 7 MW) jährlich ca. 55 GWh klimaneutralen Strom erzeugen – genug für rund 16.500 Haushalte. 
4.2. Regionale Wertschöpfung
Die Realisierung eines Windparks in Mennewitz würde erhebliche regionale Wertschöpfungseffekte generieren:

  • Kommunale Beteiligung: Nach §6 EEG und dem Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz Sachsen-Anhalt erhält Aken rd. 210.000 € pro Jahr.

  • Gewerbesteuer: Stärkung der kommunalen Finanzkraft 

  • Pachteinnahmen: Langfristige Einkommensperspektiven für Flächeneigentümer

  • Aufträge: Für regionale Bau-, Tiefbau- und Wartungsunternehmen

4.3. Standortvorteil Deutschland/Europa
Als Volkswind GmbH setzen wir uns aktiv für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland ein. Die Planungssicherheit durch raumordnerische Ausweisung ist entscheidend für Investitionsentscheidungen. Der Ausschluss wirtschaftlich attraktiver Standorte wie Mennewitz sendet ein falsches Signal an Investoren und gefährdet die Erreichung der bundesdeutschen Ausbauziele (115 GW Windenergie an Land bis 2030).
5. Verfahrensrechtliche Aspekte
Die Streichung des Gebiets Mennewitz zwischen Planabsicht (März 2023) und 1. Entwurf (Juli 2025) erfolgte ohne erkennbare Begründung. Dies wirft Fragen zur Nachvollziehbarkeit und Transparenz des Planungsprozesses auf:
Abwägungsmangel: Es ist nicht ersichtlich, welche öffentlichen oder privaten Belange gegen die Aufnahme von Mennewitz sprechen.

Gebot der Konfliktbewältigung: Die Regionalplanung muss substantiiert darlegen,warum eine als grundsätzlich geeignet identifizierte Fläche ausgeschlossen wird.
Eine fundierte Einzelfallbewertung, wie sie für andere neue Vorranggebiete im Umweltbericht (Anhang 1) vorgenommen wurde, fehlt für Mennewitz vollständig.
6. Vergleich mit aufgenommen Gebieten
Im 1. Entwurf wurden zahlreiche neue Vorranggebiete mit vergleichbaren oder sogar kleineren Flächengrößen aufgenommen, z.B.:

  • Mühlstedt (26 ha) – identische Größe

  • Burgkemnitz (18 ha) – deutlich kleiner

  • Thießen (36 ha) – nur geringfügig größer

Es ist nicht nachvollziehbar, warum diese Gebiete aufgenommen wurden, Mennewitz jedoch nicht, obwohl es bereits in der Planabsicht enthalten und damit grundsätzlich als geeignet bewertet war.
7. Zusammenfassung und Antrag
Zusammenfassend sprechen folgende Gründe für die Wiederaufnahme des Gebiets
Mennewitz:

  • Erfüllung aller planerischen Kriterien (Mindestgröße, Ausschlusskriterien)

  • Beitrag zur sicheren Zielerreichung gemäß WindBG

  • Hohe wirtschaftliche und energiepolitische Bedeutung

  • Regionale Wertschöpfung und kommunale Beteiligung

  • Transparenz und Gleichbehandlung im Planungsverfahren

  •  Verfassungsrechtlicher Klimaschutzauftrag

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche Mennewitz nicht erforderlich.

zu 5. Gem. § 249 Absatz 6 BauGB ist es für die Rechtswirksamkeit des Plans hingegen unbeachtlich, ob und welche sonstigen Flächen im Planungsraum für die Ausweisung von Windenergiegebieten geeignet sind. 

zu 6. Die zum Vergleich angeführten Flächen in Mühlstedt, Burgkemnitz und Thießen sind kein Planinhalt.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001635_002 ID Stellungnehmer: 1001734
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VII Gröbzig/Dohndorf
Inhalt

Eine nachvollziehbare Begründung für den Ausschluss des nördlichen Gebietsteils ist weder im Textteil noch in der Planungskonzeption oder im Umweltbericht ersichtlich. Es ist nicht dokumentiert, welche Gründe zu dieser Abgrenzungsänderung geführt haben.

Der nördliche Gebietsanteil des ursprünglich in der Planabsicht vom 03.03.2023 vorgesehenen Gebiets Gröbzig (Nr. 5) ist in die Abgrenzung des Vorranggebiets für die Nutzung der Windenergie Gröbzig/Dohndorf (Nr. VII) wieder aufzunehmen. Das Gebiet Gröbzig war in der allgemeinen Planabsicht vom 03.03.2023 mit einer Fläche von 74 Hektar (Nr. 5) als neues Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie vorgesehen. Im vorliegenden 1. Entwurf wurde das Gebiet als Gröbzig/Dohndorf mit 120 Hektar ausgewiesen. Dabei wurde das Gebiet offenbar nach Süden erweitert und mit dem Bereich Dohndorf zusammengelegt. Gleichzeitig wurde jedoch der nördliche Teil des ursprünglichen Gebiets Gröbzig abgeschnitten und nicht in die neue Abgrenzung übernommen.

1. Erfüllung der Auswahlkriterien
Der nördliche Gebietsanteil war Bestandteil der ursprünglichen Suchraumkulisse und wurde in der Planabsicht vom März 2023 als geeignet für die Windenergienutzung bewertet. Dies belegt, dass der Bereich:

  • Die Mindestflächengröße in Verbindung mit dem Gesamtgebiet erfüllt

  • Nicht in harten Ausschlusskriterien liegt (Siedlungsflächen, Schutzgebiete, etc.)

  • Keine unüberwindbaren planerischen Hindernisse aufweist

  • Wirtschaftlich für die Windenergienutzung geeignet ist

2. Kontinuität der Planung

Die Aufnahme des Gebiets in die Planabsicht vom März 2023 erfolgte nach sorgfältiger Prüfung aller relevanten Kriterien. Es ist nicht ersichtlich, dass sich zwischen März 2023 und dem 1. Entwurf (Juli 2025) die tatsächlichen oder rechtlichen Rahmenbedingungen so geändert haben, dass der nördliche Gebietsanteil nicht mehr geeignet wäre.
3. Windenergiepotenzial
Der nördliche Gebietsanteil bietet zusätzliches Potenzial für die Windenergienutzung und trägt zur Optimierung der Gesamtfläche bei. Eine Wiederaufnahme würde die Flexibilität bei der Anlagenplanung erhöhen und eine effizientere Nutzung der Windenergieressourcen ermöglichen.
4. Flächenbeitragswerte WindBG
Gemäß Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) und dem Kabinettsentwurf zur 2. Änderung des LEntwG LSA muss die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg bis zum 31.12.2027 mindestens 1,9 % und bis zum 31.12.2032 mindestens 2,3 % ihrer Fläche als Windenergiegebiete ausweisen. Jede geeignete Fläche ist wertvoll für die sichere Erreichung dieser Ziele. Der Ausschluss des nördlichen Gebietsteils ohne nachvollziehbare Begründung reduziert unnötig das verfügbare Flächenpotenzial und erhöht das Risiko einer Zielverfehlung.
5. Planungssicherheit
Die Wiederaufnahme des nördlichen Gebietsteils schafft:

  •  Einen größeren Puffer zur Erreichung der gesetzlichen Flächenziele

  • Mehr Flexibilität für die Anlagenplanung und -optimierung

  • Redundanz für den Fall, dass andere Gebiete aus artenschutzrechtlichen oder anderen Gründen wegfallen

  • Rechtssicherheit durch konsequente Anwendung der eigenen Auswahlkriterien

6. Optimierung des Gesamtgebiets

Die Wiederaufnahme des nördlichen Gebietsteils ermöglicht:

  • Eine optimierte Anordnung der Windenergieanlagen

  • Bessere Nutzung der Windressourcen durch größere Planungsflexibilität

  • Wirtschaftlichere Erschließung und Netzanbindung

  • Reduzierung spezifischer Projektkosten durch größere Gesamtfläche

7. Energiepotenzial
Das erweiterte Gebiet Gröbzig/Dohndorf einschließlich des nördlichen Teils bietet erhebliches Potenzial für die Windenergienutzung. Bei Realisierung mit modernen Windenergieanlagen können zusätzlich mehrere Gigawattstunden klimaneutraler Strom pro Jahr erzeugt werden.

8. Regionale Wertschöpfung
Die Realisierung der nördlichen Fläche in Gröbzig würde erhebliche regionale Wertschöpfungseffekte generieren:

  • Kommunale Beteiligung: Nach §6 EEG und dem Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz

  • Sachsen-Anhalt erhalten die angrenzenden Kommunen rd. 160.000 € pro Jahr.

  • Gewerbesteuer: Stärkung der kommunalen Finanzkraft

  • Pachteinnahmen: Langfristige Einkommensperspektiven für Flächeneigentümer

  • Aufträge: Für regionale Bau-, Tiefbau- und Wartungsunternehmen

9. Verfahrensrechtliche Bewertung
Im 1. Entwurf wurden zahlreiche neue Vorranggebiete mit vergleichbaren oder sogar kleineren
Flächengrößen aufgenommen, z.B.:

  • Mühlstedt (26 ha) – identische Größe

  • Burgkemnitz (18 ha) – deutlich kleiner

  • Thießen (36 ha) – nur geringfügig größer

Andere Gebiete aus der Planabsicht wurden vollständig in den 1. Entwurf übernommen oder begründet angepasst. Die unterschiedliche Behandlung des Gebiets Gröbzig ohne nachvollziehbare Begründung wirft Fragen zur Gleichbehandlung auf.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Teilweise / sinngemäß folgen

Begründung

Steckbriefe zur besseren Nachvollziehbarkeit der planerischen Entscheidungen werden in der Planungskonzeption ergänzt.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. 

Die Arbeitskarte vom 03.03.2023, welche bei Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht mögliche künftige Vorranggebiete zeigte, stellt keinen verbindlichen Planentwurf dar. Nach Auswertung der öffentlichen Bekanntgabe sind die bekannt gewordenen Erkenntnisse (Wohnbebauung Neue Siedlung Cörmigk) in die Abgrenzung des im 1. Entwurf dargestellten Vorranggebietes eingeflossen. 

zu 9. Die drei angeführten Vorranggebiete sind nicht im 1. Entwurf enthalten.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001635_003 ID Stellungnehmer: 1001734
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Bräsen
Inhalt

Das Gebiet Bräsen ist als zusätzliches Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie in den Sachlichen Teilplan Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg aufzunehmen.
Die Aufnahme dient:

  • Der konsequenten Anwendung der eigenen Planungsmethodik

  • Der Gleichbehandlung von Waldstandorten

  • Der sicheren Erreichung der gesetzlichen Flächenziele

  • Der wirtschaftlichen Optimierung durch Synergien mit bestehendem Gebiet

  • Der regionalen Wertschöpfung und des klimaangepassten Waldumbaus

  • Der verfassungskonformen Umsetzung der Waldnutzung für Windenergie

  • Der zügigen Umsetzung der Energiewende

In unmittelbarer Nähe zum bestehenden Vorranggebiet Luko (Nr. XV, 296 ha) befindet sich ein weiteres geeignetes Gebiet für die Windenergienutzung, das wir als Bräsen bezeichnen (siehe Abb. 1; Luko in rot, Bräsen in blau). Dieses Gebiet liegt im Waldareal und erfüllt alle Voraussetzungen für die Ausweisung als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie.

2. Eignung des Gebietes Bräsen
Das Gebiet Bräsen erfüllt die von der Regionalen Planungsgemeinschaft selbst definierten Auswahlkriterien für Vorranggebiete:
2.1. Lage und Charakteristik
Das Gebiet Bräsen liegt:

  • In der Gemeinde Coswig (Anhalt)

  • In unmittelbarer Nähe zum bestehenden Vorranggebiet Luko (Nr. XV)

  • Waldflächen (Nadelwald/Nadelmischwald)

  • Außerhalb von Ausschlusskriterien (keine Siedlungen, Schutzgebiete, etc. im relevanten Umkreis)

2.2. Erfüllung der Auswahlkriterien
Das Gebiet Bräsen erfüllt alle in der Planungskonzeption definierten Anforderungen:
Mindestflächengröße: Das Gebiet überschreitet die Mindestgröße von 20 Hektar und ermöglicht die Errichtung eines Windparks mit mindestens drei Windenergieanlagen.
Keine Ausschlusskriterien: Das Gebiet liegt nicht in:

  • Siedlungsflächen oder deren 1.000-m-Schutzpuffer

  • Wohnbebauung im Außenbereich oder deren 500-m-Schutzpuffer

  • Schutzgebieten (NSG, FFH, EU-SPA)

  • Besonders geschützten Waldgebieten gemäß §§ 18, 19 LWaldG

  • Überschwemmungsgebieten (HQ100)

  • Trinkwasserschutzzonen I und II

  • UNESCO-Weltkulturerbestätten

  • Brutstandorten kollisionsgefährdeter Vogelarten innerhalb der Schutzradien (AviFauna-Untersuchung im Jahr 2024, abgestimmt mit der UNB)

  • Fledermauskonzentrationen werden durch das Gebiet nicht berührt (Fledermausuntersuchung im Jahr 2024, abgestimmt mit der UNB)

Positivkriterium Wald erfüllt: Gemäß Abschnitt 2.1.3.3 der Planungskonzeption sind Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald ausdrücklich als Positivkriterium für die Ausweisung von Vorranggebieten vorgesehen. Das Gebiet Bräsen liegt in solchen Waldflächen.
2.3. Windenergiepotenzial
Die Windhöffigkeit in der Region ist nachweislich gut, wie das bestehende Vorranggebiet Luko (Nr. XV, 296 ha) zeigt, das bereits erfolgreich mit Windenergieanlagen bebaut ist. Das benachbarte Gebiet Bräsen weist vergleichbare Windbedingungen auf und bietet erhebliches Potenzial für die klimaneutrale Stromerzeugung.
3. Waldflächen als ausdrücklich vorgesehene Standorte
3.1. Positivkriterium in der Planungskonzeption
Die Planungskonzeption zum 1. Entwurf sieht in Abschnitt 2.1.3 Positivkriterien ausdrücklich vor:
"3. Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald"
Waldflächen sind damit kein Ausschlussgrund, sondern werden aktiv als geeignete Standorte in die Planung einbezogen. Die Begründung hierfür ist in der Planungskonzeption klar dargelegt:

  • Ermöglichung der Teilhabe für Gemeinden, in denen keine oder wenige andere geeignete Flächen zur Verfügung stehen

  • Nutzung von Waldflächen, die durch Sturm und Schädlingsbefall stark geschädigt sind

  • Waldumbau durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen statt Inanspruchnahme von

Ackerland
3.2. Rechtliche Grundlage
Die Nutzung von Waldflächen für Windenergie ist rechtlich zulässig. Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 27.09.2022 (Az. 1 BvR 2661/21) eine pauschale Unzulässigkeit von Windenergieanlagen in Wäldern als verfassungswidrig eingestuft.
Die Planungskonzeption führt hierzu aus:
"Obwohl § 8 Abs. 1 Satz 3 des LWaldG LSA 'Eine Umwandlung zur Errichtung von Windenergieanlagen ist nicht zulässig' bisher nicht weggefallen ist, hat sich die Regionalversammlung mit einem möglichen Suchraum in den Waldflächen befasst. Anlass ist der Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes vom 27.09.2022 (Az. 1 BvR 2661/21), der gleichlautenden Gesetzestext im Thüringer Waldgesetz als nichtig einstufte." Die Regionale Planungsgemeinschaft hat sich damit bewusst für die Einbeziehung von Waldflächen entschieden.
3.3. Ökologische Verträglichkeit

Die Planungskonzeption betont:

  • Vorzugsweise sollten Waldflächen genutzt werden, die durch Sturm und Schädlingsbefall stark geschädigt sind 

  • Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sollten zum Waldumbau genutzt werden

  • Nicht alle Waldflächen sind geeignet - besonders geschützte Waldgebiete (§§ 18, 19 LWaldG) sind ausgeschlossen

Das Gebiet Bräsen liegt nicht in besonders geschützten Waldgebieten und erfüllt damit die Voraussetzungen für eine verträgliche Waldnutzung.
4. Gleichbehandlung: Andere Waldgebiete im Regionalplan
Der 1. Entwurf des Sachlichen Teilplans enthält bereits mehrere Vorranggebiete, die ganz oder teilweise in Waldflächen liegen. Dies belegt, dass die Regionale Planungsgemeinschaft Waldstandorte grundsätzlich als geeignet bewertet.
4.1. Waldgebiete im 1. Entwurf
Folgende Vorranggebiete liegen ganz oder teilweise im Wald:
Bestandsgebiete:
Luko (Nr. XV, 296 ha) - Erweiterung Bestands-Vorranggebiet, teilweise im Wald, Gemeinde Coswig (Anhalt)
Linda (Nr. XII, 539 ha) - Bestandssicherung, teilweise im Wald
Listerfehrda (Nr. XIII, 383 ha) - Bestandssicherung
Neue Gebiete:
Mehrere der ausgewiesenen Vorranggebiete liegen ganz oder teilweise in Waldflächen 
Die Planungskonzeption weist darauf hin, dass insgesamt 2.737 ha der ausgewiesenen Vorranggebietsfläche im Wald liegen (von 7.051 ha Gesamtfläche = 38,8%). Gebot der Gleichbehandlung.
4.2. Gebot der Gleichbehandlung
Das Gebot der Gleichbehandlung erfordert, dass vergleichbare Sachverhalte gleichbehandelt
werden. Wenn Waldflächen an anderen Standorten als geeignet bewertet und als Vorranggebiete ausgewiesen wurden, muss dies auch für das Gebiet Bräsen gelten, sofern es die gleichen Voraussetzungen erfüllt.
Bräsen erfüllt alle Voraussetzungen, die auch für die anderen Waldgebiete gelten:

  • Nadel-/Nadelmischwald

  • Keine Ausschlusskriterien

  • Gute Windhöffigkeit

  • Unmittelbare Nähe zu bestehendem Vorranggebiet (Synergieeffekte)

Eine unterschiedliche Behandlung ohne sachlichen Grund würde gegen das Willkürverbot verstoßen.
5. Beitrag zur Erreichung der gesetzlichen Flächenziele

5.1. Flächenbeitragswerte WindBG
Die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg muss bis zum 31.12.2027 mindestens 1,9 % und bis zum 31.12.2032 mindestens 2,3 % ihrer Fläche als Windenergiegebiete ausweisen. Der 1. Entwurf sieht 7.051 ha vor (1,94 % der Regionsfläche). Dies liegt nur knapp über dem Mindestziel für 2027. Die Aufnahme des Gebiets Bräsen würde:

  • Einen größeren Puffer zur sicheren Zielerreichung schaffen

  • Redundanz bieten, falls andere Gebiete aus artenschutzrechtlichen oder anderen

  • Gründen wegfallen

  • Die Erreichung des Ziels für 2032 (2,3 %) unterstützen

5.2. Planungssicherheit und Rechtsicherheit
Je mehr geeignete Flächen ausgewiesen werden, desto sicherer ist die Erreichung der gesetzlichen Ziele. Ein Verfehlen der Flächenziele hätte gravierende Konsequenzen:
● Wegfall der räumlichen Steuerungswirkung (§ 249 Abs. 2 BauGB)
● Privilegierung von Windenergieanlagen im gesamten Außenbereich (§ 35 Abs. 1 Nr.
5 BauGB)
● Verlust des planerischen Schutzes für Anwohner (1.000-Meter-Abstand)
6. Wirtschaftliche und energiepolitische Bedeutung
6.1. Synergieeffekte im bestehenden Gebiet Luko
Die unmittelbare Nähe zum bestehenden Vorranggebiet Luko (Nr. XV) bietet erhebliche Vorteile:
Infrastruktur:

  • Nutzung bestehender Zuwegungen und Erschließung

  • Anbindung an vorhandene Netzinfrastruktur

  • Reduzierung von Erschließungskosten

Betrieb:

  • Gemeinsame Wartung und Service

  • Optimierung der Gesamtanlagensteuerung

  • Wirtschaftlichere Betriebsführung

Planung:

  • Bekannte Standortbedingungen (Wind, Boden, Umwelt)

  • Etablierte Akzeptanz vor Ort

  • Bereits vorhandene Infrastruktur für Bauphase

6.2. Energiepotenzial

Das Gebiet Bräsen kann bei Realisierung mit modernen Windenergieanlagen einen erheblichen Beitrag zur klimaneutralen Stromerzeugung leisten. Je nach Größe und Anzahl der Anlagen sind mehrere zehn Gigawattstunden pro Jahr realisierbar.
6.3. Regionale Wertschöpfung
Die anliegenden Gemeinde profitieren von einem weiteren Windenergieprojekt:
Kommunale Beteiligung gemäß Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz Sachsen-Anhalt:

  • Rd. 1.200.000 € jährlich freiverfügbare Finanzmittel

  • Zusätzliche Einnahmen zu den bereits vorhandenen Anlagen im Gebiet Luko

Weitere Effekte:

  • Gewerbesteuereinnahmen

  • Pachteinnahmen für Waldeigentümer

  • Wirtschaftlich diversifizierte Waldnutzung

  • Beitrag zum Waldumbau durch Kompensationsmaßnahmen

7. Argumente für Waldstandorte aus der Planungskonzeption
7.1. Flächenverfügbarkeit
"Die Nutzung von Waldflächen ermöglicht Gemeinden, in denen keine anderen geeigneten Flächen zur Verfügung stehen, die Teilhabe an der wirtschaftlichenNutzung." Coswig (Anhalt) gehört zu den Kommunen, in denen der Anteil der Potenzialflächen innerhalb von Waldgebieten größer ist als im Offenland. Gemäß Planungskonzeption werden in solchen Kommunen Waldflächen aktiv einbezogen.
7.2. Waldumbau und Klimaanpassung
"Vorzugsweise sollten Waldflächen für die Errichtung von WEA genutzt werden, welche durch Sturm und Schädlingsbefall stark geschädigt sind. Die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sollten zum Waldumbau genutzt werden und nicht auf Ackerflächen erfolgen."
Die Nutzung von Windenergie in Waldflächen kann aktiv zum klimaangepassten Waldumbau beitragen. Statt wertvoller Ackerflächen können Ausgleichsmaßnahmen im Wald selbst durchgeführt werden.
7.3. Kommunale Methodik
Die Planungskonzeption definiert klar, in welchen Kommunen Waldflächen einbezogen werden:
"Waldflächen innerhalb der Potenzialfläche werden dann in die weitere Auswahl einbezogen, wenn in der betreffenden Kommune der Anteil der Potenzialflächen innerhalb von Waldgebieten größer ist als im Offenland." Bspw. ist die Gemeinde Coswig (Anhalt) in der Liste der Kommunen ausdrücklich genannt, in denen Waldflächen einbezogen werden.
7.4. Einzelfallbewertung
Die Planungskonzeption sieht eine differenzierte Bewertung vor:

  • Nicht alle Waldflächen sind geeignet (besonders geschützte Waldgebiete sind ausgeschlossen)

  • Flächen mit mindestens zwei Schutz- und Nutzungsfunktionen wurden nicht berücksichtigt

  • Entscheidungshilfe zur klimaangepassten Baumartenwahl wird genutzt

Diese differenzierte Betrachtung zeigt, dass Waldflächen nicht pauschal ausgeschlossen, sondern im Einzelfall geprüft werden.
8. Verfahrensrechtliche Aspekte
8.1. Konsequente Anwendung der eigenen Methodik
Die Regionale Planungsgemeinschaft hat in der Planungskonzeption eine klare Methodik zur Auswahl von Vorranggebieten definiert. Diese sieht Waldflächen ausdrücklich als Positivkriterium vor.
Die konsequente Anwendung dieser Methodik erfordert, dass alle geeigneten Waldflächen geprüft und bei Eignung ausgewiesen werden - nicht nur einige ausgewählte.
8.2. Gebot der Konfliktbewältigung
Die Regionalplanung ist gemäß § 7 Abs. 2 ROG verpflichtet, öffentliche und private Belange gegeneinander und untereinander gerecht abzuwägen. Wenn Waldflächen grundsätzlich als geeignet angesehen werden (wie die Planungskonzeption zeigt), muss eine Nichtaufnahme eines konkreten Waldgebiets begründet werden. Eine pauschale Nichtberücksichtigung widerspricht der eigenen Methodik.
8.3. Transparenz und Gleichbehandlung
Das Transparenzgebot erfordert nachvollziehbare Planungsentscheidungen. Die Aufnahme einiger Waldgebiete bei gleichzeitiger Nichtaufnahme anderer geeigneter Waldgebiete ist nur dann rechtmäßig, wenn hierfür sachliche Gründe vorliegen. Für das Gebiet Bräsen sind keine Gründe ersichtlich, die gegen eine Aufnahme sprechen würden.

9. Zusammenfassung und Antrag
Zusammenfassend stellen wir fest:

  • Waldflächen als Positivkriterium: Die Planungskonzeption sieht Nadel- und Nadelmischwälder ausdrücklich als geeignete Standorte vor.

  • Eignung nachgewiesen: Das Gebiet Bräsen erfüllt alle Auswahlkriterien und liegt in keinem Ausschlusskriterium. Gleichbehandlung: Andere Waldgebiete wurden aufgenommen (u.a. Gebiet Linda mit 539 ha). Das Gebiet Bräsen muss gleich behandelt werden.

  • Rechtliche Grundlage: BVerfG hat pauschale Waldausschlüsse für verfassungswidrig erklärt. Planungskonzeption folgt dieser Rechtsprechung.

  • Beitrag zur Zielerreichung: Aufnahme erhöht Planungssicherheit für Erreichung der Flächenziele (1,9 % / 2,3 %).

  • Synergieeffekte: Unmittelbare Nähe zu bestehendem Gebiet Luko ermöglicht wirtschaftliche Vorteile.

  • Regionale Wertschöpfung: Kommunale Beteiligung, Gewerbesteuer, Pachteinnahmen, Beitrag zum Waldumbau.

  • Methodische Konsequenz: Eigene Planungskriterien erfordern Prüfung und Aufnahme aller geeigneten Waldflächen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche Bräsen nicht erforderlich. Gem. § 249 Absatz 6 ist es für die Rechtswirksamkeit des Plans unbeachtlich, ob und welche sonstigen Flächen im Planungsraum für die Ausweisung von Windenergiegebieten geeignet sind.

Zu 4. Richtig ist, dass das Vorranggebiet Luko außerhalb vom Wald ausgewiesen werden soll.

Insgesamt sind im 1. Entwurf des STP Wind 2027 ca. 671 ha Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie auf Waldflächen vorgesehen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001635_004 ID Stellungnehmer: 1001734
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Aken
Inhalt

Das Gebiet „Aken Heidehof“ mit einer Fläche von ca. 60 Hektar ist als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie in den Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg aufzunehmen. Hilfsweise beantragen wir, dass die Gründe für den Ausschluss des Gebiets transparent dargelegt und einer erneuten Abwägung unter Berücksichtigung der oben genannten Gesichtspunkte zugeführt werden.

Das Gebiet „Aken Heidehof" (siehe Abb. 1) war in der allgemeinen Planabsicht vom 03.03.2023 (mit 61 Hektar, Nr. 4) als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie vorgesehen. Im vorliegenden 1. Entwurf des Sachlichen Teilplans wurde dieses Gebiet jedoch nicht mehr aufgenommen. Eine Begründung für den Ausschluss ist weder im Textteil noch im Umweltbericht ersichtlich. Bei der Überprüfung der Gebietsabgrenzung haben wir auch mit Rückmeldung der Gemeinde Aken festgestellt, dass die aktuelle Abgrenzung zur Wohnbebauung im Wald nicht ausreichend berücksichtigt ist und damit gegen die von der Regionalen Planungsgemeinschaft selbst definierten Ausschlusskriterien verstößt.
Wir beantragen hiermit nicht nur die erneute Aufnahme, sondern auch eine Anpassung der  Gebietsabgrenzung des Vorranggebiets „Aken Heidehof" gemäß der dieser Stellungnahme beigefügten Kartendarstellung (siehe Abb. 1).
2. Erfüllung der planerischen Auswahlkriterien
Das Gebiet Aken Heidhof erfüllt die von der Regionalen Planungsgemeinschaft selbst definierten Auswahlkriterien für Vorranggebiete:
2.1. Festgestellter Planungsfehler
Gemäß der Planungskonzeption zum vorliegenden 1. Entwurf gilt für Siedlungsflächen mit überwiegender Wohn- und Erholungsnutzung sowie im Zusammenhang bebaute Ortslagen mit Wohnbebauung eine Tabuzone von 1.000 Metern.
Bei der aktuellen Abgrenzung des Gebiets „Aken Heidehof" wurde Wohnbebauung im Ortsteil Heidehof übersehen, sodass Teile des ausgewiesenen Vorranggebiets innerhalb des 1.000-Meter-Schutzpuffers liegen. Dies stellt einen methodischen Fehler dar, der zu einer fehlerhaften Gebietsabgrenzung führt.
2.2. Flächengröße
Durch die notwendige Anpassung verringert sich die Gebietsgröße gegenüber der ursprünglichen Planung von rd. 70 Hektar. Die verbleibende Fläche beträgt nach unserer Berechnung ca. 60 Hektar. Die angepasste Fläche überschreitet weiterhin deutlich die Mindestgröße von 20 Hektar und ermöglicht die Errichtung eines wirtschaftlich betreibbaren Windparks mit mindestens drei bis vier modernen Windenergieanlagen.
2.3. Übereinstimmung mit Ausschlusskriterien

Das Gebiet Aken Heidehof lag bereits in der ursprünglichen Suchraumkulisse und wurde nach Anwendung der „harten; und „weichen; Ausschlusskriterien des Sachlichen Teilplans Wind 2018 als geeignet identifiziert. Es liegt nicht in:

  • Mindestflächengröße (> 20 ha)

  • Abstand 1.000 m zu Siedlungsflächen mit Wohnbebauung

  • Abstand 500 m zu Wohnbebauung im Außenbereich

  • Keine Überschneidung mit Schutzgebieten (NSG, FFH, EU-SPA)

  • Keine Überschneidung mit Überschwemmungsgebieten (HQ100)

  • Keine Trinkwasserschutzzonen I und II

  • Keine Brutstandorte kollisionsgefährdeter Vogelarten innerhalb der Schutzradien

Die Tatsache, dass das Gebiet in der Planabsicht vom März 2023 enthalten war, belegt, dass es die methodischen Anforderungen der Regionalplanung erfüllt.
3. Beitrag zur Erreichung der gesetzlichen Flächenziele
Gemäß Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) und dem Kabinettsentwurf zur 2. Änderung des LEntwG LSA muss die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg bis zum31.12.2027 mindestens 1,9 % und bis zum 31.12.2032 mindestens 2,3 % ihrer Fläche als Windenergiegebiete ausweisen.
Mit der Planabsicht vom März 2023 (inkl. Aken Heidehof) wären insgesamt 2,73 % der Regionsfläche ausgewiesen worden – ein solider Puffer zur Zielerreichung. Der Ausschluss von Aken Heidehof (rd. 60 ha) reduziert diesen Spielraum unnötig und erhöht das Risiko, dass die Teilflächenziele verfehlt werden, insbesondere wenn andere Gebiete in nachfolgenden Verfahrensschritten aus artenschutzrechtlichen oder anderen Gründen herausfallen. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Klimabeschluss vom 24.03.2021 die Bedeutung des raschen Ausbaus erneuerbarer Energien für den Klimaschutz betont. Die Streichung geeigneter Flächen ohne triftige Gründe steht im Widerspruch zu diesem verfassungsrechtlichen Auftrag.
4. Wirtschaftliche und energiepolitische Bedeutung
4.1. Beitrag zur Energiewende
Sachsen-Anhalt ist ein Vorreiter beim Ausbau erneuerbarer Energien. Die Windenergie trägt bereits heute über 70 % zur erneuerbaren Stromerzeugung im Land bei. Das Gebiet Aken Heidehof kann bei Realisierung mit modernen Windenergieanlagen (z.B. 4 WEA je 7 MW) jährlich ca. 70 GWh klimaneutralen Strom erzeugen – genug für rund 22.000 Haushalte.
4.2. Regionale Wertschöpfung
Die Realisierung eines Windparks in Aken Heidehof würde erhebliche regionale Wertschöpfungseffekte generieren:

  • Kommunale Beteiligung: Nach §6 EEG und dem Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz Sachsen-Anhalt erhält Aken rd. 220.000 € pro Jahr.

  • Gewerbesteuer: Stärkung der kommunalen Finanzkraft

  • Pachteinnahmen: Langfristige Einkommensperspektiven für Flächeneigentümer

  • Aufträge: Für regionale Bau-, Tiefbau- und Wartungsunternehmen

4.3. Standortvorteil Deutschland/Europa
Als Volkswind GmbH setzen wir uns aktiv für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland ein. Die Planungssicherheit durch raumordnerische Ausweisung ist entscheidend für Investitionsentscheidungen. Der Ausschluss wirtschaftlich attraktiver Standorte wie Aken Heidehof sendet ein falsches Signal an Investoren und gefährdet die Erreichung der bundesdeutschen Ausbauziele (115 GW Windenergie an Land bis 2030).
5. Verfahrensrechtliche Aspekte
Die Streichung des Gebiets Aken Heidehof zwischen Planabsicht (März 2023) und 1. Entwurf (Juli 2025) erfolgte ohne erkennbare Begründung. Dies wirft Fragen zur Nachvollziehbarkeit und Transparenz des Planungsprozesses auf:
Abwägungsmangel: Es ist nicht ersichtlich, welche öffentlichen oder privaten Belange gegen die Aufnahme von Aken Heidehof sprechen.
Gebot der Konfliktbewältigung: Die Regionalplanung muss substantiiert darlegen, warum eine als grundsätzlich geeignet identifizierte Fläche ausgeschlossen wird.
Eine fundierte Einzelfallbewertung, wie sie für andere neue Vorranggebiete im Umweltbericht (Anhang 1) vorgenommen wurde, fehlt für Aken Heidehof vollständig.
6. Vergleich mit aufgenommen Gebieten
Im 1. Entwurf wurden zahlreiche neue Vorranggebiete mit vergleichbaren oder sogar kleineren Flächengrößen aufgenommen, z.B.:

  • Mühlstedt (26 ha) – identische Größe

  • Burgkemnitz (18 ha) – deutlich kleiner

  • Thießen (36 ha) – nur geringfügig größer

Es ist nicht nachvollziehbar, warum diese Gebiete aufgenommen wurden, Aken Heidehof jedoch nicht, obwohl es bereits in der Planabsicht enthalten und damit grundsätzlich alsgeeignet bewertet war.
7. Zusammenfassung und Antrag
Zusammenfassend sprechen folgende Gründe für die Wiederaufnahme des Gebiets Aken Heidehof:

  • Erfüllung aller planerischen Kriterien (Mindestgröße, Ausschlusskriterien)

  • Beitrag zur sicheren Zielerreichung gemäß WindBG

  • Hohe wirtschaftliche und energiepolitische Bedeutung

  • Regionale Wertschöpfung und kommunale Beteiligung

  • Transparenz und Gleichbehandlung im Planungsverfahren

  • Verfassungsrechtlicher Klimaschutzauftrag

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche Aken nicht erforderlich.

zu 5. Gem. § 249 Absatz 6 BauGB ist es für die Rechtswirksamkeit des Plans hingegen unbeachtlich, ob und welche sonstigen Flächen im Planungsraum für die Ausweisung von Windenergiegebieten geeignet sind. 

zu 6. Die zum Vergleich angeführten Flächen in Mühlstedt, Burgkemnitz und Thießen sind kein Planinhalt.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001637 ID Stellungnehmer: 1001771
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001637_001 ID Stellungnehmer: 1001771
Planungskonzeption
Inhalt

Im Gebiet der Einheitsgemeinde Zerbst/Anhalt wurden im Sachlichen Teilplan Wind 2018 bereits 3 Vorranggebiete ausgewiesen, diese sollen erweitert werden. Der Erweiterung der Vorranggebiete soll auf eine Gesamtfläche von 889 ha erfolgen. Das Flächenziel von 1,9 % wäre für das gesamte Stadtgebiet der Einheitsgemeinde Zerbst/Anhalt (46.700 ha) damit erreicht, wird aber nicht vollumfänglich von der Stadt
Zerbst/Anhalt unterstützt.

Die Stadt Zerbst/Anhalt ist stets bereit, ihren Beitrag am Ausbau regenerativer Energieerzeugungs-anlagen zu leisten, jedoch nicht auf dem Rücken unserer betroffenen Einwohner. Wir sehen es zudem als kritisch und nicht nachvollziehbar an, dass durch den Gesetzgeber hier einseitig und ausschließlich Windenergieanlagen betrachtet werden und nicht die Summe aller möglichen regenerativen Energieerzeugungsanlagen. Gerade in Bezug auf die von der Stadt Zerbst/Anhalt vorgenommene Angebotsplanung für Freiflächenphotovoltaikanlagen mit erheblichen Zubaupotenzial und die großen Reserven bei der Nutzung von Dachflächen, lassen diese Herangehensweise in hohem Maße unausgewogen und einseitig erscheinen.

Unter Berücksichtigung der vorgebrachten Einwände und der Tatsache, dass die Stadt Zerbst/Anhalt mit den bestehenden Windeignungsgebieten und der Angebotsplanung für Freiflächenphotovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen bereits einen erheblichen Beitrag zur potenziellen Erzeugung erneuerbarer Energien beiträgt, bitten wir, den 1. Entwurf zum Sachlichen Teilplan Wind 2027 im Sinne aller Beteiligten für das Gebiet der Einheitsgemeinde Zerbst/Anhalt zu überarbeiten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Allerdings ist eine Gleichverteilung im Sinne eines Herunterbrechens des Flächenbeitragwertes auf jede Kommune der Planungsregion aufgrund der fachrechtlichen und naturräumlichen Gegebenheiten nicht möglich, sodass innerhalb der Planungsregion nur mit dem Solidarprinzip der geforderte Flächenbeitragswert von mindestens 1,9 % (bis 31.12.2027) bzw. 2,3 % (bis 31.12.2032) erreicht werden kann.

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001637_002 ID Stellungnehmer: 1001771
Planungskonzeption
Inhalt

Verweis auf den fehlenden Netzausbau. Derzeitig stehen nicht genügend Kapazitäten zur Verfügung, den erzeugten Strom in die bestehenden Netze einzuspeisen. Demnach ist es als mangelhaft zu betrachten, dass für die ausgewiesenen Vorranggebiete Wind die Netzkapazität nicht geprüft wird. Auch wenn hierbei nicht konkret auf die Anzahl und Nennleistung der geplanten Anlagen abgezielt werden kann, so wird in diesem Raumordnungsverfahren eine Flächengröße festgesetzt, anhand derer die Netzbetreiber eine Plausibilitätsprüfung vornehmen könnten. Hingegen wird im Kriterienkatalog zur vorgenannten Angebotsplanung zwingend der Nachweis des Netzbetreibers zur Energieeinspeisung vom Investor verlangt. Liegt dieser nicht vor, wird kein Bauleitplanverfahren eingeleitet.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die Belange des Netzausbaus sind kein Regelungsinhalt des vorliegenden Plans. Der Anlagenbetreiber hat gem. § 8 Absatz 1 EEG 2023 ein Recht auf Anschluss am technisch und gesamtwirtschaftlich günstigsten Netzverknüpfungspunkt. Es besteht eine Pflicht zum Netzanschluss auch dann, wenn die Abnahme des Stroms erst durch Netzerweiterungsmaßnahmen gemäß § 12 EEG möglich wird. Diese Belange sind erst auf Ebene des Vorhabenzulassungsverfahrens bzw. Bebauungsplans zu klären, wenn die Standorte, Anzahl und installierte Leistung der Windenergieanlagen feststehen.

Für die Errichtung von Windenergieanlagen ist in einem Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie kein Bebauungsplan notwendig. 

StN-ID: 1001637_003 ID Stellungnehmer: 1001771
Windenergie 2027
Inhalt

Es ist zwar zu begrüßen, dass die Bundesregierung die Beschleunigung des Ausbaus der Stromnetze beschlossen hat. Doch zu wessen Lasten? Der Anteil der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien soll zunehmen, damit wird der
Netzausbau unumgänglich. Die dadurch entstehenden Netzausbaukosten lasten, in Form von höheren Netzentgelten, auf den Schultern der Bürger in deren unmittelbaren Bereichen der Strom erzeugt und eingespeist wird. Wesentlich ist hier, dass dieser Strom nicht in der Region verbleibt, sondern in die südwestlichen Bundesländer abgeführt wird. Diese ungleiche Mehrbelastung ist nicht akzeptabel und unseren Bürgern nicht vermittelbar. Das vom Gesetzgeber eingeforderte Akzeptieren des weiteren Zubaus an Windenergieanlagen unter Inkaufnahme von gesundheitlichen
Risiken, Wertverlusten an Grundstücken bei gleichzeitig steigenden Netzentgelten in Folge des erforderlichen Netzausbaues gefährdet den sozialen Frieden in der Bundesrepublik und insbesondere die erforderliche breite Akzeptanz beim Umbau der Energieinfrastruktur.
Inwieweit das Beteiligungs- und Akzeptanzgesetz des Landes Sachsen — Anhalt, welches die Landesregierung verabschiedet hat, darauf Einfluss nimmt, dass die Bürger den Ausbau mit erneuerbaren Energien und den damit im Zusammenhang stehenden Netzausbau billigen, wird sich erst in der naheliegenden Zukunft zeigen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001637_004 ID Stellungnehmer: 1001771
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIX Zerbst Flugplatz
Inhalt

Die Hinzuziehung der ergänzenden Gebiete im Umfeld des ehem. Militärflugplatzes bei Zerbst (XXIX) entspricht der Intention der Stadt Zerbst/Anhalt, die bereits ausgewiesenen Vorranggebieten in einem vertretbaren Ausmaß zu erweitern.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001637_005 ID Stellungnehmer: 1001771
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIII Straguth
Inhalt

Die Hinzuziehung der Ergänzungsfläche in Straguth (XXIII) entspricht der Intention der Stadt Zerbst/Anhalt, die bereits ausgewiesenen Vorranggebieten in einem vertretbaren Ausmaß zu erweitern.

Die Berücksichtigung eines Teils des Bebauungsplanbereiches für Windkraftanlagen im Bereich Straguth, welcher zurzeit noch eine Höhenbegrenzung festsetzt und Abstände unter 1.000 m zu Wohnbereichen aufweist, befürwortet die Stadt Zerbst/Anhalt. Dieser Bebauungsplan wird aus den vorgenannten Gründen aufgehoben, so dass zukünftig außerhalb des Vorranggebietes keine Anlagen errichtet werden dürfen. Positiv zu bewerten ist auch, dass dann ein Mindestabstand von 1.000 m zur Wohnbebauung eingehalten wird.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001637_006 ID Stellungnehmer: 1001771
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VIII Güterglück
Inhalt

Die Stadt Zerbst/Anhalt lehnt die Erweiterung des Vorranggebietes Güterglück (VIII) ab. Das Gebiet VIII ist vollumfänglich zu streichen. Die betroffenen und angrenzenden Ortschaften Güterglück, Gödnitz, Gehrden, Walternienburg als auch die Ortschaft Hohenlepte lehnen diese geplante Erweiterung ab, da diese bereits mit dem Sachlichen Teilplan „Wind“ 2018 und der daraus erfolgten Genehmigung nach BImSchG zur Errichtung von 13 Windkraftanlagen über alle Maße vorbelastet sind.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen entsprechend der Planungskonzeption rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden.

Die Stadt Zerbst/Anhalt hat nach Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht in ihrer Stellungnahme vom 19.5.2023 die geringfügige Erweiterung des Vorranggebietes Güterglück für plausibel gehalten, da es den Intentionen der Stadt entspricht, die bereits ausgewiesenen Vorranggebiete in einem vertretbaren Ausmaß zu erweitern.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001637_007 ID Stellungnehmer: 1001771
Planungskonzeption
Inhalt

Wiederum bekräftigen wir unseren Standpunkt, Waldflächen auch zukünftig nicht in die Suchraumkulisse aufzunehmen, obwohl das Waldgesetz des Landes Sachsen-Anhalt dies nicht mehr ausschließt.
Nach mehreren Jahren mit extremem Windbruch, langen Trockenperioden und erhöhtem Schädlingsbefall sind die Waldbestände in einem desolaten Zustand und bedürfen einer dringenden Aufforstung, um das Ökosystem Wald wiederherzustellen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Vorranggebieten für Forstwirtschaft und in Vorranggebieten für Wassergewinnung in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001637_008 ID Stellungnehmer: 1001771
Windenergie 2027
Inhalt

Im Vorverfahren zur Suchraumkulisse für den Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt - Bitterfeld - Wittenberg“ verfolgte die RPG bereits das Ziel, den höheren Flächenbeitragswert von 2,3 % zu erreichen, obwohl dies von Gesetzeswegen nicht notwendig wurde.
Die Stadt Zerbst/Anhalt begrüßt, dass die Regionalversammlung der Planungsregion Anhalt — Bitterfeld — Wittenberg in der Sitzung am 27. Juni 2025 sich dazu entschieden hat, das verbindliche Flächenziel für den Sachlichen Teilplan Wind 2027 von geplanten 2,3 % auf die bis zum 31. Dezember 2027 gesetzlich vorgeschriebene Fläche von 1,9 % zu reduzieren. Diese Entscheidung verschafft der Stadt Zerbst/Anhalt, gemeinsam mit der Regionalen Planungsgemeinschaft, den notwendigen Zeitraum, um nach weiteren möglichen Flächenpotenzialen zu recherchieren, welche in der Bevölkerung ie notwendige Akzeptanz finden. Des Weiteren kann somit besser auf mögliche Abweichungen des Flächenzieles 2032 eingegangen werden, falls sich Veränderungen der politisch festgelegten Ziele ergeben sollten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001637_009 ID Stellungnehmer: 1001771
Planungskonzeption
Inhalt

Die von der RPG Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg vorgeschlagenen Vorranggebiete Wind befinden sich im direkten Umfeld des Europäischen Vogelschutzgebietes (EU-SPA) Zerbster Land und somit vollständig innerhalb der Einstandsgebiete und Flugkorridore der Großtrappe. Diese Kulisse ist nach „Leitfaden Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt“ von Windenergieanlagen (WEA) freizuhalten.
Bezogen auf die Avifauna sind hier erhebliche Konflikte durch geplante Windenergieanlagen und negative Wirkungen auf das EU-Vogelschutzgebiet Zerbster Land zu erwarten. Die Ausweisung des Vogelschutzgebietes nach der EU-Vogelschutzrichtlinie erfolgte im Hinblick auf die überregionale Bedeutung als eines der letzten Einstandsgebiete der Großtrappe in Deutschland sowie als Zugrastgebiet insbesondere für Tundrasaatgans und Goldregenpfeifer. Es verpflichtet zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes für diese und weitere wertgebende Vogelarten nach Anhang | und Artikel 4.3 der EU-Vogelschutzrichtlinie.
Für die global gefährdete Großtrappe stellt das EU-Vogelschutzgebiet Zerbster Land eines von nur noch vier verbliebenen Einstandsgebieten der Art in Deutschland dar. Durch ein im Jahr 2021 mit erheblichen Landes- und EU-Mitteln begonnenes Wiederansiedlungsprojekt soll für die zwischenzeitlich als Brutvogel im Zerbster Land
ausgestorbene Art hier wieder ein stabiler Brutbestand etabliert werden. Mittlerweile leben die ersten hier wiederangesiedelten Großtrappen im Gebiet.
Daneben suchen immer wieder Vögel der anderen Einstandsgebiete das Zerbster Land auf. Vorhaben, die ein Misslingen des Ziels der Etablierung der Art zur Folge haben könnten, gilt es daher dringend zu vermeiden. Ein solcher Negativfaktor kann die Errichtung von Windkraftanlagen sein, da solche (auch ehemals intensiv von Großtrappen genutzte) Bereiche weiträumig gemieden werden (z.B. Windpark Zitz am EU-SPA Fiener Bruch) und Windparks Barrieren darstellen können, die den Austausch zwischen Teillebensräumen oder Einstandsgebieten einschränken können. Der Leitfaden Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt sieht daher vor, dass sowohl Einstandsgebiete als auch die Flugkorridore der Großtrappe bei der Planung weiterer Windenergieanlagen maßgeblich zu berücksichtigen sind.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Bei der Großtrappe handelt es sich gemäß Anlage 1 zu § 45b BNatSchG nicht um eine kollisionsgefährdete Brutvogelart. Das EU SPA Zerbster Land wurde ausgewiesen zum Schutz der Anh. I Vogelarten. Diese Flächen wurden entsprechend der Ausschlusskriterien von einer Windenergienutzung ausgeschlossen. Weitere Gebiete sind von der Fachbehörde nicht als EU-SPA gemeldet worden. Mit der Ausweisung von EU-SPA ist dem Schutz der Anhang I Vogelarten Genüge getan. Auf Ebene der Vorhabensgenehmigung besteht weiterhin die Möglichkeit, den Erhaltungszustand über entsprechende Maßnahmen zu stabilisieren.

Der Leitfaden "Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt" (Bek. des MULE vom 09.04.2019, MBl. 29. Jg. Nr. 27, S. 273 v. 29.07.2019) wurde durch die Bundesgesetzgebung durch die abschließende Liste schlaggefährdeter Brutvogelarten gem. Anlage I i.V.m. § 45b BNatSchG überholt und hat, wie die Empfehlungen der Länderarbeitsgemeinschaft Vogelschutzwarten (LAG VSW), keine Rechtsverbindlichkeit.

Das Projekt zur Wiederansiedlung der Großtrappe wurde nach der Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie im STP Wind 2018 gestartet. Für die Errichtung und Betrieb eines Windpark mit 13 Windenergieanlagen im Vorranggebiet Güterglück liegt eine BImSchG-Genehmigung vor. Die Windparks Straguth und Zerbst Flugplatz genießen Bestandsschutz.

Das Kerngebiet für die geplante Wiederansiedlung der Großtrappe im NSG Osterwesten liegt nordöstlich des Vorranggebietes Güterglück in 5,3 km Entfernung. Aufgrund der Abstände ist ein negativer Einfluss von WEA innerhalb des Vorranggebietes auf das Wiederansiedlungsprojekt nicht zu erwarten. Dazwischen befinden sich zahlreiche optische Barrieren, z.B. Schienentrasse Zerbst-Gommern und B 184.

Die Flugkorridore der Großtrappe werden nicht berücksichtigt, da deren Freihaltung aufgrund des bestehenden Rechtsrahmens unbegründet ist, bzw. der im Außenbereich privilegierten Windenergienutzung nicht entgegensteht. Die Errichtung und der Betrieb von Anlagen sowie den dazugehörigen Nebenanlagen erneuerbarer Energien liegen gemäß § 2 EEG im überragenden öffentlichen Interesse und dienen der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit. Durch die Freihaltebereiche entsprechend der Auswahlkriterien (siehe Planungskonzeption) werden die Auswirkungen von Windenergieanlagen hinreichend gemindert.

Die Belange des Artenschutzes sind im Vorhabenzulassungsverfahren zu prüfen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001637_010 ID Stellungnehmer: 1001771
4.4 Ziele und Grundsätze zur entwicklung der Freiraumstruktur > Z 4.4.2.1-17 Nr. III zu Z 4.3.4-2 Nr. VIII Güterglück
Inhalt

Das vorhandene Vorranggebiet Landwirtschaft um 57 ha zu reduzieren, in einer Zeit in der die Diskussion um den Verlust wertvoller Anbauflächen präsenter ist denn je, kann von der Stadt Zerbst/Anhalt nicht mitgetragen werden. Der Standort bietet hier Böden von 40 bis über 80 Bodenpunkte und verfügt damit über die wertvollsten Böden der Einheitsgemeinde an sich. Das „Zerbster Ackerland“ bürgt hier für eine sehr hohe Bodenqualität, welche der Landwirtschaft nicht noch zusätzlich entzogen werden soll. 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die landwirtschaftliche Nutzung kann ohne weiteres innerhalb eines Windenergiegebietes auf den übrigen Flächen ausgeübt werden. Eine einzelne Windenergieanlage samt Fundament, Kranstellfläche und Zuwegung versiegelt im Schnitt rund 0,5 ha an landwirtschaftlicher Fläche während ihrer Betriebszeit dauerhaft (siehe FA Wind 2023, 15. In: https://www.fachagentur-windenergie.de/fileadmin/files/Windenergie_im_Wald/FA-Wind_Analyse_Wind_im_Wald_8Auflage_2023.pdf). Aufgrund der erforderlichen Abstände der Windenergieanlagen untereinander, die i.d.R. das Fünffache des Rotordurchmessers in Hauptwindrichtung und das Dreifache in Nebenwindrichtung betragen, ist die Errichtung von Windenergieanlagen auf eine begrenzte Anzahl beschränkt. Unter Ausnutzung vorhandener Straßen- und Wegebeziehungen können die Flächenverluste der landwirtschaftlichen Nutzflächen minimiert werden. Die daraus resultierende dauerhafte Versiegelung landwirtschaftlicher Fläche während der Betriebsphase der Windenenergieanlagen ist somit auf wenige Hektar begrenzt. Insgesamt kann konstatiert werden, dass die landwirtschaftliche Nutzung der Windenergienutzung strukturell nicht entgegensteht.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001638 ID Stellungnehmer: 1001773
Windenergie 2027
Inhalt

Sehr geehrte Damen und Herren, 

anbei erhalten Sie die Stellung der Firma GP JOULE Projects GmbH & Co. KG zur Neuaufstellung des Raumordnungsplans Sachlicher Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" mit der Bitte um Berücksichtigung unserer Anregungen im Weiteren Verfahren. 

Mit freundlichen Grüße

Björn Vordermeier

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001638_001 ID Stellungnehmer: 1001773
Windenergie 2027
Inhalt

Die Neuaufstellung des Sachlichen Teilplans wird ausdrücklich begrüßt und unterstützt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001638_002 ID Stellungnehmer: 1001773
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VI Gölzau Ost
Inhalt

Im Rahmen des integrierten Energiekonzepts beabsichtigt die Fa. GP Joule Projects GmbH & Co. KG in Kooperation mit der Stadt Südliches Anhalt die Errichtung von Windenergieanlagen im Vorranggebiet VI Gölzau Ost. Die im Entwurf dargestellten Flächen decken sich weitgehend mit den von der Stadt Südliches Anhalt im Rahmen der Zielabweichungsverfahren beantragten Flächenkulissen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001638_003 ID Stellungnehmer: 1001773
Windenergie 2027
Inhalt

Im Rahmen des integrierten Energiekonzepts beabsichtigt die.... n Kooperation mit der Stadt Südliches Anhalt die Errichtung von Windenergieanlagen im Vorranggebiet VII Gröbzig/Dohndorf. Die im Entwurf dargestellten Flächen decken sich weitgehend mit den von der Stadt Südliches Anhalt im Rahmen der Zielabweichungsverfahren beantragten Flächenkulissen.

Das Vorranggebiet wurde gegenüber dem ursprünglichen Antrag vergrößert. Diese Erweiterung wird ausdrücklich begrüßt, da in diesem Bereich bestehende Infrastruktureinschränkungen, insbesondere durch vorhandene Gasleitung sowie mehrere Richtfunktrassen, die technische Layoutplanung erheblich begrenzen. Die größere Flächenkulisse trägt somit zu einer verbesserten planerischen Umsetzbarkeit der Windenergienutzung bei.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001638_004 ID Stellungnehmer: 1001773
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVI Piethen
Inhalt

Im Rahmen des integrierten Energiekonzepts beabsichtigt ... in Kooperation mit der Stadt Südliches Anhalt die Errichtung von Windenergieanlagen im Vorranggebiet XVI Piethen. Die im Entwurf dargestellten Flächen decken sich weitgehend mit den von der Stadt Südliches Anhalt im Rahmen der Zielabweichungsverfahren beantragten Flächenkulissen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001638_005 ID Stellungnehmer: 1001773
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVIII Prosigk
Inhalt

Im Rahmen des integrierten Energiekonzepts beabsichtigt die Fa. GP Joule Projects GmbH & Co. KG in Kooperation mit der Stadt Südliches Anhalt die Errichtung von Windenergieanlagen im Vorranggebiet XVIII Prosigk. Die im Entwurf dargestellten Flächen decken sich weitgehend mit den von der Stadt Südliches Anhalt im Rahmen der Zielabweichungsverfahren beantragten Flächenkulissen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001638_006 ID Stellungnehmer: 1001773
Umweltbericht
Inhalt

Ausweisung von Beschleunigungsgebieten gem. RED III

Gem. § 28 ROG vom 01.08.2025 sind Vorranggebiete für die Windenergienutzung grundsätzlich als Beschleunigungsgebiete auszuweisen, sofern keine Ausschlussgründe nach Satz 2 (u.a. Natura 2000- und FFH-Gebiete sowie Gebiete mit landesweit bedeutenden Vorkommen geschützter Arten) entgegenstehen. Die im Anhang 1 zum Umweltbericht enthaltene Vorprüfung der Vorranggebiete VI, VII, XVI und XVIII ergab lediglich geringe bis mittlere Umweltauswirkungen, sodass die Vorausseztungen für eine Ausweisung als Beschleunigungsgebiete grundsätzlich vorliegen.

Die Regionale Planungsgemeinschaft hat in der Sitzung am 19.09.2025 mitgeteilt, dass die Festlegung der Beschleunigungsgebiet erst in einem gesonderten nachfolgenden Verfahren gem. § 28 Absatz 5 ROG erfolgen soll. Hierdurch entfällt vorerst die Anwendbarkeit der Verfahrensbeschleunigung nach § 6b WindBG. 

Es wird gebeten, sofern eine erneute Beteiligung der TÖB und Öffentlichkeit erforderlich ist, eine Deklarierung der Beschleunigungsgebiete im laufenden Verfahren vorzunehmen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Hinsichtlich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale PLanungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

StN-ID: 1001638_007 ID Stellungnehmer: 1001773
Umweltbericht
Inhalt

Widerspruch zu Umweltbericht Kapitel 8

Es wird ausgeführt, dass die Bewertung der Umweltauswirkungen aufgrund des fehlenden Projektbezugs und des großmaßstäblichen Darstellungsniveaus (1:100.000) nur eingeschränkt möglich sei. Zudem werde auf die Problematik häufig wechselnder Brutplätze einzelner Vogelarten hingewiesen, weshalb im Zuge der Genehmigungsplanung vor Errichtung von Windenergieanlagen die Erstellung eines avifaunistischen Gutachtens gefordert werde.

Diese Forderung steht im Widerspruch zu § 6a WindBG, wonach in Beschleunigungsgebieten keine verpflichtenden Gutachten einzureichen sind. Sofern die Ausweisung der Beschleunigungsgebiete in einem gesonderten Verfahren erfolgt, richtet sich das Genehmigungsverfahren nach den Regelungen des BImSchG und BNatSchG. In diesem Rahmen werden erforderlichen avifaunistischen Untersuchungen bereits im Zuge der Genehmigung durchgeführt. Da die immissionsschutzrechtlichen Genehmigungen gem. § 18 BImSchG i.d.R. eine Gültigkeit von drei Jahren besitzen und dieser Zeitraum regelmäßig den Realisierungsfristen (EEG-Ausschreibungen, Netzanschluss, Lieferzeiten) entspricht, besteht keine rechtliche Grundlage für die Forderung eines zusätzlichen avifaunistischen Gutachtens unmittelbar vor Errichtung der Anlagen. Diese Anforderung würde den gesetzgeberischen Beschleunigungszielen des Windenergieausbaus zuwiderlaufen. Die Forderung, dass vor Errichtung erneut ein avifaunistisches Gutachten erstellt werden soll, entbehrt der juristischen Grundlage. 

Es wird angeregt, den letzten Satz des Abschnitts ("Deshalb ist im Zuge der Genehmigungsplanung unmittelbar vor der Errichtung von Windkraftanlagen ein avifaunistisches Gutachten zu erstellen.") zu streichen.

Ob und in welche Umfang avifaunistische Gutachten zu erstellen und in einem etwaigen Genehmigungsverfahren anzuhängen sind, wird nicht auf Ebene der Regionalplanung entschieden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Bis zur Ausweisung von Beschleunigungsgebieten sind im Rahmen des Vorhabenzulassung in der Regel avifaunistische Gutachten beizubringen. Die Formulierung "[...]unmittelbar vor Errichtung von Windkraftanlagen[...]" wirkt missverständlich und wird wie folgt angepasst: "Deshalb sind bis zur Ausweisung von Beschleunigungsgebieten i.d.R. avifaunistische Gutachten im Zuge der Genehmigungsplanung zu erbringen."

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001638_008 ID Stellungnehmer: 1001773
Windenergie 2027
Inhalt

Es wäre wünschenswert, die Erreichung der vollständigen Flächenziele im Rahmen eines einheitlichen, einmaligen Planverfahrens anzustreben, anstatt ein weiteres Verfahren zur Umsetzung der Flächenziele bis 2032 eröffnen zu müssen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die gesetzlichen Regelungen des § 3 Absatz 1 Anlage Spalte 1 WindBG und §9a Anlage Spalte 1 LEntwG LSA sehen die Möglichkeit der Erreichung von Teilflächenzielen vor. Zur Sicherung der Akzeptanz des Ausbaus der Windenergienutzung ist es planerischer Wille der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg, zunächst den Flächenbeitragswert für den Stichtag 31.12.2027 zu erreichen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001639 ID Stellungnehmer: 1001774
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

siehe Anschreiben

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001639_001 ID Stellungnehmer: 1001774
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Windenergieanlagen (WEA) sind nach § 35 (1) BauGB zulässig, wenn sie öffentlichen Belangen nicht entgegenstehen und die ausreichende Erschließung gesichert ist. Im ausgewiesenen und neu geplanten Vorranggebiet XIX stehen öffentliche Belange entgegen.

Eine Beeinträchtigung öffentlicher Belange gem. § 35 (3) BauGB liegt insbesondere vor, wenn das Vorhaben
- schädliche Umwelteinwirkungen hervorrufen kann oder ihnen ausgesetzt wird,
- unwirtschaftliche Aufwendungen für Straßen oder andere Verkehrseinrichtungen, für Anlagen der Versorgung oder Entsorgung, für die Sicherheit oder Gesundheit oder für sonstige Aufgaben erfordert,
- Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege, des Bodenschutzes, des Denkmalschutzes oder die natürliche Eigenart der Landschaft und ihren Erholungswert beeinträchtigt oder das Orts- und Landschaftsbild verunstaltet.
Das Vorranggebiet, welches die Belange der Stadt Gräfenhainichen tangiert, liegt im LSG/Naturpark „Dübener Heide“. Dieser beschreibt sich wie folgt:
„Im Naturpark Dübener Heide, dem größten Mischwald in Mitteldeutschland, erwartet Sie eine eiszeitlich geprägte Hügellandschaft mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Die Flusslandschaft zwischen Elbe und Mulde ist gezeichnet von unberührten Mooren, urigen Heidebächen und verwunschenen Weihern. Unter mächtigen Buchen und Eichen glänzt das Moos, Kraniche und Seeadler kreisen in der klaren Luft und im Sommer duftet es nach Kiefern und Heidekraut. Über die 77.000 Hektar des Naturparks ziehen sich ausgedehnte Waldgebiete und artenreiche Wiesen.“
Im Naturpark leben 56 Arten, die sich auf der Fauna- Flora- Habitat- Richtlinie finden. Davon zählen 21 zu den Säugetieren, 14 zu den Amphibien/ Reptilien, 11 zu den Insekten. Sieben sind Fischarten und drei Krebstiere. Schützenswerte Arten nach der Vogelschutzrichtlinie gibt es 36.
Die Tierwelt des Naturparks „Dübener Heide“ besticht durch Rothirsch, Wildschwein, Dachs und Fledermäuse. Feldhase, Biber und Zwergmaus kommen ebenso vor. In der Vogelwelt sind Fischadler, Seeadler, Schwarzstorch, Kranich, Schwarzspecht, Hohltaube, Rauhfußkauz, Zwergschnäpper, Bekassine, Gebirgsstelze, Braunkehlchen, Wiesenpiper, Schafstelze und Heidelerche anzutreffen.

Ein besonderer Schutzbedarf besteht bei den Arten Biber, Wolf, Wildkatze, Kranich, Schwarzstorch, Fledermäuse, Bachforelle, Bachneunauge, Eremit, Hirschkäfer, Edelkrebs, Grüner Keiljungfer sowie den moorbewohnenden Moosjungfern. Wildbienen sind eine bedeutsame Zielartengruppe für den Erhalt und die Entwicklung strukturreicher, offener Kulturlandschaften. Im Gebiet XIX ist zudem eine Rotmilanpopulation ansässig (Greifvogelmonitoring in Sachsen-Anhalt).

Die geplante Errichtung der Vorrangfläche Schmerz (Gebiet XIX) muss aus mehreren Gründen kritisch hinterfragt werden. Zwar sind Windkraftanlagen grundsätzlich eine wichtige Maßnahme zur Förderung erneuerbarer Energien, jedoch bringt die Ausweisung dieser Fläche/ der spätere Bau dieser Windkraftanlagen eine Reihe von Problemen mit sich, die nicht unbeachtet bleiben dürfen:
1. Negative Auswirkungen auf die Natur und Tierwelt: Die geplante Windkraftanlage würde in unmittelbarer Nähe eines Naturschutzgebietes errichtet werden. Dies hat nicht nur das Potenzial, das Landschaftsbild erheblich zu verändern, sondern könnte auch zu erheblichen Störungen des lokalen Ökosystems führen. Besonders Vögel und Fledermäuse sind durch Windräder gefährdet. Diese Gefahr ist besonders relevant in Gebieten, in denen sich seltene oder bedrohte Arten aufhalten.
2. Lärmbelästigung: Windkraftanlagen erzeugen durch die Rotoren und den Wind eine ständige Geräuschkulisse, die für Anwohner der umliegenden Ortschaften eine erhebliche Beeinträchtigung darstellen kann. Gerade in ländlichen Gebieten, in denen in der Regel eine hohe Lebensqualität durch Ruhe und Naturverbundenheit herrscht, stellt der Lärm von Windkraftanlagen eine unzumutbare Belastung dar. Studien zeigen, dass der kontinuierliche Geräuschpegel zu gesundheitlichen Problemen wie Schlafstörungen und Stress führen kann.
3. Beeinträchtigung des Landschaftsbildes: Die markanten Windräder würden als Fremdkörper in die Umgebung eingreifen, die für Tourismus und lokale Identität von Bedeutung ist. Gerade in Gebieten mit hohen touristischen Werten, wie hier, kann dies langfristig zu einem Rückgang des Besucherinteresses führen und die lokale Wirtschaft negativ beeinflussen. Darüber hinaus wurde in der Verordnung zum Naturpark Dübener Heide der Erhalt des Landschaftsbildes als eines der Ziele festgehalten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Verordnung des Naturparks schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Naturparke bestehen überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten. Sie dienen u.a. der Entwicklung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft. In ihnen ist eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung fördert. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. In Naturparks sind über die Landschafts- und Naturschutzgebiete hinaus weitere Flächen einbezogen, die unter Berücksichtigung der rechtlichen und planerischen Restriktionen für die Windenergienutzung in Frage kommen.

zu 1. Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Gemäß der aktuellen Daten des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt befindet sich innerhalb des Vorranggebietes "Schmerz" kein Brutstandort des Rotmilans. Das Naturschutzgebiet Jösigk befindet sich in ca. 850 m Entfernung. Die Belange des Artenschutzes (z.B. Fledermäuse, Vögel) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

zu 2. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

zu 3. Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001639_002 ID Stellungnehmer: 1001774
Planungskonzeption
Inhalt

Die Stadt Gräfenhainichen hat sich im Jahr 2022 gegen die Errichtung von Windenergieanlagen in Waldgebieten entschieden.

Wälder sind für den Schutz von Natur- und Artenvielfalt, Wasserspeicherung und Bodenschutz von größter Bedeutung. Wälder stellen komplexe Ökosysteme dar und bieten Lebensräume für viele verschiedene, teilweise geschützte und gefährdete Arten.

Zum Schutz ihrer Lebensstätten und Vermeidung von erheblichen Störungen oder Tötung und Verletzung sind die betroffenen Arten und Artengruppen vor der Errichtung von Windenergieanlagen (WEA) besonders sorgfältig zu untersuchen. Hierbei ist zu klären, ob und inwieweit mit der Errichtung und dem Betrieb von Windenergieanlagen im Wald gegen das Tötungsverbot (§ 44 Abs. 1 Nr.1 BNatSchG), das Störungsverbot (§ 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG) sowie das Verbot der Beschädigung oder Zerstörung von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten (§ 44 Abs. 1. Nr. 3 BNatSchG) verstoßen werden könnte. Von besonderer Bedeutung sind hier Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen, die dazu dienen, Verbotstatbestände abzuwenden. Für den Bau und die Erschließung von WEA´s in Wäldern sind Rodungsarbeiten notwendig. Dabei könnten wichtige Quartiere unter anderem von Spechten, Eulen, Fledermäusen zerstört oder die Tiere während ihrer Ruhe- und
Aufzuchtphase getötet werden. Beim Betrieb der Anlagen besteht die Gefahr, dass Arten, die den Luftraum über den Baumkronen nutzen, von den Rotoren tödlich erfasst oder verletzt werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Vorranggebieten für Forstwirtschaft und in Vorranggebieten für Wassergewinnung in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung.

StN-ID: 1001639_003 ID Stellungnehmer: 1001774
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Des Weiteren steht die Stadt Gräfenhainichen auf dem Standpunkt, dass die ausreichende Erschließung des Gebietes XIX – Schmerz, welches an die Gemarkung Gräfenhainichen anschließt, nicht gesichert ist. Der infrastrukturelle Mehraufwand im Zusammenhang mit der
Netzanbindung der geplanten Windenergieanlagen, insbesondere im Hinblick auf die notwendige Verlegung bzw. Erweiterung von Stromleitungen, steht in keinem angemessenen Verhältnis zum erwarteten Nutzen und ist daher als unverhältnismäßig zu bewerten. Der für die Errichtung bzw. den Betrieb der Windenergieanlagen notwendige Neubau von Zufahrtswegen verursacht erhebliche Eingriffe in Natur und Landschaft und steht ebenso in keinem angemessenen Verhältnis zum erwarteten Nutzen der Anlage.
Nach Auffassung der Stadt Gräfenhainichen wurde das Thema Netzdienlichkeit nicht vollumfänglich betrachtet. Bei der Standortwahl innerhalb der Vorranggebiete müssen Nähe zu Verbrauchern und Anschlussmöglichkeiten stärker berücksichtigt werden, um Kosten und
Umweltauswirkungen neuer Erschließungen zu reduzieren.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001639_004 ID Stellungnehmer: 1001774
Planungskonzeption
Inhalt

Die Betrachtung der Windhöffigkeit als ökonomische Grundvoraussetzung für die zu betrachtenden Gebiete fehlt im jetzigen Entwurf vollständig. Eine Standortanalyse der potentiellen Windgewinnungsgebiete wäre im Vorfeld der Freigabe von Waldgebieten äußerst vorteilhaft. In der Windgeschwindigkeitskarte des Deutschen Wetterdienstes (Statistisches Windfeldmodell) sind die in der Suchraumkulisse aufgeführten Waldgebiete mit einem Jahresmittel der Windgeschwindigkeit von 4,0 – 4,6 m/s im untersten Bereich angesiedelt. Damit ist ein ökonomischer Nutzen der Gebietskulisse als sehr gering einzustufen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

In Planungsstufe 1 der Planungskonzeption (siehe Kapitel 2.1.2) wurde die Windhöffigkeit der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg ermittelt. Aufgrund der technischen Weiterentwicklung der Windenergieanlagen kann nun auch in windschwächeren Gebieten die Windkraft effizient genutzt werden. Bereits in einer Höhe von 80 m über Grund ist eine ausreichende Windhöffigkeit gegeben und die wirtschaftliche Windkraftnutzung möglich. Unter Anwendung der Referenzanlage mit 250 m Gesamthöhe ist in jedem Falle von einer wirtschaftlichen Nutzung auszugehen. Anhand des Statistischen Windfeldmodelles des Deutschen Wetterdienstes zur Windhöffigkeit in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg wird nachgewiesen, dass die gesamte Planungsregion für die Erzeugung von
Windenergie geeignet ist. Die Flächen für die Nutzung der Windenergie müssen nicht den bestmöglichen Ertrag gewährleisten, aber eine angemessene Nutzung ermöglichen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001639_005 ID Stellungnehmer: 1001774
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Bei den in der Gemarkung Zschornewitz auf dem Gebiet der Vorrangfläche XXXII im Jahr 2025 repowerten Anlagen handelt es sich um 4 WEA - Enercon E-160 EP5 E3 mit einer Leistung von 5,5 MW mit 166,6 m Nabenhöhe. Die Genehmigungen der acht Bestandsanlagen DeWind D6 mit 1 MW Nennleistung und 68,5 m Nabenhöhe (WP Höhe Golpa 13 — Genehmigung der Behörde LK Wíttenberg — AZ: V 63-05251-98-12 und V 63-04352-97-12), waren Antragsgegenstand eines Änderungsgenehmigungsverfahrens nach BlmSchG. Im damaligen Antragsverfahren heißt es: „Die NEVAG plant den Windpark Zschornewitz mit vier Windenergieanlagen (WEA) mit einem
Rotordurchmesser von 160- 162 m und einer Leistung je Anlage von 4, 6- 5, 6 MW und einer Nabenhöhe von 166m als Ersatz zu dem bestehenden Windpark mit acht Windenergieanlagen. Geplant ist es, die acht Altanlagen zurückzubauen und durch vier
leistungsstärkere Windenergieanlagen zu ersetzen." Diese Maßnahme wurde im Zielabweichungsverfahren gem. § 6 Abs. 2 ROG i.V.m. § 11 Abs.2 LEntwG LSA zur Errichtung von 4 Repoweringanlagen außerhalb festgelegter VR-/ EG durch die MLK aIs Rechtsnachfolger vollumfänglich durchgeführt.
Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem Schutz der natürlichen Lebensräume sowie der Lebensqualität der Anwohner ist notwendig. Zudem besteht kein Rechtsanspruch auf ein weiteres Repowering der acht Altanlagen DeWind D6, da dieser bereits mit der Errichtung der 4 WEA Enercon E-160 EP5 E3 vollumfänglich abgegolten wurde.
Die Stadt Gräfenhainichen hat im angrenzenden Bereich des Windparks Zschornewitz mit der Erstellung des Bebauungsplans Nr. 27 Solarfeld Zschornewitz die Nutzung von erneuerbaren Energien gemäß des 2024 beschlossenen Photovoltaikkonzeptes der Stadt Gräfenhainichen bauordnungsrechtlich auf den Weg gebracht. Die Nutzung der wohnbebauungsnah Iiegenden Altbergbauflächen mit Photovoltaik bietet im Vergleich zur Windkraft erhebliche Vorteile, insbesondere in Bezug auf Umweltverträglichkeit, Gesundheit und Wirtschaftlichkeit. Eine Erweiterung des jetzigen Standorts für weitere Windenergieanlagen ist aus energiewirtschaftlicher Sicht ungünstig, da sich in unmittelbarer Umgebung keine nennenswerten Verbraucher befinden. Dies hat zur Folge, dass der erzeugte Strom über weite
Strecken transportiert werden muss, was mit Energieverlusten, erhöhtem Aufwand für den Netzausbau sowie zusätzlichen Kosten verbunden ist. Eine dezentrale Energieversorgung, bei der Erzeuger und Verbraucher möglichst nah beieinander liegen, sind aus Gründen der Effizienz und Netzstabilität vorzuziehen.
Eine Ausweitung des Vorranggebietes XXXII, über den derzeitigen Bestand hinaus, zur Realisierung weiterer Windenergieanlagen in diesem Bereich ist aus diesen Gründen deshalb nicht notwendig.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Das Repoweringprojekt ist kein abwägungsrelevanter Planinhalt.

StN-ID: 1001639_006 ID Stellungnehmer: 1001774
Windenergie 2027
Inhalt

Ein weiterer grundsätzlicher Kritikpunkt ist reine Betrachtung von Flächenzielen. Auch wenn dieses gesetzlich festgeschrieben ist, müssen wir in unserer Stellungnahme darauf hinweisen, dass damit die kommunalpolitischen Bemühungen im Hinblick auf den Ausbau erneuerbarer Energien negiert wird.
Der Stadtrat der Stadt Gräfenhainichen hat sich frühzeitig mit der Erarbeitung und Umsetzung eines Freiflächen-PV-Konzepts auf den Weg gemacht, den Ausbau kommunalpolitisch verantwortungsvoll zu forcieren. Auch die wohlwollende Begleitung des Repowering der Windkraft Altanlagen spricht dafür. Diese Anstrengungen und Kapazitäten finden in den Flächenzielen jedoch keine Berücksichtigung. Daher möchten wir mit unserer Stellungnahme auch die Forderung gegenüber der Planungsgemeinschaft aufmachen, sich für eine Evaluation der Flächenziele auf Landes- und Bundesebene einzusetzen. Mit dem fortschreitenden Ausbau von Windkraft und Photovoltaik erhöht sich der Anteil regenerativer Energie im Netz deutlich. Daher ist es im Sinne des gesellschaftlichen Friedens erstrebenswert, die zukünftigen Flächenziele kritisch zu hinterfragen. Dabei sind alternative Energieformen stärker zu berücksichtigen und regionale Energiekonzepte im Sinne einer dezentralen, bürgernahen Energiewende einzubeziehen.
Der Schutz von Natur und Kulturlandschaft muss prioritär betrachtet werden. Auch der Ausbau von Windkraft muss im Einklang mit den ökologischen und kulturellen Werten der Regionen erfolgen. In den B-Plan-Verfahren zu Freiflächen-PV sind diese ebenfalls regelmäßig zu berücksichtigende Punkte.
Die Fixierung auf die Fläche als Planungsziel verkennt den technischen Fortschritt: Moderne Windkraftanlagen liefern deutlich höhere Leistungen pro Standort als ältere Generationen. Ein rein flächenbezogener Ansatz führt daher zu einem technisch veralteten und ineffizienten Ausbauziel mit unnötiger Flächenversiegelung und Landschaftszerstörung. Statt reine Flächenziele zu definieren, sollte sich die Planung an der installierten Leistung (MW) und an der realistischen Energieproduktion (kWh/Jahr) orientieren – unter Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten, Netzkapazitäten und der Speicherinfrastruktur.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

StN-ID: 1001639_007 ID Stellungnehmer: 1001774
Umweltbericht
Inhalt

Die Errichtung von WEA´s ist in bestimmten Bereichen als nicht zulässig anzusehen, da hier rechtliche Normen wie z. B. das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), das Naturschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt (NatSchG LSA) oder
Schutzgebietsverordnungen entgegenstehen und besonders schwerwiegende und nachhaltige Auswirkungen auf Natur und Landschaft zu erwarten wären. (Leitfaden Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt)

Auf Grund erhöhter Schlagopferrisiken ist der Errichtung von WEA´s grundsätzlich nicht stattzugeben:
• in Wäldern und an Waldrändern (Abstand ergibt sich aus der Nabenhöhe plus Rotordurchmesser),
• an Fließgewässern und an Standgewässern (Abstand ergibt sich aus der Nabenhöhe plus Rotordurchmesser),
• im Radius von mindestens 1000 m um Reproduktionsquartiere und Winterquartiere aller Fledermausarten, im Besonderen der WEA-sensiblen Arten (vgl. Anlage 4) sowie in nachgewiesenen Konzentrationszonen des Fledermauszuges.
• In den Hauptflugkorridoren zwischen Schlaf- und Nahrungsplätzen bei Kranichen, Schwänen, Gänsen (mit Ausnahme der Neozoen) und Greifvögeln

Des Weiteren sind die Dichtezentren des Vorkommens von Rotmilanen bei der Planung von weiteren Windenergieanlagen freizuhalten.
Ein kurzes Zitat aus dem Leitfaden Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt: „Angesichts der Komplexität der Kriterien und deren unterschiedlicher Wechselwirkung aus den individuellen Bedingungen des jeweiligen Standortes soll ausdrücklich die differenzierte
Einzelfallprüfung mit ortsspezifischem Bezug vorgenommen werden.”
Dies sieht die Stadt Gräfenhainichen in dem Umweltbericht zum Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt- Bitterfeld- Wittenberg“ nicht ausreichend gewürdigt und umgesetzt.
 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Um den gesetzlichen Flächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen, hat sich die Regionale Planungsgemeinschaft für den vorsorglichen Einzelschutz von Brutstandorten entschieden, da die Rotmilandichtezentren einen zu großen Flächenanteil beanspruchen. Darüber hinaus befinden sich bereits einige bereits rechtmäßig mit Windenergieanlagen bebaute Bestands-Vorranggebiete (z.B. Prettin, südlicher Teil von Dornbock/Drosa/Kleinpaschleben in diesen Dichtezentren. Dichtezentren sind keine Schutzkategorie gem. BNatSchG. Es gibt keine einheitliche Definition. Um Schutzmaßnahmen gezielt auf Bereiche hoher Populationsdichten richten zu können, wurden die Dichtezentren des Rotmilans in Sachsen-Anhalt ermittelt. Die Errichtung und der Betrieb von Windenergieanlagen ist in Rotmilandichtezentren nicht verboten.

Der Rotmilan spielt in Bezug zu den in Anlage 1 zum § 45b BNatSchG definierten schlaggefährdeten Brutvogelarten eine besondere Rolle bei der Planung von Vorranggebieten zur Nutzung der Windenergie, da er die einzige deutsche Brutvogelart ist, von der über die Hälfte der Weltpopulation in Deutschland lebt, weswegen er auch als „Art nationaler Verantwortlichkeit Deutschlands“ benannt wird (siehe Kapitel 5.2 Umweltbericht). Da die Prognosen bezüglich der Bestandsentwicklung eher ungünstig ausfallen, wird er in der Vorwarnliste zur Roten Liste Sachsen-Anhalts geführt. Um der benannten Verantwortung des Rotmilans gegenüber auch auf der Ebene der Regionalplanung gerecht zu werden und mögliche Konflikte in späteren Zulassungsverfahren zu minimieren, erfolgte im Zuge der Planaufstellung eine einfache Habitatpotenzialanalyse für die Arten Rot- und Schwarzmilan. Diese beinhaltete die Prüfung von insgesamt 60 potenziellen VRG-Flächen in welchen die Brutpaardichten in den zentralen Prüfbereichen ermittelt wurden. Diese wurden zu den mit Hilfe der Biotop- und Nutzungstypenkartierung ermittelten, zu erwartenden Nahrungshabitatflächen ins Verhältnis gesetzt. Daraus ließ sich ableiten, ob das Nahrungsangebot außerhalb der Windparkflächen ausreicht und die Rot- und Schwarzmilane die Vorranggebiete dementsprechend meiden können. Die Ergebnisse flossen entsprechend in die Bewertung und Vorauswahl sowie den Zuschnitte der Vorranggebiete ein.

Der Leitfaden "Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt" (Bek. des MULE vom 09.04.2019, MBl. 29.Jg. Nr. 27, S. 273 v. 29.07.2019) hat keine Rechtsverbindlichkeit.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (z.B. Artenschutz, Minderungsmaßnahmen, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001639_008 ID Stellungnehmer: 1001774
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Die Nutzung von Windkraft und anderen Erneuerbaren Energien darf niemals auf Kosten unserer Naturlandschaften und Kulturerbes erfolgen. Der pauschale Ausbau von Windenergieanlagen, ohne die spezifischen lokalen Gegebenheiten ausreichend zu berücksichtigen, führt zu massiven Eingriffen in die Natur. Diese Eingriffe beeinträchtigen nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch die Lebensqualität der Menschen vor Ort. Es ist daher notwendig, dass der Schutz von Natur und Kulturlandschaft auch in der Energiewende oberste Priorität hat. Die bisher geplanten Windvorranggebiete sind häufig in Gebieten ausgewiesen, die kulturell oder landschaftlich besonders wertvoll sind. Wir müssen sicherstellen, dass die Energiewende nicht zulasten unserer Natur geht, sondern im Einklang mit diesen Werten gestaltet wird.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001640 ID Stellungnehmer: 1001758
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

1) Die Dübener Heide ist eines der wenigen, bislang weitgehend unzergliederten und zusammenhängend funktionalen Waldgebiete Mitteldeutschlands. Somit kommt ihr eine überregionale Bedeutung als Rückzugsgebiet der Fauna aber auch als Erholungsgebiet mit einer Reichweite bis in die Ballungsregion Leipzig-Halle zu. Die Errichtung eines Windparks im unmittelbaren Randgebiet der Dübener Heide würde unweigerlich zu einer Zergliederung des schützenswerten Naturraums führen.

2) Die Flächen der Gemeinde Muldestausee stellen mit Anschluss an die B100 eines der maßgeblichen „Tore“ zur Dübener Heide dar. Allein die optische Wandlung der Randgebiete von einer bewaldeten Silhouette hin zu einer weithin sichtbaren technischen Anlage wirkt sich erheblich negativ auf die Wahrnehmung eines Erholungsziels aus. Der Nahbereich würde zudem durch die optischen und akustischen Auswirkungen des Anlagenbetriebs vollständig aus der Erholungsfunktion entnommen werden.

3) Vorgenanntes trifft neben den Nutzern mit touristischem Hintergrund vor allem die Anwohner der naheliegenden Gemeinden wie Gröbern, Schmerz und Schköna. Die unmittelbare Nutzungsmöglichkeit der umliegenden Wälder zu Erholungszwecken ist einer der wenigen, gegenüber städtischem Umfeld, aufwertenden Aspekte ländlichen Lebens. Dies soll den Menschen genommen werden. Es ist zu bedenken, dass die Landbevölkerung in vielen Bereichen abgeschnitten ist bspw. von guter ÖPNV-Anbindung, kulturellen Möglichkeiten, größeren Sportstätten usw. Nahezu alle flächigen Erzeugungsaspekte (Bergbau, Nahrungsmittelproduktion, Holzgewinnung etc.) liegen im ländlichen Raum. Es ist auch unter sozialen Aspekten unfair, nun auch die Energieerzeugung noch hierhin zu verlagern – und dies auch noch mit einem viel zu geringen Abstand zur Wohnbebauung.

4) Die von der Planung betroffene Region zwischen den Gemeinden Gröbern, Schköna und Schmerz war jahrzehntelang den massiven Auswirkungen des Braunkohlenbergbaus ausgesetzt. Noch heute sind Randbereiche der Dübener Heide durch die Grundwasser-Absenkungen eingeschränkt, die Hochkippe bei Zschornewitz und weitere Kippen prägen das Landschaftsbild raumgreifend. Nach der Flutung der Tagebaue zeigte sich in den letzten Jahren eine sanfte Erholung der vormals devastierten Gebiete und es konnte sich – bspw. mit See- und Waldresort Gröbern - naturnaher Tourismus etablieren. Diese Naturnähe ist auch für viele Neuansiedler der Gemeinden einer der maßgeblichen Gründe für den Zuzug. All diese positiven Entwicklungen werden perspektivisch durch die Errichtung einer so massiven Windenergieanlage konterkariert. Es kann nicht angehen, dass eine Region mit dieser Vorgeschichte nun schon wieder Ziel einer massiven Abwertung und dauerhaften Einschränkung sein soll.

5) Die aktuelle Einstufung und Bewertung der bestehenden Waldstruktur und der vorherrschenden Habitate, angesiedelten Arten etc. ist eine Momentaufnahme ohne Berücksichtigung der naturräumlichen Vorgeschichte und der absehbaren Entwicklung. Die Flutung des Tagebaurestloches Gröbern führt zu kontinuierlich ansteigenden Grundwasserständen in den vormals durch die Randentwässerung/ Grundwasserabsenkung des Tagebaus deutlich negativ beeinflussten, tief drainierten Randbereichen. Es ist zu erwarten, dass im unmittelbaren Nahbereich des Vorhabens befindliche Ökosysteme wie bspw. die Aue des Jösigk-Wiesengrabens und das weitverzweigte System des Breitewitzer Baches von einem potenziell wieder ansteigendem Grundwasserstand und -dargebot profitieren werden. Gleiches gilt prognostisch auch für die umliegenden Wälder. Die Betrachtung des Entwicklungspotenzials – ggf. modellgestützt- sollte dringend vorgenommen und in die Bewertung des status quo einbezogen werden. (Ein aktuell als geringer wertig eingestufter Waldbestand muss dies nicht zwingend auch bleiben.)

6) Es sollte u.E. zwingend eine Abwägung der Vor- und Nachteile für die unmittelbar umliegenden Gemeinden bzw. Anwohner vorgenommen werden. Aktuell wurde das Vorhaben nicht in eine Gesamtkonzeption der Gemeinde Muldestausee – bspw. zur Nahwärmeversorgung – eingebunden. Es ist außer erheblichen Lasten und Einschränkungen der Lebensqualität kein Nutzen für die Ansiedler erkennbar. Das Scheinargument zur Verwendung eines Teils der Erlöse für den Waldumbau greift ins Leere, da diese Aufgabe den Waldbesitzern in ganz Deutschland per se zukommt – Eigentum verpflichtet. Es ist nicht Aufgabe der Allgemeinheit die Fehler einzelner Waldbesitzer durch jahrzehntelange Ignoranz des Waldzustands zu beheben. Es bleibt zudem fraglich, ob der massive Eingriff in den Wald durch Abholzung, befestigte Zuwegungen, Aufstellplätze usw. durch eine Aufwertung des verbliebenen, umliegenden Waldes überhaupt je kompensiert werden könnte.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu 1. Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Frage gekommen. Auch die Verordnung des Landschaftsschutzgebietes schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie i.d.R. nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der Vorranggebietsfestlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. Beim Bau von Windenergieanlagen ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. 

zu 2. und 3. Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihalts der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Hinzu kommt, dass die Sichtbarkeit von Windenergieanlagen an sich Teil des gesetzlichen Leitbildes des Windenergieausbaus ist und der öffentliche Belang einer optisch bedrängenden Wirkung einem Vorhaben der Windenergie gemäß § 249 Abs. 10 BauGB in der Regel schon dann nicht mehr entgegen steht, wenn der Abstand von der Mitte des Mastfußes der Windenergieanlage bis zu einer zulässigen baulichen Nutzung zu Wohnzwecken mindestens der zweifachen Höhe der Windenergieanlage entspricht.

zu 4. Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

zu 5. Die Bewertung von möglichen Entwicklungen infolge des Grundwasseranstiegs nach Aufgabe der Tagebauentwässerung ist kein abwägungsrelevanter Planinhalt. Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

zu 6. Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 22

StN-ID: 1001642 ID Stellungnehmer: 1001776
Planungskonzeption
Inhalt

Ich bin gegen Windkraft im Naturpark Dübener Heide. 

Ich befürworte die neuen Energien, aber nicht mit Schaden in Natur und Umwelt. Der Preis ist mir zu hoch. Der Naturpark Dübener Heide ist ein großes geschlossenes Waldgebiet, welches der strukturarmen Region hilft, Tourismus und medizinische Rehabilitation aufzubauen. Der Wald ist unser wichtigstes Kapital, er darf auf keinen Fall geopfert werden. Bäume sind ebenfalls ein Teil gegen die Klimakrise. Eine Brachfläche wieder aufzuforsten ist unter den heutigen Klimabedingungen fast nicht möglich. Die Artenvielfalt unter Fauna und Flora wird weiter sterben, das darf keiner billigend in Kauf nehmen.

Außerdem ist eine hohe Windkraftanlage schon von der Ansicht her ein Störfaktor für das einheitliche Waldgebiet. Es will keiner auf den Aussichtsturm bei Bad Schmiedeberg gehen, um Windräder im Wald zu sehen. Das ist deprimierend und traurig. Die Weite unserer Wälder ist unser Herausstellungsmerkmal. Lasst es uns erhalten !!!!

Ich bin kein Techniker, höre aber von Problemen beim Abbau und Entsorgung von WKA. 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Vorranggebieten für Forstwirtschaft und in Vorranggebieten für Wassergewinnung in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschafts-bilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung, des Betriebes und Rückbaus von Windenergieanlagen (Abfälle, Gefahrstoffe usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001644 ID Stellungnehmer: 1001778
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIV Löberitz/Reuden
Inhalt

Ich lehne Windenergieanlagen in der Nähe von Thalheim ab! Ich war in Burgkemnitz vor Ort, um mir ein Bild von der Lage der neuen, noch größeren Windenergieanlagen zu machen, und muss deutlich sagen: So etwas kann kein normal denkender Mensch für Thalheim wollen! Der Geräuschpegel ist deutlich zu hoch und störend, gerade dann, wenn dieser den ganzen Tag über anhält. Zum Zeitpunkt meines Besuches in Burgkemnitz liefen die Windenergieanlagen nicht unter Voll-Last und der Wind kam auch nicht längs zur Betrachtungsrichtung, und dennoch empfand ich die Geräusche sehr deutlich als störend.

Eine Errichtung von Windenergieanlagen in der Nähe von Thalheim würde den Standort für alle Anwohner unattraktiver machen und die Belastung wäre unverhältnismäßig groß (Lärmbelästigung durch Westwind, Verschandelung der Landschaft), vom Wertverlust der Immobilien und Grundstücke ganz zu schweigen, der durchaus droht, denn wer möchte dann noch freiwillig in ein solches Gebiet ziehen?

Besten Dank und schönen Dank für die Möglichkeit der Meinungsäußerung!

Abwägung / Begründung

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Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

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Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Es handelt sich hier um die Erweiterung eines rechtskräftig ausgewiesenen Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie (STP Wind 2018), welches mit Windenergieanlagen bebaut ist.

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001645 ID Stellungnehmer: 1001780
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Ich bin gegen den geplanten Ausbau dieser geplanten Windenergie, da ich folgende katastrophale Folgen sehe:

Zerstörung der Umwelt, Ausrottung der Tierwelt im Umkreis der Anlagen, große Lärmbelästigung nahe von Wohngebieten, Minderung der Lebensqualität, Erholungsqualität für die Anwohner stark gemindert, Verschandelung der Umgebung, Uneffektivität der Windanlagen ist erwiesen, Zerstörung von Wohnqualität (Immobilienwerte werden massiv negativ beeinflusst) und vieles mehr.

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Anregung / Bedenken

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Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001646 ID Stellungnehmer: 1001781
Windenergie 2027
Inhalt

Ich lehne weitere Windenergieanlagen ab!

Solange es keine adäquaten Stromspeicher gibt ist das ein ideologischer Irrweg.

Ganz zu schweigen von den negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur.

Ein weiterer Zubau von sogenannten „ erneuerbaren Energien " muss verhindert werden!!!

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Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001647 ID Stellungnehmer: 1001782
Windenergie 2027
Inhalt

Wir brauchen keine Windkraftenergie. Diese Windkraftanlagen verschandeln nicht nur unsere Heimat, sie sind laut und der erzeugte Strom kann nicht mal gespeichert werden. Bei Überfluss verschenken wir diese Energie und wenn wir sie brauchen, dann kaufen wir die Energie teuer zurück. An Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Am Ende sind wir Bürger noch die Dummen, die diesen Irsinn auch noch finanzieren dürfen. Nein zur Windkraft ! 

Abwägung / Begründung

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Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001648 ID Stellungnehmer: 1001784
Planungskonzeption
Inhalt

Ich bin gegen den weiteren Aufbau von Windkraftanlagen in unserer ländlichen Heimat. Die energetische Versorgung ist durch vorhandene Windräder und Solaranlagen ausreichend!

Ein weiterer Ausbau in der dargestellten Größenordnung bedeutet Gesundheitsschäden und verschandelt das Bild unserer idyllischen und naturbelassenen Gegend. Nicht nur wir Menschen, sondern auch der Lebensraum bzw. -Qualität von Tier- und Pflanzenwelt sehe ich erheblich bedroht!

Aus persönlicher Erfahrung (2 Windräder, ca. 450 m neben unserem Grundstück) bin ich strikt gegen weiteren Aufbau. Ständige Betriebsgeräusche beeinträchtigen mich stark.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

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Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001649 ID Stellungnehmer: 1001785
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Für das genannte Gebiet gibt es derzeit keine Schallprognose. Von Windrädern erzeugter Infraschall wird offenkundig bislang gar nicht in Schallprognosen einbezogen.Es ist somit nicht erkennbar, dass bestehende Vorgaben des Lärmschutzes eingehalten werden. Es ist zu befürchten, dass zu erwartender Dauerlärm sowie die dauerhafte Einwirkung von Infraschall auf den menschlichen Organismus die betreffenden Anwohner krank machen werden. Insbesondere aufgrund des zu erwartenden Dauerlärms sowie aufgrund des dauerhaft erzeugten Infraschalls befürchte ich Schädigungen meiner Gesundheit sowie die der anderen Bewohner. Schallmessungen an bereits bestehenden Standorten belegen, dass der Grenzwert für hörbaren Schall von 40 Db im Abstand von 1000m zur Anlage dauerhaft überschritten wird. Dies trifft insbesondere auf Anlagen mit größerer Höhe zu. Während die Anlagen immer höher werden, bleiben Abstandsregeln unverändert auf dem geringen Wert, wie er für kleinere Anlagen angewendet wurde. Es ist davon auszugehen, dass sich mit zunehmender Höhe einer Anlage, der Schalls viel weiter ausbreiten wird als bei geringerer Höhe. Bzw. dass bei gleicher Entfernung eine viel geringere Abschwächung stattfindet.

Es ist nicht hinnehmbar, dass der Mindestabstand zu Wohngebäuden, ohne Berücksichtigung der Anlagenhöhe sowie ohne Berücksichtigung des Geräuschpegels der konkreten geplanten Anlage willkürlich festgelegt wird. Gleiches trifft für Schlagschatten zu. Es ist eine gesetzliche Neuregelung der Abstandsregeln erforderlich, welche den Mindestabstand in Abhängigkeit von der Anlagenhöhe und deren Standorterhöhung zum umliegenden Gelände definiert. Nur weil bestehende Gutachten aus dem EU-Ausland, über schädliche Auswirkungen von Infraschall auf den menschlichen Organismus, nicht in Deutschland anerkannt werden ( aber auch nicht überprüft werden ) kann man nicht schlussfolgern, dass es keine Auswirkungen geben würde. Die Gesundheit der Menschen sollte an oberster Stelle stehen. Diesen Grundsatz sehe ich aufgrund der geringen Abstände zu Wohngebäuden nicht erfüllt.

Um die Pläne im genannten Gebiet zu verwirklichen, müssten große Waldflächen gerodet werden. Die Waldflächen befinden sich im „Naturpark Dübener Heide“. Die Bestimmungen, die in der Verordnung
des Landes Sachsen Anhalt vom 20. Juni 2002, zur Gründung des Naturparks festgelegt wurden, haben den Schutz des Gebietes vor zerstörenden Eingriffen sowie den Zusammenhalt des Gebietes
zum Ziel. Die Errichtung von Windrädern am geplanten Standort ist mit dem Schutzgedanken der Bestimmungen dieser Verordnung nicht vereinbar! Die vielfältigen positiven Auswirkungen des Waldes auf Klima und Menschen sollten unbestritten sein. Beispielhaft wären zu nennen, die Funktion des Waldes
– als Wasserspeicher, Sauerstoffproduzent, Kohlendioxidsenker,
– Erholungsbereich für Menschen sowie
– Lebensraum für Tiere, Insekten und Pflanzen
Hingegen würden Rodungen, Wegebau und Errichtung von Windrädern zur Zerstörung des Waldes führen. Beispielhaft wären zu nennen
- Beschleunigung der Auflösungsprozesse im verbleibenden Wald,
- Bodenverdichtung,
- Austrocknung,
- Zerstörung des Lebensraums von Tieren, Insekten und Pflanzen und somit
- das Sterben von Tieren, Insekten und Pflanzen .
Dies kann auch nicht durch Aufforstung von Ersatzflächen an anderer Stelle verhindert werden. Es ist nicht hinnehmbar dass die betreffenden Waldflächen im Naturpark für die Errichtung von Windrädern geopfert werden! Waldzerstörung ist kein Klimaschutz! Einer Errichtung von Windrädern mit der Folge, das dafür Wald gerodet werden muss, widerspreche ich. Jede Stadt und jeder Landkreis wurde aufgefordert, Flächen für Windräder zu benennen. Bei dieser hohen Anzahl von Windrädern fehlt die Bedarfsprüfung, die Grundlast bei Windstille muss anderweitig abgesichert sein.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Die Verordnung des Naturparks schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Naturparke bestehen überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten. Sie dienen u.a. der Entwicklung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft. In ihnen ist eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung fördert. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. In Naturparks sind über die Landschafts- und Naturschutzgebiete hinaus weitere Flächen einbezogen, die unter Berücksichtigung der rechtlichen und planerischen Restriktionen für die Windenergienutzung in Frage kommen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001650 ID Stellungnehmer: 1001786
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Einspruch gegen die Errichtung des Windparks

1)      Die Dübener Heide ist eines der wenigen, bislang weitgehend unzergliederten und zusammenhängend funktionalen Waldgebiete Mitteldeutschlands. Somit kommt ihr eine überregionale Bedeutung als Rückzugsgebiet der Fauna aber auch als Erholungsgebiet mit einer Reichweite bis in die Ballungsregion Leipzig-Halle zu. Die Errichtung eines Windparks im unmittelbaren Randgebiet der Dübener Heide würde unweigerlich zu einer Zergliederung des schützenswerten Naturraums führen.

2)      Die Flächen der Gemeinde Muldestausee stellen mit Anschluss an die B100 eines der maßgeblichen „Tore“ zur Dübener Heide dar. Allein die optische Wandlung der Randgebiete von einer bewaldeten Silhouette hin zu einer weithin sichtbaren technischen Anlage wirkt sich erheblich negativ auf die Wahrnehmung eines Erholungsziels aus. Der Nahbereich würde zudem durch die optischen und akustischen Auswirkungen des Anlagenbetriebs vollständig aus der Erholungsfunktion entnommen werden.

3)      Vorgenanntes trifft neben den Nutzern mit touristischem Hintergrund vor allem die Anwohner der naheliegenden Gemeinden wie Gröbern, Schmerz und Schköna. Die unmittelbare Nutzungsmöglichkeit der umliegenden Wälder zu Erholungszwecken ist einer der wenigen, gegenüber städtischem Umfeld, aufwertenden Aspekte ländlichen Lebens. Dies soll den Menschen genommen werden. Es ist zu bedenken, dass die Landbevölkerung in vielen Bereichen abgeschnitten ist bspw. von guter ÖPNV-Anbindung, kulturellen Möglichkeiten, größeren Sportstätten usw. Nahezu alle flächigen Erzeugungsaspekte (Bergbau, Nahrungsmittelproduktion, Holzgewinnung etc.) liegen im ländlichen Raum. Es ist auch unter sozialen Aspekten unfair, nun auch die Energieerzeugung noch hierhin zu verlagern – und dies auch noch mit einem viel zu geringen Abstand zur Wohnbebauung.

4)      Die von der Planung betroffene Region zwischen den Gemeinden Gröbern, Schköna und Schmerz war jahrzehntelang den massiven Auswirkungen des Barunkohlenbergbaus ausgesetzt. Noch heute sind Randbereiche der Dübener Heide durch die Grundwasser-Absenkungen eingeschränkt, die Hochkippe bei Zschornewitz und weitere Kippen prägen das Landschaftsbild raumgreifend. Nach der Flutung der Tagebaue zeigte sich in den letzten Jahren eine sanfte Erholung der vormals devastierten Gebiete und es konnte sich – bspw. mit See- und Waldresort Gröbern - naturnaher Tourismus etablieren. Diese Naturnähe ist auch für viele Neuansiedler der Gemeinden einer der maßgeblichen Gründe für den Zuzug. All diese positiven Entwicklungen werden perspektivisch durch die Errichtung einer so massiven Windenergieanlage konterkariert. Es kann nicht angehen, dass eine Region mit dieser Vorgeschichte nun schon wieder Ziel einer massiven Abwertung und dauerhaften Einschränkung sein soll.

5)      Die aktuelle Einstufung und Bewertung der bestehenden Waldstruktur und der vorherrschenden Habitate, angesiedelten Arten etc. ist eine Momentaufnahme ohne Berücksichtigung der naturräumlichen Vorgeschichte und der absehbaren Entwicklung. Die Flutung des Tagebaurestloches Gröbern führt zu kontinuierlich ansteigenden Grundwasserständen in den vormals durch die Randentwässerung/ Grundwasserabsenkung des Tagebaus deutlich negativ beeinflussten, tief drainierten Randbereichen. Es ist zu erwarten, dass im unmittelbaren Nahbereich des Vorhabens befindliche Ökosysteme wie bspw. die Aue des Jösigk-Wiesengrabens und das weitverzweigte System des Breitewitzer Baches von einem potenziell wieder ansteigendem Grundwasserstand und -dargebot profitieren werden. Gleiches gilt prognostisch auch für die umliegenden Wälder. Die Betrachtung des Entwicklungspotenzials – ggf. modellgestützt- sollte dringend vorgenommen und in die Bewertung des status quo einbezogen werden. (Ein aktuell als geringer wertig eingestufter Waldbestand muss dies nicht zwingend auch bleiben.)

6)      Es sollte u.E. zwingend eine Abwägung der Vor- und Nachteile für die unmittelbar umliegenden Gemeinden bzw. Anwohner vorgenommen werden. Aktuell wurde das Vorhaben nicht in eine Gesamtkonzeption der Gemeinde Muldestausee – bspw. zur Nahwärmeversorgung – eingebunden. Es ist außer erheblichen Lasten und Einschränkungen der Lebensqualität kein Nutzen für die Ansiedler erkennbar. Das Scheinargument zur Verwendung eines Teils der Erlöse für den Waldumbau greift ins Leere, da diese Aufgabe den Waldbesitzern in ganz Deutschland per se zukommt – Eigentum verpflichtet. Es ist nicht Aufgabe der Allgemeinheit die Fehler einzelner Waldbesitzer durch jahrzehntelange Ignoranz des Waldzustands zu beheben. Es bleibt zudem fraglich, ob der massive Eingriff in den Wald durch Abholzung, befestigte Zuwegungen, Aufstellplätze usw. durch eine Aufwertung des verbliebenen, umliegenden Waldes überhaupt je kompensiert werden könnte.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001640

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu 1. Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Frage gekommen. Auch die Verordnung des Landschaftsschutzgebietes schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie i.d.R. nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der Vorranggebietsfestlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. Beim Bau von Windenergieanlagen ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. 

zu 2. und 3. Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihalts der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Hinzu kommt, dass die Sichtbarkeit von Windenergieanlagen an sich Teil des gesetzlichen Leitbildes des Windenergieausbaus ist und der öffentliche Belang einer optisch bedrängenden Wirkung einem Vorhaben der Windenergie gemäß § 249 Abs. 10 BauGB in der Regel schon dann nicht mehr entgegen steht, wenn der Abstand von der Mitte des Mastfußes der Windenergieanlage bis zu einer zulässigen baulichen Nutzung zu Wohnzwecken mindestens der zweifachen Höhe der Windenergieanlage entspricht.

zu 4. Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

zu 5. Die Bewertung von möglichen Entwicklungen infolge des Grundwasseranstiegs nach Aufgabe der Tagebauentwässerung ist kein abwägungsrelevanter Planinhalt. Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

zu 6. Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 22

StN-ID: 1001651 ID Stellungnehmer: 1001787
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > I Annaburg
Inhalt

Windräder gehören nicht in die direkte Umgebung von Wohnhäusern und Wäldern da sie das Landschaftsbild, die Lebensqualität und die Gesundheit der Anwohner und Tiere beeinträchtigen können. 

Besonders problematisch sind die Lärmentwicklung und der Infraschall, die auch in größerer Entfernung wahrgenommen werden können. Diese ständigen Geräusche, vor allem in der Nacht, führen bei vielen Menschen zu Schlafstörungen, Stress und Unwohlsein. Hinzu kommt der Schattenwurf und das ständige Blinken der Anlagen, was im Alltag sehr störend ist. Die optische Dominanz der Windräder zerstört zudem das harmonische Orts- und Landschaftsbild und mindert den Erholungswert der Umgebung.

Auch Natur- und Artenschutzgründe sprechen gegen den Standort. Windräder stellen eine erhebliche Gefahr für Vögel und Fledermäuse dar, die hier in der Region ihren Lebensraum haben. Diese ökologischen Schäden stehen in keinem Verhältnis zum möglichen Nutzen an diesem Standort.

Darüber hinaus ist zu befürchten, dass Immobilienwerte sinken und das Wohngebiet  langfristig an Attraktivität verliert.

Meines Wissens wurde vor ca. 10 Jahren von der Regierung beschlossen, bei dem Bau eines Windparks, keine weitereren Windparks im Umkreis von zehn Kilometern entstehen/gebaut werden dürfen. Dies wäre hier bereits der Fall, da in Prettin, Purzien, Lebien und Elster Windräder erbaut wurden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21)

Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht.

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen, u.a. für Fledermäuse, erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Gesetzliche Regelungen zum Abstand zwischen zwei Windenergieparks wurden bisher nicht erlassen. Ein konkretes Abstandskriterium zwischen zwei Windenergieparks kann seitens der Regionalplanung im Rahmen der Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption) erarbeitet werden. Aufgrund des planerischen Willens des Erreichens des gesetzlich festgelegten Flächenbeitragswertes ist in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg kein konkretes Abstandskriterium festgelegt worden. Bei der Festlegung von Vorranggebieten wurde darauf geachtet, die Konzentrationswirkung in größeren, voneinander getrennten Windparks optisch wahrnehmbar zu gestalten. Im Einzelfall kann dieser optisch wahrnehmbare Abstand z.B. zur Sicherung bereits bebauter Flächen, entlang vorbelastender Infrastuktur, wie z.B. Autobahn und Bundesstraßen oder zur Versorgung von landes- und regionalbedeutsamen Vorrangstandorten für Industrie und Gewerbe unterschritten werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001652 ID Stellungnehmer: 1001788
Windenergie 2027
Inhalt

NEIN zur Windkraft.

Wir alle wissen seit Jahren, dass Windräder nicht gut sind für Flora & Fauna. Die kleinen Windräder hat man ja nur mit den Augen wahrgenommen und gesehen, wie sie unsere schöne Natur verschandeln. Bei den neuen, großen Windrädern spürt man selbst 2 km entfernt, wie sich die Energie verändert hat. Noch schlimmer ist allerdings der Lärm der Windräder, dem die Bürger in den umliegenden Dörfern permanent ausgesetzt sind.

Abwägung / Begründung

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Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange des Lärms sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001653 ID Stellungnehmer: 1001789
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Bedenken zum Vorranggebiet Schmerz als betroffener Grundstückseigentümer.

Kriterium der nachhaltigen Forstwirtschaft als Grundsatz der Raumordnung wurde nicht ausreichend beachtet. Wald soll als nachwachsender Rohstoff gestärkt werden. Für die Errichtung einer WEA wird ca. 0,5 ha Waldfläche vernichtet. Somit gehen dem Wald bei geplanter Errichtung von bis zu 11 WEA ca. 5,5 ha verloren. Es ist keine Nachhaltigkeit der Forstwirtschaft, wenn angeblich Waldumbau geplant ist, dieser aber erheblich durch Flächeninanspruchnahme von WEA reduziert wird. Das ist Umsetzung falsch angesetzter Klimaschutzziele.

Öffentliche Sicherheit wegen Waldbrandgefahr am Rande der Dübener Heide wurde nicht beachtet.

Unter § 4 Nr. 8b LEntwG LSA ist festgelegt, dass Land- und Forstwirtschaft die Umsetzung der Klima-, Natur- und Umweltschutzziele zu unterstützen haben. Unter Nr. 13 ist geregelt, dass zur Sicherung der Funktions- und Regenerationsfähigkeit der Naturgüter Boden, Luft, Wasser sowie Pflanzen- und Tierwelt deren Inanspruchnahme umsichtig zu erfolgen hat. Diesen Grundsätzen wird nicht Rechnung getragen. Wald kann in diesem Vorranggebiet seine natürliche Funktion nicht mehr wahrnehmen. U.a. ist Waldboden für Jahrzehnte gestört. Die durch die Errichtung von WEA ergebenen vielen Waldränder lassen den Wald teilweise austrocknen. Flora und Fauna des Waldes werden unwiederbringlich gestört. Im Wald, auch auf meinem Grundstück leben Fledermäuse und viele weitere Waldbewohner. Im LSG, aber auch in der Nähe (NSG) sind geschützte Arten zu finden: Schwarzstorch, Schwarzspecht, Schwarzmilan, Rotmilan, Baumfalke, Mäusebussard, Waldschnepfe, Seeadler, Abendsegler, Mopsfledermaus., Wasserfledermaus, Kreuzotter, Waldeidechse und Hirschkäfer etc.

Der Wald ist nicht tot, weil dort lediglich Kiefernwald gelegen ist. Der Nachweis, dass noch andere Flächen außerhalb des Waldes zur Verfügung stehen, wird mit der Bereitschaft der Waldeigentümer und einem Bebauungsplan in Aufstellung der Gemeinde Muldestausee begründet. Dieses entbehrt jedoch eines sachlich-inhaltlichen Grunds.

Der geplante Eingriff in den Wald mit Zerstörung seiner Flora und Fauna ist nicht gerechtfertigt. Der konkrete Eingriff bedeutet, dass der Klimaschutzgrundsatz in Konkurrenz zu Natur- und Umweltschutzgrundsätzen der Raumordnung und Landesentwicklung steht.

Hinweis auf forstwirtschaftliche Studien zur Bestätigung der Vitalität und der Funktion zum natürlichen Waldumbau der Dübener Heide (TU Tharandt).

Sachsen-Anhalt ist mit ca. 23 % ein waldarmes Bundesland, Überregional bedeutsame zusammenhängende Waldgebiete, wie die Dübener Heide, sind besonders zu schützen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Vorranggebieten für Forstwirtschaft und in Vorranggebieten für Wassergewinnung in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Waldbrandvorsorge) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden. Die Belange des Artenschutzes sind im Vorhabenzulassungsverfahren konkret zu prüfen und die Möglichkeiten zur Vermeidung eines signifikant erhöhten Tötungsrisikos zu nutzen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001653_001 ID Stellungnehmer: 1001789
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Bedenken zur Neuausweisung des Vorranggebietes Zschornewitz Kippe. Im FNP Burgkemnitz ist für die angrenzende Wohnbebauung eine Mischgebietsfläche ausgewiesen. Tatsächlich ist dort eine Wohnbebauung vorhanden. Es ist beim Lärmschutz von den tatsächlichen Gegebenheiten der baulichen Nutzung auszugehen. Lärmschutz und somit gesunde Wohnverhältnisse sind bei der Ausweisung der Vorranggebiete sachlich ausreichend zu berücksichtigen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihalts der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001654 ID Stellungnehmer: 1001790
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Bedenken zur Ausweisung der Waldfläche Nr. XIX Schmerz als Vorranggebiet für Windnutzung. Wald ist besonders schützenswert. Errichtung von WEA wird im Hinblick auf Schutz der Flora und Fauna sehr kritisch gesehen.

In Planungsregion werden 7.051 ha Vorranggebiete ausgewiesen. Flächenbeitragwert wird sogar übertroffen. Nach § 4 Nr. 12 LEntwG LSA besteht Grundsatz, mit Grund und Boden sparsam umzugehen.

Bei aktueller durchschnittlicher 6 % gesicherter Leistung aus Windenergie ist die erhebliche Flächeninanspruchnahme für WEA in der Planungsregion, über das erforderliche Maß hinaus, kritisch zu werten. Speichermöglichkeiten für erneuerbare Energien sind nicht in greifbarer Zeit in Aussicht.

Darüber hinaus werden Orts- und Landschaftsbilder in der Planunsregion in erheblichen Umfang gestört. Auswirkungen auf Orts- und Landschaftsbild der ländlichen Räume wurden nicht konkret bewertet.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Vorranggebieten für Forstwirtschaft und in Vorranggebieten für Wassergewinnung in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten.

Die forstwirtschaftliche Nutzung kann ohne weiteres innerhalb eines Windenergiegebietes auf den übrigen Flächen ausgeübt werden. Eine einzelne Windenergieanlage samt Fundament, Kranstellfläche und Zuwegung versiegelt im Schnitt rund 0,5 ha an forstwirtschaftlicher Fläche während ihrer Betriebszeit dauerhaft. (FA Wind 2023, 15. In: https://www.fachagentur-windenergie.de/fileadmin/files/Windenergie_im_Wald/FA-Wind_Analyse_Wind_im_Wald_8Auflage_2023.pdf)

Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Technologie der Windkraftnutzung, Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001655 ID Stellungnehmer: 1001791
Planungskonzeption
Inhalt

Unsere gemeinschaftlich verfasste Stellungnahme der Ortschaft Buko im Anhang.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001655_001 ID Stellungnehmer: 1001791
Planungskonzeption
Inhalt

Der Fläming ist unter Berücksichtigung der bestehenden Kulturdenkmäler und optischer Ästhetik einer großen Beeinträchtigung dieser WEA ausgesetzt. Es ist vorauszusehen, dass es zu einer Beeinträchtigung der Erholungseignung im Gebiet des Fläming kommt, mit allen damit verbundenen Konsequenzen für die Bewohner und den Tourismus im Allgemeinen

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht.

StN-ID: 1001655_002 ID Stellungnehmer: 1001791
Planungskonzeption
Inhalt

Entgegen der Stimme der Anwohner wurde hier einfach eine Erweiterung von bereits bestehenden Windparks in Zieko/Düben und Luko/Thießen beschlossen, die Unverhältnismäßigkeit der neuen Größe der geplanten Anlagen stellt hier eine große Belastung in vielerlei Hinsicht dar.

Die Ausweisung der Vorranggebiete wird wegen der Lage in der Tiefflug-Schneise des Bundeswehrstützpunktes Holzdorf angezweifelt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert sowie weitere Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden.

Das Bestands-Vorranggebiet Coswig Nord wurde unverändert aus dem STP Wind 2018 übernommen.

Eine moderate Erweiterung des Vorranggebietes Luko erfolgte im Rahmen der Potenzialfläche, die nach Abzug aller Ausschlusskriterien (siehe Planungskonzeption) in Frage kam.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Flugsicherung, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Hubschraubertiefflugstrecken sind von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie freigehalten worden (siehe Planungskonzeption Kap. 2.1.4.5).

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001655_003 ID Stellungnehmer: 1001791
Planungskonzeption
Inhalt

Laut Klimawandel-Fitness der Regionalpläne vom 12.06.2013 (siehe Punkt 3.2 Temperaturveränderungen) wird dargestellt, wie sich die Temperatur im Bereich Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg bereits erhöht hat. Durch den zusätzlichen Neubau von fast 300 m hohen WEA bzw. das Repowern von Bestandsanlagen zu fast 300 m hohen WEA kann es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer weiteren Beeinträchtigung von Kaltluftentstehungsgebieten und Luftleitbahnen kommen. Gibt es hierzu bereits von Ihnen eine Studie über die Auswirkungen von fast 300 m hohen WEA?

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange zur Technologie und Studien über Auswirkungen von Windenergieanlagen sind keine Aufgabe der Regionalplanung und nicht abwägungsrelevant.

Eine nachhaltige Beeinflussung des Kalt-/Frischluftsystems durch Windenergieanlagenstandorte ist nicht zu erwarten, da es sich um punktuelle Verluste von Wald- und Freiflächen im Verhältnis zur gesamten Waldfläche der Planungsregion handelt. Zudem ist der Verlust an Waldfläche aufgrund der waldrechtlichen Verpflichtung zur Ersatzaufforstung auszugleichen. Als nachteilige klimatische Veränderung anzuführen ist in der sommerlichen Tagsituation die Temperaturerhöhung im Bereich der neuen Freifläche an der Windenergieanlage. Dieser Effekt bleibt aufgrund der bleibenden Ausgleichsfunktionen umgebender Waldflächen auf die Örtlichkeit beschränkt. In der Nachtsituation bei austauscharmer Wetterlage entsteht bodennahe Kaltluft. Bei einer konkreten Standortplanung im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens sind zur Verminderung von Umweltauswirkungen weniger konfliktreiche Flächen zu bevorzugen; dies wären in Waldflächen beispielsweise Bereiche mit jüngerer Bestockung statt Altbaumbestände. 

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001655_004 ID Stellungnehmer: 1001791
Planungskonzeption
Inhalt

Ein zerstörtes Landschaftsbild ist das Erbe, welches wir als Gemeinschaft unseren Nachkommen hinterlassen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001655_005 ID Stellungnehmer: 1001791
Planungskonzeption
Inhalt

Wer entschädigt die Anwohner für den entstandenen Wertverlust? Der Wertverlust der Grundstücke und im Besonderen der überwiegend älteren Immobilien könnte durch einen Gutachter festgestellt und müsst dann von der zuständigen Stelle entschädigt werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001655_006 ID Stellungnehmer: 1001791
Planungskonzeption
Inhalt

Grundsätzlich sprechen wir uns als Ort einstimmig und gemeinschaftlich gegen eine Aufstellung von WEA im Waldgebiet aus. Das entspricht auch G 6.2.1-8 LEP LSA 2. Entwurf.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Vorranggebieten für Forstwirtschaft und in Vorranggebieten für Wassergewinnung in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig(Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

In Aufstellung befindliche Ziele der Raumordnung sind zu berücksichtigen. Bei der Regelung G 6.2.1-8 des 2. Entwurfes zum LEP LSA handelt es sich um einen Grundsatz der Raumordnung. Grundsätze der Raumordnung sind einer Abwägung zugänglich und somit nicht endabgewogen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001655_007 ID Stellungnehmer: 1001791
Planungskonzeption
Inhalt

Wie werden als Sondermüll klassifizierte giftige Rotorblätter im Entsorgungsfall behandelt? Hier ist es bereits bekannt, dass von den mit der Entsorgung beauftragten Firmen die nötigen Schutzmaßnahmen für Mensch und Umwelt nicht vorschriftsmäßig beachten/eingehalten werden.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001711_002

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Seit September 2025 liegt Entwurf E-DIN 4866 vor: 2025-11 „Abbruch und Rückbau von Windenergieanlagen“, Einführung voraussichtlich im II. Quartal 2026

DIN 4866 bestimmt für alle am Abbruch und Rückbau von Windenergieanlagen an Land (Onshore-WEA) Beteiligten Verantwortlichkeiten, Verfahren und Beurteilungsgrundlagen für die Planung und Durchführung des Abbruchs und Rückbaus.

Sie stellt – neben einer Sicherstellung der arbeitsschutzund umweltschutzgerechten Belange – die Grundlage für einen im Sinne der Kreislaufwirtschaft notwendigen zielgerichteten Abbruch (Recycling und Verwertung von Abfällen) und Rückbau (Wiederverwendung gebrauchter Anlagen und Produkte) dar.

Sie ist eine richtungsweisende Arbeitsunterlage für Bauherren, Planer und Ausführende.

StN-ID: 1001655_008 ID Stellungnehmer: 1001791
Planungskonzeption
Inhalt

Wie sollen die Emissionswert des Lärmes in Dezibel genau festgestellt werden, wenn hier nur theoretische Werte und nicht reell gemessene WErte der bereits bestehenden Anlagen als Referenz herangezogen werden?

Der negative Einfluss von Lichtwirkung (nachts) und Schattenbildung (tagsüber) auf die Gesundheit von Menschen und Tieren kommt noch als Störfaktor dazu.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht. 

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001656 ID Stellungnehmer: 1001792
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXVI Trebitz/Schnellin
Inhalt

Uns allen ist der Klimawandel mit seinen verheerenden Auswirkungen bekannt und wir unterstützen natürlich die Energiewende als gesamt-gesellschaftliches Anliegen. In Trebitz akzeptieren die Anwohner/ Anwohnerinnen Erneuerbare Energieanlagen (EE-Anlagen) mehrheitlich und schätzen den bereits geleisteten Klimaschutzbeitrag der bestehenden lokalen Windenergieanlagen (WEA) im Windpark XVIII Schnellin-Trebitz, wobei der Naturschutzbeitrag jedoch zu gering ist.

Mit großem Interesse und besonderer Sorgfalt haben wir den Entwurf  zur Neuaufstellung des Raumordnungsplans Sachlicher Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ studiert und können diesem in vorgelegter Form nicht zustimmen. Durch die bereits existierenden Windräder vor unserer Ortschaft haben wir in den letzten 25 Jahren bereits etliche Einschränkungen (Lärm, Grundstücksentwertung, Reduzierung von Vogel- und Tierarten, …) hinnehmen müssen. Die Lebensqualität in unserer Ortschaft ist seit der Wende durch den Ausbau der der durchgehenden Bundestraße B 182, die umliegenden Windräder sowie die Abschaffung/ Einstellung der Regionalbahn erheblich gesunken.

Die Folgen sind:

  • Grundstücksentwertung - Abwanderung

  • Die Folgen/ Nebenwirkungen der bestehenden WEA und der ausgebauten Bundesstraße - an welcher ca. 50 % der Ortsbevölkerung wohnen - bewegen sich bereits an der Akzeptanzgrenze der Kommune, die wachsenden Auswirkungen auf Natur- und Artenschutz, das veränderte Landschaftsbild und die störenden Immissionen (Schall, Infraschall, Schattenwurf, weiterer Verlust der Artenvielfalt, …) sind jedenfalls für uns nicht akzeptabel und jede weitere Anlage würde die Situation noch verschlechtern. Aus diesem Grunde wurde auch im Jahre 2020 eine Petition gegen das geplante Repowering gegründet, welche von Bürgerinnen und Bürgern mit mehr als 400 Unter-schriften unterstützt wurde/ wird. Mittlerweile wurde aus dem geplanten Repowering (Austausch alter WEA durch neue effizientere WEA, meist in geringerer Anzahl und möglichst mit Batteriespeichern) ein Antrag auf Erweiterung, wodurch die Verträge zwischen Investor und Flächeneigentümer nun seitens des Investors nicht mehr den Vertragsbedingungen entsprechen, was verständlich zu Unmut in der Bevölkerung führt.

Die Akzeptanzgrenze der Kommune ist auch nicht durch das vom Landtag am 11.09.2025 beschlossene „Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz“ - welches aus unserer Sicht vor allem Vorteile und Gewinne für die Investoren/ Betreiber bringt - zu verschie-ben/ korrigieren! 

Die lokale Akzeptanz von Erneuerbaren Energieanlagen ist bekanntlich von fünf Faktoren abhängig:

-          Wirtschaftliche Auswirkungen

-          Einstellung zur Energiewende

-          Belastung für Natur und Mensch

-          Vertrauen in Akteure/ Akteurinnen

-          Soziale Normen

Bereits bei den bestehenden Anlagen wurde weder gewissenhaft gearbeitet noch erfolgreich geprüft. So wurde z.B. ein behördlich angeordnetes Schlagopfermonitoren – angeblich aus Aufwandsgründen -  einfach in ein Gondelmonitoring abgewandelt. Wer darf denn so etwas entscheiden und ist diese Entscheidung gesetzeskonform? Das wahre Ergebnis zeigt sich an den realen Schlagopfern, so sind beispielsweise allein im Mai 2021 zwei Schlagopfer in o.g. Gebiet zu registrieren.

An dieser Stelle muss ebenfalls die Rolle der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg hinterfragt werden, welche aus unserer Sicht bereits eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die Ausweisung von Windeignungs- oder Windvorranggebieten bzw. die  Errichtung von WEA zu erstellen hat und diese nicht im späteren Genehmigungsprozess auf die Untere Naturschutzbehörde abwälzen kann. So wäre z.B. bereits im Vorfeld der Planungen aufgefallen, dass die Mindestabstände zu den vom Dichtezentrum ausgewiesenen Schutzgebieten für Kranich und Rotmilan nicht eingehalten werden. Großes Augenmerk ist hierbei auf die vorhandenen Rotmilan-Horste, welche sich im Abstand von 300 und 1200 m zu den geplanten WEA befinden, zu legen!

Bei der aktuellen Erstellung des Entwurfes „Windenergie 2027“ sind leider nicht die vom Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover erforschten und bereitgestellten Flächendaten, die als Grundlage für die Ermittlung der nachhaltigen Erzeugungspotenziale auf Ebene der Bundesländer und zur Standortsuche für Windenergieanlagen genutzt sowie zur Bestimmung eines bundesweit abgeleiteten Ausbauziels verwendet werden können, eingeflossen. Diese schaffen Voraussetzungen, die Energiewende vor Ort schnell und unter Vermeidung unnötiger Konflikte umzusetzen. Dabei bieten diese entscheidenden räumlichen Informationen reichlich Spielraum für unterschiedliche regionale sowie lokale Lösungen.

Besonderes Augenmerk lag bei der Erstellung der interaktiven Karte Windkraft auf dem sogenannten Raumwiderstand als Maß für die Stärke der Störungen von Natur und Mensch. Die wichtigsten Punkte (Störungsarten) dabei sind:

-          möglichst keine Störung für Natur und Biodiversität (Naturschutzgebiete, Nationalparks etc. scheiden als Standort aus)

-          möglichst keine akustische Störung für Menschen (gesetzlich vorgeschriebene Abstände von Siedlungen)

-          möglichst keine optische Störung für Menschen (z.B. in wichtigen Naherholungsgebieten)

Bei einer genauen Betrachtung dieser interaktiven Karte fällt besonders auf, dass unser regionales Windvorranggebiet - welches sogar noch erweitert werden soll - gar nicht zu den Flächen mit "geringem Raumwiderstand" (besonders gut geeignete Gebiete) bzw. mit "mittlerem Raumwiderstand" (Gebiete mit eingeschränkter Eignung) zählt und somit faktisch als nicht nutzbar für Windkraftanlagen anzusehen ist.

Zusätzlich liegen uns Winddaten für Deutschland von der Industrie - welche vom Deutschen Wetterdienst stammen - vor, aus denen ersichtlich ist, dass die Landkreise Jerichower Land, Mansfeld-Südharz, Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg, welcher auch die Gemeinden Schnellin und Trebitz einschließt, sowie die drei kreisfreien Städte Magdeburg, Dessau-Roßlau und Halle zu den windschwachen Landkreisen/ Städten (gemittelte Windgeschwindigkeit im Jahr < 3,30 m/s) in Sachsen-Anhalt gehören. Zu den windstarken Landkreisen (gemittelte Windgeschwindigkeit im Jahr > 3,30 m/s) in Sachsen-Anhalt hingegen gehören die Landkreise Altmarkkreis Salzwedel, Stendal, Börde, Harz, Salzlandkreis, Saalekreis und Burgenlandkreis.

Aus o.g. Gründen/ Fakten fordern wir Sie daher auf Ihren Entwurf entsprechend zu überarbeiten/ korrigieren und von einer in der Entwurfsplanung „Windenergie 2027“ dargestellten Erweiterung der Fläche unseres Windvorranggebietes (Windpark XVIII Schnellin-Trebitz) mit Lückenschluss (Beseitigung einer wichtigen Sichtachse) und Ausdehnung in Ostrichtung (für weiteren Ausbau) abzusehen und sich auf andere Gebiete zu konzentrieren.

In diesem Zusammenhang wäre natürlich auch eine Aktualisierung des Sachsen-Anhalt-Viewers wünschenswert. Vorbildlich ist hier z.B. der Bayrische Umweltatlas zu erwähnen. Das Portal „ARIS Windanlagen Sachsen-Anhalt“ des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt“ weist hier schon wesentliche Fortschritte auf, dennoch fehlen detaillierte Angaben zu den Windvorranggebieten (Darstellung/ Kennzeichnung) und Windparks (genaue Bezeichnung). Die Legende zu den einzelnen (geplanten) WEA ist teilweise jedoch fehlerhaft und nicht aktualisiert. Im ARIS-Portal ist uns zudem aufgefallen, dass die geplante WEA nicht die geforderten Mindestabstände zu den bestehenden WEA einhalten, was zugleich zu einer Leistungsminderung und zu höheren Schallwerten (Addition von Schall) führt.

Unter Beachtung der vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Studie „ACCEPT EE“ zur naturverträglichen Energiewende mit Akzeptanz und Erfahrungen vor Ort sowie des „Artenhilfsprogramm Rotmilan des Landes Sachsen-Anhalt“, verknüpft mit den neuen Daten vom Dichtezentrum Rotmilan, den neuesten Urteilen vom Europäischen Gerichtshof zur Sache und aktueller Erkenntnisse von Experten beim Immissionsschutz, wobei gern 3D-Visualisierungen mit Darstellung der Sichtachsen und Schlagschatten einbezogen werden können, gilt es alle Sachverhalte neu zu bewerten.

Während der laufenden Petition vorgeschlagene - und für uns unverzichtbare - 3D-Visualisierungen sind übrigens laut Ausführungen unserer damaligen Umwelt- und Energieministerin Frau Prof. Dalbert - während der Digitalen Sprechstunde „WINDKRAFT“ am 26.01.2021 - für das Fraunhofer Institut kein Problem und Höhenbegrenzungen sind Ihrer Aussage nach auf regionaler Ebene möglich. Das Positionspapier des Umweltbundesamtes „Auswirkungen von Mindestabständen zwischen Windenergieanlagen und Siedlungen (Auswertung im Rahmen der UBA-Studie „Flächenanalyse Windenergie an Land“) vom März 2019 ist unzureichend sowie mangelhaft und hat in keiner Weise das Thema Auswirkungen von WKA auf die Menschen bzw. ihren Siedlungsraum annähernd wissenschaftlich untersucht. Es ist eine rein statistische Abstanderfassung von WKA zu Siedlungen – mehr nicht.

Wann finden endlich die Studien, Messungen und Fakten der Wissenschaftler sowie Natur- und Umweltschützer Gehör, die schon längst auf die gravierenden Folgen des Ausbaus der Windenergie für Mensch, Umwelt und Natur verweisen?

Hier nur mal ein paar Beispiele von Prof. Dr. Klaus-Dieter Döhler (Naturwissenschaftler und Umweltschützer aus Hannover):

  • Solaranlagen heizen die Atmosphäre auf.

  • WKA fördern die Dürre, wobei die Auswirkungen des Erwärmungs- und Dürreeffekts bereits bei unserem lokalen Klima zu spüren sind.

  • Erderwärmung als systematischer Messfehler der Verstädterung.

  • Rotorblätter bzw. deren Bestandteile (BisphenolA, GFK, Balsaholz, u.a.m.) in der Herstellung und deren Entsorgung (beim Repowering) sowie stoffliche Emissionen bei Betrieb und Wartung haben eine zerstörende Wirkung für unsere Umwelt, was bereits in Ansätzen vom UBA erkannt wurde, es jedoch noch keine Lösung für die Probleme gibt. Somit sind Windkraftanlagen selbst die größten umweltzerstörenden Bauwerke, die aufgrund einer nicht zu Ende gedachten Energiewende errichtet werden, wo doch eigentlich die Umwelt geschützt werden soll.

Die Analyse der Windenergienutzung (Stand 2020) hat belegt, dass es illusorisch mit der Nutzung von Wind- und Sonnenergie eine bedarfsgerechte, sichere und preiswerte Stromversorgung realisieren zu wollen. Die Vorgaben des §1 EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) bleiben unbeachtet. Es ist und bleibt eine Utopie, weil der Flächenverbrauch viel zu hoch ist und laut Meteorologie niemals eine 100 %-ige Versorgungssicherheit (ca. 30 % Stillstand der Anlagen) gegeben ist. Hier gibt es unsererseits auch kein Verständnis für die vom Land geplanten Flächenausbauziele von 2,2 %, welche über den geplanten Bundesdurchschnitt von 1,8 % liegen. Die Gemeinden Schnellin und Trebitz liegen mit einem aktuellen Flächenanteil von 2,35 % übrigens schon jetzt - vor der geplanten Erweiterung des Windvorranggebietes - über den von der Landesregierung geplanten Zielen. Der im Entwurf „Windenergie 2027“ dargestellten Erweiterung der Fläche unseres Windvorranggebietes/ Windparks mit Lückenschluss und Ausdehnung in Ostrichtung stimmen wir aus bereits genannten Gründen nicht zu. Zudem würde eine Erweiterung mit neuen WEA zu zusätzlichen Flächenversiegelungen der fruchtbaren Böden durch die großen Betonfundamente kommen. So wird der Strom bei einem Überangebot – wegen fehlender Speichermöglichkeiten - mit Verlusten verkauft und bei Strommangel der fehlende Saldo (auch als Atom- oder Kohlestrom) teuer aus dem Ausland importiert. Steinkohle wird ebenfalls weiterhin importiert. Sieht so eine Energiewende aus und wer trägt letztendlich die zusätzlichen Kosten? Es ist zwingend an der Zeit die Zielsetzung der Energiestrategie 2050 der Bundesregierung  unter Beachtung aller relevanten Kriterien (Berücksichtigung von EE für synthetischen Brennstoffe, Umstellung der Großindustrie auf Ökostrom, u.a.m.) mit Fach- und Sachverstand zu prüfen und zu korrigieren. Bestehende Anlagen könnten beispielsweise effizienter arbeiten, wenn ein reihenweiser Betrieb mit entgegengesetzten Drehrichtungen gegeben wäre (Leistungssteigerung ca. 33 %). Bei der Planung und Genehmigung von Windkraftprojekten sollten zudem der Leitfaden „Naturschutz und Windenergie“ des Landes Sachsen-Anhalt vom 03.12.2018 und die Mitteilung der Europäischen Kommission „Leitfaden zu Windkraftprojekten und Natur-schutzvorschriften der EU“ vom 18.11.2020 (insbesondere die Punkte Vogelschutz- und Habitat-Richtlinie, Verträglichkeitsprüfung, Auswirkungen der Windenergie an Land, Repowering, Überwachung von Windkraftprojekten, Adaptives Management, …) Berücksichtigung finden. Schauen Sie sich gern den Beitrag von Roland Tichys (Chefredakteur Tichys Einblick) zur Energiewende unter folgendem Link an: https://youtu.be/87F7JWvWDAs Vielleicht verstehen Sie dann unsere Ängste und Sorgen für uns sowie viel mehr für die nachfolgenden Generationen!? Besonders auffällig ist es an dieser Stelle natürlich auch, dass gerade jetzt die kritischen Doku-Sendungen „Im Einsatz für …“ des Schauspielers Hannes Jaenicke, der sich seit 18 Jahren mit Klima- und Artenschutz und Umweltthemen beschäftigt, vom ZDF abgesetzt werden. Er äußerte sich in den Sendungen so z.B. auch gegen den Bau einiger Windparks und den damit verbundenen katastrophalen Flächenfraß. Anzumahnen bleiben auch noch die fehlende Transparenz, die unzureichenden Zeichnungsunterlagen sowie die fehlenden Protokolle auf der Website der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg. Jede weitere WEA liefert zwar auch mehr CO2-freien Strom, hat aber durch ihre Herstellung schon etliche Ressourcen und Energie verbraucht. Die Kehrseite der Medaille ist, es verschwindet immer mehr Natur und die Lebensqualität nimmt ab. Durch ein ständiges HÖHER-SCHNELLER-WEITER werden wir die Erderwärmung nicht aufhalten. Es muss auch ein Umdenken bei den Politikern und den Medien in Richtung Energieeinsparung erfolgen. Gefragt sind zukunftsweisende Lösungen und politische Rahmenbedingungen, welche einen naturverträglichen Ausbau der Erneuerbaren Energien ermöglichen sowie die Erkenntnis, dass auch Energieeffizienz und Energieeinsparung wesentliche Bestandteile der Energiewende sein müssen. Mehr Rücksicht auf die Belange des Umwelt-, Natur-, Arten- und Landschaftsschutzes sowie das Gemeinwohl erfordern zugleich sensible Abwägungen mit den Anwohner- interessen und eine für die Bevölkerung wahrnehmbare, über das gesetzlich geforderte Niveau hinausgehende Verantwortung.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001657 ID Stellungnehmer: 1001792
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXVI Trebitz/Schnellin
Inhalt

Uns allen ist der Klimawandel mit seinen verheerenden Auswirkungen bekannt und wir unterstützen natürlich die Energiewende als gesamt-gesellschaftliches Anliegen. In Trebitz akzeptieren die Anwohner/ Anwohnerinnen Erneuerbare Energieanlagen (EE-Anlagen) mehrheitlich und schätzen den bereits geleisteten Klimaschutzbeitrag der bestehenden lokalen Windenergieanlagen (WEA) im Windpark XVIII Schnellin-Trebitz, wobei der Naturschutzbeitrag jedoch zu gering ist.

Mit großem Interesse und besonderer Sorgfalt haben wir den Entwurf  zur Neuaufstellung des Raumordnungsplans Sachlicher Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ studiert und können diesem in vorgelegter Form nicht zustimmen. Durch die bereits existierenden Windräder vor unserer Ortschaft haben wir in den letzten 25 Jahren bereits etliche Einschränkungen (Lärm, Grundstücksentwertung, Reduzierung von Vogel- und Tierarten, …) hinnehmen müssen. Die Lebensqualität in unserer Ortschaft ist seit der Wende durch den Ausbau der der durchgehenden Bundestraße B 182, die umliegenden Windräder sowie die Abschaffung/ Einstellung der Regionalbahn erheblich gesunken.

Die Folgen sind:

  • Grundstücksentwertung - Abwanderung

  • Die Folgen/ Nebenwirkungen der bestehenden WEA und der ausgebauten Bundesstraße - an welcher ca. 50 % der Ortsbevölkerung wohnen - bewegen sich bereits an der Akzeptanzgrenze der Kommune, die wachsenden Auswirkungen auf Natur- und Artenschutz, das veränderte Landschaftsbild und die störenden Immissionen (Schall, Infraschall, Schattenwurf, weiterer Verlust der Artenvielfalt, …) sind jedenfalls für uns nicht akzeptabel und jede weitere Anlage würde die Situation noch verschlechtern. Aus diesem Grunde wurde auch im Jahre 2020 eine Petition gegen das geplante Repowering gegründet, welche von Bürgerinnen und Bürgern mit mehr als 400 Unter-schriften unterstützt wurde/ wird. Mittlerweile wurde aus dem geplanten Repowering (Austausch alter WEA durch neue effizientere WEA, meist in geringerer Anzahl und möglichst mit Batteriespeichern) ein Antrag auf Erweiterung, wodurch die Verträge zwischen Investor und Flächeneigentümer nun seitens des Investors nicht mehr den Vertragsbedingungen entsprechen, was verständlich zu Unmut in der Bevölkerung führt.

Die Akzeptanzgrenze der Kommune ist auch nicht durch das vom Landtag am 11.09.2025 beschlossene „Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz“ - welches aus unserer Sicht vor allem Vorteile und Gewinne für die Investoren/ Betreiber bringt - zu verschie-ben/ korrigieren! 

Die lokale Akzeptanz von Erneuerbaren Energieanlagen ist bekanntlich von fünf Faktoren abhängig:

-          Wirtschaftliche Auswirkungen

-          Einstellung zur Energiewende

-          Belastung für Natur und Mensch

-          Vertrauen in Akteure/ Akteurinnen

-          Soziale Normen

Bereits bei den bestehenden Anlagen wurde weder gewissenhaft gearbeitet noch erfolgreich geprüft. So wurde z.B. ein behördlich angeordnetes Schlagopfermonitoren – angeblich aus Aufwandsgründen -  einfach in ein Gondelmonitoring abgewandelt. Wer darf denn so etwas entscheiden und ist diese Entscheidung gesetzeskonform? Das wahre Ergebnis zeigt sich an den realen Schlagopfern, so sind beispielsweise allein im Mai 2021 zwei Schlagopfer in o.g. Gebiet zu registrieren.

An dieser Stelle muss ebenfalls die Rolle der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg hinterfragt werden, welche aus unserer Sicht bereits eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die Ausweisung von Windeignungs- oder Windvorranggebieten bzw. die  Errichtung von WEA zu erstellen hat und diese nicht im späteren Genehmigungsprozess auf die Untere Naturschutzbehörde abwälzen kann. So wäre z.B. bereits im Vorfeld der Planungen aufgefallen, dass die Mindestabstände zu den vom Dichtezentrum ausgewiesenen Schutzgebieten für Kranich und Rotmilan nicht eingehalten werden. Großes Augenmerk ist hierbei auf die vorhandenen Rotmilan-Horste, welche sich im Abstand von 300 und 1200 m zu den geplanten WEA befinden, zu legen!

Bei der aktuellen Erstellung des Entwurfes „Windenergie 2027“ sind leider nicht die vom Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover erforschten und bereitgestellten Flächendaten, die als Grundlage für die Ermittlung der nachhaltigen Erzeugungspotenziale auf Ebene der Bundesländer und zur Standortsuche für Windenergieanlagen genutzt sowie zur Bestimmung eines bundesweit abgeleiteten Ausbauziels verwendet werden können, eingeflossen. Diese schaffen Voraussetzungen, die Energiewende vor Ort schnell und unter Vermeidung unnötiger Konflikte umzusetzen. Dabei bieten diese entscheidenden räumlichen Informationen reichlich Spielraum für unterschiedliche regionale sowie lokale Lösungen.

Besonderes Augenmerk lag bei der Erstellung der interaktiven Karte Windkraft auf dem sogenannten Raumwiderstand als Maß für die Stärke der Störungen von Natur und Mensch. Die wichtigsten Punkte (Störungsarten) dabei sind:

-          möglichst keine Störung für Natur und Biodiversität (Naturschutzgebiete, Nationalparks etc. scheiden als Standort aus)

-          möglichst keine akustische Störung für Menschen (gesetzlich vorgeschriebene Abstände von Siedlungen)

-          möglichst keine optische Störung für Menschen (z.B. in wichtigen Naherholungsgebieten)

Bei einer genauen Betrachtung dieser interaktiven Karte fällt besonders auf, dass unser regionales Windvorranggebiet - welches sogar noch erweitert werden soll - gar nicht zu den Flächen mit "geringem Raumwiderstand" (besonders gut geeignete Gebiete) bzw. mit "mittlerem Raumwiderstand" (Gebiete mit eingeschränkter Eignung) zählt und somit faktisch als nicht nutzbar für Windkraftanlagen anzusehen ist.

Zusätzlich liegen uns Winddaten für Deutschland von der Industrie - welche vom Deutschen Wetterdienst stammen - vor, aus denen ersichtlich ist, dass die Landkreise Jerichower Land, Mansfeld-Südharz, Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg, welcher auch die Gemeinden Schnellin und Trebitz einschließt, sowie die drei kreisfreien Städte Magdeburg, Dessau-Roßlau und Halle zu den windschwachen Landkreisen/ Städten (gemittelte Windgeschwindigkeit im Jahr < 3,30 m/s) in Sachsen-Anhalt gehören. Zu den windstarken Landkreisen (gemittelte Windgeschwindigkeit im Jahr > 3,30 m/s) in Sachsen-Anhalt hingegen gehören die Landkreise Altmarkkreis Salzwedel, Stendal, Börde, Harz, Salzlandkreis, Saalekreis und Burgenlandkreis.

Aus o.g. Gründen/ Fakten fordern wir Sie daher auf Ihren Entwurf entsprechend zu überarbeiten/ korrigieren und von einer in der Entwurfsplanung „Windenergie 2027“ dargestellten Erweiterung der Fläche unseres Windvorranggebietes (Windpark XVIII Schnellin-Trebitz) mit Lückenschluss (Beseitigung einer wichtigen Sichtachse) und Ausdehnung in Ostrichtung (für weiteren Ausbau) abzusehen und sich auf andere Gebiete zu konzentrieren.

In diesem Zusammenhang wäre natürlich auch eine Aktualisierung des Sachsen-Anhalt-Viewers wünschenswert. Vorbildlich ist hier z.B. der Bayrische Umweltatlas zu erwähnen. Das Portal „ARIS Windanlagen Sachsen-Anhalt“ des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt“ weist hier schon wesentliche Fortschritte auf, dennoch fehlen detaillierte Angaben zu den Windvorranggebieten (Darstellung/ Kennzeichnung) und Windparks (genaue Bezeichnung). Die Legende zu den einzelnen (geplanten) WEA ist teilweise jedoch fehlerhaft und nicht aktualisiert. Im ARIS-Portal ist uns zudem aufgefallen, dass die geplante WEA nicht die geforderten Mindestabstände zu den bestehenden WEA einhalten, was zugleich zu einer Leistungsminderung und zu höheren Schallwerten (Addition von Schall) führt.

Unter Beachtung der vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Studie „ACCEPT EE“ zur naturverträglichen Energiewende mit Akzeptanz und Erfahrungen vor Ort sowie des „Artenhilfsprogramm Rotmilan des Landes Sachsen-Anhalt“, verknüpft mit den neuen Daten vom Dichtezentrum Rotmilan, den neuesten Urteilen vom Europäischen Gerichtshof zur Sache und aktueller Erkenntnisse von Experten beim Immissionsschutz, wobei gern 3D-Visualisierungen mit Darstellung der Sichtachsen und Schlagschatten einbezogen werden können, gilt es alle Sachverhalte neu zu bewerten.

Während der laufenden Petition vorgeschlagene - und für uns unverzichtbare - 3D-Visualisierungen sind übrigens laut Ausführungen unserer damaligen Umwelt- und Energieministerin Frau Prof. Dalbert - während der Digitalen Sprechstunde „WINDKRAFT“ am 26.01.2021 - für das Fraunhofer Institut kein Problem und Höhenbegrenzungen sind Ihrer Aussage nach auf regionaler Ebene möglich. Das Positionspapier des Umweltbundesamtes „Auswirkungen von Mindestabständen zwischen Windenergieanlagen und Siedlungen (Auswertung im Rahmen der UBA-Studie „Flächenanalyse Windenergie an Land“) vom März 2019 ist unzureichend sowie mangelhaft und hat in keiner Weise das Thema Auswirkungen von WKA auf die Menschen bzw. ihren Siedlungsraum annähernd wissenschaftlich untersucht. Es ist eine rein statistische Abstanderfassung von WKA zu Siedlungen – mehr nicht.

Wann finden endlich die Studien, Messungen und Fakten der Wissenschaftler sowie Natur- und Umweltschützer Gehör, die schon längst auf die gravierenden Folgen des Ausbaus der Windenergie für Mensch, Umwelt und Natur verweisen?

Hier nur mal ein paar Beispiele von Prof. Dr. Klaus-Dieter Döhler (Naturwissenschaftler und Umweltschützer aus Hannover):

  • Solaranlagen heizen die Atmosphäre auf.

  • WKA fördern die Dürre, wobei die Auswirkungen des Erwärmungs- und Dürreeffekts bereits bei unserem lokalen Klima zu spüren sind.

  • Erderwärmung als systematischer Messfehler der Verstädterung.

  • Rotorblätter bzw. deren Bestandteile (BisphenolA, GFK, Balsaholz, u.a.m.) in der Herstellung und deren Entsorgung (beim Repowering) sowie stoffliche Emissionen bei Betrieb und Wartung haben eine zerstörende Wirkung für unsere Umwelt, was bereits in Ansätzen vom UBA erkannt wurde, es jedoch noch keine Lösung für die Probleme gibt. Somit sind Windkraftanlagen selbst die größten umweltzerstörenden Bauwerke, die aufgrund einer nicht zu Ende gedachten Energiewende errichtet werden, wo doch eigentlich die Umwelt geschützt werden soll.

Die Analyse der Windenergienutzung (Stand 2020) hat belegt, dass es illusorisch mit der Nutzung von Wind- und Sonnenergie eine bedarfsgerechte, sichere und preiswerte Stromversorgung realisieren zu wollen. Die Vorgaben des §1 EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) bleiben unbeachtet. Es ist und bleibt eine Utopie, weil der Flächenverbrauch viel zu hoch ist und laut Meteorologie niemals eine 100 %-ige Versorgungssicherheit (ca. 30 % Stillstand der Anlagen) gegeben ist. Hier gibt es unsererseits auch kein Verständnis für die vom Land geplanten Flächenausbauziele von 2,2 %, welche über den geplanten Bundesdurchschnitt von 1,8 % liegen. Die Gemeinden Schnellin und Trebitz liegen mit einem aktuellen Flächenanteil von 2,35 % übrigens schon jetzt - vor der geplanten Erweiterung des Windvorranggebietes - über den von der Landesregierung geplanten Zielen. Der im Entwurf „Windenergie 2027“ dargestellten Erweiterung der Fläche unseres Windvorranggebietes/ Windparks mit Lückenschluss und Ausdehnung in Ostrichtung stimmen wir aus bereits genannten Gründen nicht zu. Zudem würde eine Erweiterung mit neuen WEA zu zusätzlichen Flächenversiegelungen der fruchtbaren Böden durch die großen Betonfundamente kommen. So wird der Strom bei einem Überangebot – wegen fehlender Speichermöglichkeiten - mit Verlusten verkauft und bei Strommangel der fehlende Saldo (auch als Atom- oder Kohlestrom) teuer aus dem Ausland importiert. Steinkohle wird ebenfalls weiterhin importiert. Sieht so eine Energiewende aus und wer trägt letztendlich die zusätzlichen Kosten? Es ist zwingend an der Zeit die Zielsetzung der Energiestrategie 2050 der Bundesregierung  unter Beachtung aller relevanten Kriterien (Berücksichtigung von EE für synthetischen Brennstoffe, Umstellung der Großindustrie auf Ökostrom, u.a.m.) mit Fach- und Sachverstand zu prüfen und zu korrigieren. Bestehende Anlagen könnten beispielsweise effizienter arbeiten, wenn ein reihenweiser Betrieb mit entgegengesetzten Drehrichtungen gegeben wäre (Leistungssteigerung ca. 33 %). Bei der Planung und Genehmigung von Windkraftprojekten sollten zudem der Leitfaden „Naturschutz und Windenergie“ des Landes Sachsen-Anhalt vom 03.12.2018 und die Mitteilung der Europäischen Kommission „Leitfaden zu Windkraftprojekten und Natur-schutzvorschriften der EU“ vom 18.11.2020 (insbesondere die Punkte Vogelschutz- und Habitat-Richtlinie, Verträglichkeitsprüfung, Auswirkungen der Windenergie an Land, Repowering, Überwachung von Windkraftprojekten, Adaptives Management, …) Berücksichtigung finden. Schauen Sie sich gern den Beitrag von Roland Tichys (Chefredakteur Tichys Einblick) zur Energiewende unter folgendem Link an: https://youtu.be/87F7JWvWDAs Vielleicht verstehen Sie dann unsere Ängste und Sorgen für uns sowie viel mehr für die nachfolgenden Generationen!? Besonders auffällig ist es an dieser Stelle natürlich auch, dass gerade jetzt die kritischen Doku-Sendungen „Im Einsatz für …“ des Schauspielers Hannes Jaenicke, der sich seit 18 Jahren mit Klima- und Artenschutz und Umweltthemen beschäftigt, vom ZDF abgesetzt werden. Er äußerte sich in den Sendungen so z.B. auch gegen den Bau einiger Windparks und den damit verbundenen katastrophalen Flächenfraß. Anzumahnen bleiben auch noch die fehlende Transparenz, die unzureichenden Zeichnungsunterlagen sowie die fehlenden Protokolle auf der Website der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg. Jede weitere WEA liefert zwar auch mehr CO2-freien Strom, hat aber durch ihre Herstellung schon etliche Ressourcen und Energie verbraucht. Die Kehrseite der Medaille ist, es verschwindet immer mehr Natur und die Lebensqualität nimmt ab. Durch ein ständiges HÖHER-SCHNELLER-WEITER werden wir die Erderwärmung nicht aufhalten. Es muss auch ein Umdenken bei den Politikern und den Medien in Richtung Energieeinsparung erfolgen. Gefragt sind zukunftsweisende Lösungen und politische Rahmenbedingungen, welche einen naturverträglichen Ausbau der Erneuerbaren Energien ermöglichen sowie die Erkenntnis, dass auch Energieeffizienz und Energieeinsparung wesentliche Bestandteile der Energiewende sein müssen. Mehr Rücksicht auf die Belange des Umwelt-, Natur-, Arten- und Landschaftsschutzes sowie das Gemeinwohl erfordern zugleich sensible Abwägungen mit den Anwohner- interessen und eine für die Bevölkerung wahrnehmbare, über das gesetzlich geforderte Niveau hinausgehende Verantwortung.    

Bitte akzeptieren Sie unseren Widerspruch, korrigieren Sie Ihren Entwurf und lassen Sie uns den Irrsinn stoppen sowie nach für Mensch und Natur verträglichen Lösungen suchen. Jetzt ist das weitere Handeln der Regionalen Planungsgemeinschaft sowie der Landesregierung gefragt und wir appellieren dabei an das Gemeinwohl aller sowie eine unbeschwerte Zukunft der nächsten Generationen zu denken!

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001657_001 ID Stellungnehmer: 1001792
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXVI Trebitz/Schnellin
Inhalt

Uns allen ist der Klimawandel mit seinen verheerenden Auswirkungen bekannt und wir unterstützen natürlich die Energiewende als gesamt-gesellschaftliches Anliegen. In Trebitz akzeptieren die Anwohner/ Anwohnerinnen Erneuerbare Energieanlagen (EE-Anlagen) mehrheitlich und schätzen den bereits geleisteten Klimaschutzbeitrag der bestehenden lokalen Windenergieanlagen (WEA) im Windpark XVIII Schnellin-Trebitz, wobei der Naturschutzbeitrag jedoch zu gering ist.

Mit großem Interesse und besonderer Sorgfalt haben wir den Entwurf  zur Neuaufstellung des Raumordnungsplans Sachlicher Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ studiert und können diesem in vorgelegter Form nicht zustimmen. Durch die bereits existierenden Windräder vor unserer Ortschaft haben wir in den letzten 25 Jahren bereits etliche Einschränkungen (Lärm, Grundstücksentwertung, Reduzierung von Vogel- und Tierarten, …) hinnehmen müssen. Die Lebensqualität in unserer Ortschaft ist seit der Wende durch den Ausbau der der durchgehenden Bundestraße B 182, die umliegenden Windräder sowie die Abschaffung/ Einstellung der Regionalbahn erheblich gesunken.

Die Folgen sind:

  • Grundstücksentwertung - Abwanderung

  • Die Folgen/ Nebenwirkungen der bestehenden WEA und der ausgebauten Bundesstraße - an welcher ca. 50 % der Ortsbevölkerung wohnen - bewegen sich bereits an der Akzeptanzgrenze der Kommune, die wachsenden Auswirkungen auf Natur- und Artenschutz, das veränderte Landschaftsbild und die störenden Immissionen (Schall, Infraschall, Schattenwurf, weiterer Verlust der Artenvielfalt, …) sind jedenfalls für uns nicht akzeptabel und jede weitere Anlage würde die Situation noch verschlechtern. Aus diesem Grunde wurde auch im Jahre 2020 eine Petition gegen das geplante Repowering gegründet, welche von Bürgerinnen und Bürgern mit mehr als 400 Unter-schriften unterstützt wurde/ wird. Mittlerweile wurde aus dem geplanten Repowering (Austausch alter WEA durch neue effizientere WEA, meist in geringerer Anzahl und möglichst mit Batteriespeichern) ein Antrag auf Erweiterung, wodurch die Verträge zwischen Investor und Flächeneigentümer nun seitens des Investors nicht mehr den Vertragsbedingungen entsprechen, was verständlich zu Unmut in der Bevölkerung führt.

Bereits bei den bestehenden Anlagen wurde weder gewissenhaft gearbeitet noch erfolgreich geprüft. So wurde z.B. ein behördlich angeordnetes Schlagopfermonitoren – angeblich aus Aufwandsgründen -  einfach in ein Gondelmonitoring abgewandelt. Wer darf denn so etwas entscheiden und ist diese Entscheidung gesetzeskonform? Das wahre Ergebnis zeigt sich an den realen Schlagopfern, so sind beispielsweise allein im Mai 2021 zwei Schlagopfer in o.g. Gebiet zu registrieren.

An dieser Stelle muss ebenfalls die Rolle der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg hinterfragt werden, welche aus unserer Sicht bereits eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die Ausweisung von Windeignungs- oder Windvorranggebieten bzw. die  Errichtung von WEA zu erstellen hat und diese nicht im späteren Genehmigungsprozess auf die Untere Naturschutzbehörde abwälzen kann. So wäre z.B. bereits im Vorfeld der Planungen aufgefallen, dass die Mindestabstände zu den vom Dichtezentrum ausgewiesenen Schutzgebieten für Kranich und Rotmilan nicht eingehalten werden. Großes Augenmerk ist hierbei auf die vorhandenen Rotmilan-Horste, welche sich im Abstand von 300 und 1200 m zu den geplanten WEA befinden, zu legen!

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Hinweise beziehen sich auf das rechtskräftig ausgewiesene Vorranggebiet des STP Wind 2018, welches mit 8 Windenergieanlagen bebaut ist. Im direkten Umfeld des Vorranggebietes wurden weitere 7 Anlagen rechtmäßig errichtet. Die Hinweise sind für das vorliegende Planverfahren nicht abwägungsrelevant.
Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Unteren Immissionsschutzbehörde.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Auf Ebene der Regionalplanung ist gemäß § 8 ROG eine strategische Umweltprüfung durchzuführen. Erst auf Vorhabenebene kann eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden, da erst dann die Standorte und Typen der Windenergieanlagen und deren Zuwegungen und Nebenanlagen bekannt sind. Sowohl zum STP Wind 2018 als auch zum 1. Entwurf des STP Wind 2027 ist eine Umweltprüfung gemäß § 8 ROG erfolgt.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001657_002 ID Stellungnehmer: 1001792
Windenergie 2027
Inhalt

Die Akzeptanzgrenze der Kommune ist auch nicht durch das vom Landtag am 11.09.2025 beschlossene „Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz“ - welches aus unserer Sicht vor allem Vorteile und Gewinne für die Investoren/ Betreiber bringt - zu verschie-ben/ korrigieren! 

Die lokale Akzeptanz von Erneuerbaren Energieanlagen ist bekanntlich von fünf Faktoren abhängig:

-          Wirtschaftliche Auswirkungen

-          Einstellung zur Energiewende

-          Belastung für Natur und Mensch

-          Vertrauen in Akteure/ Akteurinnen

-          Soziale Normen

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001657_003 ID Stellungnehmer: 1001792
Planungskonzeption
Inhalt

Bei der aktuellen Erstellung des Entwurfes „Windenergie 2027“ sind leider nicht die vom Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover erforschten und bereitgestellten Flächendaten, die als Grundlage für die Ermittlung der nachhaltigen Erzeugungspotenziale auf Ebene der Bundesländer und zur Standortsuche für Windenergieanlagen genutzt sowie zur Bestimmung eines bundesweit abgeleiteten Ausbauziels verwendet werden können, eingeflossen. Diese schaffen Voraussetzungen, die Energiewende vor Ort schnell und unter Vermeidung unnötiger Konflikte umzusetzen. Dabei bieten diese entscheidenden räumlichen Informationen reichlich Spielraum für unterschiedliche regionale sowie lokale Lösungen.

Besonderes Augenmerk lag bei der Erstellung der interaktiven Karte Windkraft auf dem sogenannten Raumwiderstand als Maß für die Stärke der Störungen von Natur und Mensch. Die wichtigsten Punkte (Störungsarten) dabei sind:

-          möglichst keine Störung für Natur und Biodiversität (Naturschutzgebiete, Nationalparks etc. scheiden als Standort aus)

-          möglichst keine akustische Störung für Menschen (gesetzlich vorgeschriebene Abstände von Siedlungen)

-          möglichst keine optische Störung für Menschen (z.B. in wichtigen Naherholungsgebieten)

Bei einer genauen Betrachtung dieser interaktiven Karte fällt besonders auf, dass unser regionales Windvorranggebiet - welches sogar noch erweitert werden soll - gar nicht zu den Flächen mit "geringem Raumwiderstand" (besonders gut geeignete Gebiete) bzw. mit "mittlerem Raumwiderstand" (Gebiete mit eingeschränkter Eignung) zählt und somit faktisch als nicht nutzbar für Windkraftanlagen anzusehen ist.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Die vom Bund beauftragte Studie "Analyse der Flächenverfügbarkeit für Windenergie an Land post-2030" (Fraunhofer IEE, Guiedehouse, Stiftung Umweltenergierecht, Bosch & Partner. 2022) zur Ermittlung des bundesweiten Flächenpotenzials diente der vergleichbaren Einschätzung des Flächenpotenzials und war Basis des WindBG. Diese Studie diente nicht dazu, konkrete Potenzialflächen zu identifizieren.

Bei den vom Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover erforschten und bereitgestellten Flächendaten handelt es sich um ein Informationsangebot.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001657_004 ID Stellungnehmer: 1001792
Planungskonzeption
Inhalt

Zusätzlich liegen uns Winddaten für Deutschland von der Industrie - welche vom Deutschen Wetterdienst stammen - vor, aus denen ersichtlich ist, dass die Landkreise Jerichower Land, Mansfeld-Südharz, Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg, welcher auch die Gemeinden Schnellin und Trebitz einschließt, sowie die drei kreisfreien Städte Magdeburg, Dessau-Roßlau und Halle zu den windschwachen Landkreisen/ Städten (gemittelte Windgeschwindigkeit im Jahr < 3,30 m/s) in Sachsen-Anhalt gehören. Zu den windstarken Landkreisen (gemittelte Windgeschwindigkeit im Jahr > 3,30 m/s) in Sachsen-Anhalt hingegen gehören die Landkreise Altmarkkreis Salzwedel, Stendal, Börde, Harz, Salzlandkreis, Saalekreis und Burgenlandkreis.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

In Planungsstufe 1 der Planungskonzeption (siehe Kapitel 2.1.2) wurde die Windhöffigkeit der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg ermittelt. Aufgrund der technischen Weiterentwicklung der Windenergieanlagen kann nun auch in windschwächeren Gebieten die Windkraft effizient genutzt werden. Bereits in einer Höhe von 80 m über Grund ist eine ausreichende Windhöffigkeit gegeben und die wirtschaftliche Windkraftnutzung möglich. Unter Anwendung der Referenzanlage mit 250 m Gesamthöhe ist in jedem Falle von einer wirtschaftlichen Nutzung auszugehen. Anhand des Statistischen Windfeldmodelles des Deutschen Wetterdienstes zur Windhöffigkeit in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg wird nachgewiesen, dass die gesamte Planungsregion für die Erzeugung von Windenergie geeignet ist. Die Flächen für die Nutzung der Windenergie müssen nicht den bestmöglichen Ertrag gewährleisten, aber eine angemessene Nutzung ermöglichen.

StN-ID: 1001657_005 ID Stellungnehmer: 1001792
Windenergie 2027
Inhalt

In diesem Zusammenhang wäre natürlich auch eine Aktualisierung des Sachsen-Anhalt-Viewers wünschenswert. Vorbildlich ist hier z.B. der Bayrische Umweltatlas zu erwähnen. Das Portal „ARIS Windanlagen Sachsen-Anhalt“ des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt“ weist hier schon wesentliche Fortschritte auf, dennoch fehlen detaillierte Angaben zu den Windvorranggebieten (Darstellung/ Kennzeichnung) und Windparks (genaue Bezeichnung). Die Legende zu den einzelnen (geplanten) WEA ist teilweise jedoch fehlerhaft und nicht aktualisiert. Im ARIS-Portal ist uns zudem aufgefallen, dass die geplante WEA nicht die geforderten Mindestabstände zu den bestehenden WEA einhalten, was zugleich zu einer Leistungsminderung und zu höheren Schallwerten (Addition von Schall) führt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Das ARIS ist kein Planinhalt.

StN-ID: 1001657_006 ID Stellungnehmer: 1001792
Windenergie 2027
Inhalt

Unter Beachtung der vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Studie „ACCEPT EE“ zur naturverträglichen Energiewende mit Akzeptanz und Erfahrungen vor Ort sowie des „Artenhilfsprogramm Rotmilan des Landes Sachsen-Anhalt“, verknüpft mit den neuen Daten vom Dichtezentrum Rotmilan, den neuesten Urteilen vom Europäischen Gerichtshof zur Sache und aktueller Erkenntnisse von Experten beim Immissionsschutz, wobei gern 3D-Visualisierungen mit Darstellung der Sichtachsen und Schlagschatten einbezogen werden können, gilt es alle Sachverhalte neu zu bewerten.

Während der laufenden Petition vorgeschlagene - und für uns unverzichtbare - 3D-Visualisierungen sind übrigens laut Ausführungen unserer damaligen Umwelt- und Energieministerin Frau Prof. Dalbert - während der Digitalen Sprechstunde „WINDKRAFT“ am 26.01.2021 - für das Fraunhofer Institut kein Problem und Höhenbegrenzungen sind Ihrer Aussage nach auf regionaler Ebene möglich. Das Positionspapier des Umweltbundesamtes „Auswirkungen von Mindestabständen zwischen Windenergieanlagen und Siedlungen (Auswertung im Rahmen der UBA-Studie „Flächenanalyse Windenergie an Land“) vom März 2019 ist unzureichend sowie mangelhaft und hat in keiner Weise das Thema Auswirkungen von WKA auf die Menschen bzw. ihren Siedlungsraum annähernd wissenschaftlich untersucht. Es ist eine rein statistische Abstanderfassung von WKA zu Siedlungen – mehr nicht.

Wann finden endlich die Studien, Messungen und Fakten der Wissenschaftler sowie Natur- und Umweltschützer Gehör, die schon längst auf die gravierenden Folgen des Ausbaus der Windenergie für Mensch, Umwelt und Natur verweisen?

Hier nur mal ein paar Beispiele von Prof. Dr. Klaus-Dieter Döhler (Naturwissenschaftler und Umweltschützer aus Hannover):

  • Solaranlagen heizen die Atmosphäre auf.

  • WKA fördern die Dürre, wobei die Auswirkungen des Erwärmungs- und Dürreeffekts bereits bei unserem lokalen Klima zu spüren sind.

  • Erderwärmung als systematischer Messfehler der Verstädterung.

  • Rotorblätter bzw. deren Bestandteile (BisphenolA, GFK, Balsaholz, u.a.m.) in der Herstellung und deren Entsorgung (beim Repowering) sowie stoffliche Emissionen bei Betrieb und Wartung haben eine zerstörende Wirkung für unsere Umwelt, was bereits in Ansätzen vom UBA erkannt wurde, es jedoch noch keine Lösung für die Probleme gibt. Somit sind Windkraftanlagen selbst die größten umweltzerstörenden Bauwerke, die aufgrund einer nicht zu Ende gedachten Energiewende errichtet werden, wo doch eigentlich die Umwelt geschützt werden soll.

Die Analyse der Windenergienutzung (Stand 2020) hat belegt, dass es illusorisch mit der Nutzung von Wind- und Sonnenergie eine bedarfsgerechte, sichere und preiswerte Stromversorgung realisieren zu wollen. Die Vorgaben des §1 EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) bleiben unbeachtet. Es ist und bleibt eine Utopie, weil der Flächenverbrauch viel zu hoch ist und laut Meteorologie niemals eine 100 %-ige Versorgungssicherheit (ca. 30 % Stillstand der Anlagen) gegeben ist.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange des Artenschutzes und Visualisierungen sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001657_007 ID Stellungnehmer: 1001792
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXVI Trebitz/Schnellin
Inhalt

Der im Entwurf „Windenergie 2027“ dargestellten Erweiterung der Fläche unseres Windvorranggebietes/ Windparks mit Lückenschluss und Ausdehnung in Ostrichtung stimmen wir aus bereits genannten Gründen nicht zu (siehe Stellungnahme ID 1001657_001).

Zudem würde eine Erweiterung mit neuen WEA zu zusätzlichen Flächenversiegelungen der fruchtbaren Böden durch die großen Betonfundamente kommen. 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Eine einzelne Windenergieanlage samt Fundament, Kranstellfläche und Zuwegung versiegelt im Schnitt rund 0,5 ha an landwirtschaftlicher Fläche während ihrer Betriebszeit dauerhaft. (FA Wind 2023, 15. In: https://www.fachagentur-windenergie.de/fileadmin/files/Windenergie_im_Wald/FA-Wind_Analyse_Wind_im_Wald_8Auflage_2023.pdf)

Auf den übrigen Flächen kann die landwirtschaftliche Nutzung weiter ausgeübt werden. Aufgrund der erforderlichen Abstände der Windenergieanlagen untereinander, die i.d.R. das Fünffache des Rotordurchmessers in Hauptwindrichtung und das Dreifache in Nebenwindrichtung betragen, ist die Errichtung von Windenergieanlagen auf eine begrenzte Anzahl beschränkt. Unter Ausnutzung vorhandener Straßen- und Wegebeziehungen können die Flächenverluste der landwirtschaftlichen Nutzflächen minimiert werden. Die daraus resultierende dauerhafte Versiegelung landwirtschaftlicher Fläche während der Betriebsphase der Windenenergieanlagen ist somit auf wenige Hektar begrenzt.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001657_008 ID Stellungnehmer: 1001792
Windenergie 2027
Inhalt

So wird der Strom bei einem Überangebot – wegen fehlender Speichermöglichkeiten - mit Verlusten verkauft und bei Strommangel der fehlende Saldo (auch als Atom- oder Kohlestrom) teuer aus dem Ausland importiert. Steinkohle wird ebenfalls weiterhin importiert. Sieht so eine Energiewende aus und wer trägt letztendlich die zusätzlichen Kosten? Es ist zwingend an der Zeit die Zielsetzung der Energiestrategie 2050 der Bundesregierung  unter Beachtung aller relevanten Kriterien (Berücksichtigung von EE für synthetischen Brennstoffe, Umstellung der Großindustrie auf Ökostrom, u.a.m.) mit Fach- und Sachverstand zu prüfen und zu korrigieren. Bestehende Anlagen könnten beispielsweise effizienter arbeiten, wenn ein reihenweiser Betrieb mit entgegengesetzten Drehrichtungen gegeben wäre (Leistungssteigerung ca. 33 %). Bei der Planung und Genehmigung von Windkraftprojekten sollten zudem der Leitfaden „Naturschutz und Windenergie“ des Landes Sachsen-Anhalt vom 03.12.2018 und die Mitteilung der Europäischen Kommission „Leitfaden zu Windkraftprojekten und Natur-schutzvorschriften der EU“ vom 18.11.2020 (insbesondere die Punkte Vogelschutz- und Habitat-Richtlinie, Verträglichkeitsprüfung, Auswirkungen der Windenergie an Land, Repowering, Überwachung von Windkraftprojekten, Adaptives Management, …) Berücksichtigung finden. Schauen Sie sich gern den Beitrag von Roland Tichys (Chefredakteur Tichys Einblick) zur Energiewende unter folgendem Link an: https://youtu.be/87F7JWvWDAs Vielleicht verstehen Sie dann unsere Ängste und Sorgen für uns sowie viel mehr für die nachfolgenden Generationen!? Besonders auffällig ist es an dieser Stelle natürlich auch, dass gerade jetzt die kritischen Doku-Sendungen „Im Einsatz für …“ des Schauspielers Hannes Jaenicke, der sich seit 18 Jahren mit Klima- und Artenschutz und Umweltthemen beschäftigt, vom ZDF abgesetzt werden. Er äußerte sich in den Sendungen so z.B. auch gegen den Bau einiger Windparks und den damit verbundenen katastrophalen Flächenfraß.

Anzumahnen bleiben auch noch die fehlende Transparenz, die unzureichenden Zeichnungsunterlagen sowie die fehlenden Protokolle auf der Website der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg.

Jede weitere WEA liefert zwar auch mehr CO2-freien Strom, hat aber durch ihre Herstellung schon etliche Ressourcen und Energie verbraucht. Die Kehrseite der Medaille ist, es verschwindet immer mehr Natur und die Lebensqualität nimmt ab. Durch ein ständiges HÖHER-SCHNELLER-WEITER werden wir die Erderwärmung nicht aufhalten. Es muss auch ein Umdenken bei den Politikern und den Medien in Richtung Energieeinsparung erfolgen. Gefragt sind zukunftsweisende Lösungen und politische Rahmenbedingungen, welche einen naturverträglichen Ausbau der Erneuerbaren Energien ermöglichen sowie die Erkenntnis, dass auch Energieeffizienz und Energieeinsparung wesentliche Bestandteile der Energiewende sein müssen. Mehr Rücksicht auf die Belange des Umwelt-, Natur-, Arten- und Landschaftsschutzes sowie das Gemeinwohl erfordern zugleich sensible Abwägungen mit den Anwohner- interessen und eine für die Bevölkerung wahrnehmbare, über das gesetzlich geforderte Niveau hinausgehende Verantwortung.    

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Alle Unterlagen für die Durchführung einer ordnungsgemäßen öffentlichen Beteiligung am Aufstellungs- oder Änderungsverfahren von Raumordnungsplänen wurden und werden auf der Homepage https://www.planungsregion-abw.de/ vorgehalten. Ab der VI. Wahlperiode werden alle Protokolle und Präsentationen der Sitzungen der Regionalversammlung ebenso auf o.g. Internetseite eingestellt.

StN-ID: 1001657_009 ID Stellungnehmer: 1001792
Planungskonzeption
Inhalt

Hier gibt es unsererseits auch kein Verständnis für die vom Land geplanten Flächenausbauziele von 2,2 %, welche über den geplanten Bundesdurchschnitt von 1,8 % liegen. Die Gemeinden Schnellin und Trebitz liegen mit einem aktuellen Flächenanteil von 2,35 % übrigens schon jetzt - vor der geplanten Erweiterung des Windvorranggebietes - über den von der Landesregierung geplanten Zielen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Allerdings ist eine Gleichverteilung im Sinne eines Herunterbrechens des Flächenbeitragwertes auf jede Kommune der Planungsregion aufgrund der fachrechtlichen und naturräumlichen Gegebenheiten nicht möglich, sodass innerhalb der Planungsregion nur mit dem Solidarprinzip der geforderte Flächenbeitragswert von mindestens 1,9 % (bis 31.12.2027) bzw. 2,3 % (bis 31.12.2032) erreicht werden kann.

StN-ID: 1001658 ID Stellungnehmer: 1001779
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIV Thurland
Inhalt

Ich wohne in Wolfen, Ortsteil Steinfurth. Seit längerer Zeit habe ich erhebliche Probleme mit meiner Nachtruhe. In der Nacht höre ich fortlaufend ein leises, aber deutlich wahrnehmbares Summen oder Brummen, ähnlich dem Geräusch eines Trafohäuschens. Dieses scheint aus Richtung Bobbau zu kommen. Ich vermute, dass die Ursache in den umliegenden Windkraftanlagen liegt.

Das dauerhafte Geräusch beeinträchtigt meinen Schlaf erheblich. Dadurch fühle ich mich tagsüber erschöpft und kann mich nur schwer konzentrieren. Ich empfinde dies als eine deutliche Einschränkung meiner Lebensqualität.

Darüber hinaus kommt es in unserer Region immer wieder zu kurzen Stromunterbrechungen („Mikro-Stromausfällen“), bei denen sich beispielsweise mein Drucker mitten in der Nacht neu startet, offenbar aufgrund von Spannungsschwankungen. Ich bitte um Klärung, ob diese Probleme möglicherweise im Zusammenhang mit den Windkraftanlagen stehen.

Ich habe außerdem einige Fragen, die mir wichtig sind:

  1. Warum werden in unserer Region immer mehr Windräder errichtet, während in anderen Bundesländern deutlich weniger stehen?

  2. Warum erzeugen manche Windkraftanlagen ein solches Summen oder Brummen, und welche Maßnahmen können dagegen ergriffen werden?

  3. Gibt es aktuelle Lärmmessungen oder Gutachten zu den Windkraftanlagen im Bereich Bobbau/Wolfen-Steinfurth?

Ein Video, das aus meinem Schlafzimmer aufgenommen wurde und ein Windrad zeigt hätte ich auch. Kann es leider hier nicht hochladen. Wenn künftig noch höhere Anlagen errichtet werden, werden diese über die bestehenden Bäume und Häuser hinausragen, was voraussichtlich zu weiteren Beeinträchtigungen führt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu Frage 1: Gemäß § 3 Absatz 1 WindBG ist in jedem Bundesland ein prozentualer Anteil der Landesfläche nach Maßgabe der Anlage (Flächenbeitragswert) für die Windenergie an Land auszuweisen. Mit Inkrafttreten des Windenergieflächenbedarfsgesetzes (WindBG) erwächst für das Land Sachsen-Anhalt die Pflicht, entsprechend Anlage 1 zu § 3 Absatz 1 WindBG bis zum Stichtag vom 31.12.2027 1,8 % der Landesfläche für Windenergieflächen zur Verfügung zu stellen. Bis zum 31.12.2032 sind 2,2 % der Landesfläche als Windenergiegebiete auszuweisen. Die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg hat gemäß Anlage zu § 9a LEntwG LSA zum Stichtag vom 31.12.2027 auf 1,9 % ihrer Planungsregionsfläche Windenergiegebiete auszuweisen. Am 31.12.2032 muss der Flächenbeitragswert 2,3 % betragen.

Abwägungsentscheidung

Im STP Wind 2018 wurden 22 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie mit der Wirkung von Eignungsgebieten, die den außergebietlichen Ausschluss raumbedeutsamer Windenergieanlagen bewirkten, auf einer Fläche von 3.590 ha (35,9 km²) festgelegt. Die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg umfasst 363.340 ha (3.633,4 km²) (Anlage zu § 9a LEntwG LSA). Die Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie mit der Wirkung von Eignungsgebieten entsprechen einem Anteil an der Gesamtfläche der Planungsregion von 0,99 %.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

zu den Fragen 2 und 3: Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Unteren Immissionsschutzbehörde beim Landkreis Anhalt-Bitterfeld.

StN-ID: 1001659 ID Stellungnehmer: 1001794
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > I Annaburg
Inhalt

Ich bin gegen den weiteren Aufbau von Windkraftanlagen in unserer ländlichen Heimat. Die energetische Versorgung ist durch vorhandene Windräder und Solaranlagen ausreichend! Ein weiterer Ausbau in der dargestellten Größenordnung bedeutet Gesundheitsschäden und verschandelt das Bild unserer idyllischen und naturbelassenen Gegend. Nicht nur wir Menschen, sondern auch der Lebensraum bzw. -Qualität von Tier- und Pflanzenwelt sehe ich erheblich bedroht! Aus persönlicher Erfahrung (zwei Windräder, ca. 450 m neben unserem Grundstück) bin ich strikt gegen weiteren Ausbau. Ständige Betriebsgeräusche beeinträchtigen mich stark. 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001660 ID Stellungnehmer: 1001795
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > I Annaburg
Inhalt

Ich bin gegen den Bau von Windrädern in Annaburg.

Meiner Meinung nach wurden die Pläne rund um Windenergie nicht transparent behandelt. Viele Bürger wissen nichts von der Thematik und den Beschlüssen die bereits getroffen wurden und noch verhandelt werden. Außerdem wird es vor allem älteren Menschen schwer gemacht ihre Meinung zu äußern, da die meisten nicht in der Lage sind so eine Stellungnahme zu schreiben. Daher ist die Anzahl der Stellungnahmen nicht repräsentativ für die betroffene Bevölkerung.

Fernab sehe ich im Bau von Windrädern weitere Nachteile. Den gesundheitlichen Aspekt sehe ich als besondere Bedrohung für die Menschen. Durch Infraschallwellen wird mit den Windkraft-Vorhaben bewusst die Gesundheit von den Menschen der betroffenen Umgebung gefährdet. Das sollte von der Stadt eindeutig im Interesse der Bevölkerung verhindert werden!

Des Weiteren sind Windräder für das Sterben von Fledermäusen und Vögeln verantwortlich, was in meinen Augen weit entfernt von der vorgegaukelten "grünen Energie" ist. Gemeinsam mit der Tatsache, dass durch die Beeinflussung des Windstroms auch die Flora durch Windräder beeinträchtigt wird, sehe ich in den Plänen eine bewusste Inkaufnahme von Umweltschädigung. Besonders die hier lebenden seltenen Tierarten wie beispielsweise Wiedehopf, Wiesenweihe, Seeadler und verschiedenste Fledermäuse sollten durch den Menschen geschützt und nicht gefährdet werden! 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen, u.a. für Fledermäuse, erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung.

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung und ihrer möglichen Auswirkungen auf das umgebende Mikroklima sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Das Aufstellungsverfahren zum Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ wird gemäß § 9 ROG i.V.m. § 7 LEntwG LSA unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt. Alle Verfahrensschritte werden in den Amtsblättern der Mitglieder (Landkreise Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg und kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau) sowie auf der Homepage der Regionalen Planungsgemeinschaft rechtzeitig bekannt gegeben. Die Sitzungen der Regionalversammlung sind öffentlich und werden ebenda bekannt gemacht. Darüber hinaus wurden Zwischenstände der Planung in den Amtsblättern veröffentlicht. In der MZ sowie zahlreichen kommunalen Amtsblättern wurde eine Pressemitteilung über die Beteiligungsmöglichkeit zum 1. Entwurf herausgegeben. Während der öffentlichen Beteiligungsfrist besteht jederzeit die Möglichkeit, seine Bedenken und Anregungen zur Niederschrift in den Bürgerämtern der Mitglieder oder der Geschäftsstelle zu äußern.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001661 ID Stellungnehmer: 1001796
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > I Annaburg
Inhalt

Ich bin gegen den Bau von Windrädern im Annaburger Gebiet.

Vor allem durch den Infraschall, welcher bereits in Studien bewiesen wurde, befürchte ich starke negative Konsequenzen für meine Gesundheit. Windräder gefährden dementsprechend nicht nur meine eigene Gesundheit, sondern auch die, der gesamten Bevölkerung. Außerdem ist es nicht nur eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit, sondern auch eine enorme Gefahr für unsere vielfältige Tierwelt. Windräder sind eine große Ursache für beispielsweise Vögel, welche durch die Rotoren geschreddert werden oder für Fledermäuse, welche qualvoll verenden, weil deren Blutgefäße aufplatzen. Andere Beispiele sind Wiedehopf oder Wiesenweihe, welche sich bereits auf der Roten Liste befinden. Der Bau von Windrädern ist dementsprechend eine Gefährdung für unsere gesamte Flora & Fauna!Auf dem ländlichen Raum sind die Menschen erfreut über die naturnahe Landschaft und Umwelt. Durch den Bau der geplanten Windräder wird unsere Heimat skrupellos verschändelt.

Abschließend möchte ich anmerken, dass die eingereichten Stellungnahmen nicht die gesamte Bevölkerung widerspiegeln, da zum Beispiel älteren Menschen, welche im Umgang mit Technik nicht sehr vertraut sind, keine Chance für Meinungsäußerung gelassen wird. Außerdem wurde über das Thema allgemein nicht ausreichend informiert, da ein Großteil der Bevölkerung auch mitten in der Planungsphase noch nichts davon mitbekommen hat.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und
Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21)

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen, u. a. für Fledermäuse, erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung.

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Das Aufstellungsverfahren zum Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ wird gemäß § 9 ROG i.V.m. § 7 LEntwG LSA unter Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt. Alle Verfahrensschritte werden in den Amtsblättern der Mitglieder (Landkreise Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg und kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau) sowie auf der Homepage der Regionalen Planungsgemeinschaft rechtzeitig bekannt gegeben. Die Sitzungen der Regionalversammlung sind öffentlich und werden ebenda bekannt gemacht. Darüber hinaus wurden Zwischenstände der Planung in den Amtsblättern veröffentlicht. In der MZ sowie zahlreichen kommunalen Amtsblättern wurde eine Pressemitteilung über die Beteiligungsmöglichkeit zum 1. Entwurf herausgegeben. Während der öffentlichen Beteiligungsfrist besteht jederzeit die Möglichkeit, seine Bedenken und Anregungen zur Niederschrift in den Bürgerämtern der Mitglieder oder der Geschäftsstelle zu äußern.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001662 ID Stellungnehmer: 1001793
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Durch die Ausweisung der Windvorranggebiete in dem Bereich um Schmerz wird meine Familie und ich stark tangiert durch:
- Gesundheitliche Belastungen als Anwohner
- Verlust der Lebensqualität
- Verlust des Naherholungsgebiets
- Gefährdung geschützter Tierarten
- Wertverlust unserer Grundstücke

Damit für meine Familie und mich ein gesundes und lebenswertes Wohnen im Naturpark Dübener Heide weiterhin möglich bleibt, fordere ich Sie auf, Ihre Planung entsprechend zu überdenken und anzupassen.

1. Die zusätzliche Auswahl des Vorranggebietes XIX Schmerz, mitten im Wald des Naturpark Dübener Heide, in alle Himmelsrichtungen unmittelbar angrenzende Dörfer Gröbern, Gossa, Schmerz, Schköna und Hohenlubast, ist höchst unglücklich und kann ebenso durch kein „Akzeptanzprogramm“ nachvollzogen werden. Der Ausblick, zukünftig von beiden Windvorranggebieten „eingekesselt“ zu sein, stellt höchstes Konfliktpotenzial dar.

2. Ebenfalls ist dies auch nicht durch den eingeräumten Vorrang der Gewinnung regenerativer Energien und die vermeintlich damit zu erreichenden Klimaziele zu rechtfertigen. Die Planung ist vielmehr gesetzeswidrig. Gemäß den Bestimmungen des Raumordnungsgesetzes sind bei der Aufstellung der Raumordnungspläne die öffentlichen und privaten Belange, soweit sie auf der jeweiligen Planungsebene erkennbar und von Bedeutung sind, gegeneinander und untereinander abzuwägen. Wie oben erwähnt, befindet sich das Windvorranggebiet Schmerz vollständig im Naturpark Dübener Heide. Dies ist unzulässig. Die Zulässigkeit ergibt sich nicht aus dem nunmehr eingeführten § 26 Abs. 3 BNatSchG, wonach in einem Landschaftsschutzgebiet die Errichtung und der Betrieb von Windenergieanlagen nicht verboten ist, wenn sich deren Standort in einem Windenergiegebiet des Windenergieflächenbedarfsgesetzes (WindBG) befindet oder außerhalb von für die Windenergienutzung ausgewiesenen Gebieten, bis gemäß § 5 WindBG festgestellt wurde, dass das jeweilige Land den Flächenbeitragswert nach Anlage 1 Spalte 2 des WindBG oder der jeweilige regionale oder kommunale Planungsträger ein daraus abgeleitetes Teilflächenziel erreicht hat. Denn eine entsprechende Regelung für Naturparke (§ 27 BNatSchG) existiert nicht.

Auch wenn Naturparke gemäß § 27 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG überwiegend Landschaftsschutzgebiete oder Naturschutzgebiete sind, ist eine planwidrige Regelungslücke, die Voraussetzung für die zwischen den Beteiligten diskutierte analoge Anwendung der Vorschrift wäre, nicht erkennbar. Insbesondere hätte der Gesetzgeber eine dem § 26 Abs. 3 BNatSchG entsprechende Regelung ohne weiteres auch für Naturparke schaffen oder jedenfalls einen entsprechenden Verweis auf diese Vorschrift bezogen auf diejenigen Teile des Naturparks, die Landschaftsschutzgebiete sind, einfügen können. Dies ist nicht erfolgt. Damit wird deutlich, dass Naturparke explizit unberührt bleiben sollen.

3. Im Übrigen widerspricht die Festsetzung eines 142 ha großen Windvorranggebietes im Naturpark Dübener Heide den Entwicklungszielen der Verordnung über den Naturpark Dübener Heide vom 20. Juni 2002. Nach deren Entwicklungszielen sollen große zusammenhängende Waldgebiete mit typischen Waldwiesen und Mooren etc. bewahrt werden. Gegen dieses Entwicklungsziel spricht die Einbringung eines derart großen Windvorranggebietes mitten in den Wald der Dübener Heide. Durch die Ausweisung als Windvorranggebiete würde es zu einer Zerstückelung des Waldes mit den daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf das Waldbinnenklima kommen und ein „großes zusammenhängendes Waldgebiet“ in diesem Sinne ad absurdum führen.

Denn es ist zusätzlich zu bedenken, dass nicht nur die eigentlichen Standorte der Windenergieanlagen gerodet werden müssen. Vielmehr müssen auch die Bäume im Bereich der Kranstellflächen und Erschließungswege samt Kurvenradien für den Transport der riesigen Bauteile der Windenergieanlagen sowie für Kabeltrassen und Transformatorstandorte in großem Umfang beseitigt werden. Dadurch gehen gerade die häufig an den Wegrändern stehenden Altbäume verloren und der Wald wird in einer Weise zerstückelt, dass der Lebensraum für Arten, die großflächige Waldbereiche benötigen, verloren geht.

4. Im Weiteren ist festzustellen, dass auch die Thematik der Einbringung von Windenergieanlagen generell in einem Waldgebiet in den Planungsunterlagen nicht betrachtet wurde. Zwar ist das Verbot der Umwandlung von Wald zugunsten von Windenergieanlagen aktuell aufgehoben worden, dies entbindet aber nicht von einer Prüfung und Bewertung, zumal es ja einen Sinn hatte und nur aufgrund der unsäglichen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts dazu aufgehoben wurde, die aber nichts mit der eigentlichen Konfliktthematik Wald und Windenergieanlagen zu tun hatte.

Im Hinblick auf die Trockenheit der letzten Jahre, von denen die Dübener Heide überproportional betroffen ist, sind vielmehr sämtliche Auswirkungen zu betrachten. Nur als Beispiel einer unterlassenden Betrachtung und Bewertung ist die Brandgefahr zu benennen, die durch den Klimawandel überproportional zugenommen hat und durch den Betrieb der technischen Anlagen und die daraus resuletierende weitere Bodenaustrocknung noch weiter steigt.

5. Bundesweit ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Brandereignissen an Windkraftanlagen gekommen. Aufgrund ihrer Höhe können die Anlagen nicht gelöscht werden, sondern es ist gängige Praxis der Feuerwehren, diese kontrolliert abbrennen zu lassen. Dadurch kommt es zu einer weiträumigen Verteilung brennender Teile und damit zu einer extrem erhöhten Waldbrandgefahr. Wie bereits ausgeführt leiden die Wälder in Sachsen-Anhalt und insbesondere auch in der Heide unter der Trockenheit. Dies wird sich in Zukunft weitergehend erhöhen. Eine Betrachtung derartiger Gefahrenlagen ist schon allein im Ansatz nicht erfolgt.

6. Zudem ist der Wald ein naturschutzfachlich wertvolles und multifunktional genutztes Ökosystem. Weder der Begründung noch den anderen Planungsunterlagen ist zu entnehmen, anhand welcher Kriterien das vorgesehene Windvorranggebiet ausgewählt wurde. Insbesondere fehlt es an Datengrundlagen wie Biotoptypenkartierungen und faunistischen Daten. Neben seiner Funktion als Lebensraum ist der Wald ein wichtiger Erholungsraum. Durch die unsachgemäße Betrachtung und Planung verliert, mit dem Verlust dieses Naherholungsgebietes, meine Familie und ich erheblich die Lebensqualität.

Intakte Wälder leisten einen wichtigen Klimaschutzbeitrag – im gleichen, wenn nicht sogar stärkeren Umfang als Windkraftanlagen dies können. Mit dem Verlust der Waldflächen wird daher der Klimawandel noch weiter vorangetrieben. Ich zitiere: „Alternative Energien sind sinnlos, wenn sie genau das zerstören, was man durch sie schützen will: die Natur.“ Sachsen-Anhalt ist ein waldarmes Bundesland. Überregional bedeutsame, zusammenhängende Waldgebiete, wie die Dübener Heide sind selten. Der Erhalt der einzigartigen Erholungsfunktion für tausende von Bürgern muss weiterhin oberste Priorität haben und darf nicht für ein Windvorranggebiet geopfert werden.

7.. Auf Grund der in den letzten Wochen erlebten Auswirkungen durch das „Repowering“ der Anlagen auf der Hochkippe Zschornewitz neben der B100 zwischen Gröbern und Zschornewitz, mit dem Bezug auf die Betrachtung unserer Gesundheit, halte ich eine gesetzliche Neuregelung der Abstandsregeln zu Windkraftanlagen als zwingend erforderlich. Insbesondere deshalb, weil sich die Anlagenhöhen als auch die Anlagenleistung mit der technischen Entwicklung bei Windkraftanlagen seit der Gesetzgebung vervielfacht hat.

Durchgeführte Schallmessungen belegen, dass der Grenzwert für hörbaren Schall im Abstand von 1000m zur Anlage dauerhaft überschritten wird. Der Schall der Anlagen ist sehr deutlich in Zschornewitz, Burgkemnitz, Gröbern, Gossa, Schmerz und Schlaitz wahrnehmbar. Mindestabstände in Abhängigkeit von der Anlagen- und Standorthöhe zu umliegenden betroffenen Gebieten müssen deshalb neu definiert werden. Ein Lösungsansatz wäre, übergangsweise die Kopplung von Abständen an Bauhöhen von Windkraftanlagen, mindestens analog der „10H-Regel“ im Bundesland Bayern, vorzuschreiben. Selbiges gilt für die Betrachtung des Schlagschattens.

8. Vorsorglich mache ich für meine Familie und mich für zukünftige, aus der Planung und deren eventueller Umsetzung, resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden, Schadenersatz geltend.
 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu 1. Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen.

Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Die Sichtbarkeit von Windenergieanlagen ist Teil des gesetzlichen Leitbildes des Windenergieausbaus. Eine optisch bedrängende Wirkung ist gemäß § 249 Absatz 10 BauGB ist ausgeschlossen, wenn der Abstand der Windenergieanlage von der Mitte des Mastfußes bis zur zulässigen baulichen Nutzung zu Wohnzwecken mindestens der zweifachen Höhe der Windenergieanlage entspricht. Unter Annahme der Referenzanlage mit 250 m Gesamthöhe ist ein 500 m Abstand ausreichend.

zu 2. Die Verordnung des Naturparks schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie nicht aus, da die Erteilung von Genehmigungen oder Befreiungen objektiv nicht ausgeschlossen ist. Naturparke bestehen überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten. Sie dienen u.a. der Entwicklung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft. In ihnen ist eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung fördert. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. In Naturparks sind über die Landschafts- und Naturschutzgebiete hinaus weitere Flächen einbezogen, die unter Berücksichtigung der rechtlichen und planerischen Restriktionen für die Windenergienutzung in Frage kommen.

zu 3., 4. und 6. Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Vorranggebieten für Forstwirtschaft und in Vorranggebieten für Wassergewinnung in Frage gekommen. Potenzialflächen für die Auswahl als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie, die im Wald gelegen sind, haben bereits umfangreiche Prüfungsschritte der Positiv- und Negativkriterien (siehe Planungskonzeption Kapitel 2.1.3 und 2.1.4) durchlaufen. In der anschließenden Einzelfallbewertung wurde neben den kommunalen Potenzialflächenanteilen, den Schutz- und Nutzungsfunkionen der forstlichen Rahmenplanung 2002, der "Entscheidungshilfe zur klimaangepassten Baumartenwahl im Land Sachsen-Anhalt" (MULE 2020), der Bewertung der Landschaftsschutzgebiete hinsichtlich ihres Schutzzwecks sowie mit Vorortbesichtigungen geprüft, ob die ausgewählten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie auf Waldflächen den raumordnerischen und umweltrechtlichen Anforderungen genügen. 

Das Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie Schmerz ist das einzige Gebiet, welches im Naturpark Dübener Heide, zudem am Rand des Waldgebietes und Naturparks gelegen, ausgewiesen werden soll. 

Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen. Eine einzelne Windenergieanlage samt Fundament, Kranstellfläche und Zuwegung versiegelt im Schnitt rund 0,5 ha an forstwirtschaftlicher Fläche während ihrer Betriebszeit dauerhaft (FA Wind 2023, 15. In: https://www.fachagentur-windenergie.de/fileadmin/files/Windenergie_im_Wald/FA-Wind_Analyse_Wind_im_Wald_8Auflage_2023.pdf). Aufgrund der erforderlichen Abstände der Windenergieanlagen untereinander, die i.d.R. das Fünffache des Rotordurchmessers in Hauptwindrichtung und das Dreifache in Nebenwindrichtung betragen, ist die Errichtung von Windenergieanlagen auf eine begrenzte Anzahl beschränkt. Unter Ausnutzung vorhandener Straßen- und Wegebeziehungen können die Flächenverluste der forstwirtschaftlichen Nutzflächen minimiert werden. Die daraus resultierende dauerhafte Versiegelung forstwirtschaftlicher Fläche während der Betriebsphase der Windenenergieanlagen ist somit auf wenige Hektar begrenzt. Die forstwirtschaftliche Nutzung kann ohne weiteres innerhalb eines Windenergiegebietes auf den übrigen Flächen ausgeübt werden. Insgesamt kann konstatiert werden, dass die forstwirtschaftliche Nutzung der Windenergienutzung strukturell nicht entgegensteht.

zu 5. und 7. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung (z.B. gesetzliche Abstandsregelungen) sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

zu 8. Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001662_001 ID Stellungnehmer: 1001793
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Durch die Ausweisung des Windvorranggebietes in Zschornewitz wird meine Familie und ich - schon heute - stark tangiert durch:
- Gesundheitliche Belastungen als Anwohner
- Verlust der Lebensqualität
- Verlust des Naherholungsgebiets
- Gefährdung geschützter Tierarten
- Wertverlust unserer Grundstücke
Diese Auswirkungen erleben wir schon seit mehreren Wochen durch das „Repowering“ der Anlagen auf der Hochkippe Zschornewitz neben der B100 zwischen Gröbern und Zschornewitz.

Auf Grund der in den letzten Wochen erlebten Auswirkungen durch das „Repowering“ der Anlagen auf der Hochkippe Zschornewitz neben der B100 zwischen Gröbern und Zschornewitz, mit dem Bezug
auf die Betrachtung unserer Gesundheit, halte ich eine gesetzliche Neuregelung der Abstandsregeln zu Windkraftanlagen als zwingend erforderlich. Insbesondere deshalb, weil sich die Anlagenhöhen als
auch die Anlagenleistung mit der technischen Entwicklung bei Windkraftanlagen seit Gesetzgebung vervielfacht hat.
Durchgeführte Schallmessungen belegen, dass der Grenzwert für hörbaren Schall im Abstand von 1000m zur Anlage dauerhaft überschritten wird. Der Schall der Anlagen ist sehr deutlich in Zschornewitz, Burgkemnitz, Gröbern, Gossa, Schmerz und Schlaitz wahrnehmbar. Mindestabstände in Abhängigkeit von der Anlagen- und Standorthöhe zu umliegenden betroffenen Gebieten müssen deshalb neu definiert werden. Ein Lösungsansatz wäre, übergangsweise die Kopplung von Abständen an Bauhöhen von Windkraftanlagen, mindestens analog der „10H-Regel“ im Bundesland Bayern, vorzuschreiben. Selbiges gilt für die Betrachtung des Schlagschattens.

Vorsorglich mache ich für meine Familie und mich für zukünftige, aus der Planung und deren eventueller Umsetzung, resuleerende Personen-, Sach- und Vermögensschäden, Schadenersatz geltend.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Rückbau, Artenschutz, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001664 ID Stellungnehmer: 1001797
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001664_001 ID Stellungnehmer: 1001797
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchtet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001664_002 ID Stellungnehmer: 1001797
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XXXII
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchtet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001666 ID Stellungnehmer: 1001798
Windenergie 2027
Inhalt

Stellungnahme vom 30.05.2023 gilt weiterhin. Eine Aufnahme der benannten Randbedingungen in die Unterlagen erfolgte nicht. Anregungen der Aufnahme eines entsprechenden Verweises auf die Beteiligung der WSV bei WEA mit einem Abstand von bis zu 10 km zur Bundeswasserstraße mit anschließender Prüfung durch die WSV hinsichtlich Einschränkung oder Gefährdung der Sicherheit und Leichtigkeit der Schifffahrt unter Punkt 2.1.4.10 der Planungskonzeption.

Aus der Stellungnahme vom 30.05.2023: keine grundsätzlichen Bedenken, sofern die Hinweise im weiteren Beteiligungsverfahren berücksichtigt werden:

In Planungsregion befindet sich Bundeswasserstraßen Elbe und Saale einschl. Zubehörs und Liegenschaften. Flächen der WSV sind nicht zu überplanen. Es dürfen keine Einschränkungen auf Sicherheit und Leichtigkeit des Schifffsverkehrs und Einwirkungen auf Bundeswasserstraßen einschl. Zubehör ausgehen. Beeinflussung der radargestützten Navigation, des Binnenschifffahrtsfunks sowie anderer Funktechnischer Kommunikationswege durch WEA möglich. Einzelfallprüfung erforderlich, Kosten für Verminderungsmaßnahmen durch Vorhabenträger zu tragen. Gewährleistung der Vermeidung der Gefährdung durch Eisabwurf, Lichtblitze, störende Lichter durch Nachtbefeuerung, Verwechslung mit Schifffahrtszeichen. Beim Ausbau der Netzinfrastruktur im Hochspannungsbereich gilt grundsätzlich unterirdische Verlegung und geschlossene Bauweise. Hinweise zu Mindestlichthöhen bei Freileitungen. Darstellung Kommunikationskabel; Bestandsschutz; Berücksichtigung bei Planungen; Umverlegungskosten durch Verursacher zu tragen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001682 ID Stellungnehmer: 1001800
Windenergie 2027
Inhalt

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

anbei erhalten Sie die Stellungnahme des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales mit der Bitte um Beachtung.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Martin Diedicke

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001683 ID Stellungnehmer: 1001801
Windenergie 2027
Inhalt

Regionale Planungsgemeinschaft

Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg

Am Flugplatz 1

06366 Köthen (Anhalt)

Neuaufstellung des Sachlichen Teilplans "Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" - 1. Entwurf

 Hier: Stellungnahme der Oberen Naturschutzbehörde

Das Referat 407 des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt nimmt zum 1. Entwurf der Neuaufstellung des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027 der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ (Stand vom 16.07.2025) wie folgt Stellung:

1.    Das Windenergie-Vorranggebiete XVII (Prettin, 182 ha) und XXX (Zörbig, 217 ha) befinden sich in einem Rotmilan-Dichtezentrum und sind somit bei Beachtung artenschutzfachlicher Belange aus der Planung zu streichen. Grundlage für diese Bewertung ist hier die aktuelle Ausweisung von Rotmilan-Dichtezentren durch das Landesamt für Umweltschutz aus dem Jahre 2023.

Die Lage dieser Vorranggebiete in Rotmilan-Dichtezentren widerspricht den Vorgaben des Leitfadens Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt (Bek. des MULE vom 09.04.2019, MBl. 29.Jg. Nr. 27, S. 273 v. 29.07.2019). Gemäß Kap. 4.1 dieses Leitfadens sind Planungen von Vorranggebiete zur Nutzung der Windenergie in Rotmilan-Dichtezentren auf Grund der besonderen Verantwortung Sachsen-Anhalts für den Rotmilan in Deutschland und weltweit auszuschließen.

Die in Kap. 2.1.4.19 der Planungskonzeption dargelegte Begründung zur derzeitigen Überplanung von Flächen in Rotmilan-Dichtezentren, dass bei Freihaltung aller Rotmilan-Dichtezentren von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dazu führen würde, dass keine ausreichend große Flächenkulisse für die Erreichung des Flächenbeitragswertes verbleibt, ist auch aus europarechtlichen Gründen zurückzuweisen.

Dass ein Verzicht auf Windenergie-Vorranggebiete in Rotmilan-Dichtezentren artenschutzrechtlich erforderlich ist, ergibt sich aus Artikel 15 c Abs. 1 Buchst. a) der EU-Richtlinie 2023/2413 (v. 18.10.2023). Danach müssen die Mitgliedsstaaten Beschleunigungsgebiete zur Nutzung erneuerbarer Energie so auswählen, dass die Nutzung einer bestimmten Art oder bestimmter Arten erneuerbarer Energie voraussichtlich keine erheblichen Umweltauswirkungen hat. Die nationalrechtliche Umsetzung dieser EU-Richtlinie erfolgte mit dem „Gesetz zur Umsetzung von Vorgaben der Richtlinie (EU) 2023/2413 für Zulassungsverfahren nach dem BImSchG und dem WHG sowie für Planverfahren nach dem BauGB und dem ROG, zur Änderung des Bundeswasserstraßengesetzes und zur Änderung des WindBG“ vom 12. August 2025 (BGbl Teil I, Nr. 189, v. 14.08.2025). Darin ist in Artikel 7 der geänderte § 28 des Raumordnungsgesetztes enthalten, welcher die national-rechtliche Umsetzung der o.g. Regelungen der EU RL in das deutsche Planungsrecht enthält. Danach sind gem. § 28 Abs. 2 Ziff.2 ROG Vorranggebiete für Windenergie zusätzlich als Beschleunigungsgebiete für die Windenergie an Land auszuweisen, soweit sie nicht in einem Gebiet mit landesweit bedeutenden Vorkommen mindestens einer durch den Ausbau der Windenergie betroffenen europäischen Vogelart nach § 7 Abs. 2 Nummer 12 des Bundesnaturschutzgesetzes liegen. Eine derartige durch den Ausbau der Windenergie betroffenen europäischen Vogelart stellt der Rotrmilan dar und deren „landesweit bedeutenden Vorkommen“ stellen die von der Fachbehörde ausgewiesenen Rotmilan-Dichtezentren dar.

 Ein artenschutzrechtlich begründeter Verzicht auf diese beiden Vorranggebietsausweisungen verringert die Fläche der Windenergie-Vorranggebiete um 399 ha. Dies würde die Gesamtfläche der bisher geplanten Vorranggebiete von 7 051 ha (1,94 % der Gesamtfläche) lediglich auf 6652 ha (1,83 % der Gesamtfläche) reduzieren. 

2.    Auch der artenschutzrechtlichen Bewertung im Anhang 1 des Umweltberichts (v. 05.06.2025) ist zu widersprechen. Nach den Darlegungen im Umweltbericht (vgl. Anh. 1, S. 84) liegt das VRG XVII Prettin „im Nahbereich zweier Rotmilanhorste (Milvus milvus) und zweier Seeadlerhorste (Haliaeetus albicilli). Auf Grund der Ergebnisse der HPA ist bei entspr. Artenschutzmaßnahmen hier von keinem signifikant erhöhten Tötungsrisiko auszugehen.“ Dieser gutachterlichen Einschätzung muß aus rechtlichen Gründen widersprochen werden. Gemäß § 45b Abs. 2 und 3 BNatSchG sind Habitatpotentialanalysen nur im sog. „zentralen Prüfbereich“ geeignet, ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko zu widerlegen. Im hier vorliegenden „Nahbereich“ (gem. § 45b Abs. 2 BNatSchG) der o.g. Brutplätze ist stets von einem signifikant erhöhten Tötungsrisiko auszugehen. Auch aus diesem artenschutzrechtlichen Grund ist hier auf eine Ausweisung als Windenergie-Vorranggebiet, wie bereits unter 1. eingefordert, zu verzichten.

3.   Rechtlich ebenso kritisch bzgl. der artenschutzrechtlichen Aussage zum signifikant erhöhtem Tötungsrisiko ist das geplante Vorranggebiet XXIII „Straguth“ bezüglich der schlaggefährdeten Greifvogelart Schwarzmilan zu bewerten (Umweltbericht Anh.1, S. 113). Hier befinden sich aktuell 2 Brutpaare dieser Art im Nahbereich der geplanten Vorranggebietsausweisung. Im Gegensatz zur Aussage des Umweltberichts ist für diese Art mit einem signifikant erhöhtem Tötungsrisiko zu rechnen. Des weiteren liegt dieses geplante Vorranggebiet in einem Wintereinstandsgebiet und in der Flugwechselzone der ebenfalls durch WEA gefährdeten Art Großtrappe. Auch hier besteht eine nationale Verantwortung Sachsen-Anhalts für den Erhalt dieser Art.

Ebenso bestehen erhebliche artenschutzrechtliche Bedenken hinsichtlich des Bestandes und der Erweiterung des Vorranggebietes XXIX „Zerbster Flugplatz“ (vgl. Umweltbericht Anh.1, S. 143). Hier befinden sich jeweils 1 Brutpaar des Rotmilans und des Schwarzmilans im Bereich des Vorranggebietes, zudem befindet sich dieses Gebiet ebenfalls im Bereich der Flugwechselzone der Großtrappe. Auch hier ist für die betroffenen 3 Arten von einem signifikant erhöhtem Tötungsrisiko auszugehen.

Für beide o. g. geplanten Vorranggebiete (Nr. XXIII und Nr. XXIX) muß daher der artenschutzrechtlichen Bewertung im Umweltbericht widersprochen werden, dass kein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko vorliegt. Die für diese Bewertung im Anhang des Umweltberichts benannte Grundlage (Habitatpotentialanalyse) ist gem. BNatSchG keine dafür geeignete Methode. Es ist demgegenüber im Nahbereich der Brutplätze stets von einem signifikant erhöhtem Tötungsrisiko auszugehen, welches auch mit Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen gem. Anl. 1 Abschn. 1 (zu § 45b Absatz 1 bis 5 BNatSchG) nicht vermieden werden kann. Daher sollten hier die Vorranggebietsausweisungen Nr. XXIII und Nr. XXIX um die artenschutzkritischen Teilflächen reduziert werden. Des weiteren ist die fehlerhafte artenschutzrechtliche Bewertung des Tötungsrisikos im Nahbereich der Brutplätze dieser Arten im Umweltbericht (vgl. Anh.1) zu korrigieren.

4.    Gemäß § 28 Abs. 4 Raumordnungsgesetz (nationalrechtliche Umsetzung der Anforderungen aus Artikel 15 c Abs. 1 Buchst. b) EU RL 2023/2413) sind in den Plänen zur Ausweisung von Beschleunigungsgebieten Regeln für wirksame Minderungsmaßnahmen festzulegen, die zu ergreifen sind, um mögliche negative Auswirkungen vorrangiger Vorhaben auf naturschutzrechtliche Schutzgüter gem. § 28 Abs. 4 S. 2 Ziff. 1 und 2 ROG zu vermeiden oder zu verringern.

Die diesbezüglich in Kap. 6 des Umweltberichts zum Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ enthaltenen Ausführungen entsprechen nicht diesen rechtlichen Anforderungen des ROG und der zugrunde liegenden EU RL , da sie keine flächenkonkretisierten Maßnahmen enthalten und lt. Begründung die Konkretisierung der Maßnahmen auf die BImSchG-Genehmigungsverfahren verlagern.

Daher ist es rechtlich und naturschutzfachlich erforderlich bereits im Verfahren der raumordnerischen Ausweisung für alle Windvorranggebiete die folgenden Minderungsmaßnahmen als artenschutzfachlichen Mindestschutz festzusetzen:

-       Als Minderungsmaßnahme zum Schutz von Fledermäusen sind bei Windenergieanlagen an Land stets Abregelungen vorzusehen, die (in der Regel) auf Grundlage einer zweijährigen akustischen Erfassung der Fledermausaktivität im Gondelbereich anzupassen sind. Dies ist zwingend für alle Vorranggebiete vorzusehen. Dies ergibt sich aus dem zu beachtenden „Leitfaden Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt“ (Bek. MULE vom 09.04.2019). Danach ist gem. Kap. 6.2 c) des Leitfadens „eine Genehmigung des Windenergievorhabens unter artenschutzrechtlichen Gesichtspunkten nur in Verbindung mit Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen in Form von fledermausfreundlichen Betriebszeiten zulässig.“ Dies findet seine Begründung in der Tatsache, dass entsprechend dem aktuellen Stand der Forschung (VOIGT et al. 2015, LEHNERT et al. 2014, MESCHEDE et al. 2017) Sachsen-Anhalt als auch das gesamte Mitteleuropa während des Frühjahrs- und Herbstzuges fernziehender Fledermäuse von einem Fledermaus-Breitfrontenzug gequert wird (vgl. S. 23 des o.g. Leitfadens). Dadurch ist für alle fernziehenden Fledermausarten (v.a. Großer und Kleiner Abendsegler, Rauhautfledermaus) ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko an allen Standorten in Sachsen-Anhalt anzunehmen.

Abschaltungen der WEA zum Schutz fernziehender Fledermäuse sind auch gem. § 6 Abs. 1 S. 4 WindBG rechtlich erforderlich. Danach hat die Behörde „geeignete Minderungsmaßnahmen nach Satz 3 zum Schutz von Fledermäusen insbesondere in Form einer Abregelung der Windenergieanlage anzuordnen, die auf Grundlage einer zweijährigen akustischen Erfassung der Fledermausaktivität im Gondelbereich anzupassen ist.“

-       Als weitere Minderungsmaßnahme sind zur Reduzierung des Vogelschlages an WEA Abschaltungen bei landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsereignissen in einem 250 m Umkreis um die jeweiligen Anlagen gem. Anl. 1 Abschn. 2 zu § 45 b Abs. 6 BNatSchG vorzusehen. Im Bereich des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027 der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ ist diese Schutzmaßnahme zur Vermeidung signifikant erhöhten Tötungsrisiken infolge der hohen Vorkommensdichte schlaggefährdeter Brut- und Zugvogelarten regelmäßig für alle Vorranggebietsausweisungen vorzusehen

Diese beiden festzusetzenden Minderungsmaßnahmen sind als naturschutzfachliche Mindestanforderungen zum Schutz der in § 28 Abs. 4 S. 2 Ziff. 2 ROG benannten Artengruppen (hier: schlagggefährdete europäische Vogel- und Fledermausarten) anzusehen.

Im Auftrag

Dr. Schiller

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001683_001 ID Stellungnehmer: 1001801
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVII Prettin
Inhalt

Das Windenergie-Vorranggebiet XVII (Prettin, 182 ha) befindet sich in einem Rotmilan-Dichtezentrum und ist somit bei Beachtung artenschutzfachlicher Belange aus der Planung zu streichen. Grundlage für diese Bewertung ist hier die aktuelle Ausweisung von Rotmilan-Dichtezentren durch das Landesamt für Umweltschutz aus dem Jahre 2023.

Die Lage des Vorranggebietes in Rotmilan-Dichtezentren widerspricht den Vorgaben des Leitfadens Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt (Bek. des MULE vom 09.04.2019, MBl. 29.Jg. Nr. 27, S. 273 v. 29.07.2019). Gemäß Kap. 4.1 dieses Leitfadens sind Planungen von Vorranggebiete zur Nutzung der Windenergie in Rotmilan-Dichtezentren auf Grund der besonderen Verantwortung Sachsen-Anhalts für den Rotmilan in Deutschland und weltweit auszuschließen.

Die in Kap. 2.1.4.19 der Planungskonzeption dargelegte Begründung zur derzeitigen Überplanung von Flächen in Rotmilan-Dichtezentren, dass bei Freihaltung aller Rotmilan-Dichtezentren von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dazu führen würde, dass keine ausreichend große Flächenkulisse für die Erreichung des Flächenbeitragswertes verbleibt, ist auch aus europarechtlichen Gründen zurückzuweisen.

Dass ein Verzicht auf Windenergie-Vorranggebiete in Rotmilan-Dichtezentren artenschutzrechtlich erforderlich ist, ergibt sich aus Artikel 15 c Abs. 1 Buchst. a) der EU-Richtlinie 2023/2413 (v. 18.10.2023). Danach müssen die Mitgliedsstaaten Beschleunigungsgebiete zur Nutzung erneuerbarer Energie so auswählen, dass die Nutzung einer bestimmten Art oder bestimmter Arten erneuerbarer Energie voraussichtlich keine erheblichen Umweltauswirkungen hat. Die nationalrechtliche Umsetzung dieser EU-Richtlinie erfolgte mit dem „Gesetz zur Umsetzung von Vorgaben der Richtlinie (EU) 2023/2413 für Zulassungsverfahren nach dem BImSchG und dem WHG sowie für Planverfahren nach dem BauGB und dem ROG, zur Änderung des Bundeswasserstraßengesetzes und zur Änderung des WindBG“ vom 12. August 2025 (BGbl Teil I, Nr. 189, v. 14.08.2025). Darin ist in Artikel 7 der geänderte § 28 des Raumordnungsgesetztes enthalten, welcher die national-rechtliche Umsetzung der o.g. Regelungen der EU RL in das deutsche Planungsrecht enthält. Danach sind gem. § 28 Abs. 2 Ziff.2 ROG Vorranggebiete für Windenergie zusätzlich als Beschleunigungsgebiete für die Windenergie an Land auszuweisen, soweit sie nicht in einem Gebiet mit landesweit bedeutenden Vorkommen mindestens einer durch den Ausbau der Windenergie betroffenen europäischen Vogelart nach § 7 Abs. 2 Nummer 12 des Bundesnaturschutzgesetzes liegen. Eine derartige durch den Ausbau der Windenergie betroffenen europäischen Vogelart stellt der Rotrmilan dar und deren „landesweit bedeutenden Vorkommen“ stellen die von der Fachbehörde ausgewiesenen Rotmilan-Dichtezentren dar.

Ein artenschutzrechtlich begründeter Verzicht auf die Vorranggebietsausweisung von Prettin und Zörbig verringert die Fläche der Windenergie-Vorranggebiete um 399 ha. Dies würde die Gesamtfläche der bisher geplanten Vorranggebiete von 7 051 ha (1,94 % der Gesamtfläche) lediglich auf 6652 ha (1,83 % der Gesamtfläche) reduzieren. 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Es handelt sich um ein Bestands-Vorranggebiet, welches bereits im rechtskräftigen Sachlichen Teilplan "Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" 2018 festgelegt war und mit derzeit 10 WEA bebaut ist. Im direkten Umfeld befinden sich weitere 4 WEA.  Zukünftig ist ein Umbau des bestehenden Windparks im Rahmen des Repowerings zu erwarten. Dies bedeutet, dass sich aufgrund der zunehmenden Bauhöhe der Bestand der WEA reduzieren wird. Somit wird auch aufgrund einer höheren Rotorunterkante das Kollisionsrisiko verringert. Es wurden bisher keine Totfunde dokumentiert. Nahrungshabitate sind außerhalb des Vorranggebietes ausreichend vorhanden und aufgrund der Zuordnung zu den Horststandorten sind die Rotmilane nicht auf die Flächen des Windparks als Futterflächen angewiesen. Im Rahmen der Artenschutzvorprüfung in Anlehnung an eine Habitatpotenzialanalyse hat sich gezeigt, dass sich die zwei Nahbereiche der Horststandorte mit dem Bestandsgebiet des Vorranggebietes um ca. 15 Hektar überschneiden. Um das Verletzungs- und Tötungsrisiko des Rotmilans zu mindern und die Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG voraussichtlich nicht auszulösen, sind artspezifische Schutzmaßnahmen nach Anlage 1 von § 45b Absatz 1 bis 5 notwendig. Mit der Festlegung eines VR für die Nutzung der Windenergie und der damit verbundenen Errichtung und Betrieb von WEA werden die Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG voraussichtlich nicht ausgelöst.

Es besteht keine Pflicht zum Ausschluss von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie in den in Anlage 1 zu § 45b BNatSchG festgelegten Bereichen um Brutplätze kollisionsgefährdeter Arten. Um den gesetzlichen Flächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen, hat sich die Regionale Planungsgemeinschaft für den Einzelschutz von Brutstandorten entschieden, da die Rotmilandichtezentren einen zu großen Flächenanteil beanspruchen. Das bereits mit Windenergieanlagen bebaute Bestands-Vorranggebiet Prettin liegt in einem dieser Dichtezentren. Dichtezentren sind keine Schutzkategorie gem. BNatSchG. Es gibt keine einheitliche Definition. Um Schutzmaßnahmen gezielt auf Bereiche hoher Populationsdichten richten zu können, wurden die Dichtezentren des Rotmilans in Sachsen-Anhalt ermittelt.

Aufgrund des Bestandsschutzes der errichteten WEA und zur Absicherung des Repowerings soll das Vorranggebiet in seinen Abmessungen unverändert bleiben. Die Belange des Artenschutzes sind im Vorhabenzulassungsverfahren zu prüfen.

Beschleunigungsgebiete sind ein Teilmenge der ausgewiesenen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie. Nur die Vorranggebiete, die den gesetzlichen Auswahlkriterien des § 28 Absatz 2 ROG entsprechen, können als Beschleunigungsgebiete ausgewiesen werden. Die Regionale Planungsgemeinschaft A-B-W nutzt die Ausnahmeregelung gem. § 28 (5), wonach die entsprechende Beschleunigungsgebiete im Anschluss der Planaufstellung ausgewiesen werden sollen. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden, separaten Planungsverfahren erfolgen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001683_002 ID Stellungnehmer: 1001801
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXX Zörbig
Inhalt

Das Windenergie-Vorranggebiet XXX (Zörbig, 217 ha) befindet sich in einem Rotmilan-Dichtezentrum und ist somit bei Beachtung artenschutzfachlicher Belange aus der Planung zu streichen. Grundlage für diese Bewertung ist hier die aktuelle Ausweisung von Rotmilan-Dichtezentren durch das Landesamt für Umweltschutz aus dem Jahre 2023.

Die Lage des Vorranggebietes in Rotmilan-Dichtezentren widerspricht den Vorgaben des Leitfadens Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt (Bek. des MULE vom 09.04.2019, MBl. 29.Jg. Nr. 27, S. 273 v. 29.07.2019). Gemäß Kap. 4.1 dieses Leitfadens sind Planungen von Vorranggebiete zur Nutzung der Windenergie in Rotmilan-Dichtezentren auf Grund der besonderen Verantwortung Sachsen-Anhalts für den Rotmilan in Deutschland und weltweit auszuschließen.

Die in Kap. 2.1.4.19 der Planungskonzeption dargelegte Begründung zur derzeitigen Überplanung von Flächen in Rotmilan-Dichtezentren, dass bei Freihaltung aller Rotmilan-Dichtezentren von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dazu führen würde, dass keine ausreichend große Flächenkulisse für die Erreichung des Flächenbeitragswertes verbleibt, ist auch aus europarechtlichen Gründen zurückzuweisen.

Dass ein Verzicht auf Windenergie-Vorranggebiete in Rotmilan-Dichtezentren artenschutzrechtlich erforderlich ist, ergibt sich aus Artikel 15 c Abs. 1 Buchst. a) der EU-Richtlinie 2023/2413 (v. 18.10.2023). Danach müssen die Mitgliedsstaaten Beschleunigungsgebiete zur Nutzung erneuerbarer Energie so auswählen, dass die Nutzung einer bestimmten Art oder bestimmter Arten erneuerbarer Energie voraussichtlich keine erheblichen Umweltauswirkungen hat. Die nationalrechtliche Umsetzung dieser EU-Richtlinie erfolgte mit dem „Gesetz zur Umsetzung von Vorgaben der Richtlinie (EU) 2023/2413 für Zulassungsverfahren nach dem BImSchG und dem WHG sowie für Planverfahren nach dem BauGB und dem ROG, zur Änderung des Bundeswasserstraßengesetzes und zur Änderung des WindBG“ vom 12. August 2025 (BGbl Teil I, Nr. 189, v. 14.08.2025). Darin ist in Artikel 7 der geänderte § 28 des Raumordnungsgesetztes enthalten, welcher die national-rechtliche Umsetzung der o.g. Regelungen der EU RL in das deutsche Planungsrecht enthält. Danach sind gem. § 28 Abs. 2 Ziff.2 ROG Vorranggebiete für Windenergie zusätzlich als Beschleunigungsgebiete für die Windenergie an Land auszuweisen, soweit sie nicht in einem Gebiet mit landesweit bedeutenden Vorkommen mindestens einer durch den Ausbau der Windenergie betroffenen europäischen Vogelart nach § 7 Abs. 2 Nummer 12 des Bundesnaturschutzgesetzes liegen. Eine derartige durch den Ausbau der Windenergie betroffenen europäischen Vogelart stellt der Rotrmilan dar und deren „landesweit bedeutenden Vorkommen“ stellen die von der Fachbehörde ausgewiesenen Rotmilan-Dichtezentren dar.

Ein artenschutzrechtlich begründeter Verzicht auf die Vorranggebietsausweisungen in Prettin und Zörbig verringert die Fläche der Windenergie-Vorranggebiete um 399 ha. Dies würde die Gesamtfläche der bisher geplanten Vorranggebiete von 7 051 ha (1,94 % der Gesamtfläche) lediglich auf 6652 ha (1,83 % der Gesamtfläche) reduzieren. 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Das Vorranggebiet liegt außerhalb der vom Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt ermittelten Rotmilandichtezentren.

Beschleunigungsgebiete sind eine Teilmenge der ausgewiesenen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie. Nur die Vorranggebiete, die den gesetzlichen Auswahlkriterien des § 28 Absatz 2 ROG entsprechen, können als Beschleunigungsgebiete ausgewiesen werden. Die Regionale Planungsgemeinschaft A-B-W nutzt die Ausnahmeregelung gem. § 28 (5) ROG, wonach die entsprechende Beschleunigungsgebiete im Anschluss der Planaufstellung ausgewiesen werden sollen. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

StN-ID: 1001683_003 ID Stellungnehmer: 1001801
Umweltbericht Anhang
Inhalt

Der artenschutzrechtlichen Bewertung im Anhang 1 des Umweltberichts (v. 05.06.2025) ist zu widersprechen. Nach den Darlegungen im Umweltbericht (vgl. Anh. 1, S. 84) liegt das VRG XVII Prettin „im Nahbereich zweier Rotmilanhorste (Milvus milvus) und zweier Seeadlerhorste (Haliaeetus albicilli). Auf Grund der Ergebnisse der HPA ist bei entspr. Artenschutzmaßnahmen hier von keinem signifikant erhöhten Tötungsrisiko auszugehen.“ Dieser gutachterlichen Einschätzung muß aus rechtlichen Gründen widersprochen werden. Gemäß § 45b Abs. 2 und 3 BNatSchG sind Habitatpotentialanalysen nur im sog. „zentralen Prüfbereich“ geeignet, ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko zu widerlegen. Im hier vorliegenden „Nahbereich“ (gem. § 45b Abs. 2 BNatSchG) der o.g. Brutplätze ist stets von einem signifikant erhöhten Tötungsrisiko auszugehen. Auch aus diesem artenschutzrechtlichen Grund ist hier auf eine Ausweisung als Windenergie-Vorranggebiet, wie bereits unter 1. eingefordert, zu verzichten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Es handelt sich um ein Bestands-Vorranggebiet, welches bereits im rechtskräftigen Sachlichen Teilplan "Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" 2018 festgelegt war und mit derzeit 9 WEA bebaut ist. Im direkten Umfeld befinden sich weitere 4 WEA.  Totschlagopfer sind bisher nicht nachgewiesen. Zukünftig ist ein Umbau des bestehenden Windparks im Rahmen des Repowerings zu erwarten. Dies bedeutet, dass sich voraussichtlich aufgrund der zunehmenden Bauhöhe der Bestand der WEA reduzieren wird. Für den Windpark wurde im Jahr 2019 der 1. Entwurf des Bebauungsplans aufgestellt. In den "Avifaunistischen Untersuchungen zum Vorhaben Errichtung und Betrieb von WEA im Windpark Prettin" von LPR GmbH 2018 wurde festgestellt: "Erhebliche Beeinträchtigungen der Brutpopulation durch den Bestandspark sind offenbar aber bisher nicht vorhanden, wie die hohe Dichte von 5 BP im 1,5 km-Umkreis des VHG und der diesjährige Bruterfolg von 4 der 5 Paare zeigen."

Nahrungshabitate für Rot- und Schwarzmilan sind außerhalb des Vorranggebietes ausreichend vorhanden und aufgrund der Zuordnung zu den Horststandorten sind die Rotmilane nicht auf die Flächen des Windparks als Futterflächen angewiesen. Im Rahmen der Artenschutzvorprüfung in Anlehnung an eine Habitatpotenzialanalyse hat sich gezeigt, dass sich die Nahbereiche zweier Horststandorte mit dem Bestandsgebiet des Vorranggebietes um 15 ha überschneiden. Im Genehmigungsverfahren sind die Nahbereich der genannten Arten von einer Planung freizuhalten. Hier sind keine Standorte von WEA vorzusehen. Kranstellflächen oder Zuwegungen berühren das Tötungsrisiko im Nahbereich nicht. Das signifikant erhöhte Tötungsrisiko innerhalb des Nah- und zentralen Prüfbereichs kann durch Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen gesenkt werden. Mit der Festlegung eines Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie und der damit verbundenen Errichtung und Betrieb von WEA werden die Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG voraussichtlich nicht ausgelöst.

Seeadlerbrutstandorte wurden in den Daten des LAU erstmalig 2022 nachgewiesen. Der zentrale Prüfbereich gem. § 45b BNatSchG umfasst beinahe das gesamte Vorranggebiet inklusive Bestandswindpark. Das bevorzugte Nahrungshabitat des Seeadlers sind fischreiche Gewässer, die südwestlich des Brutstandortes, in entgegengesetzter Richtung des Vorranggebietes, mit den Kiesseen bei Prettin und der Elbe gegeben sind. "Die Seeadlernachweise stehen überwiegend im räumlichen Zusammenhang mit den Kiesseen Prettin, wo sich die Art regelmäßiger aufhielt. Die Vorhabenfläche wurde von der Art nicht frequentiert." (Aus: Avifaunistische Untersuchungen zum Vorhaben Errichtung und Betrieb von WEA im Windpark Prettin von LPR GmbH 2018).

Aufgrund des Bestandsschutzes der errichteten WEA und zur Absicherung des Repowerings soll das Vorranggebiet in seinen Abmessungen unverändert bleiben. Die Belange des Artenschutzes sind im Vorhabenzulassungsverfahren zu prüfen und die Möglichkeiten zur Vermeidung eines signifikant erhöhten Tötungsrisikos zu nutzen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001683_004 ID Stellungnehmer: 1001801
Umweltbericht Anhang
Inhalt

Rechtlich kritisch bzgl. der artenschutzrechtlichen Aussage zum signifikant erhöhtem Tötungsrisiko ist das geplante Vorranggebiet XXIII „Straguth“ bezüglich der schlaggefährdeten Greifvogelart Schwarzmilan zu bewerten (Umweltbericht Anh.1, S. 113). Hier befinden sich aktuell 2 Brutpaare dieser Art im Nahbereich der geplanten Vorranggebietsausweisung. Im Gegensatz zur Aussage des Umweltberichts ist für diese Art mit einem signifikant erhöhtem Tötungsrisiko zu rechnen.

Es muss daher der artenschutzrechtlichen Bewertung im Umweltbericht widersprochen werden, dass kein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko vorliegt. Die für diese Bewertung im Anhang des Umweltberichts benannte Grundlage (Habitatpotentialanalyse) ist gem. BNatSchG keine dafür geeignete Methode. Es ist demgegenüber im Nahbereich der Brutplätze stets von einem signifikant erhöhtem Tötungsrisiko auszugehen, welches auch mit Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen gem. Anl. 1 Abschn. 1 (zu § 45b Absatz 1 bis 5 BNatSchG) nicht vermieden werden kann. Daher sollten hier die Vorranggebietsausweisung um die artenschutzkritischen Teilflächen reduziert werden. Des weiteren ist die fehlerhafte artenschutzrechtliche Bewertung des Tötungsrisikos im Nahbereich der Brutplätze dieser Arten im Umweltbericht (vgl. Anh.1) zu korrigieren.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Das Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie ist seit 2018 planungsrechtlich gesichert. Im Rahmen der Neuplanung wird die Fläche nach Norden vergrößert. Zukünftig ist ein Umbau des bestehenden Windparks im Rahmen des Repowerings zu erwarten. Dies bedeutet, dass sich aufgrund der zunehmenden Bauhöhe der Bestand der WEA reduzieren wird. Somit wird auch das Kollisionsrisiko verringert. Die Brutpaarbestandsdichte des Schwarzmilans liegt mit 6,5/100 km² leicht über dem Regionaldurchschnitt von 5,8/100 km². Es wurden bisher keine Totfunde dokumentiert. Nahrungshabitate sind ausreichend vorhanden und aufgrund der Zuordnung zum Horststandort sind die Schwarzmilane nicht auf die Flächen des Windparks als Futterflächen angewiesen. Im Rahmen der Artenschutzvorprüfung in Anlehnung an eine Habitatpotenzialanalyse hat sich gezeigt, dass sich der Nahbereich der zwei identisch verorteten Horststandorte mit dem Bestandsgebiet des Vorranggebietes nur um einen Hektar überschneidet. Die Anzahl der betroffenen Brutstandorte wird gemäß der aktuellen Daten des LAU auf 1 korrigiert. Um das Verletzungs- und Tötungsrisiko des Schwarzmilans zu mindern und die Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG vorraussichtlich nicht auszulösen, sind artspezifische Schutzmaßnahmen nach Anlage 1 von § 45b Absatz 1 bis 5 notwendig. Im Genehmigungsverfahren ist der Nahbereich des Schwarzmilans von Standorten der WEA freizuhalten. Kranstellflächen, Zuwegungen oder Nebenanlagen berühren das Tötungsrisiko im Nahbereich nicht. Mit der Festlegung eines VR für die Nutzung der Windenergie und der damit verbundenen Errichtung und Betrieb von WEA werden die Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG voraussichtlich nicht ausgelöst.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001683_005 ID Stellungnehmer: 1001801
Umweltbericht
Inhalt

Es bestehen erhebliche artenschutzrechtliche Bedenken hinsichtlich des Bestandes und der Erweiterung des Vorranggebietes XXIX „Zerbster Flugplatz“ (vgl. Umweltbericht Anh.1, S. 143). Hier befinden sich jeweils 1 Brutpaar des Rotmilans und des Schwarzmilans im Bereich des Vorranggebietes, zudem befindet sich dieses Gebiet ebenfalls im Bereich der Flugwechselzone der Großtrappe. Auch hier ist für die betroffenen 3 Arten von einem signifikant erhöhtem Tötungsrisiko auszugehen. Es muss daher der artenschutzrechtlichen Bewertung im Umweltbericht widersprochen werden, dass kein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko vorliegt. Die für diese Bewertung im Anhang des Umweltberichts benannte Grundlage (Habitatpotentialanalyse) ist gem. BNatSchG keine dafür geeignete Methode. Es ist demgegenüber im Nahbereich der Brutplätze stets von einem signifikant erhöhtem Tötungsrisiko auszugehen, welches auch mit Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen gem. Anl. 1 Abschn. 1 (zu § 45b Absatz 1 bis 5 BNatSchG) nicht vermieden werden kann. Daher sollte hier die Vorranggebietsausweisung um die artenschutzkritischen Teilflächen reduziert werden. Des weiteren ist die fehlerhafte artenschutzrechtliche Bewertung des Tötungsrisikos im Nahbereich der Brutplätze dieser Arten im Umweltbericht (vgl. Anh.1) zu korrigieren.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Beim Vorranggebiet XXIX „Zerbster Flugplatz“ handelt es sich um einen Bestandswindpark, welcher bereits im rechtskräftigen Sachlichen Teilplan "Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" 2018 festgelegt war und der im Zuge der Neuaufstellung des STP Wind 2027 im nördlichen und westlichen Bereich erweitert wird. Es befinden sich derzeit 23 Bestandswindenergieanlagen im Bereich des Vorranggebietes. Die Anlagen wurden im Zeitraum zwischen 2005 und 2017 errichtet, was für eine grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit von Windenergieanlagen in diesem Bereich zeugt. Die Genehmigung 7 weiterer Neuanlagen wurde im Erweiterungsbereich bereits erteilt. Die planungsrechtliche Zulässigkeit wurde mittels Bauleitplanverfahren der Stadt Zerbst/Anhalt geschaffen.

Nahrungshabitate für Rot- und Schwarzmilan sind außerhalb des Vorranggebietes ausreichend vorhanden und aufgrund der Zuordnung zu den Horststandorten sind die Rotmilane nicht auf die Flächen des Windparks als Futterflächen angewiesen. Im Rahmen der Artenschutzvorprüfung in Anlehnung an eine Habitatpotenzialanalyse hat sich gezeigt, dass sich die Nahbereiche zweier Horststandorte mit dem Bestandsgebiet des Vorranggebietes um 17 ha überschneiden. Innerhalb dieser beiden Nahbereich (von Rot- und Schwarzmilan) befindet sich bereits eine Bestandswindanlage. In zukünftigen Genehmigungsverfahren sind die Nahbereiche der genannten Arten von einer Planung freizuhalten. Hier sind keine Standorte von WEA vorzusehen. Kranstellflächen oder Zuwegungen berühren das Tötungsrisiko im Nahbereich nicht. Das signifikant erhöhte Tötungsrisiko innerhalb des Nah- und zentralen Prüfbereichs kann durch Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen gesenkt werden. Mit der Festlegung eines Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie und der damit verbundenen Errichtung und Betrieb von WEA werden die Verbotstatbestände des § 44 BNatSchG voraussichtlich nicht ausgelöst.

Ein Wiederansiedlungsprojekt für die Großtrappe wurde, trotz bestehender Windenergieanlagen und zu erwartendem Zubau aufgrund bereits ausgewiesener Vorranggebietsflächen, initiiert.  Auf Grund der voranschreitenden technischen Entwicklung von Windenergieanlagen ist in Hinblick auf ein Repowering der Bestandsanlagen mit einer Abnahme der Anlagenanzahl und -dichte im Verhältnis zur ausgewiesenen Vorranggebietsfläche zu rechnen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001683_006 ID Stellungnehmer: 1001801
Umweltbericht
Inhalt

Gemäß § 28 Abs. 4 Raumordnungsgesetz (nationalrechtliche Umsetzung der Anforderungen aus Artikel 15 c Abs. 1 Buchst. b) EU RL 2023/2413) sind in den Plänen zur Ausweisung von Beschleunigungsgebieten Regeln für wirksame Minderungsmaßnahmen festzulegen, die zu ergreifen sind, um mögliche negative Auswirkungen vorrangiger Vorhaben auf naturschutzrechtliche Schutzgüter gem. § 28 Abs. 4 S. 2 Ziff. 1 und 2 ROG zu vermeiden oder zu verringern.

Die diesbezüglich in Kap. 6 des Umweltberichts zum Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ enthaltenen Ausführungen entsprechen nicht diesen rechtlichen Anforderungen des ROG und der zugrunde liegenden EU RL , da sie keine flächenkonkretisierten Maßnahmen enthalten und lt. Begründung die Konkretisierung der Maßnahmen auf die BImSchG-Genehmigungsverfahren verlagern.

Daher ist es rechtlich und naturschutzfachlich erforderlich bereits im Verfahren der raumordnerischen Ausweisung für alle Windvorranggebiete die folgenden Minderungsmaßnahmen als artenschutzfachlichen Mindestschutz festzusetzen:

-       Als Minderungsmaßnahme zum Schutz von Fledermäusen sind bei Windenergieanlagen an Land stets Abregelungen vorzusehen, die (in der Regel) auf Grundlage einer zweijährigen akustischen Erfassung der Fledermausaktivität im Gondelbereich anzupassen sind. Dies ist zwingend für alle Vorranggebiete vorzusehen. Dies ergibt sich aus dem zu beachtenden „Leitfaden Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt“ (Bek. MULE vom 09.04.2019). Danach ist gem. Kap. 6.2 c) des Leitfadens „eine Genehmigung des Windenergievorhabens unter artenschutzrechtlichen Gesichtspunkten nur in Verbindung mit Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen in Form von fledermausfreundlichen Betriebszeiten zulässig.“ Dies findet seine Begründung in der Tatsache, dass entsprechend dem aktuellen Stand der Forschung (VOIGT et al. 2015, LEHNERT et al. 2014, MESCHEDE et al. 2017) Sachsen-Anhalt als auch das gesamte Mitteleuropa während des Frühjahrs- und Herbstzuges fernziehender Fledermäuse von einem Fledermaus-Breitfrontenzug gequert wird (vgl. S. 23 des o.g. Leitfadens). Dadurch ist für alle fernziehenden Fledermausarten (v.a. Großer und Kleiner Abendsegler, Rauhautfledermaus) ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko an allen Standorten in Sachsen-Anhalt anzunehmen.

Abschaltungen der WEA zum Schutz fernziehender Fledermäuse sind auch gem. § 6 Abs. 1 S. 4 WindBG rechtlich erforderlich. Danach hat die Behörde „geeignete Minderungsmaßnahmen nach Satz 3 zum Schutz von Fledermäusen insbesondere in Form einer Abregelung der Windenergieanlage anzuordnen, die auf Grundlage einer zweijährigen akustischen Erfassung der Fledermausaktivität im Gondelbereich anzupassen ist.“

-       Als weitere Minderungsmaßnahme sind zur Reduzierung des Vogelschlages an WEA Abschaltungen bei landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsereignissen in einem 250 m Umkreis um die jeweiligen Anlagen gem. Anl. 1 Abschn. 2 zu § 45 b Abs. 6 BNatSchG vorzusehen. Im Bereich des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027 der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ ist diese Schutzmaßnahme zur Vermeidung signifikant erhöhten Tötungsrisiken infolge der hohen Vorkommensdichte schlaggefährdeter Brut- und Zugvogelarten regelmäßig für alle Vorranggebietsausweisungen vorzusehen

Diese beiden festzusetzenden Minderungsmaßnahmen sind als naturschutzfachliche Mindestanforderungen zum Schutz der in § 28 Abs. 4 S. 2 Ziff. 2 ROG benannten Artengruppen (hier: schlagggefährdete europäische Vogel- und Fledermausarten) anzusehen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die angeführte Norm bezieht sich auf die Ausweisung von Beschleunigungsgebieten gem. § 28 (2) ROG.  Hinsichtlich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg von der Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

StN-ID: 1001683_007 ID Stellungnehmer: 1001801
Umweltbericht Anhang
Inhalt

Des weiteren liegt dieses geplante Vorranggebiet Straguth in einem Wintereinstandsgebiet und in der Flugwechselzone der ebenfalls durch WEA gefährdeten Art Großtrappe. Auch hier besteht eine nationale Verantwortung Sachsen-Anhalts für den Erhalt dieser Art.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Bei der Großtrappe handelt es sich gemäß Anlage 1 zu § 45b BNatSchG nicht um eine kollisionsgefährdete Brutvogelart. Das EU SPA Zerbster Land wurde ausgewiesen zum Schutz der Anh. I Vogelarten. Diese Flächen wurden entsprechend der Ausschlusskriterien von einer Windenergienutzung ausgeschlossen. Weitere Gebiete sind von der Fachbehörde nicht als EU-SPA gemeldet worden. Mit der Ausweisung von EU-SPA ist dem Schutz der Anhang I Vogelarten Genüge getan. 

Der Leitfaden "Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt" (Bek. des MULE vom 09.04.2019, MBl. 29. Jg. Nr. 27, S. 273 v. 29.07.2019) wurde durch die Bundesgesetzgebung durch die abschließende Liste schlaggefährdeter Brutvogelarten gem. Anlage I i.V.m. § 45b BNatSchG überholt und hat, wie die Empfehlungen der Länderarbeitsgemeinschaft Vogelschutzwarten (LAG VSW), keine Rechtsverbindlichkeit.

Das Projekt wurde nach der Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie im STP Wind 2018 gestartet. Im Bereich des im Rahmen des STP Wind 2018 ausgewisenen VRG "Straguth" befinden sich derzeit 10 Bestandsanlagen.

Die Belange des Artenschutzes sind im Vorhabenzulassungsverfahren zu prüfen.

Bestandteil der Prüfung im anschließenden Verfahren zur Ausweisung von Beschleunigungsgebieten gem. § 28 (2) Nr. 2 wird u.a. die Großtrappe sein. Hinsichtlich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001684 ID Stellungnehmer: 1001802
Windenergie 2027
Inhalt

Flussbereich Wittenberg
In den ausgewiesenen Bereichen befinden sich keine Gewässer I. Ordnung, Hochwasserschutzanlagen und wasserwirtschaftlichen Anlagen in der Unterhaltungslast des Flussbereiches Wittenberg.
Ebenso befinden sich diese Gebiete nicht in einem festgesetzten Überschwemmungsgebiet oder Risikogebiet.
Flussbereich Schönebeck
In den ausgewiesenen Vorranggebieten, die sich in der Gebietskulisse des Flussbereiches Schönebeck befinden (hier: Dornbock und Drosa) liegen keine Gewässer erster Ordnung bzw. wasserwirtschaftliche Anlagen für die wir unterhaltungspflichtig sind. Sie werden auch nicht von der geplanten Maßnahme tangiert. Ebenso befinden sich diese Gebiete nicht in einem festgesetzten Überschwemmungsgebiet oder Risikogebiet.

Flussbereich Merseburg
Es wurde keine gesonderte Stellungnahme des Flussbereiches Merseburg abgegeben.
Die betroffenen Gebiete befinden sich nicht in einem festgesetzten Überschwemmungsgebiet.

Sollten dennoch von der Maßnahme Liegenschaften des Landes Sachsen-Anhalt betroffen sein, die der Verwaltung durch den LHW unterliegen, sind dazu rechtzeitig Gestattungsverträge abzuschließen.

Der LHW ist bei der weiteren Planung der konkreten Maßnahmen sowie bei der Erweiterung oder Neuschaffung weiterer Gebiete erneut zu beteiligen. Sollten hydrologische Daten zu Oberflächengewässern oder Grundwasserdaten benötigt werden, wenden Sie sich bitte an den Gewässerkundlichen Landesdienst (GLD). Die Kontaktdaten finden Sie auf der Internetseite des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001685 ID Stellungnehmer: 1001803
Windenergie 2027
Inhalt

Wie in Stellungnahme vom 18. April 2023 informiert, befindet sich innerhalb des Plangebietes des o.g. Sachlichen Teilplanes das Ökologische Großprojekt (ÖGP) Bitterfeld-Wolfen. Das ÖGP Bitterfeld-Wolfen stellt im Wesentlichen das Gelände des heutigen Chemieparks Bitterfeld-Wolfen (mit seinen Arealen A bis E) dar. In Auswertung der übersandten Unterlagen soll auf diesen Flächen jedoch keine Nutzung von Windenergie erfolgen.
Darüber hinaus haben wir keine weitergehenden Hinweise bzw. Anmerkungen zum Verfahren.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001686 ID Stellungnehmer: 1001804
Windenergie 2027
Inhalt

Sehr geehrter Herr Grabner,

sehr geehrte Frau Ende,

in der Anlage sende ich Ihnen die Stellungnahme der UKA Umweltgerechte Kraftanlagen GmbH & Co. KG zum Entwurf des „Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“.

Mit freundlichen Grüßen 

Conrad Frenzel

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001686_001 ID Stellungnehmer: 1001804
Z 4.3.4-1 Energie
Inhalt

Z 4.3.4-1 und Begründung
Satz 5 Die Flächen der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie enden bei dem Vorhandensein sichtbarer natürlicher oder künstlicher Begrenzungen an diesen.
Begründung: Um Irritationen bezüglich des Interpretationsspielraums bei der Flächenausdehnung auf der Maßstabsebene 1:100.000 vorzubeugen, wurde festgelegt, dass die Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie an vorhandenen sichtbaren natürlichen oder künstlichen Grenzen wie zum Beispiel Flüsse, Bäche, Gräben, Straßen, Schienen- oder Leitungstrassen und Wegen enden. Diese Begrenzung ist das Ergebnis der gesamträumlichen Abwägung.
In der Benennung der Ziele wird noch benannt, dass bei Vorhandensein sichtbarer natürlicher oder künstlicher Begrenzungen die Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie an diesen enden. In der Begründung liest es sich so, dass die Vorranggebiete immer an solchen Grenzen enden. Häufig sind jedoch keine natürlichen oder künstlichen Grenzen, sondern der 1000 m-Siedlungsabstand für die Begrenzung der Vorranggebiete ausschlaggebend. Hier bedarf es einer Spezifizierung in der Begründung.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Aufgrund des Planungsmaßstabs von 1:100.000 ergibt sich ein ca. 100 m breiter Unschärfebereich bei der Beurteilung der Lage von Windenergieanlagen innerhalb des Vorranggebietes. Insofern in der Örtlichkeit sichtbare natürliche oder künstliche Begrenzungen vorhanden sind, sollen diese als Außengrenze des Vorranggebietes gelten. Unabhängig davon ist der 1.000 m Abstand zur im Zusammenhang bebauten Ortslage in jedem Falle einzuhalten.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001686_002 ID Stellungnehmer: 1001804
Planungskonzeption
Inhalt

zu Z 4.3.4-2
Aufgrund der bundesrechtlichen Vorgaben erfolgt eine Positivplanung zur Festlegung von
Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie, mit deren Vorgaben die vorgegebenen
Flächenbeitragswerte erreicht werden sollen. Dazu bedarf es einer Ermittlung von geeigneten
Flächen innerhalb der gesamten Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg, welche
über die Anwendung von Positiv- und Ausschlusskriterien sowie einzelfallabhängige Bewertungen
der Potenzialflächen vorgenommen wird. Die Planungsmethode ist im Anhang 2
„Planungskonzeption“ dargelegt.
In der Planungskonzeption ist zwar dargelegt, welche Kriterien zum Ausschluss von Flächen
geführt haben und welche Potenzialflächen sich daraus letztlich ergeben haben. Außerdem
wird in Planungsstufe 2 allgemein dargelegt, welche Kriterien für die Auswahl der Vorranggebiete
aus den Potenzialflächen berücksichtigt wurden. Es wird aber nicht darauf eingegangen,
welche Faktoren konkret für einzelne Potenzialflächen für oder gegen eine Ausweisung
gesprochen haben. So bleibt für die Bürger, Kommunen und uns als Projektierer letztlich
intransparent und nicht nachvollziehbar, warum Gebiete ausgewiesen wurden oder
nicht.
Es ist daher ist daher aus unserer Sicht notwendig, für die ausgewiesenen Gebiete die ausschlaggebenden Positiv-Faktoren zu benennen, die zu einer Ausweisung geführt haben.
Gleichzeitig sollte zumindest für die Potenzialflächen, die von der Planungsgemeinschaft
näher geprüft wurden (bspw. die Scopingflächen aus 2023) dargelegt werden, warum keine
Ausweisung erfolgt ist. Auch wenn dazu aufgrund der Positivplanung keine gesetzliche Verpflichtung besteht, ist eine solche Begründung zur Nachvollziehbarkeit der Planung erforderlich.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Teilweise / sinngemäß folgen

Begründung

Steckbriefe zur besseren Nachvollziehbarkeit der planerischen Entscheidungen werden in der Planungskonzeption ergänzt.

Gemäß § 249 Abs. 6 Satz 2 BauGB ist es für die Rechtswirksamkeit des Plans hingegen unbeachtlich, ob und welche sonstigen Flächen im Planungsraum für die Ausweisung von Windenergiegebieten geeignet sind, daher ist keine Begründung für nicht ausgewiesene Vorranggebiete erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001686_003 ID Stellungnehmer: 1001804
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > IV Dornbock/Drosa/Kleinpaschleben
Inhalt

Vorschlag auf Erweiterung des Vorranggebietes IV Dornbock/Drosa/Kleinpaschleben 364 ha
Bezüglich der Gebietsgrenzen ist uns aufgefallen, dass in den Geodaten die Abgrenzung der westlichen Spitze des Vorranggebiets ca. 100 m vor der Gemeindegrenze endet. Diese Abgrenzung ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar und widerspricht dem Ziel, die Gebiete an eindeutigen Grenzen abzuschneiden. Hier wäre die künstliche Grenze nachvollziehbarerweise auch die Gemeindegrenze und sollte daher auch so begrenzt werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Die Abgrenzung des Vorranggebietes wird an die Digitalen Verwaltungsgrenzen angepasst. Dadurch vergrößert sich die Fläche von 364 auf 389 ha. Es sind keine entgegenstehenden Ausschlusskriterien betroffen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001686_004 ID Stellungnehmer: 1001804
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > IX Hinsdorf
Inhalt

Erweiterung IX Hinsdorf
Wir begrüßen die Ausweisung des Gebiets, in der wir seit vielen Jahren planerisch tätig sind. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, das volle Flächenpotenzial des Gebiets zu nutzen, wie es 2023 in den Scopingunterlagen dargestellt war und eine deutlich größere Ausdehnung nach Osten und Südwesten vorsah. Auf diesem Weg kann das vorhandene Flächenpotenzial insbesondere an der B6n noch effektiver genutzt werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Bei diesem Vorranggebiet handelt es sich um ein von der Stadt Südliches Anhalt geplantes Sondergebiet Windenergie. Die Kommune plante ihr Sondergebiet "Windenergie" innerhalb der Potenzialflächenkulisse, die nach Anwendung von Positiv- und Negativkriterien der Planungsstufe 1 (siehe Planungskonzeption Kapitel 2.1) für die weitere Einzelfallbetrachtung verblieb. Das war u.a. Voraussetzung für den positiven Ausgang des beantragten Zielabweichungsverfahrens gem. § 245e Absatz 5 BauGB (a.F.) (siehe Beschluss 12/2024).

Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Erweiterung der Fläche nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001686_005 ID Stellungnehmer: 1001804
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Apollensdorf
Inhalt

Vorschlag zur zusätzlichen Ausweisung Apollensdorf
Bereits in vorausgegangen Beteiligungsverfahren haben wir uns für die Aufnahme der in den Scopingunterlagen westlich von Apollensdorf gelegenen Potenzialfläche als Vorranggebiet für die Windenergie ausgesprochen. Inzwischen wurden mit einem Großteil der Flächeneigentümer Nutzungsverträge für die Errichtung von Windenergie geschlossen.
Bereits im letzten Jahr haben wir umfassende naturschutzfachliche Untersuchungen an ein externes Gutachterbüro beauftragt, die dieses Jahr abgeschlossen wurden. Darin wurden keine grundlegenden Hindernisse für das Projektgebiet festgestellt.
Nur zwei Kilometer entfernt angrenzend ist der als landesbedeutsamer Industrie- und Gewerbestandort „Lutherstadt Wittenberg/Piesteritz einschließlich Industriehafen“. In der Planungskonzeption wird unter Punkt 2.2.5 „Berücksichtigung der Nähe zu Vorrangstandorten für landesbedeutsame Industrie- und Gewerbeflächen und Verkehrsanlagen sowie zu regional bedeutsamen Standorten für Industrie und Gewerbe“ aufgeführt.
Die Potenzialfläche Apollensdorf bietet sich wie kaum eine zweite in der Region an, die räumliche Nähe eines landesbedeutsamen Industrie- und Gewerbestandorts mit einem Windenergiegebiet zu verbinden. Mit den dort ansässigen Großenergieverbraucher SKW Stickstoffwerke Piesteritz haben wir bereits Gespräche geführt, das Interesse an einer standortnahen Versorgung mit Erneuerbaren Energien ist dort groß. Des Weiteren besteht vonseiten der Eigentümerinnen und Eigentümer eine große Zustimmung der Fläche, so dass die Fläche optimal genutzt werden kann. Insofern ist die Nichtberücksichtigung als Vorranggebiet für die Windenergie für uns nicht nachvollziehbar, warum diese auch von allen anderen Kriterien her sehr gut geeignete Fläche nicht berücksichtigt wurde, obwohl hier die Nähe zum Industrie- und Gewerbestandort noch hinzukommt. Auch mit der Stadt Lutherstadt Wittenberg und den umliegenden Ortsräten der Ortsteile Reinsdorf, Apollensdorf sowie Griebo fanden bereits mehrfach Gespräche statt. Die Stadt steht dem Vorhaben grundsätzlich offen gegenüber, wobei der Standort angrenzend an die Industrie vor Ort im Vergleich zu anderen Potentialflächen im Stadtgebiet im Fall der Ausweisung von Flächen im Stadtgebiet als prädestiniert angesehen werden. Das Vorhaben wird derzeit innerhalb der Stadt aktiv diskutiert, wobei der Entscheidungsprozess bis Ende 2025 abgeschlossen sein sollte. Während die Stadt sich noch nicht abschließend entschieden hat, hat sich der Ortsteil Reinsdorf bereits abschließend mit dem Thema befasst und sich in einer Sitzung mehrheitlich für das Vorhaben ausgesprochen. Der Ortsbeirat Apollensdorf sowie Griebo haben zwar noch keine Entscheidung angestrebt, allerdings sind diese dem Vorhaben auch weiterhin offen gegenüber gestellt bzw. würden dieses unterstützen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche bei Apollensdorf nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001686_006 ID Stellungnehmer: 1001804
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Bossdorf
Inhalt

Ausweisung von Bossdorf:
Die Potenzialfläche nördlich der Ortschaft Bossdorf in der Stadt Wittenberg war in den Scopingunterlagen als mögliches Vorranggebiet für Windenergie benannt. In einer angepassten Gebietskulisse, welche die notwendigen Abstände zu Wohngebäuden einhält, halten wir diese Fläche ebenfalls für sehr gut geeignet für die Errichtung von Windenergieanlagen.
Ortschaften sind nur im geringen Maß betroffen, in Hauptwindrichtung liegen auf brandenburgischer Seite erst in 2000 m die nächsten Siedlungen. Des Weiteren existiert von seiten der Flächeneigentümerinnen- und Flächeneigentümer eine Einigkeit für das Vorhaben, was eine optimale Ausnutzung des Flächenpotenzials zulässt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche bei Bossdorf nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001686_007 ID Stellungnehmer: 1001804
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > X Kemberg/Dorna
Inhalt

Wir begrüßen insbesondere die Ausdehnung nach Norden in die Gemarkung Rackith, wo wir die Errichtung bis zu fünf Windenergieanlagen planen. Im nördlichen Randbereich des bestehenden Vorranggebiets läuft bereits unser Genehmigungsverfahren zur Errichtung von drei Windenergieanlagen

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001686_008 ID Stellungnehmer: 1001804
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIV Löberitz/Reuden
Inhalt

Wir begrüßen insbesondere die Erweiterung östlich der Autobahn und die die damit einhergehende Reduzierung des Vorranggebiets für die Rohstoffgewinnung. Dadurch ist eine sinnvolle Beplanung der ansonsten konfliktarmen Fläche sinnvoll möglich.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001686_009 ID Stellungnehmer: 1001804
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > IV Dornbock/Drosa/Kleinpaschleben
Inhalt

Die Erweiterung des Vorranggebiets begrüßen wir. Unser Unternehmen hat in dem Gebiet bereits mehrere Windenergieanlagen errichtet und wir planen in den Erweiterungsflächen den Bau weiterer Anlagen. 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001687 ID Stellungnehmer: 1001805
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Wertlau
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001687_001 ID Stellungnehmer: 1001805
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Einspruch gegen folgende geplanten Flächen für Windkraftanlagen-Nutzung
-Gemarkung  Zerbst
1) In den vergangenen drei Jahren sank aufgrund des Niedergangs der deutschen Industrie der Stromverbrauch in Deutschland. Die ursprünglich angenommenen stark steigenden Bedarfszahlen haben sich damit als falsch herausgestellt, ein Festhalten an den  ursprünglichen Ausbauzahlen ist daher weder sachlich zu begründen, noch volkswirtschaftlich sinnvoll.
2) Die einseitige Ausrichtung auf Wind-und Solar-Stromerzeugung ist aufgrund des enormen Flächenbedarfes und der Notwendigkeit, mehrere Energieerzeugungsanlagen parallel vorzuhalten, insgesamt ineffizient und extrem ressourcenintensiv.
3) Regionale Gründe wie folgt:
4. Abstand zu Freileitungen der Deutschen Bahn (Flächen an der Bahnstrecke Roßlau-Zerbst Gemarkung Rodleben) Es verläuft eine 110 kV Bahnstromleitung. Zwischen Windenergieanlagen und Freileitungen ohne Schwingungsschutzmaßnahmen sind regelmäßig horizontale Mindestabstände von mindestens dem 3-fachen Rotordurchmesser zwischen Rotorblattspitze in ungünstiger Stellung und äußerstem ruhenden Leiter einzuhalten. Bei einem durchschnittlichen Rotordurchmesser von 150 m beträgt der Mindestabstand somit 450 m. Die Fläche parallel zur Bahnstrecke Roßlau-Zerbst, Bereich Gemeinde Rodleben müsste folglich einen Gesamtabstand von 450 m zur Freileitung der Bahn wahren.

5. Flächenbeitragswert
Der Bereich Dessau, Zerbst, Coswig weist für das regionale Gebiet bereits vor dem Sachlicher Teilplan „Windenergie 2027 einen sehr hohen regionalen Flächenanteil für Windenergie aus. 

6. Natur- und Artenschutz
In unserer Gemarkung leben geschützte und besonders geschützte Arten nach § 44 BNatschG. Diese werden durch den Bau und Betrieb von Windkraftanlagen erheblich gestört und im schlimmsten Fall sogar getötet. Insbesondere sind Vorkommen von Rotmilan, verschiedene Fledermausarten (u.a. Mopsfledermaus und Großes Langohr), Feldhamster und viele mehr nachgewiesen. 
Der Lebensraum dieser Tiere darf nicht durch Windkraftanlagen, oder andere landschaftszerstörende Eingriffe, wie Solärflächen beeinträchtigt werden.
Ein besonderer Schutzstatus ergibt sich auch durch die unmittelbare Nähe zum Landschaftsschutzgebiet Mittlere Elbe. Eingriffe in das Landschaftsbild sind hier unbedingt zu vermeiden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Im Bereich von Zerbst wurde kein neues Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie im 1. Entwurf festgelegt.

StN-ID: 1001687_002 ID Stellungnehmer: 1001805
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Wertlau
Inhalt

Einspruch gegen folgende geplanten Flächen für Windkraftanlagen-Nutzung
-Gemarkung Rodleben, Wertlau, Jütrichau Neeken, Brambach
1) In den vergangenen drei Jahren sank aufgrund des Niedergangs der deutschen Industrie der Stromverbrauch in Deutschland. Die ursprünglich angenommenen starkt steigenden Bedarfszahlen haben sich damit als falsch herausgestellt, ein Festhalten an den  ursprünglichen Ausbauzahlen ist daher weder sachlich zu begründen, noch volkswirtschaftlich sinnvoll.
2) Die einseitige Ausrichtung auf Wind-und Solar-Stromerzeugung ist aufgrund des enormen Flächenbedarfes und der Notwendigkeit, mehrere Energieerzeugungsanlagen parallel vorzuhalten, insgesamt ineffizient und extrem ressourcenintensiv.
3) Regionale Gründe wie folgt:
4. Abstand zu Freileitungen der Deutschen Bahn (Flächen an der Bahnstrecke Roßlau-Zerbst Gemarkung Rodleben) Es verläuft eine 110 kV Bahnstromleitung. Zwischen Windenergieanlagen und Freileitungen ohne Schwingungsschutzmaßnahmen sind regelmäßig horizontale Mindestabstände von mindestens dem 3-fachen Rotordurchmesser zwischen Rotorblattspitze in ungünstiger Stellung und äußerstem ruhenden Leiter einzuhalten. Bei einem durchschnittlichen Rotordurchmesser von 150 m beträgt der Mindestabstand somit 450 m. Die Fläche parallel zur Bahnstrecke Roßlau-Zerbst, Bereich Gemeinde Rodleben müsste folglich einen Gesamtabstand von 450 m zur Freileitung der Bahn wahren.

5. Flächenbeitragswert
Der Bereich Dessau, Zerbst, Coswig weist für das regionale Gebiet bereits vor dem Sachlicher Teilplan „Windenergie 2027 einen sehr hohen regionalen Flächenanteil für Windenergie aus. Eine zusätzliche Ausweisung der Potenzialfläche für Windenergie in der Gemarkung Rodleben, Brambach wird daher nicht als erforderlich erachtet. Kleinstflächen mit nur 3 oder 4 Windkraftanlagen sollten generell vermieden werden, da diese eine zusätzliche Zersiedelung darstellen.

6. Natur- und Artenschutz
In unserer Gemarkung leben geschützte und besonders geschützte Arten nach § 44 BNatschG. Diese werden durch den Bau und Betrieb von Windkraftanlagen erheblich gestört und im schlimmsten Fall sogar getötet. Insbesondere sind Vorkommen von Rotmilan, verschiedene Fledermausarten (u.a. Mopsfledermaus und Großes Langohr), Feldhamster und viele mehr nachgewiesen. Auf abendlichen Spaziergängen, Wanderungen und Beobachtungen konnte ich auf dem Rundweg Rodleben nach Wertlau, weiter Richtung Brambach, zurück nach Rodleben folgende schützenswerte Tiere mehrfach beobachten: Kleiner Abendsegler, großes Mausohr, Rotmilan und Schwarzmilan.
Der Lebensraum dieser Tiere darf nicht durch Windkraftanlagen, oder andere landschaftszerstörende Eingriffe, wie Solärflächen beeinträchtigt werden.
Ein besonderer Schutzstatus ergibt sich auch durch die unmittelbare Nähe zum Landschaftsschutzgebiet Mittlere Elbe. Eingriffe in das Landschaftsbild sind hier unbedingt zu vermeiden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

In den Gemarkungen Rodleben, Wertlau, Jütrichau Neeken, Brambach wurde kein Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie im 1. Entwurf festgelegt.

StN-ID: 1001688 ID Stellungnehmer: 1001806
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Wertlau
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001688_001 ID Stellungnehmer: 1001806
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Wertlau
Inhalt

Einspruch gegen folgende geplanten Flächen für Windkraftanlagen-Nutzung
-Gemarkung Rodleben, Wertlau, Jütrichau Neeken, Brambach
1) In den vergangenen drei Jahren sank aufgrund des Niedergangs der deutschen Industrie der Stromverbrauch in Deutschland. Die ursprünglich angenommenen starkt steigenden
Bedarfszahlen haben sich damit als falsch herausgestellt, ein Festhalten an den  ursprünglichen Ausbauzahlen ist daher weder sachlich zu begründen, noch
volkswirtschaftlich sinnvoll.
2) Die einseitige Ausrichtung auf Wind-und Solar-Stromerzeugung ist aufgrund des enormen Flächenbedarfes und der Notwendigkeit, mehrere Energieerzeugungsanlagen parallel vorzuhalten, insgesamt ineffizient und extrem ressourcenintensiv.
3) Regionale Gründe wie folgt:
4. Abstand zu Freileitungen der Deutschen Bahn (Flächen an der Bahnstrecke Roßllau-Zerbst Gemarkung Rodleben) Es verläuft eine 110 kV Bahnstromleitung. Zwischen Windenergieanlagen und Freileitungen ohne Schwingungsschutzmaßnahmen sind regelmäßig horizontale Mindestabstände von mindestens dem 3-fachen Rotordurchmesser zwischen Rotorblattspitze in ungünstiger Stellung und äußerstem ruhenden Leiter einzuhalten. Bei einem durchschnittlichen Rotordurchmesser von 150 m beträgt der
Mindestabstand somit 450 m. Die Fläche parallel zur Bahnstrecke Roßlau-Zerbst, Bereich Gemeinde Rodleben müsste folglich einen Gesamtabstand von 450 m zur Freileitung der Bahn wahren.

5. Flächenbeitragswert
Der Bereich Dessau, Zerbst, Coswig weist für das regionale Gebiet bereits vor dem Sachlicher Teilplan „Windenergie 2027 einen sehr hohen regionalen Flächenanteil für Windenergie aus. Eine zusätzliche Ausweisung der Potenzialfläche für Windenergie in der Gemarkung Rodleben, Brambach wird daher nicht als erforderlich erachtet. Kleinstflächen mit nur 3 oder 4 Windkraftanlagen sollten generell vermieden werden, da diese eine zusätzliche Zersiedelung darstellen.

6. Natur- und Artenschutz
In unserer Gemarkung leben geschützte und besonders geschützte Arten nach § 44 BNatschG. Diese werden durch den Bau und Betrieb von Windkraftanlagen erheblich gestört und im schlimmsten Fall sogar getötet. Insbesondere sind Vorkommen von Rotmilan, verschiedene Fledermausarten (u.a. Mopsfledermaus und Großes Langohr), Feldhamster und viele mehr nachgewiesen. Auf abendlichen Spaziergängen, Wanderungen und Beobachtungen konnte ich auf dem Rundweg Rodleben nach Wertlau, weiter Richtung Brambach, zurück nach Rodleben folgende schützenswerte Tiere mehrfach beobachten: Kleiner Abendsegler, großes Mausohr, Rotmilan und Schwarzmilan.
Der Lebensraum dieser Tiere darf nicht durch Windkraftanlagen, oder andere landschaftszerstörende Eingriffe, wie Solärflächen beeinträchtigt werden.
Ein besonderer Schutzstatus ergibt sich auch durch die unmittelbare Nähe zum
Landschaftsschutzgebiet Mittlere Elbe. Eingriffe in das Landschaftsbild sind hier unbedingt zu vermeiden.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001687_002

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

In den Gemarkungen Rodleben, Wertlau, Jütrichau Neeken, Brambach wurde kein Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie im 1. Entwurf festgelegt.

StN-ID: 1001688_002 ID Stellungnehmer: 1001806
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Einspruch gegen folgende geplanten Flächen für Windkraftanlagen-Nutzung
-Gemarkung Zerbst
1) In den vergangenen drei Jahren sank aufgrund des Niedergangs der deutschen Industrie der Stromverbrauch in Deutschland. Die ursprünglich angenommenen starkt steigenden Bedarfszahlen haben sich damit als falsch herausgestellt, ein Festhalten an den  ursprünglichen Ausbauzahlen ist daher weder sachlich zu begründen, noch volkswirtschaftlich sinnvoll.
2) Die einseitige Ausrichtung auf Wind-und Solar-Stromerzeugung ist aufgrund des enormen Flächenbedarfes und der Notwendigkeit, mehrere Energieerzeugungsanlagen parallel vorzuhalten, insgesamt ineffizient und extrem ressourcenintensiv.
3) Regionale Gründe wie folgt:
4. Abstand zu Freileitungen der Deutschen Bahn (Flächen an der Bahnstrecke Roßllau-Zerbst Gemarkung Rodleben) Es verläuft eine 110 kV Bahnstromleitung. Zwischen Windenergieanlagen und Freileitungen ohne Schwingungsschutzmaßnahmen sind regelmäßig horizontale Mindestabstände von mindestens dem 3-fachen Rotordurchmesser zwischen Rotorblattspitze in ungünstiger Stellung und äußerstem ruhenden Leiter einzuhalten. Bei einem durchschnittlichen Rotordurchmesser von 150 m beträgt der Mindestabstand somit 450 m. Die Fläche parallel zur Bahnstrecke Roßlau-Zerbst, Bereich Gemeinde Rodleben müsste folglich einen Gesamtabstand von 450 m zur Freileitung der Bahn wahren.

5. Flächenbeitragswert
Der Bereich Dessau, Zerbst, Coswig weist für das regionale Gebiet bereits vor dem Sachlicher Teilplan „Windenergie 2027 einen sehr hohen regionalen Flächenanteil für Windenergie aus. 

6. Natur- und Artenschutz
In unserer Gemarkung leben geschützte und besonders geschützte Arten nach § 44 BNatschG. Diese werden durch den Bau und Betrieb von Windkraftanlagen erheblich gestört und im schlimmsten Fall sogar getötet. Insbesondere sind Vorkommen von Rotmilan, verschiedene Fledermausarten (u.a. Mopsfledermaus und Großes Langohr), Feldhamster und viele mehr nachgewiesen. 
Der Lebensraum dieser Tiere darf nicht durch Windkraftanlagen, oder andere landschaftszerstörende Eingriffe, wie Solärflächen beeinträchtigt werden.
Ein besonderer Schutzstatus ergibt sich auch durch die unmittelbare Nähe zum Landschaftsschutzgebiet Mittlere Elbe. Eingriffe in das Landschaftsbild sind hier unbedingt zu vermeiden.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001687_001

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Im Bereich von Zerbst wurde kein neues Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie im 1. Entwurf festgelegt.

StN-ID: 1001689 ID Stellungnehmer: 1001807
Windenergie 2027
Inhalt

Die im Entwurf dargestellten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie entsprechen den Flächen,
die bislang bevorzugt in unsere städtische Planung aufgenommen wurden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001689_001 ID Stellungnehmer: 1001807
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XII Linda
Inhalt

Die im Entwurf dargestellten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie entsprechen den Flächen, die bislang bevorzugt in unsere städtische Planung aufgenommen wurden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001689_002 ID Stellungnehmer: 1001807
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXI Seyda/Gentha
Inhalt

Die im Entwurf dargestellten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie entsprechen den Flächen, die bislang bevorzugt in unsere städtische Planung aufgenommen wurden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001689_003 ID Stellungnehmer: 1001807
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIII Listerfehrda
Inhalt

Die im Entwurf dargestellten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie entsprechen den Flächen, die bislang bevorzugt in unsere städtische Planung aufgenommen wurden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001690 ID Stellungnehmer: 1001808
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001690_001 ID Stellungnehmer: 1001808
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XX Schrenz
Inhalt

Aus Sicht der Unteren Landesentwicklungsbehörde gibt es keine Bedenken.
In unmittelbarer Nähe zum Landkreis Saalekreis befindet sich Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie (Nr. XX Schrenz). Dieses bildet mit dem Eignungsgebiet Nr. II Niemberg ein kreisübergreifendes Windgebiet.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001690_002 ID Stellungnehmer: 1001808
Windenergie 2027
Inhalt

Untere Naturschutzbehörde:
Der Sachliche Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg stellt die wesentlichen raumordnerischen Weichen zur Umsetzung der nationalen Zielstellungen laut Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) i.V.m. den in Sachsen-Anhalt festgelegten regionalen Teilflächenzielen für die Windenergienutzung mit Fristlegung zum 31.12.2027 gemäß § 9a Abs. 2 Zweites Gesetz zur Änderung des LEntwG LSA. Die hier im Planaufstellungsverfahren festgelegten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie stellen nach § 2 Nr. 1 a) des Gesetzes zur Festlegung von Flächenbedarfen für Windenergieanlagen an Land (WindBG) gleichzeitig Windeignungsgebiete dar, in denen  unterschiedliche Verfahrenserleichterungen und -beschleunigungen zur Genehmigung entsprechender Windkraftvorhaben bestehen. Entsprechend § 28 Abs. 2 ROG sind die geplanten Vorranggebiete zusätzlich als Beschleunigungsgebiete für die Windenergie an Land auszuweisen. Hierdurch kommt den Ausweisungen auch eine Bedeutung zur Anwendung der Verfahrenserleichterungen im Genehmigungsverfahren nach § 6b WindBG zu. Unter Beachtung von § 28 Abs. 2 ROG i.V.m. § 245e Abs. 4 BauGB nach Durchführung der ersten öffentlichen Beteiligung auch ggf. mit einer entsprechenden Vorwirkung für die ausgewiesenen Beschleunigungsgebiete i.S.d. Umsetzung der EU-Vorgaben RED III (Richtlinie (EU) 2023/2413).
Der vorgelegte 1. Entwurf des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" erfüllt dabei nicht die Anforderungen zur Ausweisung von Beschleunigungsgebieten entsprechend der aktuellen Fassung des Raumordnungsgesetzes, zuletzt geändert durch Art. 7 des Gesetzes zur Umsetzung von
Vorgaben der Richtlinie (EU) 2023/2413 für Zulassungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz und dem Wasserhaushaltsgesetz vom 12. August 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 189). Entsprechend § 28 Abs. 5 Satz 1 ROG hat die Ausweisung als Beschleunigungsgebiete und die damit verbundene Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen im Rahmen des Planaufstellungsverfahrens zur Feststellung der Vorranggebiete für Wind zu erfolgen. Dies wird mit dem vorliegenden Planentwurf nicht geleistet. Es bedarf somit einer Nutzung der Sonderregelung nach § 28 Abs. 5 Satz 2 ROG, wonach die Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren zu erfolgen hat.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, wird von der Ausnahmeregelung des § 28 Absatz 5 ROG Gebrauch gemacht. Die Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen wird in einem nachfolgenden, separaten Planungsverfahren erfolgen, damit die Einhaltung des gesetzlichen Stichtags 31.12.2027 für das Erreichen des Flächenbeitragswertes gewährleistet ist.

StN-ID: 1001690_003 ID Stellungnehmer: 1001808
Planungskonzeption
Inhalt

In der kartographischen Darstellung des 1. Entwurfs wird eine gewisse Ausweisungshäufung zu Vorranggebieten für die Nutzung von Windenergie im Südwesten der Planungsregion in unmittelbarer Randlage zum Saalekreis deutlich. 14 der insgesamt 32 geplanten Vorranggebiete liegen weniger als 15 km entfernt zur Grenze der Planungsregion Halle und des Saalekreises. Hierdurch wird eine gewisse regionale Unwucht in der planerischen Ausweisung deutlich, die die Lasten durch Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes und für das Landschaftsbild ungleichmäßig verteilt. 11 der geplanten Vorranggebiete liegen sogar weniger als 10 km von der Kreisgrenze des Saalekreises entfernt, so dass bei > 1/3 der geplanten Windeignungsgebiete eine entsprechende Betroffenheit bezüglich des erweiterten Wirkraumes zum Landschaftsbild für das Kreisgebiet des Saalekreises besteht. Dies hat zur Folge, dass der Saalekreis im Rahmen der Genehmigungsverfahren von Windkraftanlagen in diesen Gebieten jeweils zu beteiligen ist. Es werden entsprechende Forderungen zum Ausgleich bzw. Ersatz der beeinträchtigten Schutzgüter, hier insbesondere des Landschaftsbildes i.S.v. § 15 Abs. 2 BNatSchG geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001690_004 ID Stellungnehmer: 1001808
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Das Windvorranggebiet Brehna/ Roitzsch liegt ca. 3,5 Kilometer östlich der Grenze des Saalekreis. Das Vorranggebiet liegt nach Aussage des Anhangs 1 zum vorliegenden Umweltbericht (S. 8) innerhalb des zentralen Prüfbereiches nach § 45b Abs. 3 BNatSchG i.V.m. Anlage 1 Abschn. 1 BNatSchG zweier Rotmilanbrutplätze. Siehe hierzu auch die Daten des Rotmilanzentrums Halberstadt zum Greifvogelmonitoring 2021/22. Es ist entsprechend § 28 Abs. 4 Nr. 2 ROG i.V.m. der Anlage 3 ROG von der Notwendigkeit von Minderungsmaßnahmen für die Art auszugehen. Zusätzlich verweist Anhang 1 zum vorliegenden Umweltbericht (S. 8) darauf, dass eine Betroffenheit des Feldhamsters (Cricetus cricetus), einer streng geschützten Art des Anhang-IV der FFH-Richtlinie (RL 92/43/EWG) nicht ausgeschlossen werden kann. Auch für diese Art sind entsprechende Minderungsmaßnahmen § 28 Abs. 4 Nr. 2 ROG i.V.m. der Anlage 3 ROG vorzusehen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Hinsichtlich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden, separaten Planungsverfahren erfolgen.

StN-ID: 1001690_005 ID Stellungnehmer: 1001808
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VII Gröbzig/Dohndorf
Inhalt

Das Windvorranggebiet Gröbzig/Dohndorf liegt ca. 2 Kilometer nördlich der Grenze des  Saalekreis. Für das Vorranggebiet ist festzustellen, dass es sich in unmittelbarer Nähe zu zahlreichen kleineren und größeren Standgewässern, denen eine landesweite Bedeutung als Rastgebiet für Zugvögel zukommt, befindet. Die Nahrungshabitate der rastenden Tiere sind insbesondere auf Ackerflächen im Umfeld der Gewässer anzunehmen. Das
Vorranggebiet liegt damit innerhalb eines landesweit bedeutenden Dichtezentrums für Rastvögel. Siehe hierzu die Geodäten vom Landesamt für Umweltschutz zur zugehörigen Publikation zu den „Bedeutenden Rastvogelgebieten in Sachsen-Anhalt" von SCHULZE et al. (2022, Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Hl/2022). Es steht daher in Frage, ob das Gebiet entsprechend § 28 Abs. 2 Nr. 2 ROG überhaupt als Beschleunigungsgebiet bzw. Vorranggebiet für die Nutzung von Windenergie ausgewiesen werden darf.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber abschließend als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten und Wasservogelschlafgewässer einschließlich 1.000 m Pufferzone wurden in der Planung vorsorglich maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht).

Die 50%-Bereiche aller Rastvogeldichtezentren sind von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie freigehalten worden. Die innerhalb des 75%-Bereiches (7.714 ha) des Rastvogeldichtezentrums um Könnern und Gröbzig gelegenen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie umfassen ca. 356 ha, das sind 4,6 % dieses 75%-Bereiches. Es handelt sich um die Bestands-Vorranggebiete Könnern (165 ha), Wörbzig (anteilig 16 ha) und die neu ausgewiesenen Vorranggebiete Gröbzig/Dohndorf (120 ha), Piethen (50 ha) und Erweiterung Wörbzig (5 ha). Selbst unter der Annahme einer gewissen Scheuchwirkung der Windenergieanlagen kann kein vollständiger Funktionsverlust der Rast- und Äsungsflächen verzeichnet werden. Vielmehr ist dies abhängig von den angebauten Feldfrüchten.

Weitere fachliche Prüfungen und Festlegung von evtl. Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung.

U.a. die Rotmilandichtezentren sowie die Kerndichteschätzung bedeutender Rastvogelgemeinschaften des Landesamtes für Umweltschutz finden im anschließenden Verfahren zur Ausweisung von Beschleunigungsgebieten gem. § 28 (2) Nr. 2 Berücksichtigung. Bezüglich der Beschleunigungsgebiete gem. § 28 (2) ROG nutzt die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung gemäß § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001690_006 ID Stellungnehmer: 1001808
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVI Piethen
Inhalt

Das Windvorranggebiet Piethen liegt ca. 1,5 Kilometer nordöstlich der Grenze des Saalekreis. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zu zahlreichen kleineren und größeren Standgewässern, denen eine landesweite Bedeutung als Rastgebiet für Zugvögel zukommt.
Die Nahrungshabitate der rastenden Tiere sind insbesondere auf Ackerflächen im Umfeld der Gewässer anzunehmen. Das Vorranggebiet liegt damit innerhalb eines landesweit bedeutenden Dichtezentrums für Rastvögel. Siehe hierzu die Geodäten vom Landesamt für Umweltschutz zur zugehörigen Publikation zu den „Bedeutenden Rastvogelgebieten in Sachsen-Anhalt" von SCHULZE et al. (2022, Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Hl/2022). Es steht daher in Frage, ob das Gebiet entsprechend § 28 Abs. 2 Nr. 2 ROG überhaupt als Beschleunigungsgebiet bzw. Vorranggebiet für die Nutzung von Windenergie ausgewiesen werden darf.
Das Vorranggebiet liegt weiterhin zwischen mehreren landesweit bedeutenden Schlafplätzen und Flugkorridoren für Gänse als Rastvögel. Siehe hierzu die Geodäten vom Landesamt für Umweltschutz zur zugehörigen Publikation zu den „Bedeutenden Rastvogelgebieten in Sachsen-Anhalt" von SCHULZE et al. (2022, Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Hl/2022). Auch bezüglich dieser räumlichen Konstellation ist eine Zulässigkeit nach § 28 Abs. 2 Nr. 2 ROG als Beschleunigungsgebiet bzw. Vorranggebiet für die Nutzung von Windenergie ausgewiesen fraglich.
In ca. 500 m zur Gebietsausweisung liegt ein durch das Greifvogelmonitoring 2021/22 des Rotmilanzentrums Halberstadt bestätigter Brutplatz des Schwarzmilans (Milvus migrans). Hierdurch befindet sich das Vorranggebiet innerhalb des Zentralen Prüfbereiches nach § 45b Abs. 3 BNatSchG i.V.m. Anlage 1 Abschn. 1 BNatSchG für die Art. Es sind entsprechend § 28 Abs. 4 Nr. 2 ROG i.V.m. der Anlage 3 ROG Minderungsmaßnahmen für die Art notwendig.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber abschließend als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten und Wasservogelschlafgewässer einschließlich 1.000 m Pufferzone wurden in der Planung vorsorglich maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht).

Die Errichtung und der Betrieb von Windenergieanlagen ist in Rotmilandichtezentren nicht verboten. Um den gesetzlichen Flächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen, hat sich die Regionale Planungsgemeinschaft für den vorsorglichen Einzelschutz von Brutstandorten entschieden, da die Rotmilandichtezentren einen zu großen Flächenanteil beanspruchen. Darüber hinaus befinden sich bereits einige bereits rechtmäßig mit Windenergieanlagen bebaute Bestands-Vorranggebiete (z.B. Prettin, südlicher Teil von Dornbock/Drosa/Kleinpaschleben in diesen Dichtezentren. Dichtezentren sind keine Schutzkategorie gem. BNatSchG. Es gibt keine einheitliche Definition. Dichtezentren des Rotmilans wurden in Sachsen-Anhalt ermittelt, um Schutzmaßnahmen gezielt auf Bereiche hoher Populationsdichten richten zu können. Mit einer artenschutzrechtlichen Vorprüfung wurde nachgewiesen, dass die Milane nicht auf die Futterflächen in den künftigen Windparks angewiesen sind.

Die 50%-Bereiche aller Rastvogeldichtezentren sind von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie freigehalten worden.

Die innerhalb des 75%-Bereiches (7.714 ha) des Rastvogeldichtezentrums um Könnern und Gröbzig gelegenen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie umfassen ca. 356 ha, das sind 4,6 % dieses 75%-Bereiches. Es handelt sich um die Bestands-Vorranggebiete Könnern (165 ha), Wörbzig (anteilig 16 ha) und die neu ausgewiesenen Vorranggebiete Gröbzig/Dohndorf (120 ha), Piethen (50 ha) und Erweiterung Wörbzig (5 ha). Selbst unter der Annahme einer gewissen Scheuchwirkung der Windenergieanlagen kann kein vollständiger Funktionsverlust der Rast- und Äsungsflächen verzeichnet werden. Vielmehr ist dies abhängig von den angebauten Feldfrüchten. 

Weitere fachliche Prüfungen und Festlegung von evtl. Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung.

U.a. die Rotmilandichtezentren sowie die Kerndichteschätzung bedeutender Rastvogelgemeinschaften des Landesamtes für Umweltschutz finden im anschließenden Verfahren zur Ausweisung von Beschleunigungsgebieten gem. § 28 (2) Nr. 2 Berücksichtigung. Hinsichtlich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001690_007 ID Stellungnehmer: 1001808
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XX Schrenz
Inhalt

Das Windvorranggebiet Schwerz grenzt direkt an den Saalekreis an und setzt das Windvorranggebiet XLVI Niemberg-Schwerz nach der Ausweisung des 1. Entwurfs des Sachlichen Teilplans Erneuerbarer Energien der Planungsregion Halle auf dem Gebiet des Landkreises Anhalt-Bitterfeld fort.

In ca. 500 m zur Gebietsausweisung liegt ein durch das Greifvogelmonitoring 2021/22 des Rotmilanzentrums Halberstadt bestätigter Brutplatz des Rotmilans (Milvus milvus) vor. Hierdurch befindet sich das Vorranggebiet innerhalb des Zentralen Prüfbereiches nach § 45b Abs. 3 BNatSchG i.V.m. Anlage 1 Abschn. 1 BNatSchG für die Art. Es sind entsprechend § 28 Abs. 4 Nr. 2 ROG i.V.m. der Anlage 3 ROG Minderungsmaßnahmen für die Art notwendig.
Hinzu kommen infolge der Feststellung auf S. 99 des Anhangs 1 zum vorliegenden Umweltbericht mit Stand vom 05.06.2025, dass der Feldhamster (Cricetus cricetus) als Art des Anhang IV der FFH-Richtlinie (RL 92/43/EWG) im Umfeld des geplanten Windvorranggebietes vorkommt und hiernach von der Gebietsausweisung betroffen sein kann, entsprechende Minderungsmaßnahmen für diese Art.
Aus der Artdatenbank des Landesamtes für Umweltschutz liegen darüber hinaus Nachweise verschiedener Fledermausarten insbesondere aus den Ortslagen im Umfeld des geplanten Windvorranggebietes vor. Das betrifft insbesondere auch Arten, die nach dem „Leitfaden Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt" des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie (MULE 2018, Anlage 4) als kollisionsgefährdete Fledermausarten gelten, hierunter u.a. die Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii), der Kleine Abendsegler {Nyctalus leisten) und der Große Abendsegler (Nyctalus noctula). Auf Grund dieser vorhandenen Daten, denen i.S.v. § 6b Abs. 3 Satz 2 WindBG eine ausreichende räumliche Genauigkeit zukommt und die als Daten einer systematisch und fortlaufend aktualisierten behördlichen Fachdatenbank der Landesfachbehörde auch die Voraussetzungen nach § 6b Abs. 3 Satz 3 WindBG erfüllen, besteht auch die Erforderlich von Minderungsmaßnahmen für Fledermäuse als Arten des Anhang IV der FFH-Richtlinie.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Das Vorranggebiet XX "Schrenz" grenzt unmitelbar an den vorhandenen Windpark im Vorranggebiet "Niemberg/Schwerz" der Regionalen Planungsgemeinschaft Halle an.

Hinsichtlich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale PLanungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung gemäß § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Artenschutz, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001690_008 ID Stellungnehmer: 1001808
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXV Trebbichau a. d. Fuhne
Inhalt

Das Windvorranggebiet Trebbichau a.d. Fuhne liegt weniger als 1,5 Kilometer nördlich der Grenze des Saalekreis. Für das Vorranggebiet ist eine Lage innerhalb von ausgewiesenen landesweit bedeutenden Schlafplätzen und Flugkorridoren für Gänse als Rastvögel anzunehmen. Siehe hierzu die Geodäten vom Landesamt für Umweltschutz zur zugehörigen Publikation zu den „Bedeutenden Rastvogelgebieten in Sachsen-Anhalt" von SCHULZE et al. (2022, Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Hl/2022). Es steht daher in Frage, ob das Gebiet entsprechend § 28 Abs. 2 Nr. 2 ROG überhaupt als  Beschleunigungsgebiet bzw. Vorranggebiet für die Nutzung von Windenergie ausgewiesen werden kann.
Das Vorranggebiet liegt nach Aussage des Anhangs 1 zum vorliegenden Umweltbericht (S. 124) innerhalb des Zentralen Prüfbereiches nach § 45b Abs. 3 BNatSchG i.V.m. Anlage 1 Abschn. 1 BNatSchG eines Rotmilanbrutplatzes. Es ist entsprechend § 28 Abs. 4 Nr. 2 ROG i.V.m. der Anlage 3 ROG von der Notwendigkeit von Minderungsmaßnahmen für die Art auszugehen.
Hinzu kommen infolge der Feststellungen des Anhangs 1 zum vorliegenden Umweltbericht zu den Anhang-IV-Arten Wechselkröte (Bufo viridis) und Knoblauchkröte {Peiobates fuscus) entsprechende Minderungsmaßnahmen für diese Arten.
Des Weiteren ist festzustellen, dass sich in weniger als 3.500 m Entfernung zum Vorranggebiet ein in der Artdatenbank der Unteren Naturschutzbehörde Saalekreis registrierter Seeadlerhorst (SK-Nr. BMH-4338-SW-0001) befindet. Für diesen Brutstandort des Seeadlers liegen regelmäßige Brutnachweise in systematisch und fortlaufend aktualisierten behördlichen Fachdatenbank vor, seit mind. 2011 aus der Artdatenbank des Landesamtes für Umweltschutz, zuletzt aus dem Jahr 2025 auch aus der Artdatenbank der Unteren Naturschutzbehörde Saalekreis. Das Windvorranggebiet Trebbichau a. d. Fuhne liegt damit nach Anlage 1 Abschn. 1 BNatSchG im erweiterten Prüfbereich der Art. Die Hauptnahrungsgebiete des betroffenen Brutpaares sind in den Senkungsgewässern um Gröbzig, Wörbiz, Edderitz und Maasdorf anzunehmen. Das Windvorranggebiet befindet sich damit im direkten Flugkorridor zwischen Brutplatz und Hauptnahrungsgebiet während der Brutperiode und Jungenaufzucht des betroffenen Brutpaares. Es ist daher von einer erhöhten Aufenthaltswahrscheinlichkeit auf Grund einer funktionalen Beziehung zu
Habitatflächen mit besonderer Bedeutung i.S.v. LAMBRECHT & TRAUTNER (2007) entsprechen des § 45b Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 BNatSchG auszugehen. Auch für diese Art sind entsprechend § 28 Abs. 4 Nr. 2 ROG i.V.m. der Anlage 3 ROG Minderungsmaßnahmen zu planen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Bei diesem Vorranggebiet handelt es sich um ein rechtskräftig ausgewiesenes Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie des STP Wind 2018, welches rechtmäßig mit 15 Windenergieanlagen bebaut ist. Im direkten Umfeld befinden sich weitere 4 Anlagen. Derzeit läuft ein Genehmigungsverfahren für das Repowering von 10 Altanlagen, welche durch 11 neue ersetzt werden. Zugleich ist der Neubau von 2 Anlagen innerhalb des Vorranggebietes geplant.

Belange des Artenschutzes sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Der nördliche Teil des Bestandsvorranggebietes liegt innerhalb des 1.000 m Puffers um Gänseschlafplätze.

Bezüglich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten gem. § 28 (2) ROG nutzt die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen. Darin ist zu entscheiden, welche Vorranggebiete als Beschleunigungsgebiete festgelegt werden und welche Minderungsmaßnahmen erforderlich sind.

Aus  dem "Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag zum Vorhaben 'Repowering Windpark in der Gemarkung Trebbichau, Piethen, Wieskau'“ geht hervor, dass Verbotstatbestände gemäß § 44 Abs. 1 BNatSchG für den Seeadler nicht eintreten. Der Brutplatz des Seeadlers befindet sich weit außerhalb der artspezifischen Fluchtdistanz von 500 m (FLADE 1994) zum Vorhaben, so dass bau- oder betriebsbedingte Störungen an den Brutplätzen sicher ausgeschlossen werden können. Es werden keine bevorzugt geeigneten Nahrungshabitate des Seeadlers überbaut, zerschnitten und durch akustische und optische Störreize durch Bau und Betrieb der WEA beeinträchtigt, so dass durch das Vorhaben nur unerheblich weniger Nahrungshabitate innerhalb des Gesamtaktionsraumes zur Verfügung stehen als zuvor. Bau- und betriebsbedingte Störungen, die sich erheblich auf die Lokalpopulation (hier das betroffene Einzelbrutpaar) auswirken, können ausgeschlossen werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001690_009 ID Stellungnehmer: 1001808
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXX Zörbig
Inhalt

In ca. 500 m zur Gebietsausweisung Zörbig liegen zwei durch das Greifvogelmonitoring 2021/22 des Rotmilanzentrums Halberstadt bestätigte Brutplätze des Rotmilans (Milvus milvus), sowie ein Brutplatz des Schwarzmilan (Milvus migrans). Hierdurch befindet sich das Vorranggebiet innerhalb der Zentralen Prüfbereiche nach § 45b Abs. 3 BNatSchG i.V.m. Anlage 1 Abschn. 1 BNatSchG für beide Arten. Es sind entsprechend § 28 Abs. 4 Nr. 2 ROG i.V.m. der Anlage 3 ROG Minderungsmaßnahmen für die Arten notwendig.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Hinsichtlich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

StN-ID: 1001690_010 ID Stellungnehmer: 1001808
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXI Zörbig Süd/Glebitzsch
Inhalt

Für Vorranggebiet XXXI Zörbig Süd/ Glebitzsch ist festzustellen, dass in ca. 500 m zur  Gebietsausweisung zwei durch das Greifvogelmonitoring 2021/22 des Rotmilanzentrums Halberstadt bestätigte Brutplätze des Rotmilans (Milvus milvus), sowie ein Brutplatz des Schwarzmilan (Milvus migrans) vorliegen. Hierdurch befindet sich das Vorranggebiet innerhalb der Zentralen Prüfbereiche nach § 45b Abs. 3 BNatSchG i.V.m. Anlage 1 Abschn. 1 BNatSchG für beide Arten. Es sind entsprechend § 28 Abs. 4 Nr. 2 ROG i.V.m. der Anlage 3 ROG Minderungsmaßnahmen für die Arten notwendig.

Aus der Artdatenbank des Landesamtes für Umweltschutz liegen darüber hinaus Nachweise verschiedener Fledermausarten insbesondere aus den Ortslagen im Umfeld des geplanten Windvorranggebietes vor. Das betrifft insbesondere auch Arten, die nach dem „Leitfaden Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt" des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie (MULE 2018, Anlage 4) als kollisionsgefährdete Fledermausarten einzustufen sind, hierunter u.a. die Rauhautfledermaus {Pipistrellus nathusii) und Mückenfledermaus {Pipistrellus pygmaeus). Auf Grund dieser vorhandenen Daten, denen i.S.v. § 6b Abs. 3 Satz 2 WindBG eine ausreichende räumliche Genauigkeit zukommt und die als Daten einer systematisch und fortlaufend aktualisierten behördlichen Fachdatenbank der Landesfachbehörde auch die Voraussetzungen nach § 6b Abs. 3 Satz 3 WindBG erfüllen, besteht die Erforderlichkeit von Minderungsmaßnahmen für Fledermäuse als Arten des Anhang IV der FFH-Richtlinie (RL 92/43/EWG).

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Hinsichtlich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale PLanungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001690_011 ID Stellungnehmer: 1001808
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXVIII Wörbzig
Inhalt

Zu Vorranggebiet XXVIII Wörbzig ist festzustellen, dass es sich in unmittelbarer Nähe zu zahlreichen kleineren und größeren Standgewässern, denen eine landesweite Bedeutung als Rastgebiet für Zugvögel zukommt, befindet. Die Nahrungshabitate der rastenden Tiere sind insbesondere auf Ackerflächen im Umfeld der Gewässer anzunehmen. Das Vorranggebiet liegt damit innerhalb eines landesweit bedeutenden Dichtezentrums für Rastvögel. Siehe hierzu die Geodaten vom Landesamt für Umweltschutz zur zugehörigen Publikation zu den „Bedeutenden Rastvogelgebieten in Sachsen-Anhalt" von SCHULZE et al. (2022, Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Hl/2022). Es steht daher in Frage, ob das Gebiet entsprechend § 28 Abs. 2 Nr. 2 ROG überhaupt als Beschleunigungsgebiet bzw. Vorranggebiet für die Nutzung von Windenergie ausgewiesen werden darf.
Gleichzeitig liegt das Vorranggebiet im Bereich bedeutende Schlafplätzen und Flugkorridore für Gänse als Rastvögel. Siehe hierzu die Geodaten vom Landesamt für Umweltschutz zur zugehörigen Publikation zu den „Bedeutenden Rastvogelgebieten in Sachsen-Anhalt" von SCHULZE et al. (2022, Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Hl/2022). Auch bezüglich dieser räumlichen Konstellation ist eine Zulässigkeit nach § 28 Abs. 2 Nr. 2 ROG als Beschleunigungsgebiet bzw. Vorranggebiet für die Nutzung von Windenergie ausgewiesen fraglich.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Bei diesem Vorranggebiet handelt es sich um ein rechtskräftig ausgewiesenes Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie des STP Wind 2018, welches rechtmäßig mit 6 Windenergieanlagen bebaut ist. Im direkten Umfeld befinden sich weitere 6 Altanlagen. Weitere 2 Anlagen innerhalb des Vorranggebietes wurden in 2024 genehmigt.

Der südwestliche Teil des Bestandsvorranggebietes liegt innerhalb des 1.000 m Puffers um Gänseschlafplätze. 

Die 50%-Bereiche aller Rastvogeldichtezentren sind von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie freigehalten worden. Die innerhalb des 75%-Bereiches (7.714 ha) des Rastvogeldichtezentrums um Könnern und Gröbzig gelegenen Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie umfassen ca. 356 ha, das sind 4,6 % dieses 75%-Bereiches. Es handelt sich um die Bestands-Vorranggebiete Könnern (165 ha), Wörbzig (anteilig 16 ha) und die neu ausgewiesenen Vorranggebiete Gröbzig/Dohndorf (120 ha), Piethen (50 ha) und Erweiterung Wörbzig (5 ha). Selbst unter der Annahme einer gewissen Scheuchwirkung der Windenergieanlagen kann kein vollständiger Funktionsverlust der Rast- und Äsungsflächen verzeichnet werden. Vielmehr ist dies abhängig von den angebauten Feldfrüchten. 

Weitere fachliche Prüfungen und Festlegung von evtl. Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung.

U.a. die Rotmilandichtezentren sowie die Kerndichteschätzung bedeutender Rastvogelgemeinschaften des Landesamtes für Umweltschutz finden im anschließenden Verfahren zur Ausweisung von Beschleunigungsgebieten gem. § 28 (2) Nr. 2 Berücksichtigung. Bezüglich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten gem. § 28 (2) ROG nutzt die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001705 ID Stellungnehmer: 1001809
Planungskonzeption
Inhalt

Im Bereich des Betreuungsforstamtes Nedlitz liegen drei Vorranggebiete für Windenergie, die im vorliegenden Entwurf erweitert werden sollen:

·         Zerbster Flugplatz

·         Straguth

·         Güterglück

Der ehemalige Zerbster Flugplatz ist mittlerweile mit Wald bestockt. Die Flächen bei Straguth und Güterglück bestehen im Wesentlichen aus Ackerland. In allen drei Fällen grenzen die vorgesehenen Flächen unmittelbar an Wald an.

Windenergieanlagen (WEA) können in Brand geraten und tun das auch immer wieder. Die Rotorblätter bestehen u.a. aus Kunststoff und Holz – beides brennbar. Bei einem Brand können durch die hohe Rotationsgeschwindigkeit und Länge der Flügel brennende oder glimmende Teile über mehrere hundert Meter weit geschleudert werden. Dies führt insbesondere in den Sommermonaten zu einer erheblichen Waldbrandgefahr, auch wenn die Anlagen nicht im direkt im Wald, sondern lediglich in unmittelbarer Nähe errichtet werden. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass angrenzende landwirtschaftliche Flächen Feuer fangen und Brände in den Wald übergreifen. Problematisch ist, dass sich die Löscharbeiten unter einem solchen brennende Teile schleudernden Rad sehr schwierig gestalten.

  •  Brandgefahr bei der Ausweisung von Vorranggebieten und bei Genehmigungsverfahren berücksichtigen (Standortwahl, Konstruktion der WEA) 

  • Möglichst großen Abstand zu Waldflächen einhalten

Die Errichtung von Windenergieanlagen im Wald führt unweigerlich zu Waldflächenverlust und Bodenbeeinträchtigungen. Zwar ist ein Rückbau nach 20–30 Jahren vorgesehen, in der Praxis besteht jedoch die Gefahr, dass dieser nicht vollständig erfolgt – etwa durch Insolvenz der Betreiber oder geänderte rechtliche Rahmenbedingungen. Erfahrungen mit Industriebrachen und Altlasten zeigen, dass Rückbau und Renaturierung häufig unvollständig oder verspätet erfolgen. Unabhängig davon sind Bodenverdichtungen und -Versiegelungen zum Teil irreversibel. Bodenbildende Prozesse wie Verwitterung, Humusakkumulation und die Ansiedelung von Bodenorganismen laufen langsam ab und benötigen hunderte bis tausende Jahre. Eine Ersatzaufforstung ist deshalb nie gleichwertig zu einem alten Waldstandort. 

Böden und Wälder erfüllen zentrale ökologische Funktionen: Sie filtern und speichern Trinkwasser, sichern Biodiversität, bieten Erholungsraum und wirken Hochwassergefahren entgegen. In Sachsen-Anhalt – mit einem Bewaldungsanteil von lediglich ca. 26 % (4. Bundeswaldinventur 2025) – ist Wald ohnehin eine knappe Ressource. Der zunehmende Nutzungsdruck erfordert einen besonders vorsorgenden Umgang.

Aufgrund all dieser Punkte ist Wald besonders schützenswert. Windvorranggebiete sollten deshalb auf anderen Landnutzungsformen ausgewiesen werden.

  • Keine Erweiterung der bestehenden Vorranggebiete auf bewaldeten Flächen 

  • Flächenverbrauch durch Leitungstrassen o.ä. bei der Planung der Vorranggebiete mitberücksichtigen, keine Trassen durch den Wald

Der Stellungnahme des LZW schließe ich mich vollumfänglich an.

Windenergieanlagen sollten auf offene Geländebereiche von minderer Nährkraft beschränkt bleiben, die für eine landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Nutzung ungeeignet sind. Insbesondere sollten sanierte Altlast – Flächen, Industriebrachen, renaturierte Mülldeponien und dergleichen Flächen, die für ökologische  Landnutzungsformen nicht mehr geeignet sind, für die Installation von Energieanlagen in Betracht gezogen werden. Die Landfläche ist nicht vermehrbar. Insofern ist gerade im dicht besiedelten Deutschland ein ökologisch nachhaltiges, intelligentes Flächenmanagement auf wissenschaftlicher Grundlage unabdingbar. Dabei haben Ziele allgemeiner Daseinsfürsorge wie saubere Luft, sauberes Grundwasser und Klimaschutz oberste Priorität.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen in Vorranggebieten für Forstwirtschaft und in Vorranggebieten für Wassergewinnung mit Nadel- und Nadelmischwald in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001706 ID Stellungnehmer: 1001810
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > IX Hinsdorf
Inhalt

Die ausgewiesene Windfläche IV (Karte Windenergie) ist viel zu nah am Ort Hinsdorf (höchstens 800 bis 1000).

Dadurch drohen:

- Schallbelästigung (auch Infraschall, der bei WKA bis zu 15 km) gemessen werden kann

- Schattenwurf durch neue dreimal so große Anlagen

- die Abstände zu Wohnsiedlungen sollten mindestens 2000 m betragen. Das ist hier nicht gegeben. Auch bei Anlagen über 2000 m Entfernung ist mit Lärmbelästigung zu rechnen, auch wenn das vor dem Bau nicht absehbar war. Beispiel Burgkemnitz

- Abrieb der Rotorblätter mit Ewigkeitschemikalien wie PFAS und andere (Menge von einer WKA 30 bis 100 kg pro Jahr). Diese Chemikalien sind nicht abbaubar in der Natur und vergiften Böden, Tiere, Wasser und angebaute Nahrung!

- Vogelschlag (Vögeln werden Flügel oder Schwanz abgetrennt, wenn sie durch die Rotorblätter fliegen) - Artenschutz!

- Insektensterben durch WKA ist ebenfalls gegeben. Insekten als Bestäuber sind aber nicht nur für die Landwirtschaft überlebenswichtig! Artenschutz!

- Auch die Landschaft wird so verschandelt: Wenn man aus den Fenstern seines Hauses schaut, sieht man nur WKA. Das zerstört das Landschaftsbild und die Landschaft selbst. Gefährdung des Tourismus - diesen braucht Sachsen-Anhalt ganz dringend!

- Windparkeffizienz nimmt mit der wachsenden Anzahl der WKA ab - siehe Windklau

- Oft sieht man von unterwegs aus, dass sich von einem Windpark nur ein paar Anlagen drehen - warum noch mehr bauen? Um noch mehr Anlagen zu haben, die sich nicht drehen?

Windkraft und Solar sind keine sicheren Energiequellen! Sie sind umweltschädlich, gerade bei der Herstellung und Entsorgung von WKA. WKA sind kaum oder sehr teuer recyclebar. Daher wird die Lagerung unsere Umwelt auch noch schädigen, wenn die Anlagen schon lange abgebaut sind. Das können wir den nachfolgenden Generationen nicht hinterlassen!

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihalts der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen. 

Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall– durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21)

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001707 ID Stellungnehmer: 1001759
Windenergie 2027
Inhalt

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei finden Sie unsere Stellungnahme.

Mit freundlichen Grüßen

GETEC green energy GmbH

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001707_001 ID Stellungnehmer: 1001759
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIII Straguth
Inhalt

Vorranggebiet XXIII Straguth - Vorschlag zur Erweiterung um 2,74 Hektar
Die geplante Erweiterung des Vorranggebietes XXIII Straguth begrüßen wir ausdrücklich, da sie den Ausbau der regenerativen Energieerzeugung in der Region unterstützt. Wir schlagen vor, das Vorranggebiet am südwestlichen Rand um eine zusätzliche Fläche von ca. 2,74 ha zu erweitern, da diese Erweiterung mit den im Entwurf definierten planerischen Kriterien sowie den gesetzlichen Anforderungen übereinstimmt.
Im Rahmen unserer vorbereitenden Untersuchungen und Planungen wurde die Nutzungsart der betroffenen Fläche unter Verwendung der beim Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt (LV/ermGeo) bereitgestellten Daten geprüft. Unter Berücksichtigung der im Entwurf definierten Mindestabstände wurden 1.000 Meter von bestehenden Wohnbauflächen abgepuffert. Dabei hat sich gezeigt, dass die vorgeschlagene 2,74 ha große Fläche den rechtlichen und planerischen Bewertungskriterien vollständig entspricht (vgl. Abb. 1 sowie Anlage 1 Lageplan). 

Die Fläche wird derzeit als Ackerland genutzt. Entsprechend unserer Analyse ist keine zusätzliche Beeinträchtigung der Schutzgüter Flora, Fauna oder Biodiversität durch die Erweiterung erkennbar. Zudem unterstützt die Erweiterung die Ziele der Windenergienutzung in mehrfacher Hinsicht:
l. Erhöhung des Energieertrags: Die Erweiterung ermöglicht es, Windenergieanlagen auf einer größeren Fläche mit optimierten
Abständen zu platzieren, was einen höheren Energieertrag und eine effektivere Nutzung der Fläche sicherstellt.
2. Flexibilität im Anlagenstandort: Durch die Erweiterung können Anlagenstandorte so gewählt werden, dass sie die geltenden
Vorgaben zu Schall- und Schattenimmissionen besser einhalten, was wiederum die Akzeptanz und Verträglichkeit vor Ort steigert.
3. Investitionssicherheit: Die Erweiterung an dieser Stelle bietet eine wertvolle Ergänzung zu bestehenden Planungen. Bereits
abgeschlossene Verträge mit einem Grundstückseigentümer sehen vor, dass auf den betroffenen Flächen mindestens zwei
Windenergieanlagen errichtet werden können. Die Erweiterung unterstützt somit eine möglichst kurzfristige Realisierung des Projekts.
Auf Basis der oben genannten Argumente und unter Berücksichtigung der Zielsetzung des Entwurfs — die Bereitstellung von geeigneten Flächen für die Windenergie — sprechen wir uns für die Integration der vorgeschlagenen
Erweiterungsfläche von 2,74 ha im Vorranggebiet XXII Straguth aus. Die Anpassung erfüllt alle relevanten planerischen, rechtlichen und funktionalen Anforderungen und trägt wesentlich zur Zielerreichung der regionalen Windenergieplanung bei.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Randkorrektur entsprechend der aktuellsten ALKIS Daten für Wohn/Mischgebäude Bestand wird durchgeführt. Dadurch vergrößert sich das Vorranggebiet um 3 Hektar.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001707_002 ID Stellungnehmer: 1001759
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Thießen
Inhalt

Gebiet 18 gemäß der Arbeitskarte erfüllt nach unserer Einschätzung alle wesentlichen planerischen und rechtlichen Voraussetzungen für die Windenergienutzung. Wir stützen unsere Bewertung auf die allgemein zugänglichen Planungsgrundlagen sowie auf die Arbeitskarte der „Planabsicht STP Wind 2027" vom 03.03.2023.

Aufgrund der folgenden Eigenschaften ist Gebiet 18 vorrangig für die Windkraftnutzung geeignet:
1. Vorhandene infrastrukturelle Vorprägung: Eine Hochspannungsfreileitung verläuft zwischen den beiden Gebieten und gewährleistet eine effiziente Anbindung an das Stromnetz. Dies minimiert technische und wirtschaftliche Hindernisse bei der Netzintegration von Windenergie und unterstützt die Zielsetzung des regionalen Ausbauplans. Südlich der Gebiete befindet sich die Bahntrasse Dessau-Berlin (ICE-Strecke). Diese Trasse ist ein weiteres infrastrukturelles Element, das die vorgeprägte und potenziell geeignete Nutzung der Flächen für Windenergie unterstreicht.

2. Geografische und naturschutzfachliche Aspekte: Laut Regionalplan von 2018 sind die Gebiete als sogenannte Weißflächen ausgewiesen und liegen nicht innerhalb von Schutzgebieten für Natur und Landschaft. Die einzige Ausnahme stellt der Naturpark dar, wobei die naturfachlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen die Nutzung als Vorranggebiet für Windenergie nicht grundsätzlich ausschließen. Die Flächen sind landwirtschaftlich genutzt und zeichnen sich durch geringe bis sehr geringe Ackerzahlen aus, was sie für die energetische Nutzung besonders geeignet macht. Die landwirtschaftliche Nutzung könnte weiterhin in Kombination mit der Windenergie stattfinden.

3. Beitrag der Stadt Dessau: Die Stadt Dessau kann aufgrund der höhen Bebauungsdichte nur in den Randbereichen einen Beitrag zu den Windvorrangflächen leisten. Zudem sind im südlichen Bereich Einschränkungen durch das Dessau-Wörlitzer Gartenreich vorhanden. 

4. Potenzial für strategische Erweiterung: Unsere eigene Planung sowie Gespräche mit Grundstückseigentümern haben gezeigt, dass die Gebiete ein erhebliches Potenzial für die Errichtung von Windkraftanlagen in Richtung Südwesten (Streetz) bieten. Eine Erweiterung dieser Gebiete würde nicht nur eine größere Flexibilität bei der Anlagenkonzeption ermöglichen, sondern auch weitere Flächen effizient erschließen. Dies wäre auch im Sinne der Regionalplanung im Hinblick auf die Erreichung der Flächenziele 2032. Berücksichtigung wirtschaftlicher, kommunaler und sozialer Aspekte Bereits in der frühen Phase der Planung haben wir mit zahlreichen Grundstückseigentümern in der Region Verträge über die Nutzung der Flächen für Windenergie abgeschlossen. Diese Vereinbarungen schaffen nicht nur Verlässlichkeit für die Eigentümer, sondern bringen auch die Erwartung mit sich, dass die Gebiete für Windenergie ausgewiesen und sinnvoll erweitert werden.

Parallel dazu sind wir in einem konstruktiven Austausch mit kommunalen Akteuren, um die Interessen der Gemeinden frühzeitig in die Planung einzubeziehen. Selbstverständlich stellen wir auch eine direkte finanzielle Beteiligung der Kommunen entsprechend §6 EEG sicher, um die lokale Wertschöpfung zu fördern und die Akzeptanz zu erhöhen.

Wir bitten daher, die vorgenommene Streichung des Gebietes 18 gemäß der Arbeitskarte vom März 2023 zu überdenken. Die Aufnahme der Gebiete in den STP Wind bietet eine strategisch sinnvolle Möglichkeit, zusätzliche Kapazitäten für die Windenergienutzung zu schaffen und die langfristigen Zielsetzungen der regionalen Planung zu unterstützen. Zudem tragen diese Flächen wesentlich zur Erreichung der Flächenziele der Region bei und fördern den Ausbau der regenerativen Energieerzeugung. Wir empfehlen daher eine Überprüfung der Entscheidungsgrundlagen sowie die Einbeziehung der Flächen in die nachfolgenden Planungen des Sachlichen Teilplans Windenergie 2027.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche Thießen nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001707_003 ID Stellungnehmer: 1001759
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Streetz Mühlstedt
Inhalt

Gebiet 19 gemäß der Arbeitskarte erfüllt nach unserer Einschätzung alle wesentlichen planerischen und rechtlichen Voraussetzungen für die Windenergienutzung. Wir stützen unsere Bewertung auf die allgemein zugänglichen Planungsgrundlagen sowie auf die Arbeitskarte der „Planabsicht STP Wind 2027" vom 03.03.2023.

Aufgrund der folgenden Eigenschaften ist Gebiet 19 vorrangig für die Windkraftnutzung geeignet:
1. Vorhandene infrastrukturelle Vorprägung: Eine Hochspannungsfreileitung verläuft zwischen den beiden Gebieten und gewährleistet eine effiziente Anbindung an das Stromnetz. Dies minimiert technische und wirtschaftliche Hindernisse bei der Netzintegration von Windenergie und unterstützt die Zielsetzung des regionalen Ausbauplans. Südlich der Gebiete befindet sich die Bahntrasse Dessau-Berlin (ICE-Strecke). Diese Trasse ist ein weiteres infrastrukturelles Element, das die vorgeprägte und potenziell geeignete Nutzung der Flächen für Windenergie unterstreicht.

2. Geografische und naturschutzfachliche Aspekte: Laut Regionalplan von 2018 sind die Gebiete als sogenannte Weißflächen ausgewiesen und liegen nicht innerhalb von Schutzgebieten für Natur und Landschaft. Die einzige Ausnahme stellt der Naturpark dar, wobei die naturfachlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen die Nutzung als Vorranggebiet für Windenergie nicht grundsätzlich ausschließen. Die Flächen sind landwirtschaftlich genutzt und zeichnen sich durch geringe bis sehr geringe Ackerzahlen aus, was sie für die energetische Nutzung besonders geeignet macht. Die landwirtschaftliche Nutzung könnte weiterhin in Kombination mit der Windenergie stattfinden.

3. Beitrag der Stadt Dessau: Die Stadt Dessau kann aufgrund der höhen Bebauungsdichte nur in den Randbereichen einen Beitrag zu den Windvorrangflächen leisten. Zudem sind im südlichen Bereich Einschränkungen durch das Dessau-Wörlitzer Gartenreich vorhanden. Daher ist das Gebiet 19 eine gute Möglichkeit, dass die Stadt Dessau einen Beitrag zu den Windvorrangflächen leistet und von den Erträgen durch die finanzielle Beteiligung der Kommune profitiert.

4. Potenzial für strategische Erweiterung: Unsere eigene Planung sowie Gespräche mit Grundstückseigentümern haben gezeigt, dass die Gebiete ein erhebliches Potenzial für die Errichtung von Windkraftanlagen in Richtung Südwesten (Streetz) bieten. Eine Erweiterung dieser Gebiete würde nicht nur eine größere Flexibilität bei der Anlagenkonzeption ermöglichen, sondern auch weitere Flächeneffizient erschließen. Dies wäre auch im Sinne der Regionalplanung im Hinblick auf die Erreichung der Flächenziele 2032. Berücksichtigung wirtschaftlicher, kommunaler und sozialer Aspekte Bereits in der frühen Phase der Planung haben wir mit zahlreichen Grundstückseigentümern in der Region Verträge über die Nutzung der Flächen für Windenergie abgeschlossen. Diese Vereinbarungen schaffennicht nur Verlässlichkeit für die Eigentümer, sondern bringen auch die Erwartung mit sich, dass die Gebiete für Windenergie ausgewiesen und sinnvoll erweitert werden.

Parallel dazu sind wir in einem konstruktiven Austausch mit kommunalen Akteuren, um die Interessen der Gemeinden frühzeitig in die Planung einzubeziehen. Selbstverständlich stellen wir auch eine direkte finanzielle Beteiligung der Kommunen entsprechend §6 EEG sicher, um die lokale Wertschöpfung zu fördern und die Akzeptanz zu erhöhen.

Wir bitten daher, die vorgenommene Streichung des Gebietes 19 gemäß der Arbeitskarte vom März 2023 zu überdenken. Die Aufnahme der Gebiete in den STP Wind bietet eine strategisch sinnvolle Möglichkeit, zusätzliche Kapazitäten für die Windenergienutzung zu schaffen und die langfristigen Zielsetzungen der regionalen Planung zu unterstützen. Zudem tragen diese Flächen wesentlich zur Erreichung der Flächenziele der Region bei und fördern den Ausbau der regenerativen Energieerzeugung. Wir empfehlen daher eine Überprüfung der Entscheidungsgrundlagen sowie die Einbeziehung der Flächen in die nachfolgenden Planungen des Sachlichen Teilplans Windenergie 2027.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche "19 Streetz" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001708 ID Stellungnehmer: 1001813
Windenergie 2027
Inhalt

Stellungnahme anbei.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001708_001 ID Stellungnehmer: 1001813
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Wir fordern die Beibehaltung der Ausweisung der Potenzialfläche Gossa mit einer Größe von 128 ha (siehe Übersichtskarte). Die Fläche wird von der Gemeinde befürwortet.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001708_002 ID Stellungnehmer: 1001813
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Pouch
Inhalt

Forderung der Ausweisung der Potenzialfläche Pouch Vorentwurf mit einer Größe von 375ha (siehe Übersichtskarte). Diese war in Vorentwürfen in unterschiedlicher Ausprägung bereits enthalten. Obwohl die Potenzialfläche viele Vorteile bietet, z. B. die Möglichkeit größere Siedlungsabstände zu realisieren, Flächenverfügbarkeit (Grundstückseigentümer), geringes Konfliktpotenzial Avifauna, wurde die Fläche gestrichen.

Aktuell sind wir in Gesprächen mit der Kommune, um die Ausweisung zu befördern. Denn die Potenzialfläche Pouch würde für die Kommune ca. doppelt so hohe Einnahmen versprechen wie die geplante Fläche in Gossa (WEG XIX). Wir sehen aufgrund der finanzpolitischen Verpflichtungen für die Gemeinde Muldestausee, den wirtschaftlich attraktivsten Weg einschlagen zu müssen, gute Chancen die Zustimmung zu erhalten.
Darüberhinaus würden die Anlagen in Bereichen errichtet werden, die durch ehemalige Kraftwerke und folgende Umwelteinflüsse nachweislich stark geschädigt wurden (TU Tharandt, Forschungsprojekt ENFORCHANGE 2009).

Auch der Waldbestand entspricht den Vorgaben der Regionalplanung mit überwiegendem Kiefernbestand. Selbst die wenigen wertvolleren Waldbereiche mit Laubbaumarten können planerisch geschont werden. Dies wäre auch im Sinne des Eigentümers. Notwendige Rodungen könnten aufgrund der gut ausgebauten Infrastruktur in diesem Bereich auf ein Minimum reduziert werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche "Pouch" nicht erforderlich.

Der östlich Teil der beantragten Fläche widerspricht dem Ausschlusskriterium „2.000 m Pufferzone um Brutstandort des Seeadlers“. Der westliche Teil des Gebietes befindet sich in einem Rastvogeldichtezentrum. Die Ermittlung des Schutzzweckes zur Bewertung des Landschaftsschutzgebietes Dübener Heide ergab keine geeignete, kompakt zusammenhängende Fläche, auf der ein Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie entsprechend der Planungskonzeption ausgewiesen werden könnte.

StN-ID: 1001708_003 ID Stellungnehmer: 1001813
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XX Schrenz
Inhalt

Wir fordern die Beibehaltung der Ausweisung der Potenzialfläche Schrenz mit einer Größe von 229ha (siehe Übersichtskarte). Die Fläche wird von der Gemeinde befürwortet. Ein Bauleitplanverfahren wurde eingeleitet, das regionalplanerische Zielabweichungsverfahren wurde erfolgreich durchgeführt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001708_004 ID Stellungnehmer: 1001813
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Schrenz West
Inhalt

Forderung der Ausweisung der Potenzialfläche Schrenz-West mit einer Größe von 112 ha. Die Fläche wird von der Gemeinde befürwortet. Ein Bauleitplanverfahren wurde eingeleitet, das regionalplanerische Zielabweichungsverfahren wurde erfolgreich durchgeführt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Entsprechend des Entwurfes zur 4. Änderung des Flächennutzungsplans Zörbig (Beschluss des Stadtrates vom 17.12.2025) ist das beantragte Gebiet Schrenz-West nicht als Sondergebiet für Windenergie vorgesehen, sodass kommunale Planungsabsichten hier nicht als Positivkriterium herangezogen werden können. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche Schrenz West nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001708_005 ID Stellungnehmer: 1001813
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Thielenheide
Inhalt

Forderung der Aufnahme Potenzialfläche Thielenhaide mit einer Größe von 375 ha. Aktuell sind wir in Gesprächen mit der Kommune, um die Ausweisung zu befördern. Für den 27.10. ist die Projektvorstellung im Ortschaftsrat Schköna geplant. Das Interesse der Kommune ergibt sich auch aus den kommunalen Grundstücken in diesem Bereich, die sich für die Errichtung von 3 Windenergieanlagen eignen würden. Zusätzlich zu den Einnahmen aus dem Akzeptanzgesetz Sachsen-Anhalt ergäben sich durch diesen Windpark enorme finanzielle Möglichkeiten. Durch die Lage der Potenzialfläche und einem vorgesehenen Mindestabstand zu Ortslagen von mind. 1.500 m sind die Auswirkungen des Windparks auf die Umgebung minimiert.
Notwendige Rodungen könnten aufgrund der gut ausgebauten Infrastruktur in diesem Bereich auf ein Minimum reduziert werden.
Aktuell lassen wir ein Gutachten zu militärischen Belangen erstellen, das wir gerne nachreichen würden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die beantragte Fläche Thielenhaide befindet sich in ausgeschlossenen Bereichen gemäß der Ausschlusskriterien 5 "Hubschraubertiefflugstrecke" und 21 "Quartiere windenergiesensibler Fledermäuse".

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001708_006 ID Stellungnehmer: 1001813
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Streetz Mühlstedt
Inhalt

Forderung der Ausweisung der Potenzialfläche Streetz-Mühlstedt mit einer Größe von ca. 258 ha nach Abzug der Fläche für den Solarpark Mühlstedt.

Die Potenzialfläche besteht aus einem westlichen und einem nördlichen Teil, die jeweils an den Bebauungsplan Solarpark Mühlstedt anschließen. Der entstehende Eingriff würde durch die größtenteils vorhandene Lage im landwirtschaftlich genutzten Offenland gering. Für eine kompaktere Abgrenzung des Energieparks böte sich eine Reduktion der Ausweisung auf die westliche Teilfläche (150ha) an.
Gemeinsam mit dem Solarpark Mühlstedt könnte hier ein Energiepark entstehen, der gemeinsame Infrastruktur nutzt. Kooperationsgespräche hierzu laufen bereits. Durch die großflächige Solaranlage und deren Vorprägung der Umgebung kann ein Windpark mit einem verhältnismäßig geringen Eingriff entstehen.
Darüberhinaus ergibt sich in diesem Bereich eine der wenigen Möglichkeiten für die Stadt Dessau-Roßlau selbst etwas zur Erreichung der Flächenziele in der Planungsregion beizutragen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche Streetz/Mühlstedt nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001708_007 ID Stellungnehmer: 1001813
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Mühlstedt
Inhalt

Forderung der Potenzialfläche Mühlstedt aus Vorentwurf mit einer Größe von 30 ha.

Abwägung / Begründung

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Abwägungsvorschlag

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Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche bei Mühlstedt nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001708_008 ID Stellungnehmer: 1001813
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XII Linda
Inhalt

Wir fordern die Beibehaltung der Ausweisung der Potenzialfläche Linda-Ost mit einer Größe von 317ha (siehe Übersichtskarte). Die Fläche schließt direkt an bestehende oder geplante WEA an. Die Waldfläche wird intensiv forstwirtschaftlich genutzt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001708_009 ID Stellungnehmer: 1001813
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XV Luko
Inhalt

Wir begrüßen die geringfügige Erweiterung des bestehenden Vorranggebietes. Allerdings sollte die Abgrenzung entlang des Siedlungspuffers von 1.000 m sowie der Waldkante erfolgen, sodass sich eine Fläche von 44 ha ergibt. Andernfalls ergibt sich in der kleineren Abgrenzung aufgrund von Abstandskriterien zu Infrastruktur, bestehenden WEA oder Waldflächen eine Nutzung sehr stark eingeschränkt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die beantragte Fläche, welche sich östlich des Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie "XV Luko" erstreckt, ist bereits zu ca. 40 % Teil des geplanten Vorranggebietes. Eine Erweiterung darüber hinaus entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche ein Horststandort eines Rotmilans befindet.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001708_010 ID Stellungnehmer: 1001813
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XV Luko
Inhalt

Luko-West (WEG Nr. XV)
Wir begrüßen die geringfügige Erweiterung des bestehenden Vorranggebietes. Allerdings sollte die Abgrenzung entlang des Siedlungspuffers von 1.000m sowie der Waldkante erfolgen, sodass sich eine Fläche von 27ha ergibt. Andernfalls ergibt sich in der kleineren Abgrenzung aufgrund von Abstandskriterien zu Infrastruktur, bestehenden WEA oder Waldflächen eine Nutzung sehr stark eingeschränkt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Eine Änderung der Abgrenzung widerspricht dem Ausschlusskriterium "Brutstandort Rot-/Schwarzmilan einschließlich 500 m Pufferzone".

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001709 ID Stellungnehmer: 1001811
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Widerspruch gegen Windenergieausbau um "Mosigkauer Heide":
In Ihrer Planungskonzeption ”Windenergie 2027“ unter 2.1.4.8 UNESCO-Weltkulturerbestätten schreiben Sie: [...] Ausnahme bildet die Pufferzone um die Exklave Schloss Mosigkau, da hier bereits ein Windpark in einem Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie rechtmäßig errichtet wurde und keine erhebliche Beeinträchtigung zu erkennen ist. Sie schützen so selektiv ein UNESCO-Weltkulturerbe und berufen sich bei der selbstgewählten Ausnahme auf einen ”Bestand“. Dies ist vor mehreren Gesichtspunkten problematisch. Zum Einen ist die Anerkennung eines UNESCO-Weltkulturerbes ein langwieriger Prozess, der mit erheblichen Anstrengungen verbunden ist. Der Titel trägt neben den erhaltenden Maßnahmen auch zur Identifikation vor Ort bei. Auch ist dieser Titel nicht immanent und wird fortlaufend überprüft. Die Errichtung von raumbedeutsamen (und das schreiben Sie als Einordnung) WEAs kann zu einer Aberkennung führen. Dies wiederum bedeutet neben dem Verlust eines Identifikationsmerkmals weniger Einnahmen für den Wirtschaftszweig Tourismus. Dass es sich um ein wertvolles, landschaftlich zu schützendes Gebiet handelt, wird auch durch Ihre eigene Einschätzung im ”Umweltbericht“ deutlich:

Diese Zusammenfassung nach Tabelle 1 zeigt eindrücklich, dass es sich bei dem genannten VRG nicht um ein eindeutiges VRG handelt. Der Eingriff in verschiedene Schutzgüter ist acht Mal mit mittleren, sowie sieben Mal mit voraussichtlich erheblichen hohen Umweltauswirkungen bewertet! Neben Ihrer eigenen Einschätzung und Wertung sind für uns die Auswirkungen unter Nummer 8e (Landschaftsbild spez. in Bezug auf ästhetischen Wert, visuelle Verletzlichkeit) als mindestens mittel bis hoch anzusetzen. Die Planung von WEA in solchen Gebieten ist für uns nicht nachvollziehbar und wir sprechen uns dagegen aus.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Aufgrund der besonderen Verantwortung der Region für die Erhaltung des Welterbegebietes "Gartenreich Dessau-Wörlitz" und dessen Alleinstellungsmerkmal sind die Kern- und Pufferzone von einer Bebauung mit raumbedeutsamen Windenergieanlagen freizuhalten. Diese Prämisse galt bereits in allen vorherigen Planungen zur Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie. Nach dem Inkrafttreten des Sachlichen Teilplans "Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" am 29.09.2018 wurde durch die Denkmalschutzbehörden die Pufferzone des Gartenreiches Dessau-Wörlitz um die Exklave Schloss und Park Mosigkau im Jahr 2020 erweitert, sodass sich nunmehr das Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie "Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau" komplett in dieser Pufferzone befindet. Der neu ausgewiesene Denkmalbereich Mosigkau überschreitet die historische Landesgrenze des Fürstentums Anhalt-Dessau und ist im Vergleich zum Schlossensemble (ca. 6,5 ha) mit 12.100 ha Ausdehnung in der historischen Feldflur sehr groß dimensioniert. Die aktuelle Ortslage von Mosigkau überprägt den historischen Übergangsbereich vom Schloss und Park zur umgebenden "historischen Feldflur" vollkommen, so dass keine räumlichen Beziehungen zu den offenen Feldlagen mehr bestehen.

Es handelt sich bei diesem Vorranggebiet um ein bereits rechtskräftig ausgewiesenes Vorranggebiet mit rechtmäßig errichteten Windenergieanlagen. Das Vorranggebiet ist daher als Tatsachenbestand in die Planung eingestellt worden. Aufgrund des Anlagenalters wird innerhalb des Vorranggebietes das Repowering durchgeführt. Gem. § 249 Absatz 3 BauGB ist das Repowering, auch außerhalb von Vorranggebieten, zulässig, sodass ein Windpark weiterhin in der neu festgelegten Pufferzone zum Schloss und Schlosspark Mosigkau existieren wird. 

Umfangreiche Visualisierungen möglicher künftiger Windenergieanlagen zeigten, dass von Sichtpunkten aus dem Schlosspark Mosigkau heraus meist keine Anlagen sichtbar sind (LPR GmbH. Erarbeitung eines Diskussionspapiers zur Öffnung von Restriktionen durch die Denkmalpflege für den Ausbau regenerativer Energien. Dessau-Roßlau 2022). In den einzelnen Fällen der Sichtbarkeiten (z.B. vom östlichen Randweg am Wullenbach) ist durch eine Verschiebung von Anlagenstandorten oder Begrenzung von Bauhöhen eine Vermeidung der Erheblichkeit erreichbar. Da auf Ebene der Regionalplanung die Standorte der Windenergieanlagen und deren Bauhöhen nicht bekannt sind, ist diese Prüfung auf der nachfolgenden Plan- bzw. Genehmigungs-ebene vorzunehmen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001709_001 ID Stellungnehmer: 1001811
Planungskonzeption
Inhalt

Neben den bewerteten Aspekten aus dem Bereich "Umwelt" möchten wir noch weitere Umweltauswirkungen anbringen:

Die WEA beeinträchtigen Mensch und Tier durch Geräuschbelastung (z.B. Infraschallbelastung), durch Schlagschatten und die Signallichter bei Nacht. Dies sind bekannte Phänomene, denen hier aber nur pauschal über empfohlene Abstände Rechnung getragen werden. Die geplante Vergrößerung der Anlagen (höhere Anlagen, größerer Rotordurchmesser) führt aber auch zu einer höheren Belastung. Die auch in anderen Unterlagen der Regionalen Planungsgemeinschaft zitierten Quellen zur Messung des Schallpegels (z.B. ”Windenergie 2018“) entstammen aber von Anlagen, die inzwischen veraltet sind und andere Geometrien aufweisen. Fragwürdig ist auch, ob die Berechnungsvorschrift z.B. nach Piorr, 2006 im Jahr 2025 seitens der Randbedingungen anwendbar ist. Auch möchten wir darauf hinweisen, dass zwar in den Potenzialstudien Windgebiete (Wind 2018) ermittelt wurden, sich aber die Rahmenbedingungen für die Anlagen entsprechend verändern. Wurden also Gebiete ausgewiesen, bedeutet das nach unserer Auffassung nicht, dass künftig diese Gebiete immer mit WEA ausgestattet werden müssen. Und vor allem nicht vor dem Hintergrund zunehmender Anlagengrößen.

Die Rotorblätter der WEA können derzeit nicht recycelt werden und sind Sondermüll. In der Planungskonzeption sollte daher auch im Sinne der Kreislaufwirtschaft ein Rückbau- und Entsorgungskonzept für die Planungsregion erarbeitet und berücksichtigt werden. Auch ist der Gesichtspunkt, dass es sich um zeitlich begrenzt errichtete Anlagen handelt, nicht richtig. Seit dem Bau der ersten WEA in Deutschland hat sich gezeigt, dass insbesondere die Stahlbetonfundamente, welche hohe Einzellasten in den Erdboden tragen müssen, nicht bzw. nur teilweise zurückgebaut werden. Mit steigender Größe der WEA steigen dementsprechend die notwendigen Gründungen aus Stahlbeton. Diese beeinträchtigen aber auch nach Beendigung der Laufzeit den Wasserhaushalt, sowie die Flora und Fauna. Verwiesen sei hier auch auf das Schutzgut Wasser, welches dadurch erheblich beeinträchtigt wird (6c, Einschätzung: ”mittel“). Derzeit sind die praktizierten Rückbauauflagen als nicht ausreichend zu bewerten. Vor einem Neubau muss daher dringend nachgebessert werden. Inwiefern sind diese Überlegungen bereits Teil der Planungskonzeption bzw. im Umweltbericht berücksichtigt?

Während der Laufzeit der WEA entstehen durch die in der Luft vorhandenen Partikel und den Wind Abriebserscheinungen an den Rotorblättern. So müssen die Rotorblätter mitunter wieder neu beschichtet werden. Die verwendeten Beschichtungen (original und zur Nachbeschichtung) sind gesundheitsschädlich und gar nicht bis wenig abbaubar (Ewigkeitschemikalien). Durch die Optimierung in Richtung Windhöffigkeit (hohe mittlere Windgeschwindigkeiten) werden diese belasteten Partikel weit über das Land verteilt. Bestrebungen diesen Missstand und diese Belastung für Natur, Tier und Mensch zu beenden lassen sich in der Planungskonzeption nicht finden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung, des Betriebes und Rückbaus von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen bzw. Rückbauauflagen obliegt der zuständigen Behörde beim Landkreis/kreisfreien Stadt.

Aus erteilten Genehmigungen für Windenergieanlagen in den Bestand-Vorranggebieten geht hervor, dass die Immissionswerte mit den aktuell gängigen Anlagen mit Bauhöhen um ca. 250 m eingehalten werden. Insofern kann an den bisher ausgewiesenen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie (STP Wind 2018) festgehalten werden.

Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt das Dauerblinken in der Nacht. 

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung (Recycling, Abrieb) sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung. 

StN-ID: 1001710 ID Stellungnehmer: 1001816
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Ich bin für eine Errichtung des Windparks in der Dübener Heide. Windkraft ist wichtig und richtig für Deutschland. 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001711 ID Stellungnehmer: 1001815
Planungskonzeption
Inhalt

Sehr geehrte Damen und Herren, 

ich widerspreche hiermit Ihrem Vorhaben weitere Windbedarfsgebiete auszuweisen. in unseren von Umweltzerstörung geprägente Region (durch Bergbau, Altlasten, Chemieindustrie) bedarf es keiner weiteren großflächen Zerstörung der sich nunmehr langsam erholenden Natur.

Dies begründe ich wie folgt: 

Windparks gelten noch immer als Symbol „grüner Energie“. Doch ihre tatsächlichen Auswirkungen auf die Bodenerosion, Vegetation und Artenvielfalt zeigen ein anderes Bild. Der Abbau von Erdöl bleibt für jede einzelne Turbine unverzichtbar, und die Entsorgung der gigantischen Rotoren ist bis heute ungeklärt. Hinzu kommt ein massiver Eingriff in die Natur: Flächen verlieren an Fruchtbarkeit, Lebensräume verschwinden, Arten gehen zurück. Kaum eine andere Form der Energiegewinnung greift so umfassend in bestehende Ökosysteme ein.

Der Aufbau von Windkraftanlagen zieht erhebliche Bodenschäden nach sich. Schon für den Bau von Zufahrtsstraßen werden jedes Jahr zwischen 24 und 274 Tonnen Erde pro Hektar abgetragen und abtransportiert (Ling & Linehan, 2003). Eine einzelne Turbine verursacht zusätzliche Verluste von bis zu 263 Tonnen pro Jahr. In Summe bedeutet das rund 500 Tonnen wertvolle Muttererde, die dem Naturkreislauf entzogen wird. Dieser Verlust schwächt die Vegetation, erhöht die Bodenerosion und mindert die Artenvielfalt.

Auch der verbleibende Boden zeigt deutliche Veränderungen. Studien belegen einen schnellen Rückgang an Phosphor, Stickstoff, Kalium und organischem Kohlenstoff (Zhang et al., 2024). Gleichzeitig sinkt der Wassergehalt. Mit der Verarmung der Böden bricht das Gleichgewicht lokaler Ökosysteme ein. Selbst nützliche Bodenorganismen wie Nematoden verschwinden in hohem Maß. Forscher fassen dies als Kaskade ökologischer Konsequenzen zusammen (Cui et al., 2025).

Besonders Wälder und Heckenflächen leiden stark unter den Windkraftanlagen. Die Mikrofauna in diesen Lebensräumen schrumpft deutlich stärker als in offenen Graslandschaften (Schöll & Nopp-Mayr, 2021). Doch selbst dort, wo der Schaden geringer ausfällt, bleibt er erheblich. Vegetation wächst nur noch eingeschränkt, Pflanzen erreichen nicht mehr die Höhe und Dichte ungestörter Flächen. Damit verstärkt sich das Insektensterben, was wiederum den Kreislauf von Boden und Muttererde belastet.

Eine chinesische Forschergruppe hat diesen Zusammenhang detailliert untersucht. In der Steppe von Ningxia stehen zehn große Windparks. Einer davon diente als Untersuchungsgebiet für Boden, Vegetation und Insekten. Auf den ersten Blick wirkt die Landschaft karg und wenig empfindlich. Doch das Grasland mit Arten wie Leymus Secalinus und Stipa breviflora bildet eine fragile, aber stabile Gemeinschaft.

Die Wissenschaftler sammelten in ihrem Forschungszeitraum über 13.000 Insekten, verteilt auf 138 Arten. Die Analyse zeigt klar: Mit steigender Dichte der Turbinen sinkt sowohl die Anzahl als auch die Vielfalt der Insekten. Das Insektensterben ist damit eng verknüpft mit der Veränderung von Boden und Vegetation.

Der Bau zerstört die Bodenstruktur, zerschneidet Lebensräume und behindert die Regeneration der Vegetation. Während des Betriebs verändern sich die chemischen Eigenschaften der Böden. Der pH-Wert steigt, während Stickstoff, Kohlenstoff, Phosphor und Feuchtigkeit abnehmen. Damit schrumpfen die Nährstoffressourcen für Pflanzen, was wiederum zu schwächerem Wachstum führt. Insekten verlieren ihre Nahrungsgrundlage, und die Bodenerosion beschleunigt sich.

Die Forscher beschreiben diesen Mechanismus als „Zerstörungskette“. Windkraftanlagen beeinflussen Böden, diese wiederum beeinträchtigen Pflanzen, und am Ende leidet die Artenvielfalt. Besonders dramatisch fällt der Rückgang in Bereichen mit Leguminosen aus, wo Pflanzenhöhe und Dichte stark mit dem Schwund von Nährstoffen korrelieren.

Dass solche Schäden ausgerechnet in einer scheinbar widerstandsfähigen Steppenregion auftreten, zeigt das Ausmaß des Problems. Wenn selbst in kargen Landschaften massive Verluste entstehen, sind die Folgen in artenreicheren Gebieten noch gravierender. Vögel, Fledermäuse und andere Tiere, die auf Insekten angewiesen sind, geraten dadurch zusätzlich unter Druck.

Die Forschungsergebnisse aus Ningxia stehen nicht allein. Weitere Arbeiten belegen, dass Windkraftanlagen weitreichende Störungen verursachen. So beeinträchtigt die visuelle Präsenz der Turbinen das Paarungsverhalten von Tieren (Zhang et al., 2021). Lärm und elektromagnetische Strahlung stören Fortpflanzung und Orientierung (Tougaard et al., 2020Norro et al., 2013). Der Bau selbst zerstört Vegetation und löst Kettenreaktionen aus, die sich bis in höhere trophische Ebenen fortsetzen.

Während sich viele Studien bislang auf Vögel, Fledermäuse oder Meerestiere konzentriert haben, rückten Insekten erst in jüngster Zeit in den Fokus. Doch gerade sie bilden ein zentrales Element funktionierender Ökosysteme. Ihr Rückgang trifft Landwirtschaft, Artenvielfalt und natürliche Kreisläufe gleichermaßen.

Die Ergebnisse führen zu einer unbequemen Erkenntnis: Windkraftanlagen sind nicht die saubere Lösung, als die sie präsentiert werden. Vielmehr geht mit ihnen ein umfassender Eingriff in Umwelt und Artenvielfalt einher. Das Insektensterben zeigt eindrücklich, dass Klimaschutzpolitik oft auf Kosten der Natur betrieben wird.

Die Autoren der Studie fassen es so zusammen: „Die reduzierte Insektenzahl in Gebieten mit hoher Turbinendichte spiegelt eine doppelte Belastung wider: direkte Störung durch die Anlagen und indirekte Folgen durch nährstoffarme Böden und verkümmerte Vegetation“.

Wer die Schäden in der Steppe betrachtet, kann erahnen, welche Folgen in fruchtbaren Landschaften mit hoher Artenvielfalt entstehen. Der Preis für Windkraftanlagen liegt nicht allein in den sichtbaren Eingriffen, sondern in einer unsichtbaren Kette von Zerstörungen, die ganze Ökosysteme schwächt. Muttererde, Bodenerosion und Insektensterben zeigen, dass die Rechnung am Ende auf Kosten der Natur geht.

Desweitern widerspricht das Vorhaben, soweit es sich um Standorte im Naturpark "Dübener Heide" handelt, dem Schutzzweck der Verordnung. Alles nunmehr Schall und Rauch - Schutzstatus gilt nicht mehr? 

Die Entsorgung nach Ablauf der Nutzungsdauer ist nicht geklärt- aber Voraussetzung für den Betrieb der WKA, siehe § 5 Abs.1 Nr. 3 BImSchG.. 

Die Zahl stillgelegter Windkraftanlagen in Deutschland steigt rasant an. Mit dem Rückbau wächst auch der Berg aus Windrad-Schrott. Besonders die riesigen Rotorblätter stellen ein hartnäckiges Recyclingproblem dar. Sie bestehen aus Glasfasern, Harzen und Kunststoffen, die fest miteinander verbunden sind und sich kaum trennen lassen. Ohne Lösungen droht die Energiewende an Glaubwürdigkeit zu verlieren, weil Entsorgung und Kreislaufwirtschaft ins Stocken geraten.

Deutschland meldet Rekorde beim Windkraftzubau, doch die erzeugte Energie hinkt weiter hinterher. Laut der Auswertung aktueller BDEW‑ZSW‑Daten lieferten On‑ und Offshore‑Anlagen im ersten Halbjahr nur 61 TWh, ein Rückgang um fast 20 Prozent – obwohl die installierte Leistung erneut wuchs. Diese Diskrepanz zeigt, wie wenig die glänzenden Kapazitätszahlen über den realen Nutzen aussagen (bdew: 15.07.25)

Regierung und Fachpresse verbreiten monatlich neue Zubau‑Höchstwerte. 2024 kamen über 3 GW Onshore-Leistung hinzu, Anfang 2025 weitere 2 GW. Trotzdem rutschte die Halbjahresproduktion auf 61 TWh und blieb damit 13 TWh unter dem Vorjahreswert. Mehr Windräder bedeuten also längst nicht automatisch mehr Strom. Wozu also noch mehr Anlagen errichten, Natur zerstören, wenn hiermit kein Zuwachs an energie erzielt wird. 

Sie werden gebeten, die Agrumente sorgfältig unabhängig von denen der Nutznießer, nämlich Flächenbesitzer, Waldbesitzer und nicht zu letzt Energieunterunternehmen und WKA-Erzeuger, zu prüfen. Deren Argumente sollen über die zu erzielenden Gewinne hinwegstäuschen zum unwiederbringlichen Schaden der Natur und nicht zuletzt der hier lebenden Menschen. 

Um Rückäußerung wird gebeten. 

Freundliche Grüße

Cornelia Helbig 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001711_001 ID Stellungnehmer: 1001815
Planungskonzeption
Inhalt

Das Vorhaben widerspricht, soweit es sich um Standorte im Naturpark "Dübener Heide" handelt, dem Schutzzweck der Verordnung. Alles nunmehr Schall und Rauch - Schutzstatus gilt nicht mehr? 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Verordnung des Naturparks schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Naturparke bestehen überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten. Sie dienen u.a. der Entwicklung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft. In ihnen ist eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung fördert. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. In Naturparks sind über die Landschafts- und Naturschutzgebiete hinaus weitere Flächen einbezogen, die unter Berücksichtigung der rechtlichen und planerischen Restriktionen für die Windenergienutzung in Frage kommen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001711_002 ID Stellungnehmer: 1001815
Planungskonzeption
Inhalt

Die Entsorgung nach Ablauf der Nutzungsdauer ist nicht geklärt- aber Voraussetzung für den Betrieb der WKA, siehe § 5 Abs.1 Nr. 3 BImSchG.. 

Die Zahl stillgelegter Windkraftanlagen in Deutschland steigt rasant an. Mit dem Rückbau wächst auch der Berg aus Windrad-Schrott. Besonders die riesigen Rotorblätter stellen ein hartnäckiges Recyclingproblem dar. Sie bestehen aus Glasfasern, Harzen und Kunststoffen, die fest miteinander verbunden sind und sich kaum trennen lassen. Ohne Lösungen droht die Energiewende an Glaubwürdigkeit zu verlieren, weil Entsorgung und Kreislaufwirtschaft ins Stocken geraten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Seit September 2025 liegt Entwurf E-DIN 4866 vor: 2025-11 „Abbruch und Rückbau von Windenergieanlagen“, Einführung voraussichtlich im II. Quartal 2026

DIN 4866 bestimmt für alle am Abbruch und Rückbau von Windenergieanlagen an Land (Onshore-WEA) Beteiligten Verantwortlichkeiten, Verfahren und Beurteilungsgrundlagen für die Planung und Durchführung des Abbruchs und Rückbaus.

Sie stellt – neben einer Sicherstellung der arbeitsschutzund umweltschutzgerechten Belange – die Grundlage für einen im Sinne der Kreislaufwirtschaft notwendigen zielgerichteten Abbruch (Recycling und Verwertung von Abfällen) und Rückbau (Wiederverwendung gebrauchter Anlagen und Produkte) dar.

Sie ist eine richtungsweisende Arbeitsunterlage für Bauherren, Planer und Ausführende.

StN-ID: 1001711_003 ID Stellungnehmer: 1001815
Planungskonzeption
Inhalt

Deutschland meldet Rekorde beim Windkraftzubau, doch die erzeugte Energie hinkt weiter hinterher. Laut der Auswertung aktueller BDEW‑ZSW‑Daten lieferten On‑ und Offshore‑Anlagen im ersten Halbjahr nur 61 TWh, ein Rückgang um fast 20 Prozent – obwohl die installierte Leistung erneut wuchs. Diese Diskrepanz zeigt, wie wenig die glänzenden Kapazitätszahlen über den realen Nutzen aussagen (bdew: 15.07.25)

Regierung und Fachpresse verbreiten monatlich neue Zubau‑Höchstwerte. 2024 kamen über 3 GW Onshore-Leistung hinzu, Anfang 2025 weitere 2 GW. Trotzdem rutschte die Halbjahresproduktion auf 61 TWh und blieb damit 13 TWh unter dem Vorjahreswert. Mehr Windräder bedeuten also längst nicht automatisch mehr Strom. Wozu also noch mehr Anlagen errichten, Natur zerstören, wenn hiermit kein Zuwachs an energie erzielt wird. 

Sie werden gebeten, die Agrumente sorgfältig unabhängig von denen der Nutznießer, nämlich Flächenbesitzer, Waldbesitzer und nicht zu letzt Energieunterunternehmen und WKA-Erzeuger, zu prüfen. Deren Argumente sollen über die zu erzielenden Gewinne hinwegstäuschen zum unwiederbringlichen Schaden der Natur und nicht zuletzt der hier lebenden Menschen. 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001711_004 ID Stellungnehmer: 1001815
Planungskonzeption
Inhalt

Ich widerspreche hiermit Ihrem Vorhaben, weitere Windbedarfsgebiete auszuweisen. In unserer von Umweltzerstörung geprägten Region (durch Bergbau, Altlasten, Chemieindustrie) bedarf es keiner weiteren großflächen Zerstörung der sich nunmehr langsam erholenden Natur.

Begründung:

Windparks gelten noch immer als Symbol „grüner Energie“. Doch ihre tatsächlichen Auswirkungen auf die Bodenerosion, Vegetation und Artenvielfalt zeigen ein anderes Bild. Der Abbau von Erdöl bleibt für jede einzelne Turbine unverzichtbar, und die Entsorgung der gigantischen Rotoren ist bis heute ungeklärt. Hinzu kommt ein massiver Eingriff in die Natur: Flächen verlieren an Fruchtbarkeit, Lebensräume verschwinden, Arten gehen zurück. Kaum eine andere Form der Energiegewinnung greift so umfassend in bestehende Ökosysteme ein.

Der Aufbau von Windkraftanlagen zieht erhebliche Bodenschäden nach sich. Schon für den Bau von Zufahrtsstraßen werden jedes Jahr zwischen 24 und 274 Tonnen Erde pro Hektar abgetragen und abtransportiert (Ling & Linehan, 2003). Eine einzelne Turbine verursacht zusätzliche Verluste von bis zu 263 Tonnen pro Jahr. In Summe bedeutet das rund 500 Tonnen wertvolle Muttererde, die dem Naturkreislauf entzogen wird. Dieser Verlust schwächt die Vegetation, erhöht die Bodenerosion und mindert die Artenvielfalt.

Auch der verbleibende Boden zeigt deutliche Veränderungen. Studien belegen einen schnellen Rückgang an Phosphor, Stickstoff, Kalium und organischem Kohlenstoff (Zhang et al., 2024). Gleichzeitig sinkt der Wassergehalt. Mit der Verarmung der Böden bricht das Gleichgewicht lokaler Ökosysteme ein. Selbst nützliche Bodenorganismen wie Nematoden verschwinden in hohem Maß. Forscher fassen dies als Kaskade ökologischer Konsequenzen zusammen (Cui et al., 2025).

Besonders Wälder und Heckenflächen leiden stark unter den Windkraftanlagen. Die Mikrofauna in diesen Lebensräumen schrumpft deutlich stärker als in offenen Graslandschaften (Schöll & Nopp-Mayr, 2021). Doch selbst dort, wo der Schaden geringer ausfällt, bleibt er erheblich. Vegetation wächst nur noch eingeschränkt, Pflanzen erreichen nicht mehr die Höhe und Dichte ungestörter Flächen. Damit verstärkt sich das Insektensterben, was wiederum den Kreislauf von Boden und Muttererde belastet.

Eine chinesische Forschergruppe hat diesen Zusammenhang detailliert untersucht. In der Steppe von Ningxia stehen zehn große Windparks. Einer davon diente als Untersuchungsgebiet für Boden, Vegetation und Insekten. Auf den ersten Blick wirkt die Landschaft karg und wenig empfindlich. Doch das Grasland mit Arten wie Leymus Secalinus und Stipa breviflora bildet eine fragile, aber stabile Gemeinschaft.

Die Wissenschaftler sammelten in ihrem Forschungszeitraum über 13.000 Insekten, verteilt auf 138 Arten. Die Analyse zeigt klar: Mit steigender Dichte der Turbinen sinkt sowohl die Anzahl als auch die Vielfalt der Insekten. Das Insektensterben ist damit eng verknüpft mit der Veränderung von Boden und Vegetation.

Der Bau zerstört die Bodenstruktur, zerschneidet Lebensräume und behindert die Regeneration der Vegetation. Während des Betriebs verändern sich die chemischen Eigenschaften der Böden. Der pH-Wert steigt, während Stickstoff, Kohlenstoff, Phosphor und Feuchtigkeit abnehmen. Damit schrumpfen die Nährstoffressourcen für Pflanzen, was wiederum zu schwächerem Wachstum führt. Insekten verlieren ihre Nahrungsgrundlage, und die Bodenerosion beschleunigt sich.

Die Forscher beschreiben diesen Mechanismus als „Zerstörungskette“. Windkraftanlagen beeinflussen Böden, diese wiederum beeinträchtigen Pflanzen, und am Ende leidet die Artenvielfalt. Besonders dramatisch fällt der Rückgang in Bereichen mit Leguminosen aus, wo Pflanzenhöhe und Dichte stark mit dem Schwund von Nährstoffen korrelieren.

Dass solche Schäden ausgerechnet in einer scheinbar widerstandsfähigen Steppenregion auftreten, zeigt das Ausmaß des Problems. Wenn selbst in kargen Landschaften massive Verluste entstehen, sind die Folgen in artenreicheren Gebieten noch gravierender. Vögel, Fledermäuse und andere Tiere, die auf Insekten angewiesen sind, geraten dadurch zusätzlich unter Druck.

Die Forschungsergebnisse aus Ningxia stehen nicht allein. Weitere Arbeiten belegen, dass Windkraftanlagen weitreichende Störungen verursachen. So beeinträchtigt die visuelle Präsenz der Turbinen das Paarungsverhalten von Tieren (Zhang et al., 2021). Lärm und elektromagnetische Strahlung stören Fortpflanzung und Orientierung (Tougaard et al., 2020; Norro et al., 2013). Der Bau selbst zerstört Vegetation und löst Kettenreaktionen aus, die sich bis in höhere trophische Ebenen fortsetzen.

Während sich viele Studien bislang auf Vögel, Fledermäuse oder Meerestiere konzentriert haben, rückten Insekten erst in jüngster Zeit in den Fokus. Doch gerade sie bilden ein zentrales Element funktionierender Ökosysteme. Ihr Rückgang trifft Landwirtschaft, Artenvielfalt und natürliche Kreisläufe gleichermaßen.

Die Ergebnisse führen zu einer unbequemen Erkenntnis: Windkraftanlagen sind nicht die saubere Lösung, als die sie präsentiert werden. Vielmehr geht mit ihnen ein umfassender Eingriff in Umwelt und Artenvielfalt einher. Das Insektensterben zeigt eindrücklich, dass Klimaschutzpolitik oft auf Kosten der Natur betrieben wird.

Die Autoren der Studie fassen es so zusammen: „Die reduzierte Insektenzahl in Gebieten mit hoher Turbinendichte spiegelt eine doppelte Belastung wider: direkte Störung durch die Anlagen und indirekte Folgen durch nährstoffarme Böden und verkümmerte Vegetation“.

Wer die Schäden in der Steppe betrachtet, kann erahnen, welche Folgen in fruchtbaren Landschaften mit hoher Artenvielfalt entstehen. Der Preis für Windkraftanlagen liegt nicht allein in den sichtbaren Eingriffen, sondern in einer unsichtbaren Kette von Zerstörungen, die ganze Ökosysteme schwächt. Muttererde, Bodenerosion und Insektensterben zeigen, dass die Rechnung am Ende auf Kosten der Natur geht.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Abfälle, Gefahrstoffe usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001712 ID Stellungnehmer: 1001814
Planungskonzeption
Inhalt

Windkraftanlagen im Wald zu planen und zu bauen ist nach Einschätzung der Naturschutzinitiative Deutschland, des NABU, des Naturparks Dübener Heide, Naturakademie Wohlleben uvm., abzulehnen! 

Ein so schwerwiegender Eingriff in die hauptsächlich von Menschen geschundene Natur, halte ich für verantwortungslos unserer Tierwelt, unserem Wald und den hier lebenden Menschen gegenüber. 

Unsere Natur braucht nicht uns, sondern wir brauchen sie! Wald wird nicht dadurch gesünder, dass man ihn derartig "bebaut", sondern dadurch, dass man die Geduld aufbringt ihn in Ruhe regenerieren zu lassen. Das "offene Geheimnis" unserer Natur besteht darin, dass sie den ihr zugefügten Schaden durch Windbruch, Trockenphasen, Brände und unserer zahlreichen Fehleingriffe, (immernoch) selbst ausgleichen kann. Und dies geschieht auch längst in den für Windkraftanlagen vorgesehen Gebieten. Wer bewußt durch diese Wälder geht, muss einfach erkennen, dieser Wald ist weder tot noch wird er sterben! Dieser Wald lebt!

Auch wenn Waldgrundstücke ihren Besitzern gehören, die Natur gehört ihnen nicht! Sie gehört uns allen inklusive unserer reichen Tierwelt, die in ihr lebt und schützenswert ist! 

Ich möchte sie hiermit sehr darum bitten, auch in Abwägung mit dem Bürgerwillen ( 78% gegen Windkraft im Wald, nach -MDR fragt-, 86% Gardelegen, und ähnlicher Zahlen in umliegenden, betroffenen Dörfern), überdenken Sie bitte diese Planungen!

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001712_001 ID Stellungnehmer: 1001814
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Windenergieanlagen im Wald zu planen und zu bauen ist nach Einschätzung der Naturschutzinitiative Deutschland, des NABU, des Naturparks Dübener Heide, Naturakademie Wohlleben uvm., abzulehnen.

Ein so schwerwiegender Eingriff in die hauptsächlich von Menschen geschundene Natur, halte ich für verantwortungslos unserer Tierwelt, unserem Wald und den hier lebenden Menschen gegenüber.

Unsere Natur braucht nicht uns, sondern wir brauchen sie! Wald wird nicht dadurch gesünder, dass man ihn derartig "bebaut", sondern dadurch, dass man die Geduld aufbringt ihn in Ruhe regenerieren zu lassen. Das "offene Geheimnis" unserer Natur besteht darin, dass sie den ihr zugefügten Schaden durch Windbruch, Trockenphasen, Brände und unserer zahlreichen Fehleingriffe, (immernoch) selbst ausgleichen kann. Und dies geschieht auch längst in den für WKA' s vorgesehen Gebieten. Wer bewußt durch diese Wälder geht, muss einfach erkennen, dieser Wald ist weder tot noch wird er sterben!!! Dieser Wald lebt!!!

Auch wenn Waldgrundstücke ihren Besitzern gehören, die Natur gehört ihnen nicht! Sie gehört uns allen inklusive unserer reichen Tierwelt, die in ihr lebt und schützenswert ist! 

Ich möchte sie hiermit sehr darum bitten, auch in Abwägung mit dem Bürgerwillen ( 78% gegen Windkraft im Wald, nach -MDR fragt-, 86% Gardelegen, und ähnlicher Zahlen in umliegenden, betroffenen Dörfern), überdenken Sie bitte!!! diese Planungen!

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001713 ID Stellungnehmer: 1001817
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Es gibt noch keine Schallprognose für dieses Gebiet. Der Infraschall wird offenbar noch gar nicht in Schallprognosen einbezogen. Auf Grund des zu erwartenden Dauerlärms sowie die dauerhafte Einwirkung von Infraschall auf den menschlichen Körper, befürchte ich Schädigungen meiner Gesundheit. Schallmessungen an bestehenden Anlagen belegen, dass der Grenzwert von 40Db im Abstand von 1000m zur Anlage dauerhaft überschritten wird. Dies trifft vor Allem auf Anlagen mit großer Höhe zu. Weiterhin ist mit Schlagschatten zu rechnen.

Für Ihre Pläne, sollen Waldflächen im Naturpark Dübener Heide gerodet werden. Dies steht im Widerspruch zur Verordnung des Landes SA vom 20.6.2000, das Gebiet vor zerstörenden Eingriffen zu schützen.

Wenn man Nutzen und Aufwand betrachtet, dann müsste Jedem klar sein, dass die Zerstörung der Natur, z.B als Wasserspeicher, Lebensraum für Wildtiere, Insekten, Pflanzen, Erholungsort für Menschen in keinem Verhältnis zum Nutzen der Stromerzeugung steht. Gewinner sind die großen Windraderbauer und die Verpächter. 

Hier sollen Waldbesitzer, die bestehende Wälder, jahrzehntelang kommerziell ausgebeutet, durch Harvester jährlich den Boden immer mehr verdichtet und zerstört haben, noch belohnt werden, indem sie ihre Flächen als Totholz anpreisen und für Windräder zur Verfügung stellen und gleichzeitig ihre Wälder auf unsere Kosten umbauen und als Ausgleichspflanzungen deklarieren, doppelt verdienen und gleichzeitig, mit dem Bau der Windräder unsere Immobilien entwerten, dass finde ungeheuerlich.

Ohne Subventionen vom Staat und damit unserem Geld, würde sich dieser Aufwand nie rentieren. Auf Grund einer Klimapolitik, die nichts als Schaden anrichtet und Gelder für wirklich wichtige Dinge streicht, kann man sich nur fragen, wo jeder einzelne Politiker, der diese Entscheidungen mitträgt, sein Gewissen gelassen hat.

Vorsorglich mache ich für zukünftige, aus der Planung meiner Familie und mir resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend. Sollten Sie diese Einwände nicht berücksichtigen, scheint eine gerichtliche Auseinandersetzung unausweichlich.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Die Verordnung des Naturparks schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Naturparke bestehen überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten. Sie dienen u.a. der Entwicklung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft. In ihnen ist eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung fördert. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. In Naturparks sind über die Landschafts- und Naturschutzgebiete hinaus weitere Flächen einbezogen, die unter Berücksichtigung der rechtlichen und planerischen Restriktionen für die Windenergienutzung in Frage kommen.

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001714 ID Stellungnehmer: 1001820
Windenergie 2027
Inhalt

Ich bin gegen den geplanten Ausbau der Windenergie. Es wird wichtiger Lebensraum von Mensch und Tier zerstört...oder möchten Sie lieber Herr Grabner ein Wildpark vor der Haustür haben. 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001716 ID Stellungnehmer: 1001789
Planungskonzeption
Inhalt

Hinweis, dass im 2. Entwurf des Landesentwicklungsplanes unter G 6.2.1-8 geregelt ist, dass zum Schutz des Waldes die grundsätzliche Vermeidung der Ausweisung von Vorranggebieten Windenergienutzung für diese Flächen steht.

Der o. a. 2. Entwurf des Landesentwicklungsplanes hat durch die Trägerbeteiligung und Beteiligung der Bürger eine Planreife. 

Die Ausweisung des Vorranggebietes Schmerz verstösst gegen den Grundsatz. Das geplante Vorranggebiet hat die Festlegung des planreifen Landesenwicklungsplanes aufzugreifen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

In Aufstellung befindliche Ziele der Raumordnung sind zu berücksichtigen. Bei der Regelung G 6.2.1-8 des 2. Entwurfes zum LEP LSA handelt es sich um einen Grundsatz der Raumordnung. Grundsätze der Raumordnung sind einer Abwägung zugänglich und somit nicht endabgewogen. 

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Vorranggebieten für Forstwirtschaft und in Vorranggebieten für Wassergewinnung in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001717 ID Stellungnehmer: 1001822
Windenergie 2027
Inhalt

Als Einwohner von Thalheim nehme ich Stellung zum 1. Entwurf des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027“ und fordere u. a. Klarstellungen und Einschränkungen hinsichtlich Repowering-Regelungen und möglicher Zulässigkeiten außerhalb der ausgewiesenen Vorranggebiete.

Zunächst weise ich darauf hin dass der Ausbau massiver Nennleistung keine Vorteile bringt.

Kurzfassung meiner Kernpunkte

Der Entwurf erlaubt mehrere Wege (Außenbereichsprivilegierung, Repowering-Übergangsregelungen, Zielabweichungen/ZAV, sowie die im Begleittext genannte „Rückfallöffnung“ ab 2028), über die außerhalb der Vorranggebiete dennoch neue, deutlich größere Anlagen realisiert werden können. Diese Maßnahmen schwächen die Steuerungswirkung des Regionalplans und müssen verbindlich ausgeschlossen oder eng begrenzt werden.

Konkrete Kritik merke ich an:
a) Außenbereichsprivileg (§ 35 BauGB)
Der Entwurf verweist auf die Prüfung von Vorhaben im Außenbereich. Dadurch können Einzelfallgenehmigungen möglich bleiben. Ohne ausdrückliche Restriktion droht die faktische Öffnung großer Teile des Außenbereichs für Windenergie, womit die Konzentrationswirkung des Regionalplans aufgehoben würde.
b) Repowering-Ausnahmen / Übergangsregelung bis 2030
Unbeschränkte oder weit gefasste Repowering-Regeln ermöglichen die Errichtung deutlich höherer Rotoren an bisherigen Standorten außerhalb der Vorranggebiete. Repowering muss auf die ausgewiesenen Vorranggebiete beschränkt werden; sonst entwertet dies die regionale Steuerung. Insbesondere für Thalheim ist dies wichtig, aufgrund der vorhanden Anlagen auf der Gemarkung der Stadt Zörbig.
c) Zielabweichungen / kommunale Sondergebiete (ZAV)
Zielabweichungsverfahren und kommunale Bauleitplanungen dürfen nicht als Hintertür dienen, um Regionalplan-Vorrangflächen zu umgehen. Offene, rechtsverbindliche Sperrregelungen sind erforderlich. Die ist im Entwurf nicht zu erkennen!d) „Rückfallöffnung“ bei Nichterreichen der Flächenquote
Die Möglichkeit, ab 2028 den Außenbereich weiter zu öffnen, ist als automatische Option abzulehnen. Solche Automatismen führen zu planerischer Unsicherheit und massiven Eingriffen in Natur, Landschaft und Siedlungsumfeld.

Ich fordere daher, den Entwurf wie folgt verbindlich nachzuschärfen:

Klare Ausschlussregel: Formulierung, dass außerhalb der ausgewiesenen Vorranggebiete Windenergie regelmäßig unzulässig ist. Ausnahmen sind nur in klar benannten, eng begrenzten und streng begründeten Ausnahmefällen möglich und bedürfen einer dokumentierten, fachlich fundierten Ausnahmeprüfung bzw. sind NICHT zuzulassen!

Repowering-Beschränkung: Repowering-Maßnahmen sind nur innerhalb der ausgewiesenen Vorranggebiete zulässig. Repowering an Standorten außerhalb der Vorranggebiete ist unzulässig. Ggf. befristete Ausnahmen sind eng zu fassen und an strenge Delta-, Artenschutz- und Abstandsprüfungen zu binden.

Verbot der Umgehung durch ZAV/Bauleitplanung: Zielabweichungen sowie kommunale Sondergebiets-Ausweisungen sind solange unzulässig, bis der Regionalplan seine Flächenziele transparent und überprüfbar erfüllt hat. Alle bereits anhängigen Verfahren sind offen zu legen.

Streichung der automatischen Öffnungsklausel (2028): Die im Entwurf angedeutete automatische Ausweitung der Zulässigkeit bei Nichterreichen der Quote ist zu streichen. Stattdessen sind verbindliche Schutzkriterien und eine Genehmigungs-Mehrfachprüfung (UVP/Artenschutz) vorzuschreiben.

Transparenzpflicht: Veröffentlichung aller artenschutzfachlichen, schalltechnischen und landschaftspflegerischen Gutachten im Volltext; Offenlegung aller laufenden Repowering- und ZAV-Anträge.

Begründung
Die vorgeschlagenen Änderungen schützen Wohn- und Erholungsqualität, sichern Artenbestand und Landschaftsbild und stellen die intendierte Konzentrationswirkung des Regionalplans sicher. Ohne diese Nachschärfungen drohen planungsrechtliche Umgehungen und erhebliche Belastungen für Rödgen, Thalheim und seine Anwohner.

Dass die Netzentgelte nicht fair geregelt sind, das Netz die geplanten Kapazitäten nicht aufnehmen kann, sind weitere Aspekte, um solche Anlagen in einen planlosen Umfeld entstehen zu lassen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu a) Die Außenbereichsprivilegierung ist bundesgesetzlich im § 35 BauGB geregelt. Nur durch die rechtzeitige Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie kann auf Regionalplanebene diese Privilegierung eingeschränkt werden. Gem. § 249 Absatz 2 BauGB (neue Fassung vom 12.08.2025) kann, wenn das Erreichen eines in der Anlage des Windenergieflächenbedarfsgesetzes bezeichneten Flächenbeitragswerts des Landes gemäß § 5 Absatz 1 oder Absatz 2 des Windenergieflächenbedarfsgesetzes festgestellt wurde, außerhalb der Windenergiegebiete gemäß § 2 Nummer 1 des Windenergieflächenbedarfsgesetzes ein in Absatz 1 genanntes Vorhaben nur ausnahmsweise nach § 35 Absatz 2 zugelassen werden, wenn ausgeschlossen ist, dass die in § 35 Absatz 3 Satz 1 Nummer 5 genannten Belange oder das Orts- und Landschaftsbild berührt sind.

zu b, c, d) Bundesgesetzliche Regelungen sind nicht abwägungsrelevant.

Die von der Regionalen Planungsgemeinschaft geführten Zielabweichungsverfahren sind in öffentlichen Sitzungen behandelt worden. Die Beschlüsse wurden auf der Internetseite der Regionalen Planungsgemeinschaft veröffentlicht. Nach § 245e BauGB kann eine Gemeinde vor Inkrafttreten des Sachlichen Teilplans "Windenergie 2027" ein Sondergebiet im derzeitigen Ausschlussbereich des rechtskräftigen Sachlichen Teilplans "Nutzung der Windenergie in der Planungsregio Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" 2018 festlegen, wenn kein Ziel der Raumordnung entgegensteht, welches eine mit der Windenergienutzung unvereinbare Nutzung oder Funktion festgelegt hat. Somit ist kein Zielabweichungsverfahren mehr zu führen.

Fragen zur Technologie der Windenergienutzung, Netzentgelten usw. sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001717_001 ID Stellungnehmer: 1001822
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIV Löberitz/Reuden
Inhalt

Als Einwohner Thalheims habe ich bereits jetzt Lärm und Schlagschatten der beiden Windräder zwischen BAB9 und Thalheim zu erdulden. Die in Zukunft deutlich höher und mit mehrfacher Leistung geplanten Anlagen würden meinen Wohnstandort betreffen, da Lärm und Schlagschatten viel weiter wirken, als bisherigen Anlagen. Entsprechende Anlagen bei Roitzsch, Burgkemnitz oder im Osternienburger Land lassen dies als realistisch erscheinen, zumal das geplante Vorranggebiet zwischen Rödgen und Zörbig sowie bestehende Anlagen zwischen Rödgen und Löberitz massive Auswirkungen auf Thalheim hätten.

Die Nähe zu Wohnbebauung/ Kita in Thalheim bei einer Westwind-Immissionssituation ist nicht hinnehmbar. Das Vorkommen schutzwürdiger, wie der Rotmilan oder Fledermäuse wurde nicht berücksichtigt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange des Immissionsschutzes (Lärm und Schlagschatten) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

BImSchG-Verfahren zum Repowering bzw. zur Neuerrichtung von Windenergieanlagen werden bei den zuständigen Unteren Immissionsschutzbehörden entsprechend der gültigen Rechtslage geführt. 

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001742 ID Stellungnehmer: 1001823
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVII Prettin
Inhalt


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Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001742_001 ID Stellungnehmer: 1001823
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVII Prettin
Inhalt

Nutzung von Bestandsstandorten außerhalb von Windvorranggebieten für Nebenanlagen

Sollte der Anregung der Erweiterung des Vorranggebietes nach Norden nicht gefolgt werden, sollte jedenfalls sichergestellt werden, dass bestehende WEA-Standorte nach dem Abbau der WEA jedenfalls für Nebenanlagen für den Windpark wie insbesondere Batteriespeicher genutzt werden können. Denn die Standorte sind in erheblicher Weise durch die Bodenversiegelungen und den bestehenden Eingriff in Natur und Landschaft vorgeprägt. Zudem sind an den Standorten Leitungs- und Zuwegungsinfrastruktur vorhanden.

Anregung, den Standort von Bestands-WEA außerhalb des 1.000 m-Vorsorgeabstandes, aber in unmittelbarer Nähe zu Windvorranggebieten dahingehend planerisch zu sichern, dass dort Nebenanlagen des Windparks errichtet werden können.
Dieses Ansinnen der Sicherung der planungsrechtlichen Zulässigkeit von Nebenanlagen kommt – jedenfalls für Batteriespeicher – auch in § 249 Abs. 6a BauGB zum Ausdruck. Danach kann in dem Plan zur Ausweisung von Windenergiegebieten bestimmt werden, dass Vorhaben zur Speicherung von Strom oder Wärme mit Ausnahme von Vorhaben zur Speicherung von Wärme mit Bohrung ins Erdreich, ebenfalls als Vorhaben nach § 35 Absatz 1 Nummer 5 gelten, wenn sie 1. weder planfeststellungs- noch plangenehmigungsbedürftig sind und 2. im räumlich-funktionalen Zusammenhang stehen mit einer Anlage, die der Erforschung, Entwicklung oder Nutzung der Windenergie dient, und gegenüber dieser Anlage eine dienende Funktion aufweisen. Für solche Batteriespeicher ist auch der 1.000 m-Vorsorgeabstand nicht erforderlich, weil von ihnen deutlich geringere Immissionen ausgehen als von WEA.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regelung im Grundsatz G 6.1-5 des 2. Entwurfs LEP LSA, dass die Errichtung von Stromspeicheranlagen möglichst raum- und flächenschonend sowie im räumlich-funktionalen Zusammenhang mit Umspannwerken erfolgen soll, wird als ausreichend angesehen. Die Errichtung von Stromspeicheranlagen, insbesondere von Batteriespeichern, soll möglichst freiraum- und flächenschonend erfolgen, um die Nutzung von Ressourcen zu optimieren und die Flächeninanspruchnahme zu minimieren. Die raumordnerische Zulässigkeit von Speichern wird im Vorhabenzulassungsverfahren im Einzelfall geprüft.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001742_002 ID Stellungnehmer: 1001823
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVII Prettin
Inhalt

Ausdehnung des Windvorranggebietes XVII Prettin nach Süden
Von besonderer Relevanz ist der räumliche Umgriff des Windvorranggebietes XVII Prettin nach Süden hin. Der aktuelle Zuschnitt des Windvorranggebietes führt dazu, dass weiter südlich gelegene WEA außerhalb des geplanten Windvorranggebietes XVII Prettin liegen werden. So befindet sich insbesondere die südwestlich gelegene WEA knapp außerhalb des ausgewiesenen Windvorranggebietes.
Dabei ist nicht erklärlich, welche Kriterien gegen eine Erweiterung des Windvorranggebietes nach Süden und insbesondere die Aufnahme der südwestlich befindlichen WEA sprechen. So endet der 1.000 m-Abstand zu der nächstgelegenen Wohnbebauung deutlich weiter südlich.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich bei dem am weitesten östlich gelegenen Grundstück im Ortsteil Prettin an der L 113 – Prettiner Landstraße um einen holzverarbeitenden Betrieb ohne vorhandene Wohnnutzung handelt. Deshalb besteht von der südlich gelegenen WEA zur nächstgelegenen Wohnbebauung ein noch größerer Abstand als in der Abbildung angezeigt. Die nächstgelegene Wohnbebauung ist also grundsätzlich noch weiter von der südlich gelegenen WEA des Windpark Prettins entfernt, als aus der Abbildung hervorgeht.
Aus dem verfügbaren Kartenmaterial und der Planungskonzeption wird der Ausschluss dieser Fläche ebenfalls nicht ersichtlich. Dies liegt auch daran, dass eine Anwendung der jeweiligen Negativkriterien (Ausschlusskriterien) soweit ersichtlich nicht vorgenommen und deshalb nicht nachvollzogen werden kann.
Anregung, das Windvorranggebiet XVII Prettin nach Süden hin derart auszuweisen, dass der Standort der südwestlich gelegenen WEA und sein unmittelbares räumliches Umfeld ebenfalls als Windvorranggebiet ausgewiesen wird.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Eine Erweiterung des Vorranggebietes nach Süden widerspricht dem Ausschlusskriterium "im Zusammenhang bebaute Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen einschließlich 1.000 m Pufferzone". Zur Ermittlung dieser Zone dienen die aktuellen ALKIS-Daten. Gemessen wird von der letzten Wohn-/Mischbebauung der Ortslage.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001742_003 ID Stellungnehmer: 1001823
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVII Prettin
Inhalt

Ausdehnung nach Norden

Im Grundsatz ist nachvollziehbar, dass zur Gewährleistung der lokalen Akzeptanz eine Pufferzone um im Zusammenhang bebaute Ortslagen angewandt werden soll, soweit diese der Wohnbebauung dienen. Zwar ist ein Abstand von 1.000 m aus Gründen des vorsorgenden Immissionsschutzes zum Schutz vor übermäßigen Schall- und Schattenwurfimmissionen nicht erforderlich. Insoweit ist auch beispielsweise ein Abstand von 800 m, wie er auch in anderen Bundesländern und Planregionen angewandt wird, aus-
reichend. Vor dem Hintergrund der Akzeptanzbildung vor Ort und der Vermeidung einer technischen Überprägung des Ortsbildes kann dieser – nicht aus technischen Notwendigkeiten, sondern frei politisch festgelegte – Abstand nachvollzogen werden.

Durch die Anwendung eines Vorsorgeabstandes von 1.000 m zur Wohnbebaung erhält das Vorranggebiet allerdings eine Form, durch die die betriebene, nördlich gelegene WEA aus dem Windvorranggebiet herausfällt. Dies ist bedauerlich, weil dadurch ein erhebliches Repoweringpotential des Windparks Prettin entfällt. Zusätzlich werden die durch die gesetzlichen Bestimmungen des BauGB und des BImSchG geschützten Interessen der Betreiberin an einem möglichen Weiterbetrieb und Repowering der WEA außerhalb des Windvorranggebietes nach dem Jahr 2030 erschüttert.

Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die geplante Lebensdauer der vorhandenen WEA über das Jahr 2030 hinausgehen. Im Sinne einer nachhaltigen Nutzung der vorhandenen WEA wäre es grundsätzlich förderlich, einen Weiterbetrieb der WEA bis zu dem Ende ihrer Entwurfslebensdauer zu ermöglichen. Durch die Herausnahme der nördlich gelegenen WEA aus dem Windvorranggebiet würde die Betreiberin aufgrund der nur befristeten Privilegierung von Repoweringvorhaben nach § 249 Abs. 3 BauGB gezwungen, den Genehmigungsantrag auf Repowering vor dem Ende des Jahres 2030 zu stellen.

Dementsprechend ist das Interesse an einem 1.000 m-Abstand mit dem Interesse der Windparkbetreiber an einem dauerhaften gesicherten Repowering abzuwägen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Anwohner bei bestehenden WEA bereits an optische und akustische Vorbelastungen gewöhnt sind. Es findet also keine Überprägung unbelasteter Umgebung statt, sondern nur ein Ausausch von Belastungen, der oftmals mit einer Verringerung der Immissionen verbunden ist.

Angesichts der vorstehenden Ausführungen und der positiven Erfahrung, die mit dem Windpark Prettin besteht, kommen wir zu dem Schluss, dass dort eine Ausnahme von dem 1.000 m-Abstand empfehlenswert und sinnvoll erscheint.
Wir möchten deshalb anregen, den Vorsorgeabstand zu im Zusammenhang bebaute Ortslagen mit Wohnbebauung zwar bei 1.000 m zu belassen, aber bereits bestehende WEA, die sich innerhalb dieses Abstandes befinden, und ihre unmittelbare räumliche Umgebung von diesem Vorsorgeabstand dann auszunehmen, wenn sie in einem Abstand von mindestens 800 m zu der Wohnbebauung befinden.
Diese Ausnahme rechtfertigt sich durch die vorgenannten schutzwürdigen Interessen der Windparkbetreiber und den Umstand der bereits existierenden technischen Vorbelastung durch die Bestands-WEA. Zudem kann dadurch die vorhandene Vorbelastung für Natur und Landschaft, wie beispielsweise vorhandene Wege und das vorhandene Leitungsnetz, effektiv genutzt werden und weitere
Flächenversiegelung sowie Eingriffe in Natur, Landschaft und Wasserhaushalt vermieden werden.
Schließlich werden Windparkbetreiber in die Lage versetzt, die WEA auch erst nach dem Ende ihrer Entwurfslebensdauer nach dem Ablauf der besonderen Privilegierung von Repowering im Jahr 2030 geordnet vorzunehmen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihalts der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen. Dieses planerische Abstandskriterium wird von der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg konsequent seit der ersten Planung für Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (Regionaler Entwicklungplan 2005) angewendet, um insbesondere einen vorsorglichen Schutz der Anwohner vor Lärm, einen Schutz vor optischer Beeinträchtigung der Ortslagen und die Akzeptanz der Windenergienutzung zu gewährleisten.

Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Erweiterung des Bestandsvorranggebietes "Prettin" nicht erforderlich. Das Vorranggebiet Prettin enthält im Westteil noch unbebaute Fläche, die für das Repowering der außerhalb stehenden WEA genutzt werden kann. 

Die im Windpark Prettin errichteten WEA sind im Jahr 2006 in Betrieb gegangen und erreichen in 2026 ihre übliche Lebensdauer von 20 Jahren. Von einer raumordnerischen Ausnahmeregelung für Bestandsanlagen außerhalb der Vorranggebiete wird abgesehen, da gem. § 249 Absatz 3 BauGB das Repowering am Standort bis 31.12.2030 möglich ist.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001742_004 ID Stellungnehmer: 1001823
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVII Prettin
Inhalt

Im Windpark Prettin werden seit 2006 5 WEA mit Nettonennleistung von insgesamt 10 MW betrieben. Windpark besteht aus 15 WEA. 4 der 5 WEA befinden sich innerhalb des Vorranggebietes XVII Prettin.

Rechtssichere Ausweisung von Windenergiegebieten wird befürwortet. Ziel ist dabei, zusammen mit den Planungsträgern und den Gemeinden vor Ort nachhaltig und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten, um eine Akzeptanz der Windenergie vor Ort sicherzustellen.

Übernahme des Vorranggebietes aus STP Wind 2018 wird begrüßt, da Planungssicherheit für den bestehenden Windpark geschaffen und Interessen der Betreiber und Flächeneigentümer berücksichtigt werden. Gute lokale Zusammenarbeit zwischen Betreiber und Stadt Annaburg, den Dörfern Plossig, Prettin und Hohndorf sowie einzelnen Bürgern kann sichergestellt und ausgebaut werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001743 ID Stellungnehmer: 1001824
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001743_001 ID Stellungnehmer: 1001824
Z 4.3.4-1 Energie
Inhalt

Z 4.3.4-1, S. 6: Befristetes Verbot von Höhenbeschränkungen in der kommunalen Bauleitplanung
Die Befristung des Verbots für Höhenbeschränkungen auf Bauleitplanebene ist planerisch nicht erforderlich und abwägungsfehlerhaft.
Die Zielbestimmung Z.4.3.4-1, Satz 6 lautet: „In der kommunalen Bauleitplanung darf bis zur Erreichung des Flächenbeitragswertes gemäß Anlage Spalte 2 zu § 9 Absatz 2 LEntwG LSA keine planerische Höhenbeschränkung in den Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie vorgenommen werden.“
Die Zielvorgabe für ein Verbot von Höhenbeschränkungen in der kommunalen Bauleitplanung gilt demnach befristet, bis der Flächenbeitragswert gem. Anlage Spalte 2 zu § 9 Abs. 2 LEntwG LSA (wohl gemeint Anlage Spalte 2 zu § 9a Abs. 2 LEntwG LSA) erreicht wurde.
Gemäß § 4 Abs. 1 S. 1 und 2 WindBG sind grundsätzlich alle Flächen in Windenergiegebieten einmalig auf den Flächenbeitragswert anrechenbar. Eine Ausnahme gilt gem. § 4 Abs. 1 S. 5 WindBG für Flächen, die in Plänen ausgewiesen werden, die nach dem 01.02.2023 wirksam geworden sind und die Bestimmungen zur Höhe der baulichen Anlage enthalten. Der Anrechnungsausschluss gilt also sowohl für Höhenbeschränkungen in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen i. S. d. § 16 BauNVO als auch für entsprechende Höhenbeschränkungen in Regionalplänen. - vgl. Wegner in: Säcker/Appel/Koch/Ludwigs, beck-online.GROSSKOMMENTAR, WindBG, § 4 Rn. 9 -
Eine ausdrückliche Zielfestlegung für ein Verbot von Höhenbeschränkungen in der kommunalen Bauleitplanung ist daher grundsätzlich vorteilhaft, weil dadurch das Risiko ausgeschlossen werden kann, dass Flächen nicht auf den Flächenbeitragswert anrechenbar sind. Diese empfiehlt auch die Arbeitshilfe Wind-an-Land, um das Risiko einer etwaigen Nichtanrechenbarkeit auszuschließen. - vgl. Fachkommission Städtebau und Ausschuss für Recht und Verfahren der Ministerkonferenz für Raumordnung, Arbeitshilfe zum Vollzug des Gesetzes zur Erhöhung und Beschleunigung des Ausbaus von Windenergieanlagen an Land (sog. Wind-an-Land-Gesetz) (Arbeitshilfe Wind-an-Land), S. 17 -
Die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg beabsichtigt im aktuellen Planentwurf des Sachlichen Teilplans Windenergie 2027 insgesamt 1,94 % der Regionsfläche für die Windenergienutzung bereitzustellen und würde das in der Anlage zu § 9a Abs. 2 LEntwG LSA zum Stichtag 31.12.2027 festgelegte regionale Teilflächenziel von 1,9 % damit nur minimal übersteigen. Innerhalb der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie ist ein Verbot von Höhenbeschränkungen für die Bauleitplanung daher sinnvoll, um die Anrechenbarkeit dieser Flächen und somit auch das Erreichen des Flächenbeitragswertes zum Stichtag 31.12.2027 sicherzustellen.

Von einer Befristung des Verbots von Höhenbeschränkungen für die Bauleitplanung ist allerdings abzusehen, um eine nachträgliche Zielverfehlung der im Windenergieflächenbedarfsgesetz (Anlage zu § 3 Abs. 1 WindBG) vorgeschriebenen Flächenbeitragswerte für das Land Sachsen-Anhalt zu vermeiden. Aus der Regelung in § 4 Abs. 2 S. 1 WindBG folgt, dass ein Flächenbeitragswert auch nachträglich verfehlt werden kann. Demnach sind „Ausgewiesene Flächen […] anrechenbar, sobald und solange der jeweilige Plan wirksam ist.“ Aus dem Wortlaut der Regelung ergibt sich die Dynamik für die Anrechenbarkeit von Flächen auf den Flächenbeitragswert. Eine Zielverfehlung kann i. S. d. Regelung also auch nach vormaligem Erreichen der Flächenbeitragswerte nachträglich eintreten, wenn gem. § 4 Abs. 2 S. 2 WindBG ein Plan, mit dem die Flächenbeitragswerte für die Windenergienutzung erreicht wurden, ausdrücklich durch eine Entscheidung des Gerichts (im Wege eines Normenkontrollverfahrens gem. § 47 VwGO) oder inzident in den Entscheidungsgründen für unwirksam erklärt wird und die ausgewiesenen Flächen ein Jahr nach Rechtskraft der Entscheidung nicht mehr anrechenbar sind. - vgl. Gesetzentwurf der Bundesregierung, Entwurf eines Gesetzes zur Erhöhung und Beschleunigung des Ausbaus von Windenergieanlagen an Land, 21.06.2022 (BT-Drs. 20/2355), S. 26 f. - Im vorliegenden Fall ist durch das nur befristete Verbot von Höhenbeschränkung nicht auszuschließen, dass nach dem Erreichen der Flächenbeitragswerte bzw. regionalen Teilflächenziele i. S. d. § 9a Abs. 1 LEntwG LSA in der Bauleitplanung innerhalb der im Regionalplan ausgewiesenen Vorranggebiete für die Windenergienutzung planerische Höhenbeschränkungen vorgenommen werden. Zwar beabsichtigt die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg im Planentwurf des Sachlichen Teilplans Windenergie 2027 insgesamt 1,94 % der Regionsfläche für die Windenergienutzung bereitzustellen und übersteigt das regionale Teilflächenziel von 1,9 % zum Stichtag 31.12.2027 damit minimal. Diese Flächenreserve wird allerdings bei Weitem nicht ausreichend sein, wenn für mehrere Vorranggebiete nachträglich planerische Höhenbeschränkungen durch die Bauleitplanung vorgenommen werden würden.
Die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg betont in der Begründung zum Entwurf des Sachlichen Teilplans Windenergie (dort S. 6) selbst, dass durch Höhenbeschränkungen in Bebauungsplänen, die Anrechenbarkeit von Ausweisungen der Regionalplanung auf den Flächenbeitragswert verhindert werden kann: „Eine Höhenbeschränkung in Bebauungsplänen konterkariert die Ausweisung im Raumordnungsplan und führt dazu, dass die Anrechenbarkeit auf den Flächenbeitragswert gemäß § 3 Absatz 1 WindBG verhindert wird.“
Mit der Befristung des Verbots von Höhenbeschränkungen eröffnet die Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg für die Bauleitplanung aber gerade die Möglichkeit, die Vollziehbarkeit der regionalplanerisch ausgewiesenen Flächen, durch planerische Höhenbeschränkungen nachträglich auszuschließen. Dadurch gefährdet sie die Wirksamkeit des Sachlichen Teilplans Windenergie und damit auch die Anrechenbarkeit der ausgewiesenen Flächen auf den Flächenbeitragswert.

Mit Blick auf die Verpflichtung zum Erreichen der gesetzlich vorgegebenen und bis zu den Stichtagen 31.12.2027 und 31.12.2032 zu erreichenden Flächenbeitragswerte und der für die Planungsregion daraus gem. § 9a Abs. 1 LEntwG LSA abgeleiteten regionalen Teilflächenziele muss daher zwingend von einer Befristung des Verbots von Höhenbeschränkungen für die Bauleitplanung abgesehen werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Z 4.3.4-1 Satz 6 wird entfernt. Die Regelung ist entbehrlich, da sie bereits im LEP LSA 2. Entwurf enthalten ist. Es handelt sich um ein gemäß § 4 Absatz 1 ROG zu berücksichtigendes, in Aufstellung befindliches Ziel der Raumordnung.

Das Land stellt zu den Stichtagen die Erreichung des Flächenbeitragswertes fest. Sollte durch Entscheidung eines Gerichtes der Plan für unwirksam erklärt oder dessen Unwirksamkeit in den Entscheidungsgründen angenommen werden, bleiben die ausgewiesenen Flächen für ein Jahr ab Rechtskraft der Entscheidung weiter anrechenbar, sodass dann auf die vorhandene Situation reagiert werden kann.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001743_003 ID Stellungnehmer: 1001824
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Unsere Mandantschaft plant auf der Potenzialfläche XXXII „Zschornewitz Kippe“ ein Repowering von drei Windenergieanlagen. Die Anträge auf Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen  Änderungsgenehmigung für die geplanten Windenergieanlagen wurden bereits beim Landkreis Wittenberg und beim Landkreis Bitterfeld gestellt. Die Fläche wurde zum großen Teil bereits zivilrechtlich gesichert. Unsere Mandantschaft hat daher ein berechtigtes und wirtschaftliches Interesse an einer erweiterten Gebietsausweisung im Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“.
Beantragt wird die Ausweisung der Potenzialfläche XXXII „Zschornewitz Kippe“ mit dem in Anlage 2 dargestellten, erweiterten Flächenzuschnitt (blau umrandete Teilflächen) im Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg.
Begründung:
Wir begrüßen ausdrücklich das Bestreben der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg, seinen Beitrag zum Erreichen der für Sachsen-Anhalt vorgegebenen landesweiten, der bundesweiten und der europäischen Klimaschutzziele zu leisten und das bis zum 31.12.2027 vorgegebene, regionale Teilflächenziel von 1,9 % des Planungsraums erreichen zu wollen.
Die nachfolgenden Belange bzw. Gesichtspunkte machen deutlich, dass es sich geradezu aufdrängt im weiteren Planungsprozess die hier zur Gebietsausweisung beantragte Fläche mit dem erweiterten Flächenzuschnitt vorzunehmen.
Für die Ausweisung der Fläche streitet insbesondere die besondere Eignung der Fläche als technisch und infrastrukturell vorgeprägter Windenergiestandort (unter I.) sowie die Vereinbarkeit der Gebietsausweisung mit dem Planentwurf (unter II.) Es bestehen auch keine artenschutzrechtlichen Konflikte (unter III.). Überdies ist die Nutzung der beantragten Fläche als Windenergiestandort auf kommunaler Ebene gut akzeptiert (unter IV.). Schließlich gebietet auch das besondere öffentliche Interesse am Ausbau erneuerbarer Energien und insbesondere auch an der Windenergienutzung, die Ausweisung der in Anlage 2 dargestellten Potenzialfläche (unter V.).
I. Besondere Eignung der Fläche für die Windenergienutzung
Die beantragte Potenzialfläche, die aus drei Teilflächen besteht, ist als infrastrukturell und technisch vorgeprägte Fläche als Vorranggebiet für die Windenergienutzung besonders gut geeignet. Auf der westlichen Teilfläche ist derzeit und bereits seit über 25 Jahren der Windpark Zschornewitz in Betrieb. Unsere Mandantschaft beabsichtigt zudem ein weiteres Repowering von mehreren Windenergieanlagen, wodurch die technisch vorgeprägte Fläche auch weiterhin und mit noch größerer Effizienz als Windenergiestandort genutzt werden kann. Dabei ist die Fläche durch eine besondere Windhöffigkeit und den durch die Bestandsanlagen bereits nachgewiesenen hohen Energieertrag, der durch ein Repowering in der Fläche weiter gesteigert werden kann, unter Effizienz- und Wirtschaftlich-keitsgesichtspunkten besonders geeignet.
Die Bundesstraße B 100 verläuft zwischen der westlichen und der nördlichen Teilfläche, die also auch infrastrukturell vorgeprägt sind. Nach den im Planungskonzept (dort S. 9) zugrunde gelegten Positivkriterien handelt es sich auch bei Flächen mit infrastrukturellen Vorprägungen um besonders geeignete Flächen für die Windenergienutzung, die als Potenzialfläche in Frage kommt, wenn sie mit dem gesamtheitlichen Planungskonzept im Einklang steht. Dies trifft auf die beantragte erweiterte Potenzialfläche zu (hierzu nachfolgend unter II.).
Im Übrigen zeigt sich die besondere Eignung der hier beantragten vergrößerten Ausweisungsfläche auch daran, dass weite Teile dieser Fläche bereits in der Arbeitskarte zur allgemeinen Planungsabsicht des Regionalen Planungsverbandes aus dem Jahre 2023 enthalten waren.

II. Vereinbarkeit der Gebietsausweisung mit dem Planentwurf
Die beantragte Potenzialfläche ist mit dem Planentwurf vereinbar und entspricht den angewendeten Ausschlusskriterien.

1. Siedlungsabstand 1.000 m eingehalten
Hervorzuheben ist unter anderem, dass der im Plankonzept (dort S. 12) angewendete Vorsorgeabstand von 1.000 m zu Siedlungen gewahrt wird.
2. Kein besonders geschütztes Waldgebiet/ Waldforschungsflächen oder Samenplantagen
Die beantragte Fläche liegt zudem nicht in besonders geschützten Waldgebieten gem. §§ 18, 19 LWaldG, in denen die Errichtung und der Betrieb von Windenergieanlagen im Sinne des Planungskonzepts (dort. S. 13) ausgeschlossen ist. Ebenso sind keine Waldforschungsflächen oder Samenplantagen betroffen, auf denen die Nutzung durch Windenergieanlagen ebenfalls ausgeschlossen werden soll. Es ist daher nicht nachvollziehbar, warum die Planungsträgerin die Potenzialfläche „Zschornewitz-Kippe“ in nördlicher Richtung beschränkt hat.
3. Erweiterung der Potenzialfläche geboten
Die Ausweisung der Potenzialfläche mit dem erweiterten Gebietszuschnitt ist auch insgesamt mit dem Planungskonzept vereinbar und planerisch geboten. Nach den im Planungskonzept (dort S. 9) zugrunde gelegten Positivkriterien handelt es sich u.a. auch bei Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald um besonders geeignete Flächen für die Windenergienutzung, die als Potenzialfläche in Frage kommen, wenn sie innerhalb von Vorranggebieten für Forstwirtschaft und Vorranggebieten für Wassergewinnung und nicht in Flächen des Vorbehaltsgebiets für Kultur und Denkmalpflege des REP A-B-W 2018 liegen. Die beantragte Potenzialfläche liegt innerhalb eines Vorranggebiets für die Forstwirtschaft und nicht innerhalb eines Vorbehaltsgebiets für Kultur und Denkmalpflege und gehört damit auch mit dem beantragten, erweiterten Flächenzuschnitt zur Potenzialfläche, die auf erster Planungsstufe festgelegt wird.
Die Fläche ist im Sinne des Planungskonzepts auf der zweiten Planungsstufe auch in die weitere Auswahl einzubeziehen, weil in der betreffenden Stadt Gräfenhainichen der Anteil der Potenzialfläche innerhalb von Waldgebieten größer ist als im Offenland. Das Planungskonzept (dort S. 23) sieht vor, auf diese Weise auch Kommunen, in denen keine/ wenige geeignete Flächen im Offenland zur Verfügung stehen, die Teilhabe an der wirtschaftlichen Nutzung und den Waldeigentümern eine wirtschaftlich diversifizierte Nutzung des Waldes zu ermöglichen. Dies wird insbesondere auch mit Blick auf die kommunale Akzeptanz begrüßt und streitet für die besondere Eignung der beantragten Potenzialfläche für die Windenergienutzung.

Auch auf der dritten Planungsstufe, auf der die Erreichung des Flächenbeitragswertes für die Planungsregion überprüft wird, stellt sich die Ausweisung der Potenzialfläche mit einem erweiterten Gebietszuschnitt als Vorranggebiet Windenergienutzung als erforderlich dar. Dies gilt insbesondere mit Blick darauf, dass für die Gebietskulisse im 1. Entwurf zum Sachlichen Teilplan Windenergie in erheblichem Umfang Flächen in die Flächenkulisse mit einbezogen wurden, deren wirtschaftliche Eignung für die Windenergienutzung aufgrund von luftverkehrsrechtlich begründeten Höhenbeschränkungen auf Genehmigungsebene fraglich ist.
Es ist damit zu rechnen, dass zahlreiche Vorranggebiete im Entwurf des Sachlichen Teilplans nicht effektiv für die Windenergie nutzbar bzw. gem. § 4 WindBG auf den Flächenbeitragswert anrechenbar sind (siehe hierzu Ausführungen unter A.). Die Ausweisung von 1,94 % der Flächen wird daher bei weitem nicht ausreichen, um das regionale Teilflächenziel zum Stichtag 31.12.2027 gem. der Anlage zu § 9a Abs. 2 LEntwG LSA tatsächlich zu erreichen. Es ist erforderlich, in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zusätzliche Flächen für die Windenergienutzung auszuweisen. Andernfalls droht eine die Verfehlung des Flächenbeitragswertes. Dies hätte für die Planungsregion zur Folge, dass im gesamten Plangebiet eine Außenbereichs-privilegierung für die Windenergienutzung gilt und eine planerische Steuerung auf bestimmte Gebiete nicht mehr erfolgt.
III. Keine artenschutzrechtlichen Konflikte
Für die Ausweisung der Potenzialfläche streitet ferner, dass innerhalb der Fläche keine artenschutzrechtlichen Konflikte erkennbar sind. Auf der Fläche werden bereits seit vielen Jahren Windenergieanlagen betrieben. Artenschutzrechtliche Konflikte, die nicht durch Vermeidungsmaßnahmen vermieden bzw. ausreichend minimiert werden können, sind insoweit nicht zu erwarten.
IV. Kommunal gut akzeptierter Windenergiestandort
Es handelt sich zudem um einen seit vielen Jahren etablierten Windenergiestandort, sodass davon auszugehen ist, dass dieser auch mit Blick auf ein Repowering der Bestandsanlagen kommunal gut akzeptiert ist.

V. Überragendes öffentliches Interesse an den erneuerbaren Energien Insbesondere streiten auch das überragende öffentliche Interesse an den erneuerbaren Energien und der in § 2 S. 2 EEG geregelte Abwägungsvorrang für die Flächenerweiterung. Bei der planerischen Abwägung gem. § 7 Abs. 2 ROG ist die Bedeutung, die insbesondere das BVerfG und in der Folge auch der Gesetzgeber den erneuerbaren Energien und der Windenergie im Besonderen in § 2 EEG zuspricht zu berücksichtigen:
„Die Errichtung und der Betrieb von Anlagen sowie den dazugehörigen Nebenanlagen liegen im überragenden öffentlichen Interesse und dienen der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit. Bis die Stromerzeugung im Bundesgebiet nahezu treibhausgasneutral ist, sollen die erneuerbaren Energien als vorrangiger Belang in die jeweils durchzuführenden Schutzgüterabwägungen eingebracht werden. […]“ Das BVerfG hat bereits in seiner Grundsatzentscheidung vom 24. März 2021 angemahnt, dass die bisherigen Anstrengungen für den Schutz des Klimas nicht ausreichen und verlangt „[…] den Übergang zu Klimaneutralität rechtzeitig einzuleiten.“ - BVerfG, Beschl. v. 24.03.2021 – 1 BvR 2656/18; 1 BvR 78/20; 1 BvR 96/20; 1 BvR 288/20, Rn. 248 - juris - Namentlich verbietet das verfassungsrechtliche Klimaschutzgebot aus Art. 20a GG ein unbegrenztes Fortschreiten von Erderwärmung und Klimawandel: „Ein unbegrenztes Fortschreiten von Erderwärmung und Klimawandel stünde aber nicht im Einklang mit dem Grundgesetz. Dem steht neben den grundrechtlichen Schutzpflichten vor allem das Klimaschutzgebot des Art. 20a GG entgegen, welches die Gesetzgebung – verfassungsrechtlich maßgeblich – durch das Ziel konkretisiert hat, die Erwärmung der Erde auf deutlich unter 2 °C und möglichst auf 1,5 °Cgegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.“ - BVerfG, Beschl. v. 24.03.2021 – 1 BvR 2656/18; 1 BvR 78/20; 1 BvR 96/20; 1 BvR 288/20, Rn. 120 - juris -

Das Gericht bringt damit zum Ausdruck, dass die Anstrengungen im Hinblick auf den Klimaschutz zu maximieren und alle erforderlichen Maßnahmen einzuleiten sind, um einen möglichst frühzeitigen Übergang zur Klimaneutralität einzuleiten. Hierzu muss ein Baustein insbesondere der zeitnahe Ausbau der erneuerbaren Energien sein. Das BVerfG führte in seinem Beschluss vom 23.03.2022 aus:
„Der Ausbau erneuerbarer Energien dient dem Klimaschutzziel des Art. 20a GG und dem Schutz von Grundrechten vor den Gefahren des Klimawandels, weil mit dem dadurch CO2-emissionsfrei erzeugten Strom der Verbrauch fossiler Energieträger zur Stromgewinnung und in anderen Sektoren wie etwa Verkehr, Industrie und Gebäude verringert werden kann. Der Ausbau erneuerbarer Energien dient zugleich dem Gemeinwohlziel der Sicherung der Stromversorgung, weil er zur Deckung des infolge des Klimaschutzziels entstehenden Bedarfs an emissionsfrei erzeugtem Strom beiträgt und überdies die Abhängigkeit von Energieimporten verringert.“ - vgl. BVerfG, Beschl. v. 23.03.2022, 1 BvR 1187/17 – juris -Dem vom BVerfG besonders betonten möglichst raschen und frühzeitigen Übergang zur Klimaneutralität durch eine nachhaltige Energieerzeugung kommt also ein evidentes Gewicht zu.
Hinzu kommt das virulente Interesse der Allgemeinheit an jeder importunabhängig erzeugten Kilowattstunde Strom aus erneuerbarer (Wind)Energie, die nicht nur zur klimaneutralen Stromversorgung, sondern in gleicher Weise zur Versorgungssicherheit beiträgt. In dieser Hinsicht erkannte des BVerfG bereits 1994: „Das Interesse an einer Stromversorgung ist heute so allgemein wie das Interesse am täglichen Brot.“ - BVerfG, Beschl. v. 11.10.1994, 2 BvR 633/86, Rn. 93 - juris -
Mit dem steigendem Strombedarf gilt dies heutzutage sogar nochmal mehr.
Der in § 2 S. 2 EEG geregelte Abwägungsvorrang gilt auch im Rahmen der planerischen Abwägung und muss auch im Zusammenhang mit der beantragten Flächenausweisung Berücksichtigung finden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Erweiterungsfläche nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001743_004 ID Stellungnehmer: 1001824
Planungskonzeption
Inhalt

Z 4.3.4-2: Effiziente Flächennutzbarkeit
Zum Teil bestehen zudem Zweifel an der effektiven bzw. vollständigen Nutzbarkeit durch Windenergieanlagen der bisher in Aussicht genommenen Flächen. So unterliegen unter anderem einzelne Flächen verschiedenen flugbetrieblichen Beschränkungen, worauf der Plangeber auch explizit hinweist. Folge davon ist nach den Angaben des Planentwurfs, dass innerhalb dieser Potenzialflächen teilweise nur Windenergieanlagen mit Gesamthöhen zulässig sein werden, die deutlich niedriger sind, als die vom Plangeber selbst als für seine Ausweisung selbst herangezogene Referenzanlage mit 250 m. Es stellt sich daher die Frage, inwieweit die bisher geplanten Vorranggebiete tatsächlich vollständig durch heute marktübliche Windenergieanlagen beplanen lassen werden und damit effektiv und in vollem Umfang für die Windenergienutzung faktisch zur Verfügung stehen.
Vor dem Hintergrund, dass der bisher vorliegenden Planentwurf überdies mit einer Flächenbereitstellung von 1,94% nur minimal über den vorgegebenen Flächenzielen nach dem Windenergieflächenbedarfsgesetz von 1,9% liegt, führen diese Umstände dazu, dass auch zweifelhaft ist, ob der Plangeber abwägungsfehlerfrei die tatsächliche Flächenzielerreichung annehmen kann.
Im Windenergieflächenbedarfsgesetz wurden gem. § 3 Abs. 1 WindBG für alle Bundesländer gesetzliche Flächenziele (sog. Flächenbeitragswerte) festgelegt. Diese dienen nach § 1 Abs. 1 WindBG dazu, die Zwecke und Ziele von § 1 EnWG und § 1 EEG durch den beschleunigten Ausbau der Windenergie an Land, auch in Kombination mit Energiespeicheranlagen am selben Standort, zu fördern. Das setzt jedoch eine effektive und vollständige Nutzbarkeit der Flächen voraus. Bestehen daran – wie hier – jedoch zumindest teilweise Zweifel, ist mit Blick auf die gesetzlichen Flächenziele sowie vor dem Hintergrund der Bedeutung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien gem. § 2 EEG und den bundesverfassungsgerichtlichen Erwägungen im Klimaschutz-beschluss geradezu geboten, die im 1. Entwurf zum Sachlichen Teilplan Windenergie ausgewiesene bisherige Flächenkulisse zu erweitern und weitere Flächen für die Windenergienutzung auszuweisen, um sicher und v.a. abwägungsfehlerfrei von der Flächenzielerfüllung durch vollständig und effektiv nutzbare Vorranggebiete ausgehen zu können.

Dies gilt v.a. für solche Flächen die, wie die im Folgenden beantragte Fläche (Erweiterung VR XXXII Zschornewitz Kippe), vorzüglich geeignet sind, weil sie eine Arrondierung bereits mit Windenergieanlagen bebauter Flächen darstellen und auch im Übrigen den vom Plangeber verfolgten Plankriterien entsprechen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der Flugsicherung und evtl. damit verbundene Bauhöhenbeschränkungen sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens (siehe Urteil des OVG Magdeburg 2 L 47/16 vom 05.12.2018 "Da hiernach eine genaue Klärung der Problematik der Bauverbote nach § 18a LuftVG der auf der Ebene der Regionalplanung nicht zu leisten ist, kann dies der Feinsteuerung im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren überlassen werden."). Auch aus anderen fachrechtlichen Gründen (z.B. Artenschutz, Denkmalschutz...) erforderliche Regelungen zu Bauhöhen, welche im Genehmigungsverfahren getroffen werden müssen, haben keine Auswirkungen auf die Anrechenbarkeit des Flächenbeitragswertes. 

Die Regionalplanung ist nicht gehalten, die Errichtung von Windenergieanlagen auf jeder erdenklichen Stelle innerhalb des Vorranggebietes zu ermöglichen. Mit dem Raumordnungsplan wird nicht unmittelbar über die bauliche Nutzung auf den als Vorranggebieten festgelegten Flächen entschieden. Das Vorranggebiet muss nicht die bestmögliche Ausnutzung gewährleisten. Es ist ausreichend, wenn innerhalb dieses ausgewiesenen Vorranggebietes die Voraussetzungen für eine dem Zweck angemessene Nutzung gegeben sind. Ein Anspruch auf optimalen wirtschaftlichen Ertrag besteht nicht.

Ausgewiesene Flächen sind gemäß § 4 Absatz 2 WindBG anrechenbar, sobald und solange der jeweilige Plan wirksam ist. Soweit ein Plan durch Entscheidung eines Gerichtes für unwirksam erklärt oder dessen Unwirksamkeit in den Entscheidungsgründen angenommen worden ist, bleiben die ausgewiesenen Flächen für ein Jahr ab Rechtskraft der Entscheidung weiter anrechenbar.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001744 ID Stellungnehmer: 1001825
Windenergie 2027
Inhalt

Das Eisenbahn-Bundesamt ist die zuständige Planfeststellungsbehörde für die Betriebsanlagen und die Bahnstromfernleitungen (Eisenbahninfrastruktur) der Eisenbahnen des Bundes. Es prüft als Träger öffentlicher Belange, ob die zur Stellungnahme vorgelegten Planungen bzw. Vorhaben die Aufgaben nach § 3 des Gesetzes über die Eisenbahnverkehrsverwaltung des Bundes berühren.
Folgende Mindestabstände zu Bahnanlagen bei der Standortfestlegung für Windenergieanlagen (WEA) werden seitens des Eisenbahn-Bundesamtes empfohlen:

  • In nicht besonders eisgefährdeten Regionen Abstände zwischen Windenergieanlagen und Verkehrswegen sowie Gebäuden, gemessen von der Turmachse -> größer als 1,5 x (Rotordurchmesser + Nabenhöhe). In anderen Fällen ist die Stellungnahme eines Sachverständigen erforderlich.

  • zu Schienenwegen mit und ohne Oberleitung (15 kV) => das 2-fache des Rotordurchmessers der geplanten WEA

  • zu Bahnstromfernleitungen (110 kV) ohne Schwingungsschutzmaßnahmen (Dämpfungseinrichtungen) das 3-fache des Rotordurchmessers der geplanten WEA

  • zu Bahnstromfernleitungen (110 kV) mit Schwingungsschutzmaßnahmen => das 1-fache des Rotordurchmessers der geplanten WEA

  • zu Richtfunkstrecken und Sendeanlagen an Schienenwegen =>das 2-fache des Rotordurchmessers der geplanten WEA

  • zu Richtfunkstrecken jenseits von Schienenwegen => 35 m beiderseits der Richtfunkstrecke zu der geplanten WEA

  • zu Sendeanlagen jenseits von Schienenwegen => das Höhenmaß der höheren Anlage (Sendeanlage oder geplante WEA einschließlich Rotorradius)

Die DB InfraGO AG und DB Energie GmbH sind ebenfalls am Verfahren zu beteiligen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001745 ID Stellungnehmer: 1001826
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001745_001 ID Stellungnehmer: 1001826
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > I Annaburg
Inhalt

Wir befürworten die Ausweisung des Windvorranggebiets Annaburg im 1. Entwurf des sachlichen Teilregionalplanes Wind ausdrücklich, möchten aber an einigen Stellen nochmal um Prüfung der Details bitten. Die Gründe für unsere Unterstützung und die Erklärungen für die Bitten um Nachprüfung haben wir im Folgenden zusammengetragen.
1. Die Gemeinde Annaburg steht voll und ganz hinter der Nutzung des Projektgebietes für die Windenergie. Dies wird eindrucksvoll durch das laufende Zielabweichungsverfahren zur Ausweisung des Windvorranggebiets untermauert und zeigt eine breite kommunale Akzeptanz und Unterstützung für die Windenergienutzung vor Ort.
2. Die Eigentümer der Flächen haben ihr Interesse und ihre Bereitschaft zur Nutzung der Fläche für ein Windenergieprojekt klar signalisiert. Diese sehr positive Grundeinstellung ist für die Realisierung von Windenergievorhaben von großer Bedeutung.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001745_002 ID Stellungnehmer: 1001826
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXII Straach
Inhalt

Wiederaufnahme VR Senst
Wir möchten an dieser Stelle unsere Unterstützung für die Wiederaufnahme des Windvorranggebietes Senst in den sachl. Teilregionalplan Wind bekräftigen, im Folgenden kurz erläutern und beantragen nachfolgend die Gebietserweiterung (wie in der Karte abgebildet).
Besonders im südlichen Bereich des Gebietes sehen wir großes Potenzial für die konfliktarme und ertragreiche Errichtung von Windenergieanlagen. Dieses Teilgebiet zeichnet sich durch eine ackerbauliche Nutzung aus und liegt außerhalb von Waldflächen, was die Realisierung von Windparks erleichtert und Konfliktpotenziale enorm reduziert. Zudem haben wir in der Fläche ein sehr positives Meinungsbild der Flächeneigentümer aufnehmen können. Im Projektgebiet Senst sehen wir die Chance, den bestehenden Windpark sinnvoll nach Westen zu erweitern. Um die Akzeptanz vor Ort noch weiter zu steigern, erachten wir es als sinnvoll, die Südausdehnung des Potenzialgebietes minimal zu verringern, wodurch in jedem Fall ein Abstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung sichergestellt ist. Die Waldflächen können an dieser Stelle völlig unberührt bleiben, da sich unsere beantragte Planung ausschließlich auf die landwirtschaftlich genutzte Ackerfläche beschränkt.
Im Gebiet ist nicht zuletzt aufgrund des angrenzenden Bestandsparks bereits eine gute Infrastruktur für die Errichtung und den Betrieb von neuen Windenergieanlagen gegeben. Zudem lässt die Beschaffenheit des möglichen Projektgebietes auf ertragreiche Windstandorte schließen, wodurch an dieser Stelle ein großer Beitrag zur Energieversorgung mit geringem Konfliktpotenzial möglich ist.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Erweiterungsfläche in der Gemarkung Senst nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001745_003 ID Stellungnehmer: 1001826
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIV Löberitz/Reuden
Inhalt

Wir befürworten ausdrücklich die (vorläufige) Bestätigung des Projektgebietes Reuden West. Nach unserer Einschätzung handelt es sich hierbei um eine sehr gut geeignete Fläche für die konfliktarme Nutzung der Windenergie. Die verkehrliche Erschließung ist durch die unmittelbare Nähe zur Autobahn A9 sowie das bestehende Straßennetz hervorragend. Auch die Möglichkeiten zur Netzanbindung sind in diesem Bereich günstig, was eine wirtschaftliche und technisch sinnvolle Realisierung von Windenergieprojekten begünstigt.
Besonders hervorzuheben ist, dass die Fläche auch nach unseren Informationen keine Überschneidungen mit schützenswerten Belangen aufweist. Weder bestehen Beeinträchtigungen von Natur- und Artenschutzgebieten, noch treten Konflikte mit Siedlungsstrukturen, dem Denkmalschutz oder anderen raumbedeutsamen Nutzungen auf. Darüber hinaus stehen die betroffenen Grundstückseigentümer dem Projekt offen gegenüber. Auch aus dem Umfeld wurde bisher nur wenig Widerstand signalisiert, was aus unserer Sicht auf eine vergleichsweise hohe Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung schließen lässt.
Wir sprechen uns daher nachdrücklich für den Erhalt der Fläche „Reuden West“ im weiteren Planungsverfahren aus und begrüßen die vorausschauende, sachgerechte Auswahl dieser Fläche durch die Planungsgemeinschaft.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001745_004 ID Stellungnehmer: 1001826
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XV Luko
Inhalt

Wir begrüßen die vorgesehene Ausweisung des Gebiets ausdrücklich. Es handelt sich um eine Erweiterung eines bestehenden Windparks, wodurch keine neue Fläche im eigentlichen Sinne in Anspruch genommen wird. Stattdessen wird das bereits bestehende Umfeld effizient weiterentwickelt. Die Erweiterung ist nach aktuellem Kenntnisstand konfliktarm möglich und folgt dem Prinzip der Innenverdichtung, das raumplanerisch und auch im Hinblick auf die Akzeptanz in der Bevölkerung positiv zu bewerten ist. Zudem zeichnet sich der Standort durch eine gute Windhöffigkeit aus.
Das Projektgebiet Luko weist zudem eine ausgezeichnete infrastrukturelle Voraussetzung auf: Eine bestehende 380-kV-Höchstspannungsleitung verläuft direkt durch das Gebiet, in wenig Entfernung im Süden quert zusätzlich eine 110-kV-Leitung, und ebenfalls im Süden verläuft eine Kreisstraße, die eine gute verkehrliche Erschließung ermöglicht. Diese gebündelten Infrastrukturen bieten sowohl in Bezug auf die Netzanbindung als auch hinsichtlich der logistischen Erreichbarkeit erhebliche Vorteile. Allerdings führen die Hochspannungsleitungen – insbesondere die 380-kV-Trasse – zu erheblichen Einschränkungen in der konkret nutzbaren Fläche, da Sicherheitsabstände einzuhalten sind und in direkter Nähe zu den Leitungen keine Windenergieanlagen errichtet werden können. Die tatsächlich beplanbare Fläche innerhalb des ausgewiesenen Gebiets reduziert sich dadurch erheblich.
Ergänzend möchten wir hervorheben, dass die Flächeneigentümer einer Erweiterung des Windparks offen und unterstützend gegenüberstehen. Dies stellt einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die spätere Umsetzung eines Projekts dar und sollte bei der weiteren planerischen Bewertung berücksichtigt werden.
Zusammenfassend sprechen wir uns klar für die Beibehaltung des Projektgebiets Luko im sachlichen
Teilregionalplan Windenergie aus. Die Kombination aus Bestandserweiterung, sehr guter Infrastruktur, Netznähe sowie hoher Flächenverfügbarkeit macht das Gebiet besonders geeignet für die Windenergienutzung im Sinne einer nachhaltigen Regionalentwicklung.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001745_005 ID Stellungnehmer: 1001826
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIV Thurland
Inhalt

Die im Entwurf vorgesehene kleine Erweiterung des bestehenden Windvorranggebiets Thurland wird von uns ebenso ausdrücklich begrüßt. Es handelt sich um eine geringfügige Gebietserweiterung, die in der Abwägung sehr sinnvoll erscheint, da dadurch nur minimale zusätzliche Raumansprüche entstehen und kaum neue Einschränkungen zu erwarten sind.
Die Erweiterung ist insbesondere auch deshalb sinnvoll, weil im Gebiet bereits ein bestehender Windpark vorhanden ist, der im Zuge eines Repowerings optimiert wird. Dadurch kann auf bestehende Infrastruktur zurückgegriffen werden, was sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich vorteilhaft ist. Mögliche Konflikte durch die geplanten Leitungen der Firma ONTRAS konnten im
Rahmen einer BIL-Abfrage und im persönlichen Austausch ebenso bereits ausgeräumt werden.
Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die gute Anbindung an das Umspannwerk Raguhn, das bereits heute eine zentrale Rolle in der regionalen Netzinfrastruktur spielt und auch für eine zukünftige Einspeisung geeignet ist.
Aus unserer Sicht stellt das Projektgebiet Thurland ein gutes Beispiel für die zielgerichtete und maßvolle Weiterentwicklung bestehender Windstandorte dar. Die Kombination aus Bestandspark, Netzanschlussnähe und geringer Neuinanspruchnahme entspricht den Anforderungen an eine verantwortungsvolle Regionalplanung im Sinne der Energiewende.
Wir sprechen uns daher ausdrücklich für die geplante Erweiterung des Gebiets aus.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001745_006 ID Stellungnehmer: 1001826
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Das Vorranggebiet VR II „Brehna/Roitzsch“ bildet einen etablierten Windenergiestandort mit bestehender Infrastruktur und langjähriger Betriebserfahrung. Die Bestätigung dieses Gebietes bewerten wir als fachlich nachvollziehbar und raumverträglich. Ergänzend hierzu beantragen wir eine westliche Erweiterung der Gebietskulisse, um vorhandene Potenziale im technisch vorgeprägten und siedlungsarmen Raum effizient zu nutzen. Die nachfolgenden Ausführungen stützen diesen Vorschlag mit Blick auf raumordnerische Eignung, artenschutzfachliche Ergebnisse und regionale Synergien.

Die ENERTRAG SE plant im VRG „Brehna/Roitzsch“ derzeit das Repowering von 12 Bestandsaltanlagen. Für den derzeit bestätigten Teil der Fläche in der Gemarkung Brehna ist bereits im Dezember 2024 jeweils ein Genehmigungsantrag für Brehna III mit sieben neuen Anlagen und Brehna IV mit sechs neuen Anlagen nach BImSchG eingereicht worden. Für die Genehmigungsanträge wurden umfangreiche natur- und artenschutzfachliche Untersuchungen durchgeführt und technische Gutachten erarbeitet (Baugrund, Schall- und Schattenwurf, Standsicherheit/Turbulenz). In diesem Zusammenhang begrüßen wir die erneute Bestätigung des VRG „Brehna/Roitzsch“ ausdrücklich und können aufgrund der langfristigen Erfahrung und Zusammenarbeit mit Eigentümern, Landwirten und Gemeinde eine konfliktarme Planung und Betrieb der Neu-Anlagen voraussehen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001745_007 ID Stellungnehmer: 1001826
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Wertlau
Inhalt

Wir sprechen uns daher nachdrücklich für den Erhalt der Fläche „Brambach“ im weiteren Planungsverfahren aus und begrüßen die vorausschauende, sachgerechte Auswahl dieser Fläche durch die Planungsgemeinschaft.
Dieses Gebiet zeichnet sich durch eine überwiegend ackerbauliche Nutzung aus und liegt außerhalb von Waldflächen, was die Realisierung von Windparks erleichtert und Konfliktpotenziale reduziert. Nach unserer Einschätzung handelt es sich bei hier um eine sehr gut geeignete Fläche für die konfliktarme Nutzung der Windenergie. Die verkehrliche Erschließung ist durch die unmittelbare Nähe zur B187a und B184 sowie dem bestehenden Straßennetz hervorragend. Auch die Möglichkeiten zur
Netzanbindung sind in diesem Bereich günstig, was eine wirtschaftliche und technisch sinnvolle Realisierung von Windenergieprojekten begünstigt.
Besonders hervorzuheben ist, dass die Fläche auch nach unseren Informationen keine Überschneidungen mit schützenswerten Belangen aufweist. Weder bestehen Beeinträchtigungen von Natur- und Artenschutzgebieten, noch treten Konflikte mit Siedlungsstrukturen oder anderen raumbedeutsamen Nutzungen auf. Darüber hinaus stehen die betroffenen Grundstückseigentümer dem Projekt offen gegenüber. Auch aus dem Umfeld wurde bisher nur wenig Widerstand signalisiert,
was aus unserer Sicht auf eine vergleichsweise hohe Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung schließen lässt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

In den Gemarkungen Rodleben, Wertlau, Jütrichau Neeken, Brambach wurde kein Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie im 1. Entwurf festgelegt.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche bei Brambach nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001745_008 ID Stellungnehmer: 1001826
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > I Annaburg
Inhalt

Anregung, den folgenden Sachverhalt nochmals eingehend zu prüfen: Im Osten wurde das Windvorranggebiet aufgrund des Baubeschränkungsbereichs ED-R70 im Vergleich zum Entwurf für ein Windvorranggebiet der Gemeinde Annaburg verkleinert, was wir vollumfänglich nachvollziehen können. Allerdings konnten wir einen Abstand von 40-90 m zwischen dem VR WEN Annaburg im Entwurf und dem Baubeschränkungsbereich ED-R70 feststellen, der geeignet für eine Gebietserweiterung wäre. Dieser Abstand ist in der untenstehenden Grafik visualisiert und bedarf einer genaueren Prüfung, da durch eine derartige Verkleinerung des Gebiets Windenergieanlagen näher aneinander gerückt werden müssten, wodurch nachteilhafte Windturbulenzen entstehen. Mit positivem Prüfergebnis beantragen wir die Erweiterung des Windvorranggebietes auf diese Teilfläche.
 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Redaktionelle Hinweise

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Die östliche Abgrenzung des Vorranggebietes wird entsprechend der aktuellen Daten zu ED-R70 angepasst. Die Fläche des Vorranggebietes vergrößert sich dadurch um 7 Hektar.

Abwägungsentscheidung siehe Beschluss 02/2026 Anlage 4 https://www.planungsregion-abw.de/wp-content/uploads/2026/04/4_Anlage_Tabelle_I_Annaburg.pdf

StN-ID: 1001745_009 ID Stellungnehmer: 1001826
Z 4.3.4-1 Energie
Inhalt

Bitte um eine Überprüfung der im Entwurf festgelegten Höhenbeschränkung von 251 Metern. Aus den Unterlagen der Deutschen Flugsicherung für den Bereich SH5 geht hervor, dass die zulässige Höhe bei 900 ft liegt (1900 ft minus 1000 ft). Umgerechnet entspricht dies etwa 274,32 Metern über Normalhöhennull. Die im Entwurf angegebene Höhenbeschränkung von 251 Metern scheint deutlich niedriger als die rechnerisch mögliche Höhe von 274,32 m zu sein. Da von der Höhenbeschränkung zusätzlich noch das Digitale Geländemodell abgezogen werden muss (ca. 75 Meter), würde man rein aktuell lediglich eine Bauhöhe von ca. 174 Metern erreichen. Eine derart restriktive Höhenbegrenzung würde die wirtschaftliche Nutzung der Fläche erheblich einschränken oder sogar verhindern. Grund dafür ist nicht zuletzt, dass Windenergieanlagen mit derart geringen Bauhöhen zunehmend aus den Portfolios der Anlagenhersteller verschwinden. Wir beantragen die Prüfung und Festlegung der Bauhöhe auf 274,32 m üNN, d.h. unter Abzug der Geländehöhe wären dann 199 m als Anlagenhöhe wirtschaftlich möglich.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Zielfestlegung 4.3.4-1 Satz 7 wird entfernt, da die Belange der militärischen Flugsicherung im Vorhabenzulassungsverfahren geprüft werden.

Im vorliegenden Sachlichen Teilplan "Windenergie 2027" werden keine Bauhöhen für Windenergieanlagen festgelegt.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001745_010 ID Stellungnehmer: 1001826
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Beantragt wird eine deutliche Gebietserweiterung nach Westen in Richtung BAB 9 und darüber hinaus bis zu den Bestands-WEA um “Juliushof” südlich von Beyersdorf. Diese Erweiterung haben wir bereits in unserer letzten Stellungnahme zum Scoping-Entwurf am 31.05.2023 vorgeschlagen und ausführlich begründet. Vorteile dieser Gebietserweiterung ist die Nutzung siedlungsarmer Räume mit technischen Vorbelastungen u.a. durch Autobahn BAB 9 / B100 / Bahntrasse / Infrastruktur / landwirtschaftliche Beregnungsanlagen und div. Gewerbegebiete, wir befinden uns also in ausdrücklich konfliktarmem Raum für eine Gebietserweiterung.

Gleichzeitig sollte die Nutzung dieses siedlungsarmen und technisch vorgeprägten Raumes der Gebietserweiterung bevorzugt werden zugunsten einer Verringerung der hohen Dichte an neuen Vorrangflächen im Raum Zörbig (VR XX, VR XXX, VR XXXI) und der Gefahr möglicher Umzingelung von Ortslagen im Raum Zörbig. Idealerweise wird das Gebiet VR XXXI gestrichen, da hier
deutlich mehr Ortsteile und Anwohner immissionsseitig entlastet werden können. Dies zugunsten der beantragten Gebietserweiterung des VR II Brehna/Roitzsch nach Westen.

Norden/Nordosten: Begrenzung durch die Kreisstraße K2058 bis zum Schnittpunkt mit der 1.000m-Linie zur Wohnbebauung Glebitzsch.
− + Beregnungsanlage südlich von Glebitzsch
− Nordwesten/Südwesten: Begrenzung durch die BAB 9 und die bestehenden WEA südlich von Beyersdorf („Juliushof“) bis zum Schnittpunkt mit der 1.000m-Linie zur Wohnbebauung Beyersdorf im Nordwesten. Begrenzung durch den 500m Abstand zum Industriegebiet „Münchener Straße“ im Südwesten.
− + Erdgasleitung im Westen
− + Wohnbebauung Brehna 1.000m als südliche Grenze VR II Die Flächen nördlich und nordwestlich der Ortslage Brehna mit BAB 9 und AD 13 Halle, vierspuriger B100, div. Industrie- und Gewerbegebieten, Einkaufszentren, verschiedenen Bestands-WEA, PVFreiflächenanlagen, Elektro- und Gasinfrastruktur und Kreisberegnungsanlage sind erheblich technisch vorgeprägt.

Im Rahmen der artenschutzfachlichen Vollkartierung im Auftrag der ENERTRAG SE für die BImSchG-Anträge in Roitzsch und Brehna wurden keine TAK-Arten im Prüfbereich dokumentiert. Somit hat die artenschutzfachliche Situation keine Gebietsbeschränkungen zur Folge. Auch die Umweltgutachten für die Genehmigungsanträge beschreiben die von uns favorisierte Erweiterungsfläche als konfliktarmen Standort.

Für die westlich der BAB 9 und südlich der Ortslage Beyersdorf befindlichen 4 Alt-WEA („Juliushof“) wird ein Repowering geplant. D.h. diese 4 Alt-WEA sollen durch neue WEA ersetzt werden mit >1.000m Abstand zur Wohnbebauung, die dennoch ein Vielfaches der bisherigen Stromproduktion bietet. Durch Erhöhung des Abstandes dieser neuen WEA zur nächstliegenden Wohnbebauung in Beyersdorf von bisher 500m auf 1.000m kann der Immissionsschutz für die Anwohner verbessert werden. Eine Verbindung zwischen dem bisherigen VRG II Brehna/Roitzsch und den zum Repowering anstehenden Bestands-WEA südlich von Beyersdorf („Juliushof“) sollte zugunsten anderer weniger stark vorgeprägten Entwurfsflächen bevorzugt werden, zumal hier unsere Synergien und Mehrwerte in der ENERTRAG-Beteiligung am „Elektrolysekorridor Ostdeutschland“ direkt genutzt werden (siehe vorhergehende Stellungnahme von ENERTRAG vom 31.05.2023). Insbesondere auch die ortsansässigen Landwirtschaftsbetriebe haben ein großes Interesse an der Erweiterung des VR II Brehna-Roitzsch nach Westen. Die letzten trockenen und damit ertragsarmen Jahre seit 2018 belasten die langfristige Betriebsbereitschaft der Landwirtschaft sehr, und allein durch die kostenintensive Errichtung einer Kreisberegnungsanlage konnten hier noch einigermaßen stabile Erträge erwirtschaftet werden. Durch vertrauensvolle Kooperationen zwischen den ortsansässigen Landwirtschaftsbetrieben und ENERTRAG SE und für die Landwirte geplanter Beteiligung an den neuen Windenergieanlagen bauen Landwirte ein zweites – u.a. meteorologische und Marktrisiken ausgleichendes – Standbein auf und können so langfristig eine stabilere Betriebsplanung gewährleisten. Mit den privaten Flächeneigentümern ist ENERTRAG seit längerem im Gespräch und hat bereits den größten Teil der Flächen bis hin zur A9 und auch im Juliushof vertraglich gesichert.

Mit den Stadtwerken Bitterfeld-Wolfen sowie der Energieavantgarde Anhalt e. V. führen wir derzeit intensive Gespräche zur Kooperation im Bereich der kommunalen Wärmeplanung und zur Transformationsplanung der städtischen Fernwärmeversorgung. Das zentrale Ziel der kommunalen Wärmeplanung (KWP) und der Transformationsplanung für Wärmenetze besteht darin, die Wärmeversorgung auf kommunaler Ebene bis spätestens 2045 klimaneutral, systematisch, kosteneffizient und verlässlich von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme umzustellen. ENERTRAG SE beabsichtigt, grünen Strom aus den geplanten Windenergieanlagen (WEA) in Powerto-Heat-Anlagen (PtH) umzuwandeln und die erzeugte klimaneutrale Wärme dezentral an Stadtwerke und Kommunen im Raum Bitterfeld-Wolfen zu liefern. Mit diesem Windwärmeprojekt wollen wir einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Klimaneutralität in der Region Bitterfeld leisten und somit auch die Akzeptanz für Windkraftprojekte erhöhen. https://www.energieavantgarde.de/interkommunale-waermeplanung/

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Die beantragte Fläche, welche sich westlich der K 2060 erstreckt, entspricht nicht den Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht), da sich innerhalb der betroffenen Fläche Horststandorte einer vom Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierten Brutvogelart befinden.

Die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg nutzt für die Erstellung ihrer Planwerke überwiegend Daten, die durch die zuständigen Fachbehörden zur Verfügung gestellt werden. Für eigene Erhebungen von Fachdaten besteht keine Ermächtigungsgrundlage. Validierte naturschutzfachliche Art- und Gebietsdaten werden durch das Landesamt für Umweltschutz des Landes Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt und werden von der RPG A-B-W regelmäßig abgefragt, um den mittel- bis langfristigen Planungen (Regionalplänen) möglichst aktuelle Daten zu Grunde zu legen.

Die Streichung des VR Zörbig Süd/Glebitzsch ist keine Option, da hier kommunale Planungsabsichten der betroffenen Städte Zörbig und Sandersdorf-Brehna für die Festlegung des Gebietes bestehen. Für das VR Zörbig Süd/Glebitzsch wurden für die kommunale Planung eines Sondergebietes "Windenergie"  Zielabweichungen von der Ausschlusswirkung des rechtskräftigen Sachlichen Teilplans "Nutzung der Windenergie" 2018 gem. § 245e Absatz 5 BauGB positiv beschieden (Beschlüsse Nr. 06/2024 und 09/2025). 

Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Erweiterungsfläche nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001746 ID Stellungnehmer: 1001827
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001746_001 ID Stellungnehmer: 1001827
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > II Brehna/Roitzsch
Inhalt

Mit Anerkennung nimmt die Stadt Sandersdorf-Brehna zur Kenntnis, dass in der vorliegenden Entwurfsfassung die Vorranggebiete für die Windenergienutzung im Stadtgebiet gemäß den ursprünglichen Planungsabsichten aus dem Jahr 2023 und zugunsten einer gleichberechtigten regionalen Verteilung reduziert wurden.

Nach raumordnerischer Einzelfallbetrachtung und Umweltprüfung erfolgte die Abwägung zugunsten der Erweiterung des im Sachlichen Teilplan Wind 2018 festgelegten Vorranggebietes Nr. | „Brehna/Roitzsch“ hin zum Vorranggebiet Nr. Il „Brehna/Roitzsch“ mit einer Gesamtfläche von 233 ha. Unter Berücksichtigung der Vorschlagsflächen im neuen Vorranggebiet XXXI Zörbig Süd/Glebitzsch, welche mit 75 ha auf den westlichen Geltungsbereich des Stadtgebietes von Sandersdorf-Brehna entfallen, würden nunmehr insgesamt 308 ha Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie zur Verfügung stehen.

Insgesamt beträgt der Flächenanteil damit 3,8% der Gesamtfläche des Stadtgebietes und stellt meines Erachtens einen ausgewogenen Kompromiss dar. Diese Anpassung stellt aus Sicht der Stadt Sandersdorf-Brehna einen wichtigen Schritt dar, um sowohl den Anforderungen der Energiewende gerecht zu werden als auch die berechtigten Interessen der Bevölkerung hinsichtlich des Landschaftsbildes, der Wohnqualitat und der Umweltverträglichkeit angemessen zu berücksichtigen.

Die Vorranggebiete Nr. I und Nr. II „Brehna/Roitzsch“ sowie Nr. XXXI „Zörbig Süd/Glebitzsch“ befinden sich mit 22 % seiner Gesamtfläche innerhalb des Vorranggebietes für Landwirtschaft „Gebiet um Zörbig“. Die Stadt Sandersdorf-Brehna teilt die Meinung, dass die Grundzüge der Planung durch die geringfügige Verkleinerung des Vorranggebietes für Landwirtschaft nicht in Frage gestellt werden.

Abschließend bedankt sich die Stadt Sandersdorf-Brehna ausdrücklich bei der Regionalen Planungsgemeinschaft für die konstruktive und vertrauensvollen Zusammenarbeit in diesem komplexen Planungsprozess. Die Berücksichtigung der kommunalen Belange und der räumlichen Gegebenheiten trägt wesentlich zur Akzeptanz der Planung bei.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

-

StN-ID: 1001746_002 ID Stellungnehmer: 1001827
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXI Zörbig Süd/Glebitzsch
Inhalt

Mit Anerkennung nimmt die Stadt Sandersdorf-Brehna zur Kenntnis, dass in der vorliegenden Entwurfsfassung die Vorranggebiete für die Windenergienutzung im Stadtgebiet gemäß den ursprünglichen Planungsabsichten aus dem Jahr 2023 und zugunsten einer gleichberechtigten regionalen Verteilung reduziert wurden.
Nach raumordnerischer Einzelfallbetrachtung und Umweltprüfung erfolgte die Abwägung zugunsten der Erweiterung des im Sachlichen Teilplan Wind 2018 festgelegten Vorranggebietes Nr. | „Brehna/Roitzsch“ hin zum Vorranggebiet Nr. Il „Brehna/Roitzsch“ mit einer Gesamtfläche von 233 ha. Unter Berücksichtigung der Vorschlagsflächen im neuen Vorranggebiet XXXI Zörbig Süd/Glebitzsch, welche mit 75 ha auf den westlichen Geltungsbereich des Stadtgebietes von Sandersdorf-Brehna entfallen, würden nunmehr insgesamt 308 ha Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie zur Verfügung stehen.

Insgesamt beträgt der Flächenanteil damit 3,8% der Gesamtfläche des Stadtgebietes und stellt meines Erachtens einen ausgewogenen Kompromiss dar. Diese Anpassung stellt aus Sicht der Stadt Sandersdorf-Brehna einen wichtigen Schritt dar, um sowohl den Anforderungen der Energiewende gerecht zu werden als auch die berechtigten Interessen der Bevölkerung hinsichtlich des Landschaftsbildes, der Wohnqualitat und der Umweltverträglichkeit angemessen zu berücksichtigen.

Die Vorranggebiete Nr. I und Nr. II „Brehna/Roitzsch“ sowie Nr. XXXI „Zörbig Süd/Glebitzsch“ befinden sich mit 22 % seiner Gesamtfläche innerhalb des Vorranggebietes für Landwirtschaft „Gebiet um Zörbig“. Die Stadt Sandersdorf-Brehna teilt die Meinung, dass die Grundzüge der Planung durch die geringfügige Verkleinerung des Vorranggebietes für Landwirtschaft nicht in Frage gestellt werden.
Abschließend bedankt sich die Stadt Sandersdorf-Brehna ausdrücklich bei der Regionalen Planungsgemeinschaft für die konstruktive und vertrauensvollen Zusammenarbeit in diesem komplexen Planungsprozess. Die Berücksichtigung der kommunalen Belange und der räumlichen Gegebenheiten trägt wesentlich zur Akzeptanz der Planung bei.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001747 ID Stellungnehmer: 1001828
Planungskonzeption
Inhalt

Bedenken hinsichtlich der möglichen Auswirkungen auf die Anwohner, insbesondere in den Ortschaften Thurland und Tornau vor der Heide.
Wir sehen die Notwendigkeit, mögliche negative Einflüsse auf die betroffenen Ortschaften frühzeitig zu erkennen und diese soweit wie möglich zu vermeiden  auf ein verträgliches Maß zu begrenzen, um die Lebensqualität der Anwohner zu
schützen.

  • Vorbelastung durch bestehende Anlagen:

Bereits bestehende Windenergieanlagen stellen eine Vorbelastung für die Region dar. Der Betrieb neuer Anlagen könnte zu zusätzlichem Schall- und Schattenwurf führen, was die Situation für Anwohner in umliegenden Ortschaften weiter verschärfen könnte.

  • Umwelt- und Naturschutz:

Wir sind besorgt über das erhöhte Kollisionsrisiko für Vogel- und Fledermausarten durch die Windenergieanlagen. Der Schutz sensibler Lebensräume muss höchste Priorität haben.

  • Rückbau und Entsorgung:

Große Fundamente sind für den Bau von Windkraftanlagen notwendig. Der vollständige Rückbau nach der Stilllegung muss garantiert werden. Besonders schwer wiegt die umweltgerechte Entsorgung der Rotorenblätter, die aus komplexen
Verbundstoffen bestehen und gegenwärtig nur schwer zu recyceln sind. Auch der  Umgang mit klimaschädlichen Schutzgasen, wie Schwefelhexafluorid, erfordert besondere Beachtung.

  • Kritische Infrastruktur und wirtschaftliche Bedenken:

Der fehlende Ausbau für den Transport und die effiziente Speicherung von Strom aus WKA führt zu häufigen Abschaltungen von Anlagen. Diese Situation stellt die Effektivität der Energiewende in Frage und belastet die Verbraucher finanziell.
Aufgrund dieser Punkte können die betroffenen Ortschaften und der zuständige Ausschuss der Stadt Raguhn-Jeßnitz unter den derzeitigen Bedingungen keinem Antrag zur Errichtung einer WKA zustimmen.
Wir fordern dringend, die bestehende Belastung zu berücksichtigen und geeignete Maßnahmen zur Minimierung der negativen Auswirkungen zu entwickeln. Dazu gehören die Reduzierung von Schall- und Schattenwurf, die Minimierung von Kollisionsrisiken sowie der Schutz empfindlicher Lebensräume.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Rückbau, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Fragen zur Technologie der Windenergienutzung, Netzentgelten usw. sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Seit September 2025 liegt Entwurf E-DIN 4866 vor: 2025-11 „Abbruch und Rückbau von Windenergieanlagen“, Einführung voraussichtlich im II. Quartal 2026

DIN 4866 bestimmt für alle am Abbruch und Rückbau von Windenergieanlagen an Land (Onshore-WEA) Beteiligten Verantwortlichkeiten, Verfahren und Beurteilungsgrundlagen für die Planung und Durchführung des Abbruchs und Rückbaus.

Sie stellt – neben einer Sicherstellung der arbeitsschutzund umweltschutzgerechten Belange – die Grundlage für einen im Sinne der Kreislaufwirtschaft notwendigen zielgerichteten Abbruch (Recycling und Verwertung von Abfällen) und Rückbau (Wiederverwendung gebrauchter Anlagen und Produkte) dar.

Sie ist eine richtungsweisende Arbeitsunterlage für Bauherren, Planer und Ausführende.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001747_001 ID Stellungnehmer: 1001828
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Bedenken hinsichtlich der möglichen Auswirkungen auf die Anwohner, insbesondere in den Ortschaften Thurland und Tornau vor der Heide.

  • Vorbelastung durch bestehende Anlagen:

Bereits bestehende Windenergieanlagen stellen eine Vorbelastung für die Region dar. Der Betrieb neuer Anlagen könnte zu zusätzlichem Schall- und Schattenwurf führen, was die Situation für Anwohner in umliegenden Ortschaften weiter verschärfen könnte.

  • Auswirkungen der WKA bei Zschornewitz:

Es wurden bereits Berichte über verstärkte Vibrationen im Umkreis von 800 Metern der kürzlich entstandenen WKA in der Gemarkung Zschornewitz nahe Burgkemnitz bekannt, die sich negativ auf das ansässige Wild auswirken. 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissions-schutzbehörde.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001747_002 ID Stellungnehmer: 1001828
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXIV Thurland
Inhalt

Bedenken hinsichtlich der möglichen Auswirkungen auf die Anwohner, insbesondere in den Ortschaften Thurland und Tornau vor der Heide.
Wir sehen die Notwendigkeit, mögliche negative Einflüsse auf die betroffenen Ortschaften frühzeitig zu erkennen und diese soweit wie möglich zu vermeiden oder auf ein verträgliches Maß zu begrenzen, um die Lebensqualität der Anwohner zu schützen.
1. Vorbelastung durch bestehende Anlagen:
Bereits bestehende Windenergieanlagen stellen eine Vorbelastung für die Region dar. Der Betrieb neuer Anlagen könnte zu zusätzlichem Schall- und Schattenwurf führen, was die Situation für Anwohner in umliegenden Ortschaften weiter verschärfen könnte.

2. Auswirkungen der WKA
Es wurden bereits Berichte über verstärkte Vibrationen im Umkreis von 800 Metern der kürzlich entstandenen WKA in der Gemarkung Zschornewitz nahe Burgkemnitz bekannt, die sich negativ auf das ansässige Wild auswirken. Ähnliche Auswirkungen erwarten wir auch für die geplanten Anlagen in der Gemarkung Salzfurthkapelle nahe Thurland und Tornau.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange des Immissionsschutzes (Lärm und Schlagschatten) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

BImSchG-Verfahren zum Repowering bzw. zur Neuerrichtung von Windenergieanlagen werden bei den zuständigen Unteren Immissionsschutzbehörden entsprechend der gültigen Rechtslage geführt. 

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001748 ID Stellungnehmer: 1001829
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001748_001 ID Stellungnehmer: 1001829
Windenergie 2027
Inhalt

Mit dem Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" wird in erster Instanz das Teilflächenziel von 1,9 % bis 2027 erfüllt.
Die Lutherstadt Wittenberg begrüßt diesen planerischen Ansatz, die regionalisierten Flächenbeitragswerte für die Entwicklung der Standorte von Windenergieanlagen (WEA) in einem zweistufigen Planungsvorgang gemäß den zeitlichen Vorgaben des Windenergieflächenbedarfsgesetzes (WindBG) zu erreichen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001748_002 ID Stellungnehmer: 1001829
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXII Straach
Inhalt

Die Lutherstadt Wittenberg befürwortet die Übernahme des Vorranggebietes „XIV Straach“ aus dem Sachlichen Teilplan „Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" (2018) und somit die Möglichkeit zum Repowering im Sinne der  Zielstellung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes der Lutherstadt Wittenberg.
Die Erweiterung um 12 ha auf eine Gesamtfläche von 147 ha für das neue Vorranggebiet „XXlIl Straach“ wird als maßvolle Erweiterung der Bestandsfläche erachtet.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001748_003 ID Stellungnehmer: 1001829
Planungskonzeption
Inhalt

zu 2.1.4 Negativkriterien (Ausschlusskriterien)
Bei dem Kriterienkatalog zur Festlegung von Ausschlusskriterien ist folgender Belang bisher textlich unberücksichtigt und bei der Betrachtung von Flächen bzw. Abstandsflächen redaktionell aufzunehmen:
- bestehende und in Planung befindliche Autobahnen, Straßen, Schienenwege und Wasserstraßen

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Maßstabsbedingt (1:100.000) wurden lineare Infrastrukturen nicht als Ausschlusskriterien festgelegt. Aufgrund des bau- und betriebsbedingten Abstandes von Windenergieanlagen untereinander sind bei der Standortplanung auf der Vorhabenzulassungsebene oder im Bebauungsplan die Infrastruktureinrichtungen zu berücksichtigen. 

Linienhafte Infrastrukturen innerhalb von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie haben aufgrund des Planungsmaßstabs von 1:100.000 keine Auswirkungen auf die Anrechenbarkeit gemäß § 4 WindBG.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001748_004 ID Stellungnehmer: 1001829
Planungskonzeption
Inhalt

2.2.9 Bewertung von Waldflächen
Die Inanspruchnahme von Waldflachen für die Installation von Windenergieanlagen erscheint grundsätzlich nachvollziehbar dargelegt. Die Lutherstadt Wittenberg ist demnach eine der Kommunen, in denen die Potenzialflächen für Vorranggebiete zur Nutzung der Windenergie im Wald diejenigen im Offenland überwiegen. In diesen Kommunen soll die Nutzung des Waldes für die Windenergie ermöglicht werden.
Die Lutherstadt Wittenberg möchte jedoch festhalten, dass auch zukünftig der Fokus auf die
Entwicklung im Offenland gelegt werden soll. Eine Inanspruchnahme von Waldflächen soll
möglichst ausgeschlossen werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001749 ID Stellungnehmer: 1001831
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001749_001 ID Stellungnehmer: 1001831
Windenergie 2027
Inhalt

Es bestehen keine Bedenken zum Planvorhaben.

Von den Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie gehen nach Kenntnis- und Informationslage zum Planungszeitpunkt keine erheblichen Beeinträchtigungen auf die Funktionen der Gebiete des Netzes "NATURA 2000" im Hinblick auf deren Erhatlungsziele oder den Schutzzweck aus. Weitergehende Prüfschritte sowie Beteiligung oder Unterrichtung der Europäischen Kommission sind insoweit nicht erforderlich.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001749_002 ID Stellungnehmer: 1001831
Umweltbericht Anhang
Inhalt

Hinweis, dass das Vorranggebiet XXI Seyda/Gentha östlich in einer Breite von ca. 60 m an die DBU-Fläche "Glücksburger Heide" (WE 209425) angrenzt. Eigentümerin ist DBU Naturerbe GmbH. Sie ist für die Sicherung und Betreuung der Naturerbeflächen verantwortlich. Gemeinsam mit BImA, Sparte Bundesforst, erhält und optimiert sie wertvolle Lebensräume für heimische Tier- und Pflanzenarten. Fläche ist Teil der Schutzgebietskulisse FFH DE 4143401, SPA 022, NSG0196.

An der "Marcolinische Wiese" - Bestandteil der "Glücksburger Heide" - wurden als Sommerlebensraum, sicher auch tlw. Reproduktionsraum und v.a. Jagdhabitat folgende Arten innerhalb der letzten 5 Jahre mindestens nachgewiesen: Unterhalb der Marcolinischen Wiese (Grenznähe, Alteichen - Freifläche - Übergang zum Wald) wurden folgende 9 Arten direkt mittels Fang bestimmt: Großer Abendsegler, Kleiner Abendsegler, Brandfledermaus, Wasserfledermaus, Fransenfledermaus, Braunes Langohr, Mopsfledermaus, Zwergfledermaus, Mückenfledermaus. Breitflügelfledermaus und Bechsteinfledermaus werden vermutet.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Artenschutzrechtliche Belange sind Inhalt der Vorhabenzulassungsverfahren.

StN-ID: 1001750 ID Stellungnehmer: 1001832
Windenergie 2027
Inhalt

Vorranggebiet IV Dornbock/ Drosa/ Kleinpaschleben

Der landkreisübergreifende großflächige Windpark Dornbock/ Drosa/ Kleinpaschleben soll nach Südwesten hin erweitert werden. Nördlich von Kleinpaschleben betreibt die WIMEX Agrarprodukte Import & Export GmbH ein Hennenanlage. Die Emissionen des Windparks und der Hennenanlage schöpfen nach meinem Kenntnisstand in Summe den maßgeblichen Schallimmissionswert für die Nacht am nordwestlichen Ortsrand von Kleinpaschleben bereits vollständig aus. Es ist mit erheblichen Einschränkungen des Nachtbetriebs auf den Erweiterungsflächen des Vorranggebietes IV zu rechnen.

Vorranggebiet VI Gölzau-Ost

Ca. 1.000 Meter östlich von Weißandt-Gölzau wird das Vorranggebiet R2 ausgewiesen. In Weißandt-Gölzau befindet sich ein großflächiger Industrie- und Gewerbepark, welcher im Sinne einer klassischen Gemengelage im Westen direkt an die Wohnbebauung angrenzt. Unter anderen betreibt hier die Fa. ITP Pergande GmbH mehrere immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Anlagen. Auf Grund der direkten Nachbarschaft von Industrie und Wohnen ist davon auszugehen, dass die maßgeblichen Immissionswerte am Tage und in der Nacht bereits vollständig ausgeschöpft sind, zumal von Westen her auch der bestehende Windpark einwirkt. Daher ist mit erheblichen Einschränkungen des Nachtbetriebs von WKA im Vorranggebiet VI zu rechnen.

Vorranggebiet VIII Güterglück

Westlich des Zerbster Ortsteils Güterglück und südlich des OT Gehrden wird das Vorranggebiet VIII neu ausgewiesen, welches das VG/EG V nach Nordosten hin erweitert. Am nordwestlichen Ortsrand von Güterglück betreibt die Fa. Innogy SE eine Biogasanlage. 100 Meter nordwestlich von Gehrden betreibt die Fa. WIMEX Agrarprodukte Import & Export GmbH eine Hennenanlage. Von beiden Anlagen gehen Schallemissionen nachts aus, die die maßgeblichen Schallimmissionswerte für die Nacht an den jeweiligen Ortsrändern teilweise ausschöpfen. Es könnte zu Einschränkungen hinsichtlich des Nachtbetriebs von WKA führen.

Vorranggebiet IX Hinsdorf

Am südlichen Ortsrand von Hinsdorf, Gem. Südliches Anhalt betreibt die Fa. WIMEX Agrarprodukte Import & Export GmbH eine Hennenanlage. Eine weitere Hennenanlage befindet sich ca. 600 m nordwestlich von Lennewitz. Die Schallemissionen des Lüfterbetriebs könnten zu Einschränkungen hinsichtlich des Nachtbetriebs von WKA im Vorranggebiet IX führen.

Vorranggebiet X Kemberg

Nördlich von Kemberg soll das bereits 302 ha umfassende Vorranggebiet nach Norden hin erweitert werden. Die Erweiterungsfläche rückt auf 1.000 Meter an den Kemberger Ortsteil Lammsdorf heran. Am südlichen Ortsrand von Lammsdorf betreibt die Ferkelaufzucht MADOMA GmbH die immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Sauenanlage Rackith. Nördlich davon betreibt die Biogasfarm GmbH Rackith eine Biogasanlage. Die Emissionen dieser Anlagen verursachen eine Geräuschvorbelastung am südlichen Ortsrand von Lammsdorf/ Rackith, die sehr wahrscheinlich signifikante Einschränkungen für den Nachtbetrieb von WKA auf der Erweiterungsfläche des Vorranggebietes X zur Folge haben werden.

Vorranggebiet XII Linda

Nordöstlich des Jessener Ortsteils Linda befindet sich das Vorranggebiet XII. Der Windpark umfasst einschließlich des Brandenburger Teils derzeit 12 WKA. Das Vorranggebiet soll nach Westen hin erweitert werden. Im Osten von Linda betreibt die Asmussen Agro GmbH die immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Sauenanlage Linda. Diese trägt mit der Lüftungstechnik zur Geräuschvorbelastung der relativ dicht angrenzenden Wohnbebauung bei. In Summe mit den Immissionen des bestehenden Windparks dürften sich Einschränkungen für den Nachtbetrieb von WKA im erweiterten Vorranggebiet XII ergeben.

Vorranggebiet XXI Seyda/ Gentha

Der nördliche Teil des Vorranggebietes XXI rückt auf 1.000 Meter an die an der östlichen Peripherie von Seyda gelegene Wohnbebauung Am Busch bzw. an den Diest- Hof (Langzeiteinrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung) heran. Beide schutzbedürftigen Nutzungen sind durch die relativ dicht angrenzende immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Sauenanlage der Seydaer Landwirtschafts GmbH durch Schallimmissionen vorbelastet. Hinzu kommen Vorbelastungen durch die benachbarte Biogaserzeugungs- und -verwertungsanlage, betrieben von der Seydaland Agrar GmbH und die Rinderanlage (Rinderzucht GmbH & Co. KG). Die Schallemissionen dieser drei Anlagen bewirken eine Vorbelastung, die zu Einschränkungen des Nachtbetriebs von WKA im nördlichen Teil der Vorranggebietes führen dürfte.

Vorranggebiet XXXI Zörbig/ Süd- Glebitzsch

Südöstlich von Zörbig rückt das Vorranggebiet XXXI Zörbig/ Süd- Glebitzsch auf ca. 1.000 Meter an den südöstlichen Siedlungsrand der Kernstadt Zörbig heran. Auf Grund der bestehenden Vorbelastungssituation am südöstlichen Siedlungsrand Zörbig durch durch Anlagen der Fa. Verbio Zörbig GmbH könnten Einschränkungen d.h. leistungsreduzierte Betriebsmodi oder Nachtabschaltungen von WKA im nordwestlichen Teil des Vorranggebietes erforderlich werden.

Vorranggebiet XXXII Zschornewitz- Kippe

Am traditionsreichen Zschornewitzer Industriestandort betreibt die Firma Imery Fused Minerals Zschornewitz GmbH eine immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Anlage zur Herstellung und Bearbeitung von Korund und sonstigen Schmelzsteinen. Von der Anlage gehen Schallemissionen nachts aus, die den für Gemengelagen maßgeblichen Immissionswert an der direkt an das Werksgelände angrenzenden Wohnbebauung bereits vollständig ausschöpfen. Im Bereich der allgemeinen Wohnbebauung am südlichen und südöstlichen Ortsrand (Straße des Friedens) liegt die Vorbelastung konservativ betrachtet bei 37 dB(A). Bei Abständen von ca. 1.000 m könnten gewisse Einschränkungen des Nachtbetriebs erforderlich werden.

Zusammenfassend kann aus immissionsschutzfachlicher Sicht eingeschätzt werden, dass auf Grund der Abstände der Vorranggebiete zur Wohnbebauung von mindestens 1.000 m schädliche Umwelteinwirkungen durch Immissionen, insbesondere durch Lärm und Schattenwurf bei allen Vorranggebieten vermieden werden können, wenn temporäre Einschränkungen d.h. leistungsreduzierter Nachtbetrieb bis hin zu Abschaltungen von Windkraftanlagen (WKA) während der Nachtstunden von 22 bis 06 Uhr und/oder kurzzeitige Abschaltungen tagsüber zur Vermeidung von Beeinträchtigungen schutzbedürftiger Gebiete (Wohnen, Erholen) durch Schattenwurf seitens der Betreiber in Kauf genommen werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001750_001 ID Stellungnehmer: 1001832
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > IV Dornbock/Drosa/Kleinpaschleben
Inhalt

Vorranggebiet IV Dornbock/ Drosa/ Kleinpaschleben

Der landkreisübergreifende großflächige Windpark Dornbock/ Drosa/ Kleinpaschleben soll nach Südwesten hin erweitert werden. Nördlich von Kleinpaschleben betreibt die WIMEX Agrarprodukte Import & Export GmbH ein Hennenanlage. Die Emissionen des Windparks und der Hennenanlage schöpfen nach meinem Kenntnisstand in Summe den maßgeblichen Schallimmissionswert für die Nacht am nordwestlichen Ortsrand von Kleinpaschleben bereits vollständig aus. Es ist mit erheblichen Einschränkungen des Nachtbetriebs auf den Erweiterungsflächen des Vorranggebietes IV zu rechnen.

Zusammenfassend kann aus immissionsschutzfachlicher Sicht eingeschätzt werden, dass auf Grund der Abstände der Vorranggebiete zur Wohnbebauung von mindestens 1.000 m schädliche Umwelteinwirkungen durch Immissionen, insbesondere durch Lärm und Schattenwurf bei allen Vorranggebieten vermieden werden können, wenn temporäre Einschränkungen d.h. leistungsreduzierter Nachtbetrieb bis hin zu Abschaltungen von Windkraftanlagen (WKA) während der Nachtstunden von 22 bis 06 Uhr und/oder kurzzeitige Abschaltungen tagsüber zur Vermeidung von Beeinträchtigungen schutzbedürftiger Gebiete (Wohnen, Erholen) durch Schattenwurf seitens der Betreiber in Kauf genommen werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung zu Dornbock / Drosa / Kleinpaschleben lfd. Nr. 2

Abwägungsentscheidung zu Gölzau Ost lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Güterglück lfd. Nr. 34

Abwägungsentscheidung zu Hinsdorf lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Kemberg / Dorna lfd. Nr. 7

Abwägungsentscheidung zu Linda lfd. Nr. 9

Abwägungsentscheidung zu Seyda / Gentha lfd. Nr. 3

Abwägungsentscheidung zu Zörbig Süd / Glebitzsch lfd. Nr. 5

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 3

StN-ID: 1001750_002 ID Stellungnehmer: 1001832
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VI Gölzau Ost
Inhalt

Ca. 1.000 Meter östlich von Weißandt-Gölzau wird das Vorranggebiet ausgewiesen. In Weißandt-Gölzau befindet sich ein großflächiger Industrie- und Gewerbepark, welcher im Sinne einer klassischen Gemengelage im Westen direkt an die Wohnbebauung angrenzt. Unter anderen betreibt hier die Fa. ITP Pergande GmbH mehrere immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Anlagen. Auf Grund der direkten Nachbarschaft von Industrie und Wohnen ist davon auszugehen, dass die maßgeblichen Immissionswerte am Tage und in der Nacht bereits vollständig ausgeschöpft sind, zumal von Westen her auch der bestehende Windpark einwirkt. Daher ist mit erheblichen Einschränkungen des Nachtbetriebs von WKA im Vorranggebiet VI zu rechnen.

Zusammenfassend kann aus immissionsschutzfachlicher Sicht eingeschätzt werden, dass auf Grund der Abstände der Vorranggebiete zur Wohnbebauung von mindestens 1.000 m schädliche Umwelteinwirkungen durch Immissionen, insbesondere durch Lärm und Schattenwurf bei allen Vorranggebieten vermieden werden können, wenn temporäre Einschränkungen d.h. leistungsreduzierter Nachtbetrieb bis hin zu Abschaltungen von Windkraftanlagen (WKA) während der Nachtstunden von 22 bis 06 Uhr und/oder kurzzeitige Abschaltungen tagsüber zur Vermeidung von Beeinträchtigungen schutzbedürftiger Gebiete (Wohnen, Erholen) durch Schattenwurf seitens der Betreiber in Kauf genommen werden.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001750_001

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung zu Dornbock / Drosa / Kleinpaschleben lfd. Nr. 2

Abwägungsentscheidung zu Gölzau Ost lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Güterglück lfd. Nr. 34

Abwägungsentscheidung zu Hinsdorf lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Kemberg / Dorna lfd. Nr. 7

Abwägungsentscheidung zu Linda lfd. Nr. 9

Abwägungsentscheidung zu Seyda / Gentha lfd. Nr. 3

Abwägungsentscheidung zu Zörbig Süd / Glebitzsch lfd. Nr. 5

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 3

StN-ID: 1001750_003 ID Stellungnehmer: 1001832
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > VIII Güterglück
Inhalt

Westlich des Zerbster Ortsteils Güterglück und südlich des OT Gehrden wird das Vorranggebiet VIII neu ausgewiesen, welches das VG/EG V nach Nordosten hin erweitert. Am nordwestlichen Ortsrand von Güterglück betreibt die Fa. Innogy SE eine Biogasanlage. 100 Meter nordwestlich von Gehrden betreibt die Fa. WIMEX Agrarprodukte Import & Export GmbH eine Hennenanlage. Von beiden Anlagen gehen Schallemissionen nachts aus, die die maßgeblichen Schallimmissionswerte für die Nacht an den jeweiligen Ortsrändern teilweise ausschöpfen. Es könnte zu Einschränkungen hinsichtlich des Nachtbetriebs von WKA führen.

Zusammenfassend kann aus immissionsschutzfachlicher Sicht eingeschätzt werden, dass auf Grund der Abstände der Vorranggebiete zur Wohnbebauung von mindestens 1.000 m schädliche Umwelteinwirkungen durch Immissionen, insbesondere durch Lärm und Schattenwurf bei allen Vorranggebieten vermieden werden können, wenn temporäre Einschränkungen d.h. leistungsreduzierter Nachtbetrieb bis hin zu Abschaltungen von Windkraftanlagen (WKA) während der Nachtstunden von 22 bis 06 Uhr und/oder kurzzeitige Abschaltungen tagsüber zur Vermeidung von Beeinträchtigungen schutzbedürftiger Gebiete (Wohnen, Erholen) durch Schattenwurf seitens der Betreiber in Kauf genommen werden.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001750_001

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung zu Dornbock / Drosa / Kleinpaschleben lfd. Nr. 2

Abwägungsentscheidung zu Gölzau Ost lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Güterglück lfd. Nr. 34

Abwägungsentscheidung zu Hinsdorf lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Kemberg / Dorna lfd. Nr. 7

Abwägungsentscheidung zu Linda lfd. Nr. 9

Abwägungsentscheidung zu Seyda / Gentha lfd. Nr. 3

Abwägungsentscheidung zu Zörbig Süd / Glebitzsch lfd. Nr. 5

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 3

StN-ID: 1001750_004 ID Stellungnehmer: 1001832
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > IX Hinsdorf
Inhalt

Vorranggebiet IX Hinsdorf

Am südlichen Ortsrand von Hinsdorf, Gem. Südliches Anhalt betreibt die Fa. WIMEX Agrarprodukte Import & Export GmbH eine Hennenanlage. Eine weitere Hennenanlage befindet sich ca. 600 m nordwestlich von Lennewitz. Die Schallemissionen des Lüfterbetriebs könnten zu Einschränkungen hinsichtlich des Nachtbetriebs von WKA im Vorranggebiet IX führen.

Zusammenfassend kann aus immissionsschutzfachlicher Sicht eingeschätzt werden, dass auf Grund der Abstände der Vorranggebiete zur Wohnbebauung von mindestens 1.000 m schädliche Umwelteinwirkungen durch Immissionen, insbesondere durch Lärm und Schattenwurf bei allen Vorranggebieten vermieden werden können, wenn temporäre Einschränkungen d.h. leistungsreduzierter Nachtbetrieb bis hin zu Abschaltungen von Windkraftanlagen (WKA) während der Nachtstunden von 22 bis 06 Uhr und/oder kurzzeitige Abschaltungen tagsüber zur Vermeidung von Beeinträchtigungen schutzbedürftiger Gebiete (Wohnen, Erholen) durch Schattenwurf seitens der Betreiber in Kauf genommen werden.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001750_001

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung zu Dornbock / Drosa / Kleinpaschleben lfd. Nr. 2

Abwägungsentscheidung zu Gölzau Ost lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Güterglück lfd. Nr. 34

Abwägungsentscheidung zu Hinsdorf lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Kemberg / Dorna lfd. Nr. 7

Abwägungsentscheidung zu Linda lfd. Nr. 9

Abwägungsentscheidung zu Seyda / Gentha lfd. Nr. 3

Abwägungsentscheidung zu Zörbig Süd / Glebitzsch lfd. Nr. 5

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 3

StN-ID: 1001750_005 ID Stellungnehmer: 1001832
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > X Kemberg/Dorna
Inhalt

Nördlich von Kemberg soll das bereits 302 ha umfassende Vorranggebiet nach Norden hin erweitert werden. Die Erweiterungsfläche rückt auf 1.000 Meter an den Kemberger Ortsteil Lammsdorf heran. Am südlichen Ortsrand von Lammsdorf betreibt die Ferkelaufzucht MADOMA GmbH die immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Sauenanlage Rackith. Nördlich davon betreibt die Biogasfarm GmbH Rackith eine Biogasanlage. Die Emissionen dieser Anlagen verursachen eine Geräuschvorbelastung am südlichen Ortsrand von Lammsdorf/ Rackith, die sehr wahrscheinlich signifikante Einschränkungen für den Nachtbetrieb von WKA auf der Erweiterungsfläche des Vorranggebietes X zur Folge haben werden.

Zusammenfassend kann aus immissionsschutzfachlicher Sicht eingeschätzt werden, dass auf Grund der Abstände der Vorranggebiete zur Wohnbebauung von mindestens 1.000 m schädliche Umwelteinwirkungen durch Immissionen, insbesondere durch Lärm und Schattenwurf bei allen Vorranggebieten vermieden werden können, wenn temporäre Einschränkungen d.h. leistungsreduzierter Nachtbetrieb bis hin zu Abschaltungen von Windkraftanlagen (WKA) während der Nachtstunden von 22 bis 06 Uhr und/oder kurzzeitige Abschaltungen tagsüber zur Vermeidung von Beeinträchtigungen schutzbedürftiger Gebiete (Wohnen, Erholen) durch Schattenwurf seitens der Betreiber in Kauf genommen werden.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001750_001

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

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Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung zu Dornbock / Drosa / Kleinpaschleben lfd. Nr. 2

Abwägungsentscheidung zu Gölzau Ost lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Güterglück lfd. Nr. 34

Abwägungsentscheidung zu Hinsdorf lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Kemberg / Dorna lfd. Nr. 7

Abwägungsentscheidung zu Linda lfd. Nr. 9

Abwägungsentscheidung zu Seyda / Gentha lfd. Nr. 3

Abwägungsentscheidung zu Zörbig Süd / Glebitzsch lfd. Nr. 5

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 3

StN-ID: 1001750_006 ID Stellungnehmer: 1001832
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XII Linda
Inhalt

Nordöstlich des Jessener Ortsteils Linda befindet sich das Vorranggebiet XII. Der Windpark umfasst einschließlich des Brandenburger Teils derzeit 12 WKA. Das Vorranggebiet soll nach Westen hin erweitert werden. Im Osten von Linda betreibt die Asmussen Agro GmbH die immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Sauenanlage Linda. Diese trägt mit der Lüftungstechnik zur Geräuschvorbelastung der relativ dicht angrenzenden Wohnbebauung bei. In Summe mit den Immissionen des bestehenden Windparks dürften sich Einschränkungen für den Nachtbetrieb von WKA im erweiterten Vorranggebiet XII ergeben.

Zusammenfassend kann aus immissionsschutzfachlicher Sicht eingeschätzt werden, dass auf Grund der Abstände der Vorranggebiete zur Wohnbebauung von mindestens 1.000 m schädliche Umwelteinwirkungen durch Immissionen, insbesondere durch Lärm und Schattenwurf bei allen Vorranggebieten vermieden werden können, wenn temporäre Einschränkungen d.h. leistungsreduzierter Nachtbetrieb bis hin zu Abschaltungen von Windkraftanlagen (WKA) während der Nachtstunden von 22 bis 06 Uhr und/oder kurzzeitige Abschaltungen tagsüber zur Vermeidung von Beeinträchtigungen schutzbedürftiger Gebiete (Wohnen, Erholen) durch Schattenwurf seitens der Betreiber in Kauf genommen werden.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001750_001

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung zu Dornbock / Drosa / Kleinpaschleben lfd. Nr. 2

Abwägungsentscheidung zu Gölzau Ost lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Güterglück lfd. Nr. 34

Abwägungsentscheidung zu Hinsdorf lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Kemberg / Dorna lfd. Nr. 7

Abwägungsentscheidung zu Linda lfd. Nr. 9

Abwägungsentscheidung zu Seyda / Gentha lfd. Nr. 3

Abwägungsentscheidung zu Zörbig Süd / Glebitzsch lfd. Nr. 5

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 3

StN-ID: 1001750_007 ID Stellungnehmer: 1001832
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXI Seyda/Gentha
Inhalt

Der nördliche Teil des Vorranggebietes XXI rückt auf 1.000 Meter an die an der östlichen Peripherie von Seyda gelegene Wohnbebauung Am Busch bzw. an den Diest- Hof (Langzeiteinrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung) heran. Beide schutzbedürftigen Nutzungen sind durch die relativ dicht angrenzende immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Sauenanlage der Seydaer Landwirtschafts GmbH durch Schallimmissionen vorbelastet. Hinzu kommen Vorbelastungen durch die benachbarte Biogaserzeugungs- und -verwertungsanlage, betrieben von der Seydaland Agrar GmbH und die Rinderanlage (Rinderzucht GmbH & Co. KG). Die Schallemissionen dieser drei Anlagen bewirken eine Vorbelastung, die zu Einschränkungen des Nachtbetriebs von WKA im nördlichen Teil der Vorranggebietes führen dürfte.

Zusammenfassend kann aus immissionsschutzfachlicher Sicht eingeschätzt werden, dass auf Grund der Abstände der Vorranggebiete zur Wohnbebauung von mindestens 1.000 m schädliche Umwelteinwirkungen durch Immissionen, insbesondere durch Lärm und Schattenwurf bei allen Vorranggebieten vermieden werden können, wenn temporäre Einschränkungen d.h. leistungsreduzierter Nachtbetrieb bis hin zu Abschaltungen von Windkraftanlagen (WKA) während der Nachtstunden von 22 bis 06 Uhr und/oder kurzzeitige Abschaltungen tagsüber zur Vermeidung von Beeinträchtigungen schutzbedürftiger Gebiete (Wohnen, Erholen) durch Schattenwurf seitens der Betreiber in Kauf genommen werden.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001750_001

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung zu Dornbock / Drosa / Kleinpaschleben lfd. Nr. 2

Abwägungsentscheidung zu Gölzau Ost lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Güterglück lfd. Nr. 34

Abwägungsentscheidung zu Hinsdorf lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Kemberg / Dorna lfd. Nr. 7

Abwägungsentscheidung zu Linda lfd. Nr. 9

Abwägungsentscheidung zu Seyda / Gentha lfd. Nr. 3

Abwägungsentscheidung zu Zörbig Süd / Glebitzsch lfd. Nr. 5

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 3

StN-ID: 1001750_008 ID Stellungnehmer: 1001832
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXI Zörbig Süd/Glebitzsch
Inhalt

Südöstlich von Zörbig rückt das Vorranggebiet XXXI Zörbig/ Süd- Glebitzsch auf ca. 1.000 Meter an den südöstlichen Siedlungsrand der Kernstadt Zörbig heran. Auf Grund der bestehenden Vorbelastungssituation am südöstlichen Siedlungsrand Zörbig durch durch Anlagen der Fa. Verbio Zörbig GmbH könnten Einschränkungen d.h. leistungsreduzierte Betriebsmodi oder Nachtabschaltungen von WKA im nordwestlichen Teil des Vorranggebietes erforderlich werden.

Zusammenfassend kann aus immissionsschutzfachlicher Sicht eingeschätzt werden, dass auf Grund der Abstände der Vorranggebiete zur Wohnbebauung von mindestens 1.000 m schädliche Umwelteinwirkungen durch Immissionen, insbesondere durch Lärm und Schattenwurf bei allen Vorranggebieten vermieden werden können, wenn temporäre Einschränkungen d.h. leistungsreduzierter Nachtbetrieb bis hin zu Abschaltungen von Windkraftanlagen (WKA) während der Nachtstunden von 22 bis 06 Uhr und/oder kurzzeitige Abschaltungen tagsüber zur Vermeidung von Beeinträchtigungen schutzbedürftiger Gebiete (Wohnen, Erholen) durch Schattenwurf seitens der Betreiber in Kauf genommen werden.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001750_001

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung zu Dornbock / Drosa / Kleinpaschleben lfd. Nr. 2

Abwägungsentscheidung zu Gölzau Ost lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Güterglück lfd. Nr. 34

Abwägungsentscheidung zu Hinsdorf lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Kemberg / Dorna lfd. Nr. 7

Abwägungsentscheidung zu Linda lfd. Nr. 9

Abwägungsentscheidung zu Seyda / Gentha lfd. Nr. 3

Abwägungsentscheidung zu Zörbig Süd / Glebitzsch lfd. Nr. 5

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 3

StN-ID: 1001750_009 ID Stellungnehmer: 1001832
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Am traditionsreichen Zschornewitzer Industriestandort betreibt die Firma Imery Fused Minerals Zschornewitz GmbH eine immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftige Anlage zur Herstellung und Bearbeitung von Korund und sonstigen Schmelzsteinen. Von der Anlage gehen Schallemissionen nachts aus, die den für Gemengelagen maßgeblichen Immissionswert an der direkt an das Werksgelände angrenzenden Wohnbebauung bereits vollständig ausschöpfen. Im Bereich der allgemeinen Wohnbebauung am südlichen und südöstlichen Ortsrand (Straße des Friedens) liegt die Vorbelastung konservativ betrachtet bei 37 dB(A). Bei Abständen von ca. 1.000 m könnten gewisse Einschränkungen des Nachtbetriebs erforderlich werden.

Zusammenfassend kann aus immissionsschutzfachlicher Sicht eingeschätzt werden, dass auf Grund der Abstände der Vorranggebiete zur Wohnbebauung von mindestens 1.000 m schädliche Umwelteinwirkungen durch Immissionen, insbesondere durch Lärm und Schattenwurf bei allen Vorranggebieten vermieden werden können, wenn temporäre Einschränkungen d.h. leistungsreduzierter Nachtbetrieb bis hin zu Abschaltungen von Windkraftanlagen (WKA) während der Nachtstunden von 22 bis 06 Uhr und/oder kurzzeitige Abschaltungen tagsüber zur Vermeidung von Beeinträchtigungen schutzbedürftiger Gebiete (Wohnen, Erholen) durch Schattenwurf seitens der Betreiber in Kauf genommen werden.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001750_001

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung zu Dornbock / Drosa / Kleinpaschleben lfd. Nr. 2

Abwägungsentscheidung zu Gölzau Ost lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Güterglück lfd. Nr. 34

Abwägungsentscheidung zu Hinsdorf lfd. Nr. 4

Abwägungsentscheidung zu Kemberg / Dorna lfd. Nr. 7

Abwägungsentscheidung zu Linda lfd. Nr. 9

Abwägungsentscheidung zu Seyda / Gentha lfd. Nr. 3

Abwägungsentscheidung zu Zörbig Süd / Glebitzsch lfd. Nr. 5

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 3

StN-ID: 1001751 ID Stellungnehmer: 1001833
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Mit sehr großem Bedauern habe ich als Landeigentümerin erfahren, dass entgegen der Vorplanung (STP Wind 2027; Arbeitskarte 03.03.2023) im Entwurf des „Sachlichen Teilplans Windenergie 2027“ das Gebiet 01_Zerbst nicht mehr enthalten ist.
Die Region um Zerbst kann mit dem geplanten Bau der Windräder einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Ich als Landeigentümerin bin deshalb sehr daran interessiert, meine Flächen dafür zur Verfügung zu stellen, weil es bei dem Ausbau der erneuerbaren Energien auch um die Zukunft meiner Kinder geht und eine Unabhängigkeit bei der Energieerzeugung für ganz Deutschland unabdingbar ist.
Aus meiner Sicht sind die Standortbedingen um Zerbst optimal, da wir große Freiflächen haben, die auch durch schon vorhandene Hochspannungsleitungen bereits gut erschlossen sind. Außerdem ermöglicht Windenergie die fast 100%ige Weiternutzung der landwirtschaftlichen Flächen, was auch unsere Pächter befürworten. Bei der Güte des Bodens ist eine "Versiegelung" beispielsweise durch Photovoltaik-Freiflächen keine Option.
In meinem derzeitigen Wohnumfeld werden derzeit 19 Windenergieanlagen gebaut, an denen sich z.B. auch eine Gemeinde beteiligt. Damit profitieren Bürger direkt. Ein Grund, warum wir unsere Flächen zur Verfügung stellen wollen, ist vor allem, dass die Betreiber einen landwirtschaftlichen Betrieb in der Region haben und damit auch direkter Ansprechpartner ist. Wir sind dadurch sicher, dass diese strukturschwache Region und besonders natürlich die Gemeinde Zerbst von diesem Windpark finanziell profitiert. Eine Investition der erwirtschafteten Gelder in öffentliche Projekte der Region würde auch für die Bürger eine Verbesserung der Gemeine und des Gemeinde- bzw. Dorlebens bringen. Für Zerbst wäre es außerdem möglich langfristige Projekte unabhängig von der politischen Entwicklung sicher zu finanzieren.
Genauso sind wir Flächeneigentümer natürlich interessiert die Pachteinnahmen wieder zu investieren, so dass auch hier ein wirtschaflicher Mehrwert durch die erneuerbaren Energien für die Gesellschaft entsteht.
Ich unterstütze deshalb die Ausweisung des Gebietes 01_Zerbst (STP Wind 2027; Arbeitskarte
03.03.2023) weiterhin und bitte darum, unser Gebiet in den Teilplan Windenergie 2027 aufzunehmen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Über 1.000 Einwendungen von betroffenen Einwohnern der umliegenden Ortschaften mit Bedenken zu Gesundheitsgefahren, Wertverlust von Grundstücken, Landschaftsbild und Artenschutz gingen gegen die beabsichtigte Ausweisung des Vorranggebietes „Leps“ ein. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen nach dem planerischen Willen der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 1 "Leps" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001752 ID Stellungnehmer: 1001834
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Als Flächeneigentümerin war ich über den Inhalt des Schreibens von "Erneuerbare Energien
Nutha GmbH & Co.KG vom 12.9. überrascht, da entgegen der Vorplanung (STP Wind 2027;
Arbeitskarte 03.03.2023) das Gebiet 01_Zerbst im vorliegenden Entwurf nicht vorhanden ist.
Meiner Ansicht nach kann unser Gebiet 01_Zerbst einen wesentlichen Beitrag für die essentielle
Energiewende leisten. Als Flächeneigentümerin, gemeinsam mit Frau Anet Stübing, beteilige(n)
ich/wir mich/uns mit der Bereitstellung unserer Gemarkung.
Die Flächen liegen in einer offenen Agrarlandschaft, die groß genug ist, damit die Windräder
gesammelt stehen können.
Wichtig finde ich, daß der Landwirtschaftsbetrieb Jan und Tomke Droste den Windpark selbst
betreiben will und damit vorort als persönlicher Ansprechpartner zugegen wäre.
Mit dem Beteiligungsgesetz profitieren Dorf und Gemeinde finanziell. Der Landwirtschaftsbetrieb
als Pächter würde als ökonomisch und ökologisch wichtiger Bestandteil des Dorfes erhalten
bleiben.
Außerdem können ansässige Unternehmen aufgrund der Lage des potenziellen Windgebiets
mit günstigem Direktstrom versorgt werden. Das stärkt die Wirtschaft vorort.
Der Faktor Mehrfachnutzung spielt zusätzlich eine wichtige Rolle:
- Fast 99% der Fläche bleibt für die Landwirtschaft nutzbar.
- Windenergie liefert pro Hektar mehr Strom als Biogas oder Photovoltaik.
Ich wünsche mir eine faire Entscheidung für Flächen, die von EigentümerInnen und BürgerInnen
unterstützt werden, mit der entsprechenden Transparenz.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001335

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Über 1.000 Einwendungen von betroffenen Einwohnern der umliegenden Ortschaften mit Bedenken zu Gesundheitsgefahren, Wertverlust von Grundstücken, Landschaftsbild und Artenschutz gingen gegen die beabsichtigte Ausweisung des Vorranggebietes „Leps“ ein. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen nach dem planerischen Willen der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 1 "Leps" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001753 ID Stellungnehmer: 1001835
Windenergie 2027
Inhalt

.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

.

StN-ID: 1001753_001 ID Stellungnehmer: 1001835
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > I Annaburg
Inhalt

Länder wie beispielsweise Mecklenburg-Vorpommern haben die ursprünglich geplanten Potenzialflächen kräftig gekürzt. Weshalb in Sachsen-Anhalt immer noch die überkommenen Grundsätze zur Anwendung kommen, ist nicht nachvollziehbar. 

In diesem Zusammenhang verweise ich auf eine bemerkenswerte Veröffentlichung des Instituts McKinsey: Die produzierte Strommenge der bereits vorhandenen Windkraftanlagen übersteigt bereits jetzt den von den Netzen aufnehmbaren Strom, insbesondere auch unter Berücksichtigung der deutlich zunehmenden Strommenge aus Photovoltaikanlagen. Dies ist deutlich an den hohen Stillstandzeiten der Windkraftanlagen erkennbar. Es geht bei dem Neubau von weiteren Windkraftanlagen insbesondere um das Abgreifen von Subventionen. Auch laut Aussage der McKinsey-Forschung ist der derzeit forcierte Ausbau der Windenergie
in dieser Form nicht notwendig. Getragen wird der massive Ausbau von dem Durchsetzungsvermögen der Lobbyisten und der bisherigen Bundesregierung. https://www.mckinsey.de/news/presse/2025-01-20-zukunftspfad-stromnachfrage

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001753_002 ID Stellungnehmer: 1001835
Umweltbericht
Inhalt

1. Der Ausweisung als Windeignungsgebiet Annaburg stehen insbesondere Belange des Naturschutzes im Sinn des § 35 Abs. 3 S. 1 Nr. 5 BauGB i.V.m. § 44 Abs. 1 BNatSchG entgegen.
2. Gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1 BImSchG darf eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung nur dann erteilt werden und eine Positivplanung nur dann erfolgen, wenn sichergestellt ist, dass die sich aus § 5 BImSchG ergebenden Pflichten erfüllt werden und gem. Nr. 2 der Vorschrift andere öffentlich-rechtliche Vorschriften der Errichtung und dem Betrieb der Anlage nicht entgegenstehen. Gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BImSchG dürfen von immissionsträchtigen Anlagen keine schädlichen Umwelteinwirkungen, sonstige Gefahren, erhebliche Nachteile und erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft hervorgerufen werden.

Die in § 6 Abs. 1 Nr. 2 BImSchG angesprochenen „anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften” verweisen insbesondere auf die entgegenstehenden öffentlichen Belange, definiert in § 35 Abs. 3 BauGB, wobei die in § 35 Abs. 3 BauGB vorhandene Auflistung der entgegenstehenden öffentlichen Belange nur exemplarisch aber nicht abschließend ist. Nach § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB liegt eine Beeinträchtigung öffentlicher Belange vor, wenn das Vorhaben die Belange des Naturschutzes beeinträchtigt. Die Belange des Naturschutzes sind unabhängig vom Naturschutzrecht zu prüfen und unterliegen der vollen gerichtlichen Kontrolle.

3. Der Steckbrief Annaburg enthält zum Thema Avifauna folgende Hinweise:
Brutstandorte schlaggefährdeter Vogelarten inklusive Nahbereich zum zentralen Prüfbereich gemäß Anl. 1 zu § 45b Abs. 1-5 BNatSchG:
Das VRG liegt im zentralen Prüfbereich eine Schwarzmilanhorste sowie eines Rotmilanhorstes. Aufgrund der Ergebnisse der HPA ist bei entsprechenderArtenschutzmaßnahme von keinem signifikanten erhöhten Tötungsrisikos auszugehen.
Arten nach Anhang I und Zugvogel Arten nach Art. 4 Abs. 2 VS-RL:
In der Umgebung des VRG besteht der Nachweis von Arten nach Anhang I bzw. Zugvogel Arten nach Art. 4 Abs. 2 VS-RL-im Umkreis von 1000 m: Rotmilan, Schwarzmilan, Kranich

4. In einem parallelen Planverfahren (Flächennutzungsplanverfahren zur Ausweisung von zusätzlichen Windkraftanlagen) der Stadt Annaburg wurde im August 2025 eine Stellungnahme erarbeitet und abgegeben. Der dortige Vortrag wird auch zum Vortrag in diesem Regionalplanverfahren gemacht.
Im Folgenden wird deshalb auch auf diese Stellungnahme Bezug genommen. Beim Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (LAU) liegen aus dem Stadtgebiet Annaburg Daten zu folgenden Brutvogelarten vor, welche als windkraftsensibel gelten (siehe Karte 3): Weißstorch (Ciconia ciconia) Brutplätze in Lebien, Plossig, Groß Naundorf, Gehmen, Axien, Prettin, Hohndorf
Seeadler (Haliaeetus albicilla) 2 Brutplätze
Rotmilan (Milvus milvus) 2021 24 Brutplätze
Schwarzmilan (Milvus migrans) 2021 11 Brutplätze
Kranich (Grus grus) 2022 mind. 28 Brutplätze.
Der südwestliche und westliche Teil des Stadtgebietes Annaburg liegen nach den Daten des LAU aktuell in einem Dichtezentrum des Rotmilans, wobei alle drei Teilgebiete Anteilflächen innerhalb des Dichtezentrums besitzen.
Laut Gewährsleuten ist auch der Wiedehopf mit mehreren Brutpaaren im Gebiet präsent.

5. Da der Regionalplaner offensichtlich beabsichtigt, eine konkrete Prüfung in das  immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren verschieben zu wollen, verweise ich auf die Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat in einem Urteil aus dem Jahr 2011 bereits entschieden, dass schon im Regionalplanverfahren entgegenstehende Belange bei der Ausweisung von Vorranggebieten zur Nutzung der Windenergie berücksichtigt werden müssen, wenn sie im Rahmen der Planung bekannt werden. Dementsprechend verweise ich auf das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes vom 17.11.11, AZ: 2 BV 10.2295, das für die Regionalplanung gilt mit folgendem Inhalt: ”Sprechen bei der Änderung eines Regionalplans mehrere weiche Ausschlusskriterien gegen die Festlegung einer Fläche als Vorranggebiet für Windkraftanlagen und damit auch für den Ausschluss des Gebiets, so ist dieses in Aufstellung befindliche Ziel der Raumordnung soweit konkretisiert, dass es als unbenannter öffentlicher Belang nach § 35 Abs. 3 Satz 1 BauGB einer dort geplanten Windkraftanlage entgegenstehen kann.”

Dies bedeutet im Klartext, dass schon im Regionalplanverfahren entgegenstehende öffentliche Belange zu berücksichtigen sind, wenn entsprechende Hinweise vorhanden sind oder vorgetragen werden. Erst recht gilt dies für das konkretere Bauleitplanverfahren der Kommunen.

6. Um letztlich eine Gefährdung zu beseitigen, wird behauptet, ein angrenzendes Waldstück besitze „abschirmende Wirkung“ und die Vögel würden ja ohnehin lieber die Schutzgebiete aufsuchen.
Letztlich ist das Gutachten sowohl wegen methodischer als auch wegen tatsächlicher Mängel abzulehnen.
Es ist zwar richtig, dass auch naturschutzrechtliche Erkundungen „nicht ins Blaue hinein“ durchzuführen sind. Dies gilt aber dann nicht, wenn der planenden Gemeinde die konkreten entgegenstehenden Belange bekannt gemacht werden.

7. Flächen, denen eindeutig naturschutzrechtliche Belange entgegenstehen, dürfen in die Planung nicht aufgenommen werden. Geschieht dies trotzdem, liegt ein klarer Planungsfehler vor, der zur Nichtigkeit der Planung führt. BVerwG, Urt. V. 17.12.2002, 4 C 15/01, BVerwGE 117, 287-304 und BVerwG, Urt. V. 20.5.2010, 4 C 7/09, juris

Darüber hinaus kann die Ausweisung derartiger Flächen sogar zur Verhinderungsplanung führen. Dies kann dann vorliegen, wenn Flächen offenkundig der Windkraft aufgrund entgegenstehender öffentlicher Belange nicht zur Verfügung stehen, die Flächen aber in die Gesamtbilanz und in die Abwägung einbezogen werden (Abwägungsfehler).

8. Federmäuse
Festzustellen ist, dass Fledermäuse bislang nicht berücksichtigt wurden. Der Steckbrief enthält diesbezüglich lediglich den folgenden Hinweis:
Reproduktionsstandorte und Winterquartiere windkraftsensibler Fledermausarten
Im und um das VRG befinden sich keine erfassten Reproduktionsstandorte und Winterquartiere windkraftsensibler Fledermausarten.
Aus keinem der Berichte im Regionalplanverfahren ist ersichtlich, ob hier Begehungen und Prüfungen stattgefunden haben. Dies ist ganz offensichtlich nicht der Fall. Dies gilt sowohl für die Avifauna als auch für die Fledermäuse.

9. Ich nehme hier wieder Bezug auf das Flächennutzungsplanverfahren der Stadt Annaburg und den dortigen Vortrag des Unterfertigten.
Der Umweltbericht in diesem Flächennutzungsplanverfahren enthält folgende Bemerkungen:
Umweltbericht zum Entwurf des STFNP Wind vom 04.06.2025:
-Betriebsbedingte Auswirkungen auf die Biotoptypen sind nicht zu erwarten. Seltene und gefährdete Pflanzenarten sowie geschützte Biotope werden betriebsbedingt nicht beeinträchtigt. Betriebsbedingte Auswirkungen sind regelmäßig auf Fledermäuse zu erwarten. Als kollisionsgefährdete Fledermausarten gelten laut Leitfaden Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt: Großer Abendsegler, Kleiner Abendsegler, Breitflügelfledermaus, Zweifarbfledermaus, Mückenfledermaus, Zwergfledermaus sowie beilokalem Vorkommen Nordfledermaus und Teichfledermaus. Durch Vermeidungsmaßnahmen
sind regelmäßig erhebliche und nachhaltige Auswirkungen auf die Fledermausfauna zu verhindern.
-Bei Durchführung aller Bauarbeiten außerhalb der Brutzeiten und unter Berücksichtigung der Vermeidungsmaßnahmen sind bei erforderlichen Fällungen für die vorkommenden Brutvogelarten keine erheblichen baubedingten Wirkungen zu erwarten.

10. Hierzu ist zunächst anzumerken, dass grundsätzlich alle Fledermäuse von Windkraftanlagen gefährdet werden. Es dürfte wohl hinreichend bekannt sein, dass die hauptsächliche Mortalität bei Fledermäusen nicht nur durch Erschlagen der Tiere vor sich geht, sondern durch das sogenannte Barotrauma.
Hierbei werden durch den enormen Druck der Windkraftanlagen die feinen Äderchen der Tiere zum Platzen gebracht und die Tiere verbluten innerlich. Hinzukommt, dass diese Tiere auch nicht gefunden werden, weil diese noch eine Strecke zurücklegen, bevor sie qualvoll verenden. Empfohlen sei der am 3.9.2023 ausgestrahlten Beitrag ZDF-Doku-planet.e mit dem Titel „Streitfall Windenergie“, aufzurufen in der ZDF-Mediathek: https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-streitfall-windenergie-100.html

Zum ersten Mal berichten seriöse öffentliche Medien über die tatsächlichen Schlagopferzahlen bei Greifvögeln und Tötungen von Fledermäusen.
Ausdrücklich genannt werden 200.000 Fledermausopfer im Jahr durch die bereits bestehenden Windkraftanlagen in Deutschland (derzeit ca. 13.000) sowie 8000 Schlagopfer des Mäusebussards im Jahr.
Angesichts des Vorhabens der Bundesregierung, die Windkraft zu vervierfachen oder darüber hinaus, kann die künftige Opferzahl leicht ermittelt werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu 1. Diese Pauschalaussage wird nicht begründet und ist nicht nachvollziehbar.

zu 2. Belange des BImSchG-Verfahrens sind kein abwägungsrelevanter Planinhalt.

zu 3. Wiedergabe der Inhalte des Umweltberichts.

zu 4. Das Verfahren zur Aufstellung des Flächennutzungsplans Annaburg ist kein abwägungsrelevanter Planinhalt. Für die Umweltprüfung wurden die aktuellsten vom Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt bereitgestellten Daten genutzt.

Abwägungsentscheidung

zu 5. Belange des Artenschutzes sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens, da erst auf dieser Ebene die Anzahl, Standorte, Bauhöhen der Windenergieanlagen und deren Nebenanlagen bekannt sind.

zu 6. Von der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg wurde kein Gutachten beauftragt. Die Aussage kann nicht zugeordnet werden.

zu 7. Es wird nicht benannt, welche konkreten entgegenstehenden Belange gemeint sind.
Eindeutige entgegenstehende naturschutzrechtliche Belange liegen nicht vor. Von einem Planungsfehler,
der zur Nichtigkeit der Planung führt, kann nicht ausgegangen werden.

zu 8. Fledermäuse wurden sowohl bei der Auswahl der geeigneten Vorranggebiete als auch in der Umweltprüfung berücksichtigt. Auf Regionalplanebene ist keine Artenschutzprüfung erforderlich. Dies bleibt dem Vorhabenzulassungsverfahren vorbehalten.

zu 9. Das Verfahren zur Aufstellung des Flächennutzungsplans Annaburg ist kein abwägungsrelevanter Planinhalt.

zu 10. Die Darlegungen betreffen keinen abwägungsrelevanten Planinhalt.

StN-ID: 1001753_003 ID Stellungnehmer: 1001835
Umweltbericht Anhang
Inhalt

II. Wasserschutz
Der Regionalplaner gibt im Steckbrief zur Potenzialfläche Annaburg lediglich an, dass Trinkwasserschutzgebiete nicht betroffen sein. Auch die Bedeutung für die Grundwasserneubildung sei nur gering. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass die Grundwassergeschütztheit nur sehr gering sei und damit die Bedeutung mit „hoch“ festzusetzen ist. Die durch das Vorranggebiet in Anspruch genommenen Flächen besitzen eine sehr geringe Grundwassergeschütztheit.
Dieser wichtige entgegenstehender Belang nach § 35 Abs. 3 S. 1 Nr. 5 BauGB war auch Gegenstand der Erörterung im Flächennutzungsplanverfahren der Stadt Annaburg:
Schutzgut Wasser
Stellungnahme Landkreis Wittenberg, untere Wasserbehörde vom 07.02.2025 zum Vorentwurf des STFNP Wind:
-Teilfläche I und II befinden sich in Trinkwasserzonen (TF I Schutzzone III ,,Wasserschutzgebiet Jessen", östliche Teil der TF III Wasserschutzgebiet Groß Naundorf).
-Teilflächen befinden sich im Hochwasserrisikogebiet gern. § 78b Wasserhaushaltsgesetz. Es werden weiterhin allgemeine Hinweise zu den oben genannten Punkten gegeben.

Stellungnahme Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt vom 31.01.2025 Vorentwurf des STFNP Wind
-Nördliche TF liegt fast vollständig im Bereich der Schutzzone III des Wasserschutzgebietes Jessen. Östliche Bereich der südlichen TF liegt in der Schutzzone III Groß Naundorf. In diesen Bereichen ist dem Grundwasserschutz besonderer Bedeutung beizumessen.
-Aufgrund flurnaher Grundwasserstände und fehlender bindiger Deckschichten ist im gesamten Plangebiet von einer geringen bis sehr geringen Geschütztheit des Grundwassers auszugehen.

Der Gutachter nimmt offensichtlich den Wasserschutz nicht ernst. Voran geschickt sei, dass der Wasserschutz zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Grundwasserreserven und deren Gefährdung rücken mehr und mehr in den Fokus. Diesbezüglich sei darauf hingewiesen, dass Windkraftanlagen im Fall einer Havarie massive Umweltschäden auslösen.
Selbst die Schutzeinrichtungen wie beispielsweise Ölwannen und dergleichen sind nicht in der Lage, die ungeheure Menge an Ölen aufzufangen, sodass das Grundwasser und Trinkwasser nachhaltig verseucht wird.
Auch im Fall eines Brandes gelangen giftige Schadstoffe insbesondere durch das Löschwasser in das Grundwasser und Trinkwasser.
Vertiefende hydrogeologische Untersuchungen sind im Rahmen des Genehmigungsverfahrens zwingend notwendig.
Seitens Windkraftbetreiber wird zwar immer wieder beteuert, auch im Fall einer Havarie könne Öl nicht ins Grundwasser gelangen. Eine wirksame praktikable Löschwasserrückhaltung konnte bisher nicht vorgelegt werden. Diverse Brandberichte zeigen aber, dass im Falle der Havarie der Anlagen riesige Mengen Öl ungehindert in den Bodenbereich und damit auch in das Grundwasser kommen können. Deshalb ist festzustellen:
Einer Genehmigung der Windkraftanlage stehen Belange des Wasserschutzes entgegen; § 29 Abs. 2 BauGB und § 35 Abs. 3 S. 1 Nr. 6 BauGB.

Eine Gefährdung des Grundwassers durch Windkraftanlagen besteht sowohl in der Bauphase als auch in der Betriebsphase. Während der Bauphase kann es zu massiven Beeinträchtigungen des Grundwassers durch Öle und Treibstoffe kommen. Die Gefahr der Verunreinigung ist in der Bauphase besonders hoch.

Auch in der Betriebsphase besteht die Gefahr der Grundwasserverunreinigung im Fall der Havarie der Anlage oder auch bei Wartungsarbeiten und „Ölwechsel“. Hinzu kommt die Gefahr bei Brand der Anlage. Herunterfallende Teile der Flügel müssen durch die Feuerwehr abgelöscht werden. Hierbei entstehen massive Schadstoffe, die dann ungehindert ins Grundwasser gelangen können. Hier wird die fehlende Löschwasserrückhaltung in moorigen Gebieten sichtbar.
Selbst bei Annahme, Windkraft sei zum Wohl der Allgemeinheit erforderlich, vermag dies den Schutz des Trinkwassers nicht zu überwinden. Von der Schädigung der Trinkwasserversorgung ist auch im vorliegenden Fall auszugehen. Die Anlagen liegen zwar nicht direkt im Trinkwasserschutzgebiet. Eine Schädigung des Grundwassers muss aber ausgeschlossen werden. Maßgeblich ist insbesondere, dass in vorliegendem Fall Alternativstandorte zur Verfügung stehen. Trifft dies wie in vorliegendem Fall zu, kann keine Ausnahmegenehmigung und damit keine immissionsschutzrechtliche Genehmigung für Windkraftanlagen erfolgen und damit auch keine Ausweisung dieses Gebietes. Auf die minimale Deckschicht und damit auf die fehlende Filterung wird hingewiesen. Der Boden ist massiv durchlässig, so dass Schadstoffe ungehindert ins Grundwasser gelangen können.

Exakt dies hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof am 3.7.2024 entschieden, wobei der Unterfertigte die Klagepartei, einen anerkannten Naturschutz- und Umweltverband, in diesem Verfahren vertreten hat; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Urteil vom 3.7.2024, 22 A 23.40049.Dem folgen auch die Kommentare:

Eine Befreiung kommt dann nicht in Betracht, wenn eine Verunreinigung des Wassers oder eine sonstige nachteilige Veränderung seiner Eigenschaften nach den gegebenen Umständen und im Rahmen einer sachlich vertretbaren, auf konkreten Feststellungen beruhenden Prognoseentscheidung nicht von der Hand zu weisen ist. Die Möglichkeit der abstrakten Gefährdung des Schutzzwecks schließt die Erteilung einer Befreiung aus.
Trotz Gefährdung des Schutzzwecks kann eine Befreiung erteilt werden, wenn überwiegende Allgemeinwohl Interessen dies erfordern. Alleinige Individualinteressen scheiden insoweit aus und die Allgemeinwohlinteressen müssen im Rahmen einer Abwägung, die auch eine Prüfung zumutbarer Alternativen einschließt, den Schutzzielen der Wasserschutzgebietsverordnung vorgehen; vgl. Landmann/Rohmer Umweltrecht, zu § 52 WHG Rz. 39.
Der Belang des Wasserschutzes steht dementsprechend, anders als vom Gutachter dargestellt, einer Genehmigung entgegen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Abfälle, Gefahrstoffe usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen, welches die Belange des Wasserschutzes berücksichtigt (siehe Ziel 4.4.2.4-25 STP Windenergie 2027 und Kapitel 2.1.4.11 der Planungskonzeption).

Planinhalte des Teilflächennutzungsplans Annaburg sind kein abwägungsrelevanter Planinhalt des vorliegenden Verfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001753_004 ID Stellungnehmer: 1001835
Planungskonzeption
Inhalt

III. Hochwasserschutz
Neben dem Wasserschutz ist der Hochwasserschutz zu beachten.
Der Steckbrief zur Potenzialfläche Annaburg enthält zum Thema Überschwemmungsgebiete und Retentionsflächen folgenden Hinweis: Das Vorranggebiet befindet sich vollständig im Bereich des HQ 200.
Der Hochwasserschutz war auch Thema im Flächennutzungsplanverfahren der Stadt Annaburg:
Ansonsten liegt der überwiegende Bereich der TF II innerhalb des Vorbehaltsgebietes für
Hochwasserschutz Nr. 1 „Elbe“ (G 9 REP A-B-W 2018).

Flächen, die bei einem potenziell signifikanten Hochwasserrisiko mit niedriger Wahrscheinlichkeit (HQ200) oder bei Extremereignissen laut Hochwassergefahrenkarten überschwemmt werden könnten, werden als Vorbehaltsgebiete für Hochwasserschutz festgelegt. Diese Gebiete beinhalten sowohl besiedelte als auch unbesiedelte Bereiche. Das Ziel ist es, das Schadenspotenzial langfristig zu reduzieren, indem in bislang unbesiedelten Bereichen möglichst keine neuen Baugebiete entstehen bzw. hochwasserunempfindliche Bauformen entwickelt werden. Bei einer Nutzungsaufgabe soll an dieser Stelle wieder Freiraum entstehen. Wegen der Auswirkungen des Klimawandels und der damit verbundenen Zunahme von Starkregenereignissen werden die Intervalle für Hochwasserereignisse kürzer. Wenn unbesiedelte Flächen dann inzwischen baulich genutzt würden, kann der erhöhte Flächenbedarf für wasserwirtschaftliche Sicherungsmaßnahmen entlang von Flüssen nicht mehr gedeckt werden.
Deshalb sollen vor der Festlegung von erstmalig ausgewiesenen Flächen, die für raumbedeutsame Planungen und Maßnahmen festgelegt sind, anderweitige, möglichst außerhalb von Vorbehaltsgebieten für Hochwasserschutz liegende, Planungsmöglichkeiten geprüft werden (G 10 REP A-B-W 2018).
In der Bauleitplanung sind die Belange des Hochwasserschutzes zu berücksichtigen. Die Kommunen sind dafür verantwortlich, Flächen festzulegen, die für einen Neubau von Wohn- und Geschäftshäusern sowie Gewerbe- und Industriegebäuden u. ä. vorgesehen sind. Um Hochwasserschäden, die durch ein Versagen von Hochwasserschutzeinrichtungen entstehen können, zu vermeiden, sollen bebaubare Flächen nur im Ausnahmefall festgelegt werden. Eine Ausnahme liegt vor, wenn es im Gemeindegebiet außerhalb von Vorbehaltsgebieten für Hochwasserschutz keine anderen geeigneten  Entwicklungsmöglichkeiten gibt, die den Erfordernissen der Raumordnung und städtebaulichen Zielvorstellungen entsprechen.
Für Windkraftanalgen ist im Rahmen des Hochwasserschutzes kein Raum.
Der Regionalplaner ist offensichtlich der Ansicht, er sei „gezwungen“, trotz Hochwasserschutz diese Fläche der Windkraft zur Verfügung zu stellen. Dem ist aber nicht so.
Angesichts der Vorkommnisse und Überschwemmungen der letzten Jahre muss dem Hochwasserschutz Priorität eingeräumt werden. Die Behörden sollten den Hochwasserschutz ernst nehmen. Auf die mangelnde Verantwortung der Hochwasserereignisse der Behörden im Ahrtal oder Hochwasser der Elbe und Oder wird verwiesen. Dort wurde der Hochwasserschutz sträflich vernachlässigt mit fatalen Folgen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Überschwemmungsgebiete mit einem HQ100 sind von der Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie ausgenommen worden. (HQ100 steht für das 100-jährliche Hochwasser, ein statistischer Wert für den Abfluss oder Wasserstand eines Gewässers, der im Mittel einmal in 100 Jahren erreicht oder überschritten wird.)

Die Lage im Vorbehaltsgebiet für Hochwasserschutz stellt keinen rechtlichen Grund dar, die Errichtung der Windenergieanlagen zu versagen. Im Vorhabenzulassungsverfahren ist gem. § 78b WHG auf eine dem jeweiligen Hochwasserrisiko angepassten Bauweise nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu achten, soweit eine solche Bauweise nach Art und Funktion der Anlage technisch möglich ist.

Eine Wirkung wie Baugebiete in Bezug auf Versiegelungsgrad und Hochwasserempfindlichkeit gehen von Windenergieanlagen und ihren erforderlichen Nebenanlagen nicht aus.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001753_005 ID Stellungnehmer: 1001835
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > I Annaburg
Inhalt

Bodenschutz
Der Steckbrief der Potenzialfläche Annaburg bewertet den Bodenschutz als durchgehend Hoch bis Mittel. Das Vorranggebiet enthält in Teilen Böden mit sehr hohem Konfliktpotenzial sowie einem sehr hohen Grad an Naturnähe und schutzwürdigen Böden mit Seltenheit/Archivfunktion.
Auch hier wird wieder auf das Flächennutzungsplanverfahren der Stadt Annaburg verwiesen und die dortigen Ausführungen:
Stellungnahme Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt vom 31.01.2025 Vorentwurf des STFNP Wind:
Die Teilfläche I und das nordöstliche Drittel der Teilfläche 2 liegen innerhalb der Bergbauberechtigung (Erlaubnis) ,Elbe-Elster". Der Inhaber besitzt neue Aufsuchungsrechte (gültig ab 10.10.2023).

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Planinhalte des Teilflächennutzungsplans Annaburg sind kein abwägungsrelevanter Planinhalt des vorliegenden Verfahrens.

Belange des Bergbaus sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens, wenn die Standorte der Windenergieanlagen bekannt sind.

StN-ID: 1001753_006 ID Stellungnehmer: 1001835
Windenergie 2027
Inhalt

Brandschutz
Im Fall einer Havarie durch Brand der Anlage ist von Gefahren und Schädigungen der Anwohner auch in größerer Entfernung zur Windkraftanlage auszugehen. Dies zeigt der Fall des Waldbrandes bei Treuenbrietzen in Brandenburg im Jahr 2022. Laut Nachrichtenmeldungen der Radiostationen (z.B. Bayerische Rundfunk vom 20.6.2022) war der Brandgeruch noch in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden deutlich wahrzunehmen. Hierbei handelt es sich um eine Entfernung von ca. 200 km. Schädliche und giftige Rauchentwicklung ist deshalb in einer kurz bemessenen Entfernung von 5-6 km durchaus als nachbarbeeinträchtigend zu bezeichnen und festzustellen, sodass die Drittschutzwirkung in vorliegendem Fall für diesen Sachverhalt zu bejahen ist.
Nach § 9 BauPrüfVO muss das Brandschutzkonzept auf den Einzelfall und auf die Nutzung der baulichen Anlage abgestimmt und hinreichend bestimmt sein. Die angewandten Nachweisverfahren und die zu Grunde gelegten Parameter, insbesondere Brandszenarien, sind detailliert darzulegen. Dazu gehören neben erhöhten Brandgefahren durch WEA im Wald, Brandlasten und insbesondere Gefahrstoffe in den verbauten Anlagen, ferner Risikoanalysen für die Einsatzkräfte der Feuerwehren. Insbesondere dreht es sich dabei um Gefahren aus dem Einsatz von Kohlefaserwerkstoffen an Windkraftanlagen. Beim Brand und bei mechanischer Überbeanspruchung dieser Kohlefasern (Carbonfasern) können kleinste unsichtbare lungengängige Fasern freigesetzt werden. Seitens der WHO sind Fasern in einer bestimmten Größe als "splitterförmige Fasern nach WHO" als krebsfördernd eingestuft. Jede eingeatmete WHO- Faser kann die Lunge nicht wieder verlassen und über Jahre einen Lungenkrebs bilden. Im Volksmund werden diese Fasern "Fiese Fasern" genannt. Bei den Schadensereignissen können auch weitere Fasern in anderen Abmessungen freigesetzt werden, die anderweitig für Augen, Haut und Atemwege gefährlich werden können. Eingesetzte Kräfte müssen sich wirksam gegen derartige Gefährdungen schützen.
Nach Beobachtungen in den Medien wird diese Problematik völlig ignoriert. Völliges Kontrastprogramm zur Bundeswehr, hier kann man beim Einsturz der WKA Nordex N 149 am 29.9.2021 in Haltern am See/NRW oder beim wiederholten Brand einer WKA Gamesa G 90 am 3.1.2022 in Sarow (MeckPom) feststellen.
Eine völlig unterschätzte Gefahr der „Fiesen Fasern“ besteht außerdem in der Eigenschaft, dass die unsichtbaren Fasern nach dem Schadensereignis überall in der Gegend herumliegen und der Wind für eine Weiterverbreitung sorgt. Die Fasern werden erst ungefährlich, wenn sie mechanisch entfernt oder abgedeckt werden.
Welche Ausmaße derartige Unfälle annehmen können, beweisen die Eurofighterabstürze der Bundeswehr vom 24.6.2019 am Fleesensee in MeckPom oder der Hubschrauberabsturz vom 1. Juli 2019 bei Aertzen in Niedersachsen. In einem Eurofighter sind 8000 kg CFK verbaut. Rotorblätter für Windkraftanlagen sind hinsichtlich der verbauten Werkstoffe in etwa vergleichbar mit Rotorblättern von Bundeswehrhubschraubern. In der zivil-militärischen Zusammenarbeit - Streitkräftebasis – ist die Gefahr durch „fiese Fasern“ Gegenstand spezieller Einsatzübungen; vgl.
Diese bodennahen Schadensereignisse können nur ansatzweise Vorstellungen belegen, welches Szenario sich ergibt, wenn über einem Wald in bis zu 250 m Höhe beispielsweise eine WKA Nordex N163 brennt. In deren Rotorblättern sind 71000kg Glasfaser/Kohlefaser- Mischlaminat in Epoxidharzbindung (GFK/CFK) verbaut. Völlig außer Kontrolle würde sich so ein Brand über Stunden entwickeln und den krebserregenden Staub in einem großen Gebiet über viele Kilometer hinweg verteilen. Diese Gefahr bestätigt auch der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes in einem Interview im Behördensicherheitsportal Crisis Prevention am 1. Februar 2019. In diesem Interview weist er auch auf die Notwendigkeit hin, dass vom DFV eine Einsatzempfehlung für die Feuerwehrleute zum richtigen Umgang mit Carbonbränden erarbeitet wird. Dazu ist anzumerken, dass diese Einsatzempfehlung bis heute fehlt und außerhalb des Brandes auch die Gefahren bei mechanischer Überbeanspruchung von Carbonfasern beachtet werden müssen. Besonders brisant sind auch die Aussagen von Politik und Behörden, eine DFV- Fachempfehlung zu "Einsatzstrategien an Windkraftanlagen" von 2008
und Update von 2012 regele das Handeln der FW an WKA. Beide Handlungsempfehlungen entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand und sind schon seit Jahren zurückgezogen. Bereits 2008 war dieses Exemplar schon völlig veraltet, weil es keinerlei Bezug auf den Einsatz von Kohlefaserwerkstoffen in WKA hatte. Seit 15.10.1993 wurden Rotorblätter für
WKA in Deutschland aus GFK/CFK Mischlaminat hergestellt.
Nach den Luftfahrzeugabstürzen im Sommer 2019 eskalierte zum Jahresende 2019 die GFK/CFK- Problematik in Deutschland völlig. Auf der 93. Umweltministerkonferenz am 15. November 2019 wurde die öffentliche Bekanntgabe des Abschlussberichtes "Entsorgung faserhaltiger Abfälle" der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall beschlossen. Dieser Bericht legt auf S. 15 offen, dass regelmäßig Rotorblätter ab etwa 50 m aus GFK/CFK Verbundmaterialien hergestellt werden.
Zitat: "Für diese Mischlaminate aus Glasfaser- und Carbonfaser gibt die Entsorgungswirtschaft aktuell keine Entsorgungswege an".
Seit Jahrzehnten sammeln sich bei Rotorblattschäden oder Anlagenrückbau GFK/CFK Verbundmaterialien an, für die es keine klaren Entsorgungswege gibt. Dennoch wird in jeder Genehmigung eine finanzielle Sicherheitsrücklage für ein unbekanntes Verfahren beim Anlagenrückbau berechnet. Völlig unrealistische Rückbaukosten begünstigen die Anlagen-
Errichter bei Bieterverfahren vor der Bundesnetzagentur und führen zu einer Marktverzerrung.
In der 93. Umweltministerkonferenz (15.11.2019) wurde weiterhin beschlossen, dass die Konferenz der Arbeits- und Sozialminister eine Überprüfung der Gefährlichkeit von Carbon- und Glasfasern sowie der von freigesetzten Carbon- und Glasfasern ausgehenden Gesundheitsrisiken zeitnah zu veranlassen hat.

Auf Grund dieser geschilderten Probleme sind die WKA-Hersteller seit Jahren erfolgreich bemüht, die Gefährlichkeit und die Entsorgungsprobleme von Carbonfasern in WKA zu verschweigen.
Alle Versuche scheitern, mögliche Gefahren durch Kohlefasern zu verharmlosen. Bei Errichtung, Normalbetrieb, Störfall und Rückbau können vielfältige schädliche Umwelteinwirkungen aus den Kohlefaserwerkstoffen entstehen. Bereits bei der Antragstellung hat der Investor Nachweise vorzulegen, welche Stoffe verbaut werden sollen, die möglicherweise bei Errichtung, Normalbetrieb, Störfall oder Rückbau schädliche Umwelteinwirkungen verursachen können. Die 9. BImSchV regelt das Genehmigungsverfahren. Insbesondere der § 4 regelt den Umgang mit den Unterlagen. Im konkreten Fall ist ein wissenschaftlicher Nachweis erforderlich, welches Gebiet von einem möglichen Brand der Carbonfasern in den Rotorblätter in bis zu 250 m Höhe betroffen ist. Für den Störfall sind die Nachweisführungen nach dem Gauß-Wolken-Modell oder dem Schwerwolken-Modell etablierte Verfahren.
Wesentliche Probleme im Zusammenhang mit dem Kohlefasereinsatz im Genehmigungsverfahren wurden völlig falsch bewertet. Einerseits beruht das aus der Unkenntnis der Art möglicher schädlicher Stoffe und andererseits aus der Unkenntnis der reellen Menge dieser schädlichen Stoffe.
Aber selbst die herkömmliche Brandbekämpfung wird im Planverfahren nicht behandelt. Nicht erörtert wird die Problematik, dass nach dem ersten Löschwasserzugriff (Wasser reicht nur wenige Minuten) weitere Löschwassermengen zur Verfügung stehen müssen. Woher diese kommen sollen und womit und vor allem in welcher Zeit sie zum Brandort transportiert werden können, wird nicht dargelegt. Mangels einer unerschöpflichen Löschwasserquelle im  Windparkbereich muss die Löschwasserversorgung aus den umliegenden Bereichen, insbesondere den Anrainergemeinden erfolgen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Brandschutz, Gefahrstoffe usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001753_007 ID Stellungnehmer: 1001835
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > I Annaburg
Inhalt

Militärische Belange
Der Regionale Entwicklungsplan Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg sieht Einschränkungen betreffend militärischer Nutzungen des Vorranggebiets vor. Westlich der Teilfläche II liegt das Vorranggebiet für Militärische Nutzung IV „Standortübungsplatz Holzdorf und Fliegerhorst Holzdorf". Im nordwestlichen Bereich der TF II wird im REP A-B-W 2018 eine Siedlungsbeschränkung im Bereich von Flugplätzen festgelegt (Z 12 REP A-B-W 2018). Es handelt sich dabei um den Militärflughafen Holzdorf. In dem dargestellten Gebiet wird ein äquivalenter Dauerschallpegel von größer 60 dB (A) prognostiziert. Windkraftanlagen sind zwar unempfindlich gegenüber Lärmimmissionen, im Rahmen der Behördenbeteiligung muss jedoch abgestimmt werden, inwieweit es zur Beeinträchtigung des Flugverkehrs kommen kann bzw. ob eine Errichtung von Windenergieanlagen in den geplanten TF überhaupt umsetzbar ist.
Die Planbegründung enthält zudem folgende Angaben: Teilfläche II liegt ca. 1500 m nordwestlich des Standortübungsplatzes (StOÜbPl) Holzdorf.
Das östliche Drittel der Fläche liegt damit teilweise innerhalb des Flugbeschränkungsgebiets ED-R 70. Bei Errichtung von Windenergieanlagen in diesem Bereich würden sich nicht hinnehmbare Einschränkungen für den militärischen Flugverkehr und die Ausbildung ergeben. Die Teilfläche befindet sich zudem im Interessengebiet der Luftverteidigungsradaranlage Holzdorf, im Interessengebiet der Funkdienststellen Schönewalde und Holzdorf und im Zuständigkeitsbereich der militärischen Flugsicherung des Militärflugplatzes Holzdorf.
Bauvorhaben wie Windenergieanlagen beeinflussen den MVA-Sektor SH5. Es ergeben sich hieraus nicht hinnehmbare Einschränkungen für den Flugbetrieb. Die maximale Bauhöhe in dieser Teilfläche darf 251 m über NHN nicht übersteigen (ausgenommen östliches Flächendrittel).
Angesichts der Bedrohungslage werden derzeit die Verteidigungseinrichtungen der Bundeswehr (wieder) ausgebaut. Jede Beeinträchtigung der Flugsicherung hat zu unterbleiben.

Es kann nicht an die Praxis der vergangenen Jahre angeknüpft werden, die Einrichtung der Bundeswehr hinter die Windkraftnutzung zurück zu stellen. Diese Entwicklung hat der Regionalplaner offensichtlich noch nicht berücksichtigt

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Einwendungen beziehen sich auf Festlegungen im TFNP Annaburg und sind nur z.T. Planinhalt des vorliegenden Plans. Das Vorranggebiet I "Annaburg" befindet sich außerhalb des Flugbeschränkungsgebiets ED-R 70. 

Die Belange der militärischen Flugsicherung sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens (siehe Urteil des OVG Magdeburg 2 L 47/16 vom 05.12.2018 "Da hiernach eine genaue Klärung der Problematik der Bauverbote nach § 18a LuftVG der auf der Ebene der Regionalplanung nicht zu leisten ist, kann dies der Feinsteuerung im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren überlassen werden.")

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001753_008 ID Stellungnehmer: 1001835
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > I Annaburg
Inhalt

Grundsätzlich ist festzustellen, dass der in den vorgelegten Planungen vorgesehene Abstand zu betroffenen Gebäuden sowohl im Innen- als auch im Außenbereich nicht ausreichend ist, um massive Beeinträchtigungen der Anwohner zu verhindern.
Windkraftanlagen arbeiten nicht geräuschlos. Die Bewohner der anliegenden Gemeinden und Anwohner haben deshalb Anspruch darauf, dass die von Windkraftanlagen hervorgerufenen Lärmimmissionen nicht die Grenze zur erheblichen Belästigung oder gar Gesundheitsgefährdung überschreiten. Dies folgt aus § 5 Abs. 1 Ziffer 1 i. V. m. § 6 Abs. 1 Ziff. 1 BImSchG.
Aufgrund der geringen Entfernung der Windkraftanlagen kommt es zu erheblichen und unzumutbaren Belastungen der Anwohner der vier Potenzialflächen. Die Begründung des Flächennutzungsplans enthält zu diesem Thema lediglich die Anmerkung, dass keine Beeinträchtigungen vorliegen. Der Planer geht bei seiner Beurteilung von keiner Referenzanlage aus. Es wird kein Gutachten zur Schallbelastung vorgelegt.
Es stellt sich diesbezüglich die Frage, wie Planer und Gutachter sowohl die Schallbelastung als auch die Belastung durch Schattenschlag und bedrängende Wirkung beurteilen wollen. Zwischenzeitlich erreichen die Windkraftanlagen in der Regel schon eine Höhe von 250-285 m.
Der Regionalplaner unterlässt es eine Schallprognose, die Aufschluss über die Immissionen an den jeweiligen Immissionsorten geben würde, vorzulegen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Der Teilflächennutzungsplan Annaburg ist kein abwägungsrelevanter Planinhalt.

Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des  Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

StN-ID: 1001753_009 ID Stellungnehmer: 1001835
Windenergie 2027
Inhalt

Baurechtliches Gebot der Rücksichtnahme:
Eine Ausweisung der drei Gebiete zur Nutzung der Windenergie verstößt zum Nachteil der Anwohner gegen das baurechtliche Gebot der Rücksichtnahme, das in § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 BauGB seine Grundlage findet; BVerwG, Beschluss vom 28.07.1999 – 4 B 38.99.
Windkraftanlagen auf dem Gebiet werden schädliche Umwelteinwirkungen i. S. v. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 BauGB hervorrufen, die für die betroffenen Bürger und deren Familien unzumutbar sind. Die Grenzen der Zumutbarkeit von Umwelteinwirkungen auf Nachbarn und damit das Maß an gebotener Rücksichtnahme werden auch im Bereich des Baurechts durch §§ 3 Abs. 1, 35 Abs. 3 Satz 1 Ziffer 3 BauGB geregelt.
Die Planer berufen sich nunmehr auf § 249 Abs. 10 BauGB, wonach bei einem Abstand der zweifachen Anlagenhöhe keine bedrängende Wirkung mehr vorliegen soll. Bislang waren der Abstand und die Feststellung einer bedrängenden Wirkung gesetzlich nicht festgelegt. Die jetzige Bundesregierung hat erstmals diese Maßgabe nunmehr in § 249 Abs. 10 BauGB an „seltsamer Stelle“ platziert. Diese Vorschrift soll einzig und allein dazu dienen, Windkraftanlagen Vorschub zu leisten unter Ignorieren der physischen und psychischen Belastung der Anwohner, die offensichtlich dem jetzigen Gesetzgeber fremd ist. Bei den derzeit gängigen Anlagen, die eine Höhe von 250-300 m aufweisen, kann diese
Maßgabe rechtlich keinen Bestand haben, weil damit massiv insbesondere in die Grundrechte der Anwohner eingegriffen wird. Dies gilt zum einen für das Grundrecht auf Leben und Gesundheit sowie körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 GG) aber auch für das Eigentum (Art. 14 Abs. 1 GG). Das BVerwG weist in seiner Entscheidung vom 11.12.06 - BVerwG 4 B 72.06 - ausdrücklich darauf hin, dass es jedenfalls einer Einzelfallbetrachtung bedarf, um eine optisch
bedrängende Wirkung zu beurteilen. Diese Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts ist auch in Bezug auf § 249 Abs. 10 BauGB weiterhin gültig. Überdimensional hohe Windkraftanlagen mit weitreichender dominierender Wirkung sind in diesem Bereich aus Gründen des Nachbarschutzes nicht vertretbar. Dies gilt insbesondere deshalb, weil zu den Teilbereichen I und III mit bestehenden Windkraftanlagen nur ein geringer Abstand besteht.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Der Inhalt des Teilflächennutzungsplans Annaburg ist kein abwägungsrelevanter Planinhalt.

Frage zur Bundesgesetzgebung sind keine abwägungsrelevanten Belange auf Regionalplanebene.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001753_010 ID Stellungnehmer: 1001835
Windenergie 2027
Inhalt

Schattenschlag
Hinzu kommt, dass diese Windkraftanlagen auch enorme Schattenschlagwirkung erzeugen werden, da nahezu über den gesamten Tag Schattenschlag bei der Mandantschaft und den Anwohnern vorliegen wird.
Die Praxis begegnet dem zwar mit Abschaltungen der Windkraftanlagen. Dies führt aber logischerweise zu hohen Ertragseinbußen der Windkraftbetreiber. Wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass der Energiebeitrag, den die Windkraftanlagen leisten sollen, enorm absinkt.
Unter Berücksichtigung, dass gegebenenfalls noch Abschaltungen bezüglich des Fledermausschutzes stattzufinden haben und weitere Abschaltungen, um dem signifikanten Tötungsrisiko der Avifauna zu begegnen, werden diese Anlagen nahezu keinen Beitrag zur Gewinnung erneuerbarer Energien leisten. Darüber hinaus besteht absolut keine Wirtschaftlichkeit der Anlagen, sodass die Betreiber mit diesen Anlagen zusammen mit potentiellen Anlegern in die Insolvenz gehen werden.

Abwägung / Begründung

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Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001753_011 ID Stellungnehmer: 1001835
Windenergie 2027
Inhalt

Infraschall:
Völlig unberücksichtigt bleibt bei der Betrachtung des Abstands zu Windkraftanlagen von Wohnbebauung die Problematik des Infraschalls. Bislang wurde von Windkraftbetreibern und Verwaltungsbehörden die Infraschallbelastungbetroffener Bürger und Anwohner stets in Abrede gestellt. Zugegeben wurde allenfalls eine Infraschallbelastung in einem Abstand von 300m. Diese Anlagen werden aber aufgrund der Höhe und Leistung der Anlagen derart massiv Infraschall abstrahlen, so dass hier hohe Gefahr für die Mandantschaft besteht. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass auf internationaler Ebene seit Jahrzehnten der Infraschall als mögliche militärische Waffe erforscht ist und jederzeit
einsetzbar ist. Die Grenze zur gesundheitlichen Schädigung der Anwohner wird überschritten und wird bei Realisierung der Planung zur permanenten Schädigung der Anwohner führen.
Die Planung enthält diesbezüglich noch nicht einmal einen Ansatz der Prüfung der Relevanz dieser bevorstehenden Schädigung der Anwohner, sondern wird offensichtlich bewusst in Kauf genommen.
Es liegt eine wissenschaftliche Studie des Instituts für Hirnforschung und angewandte Technologie GmbH vom 28.10.2005 vor, die nach wie vor Gültigkeit besitzt und deren Ergebnis in dieser Einlassung unten noch näher wiedergegeben wird. Neueste weitere Studien beweisen, dass durch Windkraftanlagen der so genannte Infraschall erzeugt wird. In- und Auslandsstudien haben nachgewiesen, dass durch Infraschall enorme körperliche Belastungen bis hin zu schwersten Erkrankungen auftreten.

Dr. med. Bernhard Voigt, Facharzt für Arbeitsmedizin; Gesundheitsgefährdung durch
Infraschall - als Anl. 2
Ärzteforum Emissionsschutz, unabhängiger Arbeitskreis erneuerbarer Energien
- Bad Orb; Gefährdung der Gesundheit durch Windkraftanlagen - als Anl. 3

Gesundheitliche Auswirkung von hörbarem Schallimmissionsrichtwerte und von Infraschall; Dr. med. Johannes Mayer – als Anl. 4

Windturbine Syndrome - übersetzte Fassung – als Anl. 5
- Ärzte für Immissionsschutz - Positionspapier zu Gesundheitsrisiken beim Ausbau der erneuerbaren Energien vom 28.11.2014 – als Anl. 6
- Presseerklärung: Infraschall-Experten-Hearing am 16.12.2014 des Landesverbandes Vernunftkraft Hessen e.V. vom 31.01.2015 – als Anl. 7

Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts vom 2.5.2019 -als Anl. 8 Hinweis- und Auflagenbeschluss des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts- als Anl. 9

Abwägung / Begründung

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Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt. (Vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21)

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001754 ID Stellungnehmer: 1001836
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001754_001 ID Stellungnehmer: 1001836
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

I Vorbemerkungen
In der Sitzung der Regionalversammlung am 30.04.2021 stimmten die Mitglieder dem Antrag der Nevag zu, von den Zielen der Raumordnung gemäß § 6 Abs. 2 ROG i.V.m. § 11 Abs. LEntwG LSA zur Errichtung von vier Windenergieanlagen außerhalb der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie mit der Wirkung von Eigungsgebieten gemäß Ziel 1 des Sachlichen Teilplans „Nutzung der Windenergie in der Regionalen Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg abzuweichen. Beim genannten Projekt handelt es sich um ein Repowering, d.h. die alten WKA's (deutlich geringere Leistung) werden durch neue (signifikant höhere Leistung) ersetzt.

Mit Beschluss-Nr. 09/2020 wurde seitens der RPG die „Handreichung zum Umgang mit Repoweringprojekten“ an die Kommunen und die Unteren Immisionsschutzbehörden der Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg übergeben. Zitat: "Was bedeutet Repowering? Vielerorts wird das Repowering sehr kritisch betrachtet und hinterfragt. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Frage, ob die Anlagen immer höher werden müssen und welche Auswirkungen diese hohen Anlagen auf Gesundheit, Natur und Landschaftsraum haben. Es ist festzustellen, dass die Diskussion vorwiegend emotional geführt wird und negativ“ besetzt ist: Argumente sind oftmals: „Die WEA sind höher als der Kölner Dom“, „steigende Lärmbelastung“, „größerer Schattenschlag“, „Gesundheitsgefahr durch Infraschall“, "Landschaftsverschandelung“ usw.

Keine Auseinandersetzung hingegen erfolgt mit den positiven Effekten des Umbaus:

  • Verringerung der Anlagenanzahl

  • bei gleichzeitiger Vervielfachung des Stromertrages

  • höhere Laufruhe der Rotoren

  • Einhaltung des 1.000 m Abstandes zu Siedlungsflächen mit überwiegender Wohn- und Erholungsnutzung

  • Vermeidung des nächtlichen Dauerblinkens durch bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung

  • Schutz der Avifauna, da 90 % der Flugbewegungen der windkraftsensiblen Großvögel (Rotmilan, Mäusebussard) unter 80 m, also unterhalb des unteren Rotordurchgangs erfolgen

  • finanzielle Beteiligung der Kommune (Außenbereichsabgabe, Sponsoring...)

  • Vorteile für die Einwohner (Sponsoring von Vereinen, Ökostromtarife,…)

  • Schonung des Natur- und Landschaftsraums

  • zunehmende Grundlastfähigkeit"

Ich möchte hierbei besonders herausheben, dass hier von einer höheren Laufruhe der Rotoren gesprochen wird. Im Jahre 2025 erfolgte dann die Inbetriebnahme von vier WKA's in der Gemarkung der Hochkippe
Zschornewitz. Seit dem 03. Juni 2025 sind die Anlagen in Betrieb und erzeugen, naürlich nur wenn der Wind weht, eine permanente Lärmbelastung, für die in den umliegenden Gemeinden Zschornewitz, Burgkemnitz, Gröbern, Gossa, Schlaitz und Schmerz lebenden Einwohnern. Weiterhin sind die neuerichteten Anlagen sehr markant und deutlich sichtbar, nahezu im 15 km Radius omnipräsent sichtbar, da die Nabenhöhe 166,6 m beträgt, die alten Anlagen waren deutlich niedriger (68,5 m Nabenhöhe). Die aktuelle Situation stellt für die Einwohner eine unerträgliche Situation dar, die Wohngrundstücke sind damit zu Industriegrundstücken gewandelt worden. Für die alten Anlagen war eine deutliche Akzeptanz unter der breiten Bevölkerung vorhanden. Diese beträgt für die neuerichteten Anlagen, auf Grund der permanenten Lärmbelästigung und optischen Verschmutzung null Prozent.

II aktuelle permanente Lärmbelastung
Bei den vier errichteten WKA'S handelt es sich um E-160 EP5 E2 / 5500 kW des Herstellers Enercon. Diese WKA's haben laut Datenblatt des Herstellers einen Schallleistungspegel von 98 bis max. 106,8 dB.
Die aktuelle Lärmbelästigung ist derzeitig, wenn der Wind weht, unerträglich, wir sprechen hier von 50 bis 55 db im Wohngebiet, dies tritt auch nachts auf. Die Anwohner schlafen hier mit Ohropacks und im Sommer auch mit geschlossenen Fenstern, anders ist es leider nicht mehr auszuhalten. Der permanente Lärm macht bekanntlich krank und verursacht Schlafstörungen. Wann werden die gesetzlichen Lärmwerte nach der TA-Lärm, in den betroffenen Gemeinden wieder eingehalten ? Wie werden die Lärmwerte nach der TA-Lärm in 1000 m Entfernung eingehalten ? Warum wird das Schutzgut Mensch hier in keinster Weise geschützt ?

III optische Verschmutzung
Die im Verfahren des Repowering errichteten WKA's überragen alle Bebauungen in der Region sehr deutlich. Im Umkeis von mind. 15 km sind die Anlagen sehr deutlich sichtbar. Warum dürfen solche WKA's ohne Höhenbegrenzung errichtet werden ?

Ich bitte Sie höflichst und dringend die aktuellen Planungen zu überdenken. Mit den aktuellen Rahmenbedingungen, werden die keine Akzeptanz unter der breiten Bevölkerung erreichen.
IV Vorsorglich mache ich für zukünftige aus der Planung meiner Familie und mir resultierende Personen-, Sach und Vermögensschäden Schadenersatz geltend.
Sollten Sie die Einwände nicht berücksichtigen, scheint eine gerichtliche Auseinandersetzung unausweichlich.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

zu I. Das Zielabweichungsverfahren und das Repoweringprojekt auf der Kippe Zschornewitz sind kein abwägungsrelevanter Planinhalt.

zu II. Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Waldbrandvorsorge usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

zu III. Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von Windenergieanlagen ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen. Die Sichtbarkeit von Windenergieanlagen ist Teil des gesetzlichen Leitbildes des Windenergieausbaus. Eine optisch bedrängende Wirkung ist gemäß § 249 Absatz 10 BauGB ist ausgeschlossen, wenn der Abstand der Windenergieanlage von der Mitte des Mastfußes bis zur zulässigen baulichen Nutzung zu Wohnzwecken mindestens der zweifachen Höhe der Windenergieanlage entspricht. Unter Annahme der Referenzanlage mit 250 m Gesamthöhe ist ein 500 m Abstand ausreichend.

zu IV. Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 GG schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001754_002 ID Stellungnehmer: 1001836
4.4 Ziele und Grundsätze zur entwicklung der Freiraumstruktur > G 4.4.2.5-20 Nr. 1 zu Z 4.3.4-2 Nr. XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Das Vorbehaltsgebiet für Tourismus und Erholung ”Gebiet zwischen Dessau-Roßlau, Lutherstadt Wittenberg und Goitzsche“ mit einer Gesamtfläche von rund 9.664 ha wird im dargestellten Bereich um 47 ha (entspricht 0,49 % der Gesamtfläche) geringfügig verkleinert. Das Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie liegt mit 68 % seiner Gesamtfläche innerhalb des Vorbehaltsgebietes für Tourismus und Erholung ”Gebiet zwischen Dessau-Roßlau, Lutherstadt Wittenberg und Goitzsche“

Der Flächenverbrauch, inbesondere in der Höhe ist gewaltig. Der Flächenverbrauch bezieht sich lediglich auf die Fundamente und Zuwegungen. Im Umkreis von mindestens 15 km sind die Anlagen sehr dominant sichtbar. Die alten Anlagen hatten lediglich eine Nabenhöhe von 68,5 m und waren kaum wahrnehmbar in der Region. Bei dem ausgewählten Standort handelt es sich auch um das Tor zur Dübener Heide und somit wird die Region durch diese WKA's verschandelt. Ich möchte hierbei die touristische Nutzung der Region mit dem Gremminer See in Gräfenhainichen, dem Gröberner See in Gröbern und der Goitzsche in der Gemeinde Muldestausee bzw. der Stadt Bitterfeld-Wolfen betonen. Selbst vom Bitterfelder Bogen sind die vier WKA's auf der Hochkippe Zschornewitz sehr deutlich sichtbar. Als Kind und Jugendlicher hatte ich immer die Schornsteine in der Region gezählt, heute zähle ich dann, die sich drehenden WKA's in unserer Region.
Warum wird die touristische Nutzung der Region dadurch so verschandelt?
Warum errichtet man keine neuen Anlagen mit der alten Nabenhöhe?
Warum wird beim Flächenverbrauch die Höhe der WKA's nicht betrachtet?
Wie wird sichergestellt, dass die TA-Lärm, besonders hier im Vorbehaltsgebiet für Tourismus und Erholung „Gebiet zwischen Dessau-Roßlau, Lutherstadt Wittenberg und Goitzsche“ sicher und ständig eingehalten wird?
Warum werden WKA's im Vorbehaltsgebiet für Tourismus und Erholung ”Gebiet zwischen Dessau-Roßlau, Lutherstadt Wittenberg und Goitzsche“ errichtet?

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Das Vorranggebiet umfasst einen Bestandwindpark. Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Es besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien).

Beim Vorbehaltsgebiet für Tourismus und Erholung handelt es sich um einen der Abwägung zugänglichen Grundsatz der Raumordnung. Der Vorhabenstandort ist wichtiger Teil des Tourismuskonzeptes „Pfad der industriellen Wandlung im industriellen Gartenreich“ und der Radwanderroute „Kohle I Dampf I Licht I Seen“. Der „Pfad der industriellenWandlung“ verbindet die ehemalige Braunkohlegrube Golpa Nord (heute Gremminer See) mit dem Industriedenkmal Kraftwerk Zschornewitz und zeigt die Wandlung der Region hin zu „Erneuerbarer Energie“, die besonders mit dem Windpark demonstriert wird. Der Windpark stellt als eines der ersten realisierten ökologischen Großprojekte der Braunkohlenregion eine Landmarke für die Erneuerung der Region und ein Zeichen des industriellen Wandels dar. Daher ist dessen Erhaltung für die Darstellung der Geschichte der Region bedeutsam.
Mit der 160 km langen, länderübergreifenden „Kohle I Dampf I Licht I Seen“ – Radroute werden in einer touristischen Erholungslandschaft zahlreiche Zeugnisse der Industriegeschichte präsentiert, z.B. Ferropolis – die Stadt aus Eisen. Der Radweg soll um Anschlüsse und Verbindungen auf der Kippe ergänzt werden, um den Windpark zu durchqueren. Informationsmöglichkeiten und eine Aussichtsplattform werden das touristische Konzept ergänzen. Der Windpark stellt einen Ankerpunkt der überregionalen Radroute dar. Der Windpark ist ein Baustein zur Verwirklichung des Ziels, das Gebiet zu einem wirtschaftlich tragfähigen Tourismus- und Erholungsgebiet zu entwickeln.

Der Umbau der Energielandschaft bringt sichtbare Veränderungen des gewohnten Landschaftsbildes mit sich. Die Neuartigkeit von WEA ist kein Beleg dafür, dass die natürliche Eigenart oder die Erholungsfunktion der Landschaft beeinträchtigt wird. Eine relevante Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (vgl. § 35 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 BauGB) kann ungeachtet der Höhe der Anlage mit Blick auf § 2 EEG nicht erkannt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Windenergieanlagen inzwischen in weiten Teilen des Landes das Landschaftsbild prägen und nicht als negative Beeinträchtigung wahrgenommen werden müssen.

Im STP Wind 2027 werden für die Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie keine Bauhöhenbeschränkungen vorgenommen, da diese Flächen gemäß § 4 Absatz 1 WindBG nicht auf den Flächenbeitragswert (1,9 % der Fläche der Planungsregion) angerechnet werden dürfen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001754_003 ID Stellungnehmer: 1001836
4.4 Ziele und Grundsätze zur entwicklung der Freiraumstruktur > Z 4.4.2.2-21 Nr. VIII zu Z 4.3.4-2 Nr. XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Das Vorranggebiet für die Forstwirtschaft „Gebiete in der Tagebauregion Bitterfeld-Gräfenhainichen“ mit einer Gesamtfläche von rund 6.761 ha wird im dargestellten Bereich um 22 ha (entspricht 0,33 % der Gesamtfläche) geringfügig verkleinert.
Nach raumordnerischer Einzelfallbewertung und Umweltprüfung erfolgte die Abwägung zugunsten der Neuausweisung des Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie Nr. XXXII „Zschornewitz Kippe“ mit einer Gesamtfläche von 69 ha. Das Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie liegt mit 32 % seiner Gesamtfläche innerhalb des Vorranggebietes für die Forstwirtschaft „Gebiete in der Tagebauregion Bitterfeld-Gräfenhainichen“.

Warum werden WKA's im Vorranggebiet für die Forstwirtschaft „Gebiete in der Tagebauregion Bitterfeld-Gräfenhainichen“ errichtet ?

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Es besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden. Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien).

Im Rahmen der Erarbeitung der Planung zum Erreichen des Mindestflächenbeitragswerts für die Nutzung der Windenergie gem. § 9a LEntwG LSA ist die Regionalplanung nicht an entgegenstehende Ziele der Raumordnung oder entgegenstehende Darstellungen in Flächennutzungsplänen gebunden, soweit dies erforderlich ist, um den Flächenbeitragswert im Sinne des § 3 Absatz 1 des Windenergieflächenbedarfsgesetzes oder ein daraus abgeleitetes Teilflächenziel zu erreichen (§ 249 (5) BauGB). Zudem steht es der Planträgerin frei, ihre eigene Planung zu ändern. Die Errichtung und der Betrieb von Anlagen sowie den dazugehörigen Nebenanlagen erneuerbare Energien liegen im überragenden öffentlichen Interesse und dienen der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit (vgl. § 2 EEG 2023). Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen.

Die Grundzüge der Planung werden durch die geringfügige Verkleinerung von 22 ha im Verhältnis zur Gesamtfläche von 6.761 ha des Vorranggebietes für die Forstwirtschaft „Gebiete in der Tagebauregion Bitterfeld-Gräfenhainichen“ nicht in Frage gestellt. Im Wirkbereich des Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie wurden bereits Windenergieanlagen errichtet. Infolge der Neuausweisung des Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie erfolgt kein Entzug der gesamten Fläche für andere Nutzungen oder Funktionen (hier: Forstwirtschaft), solange sie mit der vorrangigen Nutzung oder Funktion vereinbar sind. Der Flächenverbrauch bezieht sich auf die Fundamente und Zuwegungen. Eine forstwirtschaftliche Nutzung ist innerhalb eines Windparks (im Vorranggebiet für Nutzung der Windenergie) mit Nutzungseinschränkungen möglich. 

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001754_004 ID Stellungnehmer: 1001836
Planungskonzeption
Inhalt

Einhaltung des 1.000 m Abstandes zu Siedlungsflächen mit überwiegender Wohn- und Erholungsnutzung
Aktuelle Erfahrungen und durchgeführte Schallmessungen belegen, dass der Grenzwert für hörbaren Schall im Abstand von 1000m zur Anlage dauerhaft überschritten wird. Der Schall der Anlagen ist sehr deutlich in Zschornewitz, Burgkemnitz, Gröbern, Gossa, Schmerz und Schlaitz wahrnehmbar. Dies trifft insbesondere auf Anlagen mit großer Nabenhöhe zu. Während die Anlagen immer höher werden, bleiben Abstandsregeln unverändert auf dem geringen Wert, wie er für kleinere Anlagen angewendet wurde. Es ist davon auszugehen, dass sich mit zunehmender Höhe einer Anlage, der Schalls viel weiter ausbreiten wird, als bei geringerer Höhe. Bzw. dass bei gleicher Entfernung eine viel geringere Abschwächung stattfindet. Es ist nicht hinnehmbar, dass der Mindestabstand zu Wohngebäuden, ohne Berücksichtigung der Anlagenhöhe sowie ohne Berücksichtigung des Geräuschpegels der konkreten geplanten Anlage willkürlich festgelegt wird. Gleiches trifft für Schlagschatten zu.
Es ist eine gesetzliche Neuregelung der Abstandsregeln erforderlich, welche den  Mindestabstand in Abhängigkeit von der Anlagenhöhe und deren Standorterhöhung zum umliegenden Gelände definiert.

Warum wird der Abstand mit der zunehmenden Höhe der Anlagen zu Wohngrundstücken nicht vergrößert?
Wie werden die Lärmwerte nach der TA-Lärm in 1000 m Entfernung eingehalten ?

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange des Immissionsschutzes (Lärm, Schlagschatten) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Die Überwachung der Einhaltung genehmigter Emissionen obliegt der zuständigen Immissionsschutzbehörde.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihalts der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001754_005 ID Stellungnehmer: 1001836
Windenergie 2027
Inhalt

Zielabweichungsverfahren gem. § 6 Abs. 2 ROG und § 11 Abs. 2 LentwG LAS zur
Errichtung von 4 WEA in der Gemarkung Zschornewitz
In der Sitzung der Regionalversammlung am 30.04.2021 stimmten die Mitglieder einstimmig der Zielabweichung gem. § 6 Abs. 2 ROG und § 11 Abs. 2 LentwG LAS zur Errichtung von 4 WEA in der Gemarkung Zschornewitz zu. Die Regionalversammlung stimmte dem Antrag der Nevag zu, von den Zielen der Raumordnung gemäß § 6 Abs. 2 ROG i.V.m. § 11 Abs. LEntwG LSA zur Errichtung von 4 Windenergieanlagen außerhalb der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie mit der Wirkung von Eigungsgebieten gemäß Ziel 1 des Sachlichen Teilplans „Nutzung der Windenergie in der Regionalen Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zu. 
Warum erfolgte dies ohne öffentliche Beteiligung ?

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Das abgeschlossene Zielabweichungsverfahren ist kein Planinhalt.

StN-ID: 1001755 ID Stellungnehmer: 1001837
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XIX Schmerz
Inhalt

Widerspruch zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“, insbesondere dem Vorranggebiet XIX
Erwartet wird, dass die aktuellen Planungen überdacht sowie naturschutzgerecht überarbeitet und angepasst werden.
Begründung: Windkraftanlagen verursachen hörbaren Lärm sowie Infraschall und Schattenschlag. Die negativen Auswirkungen dessen werden bei der aktuell zu erwartenden Bauhöhe der Windkraftanlagen von knapp 300m nicht berücksichtigt. Befürchtet werden negative Auswirkungen auf Gesundheit, wie z.B. Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen, wie sie bereits bei Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, nachgewiesen wurden.
Sorge um die umgebende Natur wird geäußert - darum, dass geplant wird, Wälder für Windkraftanlagen zu roden, hier lebende Tiere und Vögel zu gefährden. Außerdem ist es besorgniserregend, dass die negative Beeinflussung der Umwelt beim Bau und der Inbetriebnahme von Windkraftanlagen außer Acht gelassen wird und somit auch der Klimaschutz vernachlässigt wird.
Vorsorglich wird für zukünftige aus der Planung resultierende Personen-, Sach- und Vermögensschäden Schadenersatz geltend gemacht.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001344

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Den Belangen der menschlichen Gesundheit werden durch den Planansatz 1.000 m zur Ortslage (500 m zur Wohnbebauung im Außenbereich) pauschal Rechnung getragen. Die Festlegung von geeigneten Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie dient unmittelbar dem Klimaschutz, da die Windenergieanlagen CO2-freien Strom erzeugen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Abwägungsentscheidung zu Zschornewitz Kippe lfd. Nr. 11

Abwägungsentscheidung zu Schmerz lfd. Nr. 11

StN-ID: 1001756 ID Stellungnehmer: 1001838
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Meuro
Inhalt

Forderung der Aufnahme des Vorranggebietes Meuro
Die Fläche Meuro wurde im ersten Entwurf leider nicht berücksichtigt - obwohl sie alle Voraussetzungen für ein Windvorranggebiet erfüllt. Sie liegt außerhalb sensibler Bereiche, weist ausreichend Abstände zu Wohnbebauung auf und bietet günstige topografische Bedingungen. Ich möchte daher ausdrücklich dafür werben, dass diese Fläche im zweiten Entwurf wieder aufgenommen wird. Auch eine mögliche Gemeindeöffnungsklausel könnte hier eine wichtige Rolle spielen.
Die Fläche liegt in einem geeigneten Gebiet, weist keine gravierenden Einschränkungen auf und bietet sehr gute Bedingungen für die Nutzung von Windenergie. Ich habe bereits eine vertragliche Vereinbarung mit der ... getroffen, um die Fläche für den Bau und Betrieb von Windenergieanlagen zur Verfügung zu stellen. Ich unterstütze das Vorhaben mit voller Überzeugung und sehe darin eine wichtige Chance, zur Energiewende beizutragen. Als Eigentümerin stehe ich hinter der Nutzung meiner Fläche für Windenergie und hoffe sehr, dass dies bei der weiteren Planung berücksichtigt wird.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001334

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 35 "Meuro" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001757 ID Stellungnehmer: 1001839
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Meuro
Inhalt

Forderung der Aufnahme des Vorranggebietes Meuro
Die Fläche Meuro wurde im ersten Entwurf leider nicht berücksichtigt - obwohl sie alle Voraussetzungen für ein Windvorranggebiet erfüllt. Sie liegt außerhalb sensibler Bereiche, weist ausreichend Abstände zu Wohnbebauung auf und bietet günstige topografische Bedingungen. Ich möchte daher ausdrücklich dafür werben, dass diese Fläche im zweiten Entwurf wieder aufgenommen wird. Auch eine mögliche Gemeindeöffnungsklausel könnte hier eine wichtige Rolle spielen.
Die Fläche liegt in einem geeigneten Gebiet, weist keine gravierenden Einschränkungen auf und bietet sehr gute Bedingungen für die Nutzung von Windenergie. Ich habe bereits eine vertragliche Vereinbarung mit der ... getroffen, um die Fläche für den Bau und Betrieb von Windenergieanlagen zur Verfügung zu stellen. Ich unterstütze das Vorhaben mit voller Überzeugung und sehe darin eine wichtige Chance, zur Energiewende beizutragen. Als Eigentümerin stehe ich hinter der Nutzung meiner Fläche für Windenergie und hoffe sehr, dass dies bei der weiteren Planung berücksichtigt wird.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001334

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 35 "Meuro" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001758 ID Stellungnehmer: 1001840
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > nicht im 1. Entwurf > Leps
Inhalt

Mit sehr großem Bedauern habe ich als Landeigentümerin erfahren, dass entgegen der Vorplanung (STP Wind 2027; Arbeitskarte 03.03.2023) im Entwurf des „Sachlichen Teilplans Windenergie 2027“ das Gebiet 01_Zerbst nicht mehr enthalten ist.
Die Region um Zerbst kann mit dem geplanten Bau der Windräder einen wichtigen Beitrag zur
Energiewende leisten.
Ich als Landeigentümerin bin deshalb sehr daran interessiert, meine Flächen dafür zur Verfügung zu stellen, weil es bei dem Ausbau der erneuerbaren Energien auch um die Zukunft meiner Kinder geht und eine Unabhängigkeit bei der Energieerzeugung für ganz Deutschland unabdingbar ist.
Aus meiner Sicht sind die Standortbedingen um Zerbst optimal, da wir große Freiflächen haben, die auch durch schon vorhandene Hochspannungsleitungen bereits gut erschlossen sind. Außerdem ermöglicht Windenergie die fast 100%ige Weiternutzung der landwirtschaftlichen Flächen, was auch unsere Pächter befürworten. Bei der Güte des Bodens ist eine "Versiegelung" beispielsweise durch Photovoltaik-Freiflächen keine Option.
Ein Grund, warum wir unsere Flächen zur Verfügung stellen wollen, ist vor allem, dass die Betreiber einen landwirtschaftlichen Betrieb in der Region haben und damit auch direkter Ansprechpartner ist.
Wir sind dadurch sicher, dass diese strukturschwache Region und besonders natürlich die Gemeinde Zerbst von diesem Windpark finanziell profitiert. Eine Investition der erwirtschafteten Gelder in öffentliche Projekte der Region würde auch für die Bürger eine Verbesserung der Gemeinde und des Gemeinde- bzw. Dorflebens bringen. Für Zerbst wäre es außerdem möglich langfristige Projekte unabhängig von der politischen Entwicklung sicher zu finanzieren.
Genauso sind wir Flächeneigentümer natürlich interessiert die Pachteinnahmen wieder zu investieren, so dass auch hier ein wirtschaflicher Mehrwert durch die erneuerbaren Energien für die Gesellschaft entsteht.
Ich unterstütze deshalb die Ausweisung des Gebietes 01_Zerbst (STP Wind 2027; Arbeitskarte 03.03.2023) weiterhin und bitte darum, unser Gebiet in den Teilplan Windenergie 2027 aufzunehmen.

Abwägung / Begründung

Referenz

1001751

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Die mit Bekanntgabe der allgemeinen Planungsabsicht vorgestellte Arbeitskarte mit möglichen, den Auswahlkriterien entsprechenden, künftigen Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit. Über 1.000 Einwendungen von betroffenen Einwohnern der umliegenden Ortschaften mit Bedenken zu Gesundheitsgefahren, Wertverlust von Grundstücken, Landschaftsbild und Artenschutz gingen gegen die beabsichtigte Ausweisung des Vorranggebietes „Leps“ ein. Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen nach dem planerischen Willen der Regionalen Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg zunächst rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Fläche 1 "Leps" nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001762 ID Stellungnehmer: 1001841
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001762_001 ID Stellungnehmer: 1001841
Windenergie 2027
Inhalt

Widerspruch gegen den Entwurf zum sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der
Planungsregion Anhalt Bitterfeld-Wittenberg“ für den Naturpark Dübener Heide / Regionen Anhalt Bitterfeld / Wittenberg

Aufgrund der Rechtslage mache ich vorsorglich für zukünftige aus der Planung mir resultierende Personen-,Sach- und Vermögensschäden Schadensersatz geltend.
Ich beantrage die Einstellung der Planungen.

Jüngere Erkenntnisse zeigen, dass der durch Windkraftanlagen erzeugte Infraschall eine massive Gesundheitsgefährdung verursacht, da Infraschall das Herzmuskelgewebe (als auch das Nervengewebe) schädigt. Diese Schädigung, welche die Kontraktionskraft des Herzens reduziert und damit die Pumpleistung senkt, betrifft vor allem unsere herzkranken Mitmenschen. Hier verursachen Windkraftanlagen eine Verkürzung der Lebenszeit! Da diese Erkenntnisse noch nicht lange in Studien nachgewiesen und daher fast gar nicht diskutiert wurden, sollte dieser Effekt besonders betrachtet werden. Bei Weiterplanung der
Windparks nehmen Sie eine schwere Körperverletzung wissentlich in Kauf, was rechtlich zu prüfen ware.
Vor Infraschall gibt es keinen Schutz! (1), (2), (3), (4) Weitere bereits nachgewiesene negative Auswirkungen auf dem Menschen sind Schwindel, Schlafstörungen, Übelkeit, Tinnitus, Angstzustände und depressive Verstimmungen.

(1) https://www.aerzteblatt.de/archiv/205246/Windenergieanlagen-und-Infraschall-Der-Schall-den-man- nicht-hoert
(2) https://link.springer.com/article/10.1007/s12012-009-9037-3
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1054880718302862?via%3Dihub
(3) https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0038-1628066
(4) httos://pubmed.ncbi.nim.nih.gov/23632742/

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Infraschall – wie auch tieffrequenter Schall – durch Windenergieanlagen im Allgemeinen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des menschlichen Gehörs liegt und nach dem bisherigen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse grundsätzlich nicht zu Gesundheitsgefahren führt (vgl. OVG NRW, Urteile vom 15.12.2022 – 7 D 301/21.AK – und vom 5.10.2020 – 8 A 894/17 – und Beschluss vom 22.3.2021 – 8 A 3518/19 –, juris, jeweils m. w. N. OVG Münster 7 D 316-21).

Der Belang des Wertverlustes ist nicht abwägungsrelevant. Artikel 14 Abs. 1 Grundgesetz (GG) schützt nicht die einträglichste Nutzung des Eigentums. Der Eigentümer muss es grundsätzlich hinnehmen, dass ihm eine möglicherweise rentablere Nutzung seines Grundstücks verwehrt wird (vgl. BVerwG 4 C 4.02 vom 10.03.2003). GG garantiert nicht, dass sich Bedingungen, wie z.B. freier Blick auf die Landschaft, nicht ändern. In der Regel ist der Einfluss der Planung auf den Grundstückwert ein unbeachtlicher privater Belang.

In Deutschland besteht keine bundesweite, gesetzlich festgeschriebene Pflicht für Betreiber, Grundstückseigentümer und Anwohner von einzelnen Windenergieanlagen oder Windparks zu entschädigen. Eine solche Entschädigung ist nur dann vorgesehen, wenn Grundstücke, die für den Bau großer Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel Autobahnen oder das Schienennetz benötigt werden, enteignet werden. Mit der planerischen Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie geht keine Enteignung von Grundstückseigentümern einher, sodass keine Entschädigungspflicht entsteht.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001762_002 ID Stellungnehmer: 1001841
Windenergie 2027
Inhalt

Die massenweise Tötung von Fledermäusen und Vögeln durch die Rotoren führt zu einem Anwachsen der Schadinsekten- und Nager-Populationen, was höchstwahrscheinlich die landwirtschaftlichen Erträge reduziert und die Wälder schädigt. (6), (7), (8), (9), (10), (11), (12)
Gerade im Naturpark Dübener Heide stehen seltene Vogel- und Fledermausarten im Rahmen von EU-FFH-Schutzgebieten unter Schutz, welche nun gefährdet werden sollen.

(6) https://www.scinexx.de/news/geowissen/grosse-windfarmen-veraendern-das-lokale-klima/
(7) https://www.nature.com/articles/nclimate1505
(8) https://link.springer.com/article/10.1007/s00382-012-1485-
(9) https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/ac49ba
(10) https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0048969722063926
(11) https://www.scinexx.de/news/biowissen/veraendert-die-windkraft-lokale-nahrungsnetze/
(12) https://www.scinexx.de/news/biowissen/windparks-mit-kaskaden-effekt

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Generelle Erwägungen der Sorge um Natur und Artenschutz sind nicht geeignet, das überragende Gewicht des öffentlichen Interesses am Ausbau erneuerbarer Energien zu überwinden (vgl. OVG BB 3a A 30/23 vom 14.06.2023). Fragen zur Technologie der Windkraftnutzung sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung. 

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Artenschutz usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001762_003 ID Stellungnehmer: 1001841
Windenergie 2027
Inhalt

Wissenschaftliche Publikationen belegen, dass Windkraftanlagen regional das Klima, die Wälder, die Ökosysteme und die Landwirtschaft negativ beeinflussen. Zudem verursachen sie eine (beschleunigte) Austrocknung der Böden. Die Ergebnisse des Klimawandels werden im Grunde genauso durch Windkraftanlagen erzeugt. Damit ist Windkraft kein Klimaschutz!

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001766 ID Stellungnehmer: 1001842
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001766_001 ID Stellungnehmer: 1001842
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXX Zörbig
Inhalt

Die ... betreibt durch Tochtergesellschaften einen Bestandspark in der Planungsregion, der modernisiert (repowert) werden soll. Dieser befindet sich innerhalb des Bestandsgebiets für die Windenergie XXX im Stadtgebiet Zörbig. Wir begrüßen den 1. Entwurf. Er ist ein wichtiger Schritt, die ambitionierten Ausbauziele im Bereich Windenergie des Landes Sachsen-Anhalt sowie die insoweit bestehenden bundesgesetzlichen und landesgesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Auch schafft er in
unseren Augen einen sinnvollen Ausgleich zwischen natur- und artenschutzrechtlichen Belangen auf der einen Seite und der Raumnutzung durch Windenergie auf der anderen Seite. Wir sehen jedoch noch Erweiterungspotenzial zur Ausweisung von dringend zusätzlich benötigten Flächen für die Windenergie, um die ambitionierten Landes- und regionalen Teilflächenziele zu erreichen.

Der aktuelle Entwurf wird den politischen, gesetzlichen und damit einhergehenden raumordnerischen Zielen zur Flächenausweisung für die Windenergie jedoch noch nicht ausreichend gerecht. Die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg hat mit diesem Entwurf erst das erste Teilflächenziel bis 2027 von 1,9 % der Regionsfläche avisiert. Der 1. Entwurf weist mit 1,94 % der Regionsfläche derzeit 7.051 ha aus und übersteigt damit das 1. Teilflächenziel bis 2027 minimal um 147,54 ha. Der Planentwurf genügt damit aber noch nicht dem 2. Teilflächenziel bis 2032. Pläne der Raumordnung sind jedoch langfristig aufzustellen und sollen in der Regel nur alle 10 Jahre überprüft werden. Vor diesem Hintergrund ist sicherzustellen, dass auch die hierfür zusätzlich erforderlichen Flächen rechtzeitig vor Ablauf des Jahres 2032 ausgewiesen werden. Dies kann nur sichergestellt werden, indem sie bereits jetzt im Rahmen der Aufstellung des STP Windenergie 2027 in den Blick genommen und umgesetzt werden. Folglich müssen auch für das 2. Teilflächenziel die noch zusätzlich benötigten 1.305,82 ha Flächen ausgewiesen bzw. die Bestandsgebiete erheblich erweitert werden.

Wir verweisen insofern auf Ziff. 2.2.4 der 2. Planungsstufe, wonach private Interessen an der Errichtung und dem Betrieb von Windenergieanlagen zu berücksichtigen sind. Dies sind solche Flächen, die an Sie durch Vorhabenträger und Landeigentümer herangetragen werden und für die Erreichung der Teilflächenziele von Bedeutung sind. 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange des nachfolgenden Planverfahrens zur Erreichung des regionalen Teilflächenziels für den Stichtag 31.12.2032  gem. Anlage zu § 9a LEntwG LSA sind nicht abwägungsrelevant.

StN-ID: 1001766_002 ID Stellungnehmer: 1001842
Umweltbericht
Inhalt

Ausweisung als Beschleunigungsgebiete, § 2 Nr. 4 WindBG
Nur der Vollständigkeit halber weisen wir darauf hin, dass sämtliche Vorranggebiete auch entsprechend zur RED-III Richtlinie als Beschleunigungsgebiete im Sinne des gerade in Kraft getretenen neuen § 2 Nr. 4 WindBG auszuweisen sind (vgl. BT-Drs.329/25). Hierfür muss die Plangeberin erforderliche Minderungsmaßnahmen ermitteln und bestimmen.
Insofern ist die Aussage in Ziff. 6, S. 65 des Umweltberichts nicht (mehr) zutreffend:
„Da der Regionalplan als übergeordnetes, rahmensetzendes Planungsinstrument dient, kann er jedoch keine konkreten Maßnahmen zur Vermeidung, Minderung oder zum Ausgleich der im Rahmen der Umweltprüfung festgestellten negativen Auswirkungen vorgeben. Solche Maßnahmen werden in nachgelagerten Planungs- und Genehmigungsverfahren, insbesondere im Rahmen der Eingriffsregelung, festgelegt. Im Zuge der vertieften Prüfung der Planfestlegungen können jedoch Hinweise auf mögliche Maßnahmen für nachgeordnete Planungs- und Genehmigungsebenen gegeben werden.“
Die Plangeberin ist nach Auffassung des Gesetzgebers sehr wohl dazu gehalten, auf Ebene der Raumordnung konkrete Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung oder zum Ausgleich der im Rahmen der Umweltprüfung festgestellten negativen Auswirkungen vorzugeben. Dies hat der Gesetzgeber jedenfalls für diese Windenergieflächen vorgesehen, die von der Plangeberin als Beschleunigungsgebiet ausgewiesen werden. Dies ist auch für alle gegenwärtig im Entwurf enthaltenen Windvorranggebiete vorzunehmen und sollte selbstredend auch für die noch in den weiteren Entwürfen hinzukommenden Flächen erfolgen. Die explizite Ausweisung als Beschleunigungsgebiet ist Voraussetzung dafür, dass die Beschleunigungsvorschriften des § 6b WindBG als Nachfolgeregelung für den bisher zeitlich befristeten § 6 WindBG angewendet werden können. Dies ist auch unbedingt flächendeckend für alle ausgewiesenen Flächen erforderlich, damit nicht nur die Teilflächenziele, sondern auch der damit verbundene politische Wille eines schnellen Ausbaus der Windenergie in den gesellschaftlich und wirtschaftlich dringend benötigten Leistungs- bzw. Strommengen schnellstmöglich und ohne weitere Verzögerungen in den immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren umgesetzt werden kann.

Mit Blick auf die RED-III Richtlinie und die künftige Ausweisung als Beschleunigungsgebiet im Sinne von § 2 Nr. 4 WindBG neue Fassung, muss jedenfalls auch die Plangeberin eine vertiefte Prüfung notwendiger Schutzmaßnahmen auf Ebene der Regionalplanung gewährleisten. Für die Plangeberin hat dies den Vorteil, dass sie ihren artenschutzrechtlichen Bedenken bei der bisherigen Ausweisung von Vorbehaltsgebieten bereits auf Planebene selbst ausreichend Rechnung tragen kann und damit auch „guten Gewissens“ solche Flächen für die Windenergie zur Verfügung stellt, die sie sonst wegen artenschutzrechtlicher Unsicherheiten möglicherweise nicht zur Verfügung gestellt hätte.
Vor diesem Hintergrund bitten wir, die Ausweisung der Beschleunigungsgebiete frühestmöglich in die Wege zu leiten und dabei die Ausschlusskriterien zu Ziff. 2.1.4 der lfd. Nr. 17-19 nochmals zu überprüfen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Teilweise / sinngemäß folgen

Begründung

Hinweise zu Vermeidung, Minderung und zur Kompensation von voraussichtlichen Umweltauswirkungen werden gemäß Nr. 2c Anlage 1 zu § 8 Absatz 1 ROG in den Steckbriefen in der Anlage zum Umweltbericht ergänzt.

Hinsichtlich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg von der Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001766_003 ID Stellungnehmer: 1001842
Planungskonzeption
Inhalt

Ob sich vor diesem Hintergrund (Festlegung von Beschleunigungsgebieten - Anm. der Geschäftsstelle) der zentrale Prüfbereich nach § 45b Abs. 3 BNatSchG für Seeadler und Co. (vgl. Ausschlusskriterien lfd. Nr. 17, 18 des Plankonzeptes Ziff. 2.1.4, S. 11 oder auch das Abstandskriterium zugunsten der Fledermäuse der lfd. Nr. 21) noch als (hartes) Ausschlusskriterium eignen, erscheint zweifelhaft. Nicht überzeugend ist an dieser Stelle auch, dass in Bezug auf den Rotmilan der Nahbereich als Ausschlusskriterium gewählt wird und bei den anderen windkraftsensiblen Arten der Anl. 1 zu § 45b BNatSchG der zentrale Prüfbereich. Wir weisen insofern auf unsere Ausführungen in Ziff. II.2 hin.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Hinsichtlich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten macht die Regionale Panungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg von der Ausnahmeregelung nach § 28 (5) ROG Gebrauch. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

Es besteht keine Pflicht zum Ausschluss von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie in den in Anlage 1 zu § 45b BNatSchG festgelegten Bereichen um Brutplätze kollisionsgefährdeter Arten. Zur Vermeidung von naturschutzrechtlichen Konflikten hat die Regionale Planungsgemeinschaft aus planerischen Gründen für die in der Planungsregion vorkommenden Brutvogelarten Seeadler, Fischadler, Wespenbussard und Weißstorch gemäß Anlage 1 zu § 45b BNatSchG den zentralen Prüfbereich als Ausschlusskriterium gewählt. Für Rot- und Schwarzmilane sind in einer artenschutzrechtlichen Vorprüfung in Anlehnung an eine Habitatpotenzialanalyse die zentralen Prüfbereiche untersucht worden und in die Einzelfallprüfung für die Ermittlung geeigneter Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie eingeflossen. Daher wurden für diese Vogelarten nur die Nahbereiche um die Brutstandorte bei der Auswahl von neuen Flächen für Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie ausgeschlossen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001766_004 ID Stellungnehmer: 1001842
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXX Zörbig
Inhalt

Wir begrüßen, dass das bereits im Sachlichen Teilplan Wind 2018 ausgewiesene Vorranggebiet XXII im Wesentlichen auch im aktuellen Entwurf des Regionalplans STP Windenergie 2027 als Vorranggebiet XXX –zum Großteil erhalten geblieben ist. Schließlich handelt es sich hierbei um eine Bestandsfläche, die bereits mit Windenergieanlagen bebaut ist. Hinzu kommt, dass wir als gegenwärtige Betreiber der Windenergieanlagen auch das Repowering der Anlagen auf diesen Flächen beabsichtigen. Die entsprechenden Flächen sind bereits gesichert und das immissionsschutzrechtliche  Genehmigungsverfahren steht hierfür kurz vor dem Abschluss. Außerdem entspricht die Fläche auch zu einem großen Teil dem Planungswillen der Stadt Zörbig. Sie hat diese Fläche weitestgehend auch durch einen kommunalen Flächennutzungsplan konkretisiert.
Es ist daher nur folgerichtig, dass diese Flächen auch in den neuen Entwurf übertragen werden. Sie sollte auch im weiteren Aufstellungsverfahren unbedingt beibehalten werden.
Das Vorranggebiet XXX hat sich jedoch im Vergleich zum STP 2018 etwas verkleinert, wie sich aus der nachfolgenden Abbildung verdeutlicht. Dies ist aus unserer Sicht nicht ganz nachvollziehbar. Denn aus den Planunterlagen war nicht ersichtlich, wie es zu dieser Ausweisung gekommen ist. Auch im Umweltbericht lässt sich dazu nichts finden. Planausweisungen müssen jedoch auch für Dritte nachvollziehbar sein. Es muss schlüssig dargelegt werden, wie es zu der Ausweisung gekommen ist. Wenn wie hier Bestandsgebiete als Positivkriterien enthalten sind, sich im Ergebnis die Bestandsflächen aber nicht 1:1 im Entwurf wiederfinden und keine Begründung hierzu vorliegt, werden diese Vorgaben nicht erfüllt. Insofern bitten wir die Plangeberin dies erneut zu prüfen und in den Planunterlagen zu ergänzen.
Einzig anhand unserer Kartierungsergebnisse und einem ermitteltem Rotmilanhorst aus Januar 2025 (vgl. Abbildung mit Kartierungsergebnissen im Abschnitt „II. Norderweiterung Zörbig“) lässt sich eine teilweise Reduzierung des Bestandsgebietes im südlichen Bereich ableiten.
Unsere Analyse, die unter Anwendung ihrer Plankonzeption erfolgt ist, zeigt jedenfalls, dass sich die Bestandsfläche nicht verkleinern muss. Dies zeigt auch die Plankonzeption der Plangeberin. Die weggefallenen Flächen sind auch in der Potenzialflächenkulisse enthalten. Vgl. Abb. 2.6, Ziff. 2.1.5, S. 18 f. der Plankonzeption zum Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg".
Darüber hinaus zeigt sich, insbesondere unter der Anwendung der Schutzabstände zur Wohnbebauung und Siedlungsflächen der lfd. Nr. 1-3 der Ziff. 2.1.4 der Plankonzeption, dass in allen Himmelsrichtungen Flächenerweiterungen möglich sind. Die Flächenerweiterungen werden in der gelben Fläche, welche der im 1. Entwurf auszuweisenden, hier rot eingefärbten Fläche, untergelegt ist, dargestellt. Die grüne Fläche umfasst den 500 m Puffer für den Rotmilanhorst.
An dieser Stelle möchten wir Sie auf unsere detaillierten Ausführungen im Hinblick auf den Rotmilanhorst als Ausschlusskriterium im Abschnitt „2. Natur- und artenschutzrechtliche Aspekte“ hinweisen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Teilweise / sinngemäß folgen

Begründung

Steckbriefe zur besseren Nachvollziehbarkeit der planerischen Entscheidungen werden in der Planungskonzeption ergänzt.

Die Veränderung der Abgrenzung beruht auf der Berücksichtigung der Festlegungen des Flächennutzungsplans für eine gewerbliche Baufläche und des Ausschlusskriteriums "500 m Abstand zu Brutplatz des Rotmilans".

Die Abgrenzung im Südosten wird korrigiert und an die Abgrenzung des Sondergebietes "Windenergie" des Flächennutzungsplans Zörbig angepasst.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001766_005 ID Stellungnehmer: 1001842
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXX Zörbig
Inhalt

Forderung der Norderweiterung Zörbig
Außerdem haben wir noch Erweiterungspotenzial in Richtung Norden identifizieren können. Wir haben sie in der nachfolgenden Abbildung in blau dargestellt, die pinken Flächen sind die im Entwurf bereits enthaltenen Bestandsgebiete Löberitz/Reuden XIV und Zörbig XXX:

Die Erweiterungsfläche bietet nicht nur zusätzliches Potenzial für die noch fehlenden Flächen zur Erreichung der 2. Stufe der Teilflächenziele. Sie stellt auch eine sinnvolle Verbindung zu den bereits vorhandenen Vorranggebieten XXX und XIV dar. Durch sie würde eine zusammenhängende, schlüssige und windenergetisch optimal nutzbare Gebietskulisse entstehen. Hinzu kommt, dass die in der Erweiterungsfläche ansässigen Grundstückseigentümer ihre grundsätzliche Zustimmung zu einer Umsetzung signalisiert haben. Wir konnten bereits den Abschluss von ersten Nutzungsverträgen für die Erweiterung unseres Bestandwindparks sicherstellen. Es besteht somit die Möglichkeit, unmittelbar nach einer entsprechenden Gebietsausweisung die Realisierung eines weiteren Windparks einzuleiten. Darüber hinaus entspricht die Erweiterung auch vollumfänglich den Planungskriterien der Plangeberin. Wir weisen darauf hin, dass sich diese Erweiterungsfläche vollumfänglich innerhalb der Potenzialflächenkulisse ihres Plankonzeptes befindet und damit von keinen Ausschlusskriterien betroffen ist. Vgl. Abb. 2.6, Ziff. 2.1.5, S. 18 f. der Plankonzeption zum Sachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt- Bitterfeld-Wittenberg.

1. Schutzabstände zu Wohnbebauung und Infrastruktur
Die Erweiterungsfläche berücksichtigt insbesondere den Bauschutzabstand zur geplanten 380-kV-Freileitung und die Schutzabstände zur Wohnbebauung und zu Siedlungsflächen der lfd. Nr. 1-3 der Ziff. 2.1.4 der Plankonzeption.
Die Erweiterungsfläche führt insbesondere vor diesem Hintergrund auch nicht zu einer „Umzingelung“ oder „Umfassung von Ortslagen“. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine „Umzingelung“ bzw. „Einkreisung“, geschweige denn eine nur bandartige Struktur in besonders gelagerten Einzelfällen überhaupt bei der Planung von Konzentrationszonen für die Nutzung der Windenergie relevant sein kann, ist in der Rechtsprechung bislang nicht abschließend geklärt. Wenn die Plangeberin dem Aspekt der Umzingelung Rechnung tragen möchte, muss sie sich aber jedenfalls im Ergebnis mit der Frage auseinandersetzen, welcher raumordnerische Aspekt durch eine solche Bandstruktur konkret berührt sein kann, nach welchen allgemeinen raumordnungsrechtlich gerechtfertigten Kriterien eine entsprechende Bewertung vorzunehmen ist und weshalb sie im konkreten Fall ausschlaggebend sein soll. Eine Rechtfertigung zugunsten gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse oder pauschaler
umweltbezogener Auswirkungen auf den Menschen und seine Gesundheit sowie die Bevölkerung insgesamt, sind dabei fernliegend. z.B. OVG Münster Beschl. v. 17.6.2024 − 22 B 286/24.NE, EnWZ2024, 329 Rn. 36, 37, beck-online.
Hinzu kommt, dass die Sichtbarkeit von Windenergieanlagen an sich Teil des gesetzlichen Leitbildes des Windenergieausbaus ist und der öffentliche Belang einer optisch bedrängenden Wirkung einem Vorhaben der Windenergie in der Regel schon dann nicht mehr entgegen steht, wenn der Abstand von der Mitte des Mastfußes der Windenergieanlage bis zu einer zulässigen baulichen Nutzung zu Wohnzwecken mindestens der zweifachen Höhe der Windenergieanlage entspricht, § 249 Abs. 10 BauGB. Dies ist hier schon durch die nachvollziehbaren Abstandskriterien der Ziff. 2.1.4 der Plangeberin vollumfänglich erfüllt. Eine Umzingelung ist vor diesem Hintergrund fernliegend.

2. Natur- und artenschutzrechtliche Aspekte
Die Erweiterungsfläche erfüllt darüber hinaus auch sämtliche arten- und naturschutzfachlichen Planungs- und Abstandskriterien der Plangeberin. Wie sie der vorstehenden Abbildung entnehmen können, haben wir bei unserer Flächenauswahl insbesondere auch die Abstandskriterien der Ziff. 2.1.4 lfd. Nr. 17-19 der Plankonzeption berücksichtigt. Die vorgeschlagene Erweiterungsfläche wird um den Abstand zum Nahbereich eines Rotmilanhorst im Westen eingeschränkt. Den hier in Bezug genommenen Rotmilanhorst haben wir aus unseren aktuellen Kartierungen zu unserem derzeit laufenden immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren für das Repowering im Bestandsgebiet entnommen. Einen weiteren Brutstandort dieser relevanten Arten haben wir gefunden und diesen im Abschnitt „I. Bestandsgebiet Zörbig XXX“ berücksichtigt Die Kartierungen stammen aus Januar 2025 und sind damit zumindest hinreichend aktuell, wenn man die Rechtsprechung zur Aktualität, der in Bezug zu nehmenden Daten in Genehmigungsverfahren heranzieht. Vgl. Verwaltungsgericht des Saarlandes, Urt. v. 15.12.2021 – 5 K752/20, juris Rn. 89; auch Hessischer Verwaltungsgerichtshof, Urt. v. 17.02.2021 – 2 A 698/16, juris Rn. 149 f.; Verwaltungsgericht Oldenburg, Urt. v. 06.12.2017 – 5 A 2869/17, juris Rn. 54 m.w.N.; ferner Verwaltungsgericht Arnsberg, Urt. v. 17.10.2017 – 4 K 2130/16, juris Rn. 186 ff. zu Umweltverträglichkeitsprüfung. Ob das Ausschlusskriterium des Nahbereichs zu einem Brutstandort des Rotmilans (sowie Schwarzmilan und Wanderfalke) und auch die zentralen Prüfbereiche für Brutstandorte des Seeadlers und des Fischadlers, Wespenbussard und Weißstorch zulässige Ausschlusskriterien sind, erscheint uns indes mit Blick auf die Ausführungen in den aktuellen Planunterlagen höchst zweifelhaft.
Die Einbeziehung artenschutzrechtlicher Belange (§§ 44 ff. BNatSchG) auf Ebene des Regionalplanes ist zwar grundsätzlich notwendig und sinnvoll. Schlüssig ist auch, dass keine Vorranggebiete festgelegt werden sollen, für die unüberwindbare Genehmigungshindernisse aus artenschutzrechtlichen Gründen bereits feststehen. Der Sache nach soll damit – vergleichbar wie im Rahmen der Bauleitplanung – ein Vollzugshindernis aus artenschutzrechtlichen Gründen vermieden werden, um die Umsetzbarkeit der Vorranggebiete für die Windenergienutzung sicherzustellen. Nicht nachvollziehbar erscheint hingegen, dass die Planträgerin die Nah- und Prüfbereiche gem. Anlage 1 zu § 45b BNatSchG ohne Weiteres auf die Planebene überträgt und als planerisches Ausschlusskriterium bestimmt. Die Norm des § 45b BNatSchG gilt nur für die Zulassung von WEA auf Genehmigungsebene. Da die Regionalplanung die Genehmigungen von WEA erst vorbereitet, ist der Regionalplan langfristig ausgerichtet. Er muss in der Regel für viele Jahre Geltung haben. Für die Ausweisung und Abgrenzung von Vorranggebieten müssen daher zunächst belastbare langfristige artenschutzrechtliche Gründe vorliegen. Angesichts der Dynamik des Naturgeschehens lassen sich aber keine sicheren Vorhersagen zur Abgrenzung treffen.  Beispielsweise begründet ein Horstfund im Nah- oder zentralen Prüfbereich zum Zeitpunkt der Planung nicht automatisch eine Prognose, dass deshalb auch noch zum Zeitpunkt der Genehmigung der WEA ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko wahrscheinlich ist. Denn die Horstbesetzung schwankt – gerade auch bei windkraftsensiblen Arten wie dem Rotmilan – von Jahr zu Jahr sehr. Ein ursprünglich besetzter Horst kann bereits im nächsten Jahr schon wieder unbesetzt sein. Deshalb müssen auch die Erhebungen und Gutachten für die Bewertung, ob ein Verstoß gegen die Zugriffsverbote des § 44 Abs. 1 BNatSchG vorliegt, hinreichend aktuell sein.

Ob dies vorliegend für die Datengrundlage des Entwurfs erfüllt ist, erscheint ebenfalls höchst zweifelhaft. Denn ausweislich des Umweltberichts waren für die Plangeberin Daten zu den windkraftsensiblen Arten – wie z.B. dem Rotmilan – aus Kartierungen von 2021/2022 maßgeblich, sodass diese zumindest zum Zeitpunkt des (geplanten) Wirksamwerden des Plans in 2027 schon über 5 Jahre alt wären. Vgl. Ziff. 2.3. „Datenquellen“, S. 9 des Umweltberichts zum STP Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg. Welche Daten für die anderen Arten zugrunde gelegt werden, ist weder aus dem Plantext und der -konzeption noch aus dem Umweltbericht ersichtlich. Für Genehmigungsverfahren dürfen die Erhebungen in der Regel nicht älter als 5 Jahre sein.

Aufgrund der Langfristigkeit von Raumordnerischen Plänen, müssten auf Planebene die Daten noch aktueller sein und selbst dann könnten auf dessen Basis allenfalls nur sehr vorsichtige Prognosen für das Eintreten unüberwindbarer artenschutzrechtlicher Verbotstatbestände getroffen werden.
Im Hinblick auf einen unüberwindbaren artenschutzrechtlichen Konflikt, ist in der Rechtsprechung außerdem allgemein anerkannt, dass selbst in eine artenschutzrechtliche Verbotslage hineingeplant werden darf, wenn im Verfahren der Planaufstellung bereits die Befreiungs- oder Ausnahmelage vorliegt. z.B. BVerwG, Beschluss vom 25. August 1997 – 4 NB 12/97 –, Rn. 13 f., juris.

Insofern kann die Plangeberin nicht nur im erweiterten, sondern auch im zentralen Prüfbereich von windkraftsensiblen Arten nach § 45b Abs. 3 i.V.m. Anlage 1 Abschnitt 1 BNatSchG durchaus Vorranggebiete für die Windenergienutzung festlegen. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass aufgrund von Habitatpotential- oder Raumnutzungsanalysen noch widerlegt werden kann, dass ein signifikantes Tötungsrisiko nicht besteht, § 45b Abs. 3 Hs. 1 BNatSchG.
Die Plangeberin übersieht auch die Möglichkeit von Schutzmaßnahmen zur Herabsetzung der signifikanten Risikoerhöhung durch fachlich anerkannte Schutzmaßnahmen (§§ 45b Abs. 3 Nr. 2) und Ausnahmen (§ 45 Abs. 7 i.V.m Abs. 8 BNatSchG). Der Gesetzgeber hat in § 45b Abs. 3 Nr. 2 Hs. 2 BNatSchG den umgekehrten Regelfall – wie in § 45b Abs. 4 BNatSchG – vorgesehen, der im Zusammenhang mit den fachlich anerkannten Schutzmaßnahmen in Anlage 1 Abschnitt 2 BNatSchG steht: werden entweder Antikollisionssysteme genutzt, Abschaltungen bei landwirtschaftlichen Ereignissen angeordnet, attraktive Ausweichnahrungshabitate angelegt oder phänologiebedingte Abschaltungen angeordnet, so ist für die betreffende Art in der Regel davon auszugehen, dass die Risikoerhöhung hinreichend gemindert wird. Dies bedeutet, dass im zentralen Prüfbereich jeder kollisionsgefährdeten Brutvogelart, für welche nach Anlage 1 Abschnitt 2 BNatSchG eine der fachlich anerkannten Schutzmaßnahmen Antikollisionssystem, Abschaltungen bei landwirtschaftlichen Ereignissen, Anlage von attraktiven Ausweichnahrungshabitaten oder phänologiebedingte Abschaltungen als wirksam anerkannt werden, bereits im Rahmen der Aufstellung des Regionalplans sicher absehbar ist, dass ein signifikant erhöhtes Tötungs- und Verletzungsrisiko vermieden werden kann (und im Übrigen auch die artenschutzrechtliche Ausnahme nach § 45 Abs. 7 i.V.m. § 45b Abs. 8 BNatSchG noch greifen würde). Dies ist auch bereits in der dazu ergangenen obergerichtlichen Rechtsprechung mit ausführlicher Auseinandersetzung mit der Gesetzesbegründunganerkannt. „Nach § 45b Abs. 3 Nr. 2 BNatSchG und dem dort vorausgesetzten Abstand zum Brutplatz genügt zur Herabsetzung des Tötungsrisikos für den Rotmilan unter die Signifikanzschwelle in der Regel bereits eine der dort aufgeführten Schutzmaßnahmen. Dabei kann es sich auch um eine Abschaltung bei landwirtschaftlichen Ereignissen handeln, die nicht derjenigen nach Abschnitt 2 der Anlage 1 zu § 45b Abs. 1 bis 5 BNatSchG entspricht, aber fachlich anerkannt ist.“ OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 29. November 2022 – 22A 1184/18 –, Leitsatz 2, Rn. 180 ff., juris.
Die Erkenntnis, dass derartige Schutzmaßnahmen für eine artenschutzrechtlich konforme Errichtung von Windenergieanlagen erforderlich sind, stellt also in der Praxis allein kein wesentliches Hindernis dar, da sich die Schutzmaßnahmen in ihren Auswirkungen auf den Jahresenergieertrag und damit die Wirtschaftlichkeit deutlich unterscheiden. Aus artenschutzrechtlicher Perspektive wäre lediglich eine in Aussicht stehende Überschreitung der Unzumutbarkeitsgrenzen in § 45b Abs. 6 Nr. 1 und 2 ein plausibler Ausschlussgrund, da Schutzmaßnahmen in diesen Fällen nicht mehr uneingeschränkt angeordnet werden könnten.
Diese Auseinandersetzung lässt sich derzeit nicht in den Planunterlagen finden. Vor diesem Hintergrund scheint der Ausschluss dieser Flächen unter Anwendung der Ausschlusskriterien der lfd. Nr. 17-19 derzeit jedenfalls nicht gerechtfertigt. Wir haben Sie dennoch in unserer Planung berücksichtigt, um zu verdeutlichen, dass die Erweiterungsfläche auch bei ordnungsgemäßer Anwendung von artenschutzrechtlichen Schutzabständen eine Ausweisung als Windvorranggebiet möglich ist. Die Flächen vor Ort sind aus naturschutzfachlicher Sicht nicht sehr vulnerabel. Ein ähnliches Bild ergab sich auch schon aus den naturschutzfachlichen Bewertungen zum Sachlichen Teilplan „Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ vom 30.05.2018. Hier wurde schon damals für das damalige VR/EG XXII Zörbig das Konfliktpotenzial gegenüber Schutzgütern mit gering bewertet. Insbesondere wurde artenschutzrechtlich das Einfliegen von Weißstorch und Rotmilan aufgrund der bevorzugten, ausreichend großen Nahrungshabitate in der westlich und nördlich gelegenen Fuhneaue als relativ unwahrscheinlich bewertet.
Andere Ergebnisse sind auch den Bewertungen des Umweltberichts zum Entwurf des STP-Windenergie 2027 nicht zu entnehmen. Auch hier sind für das Gebiet keine besonderen relevanten Auswirkungen auf die Umwelt festgestellt worden.

Das Areal würde damit einen nachhaltigen raum- und umweltverträglichen Beitrag zur Erreichung der regionalen Flächenziele im Bereich der Windenergienutzung leisten. Eine Prüfung und Berücksichtigung im Rahmen der Regionalplanung begrüßen wir sehr.
 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Zur Erreichung des gesetzlichen Flächenbeitragswertes von mindestens 1,9 % der Planungsregionsfläche sollen rechtskräftige Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie genutzt und erweitert werden sowie Flächen mit kommunalen Planungsabsichten (Sondergebiete für Windenergie) als Vorranggebiete festgelegt werden. Für das Erreichen des Flächenbeitragswertes von 1,9 % ist die Flächenerweiterung nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001819 ID Stellungnehmer: 1001845
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001819_001 ID Stellungnehmer: 1001845
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Betroffenheit.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001819_002 ID Stellungnehmer: 1001845
Windenergie 2027
Inhalt

Hinweise, dass bei der sich aus dem sachlichen Teilplan ergebenden weiteren Planung für alle baulichen Anlagen neben Bundesstraßen die anbaurechtlichen Regelungen des FStrG (§§ 8a und 9) zu beachten sind. Analog gilt für Maßnahmen neben Landesstraßen das BbgStrG (§ 24).
Gemäß den vorab genannten gesetzlichen Bestimmungen sind:

  • die Errichtung von Hochbauten jeder Art außerhalb der zur Erschließung der anliegenden Grundstücke bestimmten Teile der Ortsdurchfahrten bis 20 m neben Bundes- und Landesstraßen, gemessen vom äußeren Rand der befestigten Fahrbahn, untersagt (Anbauverbotszone) und

  •  die Errichtung, Änderung oder veränderte Nutzung von baulichen Anlagen längs der Bundes- und Landesstraßen außerhalb der zur Erschließung der anliegenden Grundstücke bestimmten Teile der Ortsdurchfahrten bis zu 40 m zustimmungspflichtig (Anbaubeschränkungszone).

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001819_003 ID Stellungnehmer: 1001845
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > V Gadegast
Inhalt

Im Zuge konkreter Planungsschritte sind generell Detailabstimmungen mit dem LS durchzuführen. Dies betrifft Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie V Gadegast,  sofern im weiteren Verfahren eine dauerhafte oder temporäre Erschließung der Windenergiegebiete über die Bundes- und Landesstraßen in Brandenburg geplant ist.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen, Zuwegung usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001819_004 ID Stellungnehmer: 1001845
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XII Linda
Inhalt

Im Zuge konkreter Planungsschritte sind generell Detailabstimmungen mit dem LS durchzuführen. Dies betrifft Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie XII Linda, sofern im weiteren Verfahren eine dauerhafte oder temporäre Erschließung der Windenergiegebiete über die Bundes- und Landesstraßen in Brandenburg geplant ist.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001819_005 ID Stellungnehmer: 1001845
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXII Straach
Inhalt

Im Zuge konkreter Planungsschritte sind generell Detailabstimmungen mit dem LS durchzuführen. Dies betrifft Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie XXII Straach, sofern im weiteren Verfahren eine dauerhafte oder temporäre Erschließung der Windenergiegebiete über die Bundes- und Landesstraßen in Brandenburg geplant ist.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001828 ID Stellungnehmer: 1001846
Windenergie 2027
Inhalt

Keine Bedenken und Anregungen

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001829 ID Stellungnehmer: 1001847
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001829_001 ID Stellungnehmer: 1001847
Planungskonzeption
Inhalt

Hinweis auf Unstimmigkeiten hinsichtlich der Flächenangaben der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie:
So enthält die Planungskonzeption (S. 25) 33 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie, die zugehörige Tabelle 2.5 und die übrigen Planunterlagen jedoch 32 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie.
Das Vorranggebiet „Gölzau-Ost“ ist in der Planungskonzeption mit 128 ha, jedoch im Umweltbericht, Anhang I mit 148 ha angegeben.
Das Vorranggebiet „Linda“ ist in der Planungskonzeption mit 539 ha, jedoch im Umweltbericht, Anhang I mit 544 ha angegeben.
Das Vorranggebiet „Löberitz/Reuden“ ist in der Planungskonzeption mit 85 ha, jedoch im Textteil (S. 4) mit 86 ha angegeben. 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Redaktionelle Hinweise

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Redaktionelle Korrekturen fehlerhafter Zahlenangaben werden vorgenommen.

StN-ID: 1001829_002 ID Stellungnehmer: 1001847
Windenergie 2027
Inhalt

Im Planungsgebiet sind verschiedene Flurneuordnungsverfahren nach
Landwirtschaftsanpassungsgesetz (LwAnpG) und/oder Flurbereinigungsgesetz (FlurbG) betroffen oder werden tangiert. Bei Umsetzung der einzelnen Bauvorhaben, ist eine weitere Beteiligung der Flurbereinigungsbehörde dringend notwendig.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001829_003 ID Stellungnehmer: 1001847
Planungskonzeption
Inhalt

Ausweisung der Wind-Vorranggebiete, die die verbindlich festgelegten Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für die Landwirtschaft reduzieren, findet keine Zustimmung, zumal konkrete Speicherwerke und eine entsprechende Infrastruktur völlig ungeklärt sind.
Außerdem findet die Änderung von Zielen und Grundsätzen des REP, die die verbindlich festgelegten Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für die Landwirtschaft reduzieren, keine Zustimmung.

Betroffen sind folgende Vorranggebiete für die Landwirtschaft:
1. „Gebiet um Köthen“ (Reduzierung um 432 ha),
2. „Gebiete im Zerbster Ackerland“ (Reduzierung um 57 ha),
3. „Gebiet um Zörbig“ (Reduzierung um 642 ha),
4. „Gebiet südöstlich Lutherstadt Wittenberg“ (Reduzierung um 57 ha).
Insgesamt ist eine Verkleinerung der landwirtschaftlichen Vorranggebiete um 1.188 ha zugunsten der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (Neuausweisung und Erweiterung) geplant.
Weiterhin sind folgende Vorbehaltsgebiete für die Landwirtschaft betroffen:
1. „Gebiet um Roßlau-Wittenberger Vorfläming“ (Reduzierung um 187 ha),
2. „Gebiete im südlichen Fläming-Hügelland“ (Reduzierung um 123 ha).
Insgesamt ist eine Verkleinerung der landwirtschaftlichen Vorbehaltsgebiete um 310 ha zugunsten der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie (Neuausweisung und Erweiterung) vorgesehen.
Die geplanten 32 Wind-Vorranggebiete sollen zulasten weiterer Freiraumnutzungen festgesetzt werden:
• Natur und Landschaft (1 Vorbehaltsgebiet, Reduzierung um 205 ha),
• Hochwasserschutz (1 Vorbehaltsgebiet, Reduzierung um 377 ha),
• Forstwirtschaft (3 Vorranggebiete, Reduzierung um 519 ha),
• Rohstoffsicherung (1 Vorranggebiet, Reduzierung um 15 ha),
• Wassergewinnung (2 Vorranggebiete, Reduzierung um 200 ha),
• Tourismus und Erholung (1 Vorbehaltsgebiet, Reduzierung um 47 ha).
Der Landwirtschafts-Bereich ist jedoch mit 4 Vorrang- und 2 Vorbehaltsgebieten, die eine
Flächenreduzierung von insgesamt 1.498 ha aufweisen, am stärksten betroffen. Mit dem derzeit gültigen REP wurden die Vorranggebiete für die Landwirtschaft aufgrund der guten bis sehr guten Ertragspotentiale und ackerbaulichen Eignung für die weitere landwirtschaftliche Nutzung verbindlich sichergestellt. Der Grund und Boden darf in den Vorranggebieten für die Landwirtschaft ausschließlich für die landwirtschaftliche Bodennutzung in Anspruch genommen werden. Wegen ihrer Standortgebundenheit an den Boden als essentielle Produktionsgrundlage ist Flächenversiegelung/-entzug nicht mit der vorrangigen Funktion der Landwirtschaft vereinbar.
Die Vorbehaltsgebiete für die Landwirtschaft sind verbindlich festgelegte Gebiete, in denen die Landwirtschaft als Nahrungs- und Futtermittelproduzent, als Produzent nachwachsender Rohstoffe sowie als Bewahrer und Entwickler der Kulturlandschaft den wesentlichen Wirtschaftsfaktor darstellt. Der landwirtschaftlichen Bodennutzung ist bei der Abwägung mit entgegenstehenden Belangen ein erhöhtes Gewicht beizumessen.
Die o.g. verbindlichen Regelungen des REP wurden bei der Festlegung von Wind-Vorranggebieten scheinbar nicht berücksichtigt, denn mit der Erweiterung und Neuausweisung von Wind-Vorranggebieten werden nicht nur hochwertige landwirtschaftlich genutzte Böden aus der Nutzung genommen. Die ohnehin zu geringen verbindlichen Vorrang- oder Vorbehaltsgebiete für die Landwirtschaft werden darüber hinaus noch verkleinert.
Die Betroffenheit der landwirtschaftlichen Vorrang- und Vorbehaltsgebiete wird in den Planunterlagen fast ausschließlich als geringfügige Verkleinerung dargestellt, was aus landwirtschaftlicher Sicht nicht nachvollziehbar ist. So sind die Flächenreduzierungen um 194 ha (Vorranggebiet für die Landwirtschaft „Gebiet um Zörbig“) oder um 187 ha (Vorbehaltsgebiet für die Landwirtschaft „Gebiet um Roßlau-Wittenberger Vorfläming“) nicht als geringfügig anzusehen. Auch die Flächenreduzierungen um 120 ha oder um 116 ha (Vorranggebiet für die Landwirtschaft „Gebiet um Köthen“) sind nicht geringfügig, zumal dieses landwirtschaftliche Vorranggebiet durch die Ausweisung verschiedener Wind-Vorranggebiete mehrfach betroffen ist und somit insgesamt um 432 ha reduziert werden soll.
Weiterhin ist das Vorranggebiet „Gebiet um Zörbig“ durch die Ausweisung verschiedener Wind-Vorranggebiete mehrfach betroffen, so dass hier eine Reduzierung dieses landwirtschaftlichen Vorranggebietes um 642 ha vorgesehen ist, was keinesfalls als geringfügig anzusehen ist.
Außerdem ist den Planunterlagen zu entnehmen, dass alle Wind-Vorranggebiete, bis auf das Wind-Vorranggebiet „Zschornewitz Kippe“, landwirtschaftliche Böden beanspruchen, z.T. hochwertige und in nicht unerheblichem Umfang.

Ziel des STP Wind 2027 ist eine planvolle räumliche Konzentration der Windenergienutzung in der Planungsregion. Mit der Festlegung von Wind-Vorrangstandorten ist eine geordnete Raumnutzung möglich, was sinnvoll ist. Jedoch fraglich ist, ob der übrige Planungsraum außerhalb der Wind-Vorranggebiete freigehalten werden kann. Den Planunterlagen zufolge entfaltet der STP Wind 2027 keine Ausschlusswirkung (s. Umweltbericht vom 05.06.2025, Punkt 4.3.2). Demnach ist die Errichtung der Windenergieanlagen (WEA) außerhalb der Wind-Vorranggebiete nicht ausgeschlossen, was weitere Entzüge hochwertiger Landwirtschaftsflächen sowie weitere Reduzierungen der noch bestehenden Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für die Landwirtschaft zur Folge hat (überragendes öffentliches Interesse gem. § 2 EEG).
Mit der Festlegung von Wind-Vorranggebieten einerseits, aber auch mit der anschließenden Errichtung von WEA andererseits ist nicht nur eine Reduzierung der Vorrang- oder Vorbehaltsgebiete für die Landwirtschaft verbunden. Entgegen der Darstellung in den Planunterlagen ist eine weitere landwirtschaftliche Nutzung der verbleibenden Landwirtschaftsflächen in der bisherigen Art und Weise nicht mehr möglich,  Einschränkungen sind zu erwarten.
Außerdem ist innerhalb der Wind-Vorranggebiete Solarenergienutzung als Nebennutzung möglich (s. Textteil, S. 8.) und somit die Errichtung von Freiflächenphotovoltaikanlagen (FF-PVA) zulässig, so dass Landwirtschaftsflächen nicht nur durch WEA dauerhaft aus der Nutzung gehen.
Darüber hinaus sind naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen innerhalb der Wind-
Vorranggebiete nicht ausgeschlossen. Die Planunterlagen enthalten lediglich die Aussage, dass in Wind-Vorranggebieten Ausgleichs-/Ersatzmaßnahmen unzulässig sind, die bewirken, dass sich geschützte Arten in den Vorranggebieten ansiedeln oder in diese hineinbewegen. Daher gehen Landwirtschaftsflächen nicht nur durch WEA und FF-PVA dauerhaft aus der Nutzung.
Da konkrete naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen den Planunterlagen zufolge erst in nachgelagerten Planungs- und Genehmigungsverfahren, insbesondere im Rahmen der Eingriffsregelung festgelegt werden, wird aus öffentlich landwirtschaftlicher Sicht vorsorglich darauf hingewiesen, dass die Planung notwendiger Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen möglichst ohne Inanspruchnahme und ohne Beeinträchtigung von Landwirtschaftsflächen erfolgt. In diesem Zusammenhang wird erneut darauf hingewiesen, dass alle Möglichkeiten nach BNatSchG genutzt werden, damit keine zusätzlichen Landwirtschaftsflächen unnötig aus der Nutzung genommen oder in der Nutzung beeinträchtigt werden müssen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

Mit der Feststellung der Erreichung des Flächenbeitragswertes tritt die Rechtsfolge des § 249 Absatz 2 BauGB ein. Dann kann außerhalb der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie eine Windenergieanlage nur ausnahmsweise nach § 35 Absatz 2 zugelassen werden, wenn ausgeschlossen ist, dass die in § 35 Absatz 3 Satz 1 Nummer 5 genannten Belange oder das Orts- und Landschaftsbild berührt sind.

Gemäß § 249 Absatz 5 BauG ist die Regionale Planungsgemeinschaft als zuständige Planträgerin bei der Ausweisung von Windenergiegebieten gemäß § 2 Nummer 1 WindBG an entgegenstehende Ziele der Raumordnung oder entgegenstehende Darstellungen in Flächennutzungsplänen nicht gebunden, soweit dies erforderlich ist, um den Flächenbeitragswert im Sinne des § 3 Absatz 1 WindBG oder ein daraus abgeleitetes Teilflächenziel gemäß § 9a LEntwG LSA zu erreichen. Zudem steht es der Planträgerin frei, ihre eigene Planung zu ändern.

Die landwirtschaftliche Nutzung kann ohne weiteres innerhalb eines Windenergiegebietes auf den übrigen Flächen ausgeübt werden. Eine einzelne Windenergieanlage samt Fundament, Kranstellfläche und Zuwegung versiegelt im Schnitt rund 0,5 ha an landwirtschaftlicher Fläche während ihrer Betriebszeit dauerhaft. (FA Wind 2023, 15. In: https://www.fachagentur-windenergie.de/fileadmin/files/Windenergie_im_Wald/FA-Wind_Analyse_Wind_im_Wald_8Auflage_2023.pdf)

Aufgrund der erforderlichen Abstände der Windenergieanlagen untereinander, die i.d.R. das Fünffache des Rotordurchmessers in Hauptwindrichtung und das Dreifache in Nebenwindrichtung betragen, ist die Errichtung von Windenergieanlagen auf eine begrenzte Anzahl beschränkt. Unter Ausnutzung vorhandener Straßen- und Wegebeziehungen können die Flächenverluste der landwirtschaftlichen Nutzflächen minimiert werden. Die daraus resultierende dauerhafte Versiegelung landwirtschaftlicher Fläche während der Betriebsphase der Windenenergieanlagen ist somit auf wenige Hektar begrenzt. Insgesamt kann konstatiert werden, dass die landwirtschaftliche Nutzung der Windenergienutzung strukturell nicht entgegensteht.

Die Planung von Sondergebieten für Photovoltaik obliegt der Kommunalplanung. 

Bedenken zur Gesetzgebung (z.B. zur fehlenden Ausschlusswirkung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie oder zum überragenden öffentlichen Interesse des Vorrangs erneuerbarer Energien gem. § 2 EEG) sind kein Abwägungsbelang der Regionalplanung.

Belange der naturschutzrechtlichen Kompensation sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. 

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001829_004 ID Stellungnehmer: 1001847
Windenergie 2027
Inhalt

Bis zum 31.12.2032 ist die Ausweisung weiterer Wind-Vorranggebiete angedacht. Entsprechend den Planunterlagen soll dies zulasten weiterer Landwirtschaftsflächen sowie weiterer landwirtschaftlicher Vorrang- und Vorbehaltsgebiete erfolgen. Daher ist davon auszugehen, dass die noch bestehenden Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für die Landwirtschaft ihre ursprüngliche Größe nicht wieder erreichen, sondern weiter reduziert werden. Weiterhin ist davon auszugehen, dass sich die Anzahl der landwirtschaftlichen Vorrang- und Vorbehaltsgebiete nicht erhöhen, sondern eher rückläufig sein wird.
Fraglich in diesem Zusammenhang ist die Art und Weise der Erhaltung und Entwicklung der
Landwirtschaft auf der übrigen Fläche und somit die Sicherung der Wertschöpfung in der Region im ländlichen Raum.
Flächenverlust für die Landwirtschaft kann erhebliche nachteilige Veränderungen für die Agrarstruktur zur Folge haben, landwirtschaftlichen Betrieben werden auf Dauer Produktionsflächen entzogen. Dabei stellt der Boden den entscheidenden, nicht vermehrbaren und unverzichtbaren Produktionsfaktor für die Landwirtschaft dar.
In den kommenden Jahren muss sich die Landwirtschaft der Herausforderung stellen, ihren
grundsätzlich wachsenden Versorgungsauftrag auf knapper werdenden Flächen und bei deutlich verringerten Niederschlagsmengen wahrzunehmen. Gerade die durch den Klimawandel verursachten Veränderungen werden sich erheblich auf die Ertragssituation der Landwirtschaft auswirken. Zusätzlich zu den Flächenkonkurrenzen ist zu erwarten, dass sich auf den verbleibenden Landwirtschaftsflächen weitere Rivalitäten zwischen dem Anbau von Lebensmitteln, Futtermitteln, der Erzeugung von Biomasse für regenerative Energieformen und dem verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien verschärfen werden. Gleichwohl soll die landwirtschaftliche Produktion weiter extensiviert statt intensiviert werden.
Aus öffentlicher landwirtschaftlicher Sicht ist es daher zwingend erforderlich, die  Entwicklungsmöglichkeiten und die Chancengleichheit der Landwirtschaft raumordnerisch stärker zu unterstützen und die noch bestehenden landwirtschaftlichen Nutzflächen zu bewahren. Da die Landwirtschaft vor allem in der Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg als raumbedeutsamer Wirtschaftszweig von hoher Bedeutung ist, sollte sie deshalb bei der Ausweisung von Wind-Vorranggebieten und bei der Änderung von Zielen und Grundsätzen des REP wesentlich mehr Beachtung finden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001829_005 ID Stellungnehmer: 1001847
Windenergie 2027
Inhalt

Aus öffentlicher landwirtschaftlicher Sicht wird darauf hingewiesen, dass seit geraumer Zeit eine stetige Inanspruchnahme von z.T. hochwertigen landwirtschaftlichen Böden für unterschiedliche Vorhaben wie z.B. Siedlungs-, Gewerbe- und Industrieprojekte, Rohstoffgewinnung, Verkehrswegebau und nicht zuletzt für naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen zu verzeichnen ist. Nicht unbedeutend hierbei ist, dass die zusätzlich für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen beanspruchten Flächen i.d.R. ein Mehrfaches der eigentlich versiegelten Fläche betragen. In Folge dessen hat sich die Landwirtschaftsfläche drastisch verringert.
Die Ausweisung der geplanten Wind-Vorranggebiete mit dem Ziel der Errichtung und Betreibung von Windenergieanlagen stellt einen nicht unerheblichen Entzug von wertvollem Ackerboden dar. Neben dem dauerhaften Flächenverlust sind Zerschneidung zusammenhängender Schläge, z.T. erhebliche Beeinträchtigungen der landwirtschaftlichen Nutzung, Ertragseinbußen und vor allem die unwiederbringliche Reduzierung der Vorrang- sowie Vorbehaltsgebiete für die Landwirtschaft zu erwarten. Hinzu kommen Bewirtschaftungserschwernisse, Bewirtschaftungseinschränkungen durch bereits
bestehende Windenergieanlagen. So ist die Landwirtschaft nicht nur durch die Ausweisung von Vorranggebieten für die Windenergie betroffen. Durch die Errichtung notwendiger Energiespeicher und durch die Umsetzung der zugehörigen Infrastruktur werden zusätzlich Landwirtschaftsflächen beansprucht. Die Landwirtschaft ist dadurch mehrfach betroffen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001829_006 ID Stellungnehmer: 1001847
Umweltbericht
Inhalt

Für die Erstellung des STP Wind 2027 wurde eine Umweltprüfung durchgeführt. Hierbei wurden die voraussichtlichen wesentlichen Auswirkungen auf die Schutzgüter erfasst. Obwohl für die betreffenden Wind-Vorranggebiete ein sehr hohes Konfliktpotential, ein sehr hohes Ertragspotential (Böden mit besonderer Eignung für die landwirtschaftliche Nutzung) und der Verlust hochwertiger landwirtschaftlicher Produktionsflächen festgestellt wurden, erfolgt dennoch die Festlegung dieser Wind-Vorranggebiete. Aus öffentlicher landwirtschaftlicher Sicht ist dies zu hinterfragen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die landwirtschaftliche Nutzung kann ohne weiteres innerhalb eines Windenergiegebietes auf den übrigen Flächen ausgeübt werden. Eine einzelne Windenergieanlage samt Fundament, Kranstellfläche und Zuwegung versiegelt im Schnitt rund 0,5 ha an landwirtschaftlicher Fläche während ihrer Betriebszeit dauerhaft. (FA Wind 2023, 15. In: https://www.fachagentur-windenergie.de/fileadmin/files/Windenergie_im_Wald/FA-Wind_Analyse_Wind_im_Wald_8Auflage_2023.pdf) Auf den übrigen Flächen kann die landwirtschaftliche Nutzung weiter ausgeübt werden. Aufgrund der erforderlichen Abstände der Windenergieanlagen untereinander, die i.d.R. das Fünffache des Rotordurchmessers in Hauptwindrichtung und das Dreifache in Nebenwindrichtung betragen, ist die Errichtung von Windenergieanlagen auf eine begrenzte Anzahl beschränkt. Unter Ausnutzung vorhandener Straßen- und Wegebeziehungen können die Flächenverluste der landwirtschaftlichen Nutzflächen minimiert werden. Die daraus resultierende dauerhafte Versiegelung landwirtschaftlicher Fläche während der Betriebsphase der Windenenergieanlagen ist somit auf wenige Hektar begrenzt. Insgesamt kann konstatiert werden, dass die landwirtschaftliche Nutzung der Windenergienutzung strukturell nicht entgegensteht. 

Die Minimierung voraussichtlicher Konflikte beim Schutzgut Boden ist bei inhomogenen Flächen u.a. durch geeignete Standortwahl der Windenergieanlagen möglich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001829_007 ID Stellungnehmer: 1001847
Windenergie 2027
Inhalt

Den Planunterlagen ist weiterhin zu entnehmen, dass die Inanspruchnahme von Landwirtschaftsflächen lediglich temporär und somit nicht dauerhaft erfolgen soll. Bezogen auf die Dauer der Betriebszeit umfasst diese i.d.R. einen Zeitraum von mindestens 20-30 Jahre. Nach Ablauf der Nutzungsdauer sind nach den vorliegenden Planunterlagen Verlängerungen bzw. andere Nutzungen (Repowering, FF-PVA, Naturschutz) nicht ausgeschlossen. Somit ist von einer dauerhaften Inanspruchnahme von Landwirtschaftsflächen auszugehen. Außerdem ist es eher unwahrscheinlich, dass bei Änderungen der Nutzungsart der Status „Landwirtschaftsfläche“ wiederhergestellt wird, um eine ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung zu gewährleisten.
Weiterhin geht aus den Planunterlagen hervor, dass nach Betriebsende die Flächen entsiegelt werden sollen. Jedoch bedeutet Entsiegelung nicht, dass der ursprüngliche Zustand, d.h. Landwirtschaftsfläche wie vor dem Eingriff, wiederhergestellt wird. Daher ist nicht zwingend davon auszugehen, dass nach Betriebseinstellung eine ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung möglich ist.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die Belange des ordnungsgemäßen Rückbaus sind auf Ebene der Vorhabenzulassung zu regeln.

StN-ID: 1001829_008 ID Stellungnehmer: 1001847
Z 4.3.4-1 Energie
Inhalt

Darüber hinaus sind naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen innerhalb der Wind-Vorranggebiete nicht ausgeschlossen. Die Planunterlagen enthalten lediglich die Aussage, dass in Wind-Vorranggebieten Ausgleichs-/Ersatzmaßnahmen unzulässig sind, die bewirken, dass sich geschützte Arten in den Vorranggebieten ansiedeln oder in diese hineinbewegen. Daher gehen Landwirtschaftsflächen nicht nur durch WEA und FF-PVA dauerhaft aus der Nutzung.
Da konkrete naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen den Planunterlagen zufolge erst in nachgelagerten Planungs- und Genehmigungsverfahren, insbesondere im Rahmen der Eingriffsregelung festgelegt werden, wird aus öffentlich landwirtschaftlicher Sicht vorsorglich darauf hingewiesen, dass die Planung notwendiger Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen möglichst ohne Inanspruchnahme und ohne Beeinträchtigung von Landwirtschaftsflächen erfolgt. In diesem Zusammenhang wird erneut darauf hingewiesen, dass alle Möglichkeiten nach BNatSchG genutzt werden, damit keine zusätzlichen Landwirtschaftsflächen unnötig aus der Nutzung genommen oder in der Nutzung beeinträchtigt werden müssen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001829_009 ID Stellungnehmer: 1001847
Windenergie 2027
Inhalt

Zu kritisieren ist, dass das Landwirtschaftsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt (LWG LSA) vom 28.10.1997 als Rechtsgrundlage in den Planunterlagen nicht enthalten ist, obwohl Landwirtschaftsflächen und vor allem Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für die Landwirtschaft beansprucht werden und obwohl in der Stellungnahme des ALFF Anhalt vom 05.06.2023 bereits darauf hingewiesen wurde. Daher wird erneut darauf hingewiesen, dass die Rechtsgrundlagen dahingehend ergänzt werden sollten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Redaktionelle Hinweise

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Keine Berücksichtigung, weil übergeordnetes BBodSchG bereits aufgeführt ist.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001836 ID Stellungnehmer: 1001848
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001836_001 ID Stellungnehmer: 1001848
Planungskonzeption
Inhalt

In unserer Stellungnahme von 30.05.2023 zur Aufstellung des Teilplanes „Windenergie 2027“ hatten wir bereits auf die Bedeutung der Großschutzgebiete in Sachsen-Anhalt und hier insbesondere der waldreichen Naturparke Fläming und Dübener Heide hingewiesen. Die Möglichkeit der Erreichung der aktuellen und zukünftig zu erwartenden reduzierten Flächenziele ist bei einem die wirtschaftlichen, naturräumlichen und gesellschaftlichen Realitäten erfassenden notwendigen Gestaltungswillen ohne die Einbeziehung von Waldflächen zu erreichen.

Für die vorliegenden Planung betrifft dies insbesondere im Naturpark Dübener Heide das Vorranggebiet 19 „Schmerz“, im Naturpark Flaming die Vorranggebiete 3 „Coswig“ ; 15 „Luko“; 22 „Straach“,; 23 ,Straguth"; 29 „Zerbst“. Außerhalb von Naturparken die Vorranggebiete 12 „Linda“; 13 „Listerfehrda“ und 21 „Seyda-Gentha“. Bzgl. der visuellen Verletzlichkeit des Landschaftsbildes in Landschaftsschutzgebieten in Naturparken und Vorranggebieten für Erholung sind die Einwirkungen des Vorranggebietes 32 „Zschornewitz-Kippe“ zu beachten. Allein die Feststellung der Nichtlage des Gebietes in den betrachteten Räumen lässt den Schluss „keine Auswirkungen“ auf Grund der Größe und Sichtbarkeit der Windenergieanlagen in den Vorranggebieten nicht zu.

Die Ausweisung von Vorranggebieten zur Windenergienutzung in Großschutzgebieten
einschließlich der durch das Land Sachsen-Anhalt verordneten Naturparke sowie Waldflächen im Allgemeinen wird weiterhin nicht befürwortet. Siehe hierzu zudem die Aussagen und Begründungen zum Schutz des Waldes in seinen Funktionen im aktuellen Entwurf des Landesentwicklungsplans des Landes Sachsen-Anhalt (Auszüge):

G 6.2.1-8 Schutz des Waldes
Die Festlegung von Vorranggebieten für Windenergienutzung auf Waldflächen sollte grundsätzlich vermieden werden. Hiervon kann abgewichen werden, wenn durch die Regionalplanung konfliktärmere Flächen alternativ im Wald festgelegt werden können und die Beeinträchtigung des Waldes so gering wie möglich gehalten wird.
Z 6.2.1-9 Planungsregionsübergreifende Festlegung von Vorranggebieten

Begründung zu G 6.2.1-8
Das Land Sachsen-Anhalt ist mit ca. 22,6 Prozent bewaldeter Fläche ein vergleichsweise waldarmes Land. Aufgrund der in den vergangenen Jahren aufgetretenen extremen Wetterereignisse als Folge des Klimawandels wurden landesweit bei allen Baumarten Waldschäden durch Trockenheitsstress und Schädlingsbefall (u. a. Borkenkäfer) verzeichnet. Der Waldzustandsbericht 2022 zeigt auf, dass dies in allen Landesteilen zu immensen Schäden der Vitalität der Bäume bis hin zum Absterben geführt hat.
Um den Wald zum Schutz des Klimas, zur Reinhaltung von Luft und Wasser, zum Schutz des Bodens vorErosionen, für die Erholung sowie als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu erhalten, soll die Festlegung von Vorranggebieten für Windenergienutzung auf Waldflächen daher grundsätzlich vermieden werden. Sollte es für die Erreichung des jeweiligen Flächenbeitragswertes gemäß WindBG in Verbindung mit dem LEntwG LSA notwendig sein, Waldflächen in Anspruch zu nehmen, soll seitens der Regionalplanung im Rahmen ihrer Planungskonzeption zur Steuerung der Windenergie dargelegt werden, dass konfliktärmere Flächen alternativ im Wald festgelegt werden können (Alternativflächenprüfung). In diesem Zusammenhang soll die Beeinträchtigung des Waldes so gering wie möglich gehalten werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Verordnung des Naturparks schließt die Nutzung geeigneter Flächen als Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie nicht aus. Gem. § 26 (3) BNatSchG sind WEA innerhalb eines Windenergiegebietes im Landschaftsschutzgebiet nicht verboten. Naturparke bestehen überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten. Sie dienen u.a. der Entwicklung einer durch vielfältige Nutzung geprägten Landschaft. In ihnen ist eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung fördert. Die Schutzzonen, welche Naturschutzgebiete umfassen, werden als Tabuzonen von der VR-Festlegung ausgenommen. Mittels Zonierung bzw. Bewertung der Schutzzielentsprechung in den Landschaftsschutzgebieten wurden Bereiche für die Nutzung der Windenergie abgegrenzt. In Naturparks sind über die Landschafts- und Naturschutzgebiete hinaus weitere Flächen einbezogen, die unter Berücksichtigung der rechtlichen und planerischen Restriktionen für die Windenergienutzung in Frage kommen.

Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine Ausweisung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie herangezogen. Für die Auswahl von Potenzialflächen sind nur Waldflächen mit Nadel- und Nadelmischwald in Vorranggebieten für Forstwirtschaft und in Vorranggebieten für Wassergewinnung in Frage gekommen. Beim Bau von WEA ist auf möglichst geringe Waldinanspruchnahme zu achten. Im Vorhabenzulassungsverfahren wird bei Waldinanspruchnahme durch Windenergieanlagen die Zulässigkeit der Waldumwandlung geprüft. In der Regel ist sowohl eine naturschutzrechtliche als auch forstrechtliche Kompensation notwendig (Ersatzaufforstung). Der Status quo der waldbedeckten Fläche soll somit gewahrt bleiben. Die hinreichende Kompensation des Verlustes an Waldfunktionen kann zur Waldmehrung beitragen.

Eine einzelne Windenergieanlage samt Fundament, Kranstellfläche und Zuwegung versiegelt im Schnitt rund 0,5 ha an forstwirtschaftlicher Fläche während ihrer Betriebszeit dauerhaft (siehe FA Wind 2023, 15. In: https://www.fachagentur-windenergie.de/fileadmin/files/Windenergie_im_Wald/FA-Wind_Analyse_Wind_im_Wald_8Auflage_2023.pdf). Auf den übrigen Flächen kann die forstwirtschaftliche Nutzung weiter ausgeübt werden. Aufgrund der erforderlichen Abstände der Windenergieanlagen untereinander, die i.d.R. das Fünffache des Rotordurchmessers in Hauptwindrichtung und das Dreifache in Nebenwindrichtung betragen, ist die Errichtung von Windenergieanlagen auf eine begrenzte Anzahl beschränkt. Unter Ausnutzung vorhandener Straßen- und Wegebeziehungen können die Flächenverluste der forstwirtschaftlichen Nutzflächen minimiert werden. Die daraus resultierende dauerhafte Versiegelung forstwirtschaftlicher Fläche während der Betriebsphase der Windenenergieanlagen ist somit auf wenige Hektar begrenzt.

In Aufstellung befindliche Ziele der Raumordnung sind zu berücksichtigen. Bei der Regelung G 6.2.1-8 des 2. Entwurfes zum LEP LSA handelt es sich um einen Grundsatz der Raumordnung. Grundsätze der Raumordnung sind einer Abwägung zugänglich und somit nicht endabgewogen.

Die Vorranggebiete Coswig Nord, Luko und Straach beinhalten keinen Wald. In den Vorranggebieten Listerfehrda, Seyda-Gentha, Straguth und Zerbst Flugplatz sind geringfügige Waldflächen enthalten, die bei der Standortplanung der Windenergieanlagen ausgespart werden können. Beim Repoweringprojekt Windpark Elster (im Vorranggebiet Listerfehrda) wurde das beachtet. Das Vorranggebiet Zerbst Flugplatz wurde auf einer Konversionsfläche (ehemaliger Militärflugplatz) ausgewiesen. Bei der Standortwahl für die bereits genehmigten Windenergieanlagen wurde darauf geachtet, keine Waldflächen zu beanspruchen. Das Vorranggebiet Linda liegt teilweise in einem Kiefernforst und grenzt an benachbarte Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie an (Welsickendorf und Stolzenhain Nord  und Stolzenhain/Hartmannsdorf Nord). Aufgrund kommunalen Planungswillens und mangels vorhandener Planungsalternativen in der Kommune Muldestausee wurde das Vorranggebiet Schmerz ausgewiesen.

Insgesamt werden in der Planungsregion ca. 0,13 % der Gesamtregionsfläche für Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie im Wald genutzt.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001836_002 ID Stellungnehmer: 1001848
Umweltbericht Anhang
Inhalt

In der vorliegenden Planung werden im Umweltbericht - Anlage 1- bei den im Einzelnen beschriebenen Vorranggebieten jeweils zum Schutzgut Mensch, einschließlich der menschlichen Gesundheit unter 2 e lediglich die Auswirkungen auf die im Gebiet jeweils möglichen Fernradwanderwege geprüft. Hier wird auf die Notwendigkeit der erweiterten Prüfung der Beeinträchtigungen auf ausgewiesene Wanderwege, insbesondere Wander- und Pilgerwege von überregionaler Bedeutung verwiesen.

So quert im Vorranggebiet 18 „Prosigk“ südwestlich der Ortslage Gahrendorf der Europäische Fernwanderweg Nummer 11 „E 11" das Vorranggebiet.

Das geplante Vorranggebiet 19 „Schmerz“ im Naturpark Dübener Heide schneidet im Bereich der landschaftlich herausragenden saaleeiszeitlichen Formation „Hohe Jöst“ den überregionalen Wanderweg ,,Heidekammweg" vollständig.

Im geplanten Vorranggebiet „Annaburg“ quert der überregionale Pilger- und Wanderweg ,,Lutherweg" — hier in seiner Anbindung in das Bundesland Brandenburg — die Vorhabensflächen. 

Im geplanten Vorranggebiet 17 „Prettin“ quert der überregionale Pilger- und Wanderweg ,,Lutherweg" — hier in seiner Anbindung in das Bundesland Brandenburg — die Vorhabensflächen. 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Der Umweltbericht wird um die Prüfung der Betroffenheit überregionaler Wanderwege ergänzt.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001836_006 ID Stellungnehmer: 1001848
Umweltbericht Anhang
Inhalt

In der vorliegenden Planung werden im Umweltbericht — Anlage 1 — bei den im Einzelnen beschriebenen Vorranggebieten beim Vorranggebiet 19 „Schmerz“ zum Schutzgut Flora, Fauna, Biodiversitat unter 3 h-n die Auswirkungen neben der vollständigen Lage in historischen Waldflächen die durch die räumliche Nähe zum Naturschutzgebiet „Jösigk“ entstehenden Beeinträchtigungen und Gefährdungen für die im Gebiet wertgebenden
Brutvogelarten wie Kranich (Grus grus), Schwarzstorch (Ciconia nigra) und Wespenbussard (Pernis apivorus) nicht näher untersucht und erläutert. Die räumliche Nähe zum „Gröberner See“ bedingt zudem die Anwesenheit und den Durchzug weiterer geschützter Arten wie Seeadler (Haliaeetus albicilla) und Fischadler (Pandion haliaetus). Durch die Planung des Ausbaus des Vorranggebietes 32 „Zschornewitz-Kippe“ werden diese Beeinträchtigungen weiter verschärft.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht). Weitergehende artenschutzfachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001836_007 ID Stellungnehmer: 1001848
Planungskonzeption
Inhalt

Der Schwerpunkt bei dem zukünftigen Ausbau der Nutzung von Windkraft muss weiterhin auf der Verdichtung, technologischen Effizienzsteigerung, Repowering und maßvollen Erweiterung vorhandener Vorranggebiete sowie insbesondere in der planungsrechtlichen Sicherung von bestehenden Windkraftanlagen außerhalb von Vorranggebieten liegen. Zudem müssen zukünftig die kumulierenden Wirkungen der einzelnen Vorranggebiete und deren Auswirkungen auf das Landschaftsbild (Fernsicht, technogene Überprägung) in ihrer Gesamtheit, sowie Planungen zu Vorranggebieten anderer Planungsregionen, insbesondere in Grenzlagen (Landesgrenzen) ausdrücklich Beachtung finden und in die Bewertungen und Festlegungen zwingend einfließen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001837 ID Stellungnehmer: 1001849
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001837_001 ID Stellungnehmer: 1001849
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XV Luko
Inhalt

Der 1. Entwurf des Sachlichten Teilplans Windenergie 2027 sieht auf dem Gebiet der Stadt Dessau-Roßlau die Übernahme der Erweiterung des bestehenden Vorranggebietes für Windkraft im Bereich Luko vor. Der Umgriff des so erweiterten Vorranggebietes konnte im Vorentwurf der FNP- Neuaufstellung von 2021 noch keine Berücksichtigung finden. Die Fläche ist wie auch der rechtswirksamen 1. Ergänzung des Flächennutzungsplans des Stadtteils Roßlau um die Ortschaft Mühlstedt, als Fläche für die Landwirtschaft dargestellt.

Die Flächen befinden sich im planungsrechtlichen Außenbereich nach § 35 BauGB. Sie werden überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Für die Flächen befinden sich derzeit keine Bebauungspläne in Aufstellung.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001837_002 ID Stellungnehmer: 1001849
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Der 1. Entwurf des Sachlichten Teilplans Windenergie 2027 sieht auf dem Gebiet der Stadt Dessau-Roßlau die Übernahme des bestehenden Vorranggebietes für Windkraft im Bereich Mosigkau/Quellendorf/Libbesdorf vor. Der Umgriff des bestehenden Vorranggebietes wurde bereits im Vorentwurf der FNP-Neuaufstellung berücksichtigt. Die Erweiterung des Vorranggebietes erstreckt sich nicht auf das Gebiet der Stadt Dessau-Roßlau. Die Flächen befinden sich im planungsrechtlichen Außenbereich nach § 35 BauGB. Sie werden überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Für die Flächen befinden sich derzeit keine Bebauungspläne in
Aufstellung.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001837_003 ID Stellungnehmer: 1001849
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Durch die Übernahme des bestehenden Vorranggebietes Mosigkau/Quellendorf/Libbesdorf sowie der Erweiterungen sind Auswirkungen auf den Denkmalbereich Schloss und Park Mosigkau als Bestandteil des UNESCO-Welterbegebietes Gartenreich Dessau-Wörlitz nicht auszuschließen. Aus diesem Grund waren im Vorentwurf der FNP-Neuaufstellung Höhenbeschränkungen für neue Windenergieanlagen enthalten. Über den weiteren Umgang mit Höhenbeschränkungen ist im Rahmen der Fortführung der
FNP-Neuaufstellung zu entscheiden. Dies geschieht auch in Abhängigkeit des in Aufstellung befindlichen Landesentwicklungsplans (LEP), der auch im 2. Entwurf einen Ausschluss von Höhenbestimmungen in Bauleitplänen vorsieht (siehe dort Z 6.2.1-5). Der 2. Entwurf der LEP- Neuaufstellung sieht für diesen Bereich ein Vorbehaltsgebiet für Kultur- und Denkmalpflege vor (G 2.2-5)

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001837_004 ID Stellungnehmer: 1001849
Z 4.3.4-3 Energie
Inhalt

Die Möglichkeit der Errichtung und des Betriebes von planungspflichtigen Freiflächen-PV-Anlagen innerhalb der Vorranggebiete (wenn diese der vorrangigen Nutzung der Windenergie einschließlich des Repowerings nicht entgegenstehen) wird grundsätzlich positiv gesehen. Bei planungspflichtigen Vorhaben wird die Stadt Dessau-Roßlau die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg entsprechend einbeziehen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001837_005 ID Stellungnehmer: 1001849
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Hinweis auf die im Bundesverkehrswegeplan enthaltene Trasse zur Ortsumfahrung Mosigkau. Diese wurde auch in den FNP-Vorentwurf übernommen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001837_006 ID Stellungnehmer: 1001849
Windenergie 2027
Inhalt

Hinweis auf die in Aufstellung befindliche 5. Änderung des Flächennutzungsplans Roßlau, auf deren Grundlage derzeit der Bebauungsplan Nr. 230 „Freiflächenphotovoltaikanlage Die Breiten Stücke, Mühlstedt" aufgestellt wird. Sollte es im weiteren Planverfahren Überlegungen zur Ausweisung eines Vorranggebietes für Windkraftanlage in diesem Bereich geben, bitten wir um entsprechende Abstimmung

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001837_007 ID Stellungnehmer: 1001849
Umweltbericht
Inhalt

Dem 1. Entwurf des Sachlichen Teilplans „Windenergie 2027“ stehen aus Sicht der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Dessau-Roßlau Bedenken gegenüber.
Folgende Anmerkungen werden gegeben.
Die gemäß § 8 Abs. 1 ROG durchzuführende Umweltprüfung ist nach diesseitiger Einschätzung nicht vollständig. In der Scopingunterlage zur strategischen Umweltprüfung mit Datum vom 3. März 2023 wurde auf der Seite 32 unter Punkt 4.1 ein Steckbrief für die „Prüfung der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie und für Repowering von WEA" eingefügt, der als Vorlage für die Bewertung der einzelnen Vorranggebiete für die Aufstellung des sachlichen Teilplans „Windenergie 2027" dienen sollte.
In diesem Steckbrief waren auch die Abschnitte „Wechselwirkungen“, „Alternativen“, „Zusammenfassung, Vermeidungs-, Verminderungs- und Kompensationsmaßnahmen“ sowie „Monitoring" aufgeführt, die je Vorranggebiet betrachtet werden sollten.
In den nun vorgelegten gebietsbezogenen Steckbriefen der Anlage 1 des Umweltberichtes erfolgte jedoch für die einzelnen Vorranggebiete lediglich eine Abarbeitung der „Gebietsbeschreibung" sowie der „Schutzgutbezogenen Konfliktanalyse“ (ohne Betrachtung der Wechselwirkung). Insbesondere sind keine Vermeidungs-, Verminderungs- oder Kompensationsmaßnahmen aufgeführt, die eine jeweils festgestellte Betroffenheit von Arten nach Anhang II und IV FFH-RL, besonders u./o. streng geschützter Arten sowie von gesetzlich geschützten Biotopen, Alleen und Baumreihen etc. auf ein naturschutzrechtlich zulässiges Maß begrenzen würden.
Im Absatz des Umweltberichtes unter Punkt Nr. 6 „Darlegung von geplanten Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen“ (ab Seite 65) werden lediglich allgemeine Hinweise, u. a. zu den gesetzlich definierten anerkannten Schutzmaßnahmen, gegeben. Die an dieser Stelle genannten Ausführungen sind vorliegend aus naturschutzrechtlicher und -fachlicher Sicht nicht ausreichend als Vorgabe von Vermeidungs- bzw. Ausgleichsmaßnahmen für die festgestellten erheblichen nachteiligen Auswirkungen auf die Schutzgüter der Flora, Fauna und Biodiversität der jeweiligen Vorranggebiete. Auch fehlt eine Betrachtung möglicher Wechselwirkungen der einzelnen Schutzgüter. Bei der Betrachtung der Wechselwirkungen ist nicht die Darstellung von allgemeinen Zusammenhängen zwischen den Schutzgütern relevant (wie aufgeführt im Umweltbericht auf den Seiten 50-51), sondern die Bewertung der festgestellten nachteiligen Auswirkungen des Vorhabens auf die vorhandenen Wechselbeziehungen.

Es fehlt des Weiteren eine Zusammenfassung der jeweils ermittelten Konfliktintensitäten für die einzelnen Vorranggebiete um den Gesamtkonflikt des jeweiligen Vorranggebietes auf die Umwelt bewerten zu können.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Teilweise / sinngemäß folgen

Begründung

Der Umweltberich enthält in Kapitel 4.8 Ausführungen zu möglichen Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern. Die Einschätzung nachteiliger Auswirkungen des Vorhabens auf die vorhandenen Wechselbeziehungen sind auf Ebene der Regionalplanung kaum möglich, da die Vorhabensplanung und -realisierung auf den nachgelagerten Planungs- und Genehmigungsebenen geschieht. 

Die Gebietssteckbriefe in der Anlage zum Umweltbericht werden um Ausführungen zu Vermeidungs-, Verminderungs- oder Kompensationsmaßnahmen und der Einschätzung der Erheblichkeit der voraussichtlichen Umweltauswirkungen ergänzt. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen (Lärm, Schlagschatten, Abfälle, Gefahrstoffe, Artenschutz, Waldbrandvorsorge, Kompensationsflächen usw.) sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Hinsichtlich der Ausweisung von Beschleunigungsgebieten nutzt die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg die Ausnahmeregelung gemäß § 28 (5) ROG. Da das Planaufstellungsverfahren vor dem 15. August 2025 förmlich eingeleitet wurde, kann die erforderliche Ausweisung von Beschleunigungsgebieten und die Aufstellung von Regeln für Minderungsmaßnahmen ausnahmsweise in einem nachfolgenden, innerhalb von drei Monaten förmlich einzuleitenden separaten Planungsverfahren erfolgen.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001837_008 ID Stellungnehmer: 1001849
Umweltbericht
Inhalt

zur Schutzgebietskulisse Natura2000:
Folgende Natura2000-Gebiete liegen in räumlicher Nähe zu den Vorranggebieten Luko bzw. Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau:

  • FFH-Gebiet "Rossel, Buchholz und Streetzer Busch nördlich Roßlau" (FFHOO62LSA/DE 4039301)

  • FFH-Gebiet „Olbitzbach-Niederung nordöstlich Roßlau" (FFHOO63LSA/DE 4039 302)

  • FFH-Gebiet „Kühnauer Heide und Elbaue zwischen Aken und Dessau" (FFH0125LSA/DE 4138301)

  • FFH-Gebiet „Brambach südwestlich Dessau" (FFHO126LSA/DE 4238 301)

  • Vogelschutzgebiet „Mittlere Elbe einschließlich Steckby-Lödderitzer Forst" (SPADOO1LSA/DE4139401)

Wie im vorliegenden Umweltbericht dargestellt, war keine abschließende FFH-Verträglichkeitsvorprüfung auf Planungsebene aufgrund der nicht im einzelnen identifizierbaren Wirkfaktoren der einzelnen Vorhaben in den geplanten Vorranggebieten möglich: „Die konkreten möglichen anlage-, bau- und betriebsbedingten Beeinträchtigungen sind auf Ebene der Regionalplanung kaum bzw. unzureichend ermittelbar“ (Seite 64 des Umweltberichts Teilplan Wind 2027). Folglich ist jedoch im Umweltbericht klarzustellen, dass das Vorhaben auf dieser Planungsebene nicht abschließend auf FFH-Verträglichkeit geprüft werden konnte. Ohne eine Prüfung möglicher Wirkfaktoren können auch keine erheblichen Beeinträchtigungen zweifelsfrei ausgeschlossen werden. Dies ist in den Unterlagen richtig zu stellen.

In der Tabelle zum Abschnitt 5.1 des Umweltberichtes werden Anhang-IV-Arten der FFH-Richtlinie abgeprüft, wobei für das Gebiet der Stadt Dessau-Roßlau keine schlaggefährdeten Anhang-Il-Arten der FFH-Richtlinie in den nahegelegenen FFH-Gebieten bekannt sind.
Die aufgeführten schlaggefährdeten Fledermaus-Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie sind Teil des  Schutz-zwecks der nahegelegenen FFH-Gebiete laut § 2 Abs. 2 Nr. 1 der jeweiligen Anlagen der N2000-LVO LSA zu den FFH-Gebieten. Diese Tierarten weisen große Wirkradien auf, die entsprechend bei der naturschutzfachlichen und -rechtlichen Bewertung des Teilplans und aller daraus resultierenden Vorhaben zu berücksichtigen sind.

Es ist im Umweltbericht und bei der weiteren Planung und Umsetzung dieses Plans zu berücksichtigen, dass bei FFH-Verträglichkeits-Vorprüfungen keine Schutz- oder Vermeidungsmaßnahmen berücksichtigt werden dürfen (EuGH-Urteil vom 12.04.2018, Rechtssache C 323/17). Sollte im Rahmen der Vorprüfung ohne Berücksichtigung solcher Maßnahmen die FFH-Verträglichkeit eines Vorhabens nicht nachvollziehbar und sachlogisch dargelegt werden können, ist eine vertiefende FFH-Verträglichkeitsprüfung durchzuführen, im Rahmen derer Vermeidungs- und Schutzmaßnahmen festgelegt werden können.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Teilweise / sinngemäß folgen

Begründung

Der Hinweis, dass ohne hinreichende Kenntnis über mögliche Wirkfaktoren eine Prüfung derer nicht möglich ist und somit auf der Planebene mögliche erhebliche Beeinträchtigungen nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden können, wird in den Umweltbericht aufgenommen.

Hinsichtlich der Prüfung der Betroffenheit des jeweiligen Schutzzwecks bzw. wertgebender Bestandteile der umliegenenden FFH-Gebiete wird auf das Vorhabenzulassungsverfahren verwiesen. 

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001837_009 ID Stellungnehmer: 1001849
Umweltbericht Anhang
Inhalt

zum Vorranggebiet Luko (XV):
Der sachliche Teilplan „Windenergie 2027" sieht für das Gebiet der Stadt Dessau-Roßlau eine Veränderung zum derzeit aktuellen sachlichen Teilplan „Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ vom 30. Mai 2018 vor, insofern das Vorranggebiet Luko (XV) zum Teil auf Flächen innerhalb des Gebietes der Stadt Dessau-Roßlau erweitert werden soll. Diese Flächenerweiterung umfasst auf dem Gebiet der Stadt Dessau-Roßlau ca. 53.000 m2 und unterliegt derzeit einer Nutzung als Acker sowie als Verkehrsflächen.
Im gebietsbezogenen Steckbrief Nr. 15 werden folgende Anmerkungen gegeben:
zur Avifauna: 

Der Bewertung der Zeile 3i mit der Konfliktintensität der Stufe Mittel wird nicht gefolgt, da bekannte Horststandorte des Rot- sowie des Schwarzmilans unter 500 m entfernt zur äußeren Kante des Vorranggebietes bekannt sind (Richtung Westen auf Flurstücke 312 und 314 der Flur 5 in der Gemarkung Mühlstedt). Die Daten entsprechen den Kartierungen des Rotmilanzentrums aus 2021/22 (vom Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt), welche laut Umweltbericht ebenfalls als Grundlage dienten. Vorliegend ist somit der Nahbereich des Rot- und Schwarzmilans betroffen und nicht, wie angegeben, der zentrale Prüfbereich und demnach die Zeile 3i mit der Stufe Hoch zu bewerten ist (vgl. Bewertungsmaßstab ab Seite 21 Umweltbericht). Es ist grundsätzlich die äußerste Kante der Vorranggebiete für die Berechnung der Abstände zugrunde zu legen, da der vorgelegte Entwurf ein “Rotor-out*-Prinzip vorsieht und somit der Mastfuß auch an der äußersten Grenze stehen könnte.
Des Weiteren ist anzumerken, dass die in der Bewertung der Zeile 3i herangezogene einfache  Habitatpotenzialanalyse für die Arten Rot- und Schwarzmilan in den Unterlagen fehlt und somit der
Ausschluss der Signifikanz nicht nachvollzogen werden kann.

zu Fledermäusen:
Die Abstände zwischen den Vorkommensbereichen der verschiedenen Fledermausarten und der jeweiligen Vorranggebiete sind an die artspezifischen traditionellen Wirkradien anzupassen oder es sind entsprechende wirksame Schutzmaßnahmen bei der Umsetzung des Teilplans Windenergie 2027 vorzusehen.
Im Bereich der Stadt Dessau-Roßlau kommen folgende Fledermaus-Arten in der räumlichen Nähe des
Vorranggebietes Luko XV vor.
Großer Abendsegler
Bei dem Großen Abendsegler beträgt der Abstand zwischen Jagdrevier und Tagesquartier traditionell bis zu 6 km (1). Der Große Abendsegler kommt laut dem zugehörigen Standarddatenbogen in dem FFH-Gebiet „Rossel, Buchholz und Streetzer Busch“ vor. Hier hat die Art einen residenten Status. Der Abstand zwischen FFH-Gebiet und dem Vorranggebiet Luko beträgt laut dem Umweltbericht 1,2 km, was eine deutlich kleinere Entfernung darstellt als der zu erwartende maximale Wirkradius des Großen Abendseglers. Es ist folglich davon auszugehen, dass die Art aufgrund der räumlichen Nähe zwischen dem Vorranggebiet Luko und Vorkommensgebiet im FFH-Gebiet bei zukünftigen Windenergieanlagen auch in diesem Bereich betroffen sein wird.
Zwergfledermaus
Der Abstand zwischen Jagdrevier und Tagesquartier der Zwergfledermaus wird in der Literatur mit 1 bis 2 km angegeben (1). Sie nimmt laut dem Standarddatenbogen des FFH-Gebietes „Rossel, Buchholz und Streetzer Busch" einen residenten Status ein und ist vorhanden. Die Entfernung zwischen dem FFH-Gebiet ,Rossel, Buchholz und Streetzer Busch" und dem Vorranggebiet Luko umfasst 1,2 km, was innerhalb des traditionellen Wirkradius der Art liegt (1 bis 2 km, (1)). Auch hier ist mit einer Betroffenheit der Art durch Windenergieanlagen im Vorranggebiet zu rechnen.

Mückenfledermaus
Die Mückenfledermaus überbrückt laut Literaturangaben ca. 2 km zwischen Jagdgebiet und Tagesquartier (5). Sie besitzt einen Verbreitungsschwerpunkt in Sachsen-Anhalt und weist insbesondere im Biosphärenreservat „Mittelelbe“ ein konzentriertes Vorkommen auf (4). Laut den Standarddatenbögen ist die Art im FFH-Gebiet „Rossel, Buchholz und Streetzer Busch" sowie „Olbitzbach-Niederung nordöstlich Roßlau“ vorhanden und weist einen residenten Status auf. Der Abstand zwischen dem Vorranggebiet Luko und dem FFH-Gebiet „Rossel, Buchholz und Streetzer Busch" (1,2 km) bzw. zum FFH-Gebiet „Olbitzbach-Niederung nordöstlich Roßlau" (0,05 km) liegt deutlich unterhalb des maximalen Bewegungsradius dieser Fledermausart (ca. 2 km). Folglich ist von
einer Betroffenheit dieser Art beim Bau und Betrieb von zukünftigen Windenergieanlagen im Vorranggebiet Luko auszugehen.
Kleiner Abendsegler
Der traditionelle Abstand zwischen Jagdrevier und Tagesquartier des Kleinen Abendseglers beträgt bis zu 17 km (2). Im Standardbogen zum FFH-Gebiet „Rossel, Buchholz und Streetzer Busch" ist der Kleine Abendsegler als vorkommende Art mit residentem Status vermerkt. Zwischen dem FFH-Gebiet und dem Vorranggebiet Luko liegt ein Abstand von 1,2 km vor. Diese Entfernung liegt deutlich unter dem maximal zu erwartenden Bewegungsradius des Kleinen Abendseglers (bis zu 17 km). Es ist folglich davon auszugehen, dass die Art aufgrund der räumlichen Nähe zwischen Vorranggebiet und Vorkommensbereich bei zukünftigen Windenergieanlagen innerhalb des Vorranggebietes Luko betroffen sein wird.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Entsprechend der durch das Landesamt für Umweltschutz des Landes Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellten Daten besteht westlich und südlich des Vorranggebietes jeweils ein Brutvorkommen des Rotmilanes, deren Nahbereiche bei der Abgrenzung des Vorranggebietes vollumfänglich beachtet wurden. Ein weiterer Nachweis eines Brutplatzes, dessen Nahbereich das Vorranggebiet berührt, liegt der Planungsträgerin nicht vor. Eine standortkonkrete Betrachtung hat im Vorhabenzulassungsverfahren zu erfolgen.

Die in Anlehnung an eine Habitatpotenzialanalyse durchgeführte artenschutzrechtliche Vorprüfung stellt für diesen Planentwurf ein Analyseinstrument dar, um maßstabsgerecht das Konfliktrisiko für die, durch den Bundesgesetzgeber als kollisionsgefährdet definierten, Brutvogelarten abschätzen und minimieren zu können. Dieses Analyseinstrument samt Methodik kann selbstverständlich nicht den Anspruch erheben, das Konfliktrisiko vollständig zu minimieren. Bei dieser Herangehensweise geht es darum, im iterativen Planungsprozess stufenweise die potenziellen Windenergieflächen auszuwählen, die im Verhältnis zur Gesamtheit aller Potenzialflächen das geringste Konfliktpotenzial vorweisen. Mit Hilfe der Habitatpotenzialanalyse konnten bereits im Rahmen der Entwurfserarbeitung Potenzialflächen ausgesondert werden, die aufgrund ihrer Habitatausstattung von vornherein nicht als Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie in Frage kamen. Die Ergebnisse dieses Arbeitsmaterials flossen in den Umweltbericht ein.

Im Rahmen der Vorbereitung zur Durchführung einer artenschutzrechlichen Vorprüfung für den Rotmilan und Schwarzmilan wurde sich an den Ausführungen des Kompetenzzentrums Naturschutz und Energiewende (KNE) sowie der ARSU GmbH hinsichtlich Bewertung, Eignung und Umsetzung einer Habitatpotenzialanalyse orientiert. Aus diesen Ausführungen ging die in Anlehnung an eine Habitatpotenzialanalyse durchgeführte artenschutzrechtliche Vorprüfung hervor. (s. KNE 2023: Anfrage Nr. 337 zu Habitatpotenzialanalyse und artspezifischer Habitatbindung; ARSU GmbH 2023: Fachkonzept Habitatpotentialanalyse, Teilbericht des Projekts: Standardisierung der artenschutzfachlichen Methode im Genehmigungs- und Planungsverfahren).

Die entsprechend des Leitfadens "Artenschutz an Windenergieanlagen" in Sachsen-Anhalt kollisionsgefährdeten Fledermausarten fanden bereits in der Planungskonzeption Berücksichtigung. Die entsprechenden Reproduktionsstandorte wurden einschließlich eines Puffers von 1.000 Metern von Vorranggebietsfestlegungen ausgenommen. 

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen sind, u.a. in Bezug auf artenschutzfachliche/-rechtliche Konflikte, Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001837_010 ID Stellungnehmer: 1001849
Umweltbericht Anhang
Inhalt

Zum gebietsbezogenen Steckbrief Nr. 11 werden folgende Anmerkungen gegeben:
Das bekannte Vorkommen der Vogel- sowie Fledermausarten wurde insbesondere in den Zeilen 31, 3m sowie 3n nicht ausreichend berücksichtigt. Es fehlen die entsprechenden Nennungen der Arten/Artengruppen in der Spalte „Bestand und Betroffenheit des Schutzgutes“. 
Es wurden bereits in der Stellungnahme vom 28. April 2023 des Amtes für Umwelt- und Naturschutz im Rahmen der Beteiligung zum Aufstellungsbeschluss/Scoping das Vorkommen konkreter Vogel- sowie Fledermausarten im Bereich um das Vorranggebiet „Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau“ genannt. Die übermittelten Fachdaten der unteren Naturschutzbehörde wurden zudem in einer Karte mit dem Titel 04_Scoping_Quellendorf_E4_E5_E6 im Rahmen der vorgenannten Beteiligung übermittelt, finden aber im nun vorgelegten gebietsbezogenen Steckbrief Nr. 11 zur Bewertung des Bestandes und der Betroffenheit des Schutzgutes Flora/Fauna/Biodiversitat nur unzureichend Berücksichtigung.
zur Avifauna:
Genannt wurden in vorgenannter Stellungnahme aus 2023 folgende im Gebiet vorkommende Vogelarten, welche als europäische Vogelarten alle besonders geschützt sind:

Mäusebussard (Buteo buteo)

Rotmilan (Milvus milvus)
Rohrweihe (Circus aeruginosus)
Graugans (Anser anser)
Kranich (Grus grus)
Blasshuhn (Fulica atra)
Teichhuhn (Gallinula chloropus)
Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus)
Rothalstaucher (Podiceps grisegena)
Eisvogel (Alcedo atthis)
Weißstorch (Ciconia ciconia)
Schwarzmilan (Milvus migrans)
Gebirgsstelze (Motacilla cinerea)

Von den vorgenannten Arten sind folgende darüber hinaus geschützt nach Anhang I des Art. 4 Abs. 2VS-RL:
Rotmilan (Milvus milvus)
Rohrweihe (Circus aeruginosus)
Kranich (Grus grus)
Eisvogel (Alcedo atthis)
Weißstorch (Ciconia ciconia)
Schwarzmilan (Milvus migrans)
Von den genannten Vogelarten sind laut dem "Leitfaden Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt“ folgende Arten kollisionsgefährdet:
Rotmilan (Milvus milvus)
Rohrweihe (Circus aeruginosus)
Kranich (Grus grus)
Weißstorch (Ciconia ciconia)
Schwarzmilan (Milvus migrans)

von den genannten Vogelarten sind laut dem „Leitfaden Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt“ folgende Arten besonders störungsempfindlich:
. Rotmilan (Milvus milvus)
. Graugans (Anser anser)
. Kranich (Grus grus)

zu Fledermäusen:
Die Abstände zwischen den Vorkommensbereichen der verschiedenen Fledermausarten und der jeweiligen Vorranggebiete sind an die artspezifischen traditionellen Wirkradien anzupassen oder es sind entsprechende wirksame Schutzmaßnahmen bei der Umsetzung des Teilplans Windenergie 2027 vorzusehen.
Im Bereich der Stadt Dessau-Roßlau kommen folgende Fledermaus-Arten auch in der räumlichen Nähe des Vorranggebietes Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau vor.

Breitflügelfledermaus
Die Breitflügelfledermaus überbrückt traditionell einen Abstand zwischen Jagdrevier und Tagesquartier von 6 bis 8 km (1). Sie nimmt laut den Standarddatenbögen der FFH-Gebiete „Brambach südwestlich Dessau" und „Kühnauer Heide und Elbaue zwischen Aken und Dessau" in beiden Schutzgebieten einen residenten Status ein und ist in beiden Schutzgebieten vorhanden. Sowohl die Entfernung zwischen dem Vorranggebiet Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau und dem FFH-Gebiet ,Brambach südwestlich Dessau" (0,5 km) als auch zwischen diesem Vorranggebiet und dem FFH-Gebiet „Kühnauer Heide und Elbaue zwischen Aken und Dessau” (3,6 km) liegt deutlich unterhalb der traditionellen maximalen Wirkbereiche dieser Fledermaus-Art außerhalb des Winterruhe. Es ist folglich davon auszugehen, dass die Art Breitflügelfiedermaus aufgrund der räumlichen Nähe zwischen Vorranggebiet und Vorkommensgebiet bei zukünftigen Windenergieanlagen in diesem Bereich betroffen sein wird.
Großer Abendsegler
Bei dem Großen Abendsegler beträgt der Abstand zwischen Jagdrevier und Tagesquartier traditionell bis zu 6 km (1). Im FFH-Gebiet „Brambach südwestlich Dessau" weist die Art laut Standarddatenbogen einen residenten Status auf und ist als vorhanden eingestuft. Gemäß des Managementpians zu diesem FFH-Gebiet reproduziert der Große Abendsegler auch in diesem Schutzgebiet (Seite 74, (3)). Die Entfernung zwischen dem Vorranggebiet Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau und diesem Vorkommensbereich liegt mit 0,5 km deutlich unter dem zu erwartenden Wirkradius dieser Art Ein weiteres Vorkommen des Großen Abendseglers befindet sich im FFH-Gebiet „Kühnauer Heide und Elbaue zwischen Aken und Dessau", das einen Abstand von 3,6 km zum Vorranggebiet Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau aufweist. Auch hier liegt der Abstand zwischen Vorkommensbereich und Vorranggebiet innerhalb des traditionellen Wirkradius der Fledermaus-Art.
Folglich ist von einer Betroffenheit dieser Art beim Bau und Betrieb von zukünftigen Windenergieanlagen
im Vorranggebiet Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau auszugehen.
Zwergfledermaus
Der Abstand zwischen Jagdrevier und Tagesquartier der Zwergfledermaus wird in der Literatur mit 1 bis 2 km angegeben (1). Sie nimmt laut dem Standarddatenbogen des FFH-Gebietes „Brambach südwestlich Dessau" einen residenten Status ein und wird als vorhanden eingestuft. Der räumliche Abstand zwischen dem FFH-Gebiet „Brambach südwestlich Dessau" und dem Vorranggebiet Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau beträgt 0,5 km. Diese Entfernung ist deutlich kleiner als der zu erwartende maximale Aktivitätsradius der Zwergfledermaus. Folglich ist von einer Betroffenheit dieser Art beim Bau und Betrieb von zukünftigen Windenergieanlagen im Vorranggebiet Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau auszugehen.
Mückenfledermaus
Die Mückenfledermaus überbrückt laut Literaturangaben ca. 2 km zwischen Jagdgebiet und Tagesquartier (5). Sie besitzt einen Verbreitungsschwerpunkt in Sachsen-Anhalt und weist insbesondere im Biosphärenreservat ,Mittelelbe" ein konzentriertes Vorkommen auf (4). Laut den Standarddatenbögen ist die Art im FFH-Gebiet „Brambach südwestlich Dessau" sowie im FFH-Gebiet „Kühnauer Heide und Elbaue zwischen Aken und Dessau" vorhanden und ist dort mit einem residenten Status vermerkt. Letzteres Schutzgebiet stellt einen Teil des Biosphärenreservats „Mittelelbe" dar und ist somit als ein Bereich mit konzentriertem Vorkommen der Mückenfledermaus anzusehen. Die Entfernung zwischen dem FFH-Gebiet „Brambach südwestlich Dessau" und dem Vorranggebiet Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau beträgt 0,5 km und das FFH-Gebiet „Kühnauer Heide und Elbaue zwischen Aken und Dessau" und das Vorranggebiet liegen 3,6 km auseinander. Das Vorranggebiet
Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau liegt somit für die Population im FFH-Gebiet „Brambach südwestlich Dessau" innerhalb des zu erwartenden Aktivitätsradius für die tägliche Jagd. Es ist folglich davon auszugehen, dass die Art Mückenfledermaus aufgrund der räumlichen Nähe zwischen Vorranggebiet und Vorkommensgebiet bei zukünftigen Windenergieanlagen in diesem Bereich betroffen sein wird. 

Rauhhautfledermaus
Bei der Rauhhautfledermaus beträgt der zu erwartende Abstand zwischen Jagdrevier und Tagesquartier 5 bis 6 km (2). Laut dem Standarddatenbogen des FFH-Gebiets „Kühnauer Heide und Elbaue zwischen Aken und Dessau" ist die Art im Gebiet vorhanden und mit einem residenten Status vermerkt.
Der Abstand zwischen dem FFH-Gebiet und dem Vorranggebiet Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau beträgt 3,6 km, was innerhalb des Aktivitätsradius der Rauhhautfledermaus liegt. Auch hier ist mit einer Betroffenheit der Art durch Windenergieanlagen im Vorranggebiet Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau zu rechnen.

Kleiner Abendsegler

Der traditionelle Abstand zwischen Jagdrevier und Tagesquartier des Kleinen Abendseglers beträgt bis zu 17 km (2). Im FFH-Gebiet „Kühnauer Heide und Elbaue zwischen Aken und Dessau" nimmt die Art laut dem Standarddatenbogen einen residenten Status ein und ist als vorhanden aufgeführt. Die Entfernung von diesem Vorkommensgebiet zum Vorranggebiet Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau beträgt 3,6 km, was innerhalb des zu erwartenden Wirkradius der Art liegt. Folglich ist von einer Betroffenheit dieser Art beim Bau und Betrieb von zukünftigen Windenergieanlagen im Vorranggebiet Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau auszugehen.

Mit Stellungnahme vom 28. April 2023 wurde ebenfalls bereits angeführt, dass laut den Untersuchungen von Rosenau (2013) im Umfeld des Vorranggebietes u. a. zwei Wochenstubenquartiere des Großen Abendseglers festgestellt wurden (in ca. 750 m nördlicher Richtung sowie ca. 800 m östlicher Richtung zum Vorranggebiet XI), die mit hoher Wahrscheinlichkeit einem Quartierverbund angehören, der möglicherweise zur Wochenstubenzeit > 50 Individuen umfasst. Des Weiteren wurden mittels einer beigefügten Karte bekannte Vorkommen vom Großen sowie Kleinen Abendsegler sowie ein Winter- und Schwarmquartier mitgeteilt. Somit davon auszugehen, dass sich innerhalb des Umkreises von 1.000 m Reproduktionsstandorte kollissionsgefährdeter Fledermausarten befinden und die Bewertung in der Zeile 30 des gebietsbezogenen Steckbriefes Nr. 11 müsste mit der Konfliktintensität Hoch eingestuft werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Eine Betrachtung besonders/streng geschützter Arten erfolgte nur innergebietlich. Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht).

Die vorhandener Reproduktionsstandorte und Winterquartiere der laut Leitfaden "Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt" als kollisionsgefährdet definierten Fledermausarten wurden inklusive eines 1000-Meter-Puffers von den Vorranggebietsfestlegungen ausgenommen. Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung. 

Für die vorliegende Planung wurden flächendeckend vorliegende Daten des LAU aus dem Jahr 2025 verwendet. Insofern weitreichendere naturschutzfachliche Daten bei den Naturschutzbehörden vorhanden sind, wird darum gebeten, diese für zukünftige Planungen in den Datensatz des LAU einpflegen zu lassen.

Abwägungsentscheidung 

StN-ID: 1001837_011 ID Stellungnehmer: 1001849
Windenergie 2027
Inhalt

Untere Bodenschutzbehörde
Für die Vorranggebiete XI — Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau und XV — Luko konnten zum jetzigen Zeitpunkt keine Altlastenverdachtsflächen festgestellt werden. Die Vorranggebiete wurden jedoch nicht konkret, mit den für eine Prüfung notwendigen Grundstücksangaben (Gemarkung, Flur, Flurstück) bezeichnet, aufgrund dessen diese Information unter Vorbehalt ergeht. Um verlässliche Aussagen im Hinblick auf eventuell bestehende Bodenbelastungen erteilen zu können, ist innerhalb der weiteren Planung die Angabe der konkreten Grundstücksangaben unerlässlich.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001837_012 ID Stellungnehmer: 1001849
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Gewässerrandstreifen:
Gemäß § 50 Abs. 2 WG LSA ist es im Gewässerrandstreifen verboten, nicht standortgebundene bauliche Anlagen, Wege und Plätze zu errichten. Für Gewässer 1. Ordnung sind 10 m und für Gewässer 2. Ordnung sind 5 m Gewässerrandstreifen von der Böschungsoberkante einzuhalten. Die Wasserbehörde kann nach § 50 Abs. 3 WG LSA eine Ausnahmegenehmigung erteilen.
Gewässerquerungen:
Die Herstellung und die wesentlichen Änderungen von Anlagen nach § 36 WHG, auch Aufschüttungen oder Abgrabungen in und an oberirdischen Gewässern, bedürfen nach § 49 WG LSA einer Genehmigung durch die Wasserbehörde.
Erdaufschlüsse:
Erdaufschlüsse (Arbeiten die unmittelbar oder mittelbar Einfluss auf das Grundwasser haben) müssen nach § 49 WHG mindestens 4 Wochen vor Baubeginn bei der zuständigen Behörde angezeigt werden.
Grundwasserabsenkung:
Werden im Zuge der Errichtung von Windenergieanlagen Grundwasserabsenkungen notwendig, bedarf es einer wasserrechtlichen Erlaubnis gemäß § 8 ff WHG. Hierfür ist ein formloser Antrag digital und 2-fach in Papierform spätestens zwei Wochen vor Baubeginn bei der unteren Wasserbehörde einzureichen.

Auf der Fläche Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau verläuft das Gewässer Libbesdorfer Landgraben (Gewässer 2. Ordnung). Südwestlich der Fläche 11 grenzt ebenfalls ein Gewässer 2. Ordnung an. Dies sollte bei der Aufstellung der Windanlagen beachtet werden. Die Belange hinsichtlich Gewässerrandstreifen sind bei der Errichtung der Windenergieanlagen zu beachten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001837_013 ID Stellungnehmer: 1001849
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XV Luko
Inhalt

Auf der Fläche bei Luko verläuft das Gewässer Fauler Graben (Gewässer 2. Ordnung). Dies sollte bei der Aufstellung der Windanlagen beachtet werden. Die Belange hinsichtlich Gewässerrandstreifen sind bei der Errichtung der Windenergieanlagen zu beachten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001837_014 ID Stellungnehmer: 1001849
Windenergie 2027
Inhalt

Den Ausführungen des Umweltberichtes, dass bezogen auf die Kalt- und Frischluftentstehungsgebiete und den Luftleitbahnen eine geringe Konfliktintensität besteht und keine Betroffenheit vorliegt, wird seitens der unteren Immissionsschutzbehörde gefolgt.

Aus immissionsschutzrechtlicher Sicht ist gegen die Vorhabengebiete grundsätzlich nichts einzuwenden. Durch das Beibehalten des 1.000 m Abstands um „Siedlungsflächen mit überwiegender Wohn- und Erholungsnutzung und um Kur- und Klinikgebiete‘ können mögliche schädliche Umwelteinwirkungen (hier: erhebliche Belästigungen durch Geräusche oder Schattenwurf) durch den Betrieb der Windenergieanlagen bereits bei der Ausweisung zusätzlicher Vorranggebiete für die Windenergienutzung weitestgehend vermieden werden.
Unter welchen immissionsschutzrechtlichen Randbedingungen (z. B. zulässiger Schallleistungspegel, Nachtabsenkung, Schattenwurfabschaltung, etc.) zusätzliche Windenergieanlagen/Windparks am konkreten Standort betrieben werden können, bleibt der gebotenen Einzelfallbetrachtung im Genehmigungsverfahren vorbehalten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001837_015 ID Stellungnehmer: 1001849
Planungskonzeption
Inhalt

Grundsätzlich positiv bewertet wird, dass die Fläche der UNESCO-Welterbestätte Gartenreich Dessau-Wörlitz (Kernzone und Pufferzone) prinzipiell von der Errichtung von raumbedeutsamen Windenergieanlagen ausgeschlossen wird.
Dies gilt jedoch nicht für den Denkmalbereich Ortslage Mosigkau, der die Pufferzone um Schloss und Park Mosigkau (als Teil des UNESCO-Welterbes-Kernzone) darstellt, mit der Begründung, dass innerhalb dieser Pufferzone bereits ein Windpark rechtmäßig errichtet wurde. Die Ausweisung dieses Vorranggebietes und Errichtung von WEA ist (mit Ausnahme der 2024 errichteten zwei deutlich höheren Anlagen) vor Ausweisung des Denkmalbereichs erfolgt. Die bereits bestehenden Anlagen sind teilweise deutlich von Schloss und Park sichtbar.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001837_016 ID Stellungnehmer: 1001849
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Die Erweiterung des Vorranggebietes XI um eine weitere Fläche wird deshalb kritisch gesehen, diese liegt in Sichtbeziehung zu Schloss und Park Mosigkau. Diese im Gartenreich bewusst gesetzten historischen Sichtachsen und Sichten müssen mit dem Ziel, die visuelle Integrität der historischen Kulturlandschaft zu bewahren, ungestört vom Blick auf technische und bewegliche Elemente bleiben.
Insbesondere dadurch, dass Windenergieanlagen keine statischen Bauwerke, sondern technische Anlagen mit Rotorblättern sind, deren permanente Bewegung am Horizont geeignet ist, die Aufmerksamkeit des Betrachters aktiv auf sich zu ziehen, kann ihre Errichtung aus denkmalfachlicher Sicht für die Wahrnehmbarkeit der historischen Kulturlandschaft zu erheblichen Beeinträchtigungen führen.
Hier wird auf die SWECO-Studie (2016) verwiesen, die für einzelne Standorte bereits Anhaltspunkte liefert. Ebenso kann das Diskussionspapier vom Landschaftsplanungsbüro Dr. Reichhoff (Nov. 2022) herangezogen werden, das im Wesentlichen auf eine Höhenstaffelung in Bezug auf den Abstand zu den historischen Gartenanlagen verweist. Die Empfehlungen der genannten Studie beinhalten für Entfernungen von 5 km - 7,5 km zu historischen Gartenanlagen eine Höhenbegrenzung auf 150 m.

Anzumerken ist, dass nahezu das gesamte Vorranggebiet XI einschließlich der Erweiterungsfläche in kürzerer Entfernung, d. h. innerhalb eines 5 km-Radius zu Schloss und Park Mosigkau liegt.
Im Anhang 1 zum Umweltbericht werden für das Vorranggebiet Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau unter 9c UNESCO-Welterbestätten mittlere Umweltauswirkungen beschrieben mit der Begründung, das VRG liegt weniger als 7,5 km von der UNESCO-Welterbestätte Gartenreich Dessau-Wörlitz entfernt. Es ist anzunehmen, dass damit eine Entfernung zwischen 5 und 7,5 km gemeint ist (in Bezug zu Tabelle 24 im Umweltbericht).
Die nördliche Grenze des Vorranggebietes liegt ca. 2,6 km von Schloss und Park Mosigkau entfernt, der Abstand der nächstgelegenen vorhandenen Anlage beträgt ca. 2,85 km. Auch die nördliche Grenze des Erweiterungsbereichs liegt nur ca. 2,8 km entfernt. Die Entfernungen betragen somit unter 5 km, die entsprechenden Auswirkungen auf die UNESCO-Welterbestätte sind mit „hoch“ zu beschreiben. Die Darstellung der Konfliktintensität/Betroffenheit bzw. Auswirkung als „mittel“ ist somit nicht korrekt.
Die pauschale Aussage unter 2.1.4.8 UNESCO-Welterbestatten in der Planungskonzeption (S. 13), dass von dem bestehenden Windpark keine erhebliche Beeinträchtigung zu erkennen ist, kann nicht geteilt werden.
Mit den bereits schon errichteten WEA und dem zu erwartenden Repowering, insbesondere durch die neue Höhe der WEA von ca. 250 m, wird die bereits bestehende Wahrnehmbarkeit nochmals betont und die störende Wirkung deutlich erhöht.
Um eine erhebliche Beeinträchtigung der UNESCO-Welterbestätte Schloss und Park Mosigkau  auszuschließen, sind deshalb für alle potentiellen Standorte im Vorranggebiet XI mit der Erweiterungsfläche detaillierte Visualisierungen vorzunehmen, um über evtl. erforderliche Höhenbegrenzungen entscheiden zu können.
Ohne eine aussagefähige Visualisierung und Gefährdungsbeurteilung, die die Dynamik der  Windenergieanlagen einzeln und in ihrer Gesamtheit berücksichtigt, ist eine allgemeine Festlegung, in welchem Abstand WEA von Schloss und Park Mosigkau bzw. des UNESCO-Welterbes Gartenreich Dessau-Wörlitz keine erhebliche Beeinträchtigung mehr verursachen, nicht möglich.
Eine Gefährdungsbeurteilung für die konkreten Standorte ist nur anhand von realistischen Sichtanalysen und aussagefähigen Visualisierungen möglich, die vor allem das Geländeprofil, die Höhe und Spannweite der Anlagen sowie ihre Bewegungen verdeutlichen. Vegetation als Sichthinderung ist zu berücksichtigen, kann aber nicht in jedem Fall eine erhebliche Beeinträchtigung verhindern, da diese im Wesentlichen nur saisonal Blattwerk trägt.
Neben der erheblichen Beeinträchtigung der Welterbestätte Gartenreich Dessau-Wörlitz (Schloss und Park Mosigkau) sind Beeinträchtigungen der Ortslage Mosigkau mit den vorhandenen Baudenkmalen, insbesondere der Kirche, dem historischen Ortskern sowie der räumlichen Wahrnehmung der Ortslage im historischen Landschaftsraum gegeben. Die hoch aufragenden technische Anlagen, deren Fernwirkung durch die Dynamik der sich drehenden Rotoren und der Signalfeuer noch verstärkt wird, wirken in Bezug auf die Wahrnehmung der Kulturlandschaft raumgreifend, maßstabsverändernd und dominant.
Bereits die bestehenden WEA, jüngst ergänzt durch zwei Anlagen mit einer Höhe von 241m sind an vielen Stellen im Ort und aus der umgebenden Landschaft, insbesondere in der  Silhouettenwirkung von Dessau kommend sichtbar. Hier treten die WEA in erhebliche visuelle Konkurrenz zur ursprünglich in der Höhe dominierenden Kirche. Als neue Dominanzpunkte führen die WEA zur technischen Überprägung der Landschaft und damit zu einer Beeinträchtigung des charakteristischen Landschaftsbildes und der charakteristischen Horizontlinie. Kirchturm und die historischen Gebäude in der Ortslage verlieren ihre Maßstäblichkeit.
In den konkreten Genehmigungsverfahren muss im Rahmen von Einzelfallbetrachtungen geprüft werden, inwieweit eine erhebliche Beeinträchtigung der UNESCO-Welterbestätten bzw. der betroffenen  Baudenkmale durch das jeweilige Vorhaben entsteht.

Erst dann können Aussagen zur Genehmigungsfähigkeit und evtl. Auflagen (z. B. Höhenbegrenzungen) getroffen werden. Auf eine ausführliche Beschreibung der betroffenen Schutzgüter (UNESCO-Welterbestätte, Denkmalbereiche, Baudenkmale) wird hier verzichtet. Es wird auf die Stellungnahmen des LDA sowie der KSDW verwiesen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Bei diesem Vorranggebiet handelt es sich um ein bereits in 2018 rechtskräftig ausgewiesenes Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie, welches mit 20 Windenergieanlagen mit Bauhöhen von 149 bis 241 m bebaut ist. Die vorhandenen, rechtmäßig errichteten Windenergieanlagen dürfen gem. § 249 Absatz 3 BauGB am Standort, auch außerhalb von Vorranggebieten (betrifft 4 Windenergieanlagen), dem Repowering unterzogen werden, sodass auch weiterhin ein Windpark im Bereich des geplanten Vorranggebietes existieren wird. Im 1. Entwurf wurde eine geringfügige Erweiterung des rechtskräftigen Vorranggebietes für die Nutzung der Windenergie vorgenommen, die den Auswahlkriterien der Planungskonzeption entspricht.

Nach Inkrafttreten des Sachlichen Teilplans "Nutzung der Windenergie in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg" am 29.09.2018 wurde durch die Denkmalschutzbehörden die Pufferzone des Gartenreiches Dessau-Wörlitz um die Exklave Schloss und Park Mosigkau im Jahr 2020 erweitert, sodass sich nunmehr das Vorranggebiet für die Nutzung der Windenergie komplett in dieser Pufferzone befindet. Der neu ausgewiesene Denkmalbereich Mosigkau überschreitet die historische Landesgrenze des Fürstentums Anhalt-Dessau und ist im Vergleich zum Schlossensemble (ca. 6,5 ha) mit 12.100 ha Ausdehnung in der historischen Feldflur sehr groß dimensioniert. Die aktuelle Ortslage von Mosigkau überprägt den historischen Übergangsbereich vom Schloss und Park zur umgebenden "historischen Feldflur" vollkommen, so dass keine räumlichen Beziehungen zu den offenen Feldlagen mehr bestehen. Die raumordnerischen Festlegungen wurden bei der Ausweisung des neuen Denkmalbereiches nicht beachtet.

Die im Umweltbericht dokumentierte mittlere Bewertung der Konfliktträchtigkeit entspricht dem Bewertungsmaßstab, da es sich nur bei Dominanz einzelner Windenergieanlagen um eine mögliche Beeinträchtigung des Schutzgutes "Kultur- und Sachgüter" handelt.

Vom Schlosspark Mosigkau aus gibt es keine Sichtachsen in die Umgebung. Als Rokokoanlage erbaut, bestanden nur innerparks zentrale Sichten auf das Schloss. Umfangreiche Visualisierungen möglicher künftiger Windenergieanlagen zeigten, dass von Sichtpunkten aus dem Schlosspark Mosigkau heraus meist keine Anlagen sichtbar sind (u.a. LPR GmbH. Erarbeitung eines Diskussionspapiers zur Öffnung von Restriktionen durch die Denkmalpflege für den Ausbau regenerativer Energien. Dessau-Roßlau 2022). In den einzelnen Fällen der Sichtbarkeiten (z.B. vom östlichen Randweg am Wullenbach) ist durch eine Verschiebung von Anlagenstandorten oder Begrenzung von Bauhöhen eine Vermeidung der Erheblichkeit erreichbar. Da auf Ebene der Regionalplanung die Standorte der Windenergieanlagen und deren Bauhöhen nicht bekannt sind, ist diese Prüfung auf der nachfolgenden Plan- bzw. Genehmigungsebene vorzunehmen.

Windenergieanlagen sind ein Problem der Gegenwart. Über sie kann nur nach gegenwärtigen gesamtgesellschaftlichen Maßstäben entschieden werden. Diese Maßstäbe müssen die rechtlichen Regelungen sein, wie die Privilegierung der Nutzung der Windenergie und ihr überragendes öffentliches Interesse gem. § 2 EEG einschließlich der gesetzlich geforderten Flächenbeiträge für den Ausbau der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie, die zur Sicherung der künftigen Daseinsvorsorge verantwortungsvoll zu anderen sektoralen Erfordernissen, wie z.B. der Denkmalpflege, ins Verhältnis gesetzt werden müssen.

Das OVG Greifswald hat am 07.02.2023 (5 K 171/22) geurteilt, dass § 2 Satz 2 EEG als sogenannte Sollbestimmung dahingehend zu verstehen ist, dass sich in den einzelnen Schutzgüterabwägungen – ausdrücklich ist im Gesetzgebungsverfahren auch der Bereich des Denkmalschutzes genannt (vgl. Gesetzentwurf der Bundesregierung, BT-Drs. 20/1630, S. 158) – ein regelmäßiges Übergewicht der Erneuerbaren Energien in dem Sinne ergibt, dass das überragende öffentliche Interesse an der Errichtung von Windenergieanlagen sowie das öffentliche Sicherheitsinteresse nur in atypischen Ausnahmefällen überwunden werden kann, die fachlich anhand der besonderen Umstände der jeweiligen Situation zu begründen wären.

In Abhängigkeit der konkreten Standorte der Windenergieanlagen ist daher die Erheblichkeit der Beeinträchtigung der Sichtbarkeiten im Vorhabenzulassungsverfahren zu prüfen und zu bewerten. Dazu sollten Visualisierungen als Basis einer Kulturerbeverträglichkeitsprüfung genutzt werden.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001837_017 ID Stellungnehmer: 1001849
Umweltbericht
Inhalt

Hinweis, dass im Umweltbericht S. 29 in Tabelle 24 Bewertungsmaßstab Schutzgut Kultur- und Sachgüter als Bewertungsmaßstab für eine geringe Konfliktintensität
Entfernungsangaben sowohl > 10 km als auch < 10 km angegeben sind. Dies erscheint auch in Bezug auf die Angaben bei mittlerer und hoher Konfliktintensität unlogisch. Eine geringe Konfliktintensität kann lediglich bei einer Entfernung > 10 km gegeben sein.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Redaktionelle Hinweise

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Sowohl Windenergieanlagen, welche sich weiter als 10 Kilometer zu UNESCO-Weltkukturerbestätten und öffentlich bedeutsamen Garten- und Parkanlagen entfernt befinden, als auch jene, die die Entfernung von 10 Kilometern unterschreiten, jedoch keine Dominanz aufweisen, wird eine geringe Konfliktintensität zugesprochen. 

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001837_018 ID Stellungnehmer: 1001849
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XV Luko
Inhalt

Ortschaft Roßlau
Der Ortsteil Roßlau erscheint von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien umzingelt.

Ein unbeeinträchtigtes Landschaftserlebnis erscheint nicht mehr möglich zu sein, zumal es keine Möglichkeit der Höhenbegrenzung für Windkraftanlagen gibt.

Die Beeinträchtigung erfolgt auch durch die kurzen Entfernungen zur Wohnbebauung, insbesondere auch nachts durch die blinkenden Höhenmarkierungen.

Mit der Perspektive, über Bauleitplanung weitere Windkraftanlagen planen zu können, werden der Erweiterung des Windparks Luko die vorgenannten Bedenken entgegengehalten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Der Ortsteil Roßlau befindet sich in über 4,7 km Entfernung zum Vorranggebiet Luko. Eine Umzingelung kann somit nicht festgestellt werden, da auch keine weiteren Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie in der Nähe vorhanden oder geplant sind.

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch den Planansatz des Freihalts der im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete und Sondergebiete, die der Erholung dienen, einschließlich eines 1.000 m Abstandes pauschal Rechnung getragen.

Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung entfällt für Neuanlagen das Dauerblinken in der Nacht. 

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001837_019 ID Stellungnehmer: 1001849
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Ortschaft Mosigkau
Die in dem Gesetz zur Erhöhung und Beschleunigung des Ausbaus der Windenergie an Land vom 20.07.2022, wonach 2,2 % der Landesfläche Sachsen-Anhalts für die Windkraft zur Verfügung zu stellen sind, beruhen auf Effizienzberechnungen für Windkraftanlagen aus dem Jahr 2022. Zwischenzeitlich entwickelte Anlagen sind effizienter und deren Flächeninanspruchnahme ggf. geringer. Das ist bei der Ausweisung von Vorrangflächen und bei Bauleitplanung für Windparks zur Erfüllung der Landesziele zu beachten.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Anregungen, Bedenken und Hinweise zur Gesetzgebung und deren politischer Ausgestaltung sind keine Abwägungsbelange der Regionalplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001837_020 ID Stellungnehmer: 1001849
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XV Luko
Inhalt

Ortschaften Streetz/Natho
Auch wenn Streetz/Natho kein Vorranggebiet ist, sich aber in unmittelbarer Nähe zum Windpark Luko befindet, werden Bedenken zur Erweiterung des Windpark Luko angemeldet.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionalversammlung hat ein gesamträumliches Planungskonzept auf Basis von Auswahlkriterien für die Festlegung der umweltverträglichsten Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie beschlossen (siehe Planungskonzeption). Ohne planungsrechtliche Steuerung in Vorranggebieten ist die Errichtung von Windenergieanlagen im Außenbereich privilegiert, d.h. überall zulässig, wo keine öffentlichen Belange entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Den Belangen der menschlichen Gesundheit z.B. werden durch das Einhalten des Abstandes von 1.000 m zur „im Zusammenhang bebauten Ortslage mit Wohnbebauung, Kur- und Klinikgebiete, Sondergebiete, die der Erholung dienen“ bzw. „500 m Abstand zu Wohnbebauung im Außenbereich“ pauschal Rechnung getragen.
Raumplanung ist eine Kompromissplanung, in welcher die Belange aller Nutzungsansprüche untereinander und gegeneinander abgewogen werden müssen. Neben dem Freiraum- und Bodenschutz besteht die gesetzliche Verpflichtung gem. § 9a LEntwG LSA, den Mindestflächenbeitragswert für die Nutzung der Windenergie zu erreichen. Mit der vorliegenden Planung wird die Flächenkulisse der Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie von 0,9 % auf mindestens 1,9 % der Planungsregion vergrößert. Daher sollen die damit verbundenen Belastungen der Einwohner, der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt möglichst gerecht verteilt und die Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial festgelegt werden.

StN-ID: 1001837_021 ID Stellungnehmer: 1001849
Windenergie 2027
Inhalt

Ortschaft Mosigkau
Windpark Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau wird abgelehnt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001837_022 ID Stellungnehmer: 1001849
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XI Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau
Inhalt

Der sachliche Teilplan „Windenergie 2027“ sieht die erneute Ausweisung des bereits bestehenden Vorranggebiets Libbesdorf/Quellendorf/Mosigkau (XI) vor, welches sich mit einem Anteil von ca. 101 ha auf Flächen der Stadt Dessau-Roßlau erstreckt.
Es wird erneut auf die hohe landschaftsökologische Wertigkeit des Gebietes aufgrund der regional bedeutsamen Biotopverbundeinheit 2.2.3 „Prödelteiche und Rößling“ hingewiesen. Der vor Ort befindliche gesetzlich geschützte Landschaftsbestandteil (GLB) „Prödelteiche" übernimmt die Funktion eines weiteren Trittsteines innerhalb des Verbundes. Den Strukturen des GLB „Prödelteiche“ einschließlich der unmittelbaren Umgebung im gewässerarmen Köthener Ackerland kommt eine hohe avifaunistische Bedeutung zu.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001837_023 ID Stellungnehmer: 1001849
Umweltbericht Anhang
Inhalt

Es fehlen die entsprechenden Nennungen der Arten/Artengruppen in der Spalte „Bestand und Betroffenheit des Schutzgutes“. Arten, welche der Zeile 3k zugeordnet werden, müssten je nach Gefährdungsstatus auch in der Zeile 3m oder 3n aufgeführt werden. Diese Vorgehensweise ist essentiell um das Vorkommen geschützter Arten im Gebiet korrekt abzubilden und sollte bei allen gebietsbezogenen Steckbriefen angewandt werden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Folgen

Begründung

Der Hinweis zu den Zeilen 3l, 3m, 3n und 3k wird im Umweltbericht berücksichtigt.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001844 ID Stellungnehmer: 1001850
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001844_001 ID Stellungnehmer: 1001850
Windenergie 2027
Inhalt

Müritz-Elbe-Leitung:
Im vorliegenden Geltungsbereich plant 50Hertz den Bau einer neuen 380-kV-Freileitung vom geplanten Umspannwerk Grabowhöfe (Mecklenburg-Vorpommern) zum bestehenden Umspannwerk Marke (Sachsen-Anhalt). Außerdem plant 50Hertz neben dem Umspannwerk im Suchraum Grabowhöfe weitere neue Umspannwerke in den Suchräumen Kyritz, Jerichow sowie Zerbst/Anhalt. Das bestehende Umspannwerk in Marke wird erweitert. Die neue Freileitung und die Umspannwerke sollen bis 2037 in
Betrieb gehen. Das Vorhaben ist nötig, da die derzeit vorhandenen Stromleitungen von Norden nach Süden in Zukunft zu stark ausgelastet sein werden. Um die Versor gungssicherheit in Ostdeutschland zu gewährleisten, baut 50Hertz daher eine weitere Leitung von Mecklenburg-Vorpommern über Brandenburg nach Sachsen-Anhalt.
Das Vorhaben wird im NEP 2037/2045 (2023) unter der Nr. P635 „Netzausbau Gemeinde Grabowhöfe – Einheitsgemeinde Stadt Jerichow – Stadt Barby/Stadt Zerbst/Anhalt – Marke“ geführt und befindet sich in einer sehr frühen Planungsphase. 
Nach aktuellem Kenntnisstand ergeben sich aus der vorliegenden Planung zumSachlichen Teilplan „Windenergie 2027 in der Planungsregion Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg“ keine Konflikte. 50Hertz plant Anfang November sogenannte Planungsforen, in denen über das Vorhaben informiert und Planungshinweise aufgenommen werden sollen. Mögliche Trassenkorridore könnten dann im November zur Abstimmung übergeben und erläutert werden. Eine Einladung zum Planungsforum wird zeitnah versendet.

OstWestLink (DC40 und DC40+):
Die 50Hertz plant im Zuge der Energiewende zur Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtung der Sicherung eines langfristig angelegten leistungsfähigen und zuverlässigen Betriebs von Energieversorgungsnetzen i. S. d. § 1 Abs. 2 S. 1 EnWG als zuständiger Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) die teilweise Umsetzung der folgenden Höchstspannungsgleichstromverbindung:
• Maßnahme DC40 – OstWestLink (Suchraum Nüttermoor – Streumen)
• Maßnahme DC40plus – OstWestLink (Dörpen/West – Klostermansfeld)
Die Maßnahmen sind Teil des 2. Entwurf des Netzwicklungsplans 2023-2037/2045 und wurden am 01.03.2024 durch die BNetzA bestätigt. Damit ist nach Konsultation und eingehender Prüfung seitens der Behörde der energiewirtschaftliche Bedarf festgestellt.
Die Maßnahmen werden im nächsten Schritt in das Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) aufgenommen. Die Feststellungen im BBPlG sind für die ÜNB sowie für die Planfeststellung und die Plangenehmigung nach den §§ 43 bis 43d und §§ 18 bis 24 NABEG verbindlich, § 12e Abs. 4 EnWG.
Zurzeit ermittelt 50Hertz innerhalb des Untersuchungsraums zwischen den o.g. Netzverknüpfungspunkten einen ersten groben Trassenkorridor und wird anschließend
den Beginn des Genehmigungsverfahren beantragen.
Nach aktuellem Planungsstand werden die geplanten Windvorranggebiete nicht von unserer Planung tangiert. Dennoch ist es möglich – aufgrund von Planungsänderungen – dass eine Betroffenheit nachträglich erzielt werden kann.
Weitergehende Informationen erhalten Sie auf unserer Projektwebsite:
https://www.50hertz.com/de/Netz/Netzausbau/ProjekteanLand/OstWestLink/ 

Planung der 50Hertz gemäß Netzentwicklungsplan:
Des Weiteren plant 50Hertz perspektivisch ein neues 380/110-kV-Umspannwerk im
Suchraum nördlich der Städte Coswig und Lutherstadt-Wittenberg im Nahbereich zur
bestehenden 380-kV-Freileitung Ragow – Förderstedt – Jessen/Nord.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001844_002 ID Stellungnehmer: 1001850
Windenergie 2027
Inhalt

Hinweis auf Einhaltung der Abstandsregelungen nach der DIN EN 50341-2-4. Es ist durch Ergänzungen im Textteil des Regionalplanes sicherzustellen, dass der erforderliche Mindestabstand gemäß DIN EN 50341-2-4, zu unseren Freileitungen eingehalten wird.
Entsprechend der Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB), Ausgabe 2024/1 des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) gilt ein Maß von 1,5 x (Rotordurchmesser + Nabenhöhe) der Windenergieanlage (WEA) als ausreichender Abstand zu gefährdeten Objekten (z. B. Umspannwerken).
Wird dieser Mindestabstand unterschritten sind Verkehrswege, Betriebsgelände und Objekte der kritischen Infrastruktur potenziell gefährdet. In diesem Fall ist das standortspezifische Risiko durch Eisabwurf bzw. Eisabfall oder durch Bauteilversagen der WEA im Rahmen des Genehmigungsverfahrens gutachterlich zu prüfen. Voraussetzung für die Bewertung sind Aussagen zur Ausrüstung der WEA, um das Risiko soweit wie technisch möglich zu senken. Dies kann z. B. durch Condition-Monitoring- und Eiserkennungssysteme zur Überwachung des technischen Zustandes der WEA erfolgen. Die sich daraus ergebenden Mindestabstände führen zu einer Verringerung der tatsächlich nutzbaren Fläche für Windenergieanlagen.
Für die Umspannwerke (UW) sind Ausbauperspektiven vorzuhalten. Dies schließt Erweiterungen der UW insbesondere für die durch Erneuerbare-Energie-Anlagen bedingte Aufnahme der Rückspeisung aus dem Stromverteilernetz durch weitere 380/110-kV-Transformatoren ein. Eine direkte Annäherung der Windeignungsgebiete ist auch vor dem Hintergrund des Erreichens der klimapolitischen Ziele nicht zu empfehlen.
 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens. Eine Aufnahme in den Text ist nicht erforderlich.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001844_003 ID Stellungnehmer: 1001850
Windenergie 2027
Inhalt

Allgemeines:
Es ist ein Freileitungsbereich, der sich über den Freileitungsschutzstreifen zuzüglich einer Zone von 15 m definiert, beidseitig der Trassenachse zu beachten, für den Bau-, Nutzungs- und Höhenbeschränkungen bestehen. Innerhalb des Freileitungsbereiches befindet sich der Freileitungsschutzstreifen vonca. 30 m bzw. 35 m (beidseitig der Trassenachse) bei 220 bzw. 380-kV-Freileitungen, für den in den entsprechenden Grundbüchern beschränkte persönliche Dienstbarkeiten eingetragen sind. Daraus begründet sich das grundsätzliche Bauverbot im Freileitungsschutzstreifen. Dies gilt auch für Bepflanzungen mit Bäumen und Sträuchern.

Im Bereich von Richtfunkstrecken bestehen Höhenbeschränkungen (sowohl für temporäre Arbeiten als auch für dauerhafte Nutzungen) in einem Schutzbereich von 30 m radial um die Trassenachse.

In der Stellungnahmen werden Vorschlagsgebiete der Arbeitskarte vom 03.03.2023 benannt, in welchen sich folgende Anlagen der 50Hertz Transmission GmbH befinden:

380-kV-Leitung Jessen Nord-Lauchstädt-Marke 499/500/504

380-kV-Leitung Ragow-Förderstedt-Jessen Nord 531/533/532

Planungen der 50Hertz:

OstWestLink (DC40 und DC40+)

P635 Müritz-Elbe-Leitung

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001844_004 ID Stellungnehmer: 1001850
Windenergie 2027
Inhalt

Durch 50Hertz erfolgt im Rahmen der Erstellung des Netzentwicklungsplans Strom (NEP) unter anderem eine regionale Prognose des Zubaus von Windenergieanlagen (WEA) Onshore. Hierzu ist eine Bereitstellung der im regionalen Raumentwicklungsplan festgelegten und neu vorgeschlagenen Eignungsgebiete für WEA in einem Format notwendig, das es uns erlaubt, die Daten mit einem Geoinformationssystem weiterzuverarbeiten. Wir bitten um Übergabe dieser Daten, sobald die Windeignungsgebiete final festgelegt worden sind.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Die Daten stehen nach Abschluss des Verfahrens auf der Homepage zur Verfügung:

https://ris.planungsregion-abw.de/mapbender/application/regionalplanung

Die Daten werden auch als WMS/WFS bereitgestellt.

StN-ID: 1001844_005 ID Stellungnehmer: 1001850
Windenergie 2027
Inhalt

Planungen der 50Hertz Transmission GmbH im Geltungsbereich:
Im Geltungsbereich des Regionalplans wird die 50Hertz, insbesondere in Folge der zunehmenden Einspeiseleistung durch Erneuerbare Energien, in ihrer Regelzone die horizontale Übertragungskapazität weiter erhöhen müssen, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Diese bedarfsgerechte Erhöhung der Übertragungskapazität erfolgt sowohl durch Optimierung und Verstärkung bestehender Anlagen als auch durch den Neubau von Anlagen (NOVA-Prinzip: Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau). 

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001850 ID Stellungnehmer: 1001851
Windenergie 2027
Inhalt

-

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

 

Abwägungsvorschlag

 

Begründung

 

StN-ID: 1001850_001 ID Stellungnehmer: 1001851
Windenergie 2027
Inhalt

Fachdienst Ordnung und Sicherheit, Kampfmittelbeseitigung (FD 32)
Die betreffende Fläche wurde anhand der zurzeit vorliegenden Unterlagen (Belastungskarten) und Erkenntnisse überprüft. Erkenntnisse über eine Belastung der Fläche konnten anhand dieser Unterlagen nicht gewonnen werden, so dass davon auszugehen ist, dass bei beabsichtigten Baumaßnahmen keine Kampfmittel aufgefunden werden.
Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass die vorliegenden Erkenntnisse einer ständigen
Aktualisierung unterliegen und die Beurteilung von Flächen dadurch bei künftigen Anfragen ggf. von bislang getroffenen Einschätzungen abweichen kann.
Gleichwohl wird betont, dass Kampfmittelfunde jeglicher Art niemals ganz ausgeschlossen werden können. Insofern bestehen vorbehaltlich der o. a. Ausführungen keine Bedenken gegen die Durchführung der geplanten Maßnahme im vorgenannten Bereich.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001850_002 ID Stellungnehmer: 1001851
Windenergie 2027
Inhalt

Fachdienst Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen (FD 38)
1. Allgemein
Nach Prüfung der eingereichten Unterlagen zu o. g. Vorhaben werden aus brandschutzbehördlicher Sicht keine Bedenken angemeldet, sofern folgende Forderungen realisiert werden:
2. Brandschutz - Infrastruktur
Für die geplanten Vorranggebiete ist mit den zuständigen Brandschutzdienststellen, Behörden der öffentlichen Sicherheit sowie mit den Forstämtern zu prüfen, dass die bestehende und geplante brandschutztechnische Infrastruktur nicht gefährdet oder gestört wird.
Das betrifft beispielsweise: die Waldbrandüberwachung per Kamerasystem, mögliche Richtfunkstrecken der BOS, die Funkversorgung der BOS (Aufzählung nicht abschließend).
3. Anregung Ausgleichsmaßnahmen
Im Zuge der Umsetzung von Windenergieanlagen entsprechend der vorliegenden Unterlagen regt die Untere Brandschutzbehörde an, Maßnahmen aus dem RdErl. des MULE vom 14.5.2019 - 52.2-64002 Walderhaltung und Waldfunktionenausgleich bei Waldumwandlungsmaßnahmen - Anweisung zum Verfahren, umzusetzen.
Insbesondere unter Punkt 3 "Auswahl von geeigneten Flächen für Ausgleichs- und Ersatz-
maßnahmen" im Sinne des abwehrenden Brandschutzes zur Verbesserung der Waldstruktur ist als Ersatzmaßnahme zu priorisieren.
Zitat:
"Vorrang haben dabei waldbauliche Maßnahmen, die zu einer schnelleren Kompensation
verlorengegangener Waldfunktionen beitragen. Insbesondere sind dies Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Waldstrukturen (zum Beispiel Waldumbau, Aufbau mehrschichtiger Bestände, Erhöhung der Laubholzanteil, Aufbau von Brandriegeln, Errichtung von Löschwasserentnahmestellen für die Waldbrandbekämpfung) führen."

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Zustimmung

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001850_003 ID Stellungnehmer: 1001851
Windenergie 2027
Inhalt

Fachdienst Bauordnung und Regionalentwicklung, untere Denkmalschutzbehörde (FD 63)
Das o. g. Verfahren wurde zur Kenntnis genommen. Zu diesem Verfahren ist der für Denkmalschutz und Denkmalpflege zuständige Träger öffentlicher Belange zu beteiligen.
Träger öffentlicher Belange für Denkmalschutz und Denkmalpflege sind das Landesamt
für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Landesmuseum für Vorgeschichte,
Richard-Wagner-Straße 9 in 06114 Halle/Saale und die obere Denkmalschutzbehörde beim
Landesverwaltungsamt, Referat Denkmalschutz/UNESCO-Weltkulturerbe, Postfach 19 63, 39009 Magdeburg.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und obere Denkmalschutzbehörde beim
Landesverwaltungsamt wurden beteiligt.

StN-ID: 1001850_004 ID Stellungnehmer: 1001851
Planungskonzeption
Inhalt

Fachdienst Bauordnung und Regionalentwicklung, Abteilung Städtebau (FD 63)
Die Stadt Annaburg stellt gegenwärtig einen Sachlichen Teil-Flächennutzungsplan "Windenergie" auf. Im Entwurf des Plans vom April 2025 sind 3 Teilbereiche dargestellt. Die Teilbereiche 2 und 3 sind auch als "Vorranggebiet für die Nutzung von Windenergie" im nun vorliegenden Entwurf des Regionalplans dargestellt. Der Teilbereich 1 des Sachlichen Teil-FNP findet sich im Sachlichen Teilplan "Windenergie 2027" jedoch nicht wieder.

Die Darstellung der Teilfläche 1 resultiert aus der Ausweisung im noch rechtsgültigen STP Wind A-B-W 2018 (XIII).
Im Erläuterungsbericht zum Sachlichen Teil-FNP ging die Stadt Annaburg davon aus, dass die Teilfläche auch in den neuen STP Wind A-B-W 2027 aufgenommen wird.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Das VR Purzien (20 Hektar) des STP Wind 2018 wird aufgrund von Restriktionen der militärischen Flugsicherung nicht übernommen. Mit dem vorliegenden Plan wird keine Ausschlussplanung vorgenommen, sodass die Kommune weitere Sondergebiete für die Nutzung der Windenergie festlegen kann.

StN-ID: 1001850_005 ID Stellungnehmer: 1001851
Windenergie 2027
Inhalt

Hinweise der unteren Wasserbehörde sind zu beachten:

  • Oberflächengewässer sind betroffen.

Mit der Baumaßnahme werden aufgrund von anzunehmenden Leitungsverlegungen Gewässer gekreuzt. Für das Errichten baulicher Anlagen im und am Gewässer (z. B. Neubau Gewässerkreuzungen) bedarf es der wasserrechtlichen Genehmigung gemäß § 49 Wassergesetz des Landes Sachsen-Anhalt (WG LSA) i. V. m. § 36 Wasserhaushaltsgesetz. Die Genehmigung ist vor Baubeginn bei der unteren Wasserbehörde des Landkreises Wittenberg formlos zu beantragen. Gemäß „Leitfaden Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt“ (MULE, 2018) ist das Errichten von Windenergieanlagen an Fließgewässern und an Standgewässern grundsätzlich nicht statthaft. Der Mindestabstand zum Gewässer berechnet sich aus der Nabenhöhe plus Rotordurchmesser.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001850_006 ID Stellungnehmer: 1001851
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XVII Prettin
Inhalt

Wasserrechtlich besonders geschützte Gebiete – Festgesetzte Überschwemmungsgebiete oder Trinkwasserschutzgebiete werden berührt.
Der östliche Teil des Vorranggebietes Prettin liegt im festgesetzten Wasserschutzgebiet Groß
Naundorf, welches mit Beschluss des Kreistages Jessen vom 22.12.1988 (Beschluss-Nr. 32/88) festgesetzte wurde.
Der derzeitig gültige Beschluss über dieses Wasserschutzgebiet enthält keine Restriktionen, die eine Eignung des Gebietes für Windenergie ausschließen.
Für das Wasserschutzgebiet liegt ein hydrogeologisches Gutachten zur Überarbeitung der
Grenzen und Neuverordnung vor. Das Verfahren nach § 51 WHG in Verbindung mit § 73 WG LSAwurde noch nicht eröffnet. Die Unterlagen zur Verfahrenseröffnung und öffentlichen Auslegung werden derzeit durch die untere Wasserbehörde erarbeitet.
Nach dem technischen Regelwerk des DVGW hier Arbeitsblatt W 101 sollte die Schutzzone III,welche die äußere Berandung des Schutzgebietes darstellt, das gesamte unterirdische Einzugsgebiet abdecken. Für das Verfahren wird der gutachterlichen Einschätzung gefolgt, wonach nach Auswertung der Isochronenberechnung empfohlen wurde, die 30-Jahresisochrone als Abgrenzung der Trinkwasserschutzzone III heran zu ziehen. Eine Unterteilung in eine Schutzzone III A und III B wird für nicht notwendig erachtet.

Danach würde die rechnerisch ermittelte äußere Berandung einen Abstand von 700 Meter zum östlichsten Punkt des Teilplans für Prettin haben. Auch nach Anpassung der berechneten Grenzen an in der Örtlichkeit vorhandene markante Grenzen oder eine flurstücksgenaue Anpassung würde nicht dazu führen, dass zukünftig der sachliche Teilplan für den Bereich Prettin innerhalb des neu zu verordnenden Wasserschutzgebietes Groß Naundorf liegt.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001850_007 ID Stellungnehmer: 1001851
Windenergie 2027
Inhalt

Messstellen des LHW – sind nicht vorhanden.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Nichtbetroffenheit

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

 

StN-ID: 1001850_008 ID Stellungnehmer: 1001851
Windenergie 2027
Inhalt

Hochwasserrisikogebiete – werden berührt. Das Bauvorhaben befindet sich im Hochwasserrisikogebiet gemäß § 78b WHG. Risikogebiete außerhalb von Überschwemmungsgebieten sind Gebiete, für die gemäß § 74 Absatz 2 WHG Gefahrenkarten zu erstellen sind und die nicht nach § 76 Absatz 2 oder Absatz 3 WHG als Überschwemmungsgebiete festgesetzt sind oder vorläufig gesichert sind.

Für Risikogebiete außerhalb von Überschwemmungsgebieten gilt gemäß § 78b Abs. 1 Nr. 2 WHG Folgendes: „2. außerhalb der von Nummer 1 erfassten Gebiete sollen bauliche Anlagen nur in einer dem jeweiligen Hochwasserrisiko angepassten Bauweise nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik errichtet oder wesentlich erweitert werden, soweit eine solche Bauweise nach Art und Funktion der Anlage technisch möglich ist; bei den Anforderungen an die Bauweise sollen auch die Lage des betroffenen Grundstücks und die Höhe des möglichen Schadens angemessen berücksichtigt werden.“
Zur Feststellung des möglichen Risikos (speziell Wasserstände) sind die unter dem nachfolgenden Link einsehbaren Risikokarten und Gefahrenkarten bei der Planung zu berücksichtigen: http://www.geofachdatenserver.de/de/lhw-hochwassergefahrenkarten.html

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001850_009 ID Stellungnehmer: 1001851
Windenergie 2027
Inhalt

Hinweis zur Gewässerbenutzung – Sind im Rahmen des Vorhabens Grundwasserabsenkungsmaßnahmen notwendig, ist dafür gemäß § 9 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) eine wasserrechtliche Erlaubnis gemäß § 8 WHG erforderlich. Diese Erlaubnis ist rechtzeitig, mindestens vier Wochen vor Baubeginn bei der unteren Wasserbehörde zu beantragen. Hierfür sind dem Antrag eine kurze Baubeschreibung mit Angabe der Entnahme- und Einleitmenge, Entnahme- und Einleitstelle, Zeitraum der Wasserhaltung, Angaben über die örtliche Lage und Lageplan beizufügen.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001850_010 ID Stellungnehmer: 1001851
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > X Kemberg/Dorna
Inhalt

Seitens der unteren Abfall- und Bodenschutzbehörde bestehen keine Bedenken.
Die UABB ist dafür verantwortlich im Bereich des Landkreises Wittenberg Auskunft über mögliche Altlastverdachtsflächen, Altablagerungen, Bodenfunktionsbewertungen und anderen Abfall- und Bodenschutzrechtlichen Belangen zu geben. Es befinden sich Altlastverdachtsflächen im Teilgebiet Kemberg Dorna (18.1.01 – Milchagrargenossenschaft Heideland e. G. Kemberg). In allen anderen Planungsgebieten sind keine Altlastverdachtsflächen im Kataster der unteren Bodenschutzbehörde des Landkreises Wittenberg vermerkt.
Genaue Angaben zu den o. g. Schwerpunkten können nur bei spezifischen Anfragen gegeben werden. Dazu sind genaue Lagebezeichnungen von geplanten Baumaßnahmen notwendig.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Allgemeine Informationen

Abwägungsvorschlag

Kenntnisnahme / keine Änderung

Begründung

Belange der ordnungsgemäßen Errichtung und des Betriebes von Windenergieanlagen sind Inhalt des Vorhabenzulassungsverfahrens.

StN-ID: 1001850_011 ID Stellungnehmer: 1001851
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XII Linda
Inhalt

Aus der Sicht der Unteren Naturschutzbehörde bestehen erhebliche Bedenken gegen die Planung.
Folgende artenschutzrechtliche Einwände sind zu beachten: Die Erweiterung der Vorrangfläche betrifft Wald, der vom Landesamt für Umweltschutz aufgrund von Tierarten als naturschutzfachlich wertvoll eingestuft wurde.

Es wird angezweifelt, dass es sich um einen artenarmen Nadelwald handelt, da die Einstufung des LAU regelmäßig auf Misch- oder Laubholzbestände abzielt. Weiterhin sind in Wäldern stets Fledermausquartiere zu erwarten. Die Auslösung der artenschutzrechtlichen Zugriffsverbote gemäß § 44 Absatz 1 BNatSchG ist anzunehmen. Die dazu nicht existierende Datenlage zeigt nur auf, dass bisher dort nicht intensiv bzw. nicht kartiert wurde.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Die Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg nutzt für die Erstellung ihrer Planwerke überwiegend Daten, die durch die zuständigen Fachbehörden zur Verfügung gestellt werden. Für eigene Erhebungen von Fachdaten besteht keine Ermächtigungsgrundlage. Validierte naturschutzfachliche Art- und Gebietsdaten werden durch das Landesamt für Umweltschutz des Landes Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt und werden von der RPG A-B-W regelmäßig abgefragt, um den mittel- bis langfristigen Planungen (Regionalplänen) möglichst aktuelle Daten zu Grunde zu legen. Die Einschätzung der in Rede stehenden Waldflächen erfolgte mittels der Daten aus der Luftbildinterpretation (BTNT 2009) des LAU. 

Belange des Artenschutzes wurden bereits bei der Auswahl der Vorranggebiete berücksichtigt (Ausschlusskriterien). In der strategischen Umweltprüfung des Plans (siehe Umweltbericht) sind alle Umweltschutzgüter geprüft worden.

Windkraftsensible Fledermausarten sind kollisionsgefährdete Arten gem. Leitfaden "Artenschutz an Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt" Anlage 4, die überwiegend im freien Luftraum jagen und/oder großräumige Wanderungen mit Entfernungen von mehreren hundert Kilometern vornehmen. Die Angaben im Umweltbericht beziehen sich auf vorhandene Reproduktionsstandorte und Winterquartiere.

Die u.a. durch den Bundesgesetzgeber als schlaggefährdet definierte Brutvogelarten wurden in der Planung maßstabsgerecht berücksichtigt (siehe Planungskonzeption und Umweltbericht).

Weitere fachliche Prüfungen erfolgen im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Zulassungsverfahrens bzw. im Rahmen der kommunalen Bauleitplanung.

Abwägungsentscheidung

StN-ID: 1001850_012 ID Stellungnehmer: 1001851
Z 4.3.4-2 Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie > XXXII Zschornewitz Kippe
Inhalt

Aus der Sicht der Unteren Naturschutzbehörde bestehen erhebliche Bedenken gegen die Planung.
Folgende artenschutzrechtliche Einwände sind zu beachten:
Die Neuausweisung des Vorranggebietes betrifft Wald, der vom Landesamt für Umweltschutz aufgrund von Tierarten als naturschutzfachlich wertvoll eingestuft wurde. Es wird angezweifelt, dass es sich um einen artenarmen Nadelwald handelt, da die Einstufung des LAU regelmäßig auf Misch- oder Laubholzbestände abzielt.

Weiterhin sind in Wäldern stets Fledermausquartiere zu erwarten. Die Auslösung der artenschutzrechtlichen Zugriffsverbote gemäß § 44 Absatz 1 BNatSchG ist anzunehmen. Die dazu nicht existierende Datenlage zeigt nur auf, dass bisher dort nicht intensiv bzw. nicht kartiert wurde.

Abwägung / Begründung

Auswertungskategorie

Anregung / Bedenken

Abwägungsvorschlag

Nicht folgen

Begründung

Es handelt sich um ein Vorranggebiet, auf dessen Fläche ein Windpark rechtmäßig errichtet und repowert wurde. Gemäß Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt besteht kein grundsätzlicher Ausschluss bei der Inanspruchnahme von Waldflächen für die Nutzung der Windenergie. Waldflächen wurden entsprechend der Planungskonzeption ausschließlich in den Kommunen, bei denen der Suchraum für die Windenergienutzung im Wald größer ist als im Offenland, für eine